Rückblick Raiffeisen Superleague Schweiz, 17. Spieltag

Kurze Zusammenfassung:
Die reine Bilanz ist mit 3 von 5 richtigen Tipps zwar positiv, aber durch die beiden teureren Spiele wird der Gewinn leider aufgefressen. Es sind +4 +2 +6 -5 -8 = -1 insgesamt, also ein theoretisch hauchdünner Verlust, wobei der Tipp für Servette ja als krasser Außenseitertipp etwas mehr einbringt. Nun, die exakte Einheitenabrechnung hängt eh insgesamt weiterhin von den Quoten ab, überall, und diese sind hier (noch) nicht mit angegeben, aber in der Summe ist man halbwegs zufrieden, im Grunde auch mit diesem Wochenende und den Ergebnissen, und dies gilt zum jetzigen Zeitpunkt, also noch bevor Spieldetails bekannt sind.
——————————————————————————————————————————————————–

FC Sion – Grasshoppers Zürich   1:1 (1:1)

Zuschauer : 13.200    (Schnitt bisher: 11.163)

Es läuft alles darauf hinaus, dass man GC hier etwas zutraut. X oder 2, so der dennoch nicht völlig überzeugte Tipp (das bedeutet: 4/10).
GC mit der ganz frühen Führung, schon nach 3 Minuten. Danach drückt Sion ziemlich kräftig, vor allem in Person von Leo Itapurena, dem Brasilianer, der immer wieder an den Fesseln zog und ein ums andere Mal brandgefährlich Richtung Tor auf den Weg geht, sei es mit Dribblings, Fernschüssen oder Anspielen, Freilaufen, er hat den Zug zum Tor. So machte er fast zwangsläufig das 1:1, nach 32 Minuten, zu diesem Zeitpunkt natürlich total verdient. GC fing sich aber wieder einigermaßen und hielt fortan ganz gut dagegen, trotz einiger Ausfälle. Dennoch Sion mit mehr Spielanteilen und auch Chancen, aber eben wenigen. Da GC in der Schlussphase plötzlich noch einmal aufkam darf man das Remis und auch den Tipp gerade so als verdient ansehen.
Mit Sion muss man schon wieder rechnen, vor allem mit einem derartigen Leo vorne. Gattuso wurde nur eingewechselt, das ist auch ok so. Unangenehm aber immer wieder die Ausstrahlung des allmächtigen Präsidenten Constantin, unter welchem das Trainergehalt wirklich nur noch Schmerzensgeld ist. Unter ihm zu arbeiten (und es ist ein „unter ihm“, das merkt man einfach), macht nicht den geringsten Spaß, so die kühne Behauptung. Und: eine Niederlage, egal, wie sie zustande kommt, kann einen den Job kosten. „Hire and fire“, so wohl sein Credo. Dieser Punkt spricht eindeutig gegen Sion. Nun ja, mal schauen, wer so ansteht als Gegner.
GC hat sich zwar gut gewehrt, auch ohne einige Stammkräfte, aber man hat keinesfalls das Gefühl, dass sie irgendetwas anderes als ein Zufallsspitzenreiter sind. Da sind viele Mannschaften gleichauf, irgendwie natürlich weiterhin mit Basel in der Ausnahmestellung, aber auch St.Gallen oder Sion können locker eingreifen. Spannend ja, natürlich, und keine klaren Favoriten. Denn auch die unteren mischen ziemlich kräftig mit (Servette, Lausanne, Thun mit Siegen und Luzern mit Remis; alles gleichauf also? Derzeit irgendwie schon).
——————————————————————————————————————————————————–
FC Zürich – Servette Genf   0:2 (0:0)
Zuschauer :  9.705   (Schnitt bisher: 11.191)
Ja, also man konnte sich persönlich davon, dass man hier (dem krassen Außenseiter) Servette doch etwas zutraut. X oder 2, mit 2/10.
Hier ein glänzender Tipp. FCZ begann zwar halbwegs gut, aber mehr als ein paar Chancen nach Standards sprangen nicht heraus. Allmählich begann Servette, zu spüren, dass hier was ging, und wagte sich selbst nach vorne. Bis zur Pause waren sie mindestens bei Chancengleichheit. In Hälfte 2 aber waren sie allmählich sogar überlegen, selbst wenn ein paar echte Abwehrfehler  (und nicht solche, die nur hierzulande so genant werden; ein Stürmer kommt irgendwie zum Schuss, aus der Bedrängnis heraus, der Ball geht tatsächlich rein, und im Kommentar heißt es, dass alle nur zuschauen oder keiner angreift falls es nicht gar Fehlerketten gibt, nur weil einer aufs Tor geschossen hat) dabei halfen — und Servette immer mehr stärkten. So fiel das 1:0 völlig verdient und der FCZ danach hinten beinahe lethargisch. Vor dem 2:0 — einem wundervollen Schlenzer ins lange Eck — griff nämlich wirklich keiner an. Und wenn man so viel Raum und Zeit bekommt, dann wären vielleicht auch andere Spieler zu so einem Kunstschuss fähig. Dennoch natürlich Hochachtung vor Torschütze (und Brasilianer) Eudis.
Ziemlich bedenklich später die Reaktion von FCZ Trainer Fringer. Ob er Trainer bliebe oder er um seinen Job fürchten müsse? Natürlich hatten auch die Fans reichlich ihrem Unmut mit Pfiffen Luft gemacht, aber dennoch hilft eine Äußerung wie „Das ist mir egal“ nicht unbedingt. Also: es steht ziemlich ernst um die Zürcher.
Also: Servette auf diese Art — und schon in den letzten Wochen angedeutet — vollwertiges Mitglied der Superleague. Der FCZ hat das Potenzial, ja, sicher doch, aber so wird das nichts. Das sieht schon ein wenig nach Alibi Fußball aus und dürfte wohl mit dem Rauswurf von Fringer enden.
——————————————————————————————————————————————————–
Lausanne Sports  –  Young Boys Bern   2:1 (1:0)
Zuschauer :  7.200   (Schnitt bisher: 6.138)
Also, so sehr man um die Stärken der Hauptstädter weiß (Raul Bobadilla!), so sehr sprechen doch alle anderen Punkte für Lausanne, so dass man zwar mutig mit den Einheiten (6/10), aber vorsichtig mit dem Tipp herangeht: 1 oder X.
Die Einschätzung perfekt, denn immerhin war ja das wichtige Donnerstags Spiel in Liverpool, mit dem sehr erfreulichen und erfolgreichen Abschluss beim 2:2 in Liverpool, erwähnt worden als wichtiger Anhaltspunkt für den Tipp. Ganz wichtig hier, dass YB-Trainer Rueda insgesamt fünf Starter des Donnerstags Spiels draußen ließ. Heißt das, dass man die Ligaambitionen schon begraben hat? Oder war es nur vernünftig? Die Anzahl der Spiele einfach zu hoch. Aber doch spürbar anfangs, dass es nicht ganz so einfach ist, die Konzentration für beide Wettbewerbe in so dichter Abfolge aufrecht zu erhalten. YB wirkte wirklich müde und Lausanne, wie aber häufig zuletzt beobachtet, hellwach. So hatte Chris Malonga seine Füße beim schnellen Angriff im Spiel, der mit dem 1:0 herrlich abgeschlossen wurde: schneller Ball nach außen, flache Flanke nach innen, vier Mann mitgelaufen, Gabri nimmt den Ball direkt und trifft flach ins untere Eck. 17. Minute.
Auch danach eher Lausanne mit Vorteilen, von den Gästen ganz wenig zu sehen. Raul Bobadilla, schon oftmals auch negativ aufgefallen, holte mal wieder aus zu einem Schlag gegen den Gegenspieler. Sicher, es wurde geklammert und gehalten und meist sind die Stürmer Leid tragend, da sie nämlich nicht die gleichen Mittel zur Verfügung haben, um sich zur Wehr zu setzen (Beispiel nur: klammert der Verteidiger, in aussichtsreicher Situation für den Angreifer, beispielsweise beim Eckball, da man zum Ball will, passiert meist nichts, tut der Angreifer das selbe, gibt es unweigerlich Stürmerfoul. Und, wohl gemerkt, der Angreifer tut es in der Regel nur ALS REAKTION auf das geklammert werden. Also ihm wäre es recht, wenn es NUR der Verteidiger nicht tun würde und auch nicht dürfte. Dann würde er ebenfalls seine Hände schön brav weglassen. Nun ja, diese permanente Ungerechtigkeit einbeziehend, hat man zwar sehr wohl ein tiefes Verständnis für Bobadilla, zumal gerade die Besten am meisten Nachteile davon haben, da sie nämlich mehr gehalten und gezogen werden als andere, oftmals sogar von mehr als einem Abwehrspieler, aber doch ist es natürlich nicht zulässig, zu einem Faustschlag auszuholen. Na, falls er keine Lobby hat, hier bekommt er sie: es ist nachvollziehbar und anzunehmen, dass man als Autor hier persönlich auch sehr bald vergleichbar reagieren würde, sofern man Sturmspitze spielen müsste. Bewunderung zugleich für all die anderen Spitzen, am meisten die herausragenden, dass sie es schaffen, so ruhig zu bleiben.
Die Rote Karte eine absolut logische Folge, da man auf Seiten der Regeloffiziellen wohl noch immer nichts von einer Spiel immanenten Ungerechtigkeit weiß. Danach ein Elfmeter für Lausanne, der ganz klar berechtigt war, Moussilou durchgebrochen, Ball am Torwart vorbei, Torhüter Wölfli kommt in die Beine, und hier auch nicht zu sehen, dass der Ball zu weit vorgelegt war, der Tormann rauscht ungebremst in den Angreifer hinein.
Der Elfer wird zwar nicht verwandelt, aber Malonga, der selbst schoss, ist als erster am Abpraller. Mit dem 2:0 etwa alles entschieden? Nein, denn YB fand danach tatsächlich richtig ins Spiel, mit 10 gegen 11, mit einer Viertelstunde zu gehen. Das 1:2 fiel, und danach sogar etwa zweieinhalb Chancen, die teils recht gut waren. Ein 2:2 wäre da beinahe gerecht und verdient gewesen. Allerdings hätte der Ausgleich ja den Tipp noch nicht verdorben.
Lausanne gut, daran ändert man gar nichts, und YB zeigte spät, wozu sie in der Lage sind — was man auch nie ernsthaft in Zweifel zog. Demnächst aber eine Weile lang ohne Bobadilla, ist anzunehmen.
——————————————————————————————————————————————————–
FC St.Gallen – FC Luzern   1:1 (0:1)
Zuschauer : 16.109   (Schnitt bisher: 14.473)
Also: St.Gallen macht das, es riecht deutlich nach einem Heimsieg, mit mindestens 5/10.
Tolles Spiel, von beiden Seiten. Mit viel Mut nach vorne, bei Luzern nichts von Verunsicherung zu spüren. Der wohl beste Mann derzeit bei Luzern, Adrian Winter, schließt nach schnellem, schönem Angriff, präzise flach ins Eck ab, aus ca. 11 Metern. St.Gallen aber auch exzellent nach vorne, mit einigen so guten Angriff, dass der Ausgleich bis zur Pause verdient gewesen wäre. Nach der Pause minimal weniger Aufregung, Luzern sah wohl allmählich die Chance, das 1:0 über die Zeit zu bringen. St.Gallen verwertete dennoch nach einem ebenso schönen Angriff mit Scarione als Vorbereitet zum natürlich weiterhin verdienten Ausgleich. Da St.Gallen, mit der Tabellenführung in Reichweite, auch danach (76.) noch auf den Sieg drängte, wäre dieser auch irgendwie verdient gewesen.
Insgesamt beide Mannschaften in sehr guter Form und in selbiger wären sie Kandidaten, sie demnächst zu spielen. So macht Fußball Spaß, und das war schon die ganze Saison so bei St.Gallen, wie der erneut beeindruckende Zuschauerzuspruch bestätigt. Der Tipp war so gut, wie einer nur sein kann, denn die Mannschaft hat alles dafür getan, um ihm zum Eintreffen zu verhelfen. Auf eine solche Art kann man das Verlieren gerade noch so ertragen, weil man sich nichts vorzuwerfen hat, höchstens mit den Kickern zuerst mitfiebert, dann mitleidet. Der Gegner hat dennoch das Leben so schwer gemacht, wie er nur konnte.
——————————————————————————————————————————————————–
FC Thun – FC Basel   3:2 (1:2)
Zuschauer : 7.042    (Schnitt bisher: 5.496)
Bevor es doch wieder zu lang wird: der FC Basel ist hier nicht aufzuhalten. Das wird eine 2, ohne Wenn und Aber, und hat nur wegen des Donnerstags Engagements der Bebbi (zu Hause, also wenigstens keine Reise, gegen Sporting Lissabon) keine 10/10 verdient (zu Hause, also wenigstens keine Reise, gegen Sporting Lissabon), stattdessen nur 8/10.
Ein sehr merkwürdiges Spiel. Thun tatsächlich klar überlegen in Hälfte 1 und unter Trainer Lustrinelli zeigten sie wieder diesen typischen Außenseiterfußball, der ihnen ihr gutes Image verschaffte in der Liga. Frisch, fromm, fröhlich, frei nach vorne, mit teils sehenswerten und gelungenen Kombinationen mit dazu gehörigen Abschlüssen. Das war etwa vergleichbar mit der Partie von Ried gegen Salzburg in Österreich. So kann man den Favoriten das Fürchten lehren. Das 1:0 war zwar eine logische Folge, nur entstand dies nicht etwa aus einer Großchance, sondern aus der Außenposition aus fast unmöglichem Winkel wurde der Torwart überrascht. Basel tat sich schwer, kam aber doch zu zwei Treffern. Natürlich immer ein Pre der Topmannschaften dass sie, wenn die Chance sich bietet, im Finish auch letal sind. Hier gelang es zwei Mal, zur 2:1 Führung, aber es war einfach nicht verdient, Zu groß und klar die Überlegenheit.
In Hälfte 2 sah es aber längst nicht mehr so klar aus. Basel ließ nicht mehr so viel zu und hatte selbst ab und an die Chance nach vorne.
Ausgerechnet da fiel der Ausgleich. Natürlich nie und nimmer unverdient, nur eben in der Phase nicht gerade auf der Karte. Nach dem 2:2 versuchte der FCB doch wieder, die Zügel in die Hand zu nehmen, nicht völlig erfolglos. Unter anderem diese Szene: Flanke von Frei, von Innerhalb des Strafraums, der Abwehrspieler hat den Arm einen halben Meter ab vom Körper, der Ball geht dagegen und verhindert die sonst gefährliche Flanke. Frei hört sofort auf zu spielen, weil er das Handspiel anzeigt. Der Schiri „doesn´t look interessted“ und lässt weiter spielen. Mit welcher Begründung? Nun ja, die bekannte aber gleichermaßen schwachsinnige: a) mir kann nichts passieren, b) andere pfeifen auch nicht und c) aus der Entfernung bekommt man den Arm nicht weg. Dies natürlich der dümmste Teil daran, denn HIN bekommt er den Arm ja anscheinend immer, so, wie ein Handballtorwart, der den Hampelmann macht. Der wehrt auch alle Bälle nur aus Versehen ab. Ein klarer Elfer und da muss man nicht weiter diskutieren. Zumal ja hier sogar eine Torgelegenheit vorlag. Mir der getätigten Auslegung erreicht man nur dies: die Verteidiger werden die Arme bestimmt nicht mehr aus dem Weg nehmen. Wenn der Stürmer dagegen schießt, ist er schließlich selbst schuld…
Das Tor fiel jedoch wiederum drüben, und das so spät wie die 88. nun mal ist. Danach wütende Angriffe mit allen Mann voran, zwei gute Chancen, mit Abpraller, Nachschuss und Chance auf Elfer vielleicht sogar vier.
Wie gesagt, kurios. Thun auf jeden Fall sehr stark, aber ob es an Lustrinelli lag, ist fraglich. Gegen den Meister würde man sich vielleicht so oder so in der Art präsentieren, ohne die Angst, etwas zu verlieren zu haben. Basel sah in Phasen natürlich auch ganz gut aus, hatte aber das schwere Spiel vom Donnerstag ebenfalls noch in den Knochen (ein tolles 3.0 gegen Sporting Lissabon). Dies hätte man wohl beim Tipp etwas mehr berücksichtigen müssen, so wie man es bei YB tat.
——————————————————————————————————————————————————–

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s