Vorschau Raiffeisen Superleague Schweiz, 18. Spieltag

FC Basel – FC St.Gallen    (Entfernung : 166  km)

Über diese Partie könnte man nun trefflich philosophieren. Beispielsweise so: der FCB hatte vor einigen Wochen eine etwas vergleichbare Partie mit dieser hier, als man nämlich Leader GC empfing. Damals hat man an gleicher Stelle hier ziemlich gewaltig pro Basel argumentiert. Das Ergebnis war ein 4:0, in einem Spiel, da später etwa drei Tore als „kontrovers“ erachtet wurden (medienseitig; die eigenen Ansichten darüber nachzulesen im Rückblick zum 16. Spieltag), und in welchem GC dennoch bis zum 2:0 auf Augenhöhe agierte, aber in welchem man natürlich den Tipp unmöglich schlecht reden könnte. Eine gute Begründung damals: wenn ein eigentlicher Favorit gegen einen aktuellen Leader spielt, im eigenen Stadion, aber sogar auswärts gälte es eingeschränkt, dann wird die Konzentration auf ein solches Ereignis fokussiert, um den Nachweis zu erbringen — natürlich zugleich aus tabellarischen Erwägungen –, doch letztendlich das bessere Team zu sein. Hier dementsprechend die Ausgangslage sehr ähnlich.

Nur: irgendwie schmeckt es nicht so richtig. Erneut die Erkenntnis, dass zwar solche Vergleiche wie oben Anhaltspunkte liefern, dass man aber dennoch gezwungen ist, jedes Ereignis höchst individuell anzugehen und so unter die Lupe zu nehmen. Der FCB hat im letzten Spiel nämlich arg enttäuscht, beim 2:3 in Thun. Sie hatten die Führung, haben sich aber nicht geschert darum, nachzulegen, sondern verwaltet, dabei ziemlich viel zugelassen, und als der Ausgleich fiel, liefen sie in Panik nach vorne — und kassierten sogar das 2:3. Das Aufbäumen war da, sicherlich, aber man kann logischerweise mit der Einstellung nicht zufrieden sein.

Auf der anderen Seite hat St.Gallen sehr gut gefallen können. Das hat wirklich imponiert, wie sie gegen Luzern in einem Rauf-und-Runter-Spiel permanent auf den Torerfolg aus waren. Die Stimmung eh überragend, in Kader, Stadion, Umfeld, hat man doch weiterhin das Außenseiterimage als Aufsteiger und weiterhin so gut wie gar nichts zu verlieren. Egal, wie hoch die Trauben angeblich vor Saisonbeginn hingen, nun sind sie greifbar und von der Kaderqualität her erscheint es sogar machbar.

Nein, man möchte sich einfach nicht gegen dieses St.Gallen stellen. Der Markt wird eh nichts besonderes auf Basel ausspucken, insofern bleibt nur das Pass.

Kleine Extrainfo: FCB Keeper Yann Sommer wurde TROTZ der 2:3 Niederlage in Thun zum „Man of the match“ ausgerufen. Irgendwie aberwitzig. Für den Partieverlauf spricht es Bände.

Beide Teams mit je zwei Ausfällen. Bei St.Gallen könnte Cavusevic schmerzlich fehlen.

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FC Luzern – Lausanne Sports    (Entfernung : 211 km)
Es fehlen
Luzern: Bento (21, OM, kein Spiel), Leczano (22, OM, 14 Spiele, 2 Tore, 2 Assists), Renggli (32, ZM, 4 Spiele), Sorgic (23, MS, 2 Spiele)
Lausanne: Guié Guié (26, MS, 5 Spiele, 1 Tor), Tall (31, IV, 10 Spiele)

Hier eine ganz gute Gelegenheit, seine Börse — bei entsprechender Risikofreude gepaart mit dem erforderlichen Glück — aufzubessern. Und zwar so: Luzern hat durchaus gefallen, ja, bald schon mehr als das, beim 1:1 in St.Gallen. Sie haben sogar eine kleine Erfolgsserie vorzuweisen, mit vier ungeschlagenen Spielen, wobei unter den Besiegten gar Schwergewichte wie Basel und FC Zürich sind. Sie sind auch als Vizemeister in die Saison gegangen, so dass die Lorbeeren von einst sehr wohl gewichtet werden vom Markt und ihnen ein weiterer Aufstieg in der Tabelle zugebilligt wird.

Genau dies aber die Chance: denn gerade Gegner Lausanne bleibt offensichtlich weiter unerkannt, kann das graue Maus Image einfach nicht ablegen, wird es nicht los, egal, wie gut sie spielen. Und das tun sie wirklich sehr gut. Auch bei ihnen die gleiche Erfolgsserie: vier Spiele ungeschlagen, bei zwei Remisen. Nicht zu erkennen, wo diese Punkterfolge unverdient gewesen sein sollen. Auch YB wurde besiegt, also auch ein Schwergewicht, und das am letzten Wochenende. Lausanne hat man eh ausgemacht, eines Tages mal, als wertvoll im Sinne von Kohle machen, und sie haben sich wacker an die Devise gehalten: schön grau bleiben und punkten.

Also: X oder 2 als Tipp, den Marktgesetzen gehorchend und auf die ausgemachte Qualität des Underdogs vertrauend. Mit 5/10.

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Servette Genf – FC Thun    (Entfernung : 191 km)
Es fehlen
Servette: Baumann (26, IV, kein Spiel), Esteban (26, MS, 7 Spiele, kein Tor, kein Assist), Gissi (20, MS, 3 Spiele, kein Tor, kein Assist), Moubandje (22, LV, 9 Spiele), Piccirillo (, Pizzinat (35, ZM, 7 Spiele) (Servette hat mit 28 Spielern einen sehr breiten Kader)
FC Thun: Bigler (20, RV, kein Spiel), Steffen (21, LM, 8 Spiele, 1 Tor, 3 Assists), Schindelholz (24, IV, 4 Spiele) (Thun dagegen nur 24 Mann im Kader)

Hier der nächste kleine Marktfehler im Kalkül: 10 gegen 9. Das schon einmal die Konstellation. Der Abstand bei 7 Punkten. Fett, aber lange nicht zu fett. Falls man nämlich HEUTE damit anfängt, ihn zu verjüngen. Der Lauf bei Servette ausnehmend gut, so gut, wie er bei einem längst beerdigten Tabellenletzten nur gut sein kann. Fünf Spiele, daraus 8 Punkte. Wenn man den Schnitt hält, klettert man etwa auf Rang 6 oder 7 (mit dann etwa 41 Punkten aus 36 Spielen), also klar in die safety-zone. Natürlich Zahlenspielerei, aber doch ist es dem Team zuzutrauen. Eudis glänzte mehrfach als Torschütze und auch sonst fehlt dem Kader wenig vom vorjährigen Kader, mit welchem man auf Rang 4 abschloss. Die Zuschauer sind wieder da, stützen ihr Team (selbst wenn bei dem Fassungsvermögen es immer etwas leer wirkt). Ja, Servette ist im Kommen.

Auf der anderen Seite steht jenes Thun, welches nach der langen Serie der Erfolglosigkeit mit der Deinstallation von Trainer Challandes, ausgerechnet den Meister — und als solcher weiterhin als creme de la creme der Liga anzusehen — niedergerungen hat. Nein, kein Zweifel, die Leistung war Extraklasse, vor allem mit einem Anatole Ngamukol (man erahnt die Pigmentierungsmenge?) in Höchstform, das alles gut und schön. Nur: gegen Basel läuft man meist automatisch drei Schritte mehr, und das bei jedem Lauf. Gegen Basel tritt man an in der Erkenntnis, nichts zu verlieren zu haben und jedes erzielte Tor bereits das Feiern lohnt, ungeachtet des Endergebnisses. Gegen Basel tritt man an mit der Maßgabe: egal, ob nach vorne oder nach hinten: wir sind der Außenseiter, DIE müssen was nachweisen. Eine solche Partie steht aber heute nicht an.

Heute ist wieder schnöder, langweiliger Ligaalltag. Natürlich hat man den Erfolg vorzuweisen, der dem Gegner Respekt einflössen soll. Nur: kommt nicht ausgerechnet der Gegner von einem auswärts 2:0 aus Zürich zurück, wo man beinahe als noch größerer Außenseiter anreiste als Thun daheim gegen Basel? Hat Thun nicht doch das Glück erheblich strapaziert, wohingegen der Auftritt von Servette so souverän war, dass sogar Rolf Fringer danach seinen Hut nehmen musste? „Langweilig“ ist der Alltag auch gar nicht, hat man doch mit einem fest entschlossenen Gegner zu tun, der gerade in dieser Partie alles aufbieten wird, was er kann, um den Abstiegskampf spannend zu gestalten.

Der Tipp lautet: Servette zieht diese Partie. Das gibt einen Heimsieg, und man ist bereit, dafür den Höchstsatz von 10/10 aufs Spiel zu setzen.

Neue Info: Mauro Lustrinelli, gerade erst zwei Wochen im „Amt“ bei Thun, bleibt nicht Trainer. Er verfügt nicht über die erforderlichen Lizenzen, hatte nur kurzfristig übernommen, war zuvor Co von Challandes. Es kommt Urs Fischer (46). Immerhin hatte er eine lange Karriere als Spieler in der Superleague mit über 500 Spielen und 15 Treffern, sowie 4 Länderspielen. Als Coach gewann er mit dem FCZ die Vizemeisterschaft (2010/2011), wurde aber dort am 12.3.2012 entlassen. Seitdem frei.

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Young Boys Bern – FC Sion    (Entfernung : 155 km)
Es fehlen
Young Boys: Spycher (34, LV, 9 Einsätze, 1 Tor), Benito (36, TW, kein Spiel), Simpson (29, Sturm, kein Spiel), Veskovac (26, IV, 8 Spiele, bis 1.1.2013 verletzt), Vitkieviez (27, RM, 13 Spiele, 1 Assist) (Merkwürdig, dass Bobadilla nicht aufgeführt ist; Rot hat er aber gesehen am letzten WE und eine Tätlichkeit war es auch)
Sion: De Oliveira, Vanczak (29, RV, 15 Spiele, 1 Tor, gesperrt), Yoda (24, LA, 1 Spiel)

Das Gefühl, noch vor dem Mittwochsspiel von YB: Sion holt hier etwas. Sie haben einen starken Kader, das ohne Frage, sie haben einen überragenden Leo in ihren Reihen, und sie haben sich zuletzt auch deutlich wieder gefangen. Immerhin steht nun eine Serie von 7 Spielen ohne Niederlage da, und die kann man kaum zum „zufällig“ geschweige denn „glücklich“ abstempeln. Nicht alle Partien Sahne, nur, bitte, wer hat denn in der Liga derzeit Konstanz zu bieten? Die hinten punkten, die gut eingestuften geben ab, es sieht so aus, als ob derzeit alle gleich gut sind, denn jeder kann ja auch jeden schlagen (Servette den GC, Thun den FCB, Lausanne YB etc.). Da erhält eine solche Serie bald noch mehr Gewicht.

Und YB? Zunächst einmal steht Donnerstag wieder ein Partie an. Man steht zwar in der Gruppe auf 3, hinter Anschi und Liverpool, hat aber im Heimspiel die Riesenchance, es mit einem Sieg zu biegen. (Wie es aussieht, könnte es in der Gruppe zu der Sonderkonstellation kommen, dass alle drei vorne die gleiche Punktausbeute haben, mit jeweils 10 Punkten, falls Liverpool gegen Udine gewinnt. Dann zählt der direkte Vergleich. In jenem hätte YB eine schlechte Bilanz, da sie gegen Liverpool daheim 3:5 verloren haben, dort ein 2:2, und bei Anchi verloren, also selbst mit einem Sieg könnte es sein, dass sie rausfliegen; andererseits hat Udine auch eine theoretische Chance, wenn nämlich YB verliert und sie gegen Liverpool gewinnen; dann hätten drei Teams 7 Punkte und es käme dort auf den direkten Vergleich an, zu dem man jetzt keine Lust hat). Also doch keine rechte Chance? Na, spielen wird man auf jeden Fall und wie soll man derzeit die Meisterschaft in den Fokus nehmen? Weiterhin dürfte Raul Bobadilla extrem vermisst werden, da er einfach Stürmer Nummer 1 ist, und das mit einigem Abstand. Überhaupt die Serie ja miserabel, mit nur zwei Punkte aus den letzten fünf Spielen. Was nützt da ein Potenzial? Noch weniger aber Spielergehälter oder Marktwerte: es läuft einfach nicht.

Zunächst einmal also 5/10 auf Sion, X oder 2.

Die Young Boys haben das Nachtragsspiel mit 2:1 gewonnen gegen den FC Luzern. Ändert nichts an dem Wettvorschlag.
Weiterhin: Sion hat eine ganz gute Chance, auf Platz 1 zu überwintern (denn dies ist die letzte Runde). Sie sind zwei Punkt hinter GC, haben aber das bessere Torverhältnis, und einen Punkt hinter St.Gallen. Falls also GC das Stadtderby nicht gewinnen sollte, zugleich St.Gallen nicht in Basel gewinnt — worauf man sicher in beiden Fällen eine gute Chance sieht –, so könnte man dieses Traumziel mit einem eigenen Sieg erreichen. Sicher eine zusätzliche Motivation.

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Grasshoppers Zürich – FC Zürich    (Entfernung : 0 km)
Es fehlen
GC: Coulibaly (24, RM, 1 Saisonspiel), Mustafi (22, MS, 4 Saisonspiele, seit 20.11. verletzt, zur Rückrunde fit), Abrashi (22, DM, 11 Saisonspiele, 2 Tore, 1 Assist, seit 20.11. bis 1.12.), Lang (21, IV, 16 Saisonspiele, 1 Tor, 2 Assists, ab 20.11. bis 1.12.)
FCZ: Benito (20, LV, 12 Spiele, Kreuzbandriss, fällt bis Ende Dezember aus), Goncalves (20, RV, 7 Spiele, fällt bis Januar aus), Chikhaoui (26, OM, im Aufbautraining, seit Juni verletzt)

Ohne alle abseitigen Erwägungen wäre der Fall klar: GC ist dran mit einem Sieg. Sie haben sich gar nicht viel zuschulden kommen lassen. Das 1:1 in Sion eher ein Erfolg, die Niederlage in Basel davon zu hoch. Davor die wahre Schwächephase mit dem 1:1 gegen Lausanne und dem 0:2 bei Servette (aber, siehe oben, was man von den beiden hält, und irgendwann waren halt auch mal Rückschläge fällig, so ist es einfach). Nein, sonst gefällt einem GC weiterhin und man würde sie gerne wieder stützen.

Zugleich der FCZ mit dem spielerischen Offenbarungseid. Das Gefühl sagte ganz klar: mit so einem Auftritt forciert man den Trainerrauswurf. Auch der Trainer spürte es wohl, denn diese Äußerung nach dem Spiel auf die Frage, ob er davon ausgehe, dass er bleiben würde, zu sagen, es wäre ihm gleich, kann man eigentlich nur so auffassen, dass die Spatzen es längst von den Dächern pfiffen. Es war die letzte Partie, falls sie nicht gewonnen wird, aber dafür haben die Spieler ja gesorgt.

Da es zusätzlich ein Derby ist, und zwar ein richtiges, klassisches, sollte man unter den gegebenen Umständen wohl doch lieber die Füße still halten und auch die Börse fest, und nichts auf die Partie riskieren. Am Gefühl ändert es aber nichts — zumal man ja beständig immer gegen diese unsäglichen Trainerentlassungen antreten möchte –, und das sagt einem, dass GC die Partie für sich entscheidet. 0/10 auf GC, das bewährt sich immer.

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Vorschau 3. Bundesliga, 20. Spieltag

SpVgg Unterhaching – SV Darmstadt 98    (Entfernung : 405  km)

Nein, diese Partie kann nicht schmecken. Darmstadt hat einem nicht nur den gewonnenen Tipp beschert, mit dem 1:1 (für den Gegner erst in der Nachspielzeit erzielt, also man war nahe am Sieg) bei den Stuttgarter Kickers, nein, sie haben auch streckenweise beeindrucken können. Insofern könnte man sich nun nicht einfach gegen sie stellen.

Zugleich hat der Gegner zwar wieder mal getroffen, und das gleich vierfach, beim 4:3 gegen Chemnitz (nach zuvor drei torlosen Spielen in Folge), und damit weiterhin eine Spitzenposition behauptet mit Rang 4 (bei 10–5–4; schon einer exzellenten Bilanz), aber doch in der Partie selbst nicht wirklich überzeugen können, oder, noch besser, der Gegner viel mehr, der über weite Strecken in sehr guter Verfassung war und die Vielzahl an Ballbesitz, Aktionen und guten Chancen hatte, und doch mit leeren Händen nach Hause fahren musste (zugleich damit die leichte Neigung pro Chemnitz verderbend).

Vom Gefühl her eher Darmstadt, mit einem X oder einer 2. Aber auch gegen Unterhaching zu spielen, hat sich nicht bewährt und eigentlich war man ja lange gegen Darmstadt. Neigung klar, X oder 2, aber kein richtiger Tipp. Das passt einfach nicht.

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Alemannia Aachen – Arminia Bielefeld    (Entfernung : 259 km)

Die Partien mit Beteiligung der Alemannia werden generell nicht mehr getippt, also ein Pass, ohne weiter nachdenken zu müssen, was hier so passieren könnte. Finger weg, das war es.

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SV Babelsberg 03 – FC Chemnitz    (Entfernung : 281 km)

Babelsberg bereitet einem richtigen Kummer. Sie sind doch innerhalb der Liga als das wohl schwächste Team ausgemacht, punkten aber regelmäßig und falls dieser Ausdruck irgendwo eine Relevanz hat, dann an dieser Stelle: dreckige Siege, und immer wieder mit diesem so öden 1:0. Nein, dieser Fußball macht keinen Spaß, die Taktik schon gar nicht und, da man sich eigentlich grundsätzlich scheut, mit diesem Begriff „dreckig“ etwas anfangen zu wollen, übersetzt man ihn in den Jargon der vermeintlich Ahnungslosen, die einfach nicht verstehen, wie Fußball funktioniert und dass das Spiel ein Ergebnisspiel ist und nichts anderes als das Ergebnis zählt, und verwendet bevorzugt den Begriff „glücklich“. Sie haben einfach so gut wie alle ihre Punkte glücklich eingefahren. Substanz ist da, in Form von defensiver Kompaktheit und physischer Stärke, sowie der Intelligenz, zu begreifen, dass der Gegner IMMER die bessere Mannschaft ist und man insofern getrost alle Mann vor der Torlinie platzieren kann, wenn es denn Erfolg bringt. Nun, genug gehackt auf Babelsberg. Mögen die zukünftigen Ergebnisse nur möglichst bald diese Einstufung bestätigen!

Auf der anderen Seite das Chemnitz, welches ziemlich frustriert von dem 3:4 aus Unterhaching nach Hause fahren musste, ohne auch nur ansatzweise den gerechten Lohn für die wirklich sehr guten Bemühungen eingestrichen zu haben. Chemnitz hat also überzeugt, nicht nur in dieser Partie, aber Pech gehabt, die andern spielen schwach und gewinnen. Falls es also eine Gerechtigkeit gibt, dann wird Chemnitz, auch eingedenk der Derbytendenz — aus Babelsberg kommen wenige, aus Chemnitz sicher viele — diese Partie für sich entscheiden. Eine 2, mit vielleicht 6/10.

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Borussia Dortmund II – VfL Osnabrück    (Entfernung : 122 km)

Auch hier wird das Stadion fest von Osnabrücker Fans in Beschlag genommen werden, auch hier überwiegt das Phänomen „Derby“, in dem Sinne aber, dass NUR die einen Unterstützung haben werden (Dortmund hat allenfalls ein paar eingeweihte Beobachter, die ihren Fanatismus  gegen Sachverstand eingetauscht haben, sowie ein paar Talentscouts, die sich fleißig Notizen machen, welcher dieser Nachwuchscracks denn in ihr Konzept passen könnte, aber garantiert nicht jubeln), fraglich auch, ob die Verletzten Spieler wieder dabei sein können, aber eine Rotsperre gibt es ohnehin, so dass auch hier eine weit schweifende Analyse entfallen kann, da sie eh immer nur auf das eine hinauslaufen kann: Osnabrück gewinnt diese Partie. Eine 2. Mit 8/10 (weil sich Dortmund hier und da doch Respekt verschafft hat „nur“ 8).

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Rot Weiß Erfurt – SV Wehen/Wiesbaden    (Entfernung : 282 km)

Diese Partie kann man ziemlich getrost als „ideal“ bezeichnen. Der Wettmarkt geht noch immer von einem sehr gehobenen Niveau im Kader der Heimmannschaft aus, der ja nur so viel wert ist, wie die Leistungen auf dem Platz, und diese entsprechen nicht der Grundeinschätzung. Ansätze hier oder da, ja, hat man sehen können. Absteigen? Auf keinen Fall. Obere Tabellenhälfte? So gut wie ausgeschlossen. Dafür haben viel zu viele Mannschaften gezeigt, dass sie dorthin gehören und nicht Erfurt. Es ist eine Illusion, dass sie besser sind als andere, und ein Morabit alleine (der längst nicht mehr so gut aussah zuletzt wie damals, bei dem 3:2 gegen Chemnitz) genügt nicht.

Auf der anderen Seite steht ein SV Wehen, der mit dem 0:4 in Karlsruhe viel zu hoch geschlagen wurde (wobei dies bei einem entfesselten KSC, der, sobald sich die Räume bieten, vielleicht wirklich die beste Offensive hat, vor allem mit Calhanoglu als Ideengeber, immer für ein paar Tore gut ist, jedem passieren könnte; damit zählt es bereits viel weniger; abgesehen davon war die Partie bis zum 2:0 offen und jenes 2:0 kam unter äußerst kuriosen Umständen zustande; man lese die Nachbetrachtung des letzten Spieltages), und der dort eigentlich gut aufgetreten ist und die Form der vorherigen Spiele bestätigen konnte. Noch immer ist Wehen, trotz einer absolut deprimierenden Saison, vor allem, durch die unfassbaren 13 Unentschieden, viele davon aus einer 2:0 Führung, 3 Punkte UND 10 Tore besser in der Tabelle, und Erfurt könnte auch nur in Anspruch nehmen, eine sehr schlechte Saison zu haben, aber nicht, wie es Wehen könnte, Pech gehabt zu haben. Das ist bei Erfurt nämlich gar nicht zu entdeckten.

Also, zusammengefasst ist klar, dass man hier Wehen nehmen muss. Auch bitte nur mit 8/10, aus einem gewissen Respekt heraus, der Erfurt vielleicht doch gebührt, und der Erkenntnis, dass man vielleicht Wehen ein bisschen zu hoch eingestuft hatte vorab. Aber 8 sind ja auch schon was?! X oder 2 natürlich.

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Karlsruher SC – 1.FC Heidenheim    (Entfernung : 161 km)

Heidenheim also zuletzt in der Form, die man ihnen zugestanden hat und die sie zu einem echten Contender für die Aufstiegsränge macht, das sehr wohl. Das 3:0 gegen Saarbrücken war wirklich ein Saison Highlight, und das nachgelegte 1:0 in Offenbach eine gute Leistung, aber keine überragende (Offenbach in Hälfte 2 am Ausgleich dran, der auch verdient gewesen wäre).

Nur: auf wen trifft man hier? Da steht der KSC, der nun endgültig alle Fesseln abgelegt hat, den Fußball in dieser Spielklasse — der sich nur in Nuancen von jenem eine Klasse höher unterscheidet — verstanden zu haben, vor allem, ihn angenommen zu haben, und dennoch das wertvollste, herausragende Gut in die Waagschale geworfen zu haben: das ist die spielerische Klasse. Natürlich muss sie gepaart sein mit Torgefahr, also mit Leuten die den Abschluss suchen und das Tor treffen. Jedoch sind die reihenweise vorhanden und auch der Ideengeber, wohl so gut wie sicher, das jetzt schon absehbar, DER SPIELER DER SAISON, Hakan Calhanoglu, glänzt nicht nur mit Vorlagen und Standards, sondern trifft auch das Tor, wenn es denn mal gefragt ist. Eine Art Luis Figo, möchte man, natürlich vornehmlich, um den Spielertyp zu beschreiben, in gewisser Anmaßung vergleichen. 13:2 Tore aus den letzten 6 Spielen, wobei da so schwere Partien wie gegen Münster, Rostock und Chemnitz, auch Wehen, darunter waren, nein, der KSC ist DIE Mannschaft der Stunde, aber selbst das wäre das falsche Urteil, da sie nämlich diese Stunde ziemlich lange hinziehen können. Sie sind die Besten, so ist es einfach.

Selbst wenn da ein bisschen „Derby“ drauf steht (eines ohne jede Tradition, und auch Heidenheim Fans nicht unbedingt populär für ihre Reisefreudigkeit), und selbst wenn man fast die ganze Saison an Heidenheim glaubte — und diesen Glauben auch nach der Partie sofort wieder aufnehmen wird –, in dieser Partie kann es nur einen Sieger geben. Die Lücke nach ganz vorne ist noch nicht einmal geschlossen, aber der Tag wird kommen, es fehlen nur zwei Punkte. Dies bedeutet sogar zusätzliche Motivation, da ein einzige Wackler der Konkurrenz schon genügen wird, aufgrund des insgesamt überragenden Torverhältnisses (29-11, bereits jetzt klar das beste der Liga), um unter die ersten drei zu gelangen. KSC, KSC, KSC, und das 10 Mal. 10/10 auf Sieg, die 1.

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Preußen Münster – Wacker Burghausen    (Entfernung : 763 km)

Auch diese Partie nahe an ideal. Münster hat den Frust dieser 0:1 Niederlage in Babelsberg zu verdauen, das stimmt schon, nur werden sie vor eigenem Publikum sehr schnell dazu in der Lage sein, eine Trotzreaktion wäre keine ungewöhnliche, im Gegenteil, eine zu erwartende. Die Qualität ist da, das sah man auch über weite Strecken in Babelsberg, beim im Wesentlichen auf Zerstören ausgerichteten Gegner. Sicher wird dieser oder jener reguläre Starter der letzten Partie fehlen (Matthew Taylor, als Beispiel), aber gerade bei Münster wurde ja auf Ausgeglichenheit und Breite des Kaders verstärkt hingewiesen.

Auf der anderen Seite steht ein Burghausen, welches über weite Strecken gut gefallen konnte, das stimmt schon, und dem man vor zwei Wochen eine wahre Gala bescheinigte. Das Problem daran nur: wer war damals der Gegner? Genau, jenes Babelsberg, was sich schon so lange eine richtige Abreibung verdient hatte. Und da stand am Ende ein 3:1 für Burghausen. Also: von Kantersieg keine Rede, nur toll halt, dass man Babelsberg endlich mal 3 Stück einschenken konnte. Auch hier gilt aber, was weise Trainer schon längst erkannt haben und so auch zum Ausdruck bringen: man muss ab und an auch mal das Glück haben, in Führung zu gehen. Danach entwickelt sich nämlich ein völlig anderes Spiel. Der Gegner muss, man selbst kann — und die Räume werden irgendwann da sein. Burghausen hatte also das Glück, und Babelsberg lag einmal zurück. Da wussten sie natürlich nicht, wohin mit ihrer Veranlagung, Der Gegner wäre nämlich mit dem Spiel der reinen Zerstörung sofort einverstanden: „Ihr macht keinen, wir machen keinen, dann können wir uns ja auf 1:0 einigen.“ Da hat Burghausen also die Räume genutzt, hat drei Treffer erzielt, teils sehr schöne, aber in Halbzeit 2 schon wieder aufgehört.

Überhaupt steht Burghausen weiterhin etwas zu gut da und die letzte Leistung viel eher repräsentativ: beim 0:3 in Bielefeld konnte man sehr gut erkennen, wo diese Grenzen sind: nämlich allerspätestens vor den Aufstiegsrängen. Dies gilt für den heutigen Gegner auf keinen Fall, immerhin steht man ja, trotz (unglücklicher) Niederlage noch immer über dem Strich, der einen direkten Fahrstuhlplatz in Liga 2 verspricht.

Münster gewinnt diese Partie. Eine 1. Damit man nicht immer 8/10 sagt, heißt es hier: 10/10. Nur Mut.

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Kickers Offenbach – Hallescher FC    (Entfernung : 404 km)

Dafür hat man in dieser Partie wohlige Ruhe. Es passt nicht. Beide grad außer Tritt, bei Offenbach weiß man eh nicht, was sie mit dieser Saison anfangen wollen, für ganz nach oben dürfte es einfach nicht mehr reichen, und Halle wird nur noch durchgereicht. Das 0:5 in Saarbrücken zuletzt kam einer Vorführung gleich, in der Abwehr sah es gefährlich nach Auflösungserscheinungen aus. Der Markt reagiert aber erfahrungsgemäß auch auf 0:5 Klatschen so: die können es ja gar nicht.

Die Neigung wäre also pro Offenbach, weil man bei ihnen in Hälfte 2 beim 0:1 gegen Heidenheim mindestens das Bemühen erkennen konnte. Der Preis wird aber nicht ausreichen, um einen Tipp zu rechtfertigen. 0/10 auf Offenbach, wenn man so will.

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1.FC Saarbrücken – VfB Stuttgart II    (Entfernung : 222 km)

Hier das umgekehrte Phänomen. Der Markt in etwa so: „Saarbrücken? Ja, die kenn ich. Was? 5:0 haben die gewonnen? Dann sind sie ja bestimmt bald wieder in der Bundesliga.“ Da gibt es also eine Überreaktion. Nicht etwa, dass sie schlecht waren und auch nicht, dass man nicht gesehen hätte, dass sie ein paar schicke Tore gemacht haben. Nur war die gegnerische Abwehr irgendwann gar nicht mehr zu sehen, kein Aufbäumen, kein Kampfgeist, die wurden einfach überlaufen. Tore schießen leicht gemacht und, man entsinne sich, das 1:0 fiel bereits nach 4 Minuten, womit der veränderte Spielverlauf (siehe oben, beim Kommentar zur Partie Münster – Burghausen) bereits begann: der Gegner muss kommen, die Räume sind da. Und: wie waren die Partien von Saarbrücken vorher? Drei Spiele ohne Sieg, bei 3:8 Toren, und zu dem 3:3 gegen Wehen kam man eher wie die Jungfrau zum Kinde, nämlich, weil es gegen Wehen  jeder schafft, zwei Tore aufzuholen. Also: wie man hört, schießen die Preußen nicht so arg schnell und auch einzelne Schwalben verheißen längst noch keinen Sommer: Saarbrücken ist längst keine Mannschaft aus dem soliden Mittelfeld (trotz des 5:0 stehen da 28-32 Tore und 7 Siegen gegenüber 9 Niederlagen sind längst nicht positiv).

Auf wen trifft man nun? Nennen wir mal ein Beispiel: Stuttgart II hat die letzen fünf Auswärtsspiele nicht verloren. Drei Siege, zwei Remis. In den letzten sechs Partie haben sie 13 Tore erzielt. Das sind genau so viele wie die wild gewordenen Karlsruher im gleichen Zeitraum. Soufian Benyamina trifft jede Woche. Der Fußball ist Herz erfrischend. Er ist munter nach vorne ausgerichtet, man spielt einfach Fußball, ohne je übertrieben Augenmerk auf Abwehr oder Ergebnisverwaltung zu richten. Keine Angst zu verlieren, mal schauen, was wir nach vorne ausrichten können. Und, gut möglich, dass wir leichter entdeckt werden, wenn wir im Angriff sind als wenn wir ein Tackling gewinnen. abgesehen von der Verletzungsgefahr im Zweikampf. Fußball SPIELEN. Das tun sie, und eigentlich macht es richtig Spaß, da zuzuschauen — wenn da nicht immer diese blöde „II“ hinter dem Vereinsnamen stehen würde, und wenn man doch wüsste, dass es ein ehrlicher Wettkampf, mit Abstieg UND mit Aufstieg wäre.

Also, genug geschwafelt: Stuttgart nimmt hier etwas mit. X oder 2. Aber bitte, da es eine Zweite ist, nur 3/10.

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Stuttgarter Kickers – Hansa Rostock    (Entfernung : 819 km)

Eigentlich sogar das beste Spiel von allen. Guido Buchwald, Sportchef und eigens installierter Interimscoach, hat nach dem 1:1 ziemlich nett und kompetent, aber doch daher geschwafelt. Die Leistung war beim glücklichen 1:1 gegen Schlusslicht Darmstadt nämlich gar nichts. Was darauf hindeuten soll, dass es ausgerechnet hier und heute besser wird? Genau so viel. Nämlich gar nichts. „Wir haben das Spiel breit gemacht.“ meint er. Aha, ja, gut. Und wo blieben die Torchancen? Wo kamen nur die ganzen Pfiffe her? Und, hörte man da nicht längst ein „Buchwald raus“? Er schmeißt den Trainer, setzt sich selbst auf die Bank, und dann so eine Partie, gegen einen Abstiegskonkurrenten? „Wir haben drei Punkte zu wenig.“ Ach so? Na, die hätte man ja leicht aufholen können. Nur: warum musste bei einem so geringen Defizit denn der Trainer gehen? Da müsste er doch selbst merken, dass in der Logik etwas hapert. „In Ruhe die Lage analysieren.“ Ja, dazu gibt es Gelegenheit in der Sommerpause, bei der Vorbereitung auf die Regionalliga Saison. „Wir sind Aufsteiger und es war klar, dass wir…“ Ja, es war klar, Aber irgendwie doch nicht, sonst fliegt doch keiner? Nein, Diego, bei der WM 90 warst du wirklich klasse. Als Sportchef? Hmmm…

Auf der anderen Seite Hansa Rostock. Ja, was fängt man mit denen an? Sie haben nur einen Punkt aus drei Spielen. Das stimmt. Aber gerade da haben einem die Leistungen durchaus gefallen. Gegen den KSC hat man 0:3 verloren, ja. Aber: in Hälfte 1 war man sogar leicht besser (0:0 endete sie), zu Hälfte 2 wechselte der Trainer offensiv, mutig, erkennend, dass heute ein Sieg drin wäre, dann gab es das 0:1 aus einem Standard, kurz darauf die strittige Rote Karte (man lese den damaligen Bericht). Rostock war stark, hat aber (dann klar, mit 10 gegen 11) verloren.
Auch beim 1:1 in Erfurt zeigte man gegen Ende, dass man sich sehr wohl in der Favoritenrolle sieht und stand kurz vor dem Siegtreffer, war insgesamt auch da stark.

Die Tendenz also sonnenklar: Rostock kann die Partie kaum verlieren, jedenfalls unmöglich Außenseiter sein. Sie holen etwas, mit 10/10, auf X oder 2.

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Vorschau Österreich tipp 3 Bundesliga, 18. Spieltag

Wolfsberger AC – Wacker Innsbruck    (Entfernung : 403 km)

Nach den gezeigten Leistungen von zuletzt könnte man hier nur sehr dringend die Gäste empfehlen. Diese letzte Niederlage war ein Witz, und es war nicht die erste dieser Bauart (0:1 gegen Sturm). Ob der Schiri nun mit Schuld war oder nicht (sicher hat er IMMER die Chance, so einzugreifen, dass es für diesen oder jenen günstig ausgeht): es war total unverdient. Überhaupt ist die Defensive, die als einziger echter Schwachpunkt ausgemacht war, längst hinlänglich stabilisiert („nur“ noch 7 Gegentore in den letzten 6 Partien, seit Roland Kirchler also, und darunter waren als Gegner die 1 und 2, Austria und Salzburg, und das letzte Tor kassierte man in der Nachspielzeit, ohne viel zugelassen zu haben, aus dem Nichts). Vorne sieht es eh meist ziemlich gut aus, selbst wenn es nicht so oft von Erfolg gekrönt war. Aber auch hierfür gibt es einen Grund: es war nämlich Pech.

Wolfsberg hat man zwar selbst ab und an gestützt, aber so richtig überzeugen konnten sie gar nicht mehr in letzter Zeit. Die Bilanzen eh nur im besten Falle „durchwachsen“ (auf 7 Spiele einen Sieg, 3 Remis, 3 verloren), und auch spielerisch sieht man nicht mehr so viel. Alltag in Wolfsberg, in der Liga angekommen, ja, unten angesiedelt, das auch. Platz 6 bei -2 Toren und -2 Spielen (gesamt 5–5–7) sind absolut ok, aber man gehört auch kein bisschen besser. Innsbruck hat beispielsweise auf diese Mannschaft 8 Punkte Rückstand, also selbst da könnte man kaum von „uneinholbar“ sprechen.

Der Fall klar: Innsbruck, also X oder 2 spielen, mit etwa 6/10.

Auf Wackers homepage ist — mit einigem Recht — von der besten Saisonleistung im Spiel gegen Sturm vor Wochenfrist die Rede. Vielleicht hat man dort zwar das ebenso tragische 0:1 gegen Wolfsberg (jenes mit dem Torschussrekord) vergessen, aber das beste oder zweitbeste spielt kaum eine Rolle: sie waren richtig gut. Es heißt dort „eher wie ein Titelkandidat als wie ein Abstiegskandidat; so hat man es persönlich auch gesehen. Die Fülle der bedenklichen Schiedsrichterentscheidungen übrigens in der Liste noch um einiges länger als beim Nachbericht angeführt: es war Haar sträubend, das Ergebnis, und Himmel schreiend ungerecht, nicht nur aufgrund von Chancenverteilung und Spielanteilen, sondern auch insbesondere eingedenk der Schiedsrichterentscheidungen.Kein Wunder, dass die Fans sich nicht zurückhalten konnten. Man spürt als solcher, dass der Schiedsrichter im Prinzip machen kann, was er will, während man selbst, sobald man sich nur regt oder schimpft, direkt als parteiisch und als schlechter Verlierer eingestuft wird, egal, wie recht man hat. Das schürt irgendwie die Aggressionen noch.

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SV Mattersburg – Admira/Wacker Wien    (Entfernung : 72 km)

Hier hat man als Vorberichter schnell Feierabend: die maximal Erfolglosen treffen aufeinander, beide mit keinem Sieg in den letzten 6, Mattersburg sogar keinem in 11, und doch haben sie gerade zuletzt ansprechend gespielt beim 1:3 bei der Austria und hätten eigentlich sogar nicht einmal verlieren sollen. Admira kann auch nicht mehr gewinnen, so sehr man sie einstens auch mochte.
Diese Partie hier total ausgeglichen, es bleibt nur ein Pass.

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Rapid Wien – SV Ried    (Entfernung : 243 km)

Ried richtig heiß gelaufen beim 3:1 gegen die Bullen, und hat damit eindrucksvoll den ihnen zugestandenen 5. Rang eingenommen. In dieser Verfassung möchte man nicht gegen sie antreten müssen, da war zu viel, was auf Qualität schließen ließ. Aber auch Rapid zuletzt wieder in der Erfolgsspur, selbst wenn die Siege weiterhin jegliche Lockerheit vermissen lassen, was aber wiederum nicht verwundert, wenn man auf die schweren Zeiten zurückblickt, in denen gar nichts lief. Mit Kapitän Hofmann wieder an Bord, dürfte der Weg doch wieder nach oben gehen (obwohl die höheren Ränge ja gut blockiert sind von Salzburg und der Austria).

Auch hier bleibt nur das Pass.

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Sturm Graz – SC Wiener Neustadt    (Entfernung : 144 km)

Sturm ist zwar — inclusive dem Dienstags Nachholspiel gegen Wolfsberg, welches in Klagenfurt vor 11.300 Zuschauern ausgetragen wurde und aus Sturms Sicht nur 1:1 endete — nun zwar seit 7 Partien ungeschlagen, hat aber, gerade in den letzten beiden Spielen alles andere als berauschen können. Das 1:0 in Innsbruck fiel in der Nachspielzeit und war völlig unverdient, und auch das 1:1 gegen Wolfsberg, durch den Austragungsort Klagenfurt sogar ein reines Derby, war nicht wirklich gut, sah eher die nominellen Gastgeber dem Sieg etwas näher, so dass man  keine besondere Neigung verspürt, die Mannschaft jetzt zu stützen. Da die Wiener Neustädter nun, nach vier Niederlagen in Serie, endlich einmal wieder einen Sieg einfuhren, beim 2:1 gegen den gleichen Gegner, den Sturm drei Tage später antraf, nämlich gegen Wolfsberg, und diesen völlig verdient, so dass in dieser Partie auch nur ein Pass bleibt. Keine Wette, keine Neigung, doch natürlich erkennend, dass Sturm als klarer Favorit in die Partie geht.

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Red Bull Salzburg – Austria Wien    (Entfernung : 295 km)

Mal wieder die typische Partie, wie sie auch in der Schweiz ansteht und vor Wochen ebendort ausgetragen wurde: der eigentlich immer klare Meisterschaftsfavorit — hier Salzburg, dort Basel — bekommt im eigenen Stadion die Gelegenheit, die Verhältnisse zurecht zu rücken. Hier würde der Punkteabstand bei Sieg Salzburg von 5 auf 3 schrumpfen, also innerhalb die direkte Schlagdistanz rücken, was jedenfalls nicht nur ein erstrebenswertes Ziel wäre, sondern zugleich automatisch, aufgrund weiterer anstehender direkter Duelle, bedeutet, dass man es selbst in der Hand hat.

Aber, wie auch in der Schweiz angemerkt, gilt auch hier: jedes derartige Duell ist höchst individuell zu betrachten. In welcher Verfassung sind die Teams derzeit? Es war ein krasser Irrtum, anzunehmen, dass Soriano ersetzbar ist. Harvard Nielsen kam rein, Harvard Nielsen ist talentiert, Harvard Nielsen ist eifrig, Harvard Nielsen war bemüht, machte einigen Wirbel. Aber: es fehlen ihm noch einige Jahre an Erfahrung, um auch nur annähernd in die Fußstapfen zu treten. Er ist auch ein anderer Spielertyp, davon mal ganz abgesehen. Also: Soriano wird schmerzlich vermisst. Da er ausfällt, ist Salzburg bereits erheblich geschwächt. Zugleich war aber die Teamleistung insgesamt beim 1:3 in Ried sehr mäßig, und dieser kleine Einbruch hatte sich beim 2:0 zuvor gegen Innsbruck bereits angekündigt. Bedeutet: man möchte sie nicht unbedingt haben.

Austria Wien eilt zwar weiter von Sieg zu Sieg, und sie haben mit Sicherheit das Potenzial und auch ligaweit die Anerkennung, auch aufgrund vergangener Erfolge, dem Meister Paroli bieten zu können. Phillip Hosiner in der Form seines Lebens, mit 17 Treffern inzwischen in der Torjägerliste weit enteilt, hat damit bereits das Interesse von größeren Clubs geweckt (Ajax soll sich seine Dienste bald sichern wollen), nur war ausgerechnet das 3:1 gegen Mattersburg eine der schwächsten Saisonleistungen. Dies schmeckt so wenig, dass man sie auch nicht unbedingt nehmen möchte.

Zugestanden sei beiden Teams, dass die Generalprobe so dünn ausfiel, weil man bereits auf das anstehende Spitzenspiel fokussiert war. Dennoch schmeckt die Partie unter den gegeben Bedienungen nicht wirklich. Für beide hat man gut argumentiert in der Vergangenheit, und mit Sicherheit den einen oder anderen guten Erfolg damit erzielt, so dass auch hier keine Entscheidung zu finden ist.

Wenn man dennoch gezwungen ist, etwas zu sagen, dann eher, dass Austria besser gerüstet scheint. Sie könnten das Spiel ungeschlagen überstehen. so der äußerst vorsichtige Tipp.

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Vorschau Heute für Morgen 1. Liga Österreich, 19. Spieltag

Austria Lustenau – SV Kapfenberg    (Entfernung : 570 km)

Nix zu machen in der Partie. Austria Lustenau hat zurückgefunden zu „winning ways“, nur können sie weiterhin nicht wirklich überzeugen. Irgendwie bleibt das Gefühl, dass die Überlegenheit im Tabellenbild noch einmal abklingen könnte. Sie sind gut, sie sind teils sogar souverän, aber richtig umhauen können sie einen nicht mit dem Stil. Es dürfte reichen, ja, für Platz 1, da sich von der  Konkurrenz ebenfalls niemand so wirklich aufdrängt, aber doch fehlt einem irgendwie das Spaßelement, die richtige Begeisterung, das Mitreißende.

Kpafenberg auf der anderen Seite hat sich zur Antimannschaft entwickelt. Die Zuschauer wollen eh kaum was mit dem Absteiger zu tun haben, der Trainer ist längst nicht mehr (Thomas von Heesen, an den man irgendwie hier glaubte), mit dem neuen (Klaus Schmidt, war nur 2007/2008 mal kurz für Austria Kärnten als Trainer tätig, ansonsten meist Co-Trainer, ohne besondere Referenzen) wurde zwar ein Sieg eingefahren, beim 2:0 gegen Grödig, aber danach direkt wieder verloren (1:2 in Altach), also Wunderdinge sind nicht zu erwarten und der Kader gibt wohl einfach nicht viel mehr her, sicher im Gegensatz zu den Vorabeinstufungen, wo aber gerade Absteiger oftmals viel zu gut abschneiden.

Natürlich gibt es einen klaren Favoriten, nur kann man ihn sicher für den gebotenen Preis nicht spielen, und möchte es auch gar nicht. Genauso wenig aber könnte man dem Außenseiter aber etwas zutrauen, da so gut wie völlig — seit Wochen jedenfalls — die überzeugenden Auftritte fehlen: ergibt in der Summe: ein Pass.

Zusatzinfo: trotz Rasenheizung im Stadion läuft ab Donnerstagnachmittag eine Schneeräumaktion, da der Platz dennoch mit dickem, schwerem Schnee überzogen ist. Bis zum Spiel sollte er allerdings gut bespielbar sein, so natürlich die Idee.
Mit Joachim Standfest (32, heute Rechter Verteidiger, früher Angreifer, einst Nationalspieler und noch lange nicht zu alt) dürfte beim KSV ein schmerzlicher Ausfall sein, es fehlen weitere drei Spieler, auch Burgstaller, 32, IV, wichtig, sowie der Rot gesperrte Ralph Spirk (26, DM), weiterhin Elsneg (22, Halbstürmer) und Schönberger (26, IV). Erzeugt die Neigung PRO A. Lustenau.

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Blau Weiß Linz – TSV Hartberg    (Entfernung : 288 km)

Tja, in dieser Partie muss man einfach tätig werden. Hier ist es der TSV Hartberg, der die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Begründung? Beide mit klaren Niederlagen zuletzt, Linz mit 0:3 in Grödig, Hartberg mit 1:4 in St.Pölten, also von daher eine sehr ähnliche Ausgangslage, da auch die Gegner in ähnlichen Tabellenregionen schweben. Nur: Hartberg war deutlich näher dran, etwas mitzunehmen, denn nach dem 1:3 hatte man mindestens zwei gute Chancen, auf 2:3 zu stellen und wer weiß?!  Linz mit gar nichts in Grödig. Auch davor die Leistungen von Hartberg beinahe überzeugend, aber auch mit Punktausbeuten: zwei Mal 0:0 davor, und noch davor zwei Siege. Bei Linz hingegen sind die Anzeichen der Besserung meist auf eine einzige gute Leistung aufgebaut — und schnell wieder verfolgen (hier war es das 3:0 vor vier Spieltagen gegen Horn, aber man schaue, was derzeit mit Horn geschieht).

Ach ja: BW Linz hat TATSÄCHLICH Eddie Stöhr als neuen Trainer installiert. Dies wird jedoch keinesfalls als gutes Indiz gewertet — man zieht die Reißleine, wie es so schön heißt, hofft auf Wunder, aber wahrhaft beschäftigt man sich wohl kaum mit der Qualität im Kader, geschweige denn mit den Auftritten selbst, sondern wertet ausschließlich nach Ergebnissen. Eine Weltsicht, mit der man, gerade, wenn auf professionelles Spielen und damit auf Objektivität angewiesen, nicht das geringste zu tun hat und haben möchte, von daher begegnet man ihr nicht nur mit Skepsis sondern sogar mit Konfrontation, die da lautet: „Ihr irrt euch.“ Also: kein gutes Zeichen, eher ein weitere Gegenanzeige, aber ruhig auch neutral aufzufassen, halt nur als Info (insbesondere war gerade bei BW Linz nichts von „Spielen gegen den Trainer zu beobachten; anders als beim FC Zürich, beispielsweise)

So ist der Fall hier ganz klar: Hartberg holt etwas. X oder 2. Mit 7/10.

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SV Horn – SC Rheindorf Altach    (Entfernung : 628 km)

Nun gut, ja, der SV Horn, wie weiter oben angemerkt — und nun unmöglich zu korrigieren — im ziemlich freien Fall.  Vier Spiele ohne Sieg, nur zwei Punkte. Nur: gerade die Partie gegen den FC Lustenau könnte einem Mut machen, denn bei diesem 2:2 gab es nicht nur endlich wieder einmal ein paar Tore in einer wirklich guten Partie (davor drei Mal torlos), nein, es war sehr viel spielerische Klasse zu beobachten, mit haufenweise Chancen — selbst wenn es auf beiden Seiten welche gab. Immerhin darf man auch erwähnen, dass sich im Schnitt über 1.600 im beschaulichen Horn im Stadion einfinden, was schon eine kleine Anerkennung für gute Unterhaltung und Leistung ist (Horn selbst hat nur 6.548 Einwohner, da wäre jeder vierte regelmäßig im Stadion). Zu Saisonbeginn hat man oftmals den sinnvoll ergänzten Kader angeführt. Unter anderem spielt dort auch ein Brasilianer, mit Cleiton Mineiro.

Warum hat man nun hier die Argumentation in diese erkennbare Richtung aufgenommen? Ganz einfach: jeder, der was auf sich hält am Wettmarkt, schein sich sicher zu sein, sein überlegenes Wissen (was es dadurch, dass es JEDEN betrifft, natürlich längst nicht mehr ist), in Bargeld ummünzen zu können. Das Sonderwissen? Altach ist stark, Altach kommt noch, Altach startet bald durch. Und: sobald ein Sieg erfolgt, ist es etwa, wie, wenn man von einer Hausfrau einen heißen Aktientipp bekommt: DIE darf man dann wirklich nicht mehr kaufen, weil sie garantiert zu hoch gehandelt wird (so war es vor einigen Jahren VOR dem großen Crash: da meinte jeder, einen Weg zu wissen zum reich werden; die Folgen bekannt). Altach hat gewonnen, jawohl. Altach hat sogar drei von vier Spielen gewonnen, Auch richtig. Aber: wann haben sie wirklich überzeugt? Letzte Woche gab es ein 2:1 (! „nur“ ein 2:1) gegen Krisenmeister Kapfenberg, und das auch noch gegen ein ab Minute 1 um einen Mann reduzierten Gegner, im eigenen Stadion, und es war ziemlich eng. Alles andere also als ein Spielrausch oder ein Frust von der Seele schießen. Schweiß abwischen, die haben wir gepackt, weiter geht es, das viel eher das Motto.  Davor ein 0:0 in Hartberg, wo eher der Gegner näher dran war.  Auch beim 1:0 in Lustenau beim FC war eher der Gegner die bessere Mannschaft (damals hatte Altach unter der Woche 120 Pokalminuten gegen Rapid aufopferungsvoll, aber vergebens, gekämpft, das als Entschuldigung), so bleibt im besten Fall das 3:0 gegen Beinahe-Prügelknabe First Vienna, und selbst da war es bestenfalls eine „workmanlike“ performance. Die Glanzlichter blieben also völlig aus, das muss man einfach konstatieren. Klar aber auch, dass man, wenn es in einer Saison mal nicht so gut läuft (wie in der langen Phase davor), man zunächst auf Ergebnisse aus ist und das Ausspielen der spielerischen Klasse etwas auf sich warten lassen kann, aber eben: noch wartet man drauf. Ist es überhaupt vorhanden? Ein Aigner im Sturm ist viel eher ein Einzelkämpfer, der den Abschluss sucht, als dass er sich am Kombinationsspiel beteiligt. Louis Mahop ist längst als „Chancentod“ verschrien (4 Tore in 15 Spielen). Kleine Extraanmerkung: die Paarung lautet ja, wenn man auf den Wettmarkt hört, sozusagen David gegen Goliath. Und tatsächlich: Goliath liegt in der Tabelle vorne. Ganze 5 Punkte…

Also: genug Argumente PRO Horn und CONTRA Altach aufgezählt: wohl wissend, dass es eine gewagte Angelegenheit ist, und somit mit nur 3/10 supported: Horn verliert nicht. 1 oder X.

Zusatzinfo: leichter Schock für Altach: Riesensupertalent und Nachwuchshoffnung Felipe Dorta, Brasilianer, Mittelstürmer, 16 Jahre alt, aber bereits 132 Minuten im Einsatz diese Saison, hat sich am Donnerstag schwer verletzt. Die erste Diagnose: Kreuzbandriss, womit er bis Juni ausfiele. Wirklich sehr bitter.

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SKN St.Pölten – First Vienna    (Entfernung : 64 km)

Hier sieht es nun ein ganz klein wenig anders aus als bei Austria Lustenau: a) der Gegner ist doch deutlich schwächer, und b) St.Pölten trifft zuverlässig, und das sogar ohne Segovia (der doch wohl wieder fit sein sollte?). Selbst wenn es zuletzt nur die Standards waren: diese haben eine große Bedeutung bekommen und wenn man sie gut kann, hat man einfach diesen Vorteil. Und: Tor ist Tor, egal, wie gefallen. Gerade im eigenen Stadion steht man mit der Bilanz von 8–0–1 herausragend da, bei 25 erzielten Treffern. First Vienna mag ja durchaus einige Gegenwehr zu leisten gegen den drohenden Abstieg (sie, wer sonst, gehörte auf den letzten Platz im Ranking?), hat zuletzt zu Hause auch insgesamt drei Mal in Folge gewonnen — gegen Mannschaften von unten, mit Horn, Kapfenberg und Hartberg, aber immerhin –, nur setzt es auswärts Klatsche auf Klatsche, meist ohne eigenes Tor (in vier Spielen vier Niederlage, bei 1:10 Toren).

Die Derbytendenz ziemlich unbedeutend, da die Vienna nicht so viele folgsame Enthusiasten zu bieten hat, hier wird St.Pölten mit einigen Treffern zum Sieg kommen. Eine 1, sogar im Handicap, mit 5/10.

Übrigens: die Heimstärke kommt nicht ganz von Ungefähr: in der neuen Arena haben sich im Schnitt in dieser Saison zu den meist mitreißenden Heimspielen (4 Tore im Schnitt pro Spiel) 3.524 Zuschauer pro Partie, was einem Anstieg von 161.5 % entspricht. Nur bei A.Lustenau kamen mehr.  (Laut bundesliga.at liegt der Schnitt zwar identisch, der Anstieg aber bei „nur“ 149%).
Auf die Zuschauer kann man also garantiert wieder zählen.
Laut Transfermarkt ist Segovia übrigens seit dem 22.11. wieder fit. Es dürfte wohl für einen Startplatz reichen.
Bei der Vienna fehlen ein paar Spieler, unter anderem der unverzichtbare Ernst Dospel (36, Abwehr, meist innen). 19 Länderspiele hat er auf dem Buckel — das spricht schon für Qualität. Er hatte schon aufgehört, war Spielertrainer in der Regionalliga, hat aber noch einmal einen Vertrag unterschrieben.

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SV Grödig – FC Lustenau    (Entfernung : 340 km)

Bereits beim Klang der Paarung möchte man nicht mehr all zu viel nachdenken müssen: es kann nicht schmecken. Zu gut hat der FC Lustenau gespielt, als dass man gegen ihn antreten möchte (ein achtbarer Rang 5, mit 7–4–7, aber +2 Toren). Auch die beiden Niederlagen gegen die Spitzenteams Austria Lustenau  SCR Altach waren in Partien, wo man mindestens gleichwertig war. Aber auf ihn?

Dazu muss man den Gegner betrachten: nach der Bekehrung des Grödig Trainers Adi Hüter, der endlich wieder mit Lexa spielte und endlich wieder gewann, und das überzeugend mit 3:0, nach zuvor drei Niederlagen, möchte man gegen diese Mannschaft nicht antreten müssen. Sie haben so viele gute Spiele gemacht und die drei Niederlagen eher heilsam gewirkt, als dass es zu heißen hätte: „Bald steht ihr da, wo ihr hingehört.“ Nein, sie sind einfach gut und gehören ziemlich weit nach vorne. Ob 2, 3 oder 4 (nein, doch nicht höher?) muss sich noch zeigen, aber zweifeln möchte man an ihnen nicht.

Wenn zu etwas gezwungen, dann dennoch nur X oder 2. Diese Leistungen konstant gut und nicht immer belohnt. Keine Einheitenangabe bedeutet, keine Einheiten riskiert, sondern nur eine Neigung von sich gegeben. Kann ja nix kosten?

Zusatzinfo (und Bezug nehmend auf den Nachbericht): beim FC Lustenau fehlen vier Spieler aufgrund der fünften Gelben Karte. 0 Einheiten kann es eh maximal kosten, aber die Neigung kann man so nicht aufrecht erhalten. Einer der fehlenden übrigens: Carlos Eduardo.  Weiterhin: Ali Osman (26, MS, 3 Tore/ 4 Assists).

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Rückblick 3. Bundesliga, 19. Spieltag

Kurze Zusammenfassung:
Der beste Tipp ist gekommen, Rostock, mit 8/10 angegeben, und das Ergebnis war beim 1:1 total verdient, Rostock sogar gegen Ende mit Vorteilen. Die dezente 1 bei Bielefeld hat sich auch realisiert, und auch das klar und deutlich — und verdient mit dem 3:0. Der zweitbeste Tipp ist allerdings übel in die Hose gegangen, da man Halle unbedingt wieder eine anständige Leistung zutraute, sie aber beim 0:5 — zumindest vom Ergebnis her — arg enttäuschten. Da aber der letzte kleine Tipp, mit 2/10, auch wieder eingegangen ist, mit Darmstadts 1:1 bei StuKi, ist die Bilanz auf jeden Fall positiv (mit ca. 5 Einheiten, wenn man so möchte; +8 -7 +2 +2). 
Wer den Neigungen vertraut hat, hat ebenfalls nicht verloren Chemnitz falsch, Osnabrück richtig, Münster falsch, Heidenheim richtig. Insgesamt also klopft man sich selbst auf die Schulter und schaut mit Optimismus auf den nächsten Spieltag. 
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SpVgg Unterhaching – FC Chemnitz    4:3 (3:1)

Zuschauer:  1.800  (Schnitt bisher: 2.467)

… ein klares Urteil ergibt: ein Pass.
Falls die Neigung doch gefragt sein sollte: da Haching derzeit zwar ordentlich spielt, aber einfach nicht trifft, liegt es nahe, an ein X oder 2 zu glauben.

Ein tolles Spiel, welches auch nicht ganz zu dem Vorbericht passte, denn da wurde Unterhaching ja unterstellt, dass längst Schluss mit Spaßfußball sei. Sie spielten zwar weiterhin ganz gut, aber längst nicht mehr diesen tollen Offensivfußball wie zu Beginn der Saison (zuletzt drei Mal ohne eigenen Treffer, aber auch nur ein Mal bezwungen). Dieses Spiel zeigte, dass es doch noch geht — sobald man sich nämlich klar macht, dass man doch noch immer nichts zu verlieren hat und das Wunder „Aufstieg“ vielleicht schaffen kann oder halt doch, wie allgemein erwartet, etwas abrutschen wird.
Chemnitz aber kein bisschen schwach in dieser Partie, eher im Gegenteil, in der Summe sogar mit Vorteilen. Es gab Chancen auf beiden Seiten und der entfesselte Niederlechner auf Seiten der Hachinger machte den Unterschied, indem er drei Mal traf (einmal allerdings aus Elfmeter, welchen er jedoch selbst herausgeholt hatte), in einem lupenreinen Hattrick (01: auf 3:1). Zwischendurch aber Chemnitz mit mehr Spielanteilen und Chancen. Auch nach dem 3:1 längst noch nicht „curtains“. Chemnitz glaubte daran, das Spiel drehen zu können und Chemnitz tat alles dafür. Das 2:3 auch durch Elfer, als Anton Fink entschlossen in den Strafraum ging und regelwidrig gestoppt wurde. Danach noch mehr Druck der Gäste, schließlich belohnt, vom ebenfalls bärenstarken Kegel. 500 Fans waren mit nach Haching gekommen, sie waren völlig aus dem Häuschen und wollten nun den Sieg. Weiter Vorwärtsgang, aber einer spuckte ihnen kräftig in die Suppe: Thee machte bei einem Konter das 4:3 (74.). Auch jetzt noch lange nicht Schluss, im Gegenteil, beinahe der heißeste Teil der Partie stand noch bevor, weil Chemnitz alles herausholte, um den Ausgleich zu erzwingen, die Hausherren aber bei ihren Kontern gefährlich blieben. Chancen hüben und drüben — aber kein weiterer Treffer mehr.
Ja, reiner Spaßfußball, mit einer besseren Mannschaft, welche die Gäste stellten. So ist Fußball halt, aber so macht er auch Spaß. Wenn man seine Kohle drauf hatte, tut es etwas mehr wert, aber man muss es halt hinnehmen. Jedenfalls ist mit Chemnitz zu rechnen und mit Haching insofern, als sie vielleicht doch wieder diesen unbekümmerten Spaßfußball wie zu Saisonbeginn abliefern könnten. Ob es von der Qualität her reicht, ist dabei eine andere Frage. Unterhaltsam ist es, und das Talent und die Anlagen sind im Kader.
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Alemannia Aachen – VfL Osnabrück   0:1 (0:0)

Zuschauer:  12.031  (Schnitt bisher: 13.803)
Bedeutet in der Summe: wenn überhaupt, Osnabrück nehmen. Aachen wird in dieser Verfassung kaum zum Höhenflug ansetzen. Besser aber: Finger weg.

Die Zuschauer waren weiterhin da, wie man sieht. Natürlich auch einige, die die 264 km Reise auf sich genommen haben. Aber: für die Winterpause droht der Alemannia der Komplettausverkauf. Auch Osnabrück aber mit großen finanziellen Problemen.
Das Spiel selbst war so weit gut und ziemlich ausgeglichen, mit leichten Vorteilen vielleicht für die Gäste. Sie nutzten eine ihrer Chancen, für die Alemannia gab es mal wieder nur Frust. Die Auf- und Einstellung waren (trotz des besiegelten Abstiegs) aber doch völlig ok, nur das Pech ist ihnen geblieben. Dennoch heißt es natürlich für die Zukunft weiterhin: Finger weg von Partien mit ihrer Beteiligung. Mit echtem Wettbewerb hat es einfach — trotz des achtbaren Auftritts — nicht mehr viel zu tun, zumal ja die Spieler garantiert andere Sorgen haben (bekomme ich einen neuen Verein? Und wenn: wohin gehe ich?). Klar, dass man da nicht mit 100% Einsatz — man beachte die Gefahr für die Knochen, was vor allem diejenigen betrifft, die sich bereits einig sind mit einem neuen Arbeitgeber. Die anderen werden sich natürlich präsentieren wollen. Genug erzählt darüber.
Osnabrück bleibt jedenfalls einer der (Top-)Kandidaten. Klar, bei 4 Punkten Vorsprung auf Platz 2.
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SV Babelsberg 03 – Preußen Münster   1:0 (1:0)

Zuschauer: 2.682   (Schnitt bisher: 3.042)
So gibt es nur diese Möglichkeit: Münster nehmen oder passen
 
Auch gegen ein Spitzenteam kommen in Babelsberg keine Zuschauer mehr. Nein, es stimmt wirklich nicht, in Verein und Mannschaft. Und doch wurden schon wieder 3 Zähler eingefahren. Eigentlich undenkbar. Was sie können? Ja, kompakt stehen und schlau spielen. Immer aus der Außenseiterrolle, immer den Gegner kommen lassen (man sieht, wie sehr die Zuschauer das honorieren: gar nicht). Und physisch ist die Mannschaft wirklich stark. das möchte man ihnen nicht absprechen, und zum Teil scheint dies in der Liga auszureichen — sofern man sich gegen das Fußball spielen entscheidet. Zerstören geht, konstruktiv aber wenig.
Wer war Spieler des Tages? Der Babelsberger Torwart. Sobald man eine derartige Nachricht liest, meine ich, weiß man in etwa, wie das Spiel verlaufen ist. Bis zur 18. Minute bereits einige gute Chancen für die Gäste. Immer wieder der Keeper im Brennpunkt. Aus dem Nichts die Führung für den Gastgeber: ein einziger Angriff, Stürmer Koc im Strafraum, wird leicht behindert, fällt, Elfmeter. Tja, also im (bebilderten) Spielbericht heißt es, dass es nie und nimmer einer war. Nun, diese Meinung teilt man hier nicht ganz. In der Originalgeschwindigkeit sieht man gut, dass der Stürmer vorbei käme und halt leicht behindert wird. Selbst wenn man einrechnet, dass er ihn gerne haben möchte und entsprechend den Kontakt zum Fallen nutzt, so bleibt es doch bei einer Behinderung. Wie bekommt man überhaupt einen? Wie schon mehrfach dargelegt: fallen geht nicht, weil es dann heißt „zu theatralisch“, weiter spielen geht auch nicht, weil dann ja wohl offensichtlich gar nichts war. Also: eine wirklich nicht falsche Entscheidung, nur müsste man halt immer so pfeifen.
Münster tat sich danach deutlich schwerer. Das war erst einmal nicht so leicht zu verkraften. Dennoch bauten sie allmählich wieder Druck auf. Auch in Halbzeit 2 noch immer die Gäste die bessere Mannschaft, aber längst nicht so zwingend wie erwartet. Es kam zu ein paar Chancen — siehe „Mann des Tages“ — aber das Tor lag doch nicht unbedingt in der Luft. In der 63. dann auch ein Elfer für die Gäste — so pfeift man als Schiri auch gerne: dort einen geben, dort einen geben, beide etwas soft. Man kann sich das als Schiri sogar vornehmen. Die Situationen ergeben sich so gut wie immer. Hier war es ein Handspiel, welches andernfalls nicht immer geahndet würde (Flanke an die Hand, aus kurzer Distanz). Nur wird dieser halt vergeben.
Gegen Ende noch einmal Dauerdruck, aber ohne die ganz großen Chancen, alles im Strafraum, wie gegen eine Wand angerannt.
In der Summe natürlich ein glücklicher Sieg, der garantiert für die Zukunft keine weiteren Fans anlocken dürfte. Sie spielen einfach unattraktiv, nicht gut. Selbst wenn diese Leistung absolut auf ihrem Niveau war. So kann man punkten für die Tabelle, aber nicht bei Freunden des Spiels Fußball.

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Arminia Bielefeld – Wacker Burghausen   3:0 (1:0)

Zuschauer:  6.541  (Schnitt bisher: 8.049)
Ja, also wenn, dann doch Bielefeld. Die Einschränkungen weiter oben nachzulesen. Eine sehr dezente 1.

Bielefeld richtig stark. Das sah wieder nach dem Fußball aus, die einen sie hat auswählen lassen in vielen Partien zuvor. Flüssig, schnell, konzentriert nach vorne, mit ständig gefährlichen Abschlüssen. So macht die Arminia Spaß, so könnten sie durchaus auch bis auf Rang 1 gelangen.
Burghausen spielt zwar auch sehr gefällig im Kombinationsspiel, kam aber gegen diese Bielefelder einfach nicht an. Sicher versuchte man in Hälfte 2, das 0:1 wett zu machen und war vermehrt in der Offensive zu sehen, jedoch kam nichts Gscheits dabei heraus, stattdessen die Arminia mit den ständigen Kontern viel gefährlicher — und ein paar erfolgreichen Abschlüssen, wobei durchaus mehr Treffer möglich waren, als nämlich die Burghausener zwar ihren Spielstil nicht ändern wollten — durchaus elegant un gefällig nach vorne, weiterhin ohne Gefahr zu erzeugen –, aber doch merklich, zumindest im Defensivverbund, die Köpfe hängen ließen.
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Borussia Dortmund II – VfB Stuttgart II    0:2 (0:1)

Zuschauer:  282  (Schnitt bisher: 2.360)
Ein sonnenklares Pass.

Da fällt einem kaum etwas ein. Das war Drittligafußball? 282 Zuschauer kommen, wenn die untereinander spielen. Das spricht doch Bände. Nein, keine Frage, etliche der Akteure werden in den nächsten Jahren in der 1. und 2. Liga vorspielen dürfen, bald zu Dauergästen auf den Fernsehbildschirmen sein, aber so richtig braucht man sie nicht in der Liga. Ja, sie müssen ja spielen, um Praxis zu bekommen, und sie müssen in ernsten Wettkämpfen spielen. Aber wäre das englische Vorbild nicht geeigneter? Die 2. spielen eine eigene Meisterschaft aus. Da könnte man sogar jedes Spiel schauen, mit Sicherheit, weil es dann nämlich im gesamten Wettbewerb so wäre, dass die größten Nachwuchshoffnungen auflaufen. Na, ist ja nur ein wenig Philosophie.
Zwei der besten im Aufgebot der Dortmunder — die zuletzt auffälligen Bittencourt und Bajner — fehlten, Gelbsperre und Verletzung. Guter Anfang auch von Dortmund, dann bald ein Platzverweis (26.), und damit die Vorzeichen klar. Stuttgart spielte die zahlenmäßige Überlegenheit aus, das war es. Bald das 1:0 und selbst wenn Dortmund sich aufbäumte, auch nach dem Wechsel, so kam es doch zu einem verdienten Sieg (natürlich bedingt durch die Hinausstellung).
Keine Folgerungen zu ziehen.
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Rot Weiß Erfurt – Hansa Rostock   1:1 (1:1)

Zuschauer:  9.058  (Schnitt bisher: 4.475)
Das Derby dazu, der Befund ist klar: Rostock holt hier etwas. X oder 2. Mit einiger Überzeugungskraft (das macht 8/10). 

Die Partie das versprochene Derby, wie man nicht zuletzt am Zuschauerzuspruch erkennt. Offensichtlich sogar eines mit einiger Tradition und Rivalität, denn mehr als das doppelte gegenüber dem Schnitt zu dieser Jahreszeit können nur unter solchen Umständen aktiviert werden, wobei mit Sicherheit etliche Rostocker die doch einigermaßen weite Reise auf sich genommen haben. Die eine Auswirkung: spielerische Elemente treten in den Hintergrund, der Kampf in den Vordergrund. Kaum Chancen aber eben doch intensiv geführt. Gegen Ende der Partie sah man aber doch recht deutlich, wer die bessere Mannschaft ist. Nämlich Rostock. Da waren sie nahe dran am Sieg, da zeigten sie Ansätze der Spielkultur, die einen sie hat wählen lassen für diese Partie, da wäre beinahe sogar der Sieg verdient gewesen. Erfurt ha Morabit, ja, und dieser ist Ausnahmeklasse (für die Liga). Nur reicht eben ein derartiger Könner nicht aus.
Hansa hat die von ihnen getätigte (zuletzt gute) Einschätzung voll und ganz gerechtfertigt. Für Erfurt wird der Weg ins gesicherte Mittelfeld hart und steinig, falls er überhaupt beschritten werden kann. Dafür die gesamte Liga viel zu stark und ausgeglichen, als dass man in einer so späten Saisonphase (diese Partie markierte die half way line) noch selbstverständlich davon ausgehen könnte. Qualität im Kader? Die zeigt sich in den Resultaten und weder in Marktwert (der ja davon direkt gesteuert wird) noch Gehalt. Die Wahrheit liegt auf dem Platz.
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Karlsruher SC – SV Wehen/Wiesbaden   4:0 (1:0)

Zuschauer:  10.970  (Schnitt bisher: 9.925)
Kein Tipp also, ein Pass, nach den gewohnten Marktgesetzen, dass es zwar einen Favoriten gibt, aber der Lohn für einen Sieg desselben zu gering. Aber auch der Außenseiter zahlt nicht gut genug. Pass bleibt Pass, wie man es auch dreht. (was lese ich? ssaP? Und das nur durch Drehen…).

Ganz wichtige Nachricht vorweg: Haken Calhanoglu, Eigengewächs und Juwel in den Reihen der Karlsruher, zwar längst verkauft an den HSV, aber direkt danach vom neuen Arbeitgeber ausgeliehen, so der interessante Deal, bleibt doch — für den Schnäppechenpreis von 100.000 Euro — bis zum Saisonende beim KSV, um das große Zeil „Aufstieg“ zu realisieren. Das verändert die Einschätzung insoweit: das wird der KSC packen.
Der obige Teil verfasst vor Ansicht der Bilder. Den Beweis trat der Junge gleich nach 7 Minuten an: Freistoß (eine seiner Stärken) aus dem Halbfeld, auf den langen Pfosten getreten, wieder Innenverteidiger Mauersberger (wie vor Wochenfrist), diesmal mit den Fuß, schiebt ihn ein. Das 1:0 so früh kann natürlich sehr befreiend wirken, zumal es sogar schon den Sieg bedeuten kann (rund 10 % der Spiele enden ja mit diesem Resultat). Wehen aber danach in der Partie auch mit eigenen Chancen. Das sah doch teilweise wieder sehr ordentlich aus, selbst wenn der KSC immer gefährlicher war in einem guten Spiel. Es blieb bis zur Pause beim 1:0.
Nur, um mal zu beschreiben, wie kurios der Fußball ist und wie Spiele heutzutage entschieden werden: wieder Freistoß für den KSC, aus ähnlicher Position wie vor dem 1:0. Wieder Calhanoglu, aber diesmal kommt der Ball zu kurz, Kopfballabwehr aus dem Strafraum. Wie üblich sind alle Karlsruher aufgerückt — man möchte ja mit dem Freistoß für maximale Torgefahr sorgen und nimmt die Innenverteidiger, Mauersberger einer von ihnen, mit in den Angriff –, Wehen schaltet blitzschnell um, alle Mann im Vorwärtsgang, Ball führend im Mittelfeld, gegen eine ziemlich entblösste Defensive, Sturmführer (und Kapitän) Janjic. Dieser wird, wenn auch nur leicht gehalten — absolut üblich auch dieses Vorgehen, das berühmte „taktische Foul“, welches man dadurch abschaffen könnte, dass man dafür sorgt, dass die Bestrafung auch eine ist, indem die Folgen also übler wären als die des schnellen Gegenzuges, aber das gehört hier nicht her –, hört auf zu spielen, wegen der Behinderung, und fordert damit den (natürlich berechtigten) Freistoß. Der Schiri sagt „no“, weiter geht das Spiel, nun Wehen aufgerückt, da zum schnellen Konter bereit, der Ball kommt auf außen, kurioserweise auf den noch immer vorne befindlichen anderen Innenverteidiger des KSC, Gordon, der möchte flanken, aus ziemlich freier Position, trifft den Ball nicht richtig, rutscht leicht weg bei der Flanke, und dies entpuppt sich als sein großes Glück, denn der Ball schlägt exakt im hinteren Kreuzeck, über den verdutzten Keeper hinweg ein. Einfach nur kurios, unfassbar, alles zusammen. So fallen Tore, so können sie fallen, und später hört man irgendeine unsinnige „Spielanalyse“, dabei hat NUR EIN DERARTIGES TOR dafür gesorgt, dass die Partie so ausging. Es täte allen hier gut, sich einfach für die Einführung der Parolen „glücklich“ und „unglücklich“ zu entscheiden. Denn: nur dies kommt der Sache nahe. (Das Ganze geschah in Minute 50).
Noch immer nicht das Ende. Wehen kommt nach vorne, gefährliche Flanke nach innen, Verteidiger will klären — und köpft ihn an den eigenen Pfosten. Wehen danach weiter im Vorwärtsgang, viel Platz zum Kontern, das 3:0 perfekt herausgespielt, aber die Angreifer stehen ja auch nur eins gegen eins, da spielt es sich ziemlich viel leichter. Partie damit durch, noch ein Konter zum 4:0.
Der KSC in dieser Verfassung natürlich einer der — wenn nicht der — Topkandidat(en). Das sah richtig klasse aus und da dürften auch alle anderen einen ziemlich schweren Stand haben, zumal der Express mit dem 6. Sieg in Folge richtig ins Rollen geraten ist. Das sieht unbedingt, auch von der Stimmung her, nach Zweitligatmosphäre, und – Fußball aus.
Wehen nicht etwa schwach, nein, das kann man nicht sagen. Durch das 2:0 und nach dem 2:0 wurden sie überrollt, ok, aber davor waren sie lange Zeit gut dabei. Toller Fußball einfach, von beiden, mit einem verdienten Sieger, keine Frage.
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Kickers Offenbach – 1.FC Heidenheim   0:1 (0:1)

Zuschauer: 5.737   (Schnitt bisher: 7.022)
Lange Rede, kurzer Sinn: es kann nicht zu einer Wette reichen. Die Neigung geht minimal in Richtung Heidenheim, dass sie die Partie nicht verlieren, aufgrund des tollen letzten Spiels.

In der Nachbetrachtung  heißt es eher: kurze Rede, viel Sinn. Heidenheim bereits nach 5 Minuten in Führung — ein Standard aus dem Halbfeld, Kopfball, Tor — und verwaltete danach, was für ein Auswärtsteam ja legitim ist. Offenbach kam in Hälfte 1 zu so gut wie gar nichts. In Hälfte 2 hingegen erhöhten die Hausherren den Druck, kamen aber nur zu ein paar wenigen guten Chancen, der besten davon mit einer Doppelchance, Schuss, abgewehrt, Ecke, Kopfball, auf der Linie geklärt.
Auch die Zuschauerzahl deutet an, dass man in Offenbach nicht mehr unbedingt an einen Aufstieg glaubt. Der Weg ist sehr weit und die Serie müsste schon ziemlich lang sein, um diese Lücke noch einmal zu schließen. Man ist ja noch im DFB-Pokal und möglich, dass man bereits da auf das nächste Match wartet und die Liga nur als täglich Brot ansieht, ohne große Ambitionen? Diese Leistung deutet es schon ein wenig an. Natürlich kann man auch einfach die Qualitätsfrage stellen. Wohin gehört Offenbach wirklich? Nun ja, man hatte ihnen hier einen Aufstieg in der Tabelle zugetraut, eine Weile lang sah es gut aus, nun eben nicht mehr. Ob fehlende Ambitionen oder Qualität ist da schon fast unerheblich.
Bei Heidenheim sieht es hingegen sehr gut aus. Die Minikrise ist erst einmal überstanden und die letzten beiden sehr guten Spiele (davor 3:0 gegen Saarbrücken, vom Auftritt her ein Saison Highlight) könnten den Weg bahnen, um ernsthaft bei der Vergabe der Aufstiegsränge einmal laut „hier“ zu schreien.
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1. FC Saarbrücken – Hallescher FC   5:0 (3:0)

Zuschauer: 3.488   (Schnitt bisher: 4.223)
Nein, hier ist der Fall klar: Trainer Sven Köhler wird der Truppe die Flausen austreiben können, da er sie erkannt hat, sie werden mit einer vollwertigen Einstellung an den Start gehen — und ungeschlagen aus Saarbrücken heimkehren. X oder 2, mit 7 aus 10 (da Halle lange Zeit ziemlich schwach war).

Tja, kaum ein krasseres Missverhältnis möglich, als dieses hier zwischen Vorhersage und Ergebnis (mit dazugehörigem Spielverlauf). Nach 3 Minuten bereits das 1:0 — und das Schicksal nahm seinen Lauf. Interessant aber, dass man ein Video sehen konnte mit dem nicht einsatzbereiten Abwehrchef der Hallenser, Patrick Mouaya (28), wie er das Spiel von zu Hause aus per Liveticker verfolgte. Im Interview sagt er, dass es bei ihnen nur geht mit 100% Einsatz und Kampf. Genau die Worte, die man hier im Vorbericht anbrachte, dass sie der Trainer mit Sicherheit an seine Mannschaft richten würde. Gerichtet hat er sie, das hört man ja heraus, auf fruchtbaren Boden sind sie wohl nicht gefallen. Möglich natürlich, dass der fehlende Mosaikstein der Ausfall dieses Spielers war, aber bei 5:0 klingt sie Suche nach Erklärungen immer etwas fadenscheinig. Sie wurden einfach vorgeführt und wenn man den Namen Marcel Ziemer in den Reihen des Gegners liest, horcht man doch zumindest einmal auf. Etwa DER Marcel Ziemer? Ja, einst bei Kaiserslautern in den Profikader gerückt, mit sogar einem U20 Einsatz in der Nationalmannschaft, dann über Wehen nach Saarbrücken gelangt. Sicher steht er für einige doch vorhandene Qualität im Kader.
Verwunderlich nur, dass man ja an dieser Stelle hier oftmals ganz gut gegen Halle argumentiert hat und sich nun mit 7 Einheiten zu verstricken bereit war. Da stimmt etwas nicht im eigenen Money Management. Halle ist nun einmal schwach, das hat man lange ausgemacht. Sie stehen in etwa, wo sie hingehören, die Aufstiegseuphorie — die sogar für ein noch immer nicht ganz aufgebrauchtes Punktepolster sorgte — ist längst verflogen und es tobt der harte Abstiegskampf, über dessen Bestehen man, speziell nach derartigen Auftritten, höchst geteilter Meinung sein darf.
Saarbrücken hat sich gut in Erinnerung gebracht, dass man vielleicht doch Anschluss an das Mittelfeld finden kann.
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Stuttgarter Kickers – SV Darmstadt 98   1:1 (0:0)

Zuschauer:  3.500  (Schnitt bisher: 4.017)
Nun gut, also, nur um überhaupt etwas zu sagen (und sich zugleich an den eigenen Kopf fassend): ja, Darmstadt kann hier was mitnehmen. So schlecht sahen sie nicht aus beim 0:1 gegen Erfurt, das sieht man schon an den gegnerischen Jubelszenen nach Spielschluss (merke: der Jubel ist immer so groß, wie das empfundene Glücksgefühl, und dieses Glück ist sehr verwandt mit dem spielerischen; man hat Glück gehabt? Man ist glücklich. So einfach geht das). Also, hinter vorgehaltener Hand: X oder 2. (mit maximal 2/10)

Nun, der Tipp ging auf, selbst wenn nur hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen, aber doch mit zwei Einheiten manifestiert. Sicher nicht ganz einfach (dies der Grund für den fast Minimaleinsatz) Partei für eine Mannschaft zu ergreifen, gegen die man die meiste Zeit angetreten ist. Aber, am Wettmarkt ist es halt ab und an so, dass man doch Anhängerschaften vergessen muss, sowie ungeliebte Mannschaften plötzlich zu übernehmen, eben je nach Marktlage. Hier fiel schon lange auf, dass den Stuttgarter Kickers ein Niveau zugestanden wurde — vom Markt –, dem sie einfach nicht gerecht werden konnten. Es waren zu viele Versuche, die man nicht genutzt hat. Und es gab nicht einmal viele der Niederlagen, die man als „unglücklich“ bezeichnen muss. Der Trainer Rauswurf hat ein Übriges getan, die schwammigen Aussagen von Guido Buchwald, die Fanunterstützung, nein, bei StuKi stimmte einfach sehr wenig.
Bei Darmstadt sah es natürlich keinen Deut besser aus. Nur wird es eher leichter, eine Mannschaft zu nehmen, sobald sie auf dem letzten Platz angekommen ist. Denn: die Tabelle können alle lesen und den einfachen Schluss ziehen: „Man, sind die schwach.“ Hier dann die Chance zum Einsatz. Ja, man hat sie mit eigener Einschätzung und sogar mit ein paar gelungenen Wetten auf diesen Platz selbst transportiert, beinahe dorthin gewünscht, da man ja gegen sie war. Aber nun, da sie angekommen sind, muss man sich eben mit der Aussage anfreunden: „Na, na, na, nun mal halb lang. SOOOOOO schlecht sind sie nun auch wieder nicht.“
Man merkt einer solchen Partie natürlich sehr bald an, dass es sich um Abstiegskampf handelt. Jeder weiß, dass es fast nur das eine Ziel gibt: punkten. Da werden die Mittel dann zunehmend gleichgültig, was so viel bedeutet wie: Spielen können wir später noch, wenn wir mal zu gewinnen anfangen. Heute wird gefightet. Die spielerische Linie fehlt, aber das Phänomen betrifft oftmals (in derartigen Situationen) mehr die Heimmannschaft. Hier war es auch so: Darmstadt wohl sogar die bessere Mannschaft. Bei den Gastgebern eigentlich nur Kampf und noch mehr Krampf. Der Anspruch, gegen den direkten Konkurrenten unbedingt gewinnen zu müssen, hat Kopf und Beinen geschadet, sie ziemlich lahm gelegt. Darmstadt doch mit einigen besseren Ansätzen und sogar mehr Torchancen.
So kam Darmstadt alles andere als unverdient nach 75 Minuten zur Führung. Von StuKi kam wirklich immer weniger, selbst wenn das Bemühen immer da war. In der Nachspielzeit tatsächlich noch der Ausgleich, den man nicht einmal als verdient bezeichnen kann.
Doch ein wenig beeindruckt von Darmstadt, ganz mies StuKi, bei denen sich Guido Buchwald auf die Bank gesetzt hat (vorübergehend?!).
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Rückblick Raiffeisen Superleague Schweiz, 17. Spieltag

Kurze Zusammenfassung:
Die reine Bilanz ist mit 3 von 5 richtigen Tipps zwar positiv, aber durch die beiden teureren Spiele wird der Gewinn leider aufgefressen. Es sind +4 +2 +6 -5 -8 = -1 insgesamt, also ein theoretisch hauchdünner Verlust, wobei der Tipp für Servette ja als krasser Außenseitertipp etwas mehr einbringt. Nun, die exakte Einheitenabrechnung hängt eh insgesamt weiterhin von den Quoten ab, überall, und diese sind hier (noch) nicht mit angegeben, aber in der Summe ist man halbwegs zufrieden, im Grunde auch mit diesem Wochenende und den Ergebnissen, und dies gilt zum jetzigen Zeitpunkt, also noch bevor Spieldetails bekannt sind.
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FC Sion – Grasshoppers Zürich   1:1 (1:1)

Zuschauer : 13.200    (Schnitt bisher: 11.163)

Es läuft alles darauf hinaus, dass man GC hier etwas zutraut. X oder 2, so der dennoch nicht völlig überzeugte Tipp (das bedeutet: 4/10).
GC mit der ganz frühen Führung, schon nach 3 Minuten. Danach drückt Sion ziemlich kräftig, vor allem in Person von Leo Itapurena, dem Brasilianer, der immer wieder an den Fesseln zog und ein ums andere Mal brandgefährlich Richtung Tor auf den Weg geht, sei es mit Dribblings, Fernschüssen oder Anspielen, Freilaufen, er hat den Zug zum Tor. So machte er fast zwangsläufig das 1:1, nach 32 Minuten, zu diesem Zeitpunkt natürlich total verdient. GC fing sich aber wieder einigermaßen und hielt fortan ganz gut dagegen, trotz einiger Ausfälle. Dennoch Sion mit mehr Spielanteilen und auch Chancen, aber eben wenigen. Da GC in der Schlussphase plötzlich noch einmal aufkam darf man das Remis und auch den Tipp gerade so als verdient ansehen.
Mit Sion muss man schon wieder rechnen, vor allem mit einem derartigen Leo vorne. Gattuso wurde nur eingewechselt, das ist auch ok so. Unangenehm aber immer wieder die Ausstrahlung des allmächtigen Präsidenten Constantin, unter welchem das Trainergehalt wirklich nur noch Schmerzensgeld ist. Unter ihm zu arbeiten (und es ist ein „unter ihm“, das merkt man einfach), macht nicht den geringsten Spaß, so die kühne Behauptung. Und: eine Niederlage, egal, wie sie zustande kommt, kann einen den Job kosten. „Hire and fire“, so wohl sein Credo. Dieser Punkt spricht eindeutig gegen Sion. Nun ja, mal schauen, wer so ansteht als Gegner.
GC hat sich zwar gut gewehrt, auch ohne einige Stammkräfte, aber man hat keinesfalls das Gefühl, dass sie irgendetwas anderes als ein Zufallsspitzenreiter sind. Da sind viele Mannschaften gleichauf, irgendwie natürlich weiterhin mit Basel in der Ausnahmestellung, aber auch St.Gallen oder Sion können locker eingreifen. Spannend ja, natürlich, und keine klaren Favoriten. Denn auch die unteren mischen ziemlich kräftig mit (Servette, Lausanne, Thun mit Siegen und Luzern mit Remis; alles gleichauf also? Derzeit irgendwie schon).
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FC Zürich – Servette Genf   0:2 (0:0)
Zuschauer :  9.705   (Schnitt bisher: 11.191)
Ja, also man konnte sich persönlich davon, dass man hier (dem krassen Außenseiter) Servette doch etwas zutraut. X oder 2, mit 2/10.
Hier ein glänzender Tipp. FCZ begann zwar halbwegs gut, aber mehr als ein paar Chancen nach Standards sprangen nicht heraus. Allmählich begann Servette, zu spüren, dass hier was ging, und wagte sich selbst nach vorne. Bis zur Pause waren sie mindestens bei Chancengleichheit. In Hälfte 2 aber waren sie allmählich sogar überlegen, selbst wenn ein paar echte Abwehrfehler  (und nicht solche, die nur hierzulande so genant werden; ein Stürmer kommt irgendwie zum Schuss, aus der Bedrängnis heraus, der Ball geht tatsächlich rein, und im Kommentar heißt es, dass alle nur zuschauen oder keiner angreift falls es nicht gar Fehlerketten gibt, nur weil einer aufs Tor geschossen hat) dabei halfen — und Servette immer mehr stärkten. So fiel das 1:0 völlig verdient und der FCZ danach hinten beinahe lethargisch. Vor dem 2:0 — einem wundervollen Schlenzer ins lange Eck — griff nämlich wirklich keiner an. Und wenn man so viel Raum und Zeit bekommt, dann wären vielleicht auch andere Spieler zu so einem Kunstschuss fähig. Dennoch natürlich Hochachtung vor Torschütze (und Brasilianer) Eudis.
Ziemlich bedenklich später die Reaktion von FCZ Trainer Fringer. Ob er Trainer bliebe oder er um seinen Job fürchten müsse? Natürlich hatten auch die Fans reichlich ihrem Unmut mit Pfiffen Luft gemacht, aber dennoch hilft eine Äußerung wie „Das ist mir egal“ nicht unbedingt. Also: es steht ziemlich ernst um die Zürcher.
Also: Servette auf diese Art — und schon in den letzten Wochen angedeutet — vollwertiges Mitglied der Superleague. Der FCZ hat das Potenzial, ja, sicher doch, aber so wird das nichts. Das sieht schon ein wenig nach Alibi Fußball aus und dürfte wohl mit dem Rauswurf von Fringer enden.
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Lausanne Sports  –  Young Boys Bern   2:1 (1:0)
Zuschauer :  7.200   (Schnitt bisher: 6.138)
Also, so sehr man um die Stärken der Hauptstädter weiß (Raul Bobadilla!), so sehr sprechen doch alle anderen Punkte für Lausanne, so dass man zwar mutig mit den Einheiten (6/10), aber vorsichtig mit dem Tipp herangeht: 1 oder X.
Die Einschätzung perfekt, denn immerhin war ja das wichtige Donnerstags Spiel in Liverpool, mit dem sehr erfreulichen und erfolgreichen Abschluss beim 2:2 in Liverpool, erwähnt worden als wichtiger Anhaltspunkt für den Tipp. Ganz wichtig hier, dass YB-Trainer Rueda insgesamt fünf Starter des Donnerstags Spiels draußen ließ. Heißt das, dass man die Ligaambitionen schon begraben hat? Oder war es nur vernünftig? Die Anzahl der Spiele einfach zu hoch. Aber doch spürbar anfangs, dass es nicht ganz so einfach ist, die Konzentration für beide Wettbewerbe in so dichter Abfolge aufrecht zu erhalten. YB wirkte wirklich müde und Lausanne, wie aber häufig zuletzt beobachtet, hellwach. So hatte Chris Malonga seine Füße beim schnellen Angriff im Spiel, der mit dem 1:0 herrlich abgeschlossen wurde: schneller Ball nach außen, flache Flanke nach innen, vier Mann mitgelaufen, Gabri nimmt den Ball direkt und trifft flach ins untere Eck. 17. Minute.
Auch danach eher Lausanne mit Vorteilen, von den Gästen ganz wenig zu sehen. Raul Bobadilla, schon oftmals auch negativ aufgefallen, holte mal wieder aus zu einem Schlag gegen den Gegenspieler. Sicher, es wurde geklammert und gehalten und meist sind die Stürmer Leid tragend, da sie nämlich nicht die gleichen Mittel zur Verfügung haben, um sich zur Wehr zu setzen (Beispiel nur: klammert der Verteidiger, in aussichtsreicher Situation für den Angreifer, beispielsweise beim Eckball, da man zum Ball will, passiert meist nichts, tut der Angreifer das selbe, gibt es unweigerlich Stürmerfoul. Und, wohl gemerkt, der Angreifer tut es in der Regel nur ALS REAKTION auf das geklammert werden. Also ihm wäre es recht, wenn es NUR der Verteidiger nicht tun würde und auch nicht dürfte. Dann würde er ebenfalls seine Hände schön brav weglassen. Nun ja, diese permanente Ungerechtigkeit einbeziehend, hat man zwar sehr wohl ein tiefes Verständnis für Bobadilla, zumal gerade die Besten am meisten Nachteile davon haben, da sie nämlich mehr gehalten und gezogen werden als andere, oftmals sogar von mehr als einem Abwehrspieler, aber doch ist es natürlich nicht zulässig, zu einem Faustschlag auszuholen. Na, falls er keine Lobby hat, hier bekommt er sie: es ist nachvollziehbar und anzunehmen, dass man als Autor hier persönlich auch sehr bald vergleichbar reagieren würde, sofern man Sturmspitze spielen müsste. Bewunderung zugleich für all die anderen Spitzen, am meisten die herausragenden, dass sie es schaffen, so ruhig zu bleiben.
Die Rote Karte eine absolut logische Folge, da man auf Seiten der Regeloffiziellen wohl noch immer nichts von einer Spiel immanenten Ungerechtigkeit weiß. Danach ein Elfmeter für Lausanne, der ganz klar berechtigt war, Moussilou durchgebrochen, Ball am Torwart vorbei, Torhüter Wölfli kommt in die Beine, und hier auch nicht zu sehen, dass der Ball zu weit vorgelegt war, der Tormann rauscht ungebremst in den Angreifer hinein.
Der Elfer wird zwar nicht verwandelt, aber Malonga, der selbst schoss, ist als erster am Abpraller. Mit dem 2:0 etwa alles entschieden? Nein, denn YB fand danach tatsächlich richtig ins Spiel, mit 10 gegen 11, mit einer Viertelstunde zu gehen. Das 1:2 fiel, und danach sogar etwa zweieinhalb Chancen, die teils recht gut waren. Ein 2:2 wäre da beinahe gerecht und verdient gewesen. Allerdings hätte der Ausgleich ja den Tipp noch nicht verdorben.
Lausanne gut, daran ändert man gar nichts, und YB zeigte spät, wozu sie in der Lage sind — was man auch nie ernsthaft in Zweifel zog. Demnächst aber eine Weile lang ohne Bobadilla, ist anzunehmen.
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FC St.Gallen – FC Luzern   1:1 (0:1)
Zuschauer : 16.109   (Schnitt bisher: 14.473)
Also: St.Gallen macht das, es riecht deutlich nach einem Heimsieg, mit mindestens 5/10.
Tolles Spiel, von beiden Seiten. Mit viel Mut nach vorne, bei Luzern nichts von Verunsicherung zu spüren. Der wohl beste Mann derzeit bei Luzern, Adrian Winter, schließt nach schnellem, schönem Angriff, präzise flach ins Eck ab, aus ca. 11 Metern. St.Gallen aber auch exzellent nach vorne, mit einigen so guten Angriff, dass der Ausgleich bis zur Pause verdient gewesen wäre. Nach der Pause minimal weniger Aufregung, Luzern sah wohl allmählich die Chance, das 1:0 über die Zeit zu bringen. St.Gallen verwertete dennoch nach einem ebenso schönen Angriff mit Scarione als Vorbereitet zum natürlich weiterhin verdienten Ausgleich. Da St.Gallen, mit der Tabellenführung in Reichweite, auch danach (76.) noch auf den Sieg drängte, wäre dieser auch irgendwie verdient gewesen.
Insgesamt beide Mannschaften in sehr guter Form und in selbiger wären sie Kandidaten, sie demnächst zu spielen. So macht Fußball Spaß, und das war schon die ganze Saison so bei St.Gallen, wie der erneut beeindruckende Zuschauerzuspruch bestätigt. Der Tipp war so gut, wie einer nur sein kann, denn die Mannschaft hat alles dafür getan, um ihm zum Eintreffen zu verhelfen. Auf eine solche Art kann man das Verlieren gerade noch so ertragen, weil man sich nichts vorzuwerfen hat, höchstens mit den Kickern zuerst mitfiebert, dann mitleidet. Der Gegner hat dennoch das Leben so schwer gemacht, wie er nur konnte.
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FC Thun – FC Basel   3:2 (1:2)
Zuschauer : 7.042    (Schnitt bisher: 5.496)
Bevor es doch wieder zu lang wird: der FC Basel ist hier nicht aufzuhalten. Das wird eine 2, ohne Wenn und Aber, und hat nur wegen des Donnerstags Engagements der Bebbi (zu Hause, also wenigstens keine Reise, gegen Sporting Lissabon) keine 10/10 verdient (zu Hause, also wenigstens keine Reise, gegen Sporting Lissabon), stattdessen nur 8/10.
Ein sehr merkwürdiges Spiel. Thun tatsächlich klar überlegen in Hälfte 1 und unter Trainer Lustrinelli zeigten sie wieder diesen typischen Außenseiterfußball, der ihnen ihr gutes Image verschaffte in der Liga. Frisch, fromm, fröhlich, frei nach vorne, mit teils sehenswerten und gelungenen Kombinationen mit dazu gehörigen Abschlüssen. Das war etwa vergleichbar mit der Partie von Ried gegen Salzburg in Österreich. So kann man den Favoriten das Fürchten lehren. Das 1:0 war zwar eine logische Folge, nur entstand dies nicht etwa aus einer Großchance, sondern aus der Außenposition aus fast unmöglichem Winkel wurde der Torwart überrascht. Basel tat sich schwer, kam aber doch zu zwei Treffern. Natürlich immer ein Pre der Topmannschaften dass sie, wenn die Chance sich bietet, im Finish auch letal sind. Hier gelang es zwei Mal, zur 2:1 Führung, aber es war einfach nicht verdient, Zu groß und klar die Überlegenheit.
In Hälfte 2 sah es aber längst nicht mehr so klar aus. Basel ließ nicht mehr so viel zu und hatte selbst ab und an die Chance nach vorne.
Ausgerechnet da fiel der Ausgleich. Natürlich nie und nimmer unverdient, nur eben in der Phase nicht gerade auf der Karte. Nach dem 2:2 versuchte der FCB doch wieder, die Zügel in die Hand zu nehmen, nicht völlig erfolglos. Unter anderem diese Szene: Flanke von Frei, von Innerhalb des Strafraums, der Abwehrspieler hat den Arm einen halben Meter ab vom Körper, der Ball geht dagegen und verhindert die sonst gefährliche Flanke. Frei hört sofort auf zu spielen, weil er das Handspiel anzeigt. Der Schiri „doesn´t look interessted“ und lässt weiter spielen. Mit welcher Begründung? Nun ja, die bekannte aber gleichermaßen schwachsinnige: a) mir kann nichts passieren, b) andere pfeifen auch nicht und c) aus der Entfernung bekommt man den Arm nicht weg. Dies natürlich der dümmste Teil daran, denn HIN bekommt er den Arm ja anscheinend immer, so, wie ein Handballtorwart, der den Hampelmann macht. Der wehrt auch alle Bälle nur aus Versehen ab. Ein klarer Elfer und da muss man nicht weiter diskutieren. Zumal ja hier sogar eine Torgelegenheit vorlag. Mir der getätigten Auslegung erreicht man nur dies: die Verteidiger werden die Arme bestimmt nicht mehr aus dem Weg nehmen. Wenn der Stürmer dagegen schießt, ist er schließlich selbst schuld…
Das Tor fiel jedoch wiederum drüben, und das so spät wie die 88. nun mal ist. Danach wütende Angriffe mit allen Mann voran, zwei gute Chancen, mit Abpraller, Nachschuss und Chance auf Elfer vielleicht sogar vier.
Wie gesagt, kurios. Thun auf jeden Fall sehr stark, aber ob es an Lustrinelli lag, ist fraglich. Gegen den Meister würde man sich vielleicht so oder so in der Art präsentieren, ohne die Angst, etwas zu verlieren zu haben. Basel sah in Phasen natürlich auch ganz gut aus, hatte aber das schwere Spiel vom Donnerstag ebenfalls noch in den Knochen (ein tolles 3.0 gegen Sporting Lissabon). Dies hätte man wohl beim Tipp etwas mehr berücksichtigen müssen, so wie man es bei YB tat.
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Rückblick Österreich tipp 3 Bundesliga, 17. Spieltag

Kurze Zusammenfassung:
Nur mit sehr viel Wohlwollen kann man die Vorhersagen gerade so als ausreichend bezeichnen. Die Austria hat gewonnen, ja, aber man bekommt normalerweise keine Preis dafür es sei denn, man hätte sich für den Handicap Sieg entschieden (immerhin heißt es dort ja „klare 1“, was jedenfalls für mehr als einen Ein-Tore-Sieg spricht). Wolfsberg hat nicht gewonnen, im Gegenteil, so dass diese 3 Einheiten ohnehin betteln gegangen sind (went begging). Auch Salzburg hat verloren, was man aber nicht direkt als Tipp formuliert hat (wenn überhaupt etwas, dann…, so etwa der Tenor). Dafür hat man mit Rapid von der Neigung her zumindest recht behalten. Na, insgesamt doch eher ziemlich mäßig, die Ausbeute.

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Wacker Innsbruck – Sturm Graz   0:1 (0:0)
Zuschauer: 6.370  (Schnitt bisher : 4.981; -22.1% gegenüber Vorsaison)
Insgesamt kann das Fazit also nur lauten: Finger weg. Da kann man kein Geld verdienen.
 
Innsbruck über die gesamte Partie das bessere Team und wie schon vor etwa zwei Monaten beim 0:1 gegen Wolfsberg mit einer Vielzahl von Chancen und einer gewaltigen Menge an Pech,  nicht in Führung zu gehen. Da es mindestens bei drei Abseitsentscheidungen ziemlich kontrovers war (in der einen Szene ist es aus hiesiger Sicht kein Abseits gewesen, aber die Torchance auch nicht so arg groß), in einer weiteren wäre es zwar auch kein Abseits, falls es um die gezeigte Situation ging, nur steht hier die Behauptung, dass ein Abseitsspiel VORHER angezeigt wurde, bei dem ganz lange Ball nach vorne, als der ihn dann verlängernde Spieler möglicherweise aus dem Abseits kam, so dass die Zuschauer allmählich richtig aufgebracht waren gegen das Schiedsrichtergespann. Als Sturm dann tatsächlich in der Nachspielzeit das unverdiente 1:0 gelang, kam es aufgrund von Becher- und Flaschenwürfen zum Spielabbruch. Nachvollziehbar aus Sicht der Fans allemal, denn es geschieht einfach zu oft, dass Stürmer bösartig zurückgepfiffen werden. Selbst wenn es nur das eine Mal berechtigt war, dass sie sich aufregen (das andere Mal für sich nicht einsichtig,  dass es möglicherweise berechtigt war), so ist es bereits das eine Mal zu viel, da es nämlich die umgekehrte Auslegung, die aber in den Regeln steht NIE zum Tragen kommt. Da man nicht zum ersten Mal ein Spiel so unglücklich verliert (ist die Spielwertung bereits offiziell?), kann man sich noch mehr hineinfühlen. Da wird der Frust so groß, dass er sich entlädt, zumal man ganz genau weiß, dass es keine Wiedergutmachung geben wird. Tor geklaut? Na und? Finde dich damit ab. Na, man möchte auf keinen Fall an dieser Stelle für Gewalt Werbung machen. Nur ist es halt so, dass die Regeln einfach nicht richtig angewendet werden. Die eine Situation übrigens, die wirklich nicht abseits war, entstand übrigens nach einem wahren Traumpass. Wenn man dann zurückpfeift (und sogar dabei irrt), dann IST es einfach bösartig. Wer will denn Pfiffe hören und ausgerechnet immer dann, wenn man die schönsten Szenen sehen könnte? Ein Stürmer allein vor dem Torwart.
Innsbruck in dieser Verfassung unbedingt nehmen. Das war mehr als Ligatauglichkeit, das war bald schon gehobenes Mittelmaß. Sturm nicht schlecht, nein, also kein verändertes Urteil.

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Austria Wien – SV Mattersburg   3:1 (1:1)

Zuschauer: 8.753  (Schnitt bisher : 8.556; +4.0% gegenüber Vorsaison)
Der Tipp lautet: die Austria wird den Gegner auf keinen Fall unterschätzen. Die Offensive trifft so zuverlässig, dass es ihr auch hier ein paar Mal gelingen dürfte. Klare 1.

Nun gut, der Tipp ging auf, aber zufrieden sein kann man absolut nicht mit ihn. Dafür die erste Hälfte viel zu wenig von Austria, welche auch noch, durch einen missglückten Abschlag, das 1:0 in der 16. geschenkt bekam. Der zwischenzeitliche Ausgleich sogar klar verdient, denn Austria tat einfach so gut wie gar nichts mehr nach vorne. In Hälfte 2 von Hälfte 2 wurde die Austria allmählich der Favoritenrolle gerecht und kam zu ein paar Torchancen, aber auch Mattersburg spielte noch mit. Dann allerdings diese Szene: Ball in den Strafraum,springt auf und einem Mattersburger an die Hand. Elfmeter aus hiesiger Sicht berechtigt, das ist klar. Denn: wenn der Mann nicht mit der Hand am Ball gewesen wäre, hätte hinter ihm ein Austria Spieler frei vor dem Tor gelauert. Merkwürdigerweise sind sich die Medien nicht einmal einig, ob es überhaupt Handspiel war? Kurios, denn dazu sollte man keine Zeitlupen verwenden, sondern ein einziges Mal auf die Szene OHNE Verlangsamung schauen. Da spürt man sofort, dass der Mann a) dran war mit der Hand und b) sogar eine Torchance damit vereitelte, möglicherweise sogar teilweise bewusst. Die Rote Karte wirkt natürlich dennoch ziemlich hart, aber, nach der hier anzutreffenden Aufbereitung auch in gewisser Hinsicht vertretbar.
Auch die Verwertung des Elfers strittig: Hosiner schießt, der Ball wird abkehrt, Gorgon setzt nach und schiebt ein. Nur: Gorgon war klar vor der Ausführung gestartet — was meist geschieht, von mindestens einem. Nur sollte man die Wiederholung doch klarerweise davon abhängig machen, wer davon profitiert. Wenn ein Abwehrspieler zuerst reinläuft (und zwar regelwidrig, also zu früh, wie üblich), der Ball NICHT reingeht: Wiederholung. Ein Angreifer startet zu früh UND der Ball geht rein: Wiederholung. Letzteres war hier der Fall, wobei der Angreifer ja sogar den Vorteil aus der Szene zog, den er sich vom zu frühen Starten verspricht: als erster am Ball zu sein.
Also: Austria nur eine ganz kurze Phase lang gut, wobei die Phase natürlich die wichtige ist, wenn sie gegen Spielende stattfindet. Dennoch viel zu wenig, um eine Wette zu rechtfertigen. Zunächst einmal dürfte wieder die Skepsis überwiegen, aber die nächste Partie wird ja sicher unter anderen Vorzeichen stattfinden. Mattersburg allerdings stark verbessert.
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SC Wiener Neustadt – Wolfsberger AC   2:1 (0:0)

Zuschauer: 1.500  (Schnitt bisher :  3.008; +4.5% gegenüber Vorsaison)
Bedeutet insgesamt: man könnte nur erneut die Gäste nehmen, wenn aber nur auf den Sieg. Also eine (lieber doch vorsichtige) 2, mit vielleicht 3/10.

Die Zuschauerzahl natürlich absolut unbefriedigend aus Sicht der Hausherren, zumal es ja gegen einen direkten Kontrahenten ging und ein Sieg sozusagen Pflicht war (gegen wen soll man als Schlusslicht gewinnen, wenn nicht daheim gegen einen Gegner aus der unteren Hälfte?). Also: die Fans sind wohl nicht ganz einverstanden mit den Leistungen. Für diese Partie taten sie ihrer Mannschaft zumindest in der Hinsicht unrecht, als diese die bessere war. Allerdings war die gesamte Partie auf niedrigem Niveau, Wolfsberg hat nicht einmal in Ansätzen zeigen können, warum man ihnen das Vertrauen schenken wollte. Wenn es ja Chancen gab, dann hatte sie der Gastgeber. Aber auch diese mit wenigen und die wenigen waren nicht zwingend. In Hälfte 2 dann auch nicht viel mehr als das gewohnte Bild, bis dann in der 64. ein langer Ball in den Wolfsburger Strafraum segelt, Richtung langem Pfosten. Dort kommt zwar ein Angreifer hin, aber er würde nie und nimmer an den Ball kommen. Der Torwart ist ein wenig irritiert und boxt nach dem imaginären Ball, der schon längst weiter ist, aber halt über die Auslinie. Er trifft den Angreifer also mit der Faust ins Gesicht, aber keineswegs ein böser Schlag mit Verletzungsfolgen oder so, eher eine Art Streicheln. Nun gut, Ball verfehlt, Angreifer getroffen (das Ganze im Fünfmeterraum, wo den Torhütern oftmals noch viel mehr Rechte zugesprochen werden), es ertönt ein Pfiff — Strafstoß, das 1:0.
Nun wäre es ja an sich ein Unding, an allen möglichen Stellen für die klar ersichtlichen — nicht einmal von den Kommentatoren, Medien allgemein, teilnehmenden Personen, bestrittenen — Elfmeter votiert und im Falle dass einer verhängt wird, gegen diesen argumentiert? Wie es so ist: das Leben ist einfach komplexer und jede Situation individuell zu beurteilen. Das Entsetzen ist den Wofsbgergern zwar anzusehen, aber die Proteste halten sich dennoch in Grenzen, was dafür spricht, dass sie sehr wohl gemerkt haben, dass es eine Art von Regelwidrigkeit gab, nur dass andererseits in vergleichbaren Situation niemals auf den Punkt gezeigt wird. Dies ist natürlich ein Kriterium und sollte, um die Gerechtigkeit einzuhalten, doch immer zuvörderst erwähnt werden. Man mag ja in dieser Situation einen Strafstoß rechtfertigen können, nur sollte er in den anderen klaren Szenen halt auch verhängt werden (und speziell dann einer mit dieser vergleichbaren Szene). Dazu müsste man halten auf der legislative Seite  aufwachen und einmal allgemein konstatieren, dass die Regeln geschrieben sind und es für Foul und Handspiel im Strafraum Elfmeter geben soll. Dann müsste die Judikative anerkennen, dass sie zu dieser Auslegung verpflichtet sind und so pfeifen, nur sollte man es eben zunächst einmal aussprechen, dass man in Zukunft gedenkt, sich an die geschriebenen Regeln zu halten. Fortan wäre ein derartiger Strafstoß eine Selbstverständlichkeit.
Allerdings meint man an dieser Stelle hier a) dass es eine alternative Strafe zum Elfmeter geben müsste, da sich oben Gefordertes nicht umsetzen lässt, wie es scheint, und b) dass man fortan also die Situationen klar differenzieren müsste zwischen solchen, da ein Vergehen stattfindet MIT TORGEFAHR und solchen, wo es KEINE TORGEFAHR gibt. Entsprechend die alternativen Strafen verhängen (als Beispiel war hier genannt: die kurze Ecke, vom Strafraumeck, wie beim Hockey). In dieser Szene gab es nicht die geringste Torgefahr. Der Torwart hat zwar den Ball verfehlt und den Kopf getroffen, aber weder absichtlich noch hatte der Angreifer eine Chance, an den Ball zu gelangen. Das Vergehen also eindeutig eines „Typ b“: keine Torgefahr.
Das 2:0 4 Minuten später durch einen abgefälschten, eigentlich total harmlosen Schuss (allerdings vom eigenen Mann, dem man, mit einigem Wohlwollen, Absicht unterstellen könnte), allerdings zuvor sogar eine Regelwidrigkeit bei einem Zweikampf im Mittelfeld, so dass der harmlose Schuss eigentlich gar nicht hätte stattfinden sollen, so dass man der (klaren) Führung immerhin ein „glücklich zustande gekommen“ anheften müsste. Kurze Zeit später auch ein Elfmeter auf der anderen Seite. Hier war das Foul zwar viel klarer, aber auch da der Ball bereits weg (was nichts ändert an dem Foul), aber vorher, bei der Hereingabe, der Ball wohl im Toraus, so dass die (doppelten) Proteste der Gastgeber doch auch gewisse Anhaltspunkte hatten. Danach nicht mehr all zu viel los.
Nun ja, der Sieg insgesamt verdient, trotz der kuriosen Entstehung. In dieser Verfassung möchte man wohl mit beiden nichts zu tun haben (höchstens gegen sie antreten).
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SV Ried – Red Bull Salzburg   3:1 (1:1)

Zuschauer: 5.900  (Schnitt bisher :  4.709; -4.2% gegenüber Vorsaison)
Wenn, könnte man hier also nur Salzburg nehmen. Sie haben einen so lange Zeit treu belohnt für die Unterstützung, und selbst wenn die letzte Leistung mäßig war, zudem Soriano verletzt wurde (für ihn kommt Harvard Nielsen; demnach keine so ernste Schwächung), glaubt man doch ziemlich fest an sie: eine 2.

Salzburg also ohne Soriano dafür, wie angekündigt, Harvard Nielsen in der Startelf. Der Meister mit gutem Start, denn vor dem 1:0 in der 5. Minute gab es schon eine ganz ähnliche Chance. Langer, präziser Ball auf einen startenden Angreifer, genau in den Lauf, Teigl verwertet (in der Szene zuvor verpasste Nielsen). Auch danach noch Salzburg am Drücker und dem zweiten Treffer näher als Ried dem Ausgleich. Dennoch fiel dieser aber, aus hiesiger Sicht, nicht ganz korrekt, denn: der später Torschütze Walch erobert im Mittelfeld den Ball, aber hat dabei den Ball führenden Salzburger klar angerempelt, und zwar von hinten. Dieser macht auch einen Satz nach vorne, der Ball liegt dadurch natürlich frei herum. Das Tor aber Sahne: er spielt den Ball nach links außen, rückt selbst nur langsam nach, der Linksaußen spielt den Ball im idealen Zeitpunkt zurück, nämlich, wo Walch vor sich ein paar Meter Freiraum vorfindet. Diesen nutzt der, um den Ball exakt oben ins rechte Kreuzeck zu schnibbeln, ab der Strafraumgrenze.
Damit verändertes Bild in der Partie. Ried spürte, dass hier und heute etwas möglich ist. Sie rannten um ihr Leben und ließen den Meister nicht mehr in Ruhe. Balleroberungen waren die Folge, da Salzburg versuchte, die spielerische Klasse auszunutzen, und die gespielte Souveränität nicht ausreichte, wohl besser durch eigenen Kampfgeist hätte ersetzt (wenigstens ergänzt) hätte werden müssen. Selbst wenn das Chancenverhältnis insgesamt ausgeglichen war — was natürlich krass gegen die Vorabeinschätzung sprechen würde, dass die Bullen hier klarer Favorit sind — , so hat man doch das Gefühl dass der Sieg verdient war. Die größere Leidenschaft, natürlich gepaart mit einiger Spielkultur, gaben den Ausschlag. Dennoch hätte die Partie natürlich ganz anders verlaufen können, wenn entweder Salzburg das zweite nachgelegt hätte oder der Ausgleich nicht gefallen wäre, stattdessen auf Foulspiel erkannt worden wäre.
Zufrieden ist man nicht mit dem dezenten Tipp, aber immerhin war ja in der Vorschau ein mögliches Nachlassen der Salzburger — welches sich in der Partie davor schon andeutete — angekündigt worden.
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Admira/Wacker Wien – Rapid Wien   0:2 (0:0)

Zuschauer: 6.800  (Schnitt bisher :  2.992; -33.3% gegenüber Vorsaison)
Bedeutet: man kann hier gar keinen nehmen. Die Fans von Rapid werden erscheinen und versuchen, Heimspielatmosphäre zu schaffen, Admira aber zuletzt so gut, dass man nicht gegen sie sein möchte.
Nun, falls doch zu einer Tendenz gezwungen: eher Rapid.

Die Zuschauerzahl bedeutet, dass es a) ein Derby ist und dass b) die Rapid Fans das Stadion wohl ziemlich in Besitz genommen haben. Zu merken vielleicht für das nächste derartige Derby.
Ok, die Neigung kam hin, Rapid auf dem Wege der Besserung, aber, die wichtigste Info: Kapitän und Leader Steffen Hofmann war wieder im Einsatz, erneut mit einer Spezialbrille.
Gleich zu Beginn wieder die typische Szene: Stürmer dringt von außen in den Strafraum ein, Taklung seitlich von hinten, Ball nicht getroffen, nur die Beine, Entscheidung: ABSTOß! Diese eine der Absurditäten und eigentlich die Schiedsrichter selbst überführend: falls er die (absurde) Behauptung aufstellen wollte, dass der Verteidiger am Ball gewesen wäre, könnte es nur Eckball sein. Falls er, wie er richtig erkannt hat, nicht den Ball gespielt hat, kann es nur Elfmeter geben. Abstoß geht gar nicht (tatsächlich sogar möglich, dass der Verteidiger, nachdem der Angreifer abgeräumt war, sogar auch den Ball berührt hat; er hätte also sogar das Alibi Eckball gehabt; nur gibt es keinen einzigen Ort auf dem Feld, wo man hier eine Zehntelsekunde zögern würde, um auf Freistoß zu entscheiden; im Strafraum GELTEN WIRKLICH andere Regeln; heißt aber nur: GELTEN, nicht etwa, dass sie so irgendwo niedergeschrieben wären). Um es wieder gut zu machen, gab der Schiri auf der anderen Seite ebenso den (hier nur möglichen) Strafstoß auch nicht. Dann ist ja alles wieder in Ordnung?! Von wegen!
In der dritten Szene, ähnlich eindeutig, gab es allerdings dann Elfer. Das 1:0 für Rapid in der 69. Hier darf man sagen, dass Rapid wirklich insgesamt etwas besser war, vor allem besser als in vielen Spielen vorher, aber auch in dieser Partie im Vorteil. Chancen gab es aber auch für Admira, dennoch neutralisierte sich hier sozusagen das torarme Rapid mit der sonst torreichen Admira. In der Nachspielzeit das 2:0 aus einem Konter. Nun gut, einen Elfer bekommen, versenkt, und ein Tor in der Nachspielzeit, als der Gegner weit aufgerückt war, aber dennoch über die Partie gesehen Rapid mit klarem Aufwärtstrend, wohl vor allem dank der Rückkehr des Kapitäns. Möglich, dass man sogar mal wieder Richtung Rapid schauen könnte in den nächsten Wochen. Die Admira bleibt etwa da, wo sie stand.

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