Vorschau Schweiz Raiffeisen Superleague, 35. Spieltag

in Kürze:

Auch in diesen Partie hier sämtlichst jede Menge Brisanz und Spannung. In allen geht es um etwas, und hier, im Gegensatz zu Österreich, ist der Titelkampf noch nicht einmal entschieden. Weniger spannend hier allerdings de Abstieg, in welchen nur zwei Mannschaften verwickelt sind und zugleich ein Abstand von 4 Punkten besteht, der in zwei Runden überwunden werden müsste, immerhin mit dem direkten Duell aber anstehend.
Hier bedeutet es, dass man zu jeder Partie irgendwie (natürlich hoffentlich wohl begründet) gegen den Markt anstinken möchte. Alle Partien bieten aus hiesiger Sicht gute Voraussetzungen dafür. Man sehe…

 
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Lausanne Sports – Servette Genf     (Entfernung: 65 km)
Das Genfer See Derby. Die Frage ist, welchen dieser Clubs in der nächsten Saison Aufsteiger FC Aarau ersetzen wird. Nun, es sollte das Endspiel sein und natürlich aus Sicht der Genfer (die klarerweise mehr Anteile am See haben, allein aufgrund des Namens) jenes, mit welchem man nun endgültig die Rote Laterne an den Gegner abtreten wollte. Nach dem letzten Sonntag und den — auch aus hiesiger „Wettersicht“ — deprimierenden Ergebnissen sieht es nun ganz anders aus: Servette mit 4 Punkten Rückstand und nur noch dem winzigen Strohhalm, es heute zu schaffen und danach den FC Luzern in die Knie zu zwingen und zugleich auf GC zu vertrauen, dass sie Lausanne besiegen, am besten, um ihre eigenen Titelhoffnungen zu realisieren. Insofern hängt für Servette eine ganze Menge, auch für den jetzigen Spieltag, von den Parallelspielen ab. Da sie aber eine sicher ganz gute Chance sehen, dass GC Lausanne etwas abnimmt (nun ja, klar, zumeist ein Sieg, aber ein Remis würde für Servette „reichen“, falls sie selbst Luzern besiegen; für den Fall eines Remis zwischen Servette und Luzern würde ihnen aber nach den letzten hohen Ergebnissen nicht einmal mehr ein knapper Sieg von GC gegen Lausanne genügt, wegen der schlechten Tordifferenz; andererseits könnten sie ja hier auch einen hohen Sieg erzielen, so dass diese Extrachance am Leben bleibt), werden sie vielleicht doch mit ein wenig Optimismus in dieses Spiel gehen.
Nun, die Frage nach dem Potenzial hätte man vor einer Woche noch gesagt, dass eindeutig Servette das höhere hat. Nur haben sie in St.Gallen beim 1:4 einfach nicht genug davon zeigen können. Sicher, ja, der Gegner war in der Spitzengruppe und im Heimspiel, aber doch hätte man ihnen etwas mehr zugetraut. Andererseits war von Lausanne auch nicht viel zu sehen, und das gegen einen Gegner (Luzern), der einfach nicht richtig mitgemacht hat. Die zwei Tore (1:0 und 2:0) waren schon zum Großteil Torwartgeschenke und sonst haben sie zwar ab und an aufs Tor geschossen, aber überragend sah es auch nicht grad doll aus. Also: so viel Anlass gibt es nicht, an dem besseren Kader von Servette zu zweifeln. Da es zugleich eine Art Derby ist, muss man doch unbedingt an Servette glauben in diesem Spiel.
Nur stellt sich die Frage, ob man nur „bescheiden“ auf X und 2 setzt, da ja das Remis für Lausanne reichen würde zum Klassenerhalt, oder mutig auf die 2 tippt. So sehr man es dem Leser selbst anheim legen würde und so oder so nicht regresspflichtig würde bei Misslingen, so sehr votiert man dennoch hier für den direkten Sieg. 4 von 10 auf die 2.
Teamnews:
Lausanne vermeldet keine Ausfälle,
Servette ohne Alexandre Pasche (21, OM, 32/1/2), Gelbsperre.
 
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FC Luzern – FC Sion     (Entfernung: 264 km)
Luzern nun, nach dem erfolgreichen Einstand von Carlos Bernegger, ebenfalls wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet, mit zwei Niederlagen und sieben Gegentoren dabei (und nur einem eigenen), während Sions Tiefflug weiter geht. Andererseits hat man im letzten Spiel schon einen klaren Aufwärtstrend erkennen können. Die Chancen waren da, möglich aber, dass die angespannte Situation im Heimspiel (mit Pfiffen begleitet) einem Gelingen im Wege stand. Es scheint auch so, dass sie Trainer Decastel einfach die Freiheit erbeten hat, die Mannschaft nach seinen Vorstellungen aufzustellen. Dies könnte wieder für etwas Vertrauen sorgen.
So kommt man hier zu der Erkenntnis, dass der Markt mittlerweile schon Serienverlierer Sion unterschätzt und Luzern überschätzt — denn das war gar nix in Lausanne — und immerhin hat Sion ja noch eine eigentlich vernünftige Chance auf Europa, bei 2 Punkten Rückstand auf Thun, die noch zum FCZ müssen und am letzten Spieltag das sicher auch nicht ganz einfach Los YB haben (während Sion immerhin ein Heimspiel, ebenfalls gegen FCZ hat), während Luzern um gar nichts mehr spielt (außer für die eigenen Fans vielleicht). Irgendwie das Gefühl, dass nach so vielen Niederlagen (alle ohne eigenen Treffer!) der Gleichmut einkehrt, keine Erwartungen mehr zu enttäuschen sind, so dass Sion einfach Fußball spielen wird, das, was sie können, und ihr Potenzial viel besser in dieser Haltung abrufen werden.
5 von 10, absurderweise, auf den größten Krisenclub, auf X oder 2.
Teamnews:
Luzern ohne Dimitar Rangelov (30, MS, 28/1/3),
Sion ohne Arnaud Bühler (28, LV, 32/3/3), Gelbsperre, André Marques (25, DM, 20/0/2), Gelb-Rot, Adao Joaquim (20, DM, 12/0/0), Gennaro Gattuso (35, DM, 27/1/1), Gelson Fernandez (26, DM, 14/0/0), der Kader ist aber sehr breit.
 
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FC St.Gallen – Grasshoppers Club Zürich     (Entfernung: 86 km)
St.Gallen zuletzt erneut mit sehr starker Leistung, als man sich schon (dummerweise) gegen sie stellte und einem 4:1 gegen Servette. GC hat nun wieder Titelhoffnungen geweckt, über 17.000 Zuschauer ins Stadion gelockt, den Cup, ebenfalls gegen Basel, gewonnen, und die eigene Wette zum Gelingen gebracht. Ihre Leistung war zwar ok, aber der Gegner hat ihnen (eigentlich) ganz klar die Grenzen aufgezeigt. Sie sind die Nummer 2, und das auch nur im besten Fall. Problem könnte auch sein, dass sie nun, mit den geweckten Erwartungen, eher schon wieder etwas verkrampfen. Das ganz Kuriose aber hier: St.Gallen kann sogar noch Platz 2 vom heutigen Gegner erobern! Natürlich nicht mit diesem Sieg, gleich heute, denn es sind 4 Punkte derzeit, aber doch könnte man den Druck aufbauen vor dem letzten Spieltag, an welchem es GC zwar „nur“ mit Lausanne, und das im Heimspiel, zu tun bekommt, aber doch, abhängig vom Ergebnis Lausanne gegen Servette vom gleichen Spieltag jetzt, auf einen engagierten Gegner treffen könnte, der gegen den Abstieg strampelt, während St.Gallen gleichzeitig zum FCB muss, der ja unter diesen Umständen bereits Meister wäre (GC hätte ja die Titelchancen eingebüßt durch diese Niederlage). So könnte sich St.Gallen also in gewisser Weise durch den eigenen Sieg „freie Fahrt“ für einen Schlussrundensieg verschaffen.
Nicht etwa, dass es ein besonders heißer Tipp wäre, aber es erscheint doch als eine gute Idee, hier auf die 1 zu setzen. Mit 3 von 10.
Teamnews:
St.Gallen ohne Franck Etoundi (22, MS, 21/2/3),
GC ohne Daniel Pavlovic (25, LV, 23/0/0).
 
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Young Boys Bern – FC Basel     (Entfernung: 99 km)
So viel nehmen sich die Krisen von Sion und YB gar nicht. Man bedenke, dass Sion sogar in der Tabelle noch die Nase vorne hat. Da muss es doch irgendwann mal bessere Ergebnisse gegeben haben?  Young Boys hat zwar noch eine hauchdünne Chance auf Europa, indem sie beide Spiele gewinnen und auf reichlich Schützenhilfe hoffen müssen, aber a) werden sie wohl gar nicht mehr daran glauben und b) steht der heutige Gegner nicht nur mit eigenen Ideen dagegen, sondern noch viel mehr mit der eigenen Spielstärke.
Basel hat zwar bei Grasshoppers verloren mit dem unglaublichen Gegentor in der Nachspielzeit, anstatt (längst vorher schon oder spätestens in der Minute) selbst das 1:0 zu machen, aber sie geben sich sehr selbstbewusst — und man ist geneigt, ihnen das abzunehmen. Sie können es locker schaffen und ein Sieg hier genügt, um den Titel klar zu machen. Falls nicht, gäbe es noch jenen im letzten Spiel gegen St.Gallen (falls diese nicht, wie oben ausgeführt, selbst GC schlagen, und damit die Bebbi gar nichts mehr benötigen würden).
Hier reicht es aber doch nicht für einen Tipp, aufgrund der möglichen, für einen Sieg nicht günstigen anderen Bedingungen (in den Parallelspielen). Das Gefühl sagt einem aber, dass Basel auch hier in der guten Verfassung von der letzten Partie antreten wird und diesen Gegner schlagen kann.
Teamnews:
YB ohne Christian Schneuwly (25, ZM, 27/1/5), Pascal Doubai (21, ZM, 12/0/0), Josh Simpson (die ganze Saison), Gonzalo Zarate (28, RA, 16/2/2),
Basel hat keine Ausfälle. 
 
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FC Zürich – FC Thun     (Entfernung: 151 km)
Der FCZ so richtig in Fahrt gekommen.Offensiv sind sie nur noch ein Tor hinter dem designierten Meister, mit 58 gegenüber 59 erzielten Treffern. Das macht schon Eindruck, und das Selbstvertrauen ist zurück. Platz 4 könnte man klar machen — um dann doch nicht von einer völlig verkorksten Saison sprechen zu müssen.
Der FC Thun hat sich sensationell auf Platz 5 gebracht, mit dem letzten 1:0 in Sion, nur waren sie da gar nicht so stark, dass es gerechtfertigt erscheint. Sicher, ja, die „Konkurrenten“ (die sich in ihrer Selbsteinschätzung natürlich klar vorne sehen würden) Sion und YB, haben ihre Megakrise und dadurch diese kleine Sensation ermöglicht, aber doch könnte es locker passieren, dass sie doch noch den Platz abgeben müssen (und beispielsweise ein solcher Krisenclub wie Sion, Sturm Graz gleich und mit ihnen zuvor schon verglichen, stattdessen in die Euroleague, reinrutscht). Anfangen könnte es mit einer Niederlage hier. Der FCZ wird garantiert hier keine Gefangenen machen und auf Sieg gehen. Es ist der Abschied von den eigenen Fans, und diesen möchte man ganz dringend versöhnlich gestalten. Die Partie und auch die Vorzeichen sehr ähnlich zu Rapid in Österreich. Auch sie hatten in der Schlussrunde den Euroleague Außenseiter Ried zu Gast, dem sogar (nach den Parallelergebnissen) ein Remis genügt hätte, und hat doch mit 3:0 gewonnen, womit wirklich alle rundherum versöhnt waren für die lange Leidenszeit. Thun könnte es also ähnlich ergehen.
So lautet auch hier der Tipp: 5 von 10 auf die 1.
Teamnews:
FCZ ohne Burim Kukeli (29, DM, 12/0/1), Oliver Buff (20, ZM, 23/1/2), Rotsperre, Davide Chiumiento (28, LA, 18/2/6),
Thun ohne Ghezal Saif (31, IV, 23/1/0), Kevion Bigler (20, RV, ohne Einsatz), Roland Bättig (33, DM, 20/0/0), Muhamed Demiri (27, DM, 28/2/2), Mathieu Salamand (22, OM, 20/2/5), und den Langzeitverletzten Cassio Horta Megalhaes.
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