Vorschau Schweiz Raiffeisen Superleague, 35. Spieltag

in Kürze:

Auch in diesen Partie hier sämtlichst jede Menge Brisanz und Spannung. In allen geht es um etwas, und hier, im Gegensatz zu Österreich, ist der Titelkampf noch nicht einmal entschieden. Weniger spannend hier allerdings de Abstieg, in welchen nur zwei Mannschaften verwickelt sind und zugleich ein Abstand von 4 Punkten besteht, der in zwei Runden überwunden werden müsste, immerhin mit dem direkten Duell aber anstehend.
Hier bedeutet es, dass man zu jeder Partie irgendwie (natürlich hoffentlich wohl begründet) gegen den Markt anstinken möchte. Alle Partien bieten aus hiesiger Sicht gute Voraussetzungen dafür. Man sehe…

 
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Lausanne Sports – Servette Genf     (Entfernung: 65 km)
Das Genfer See Derby. Die Frage ist, welchen dieser Clubs in der nächsten Saison Aufsteiger FC Aarau ersetzen wird. Nun, es sollte das Endspiel sein und natürlich aus Sicht der Genfer (die klarerweise mehr Anteile am See haben, allein aufgrund des Namens) jenes, mit welchem man nun endgültig die Rote Laterne an den Gegner abtreten wollte. Nach dem letzten Sonntag und den — auch aus hiesiger „Wettersicht“ — deprimierenden Ergebnissen sieht es nun ganz anders aus: Servette mit 4 Punkten Rückstand und nur noch dem winzigen Strohhalm, es heute zu schaffen und danach den FC Luzern in die Knie zu zwingen und zugleich auf GC zu vertrauen, dass sie Lausanne besiegen, am besten, um ihre eigenen Titelhoffnungen zu realisieren. Insofern hängt für Servette eine ganze Menge, auch für den jetzigen Spieltag, von den Parallelspielen ab. Da sie aber eine sicher ganz gute Chance sehen, dass GC Lausanne etwas abnimmt (nun ja, klar, zumeist ein Sieg, aber ein Remis würde für Servette „reichen“, falls sie selbst Luzern besiegen; für den Fall eines Remis zwischen Servette und Luzern würde ihnen aber nach den letzten hohen Ergebnissen nicht einmal mehr ein knapper Sieg von GC gegen Lausanne genügt, wegen der schlechten Tordifferenz; andererseits könnten sie ja hier auch einen hohen Sieg erzielen, so dass diese Extrachance am Leben bleibt), werden sie vielleicht doch mit ein wenig Optimismus in dieses Spiel gehen.
Nun, die Frage nach dem Potenzial hätte man vor einer Woche noch gesagt, dass eindeutig Servette das höhere hat. Nur haben sie in St.Gallen beim 1:4 einfach nicht genug davon zeigen können. Sicher, ja, der Gegner war in der Spitzengruppe und im Heimspiel, aber doch hätte man ihnen etwas mehr zugetraut. Andererseits war von Lausanne auch nicht viel zu sehen, und das gegen einen Gegner (Luzern), der einfach nicht richtig mitgemacht hat. Die zwei Tore (1:0 und 2:0) waren schon zum Großteil Torwartgeschenke und sonst haben sie zwar ab und an aufs Tor geschossen, aber überragend sah es auch nicht grad doll aus. Also: so viel Anlass gibt es nicht, an dem besseren Kader von Servette zu zweifeln. Da es zugleich eine Art Derby ist, muss man doch unbedingt an Servette glauben in diesem Spiel.
Nur stellt sich die Frage, ob man nur „bescheiden“ auf X und 2 setzt, da ja das Remis für Lausanne reichen würde zum Klassenerhalt, oder mutig auf die 2 tippt. So sehr man es dem Leser selbst anheim legen würde und so oder so nicht regresspflichtig würde bei Misslingen, so sehr votiert man dennoch hier für den direkten Sieg. 4 von 10 auf die 2.
Teamnews:
Lausanne vermeldet keine Ausfälle,
Servette ohne Alexandre Pasche (21, OM, 32/1/2), Gelbsperre.
 
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FC Luzern – FC Sion     (Entfernung: 264 km)
Luzern nun, nach dem erfolgreichen Einstand von Carlos Bernegger, ebenfalls wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet, mit zwei Niederlagen und sieben Gegentoren dabei (und nur einem eigenen), während Sions Tiefflug weiter geht. Andererseits hat man im letzten Spiel schon einen klaren Aufwärtstrend erkennen können. Die Chancen waren da, möglich aber, dass die angespannte Situation im Heimspiel (mit Pfiffen begleitet) einem Gelingen im Wege stand. Es scheint auch so, dass sie Trainer Decastel einfach die Freiheit erbeten hat, die Mannschaft nach seinen Vorstellungen aufzustellen. Dies könnte wieder für etwas Vertrauen sorgen.
So kommt man hier zu der Erkenntnis, dass der Markt mittlerweile schon Serienverlierer Sion unterschätzt und Luzern überschätzt — denn das war gar nix in Lausanne — und immerhin hat Sion ja noch eine eigentlich vernünftige Chance auf Europa, bei 2 Punkten Rückstand auf Thun, die noch zum FCZ müssen und am letzten Spieltag das sicher auch nicht ganz einfach Los YB haben (während Sion immerhin ein Heimspiel, ebenfalls gegen FCZ hat), während Luzern um gar nichts mehr spielt (außer für die eigenen Fans vielleicht). Irgendwie das Gefühl, dass nach so vielen Niederlagen (alle ohne eigenen Treffer!) der Gleichmut einkehrt, keine Erwartungen mehr zu enttäuschen sind, so dass Sion einfach Fußball spielen wird, das, was sie können, und ihr Potenzial viel besser in dieser Haltung abrufen werden.
5 von 10, absurderweise, auf den größten Krisenclub, auf X oder 2.
Teamnews:
Luzern ohne Dimitar Rangelov (30, MS, 28/1/3),
Sion ohne Arnaud Bühler (28, LV, 32/3/3), Gelbsperre, André Marques (25, DM, 20/0/2), Gelb-Rot, Adao Joaquim (20, DM, 12/0/0), Gennaro Gattuso (35, DM, 27/1/1), Gelson Fernandez (26, DM, 14/0/0), der Kader ist aber sehr breit.
 
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FC St.Gallen – Grasshoppers Club Zürich     (Entfernung: 86 km)
St.Gallen zuletzt erneut mit sehr starker Leistung, als man sich schon (dummerweise) gegen sie stellte und einem 4:1 gegen Servette. GC hat nun wieder Titelhoffnungen geweckt, über 17.000 Zuschauer ins Stadion gelockt, den Cup, ebenfalls gegen Basel, gewonnen, und die eigene Wette zum Gelingen gebracht. Ihre Leistung war zwar ok, aber der Gegner hat ihnen (eigentlich) ganz klar die Grenzen aufgezeigt. Sie sind die Nummer 2, und das auch nur im besten Fall. Problem könnte auch sein, dass sie nun, mit den geweckten Erwartungen, eher schon wieder etwas verkrampfen. Das ganz Kuriose aber hier: St.Gallen kann sogar noch Platz 2 vom heutigen Gegner erobern! Natürlich nicht mit diesem Sieg, gleich heute, denn es sind 4 Punkte derzeit, aber doch könnte man den Druck aufbauen vor dem letzten Spieltag, an welchem es GC zwar „nur“ mit Lausanne, und das im Heimspiel, zu tun bekommt, aber doch, abhängig vom Ergebnis Lausanne gegen Servette vom gleichen Spieltag jetzt, auf einen engagierten Gegner treffen könnte, der gegen den Abstieg strampelt, während St.Gallen gleichzeitig zum FCB muss, der ja unter diesen Umständen bereits Meister wäre (GC hätte ja die Titelchancen eingebüßt durch diese Niederlage). So könnte sich St.Gallen also in gewisser Weise durch den eigenen Sieg „freie Fahrt“ für einen Schlussrundensieg verschaffen.
Nicht etwa, dass es ein besonders heißer Tipp wäre, aber es erscheint doch als eine gute Idee, hier auf die 1 zu setzen. Mit 3 von 10.
Teamnews:
St.Gallen ohne Franck Etoundi (22, MS, 21/2/3),
GC ohne Daniel Pavlovic (25, LV, 23/0/0).
 
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Young Boys Bern – FC Basel     (Entfernung: 99 km)
So viel nehmen sich die Krisen von Sion und YB gar nicht. Man bedenke, dass Sion sogar in der Tabelle noch die Nase vorne hat. Da muss es doch irgendwann mal bessere Ergebnisse gegeben haben?  Young Boys hat zwar noch eine hauchdünne Chance auf Europa, indem sie beide Spiele gewinnen und auf reichlich Schützenhilfe hoffen müssen, aber a) werden sie wohl gar nicht mehr daran glauben und b) steht der heutige Gegner nicht nur mit eigenen Ideen dagegen, sondern noch viel mehr mit der eigenen Spielstärke.
Basel hat zwar bei Grasshoppers verloren mit dem unglaublichen Gegentor in der Nachspielzeit, anstatt (längst vorher schon oder spätestens in der Minute) selbst das 1:0 zu machen, aber sie geben sich sehr selbstbewusst — und man ist geneigt, ihnen das abzunehmen. Sie können es locker schaffen und ein Sieg hier genügt, um den Titel klar zu machen. Falls nicht, gäbe es noch jenen im letzten Spiel gegen St.Gallen (falls diese nicht, wie oben ausgeführt, selbst GC schlagen, und damit die Bebbi gar nichts mehr benötigen würden).
Hier reicht es aber doch nicht für einen Tipp, aufgrund der möglichen, für einen Sieg nicht günstigen anderen Bedingungen (in den Parallelspielen). Das Gefühl sagt einem aber, dass Basel auch hier in der guten Verfassung von der letzten Partie antreten wird und diesen Gegner schlagen kann.
Teamnews:
YB ohne Christian Schneuwly (25, ZM, 27/1/5), Pascal Doubai (21, ZM, 12/0/0), Josh Simpson (die ganze Saison), Gonzalo Zarate (28, RA, 16/2/2),
Basel hat keine Ausfälle. 
 
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FC Zürich – FC Thun     (Entfernung: 151 km)
Der FCZ so richtig in Fahrt gekommen.Offensiv sind sie nur noch ein Tor hinter dem designierten Meister, mit 58 gegenüber 59 erzielten Treffern. Das macht schon Eindruck, und das Selbstvertrauen ist zurück. Platz 4 könnte man klar machen — um dann doch nicht von einer völlig verkorksten Saison sprechen zu müssen.
Der FC Thun hat sich sensationell auf Platz 5 gebracht, mit dem letzten 1:0 in Sion, nur waren sie da gar nicht so stark, dass es gerechtfertigt erscheint. Sicher, ja, die „Konkurrenten“ (die sich in ihrer Selbsteinschätzung natürlich klar vorne sehen würden) Sion und YB, haben ihre Megakrise und dadurch diese kleine Sensation ermöglicht, aber doch könnte es locker passieren, dass sie doch noch den Platz abgeben müssen (und beispielsweise ein solcher Krisenclub wie Sion, Sturm Graz gleich und mit ihnen zuvor schon verglichen, stattdessen in die Euroleague, reinrutscht). Anfangen könnte es mit einer Niederlage hier. Der FCZ wird garantiert hier keine Gefangenen machen und auf Sieg gehen. Es ist der Abschied von den eigenen Fans, und diesen möchte man ganz dringend versöhnlich gestalten. Die Partie und auch die Vorzeichen sehr ähnlich zu Rapid in Österreich. Auch sie hatten in der Schlussrunde den Euroleague Außenseiter Ried zu Gast, dem sogar (nach den Parallelergebnissen) ein Remis genügt hätte, und hat doch mit 3:0 gewonnen, womit wirklich alle rundherum versöhnt waren für die lange Leidenszeit. Thun könnte es also ähnlich ergehen.
So lautet auch hier der Tipp: 5 von 10 auf die 1.
Teamnews:
FCZ ohne Burim Kukeli (29, DM, 12/0/1), Oliver Buff (20, ZM, 23/1/2), Rotsperre, Davide Chiumiento (28, LA, 18/2/6),
Thun ohne Ghezal Saif (31, IV, 23/1/0), Kevion Bigler (20, RV, ohne Einsatz), Roland Bättig (33, DM, 20/0/0), Muhamed Demiri (27, DM, 28/2/2), Mathieu Salamand (22, OM, 20/2/5), und den Langzeitverletzten Cassio Horta Megalhaes.
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Rückblick Schweiz Raiffeisen Superleague, 34. Spieltag

Sorry, war erst der 34. Spieltag, in der Vorschau stand „35. Spieltag“.

in Kürze:

Fast jede Paarung bietet nicht nur Brisanz — es geht überall für irgendjemanden um etwas — sondern auch Ansatzpunkte, sich wetttechnisch zu verwickeln. Und irgendwie verspürt man selbst so etwas wie Optimismus dabei.
 
Tja, also man hat nicht verloren und auch gar nicht mal so ein schlechtes Gefühl, was die Einschätzungen angeht — Luzern falsch mit -3, +6 auf Thun, -8 auf Servette, +2 auf FCZ und + 5 auf GC, macht +2 insgesamt — aber doch liefen die beiden „Absteigerspiele“  genau verkehrt herum. Man hatte sich gegen Lausanne ausgesprochen, welche gewonnen haben, und pro Servette, die klar verloren haben. Mutig war es natürlich auch, dies zu tun, da ja Luzern, der Lausanne Gegner, um nichts spielte und St.Gallen, der Servette Gegner, sogar noch an die Championsleague denken, aber doch meinte man, gute Gründe dafür zu haben. Hier lag man wohl ziemlich falsch, da die Partien ja mit 3:0 und 4:1 auch klar und deutlich ausfielen.
In den anderen Partien hat man zwar gewonnen, aber benötigte doch einiges an Glück, sowohl, was die GC Wette anging als auch jene auf Thun. Ok war es so weit natürlich dennoch.

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Lausanne Sports – FC Luzern   3:0 (1:0)
Zuschauer: 6.500   (Schnitt bisher: 5.541)
(Entfernung: 212 km)
 
Ja, man kennt alle „Gesetze“, nach denen so ein Spiel ablaufen soll. Die Frage ist nur, ob diese Gesetze für alle Paarungen Gültigkeit haben. Viel mehr ist man natürlich grundsätzlich und höchstpersönlich der Ansicht, dass eigentlich alle Fälle eine individuelle und sehr spezielle „Behandlung“ erfordern. Das gilt nicht etwa nur im Fußball, sondern eigentlich auf alle Arten von Regeln oder auch Gesetzen bezogen, die versuchen, Dinge zu vereinheitlichen.
 
Welches sind nun die vermeintlichen für dieses Spiel gültigen Gesetze, worin könnten hier die Abweichungen zu finden sein? Sie lauten so: a) in einer Paarung, in der einer muss und der andere nichts  braucht, sollte man sich lieber heraushalten und b) derjenige, der muss gewinnt auch beziehungsweise stimmt die Markteinschätzung viel genauer, als man sie selbst, geschweige denn ein Computer, hinbekäme.
 
Worin könnten hier nun die Abweichungen bestehen? 
a) Luzern muss schon  seit Wochen nicht mehr, spielt aber stets nicht nur ordentlich sondern meist auch erfolgreich. Das 1:4 in Zürich bildet nur vom Ergebnis eine Ausnahme.
b) sehr häufig ist ein Absteiger von den anderen Teams ausgemacht, auf welchen dann Jagd gemacht wird. Das „ungeliebte“ Team könnte man es nennen. Man hält zusammen gegen dieses Team. Man möchte sie nicht in der Liga haben. Außerdem: gegen sie ist das punkten mit am leichtesten, und damit das Einheimsen von Erfolgserlebnissen.
c) wenn es ein ungeliebtes Team gibt, dann ist es Lausanne und nicht Servette.
d) rein theoretisch kann Luzern sogar noch ein oder gar zwei Plätze gut machen. Das wäre ein toller Abschluss einer verkorksten Saison, in die man als Vizemeister gestartet war.
e) für den Markt gibt es nur die Kategorie „muss“ gegen „braucht nicht“, ohne besondere Differenzierungen.
 
Hier bringt es einen in der Summe dazu, dass Luzern dieses Spiel einfach gewinnt. 3 von 10 auf die 2.
 
Teamnews:
Lausanne hat keine Ausfälle,
Luzern ohne Rangelov (30, MS,  28/1/3), keine Schwächung.
 
Das wichtigste also, wenn man eine derartige Wette platziert ist, dass man sich nach dem Verlust nicht ärgert. Wobei man dazu natürlich die Chance hätte. Vor allem eben deshalb: man selbst war dringend auf ein entsprechendes Engagement der Mannschaft angewiesen, sie selbst aber nicht.
Das Spiel selbst war irgendwie sehr merkwürdig. Zunächst einmal waren zwar vergleichsweise viele Fans gekommen (was nach der Negativserie keine Selbstverständlichkeit ist), aber diese machten keine rechte Stimmung. Die Atmosphäre also im besten Falle angespannt, nicht aber auf Jubeln und echte Anfeuerung ausgelegt. Dann haben die Gäste sehr dezent, desinteressiert gespielt. Dies wäre ja nicht unbedingt verwunderlich, nur nach dem Lesen des Vorberichts und dem Platzieren einer Wette. Meist aber entsteht diese komische Atmosphäre, wenn irgendetwas faul ist an der Partie, ohne hier einen ernsten Verdacht aussprechen zu wollen. Man dürfte aber immerhin so viel sagen: Luzern wollte den Gastgebern nicht weh tun, so sah es in etwa aus.
In dem Spiel tat also Luzern wenig, während sich Lausanne bemühte und ab und zu aufs Tor schoss. Das 1:0 dennoch höchst kurios: ein Schuss, den man wirklich nur mit viel Wohlwollen als solchen bezeichnen kann, rutscht dem Torwart durch die Hände. Selbst die Engländer hätten hier von „catching practice“, Fangübung, gesprochen. Das 2:0 fast ähnlich: ein Schuss aus 50 Metern überwindet den Torwart, der dabei natürlich immer schlecht aussieht. Allerdings muss man ja auch erst einmal das Tor treffen.
Die Wette war eine Katastrophe, die Einschätzung auch.
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FC Sion – FC Thun     0:1 (0:0)
Zuschauer: 8.500   (Schnitt bisher: 10.382)
(Entfernung: 189 km)
 
Schlimmeres Chaos als in Sion kann es nicht mehr geben. Die Fans haben (endlich) die Spruchbänder ausgerollt, mit der dringlichen Aufforderung an Präsident Constantin, dass er endlich gehen möge. Sicher weiß man, dass er das Geld gegeben hat und die Titelträume geweckt hat. Aber man sieht einfach, dass die Talfahrt kein Ende nimmt mit ihm. Dann lieber einen bescheidenen Neuanfang, als der Griff nach den Sternen — mit dem Absturz in die Hölle. Vor zwei Spielen ging nach dem Schlusspfiff Xavier Margairaz auf den Präsidenten los, nach dem letzten Spiel (und einer neuerlichen, haushohen und peinlichen Niederlage) waren es zwei Spieler, sie sich noch auf dem Platz prügelten. Das bekommt man einfach nicht mehr hin, zumal der Präsident vor zwei Wochen, nach der Installation des Neu-(Alt-)Trainers Decastel ihm die Aufstellung diktierte und im letzten Spiel ihn wieder gewähren ließ. Das Ergebnis bleibt: Klatsche um Klatsche setzt es. Und es verwundert kein bisschen. Wer hat das Sagen? Wer wird aufgestellt und warum? Auf nichts gibt es eine Antwort, die einen Spieler zufrieden stellen könnte. Wo soll da Leistung herkommen? Nun ist Europa fast schon futsch –und ganz offen gestanden gönnt man es ihnen.
 
Gegenüber steht ein grundsolides Thun, welches teils berauschende Leistungen abliefert, die wirklich Spaß machen. St.Gallen UND Lausanne wurden hintereinander zu Null geputzt, und damit ist man auf einen Punkt am heutigen Gegner heran. Ein Remis wäre bereits ein Erfolg, natürlich, aber doch könnte man mit einem Sieg aus eigener Kraft nach Europa gelangen, trotz zweier noch ausstehender Spiele danach. In der Tordifferenz ist Thun bereits um 12 (!) Tore besser. Wie sollte man, falls man denn als Alien die Tabelle zu sehen bekäme, auf den Gedanken kommen, dass Sion die bessere Mannschaft ist?
 
Genug geschwätzt: 6 von 10 auf X oder 2.
 
Teamnews:
Sion ohne Arnaud Bühler (28, LV, 32/3/3), eine ganz zuverlässige Kraft, fehlt mit Gelb-Rot, Adao Joaquim (20, DM, 12/0/0), Gennaro Gattuso (35, DM, 27/1/1), Oussama Darragi (26, OM, 22/1/4), 
Thun ohne Seif Ghezal (31, IV, 23/1/0), Kevin Bigler (20, RV, ohne Einsatz), Roland Bättig (33, DM, 20/0/0), Muhamed Demiri (27, DM, 28/2/2), Mathieu Salamand (22, OM, 20/2/5), und den Langzeitverletzten Cassio Horta Magalhaes (22, MS, 10/1/1).
 
Chasoclub Sion diesmal mit sieben (!!) Veränderungen in der Startelf. Die Zuschauer zeigten auch, was sie von ihrer Mannschaft hielten. Vor allem der Fanblock blieb fast leer, dafür gab es eine Kinderaktion, die denen Gratiseintritt verschaffte, um die Stimmung zu verbessern. Gelungen ist dies nicht, es waren permanent (unterdrückte, einzelne) Pfiffe zu hören.
Dennoch war Sion in dieser Partie verbessre, bemühte sich, kam zu Chancen, zu mehr Chancen als der ebenfalls nicht überzeugende Gegner. Die Stimmung drückte aber doch mächtig, auch die bald schon verzweifelte Hoffnung auf endlich mal ein Erfolgserlebnis, so dass die Chancen nicht genutzt wurden. Man ist persönlich aber weit davon entfernt, in aller beobachteten Abfolge im Nachhinein eine Art Zwangsläufigkeit bringen zu wollen (wie es hiesige Berichterstattung tut): es war auch einiges Pech dabei, dass der Ball nicht reinging. Dennoch war zu spüren, praktisch bei jedem Angriff, dass die Skepsis gegenüber der Begeisterung bei den Zuschauern überwog. Denkbar auch, dass dies ein paar Prozente Überzeugungskraft im Abschluss kosten kann: „die pfeifen wieder, wenn ich den nicht unterbringe“.
Völlig verfehlt war die Einschätzung natürlich nicht. Am Markt war ja noch immer Sion der Favorit, und selbst wenn sie auch so auftraten, so war es keineswegs ein klarer Favorit. Sie hatten ein leichtes Plus, im Spiel und in den Chancen, der (leichte) Außenseiter hat eine seiner genutzt, der Favorit keine. Man könnte dies auch durchaus als „normal“ bezeichnen, im Sinne von „kann passieren“, ohne, dass es besonders spektakulär wäre. Der Wettvorschlag also keineswegs als schlecht zu bezeichnen.
 
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FC St.Gallen – Servette Genf    4:1 (2:0)
Zuschauer: 13.126   (Schnitt bisher: 14.071)
(Entfernung: 360 km)
 
St.Gallen hat Europa sicher. Platz 2 ist schwerlich zu erreichen und man wird auch mit Platz 3 mehr als zufrieden sein. Die Leistungen waren zwar gut, natürlich, aber doch gab es aus 5 Spielen zuletzt nur 2 Siege gegenüber 3 Niederlagen, und das 0:3 in Thun war schon deprimierend. Die Ambitionen? Zumindest fraglich.
 
Gegenüber steht ein Servette, welches sich gegen Sion in einen wahren Rausch spielte, Das sah tatsächlich viel eher nach Spitzenklasse als Abstiegskampf aus, selbst wenn der Gegner es einem möglicherweise leichter machte. Es waren tolle Kombinationen zu sehen und noch tollere Tore. Auf so einer Leistung kann man aufbauen, man hat den Klassenerhalt in eigener Hand. Sogar ein Remis kann Gold wert sein, da man Lausanne auf maximal 3 Punkte ziehen lassen müsste — und diese samt Tordifferenz in einem Spiel gut machen könnten (-1 in der Differenz im Moment).
 
Alles deutet darauf hin, dass Servette hier etwas holt. Fraglich gar, ob St.Gallen ihnen überhaupt den Todesstoß verpassen wollte, selbst wenn sie es könnten. Somit 8 von 10 auf X oder 2.
 
Teamnews:
St.Gallen ohne Marco Hämmerli (28, LV, 2/0/0), Rotsperre, und Franck Etoundi (22, MS, 21/2/3),
Servette ohne Xavier Kouassi (23, ZM, 27/2/1), Gelbsperre, Alexandre Pasche (21, OM, 32/1/2), Gelbsperre. 
Das hebt sich etwa.
 
Daneben gelegen hat man hier ohnehin, fast in jeder Hinsicht. Dennoch darf man natürlich erwähnen, dass es sich natürlich um einen Außenseitertipp handelte, dessen Verlust man ab und an einkalkulieren muss, ohne, dass man immer gleich alles falsch gemacht hätte. Hier muss man also den Spielverlauf etwas genauer anschauen, um zu Erkenntnissen zu gelangen (wobei diese ja bereits vorweggenommen ist).
Guter Besuch im eisig kalten St.Gallen. Die Stimmung ebenfalls gut, die Fans freuen sich auf und über ihr Team, die Champions League in Reichweite, die Europaleague für einen Aufsteiger immer ein Erfolg. Also an „Rüberspielen“ ist hier einfach nicht zu denken. Wenn, muss Servette für sich selbst sorgen, da ist kein „Entgegenkommen“ zu erwarten.
St.Gallen beginnt also mit Vorteilen und ihnen gelingt irgendwann das 1:0. Nichts Überraschendes, sicher auch nicht für Servette. Servette bemüht sich in der Folge, kommt zu einer Chance — nicht genutzt — und zu einer zweiten in der Nachspielzeit der ersten Hälfte durch einen Freistoß, bei dem alle Spieler aufrücken. Der Freistoß bringt nichts ein, der Konter aber schon. St.Gallen plötzlich mit fünf gegen drei, und schließt erfolgreich ab. So etwas nennt man dann schon ab und zu mal einen Genickbrecher. Ein 0:2 aufholen, auswärts?
Dennoch beginnt Servette die zweite Halbzeit zumindest mit dem Versuch. Nur werden sie bald erneut ausgekontert zum 0:3 und obwohl das 1:3 noch fällt, war der Weg einfach zu weit.
Dennoch, wie erwähnt, der Wettvorschlag, vor allem in den Dimensionen, nicht gut. Die Dimensionen deshalb nicht gut, weil St.Gallen eine Mannschaft war, mit welcher man sich häufiger verbündet hatte.
 
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Young Boys Bern – FC Zürich     2:4 (1:2)
Zuschauer: 15.127   (Schnitt bisher: 17.115)
(Entfernung: 126 km)
 
Die Young Boys sind ein bisschen das Sturm Graz dieser Liga. Schon (als Haupstadtclub) immer mit hohen Erwartungen, von allen Seiten, und mit einer fast selbst provozierten Katastrophensaison. Trainer weg, neuen geholt, nix gebracht. Dabei war man doch beinahe auf Kurs? Auch dies Parallelen. Selbst wenn man bei Servette mit 1:0 gewann: die Leistung war unterirdisch, der Sieg nichts als megamäßige Suppe.
 
Der FC Zürich hat in letzter Zeit mehr und mehr vor allem des überragenden Offensivpotenzials abgerufen. Mit 54 erzielten Treffern ist man klar auf Platz 2 dieser Rangliste — und könnte sogar die Bebbi noch übertrumpfen. Platz 4 in der echten Tabelle steht ziemlich fest, aber noch ist er nicht gesichert. Motivation ist also jedenfalls da und auch mit Sicherheit der Wunsch und Wille, die Erfolgsserie von 6 Spielen ungeschlagen, bei 5 Siegen, fortzusetzen.
 
Man wagt also hier, den Gästen den Sieg zuzutrauen. 2 von 10 auf die 2.
 
Teamnews:
YB ohne Christoph Spycher (35, LV, 12/1/0), Gelb-Rot, Christian Schneuwly (25, ZM, 27/1/5), Pascal Doubai (21, ZM, 12/0/0), Josh Simpson (schon die ganze Saison), Gonzalo Zarate (28, RA, 16/2/2), Michael Frey (18, MS, 29/3/3), Gelbsperre,
FCZ ohne Burim Kukeli (29, DM, 12/0/1), Oliver Buff (20, ZM, 23/1/2), Rotsperre, Davide Chiumiento (28, LA, 18/2/6).
Spricht noch mehr für den FCZ.
 
YB begann zwar bemüht, hatte einige Aktionen und ging sogar in Führung, aber danach übernahm der FCZ. Auch bei ihnen folgte ein Tor auf ein paar Chancen, allerdings blieben sie danach am Drücker und kamen zum 2:1. Auch danach kam mehr vom FCZ, und bereits in der 52. gelang das 3:1 und in der 56. das 4:1. Die Offensive war ja hoch gelobt – und sie zeigte auch, was in ihr steckt. YB bleibt Krisenclub, FC Z weiter auf dem Vormarsch, die Wette sehr gut.
 
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Grasshoppers Club Zürich – FC Basel     1:0 (0:0)
Zuschauer: 17.100   (Schnitt bisher: 8.847)
(Entfernung: 86 km)
 
Die Neuauflage des am Montag ausgetragenen Cupfinales. Der Cup ging an die Grasshoppers, verdient, wie man liest, obwohl die Entscheidung erst im Elfmeterschießen fiel (4:3, nach 120 Minuten 1:1), da man ein Chancenplus hatte. Basel also schon unter Druck: a) jenem, beweisen zu müssen, dass man wirklich die Nummer 1 ist in der Schweiz und b) jenem, dass einem, bei einer Niederlage und dann 3 Punkten Rückstand des Gegners sogar noch sämtlichen Felle davon schwimmen könnten. Umgekehrt sieht es für GC aus: die Ansprüche ohnehin nicht so hoch, und einen Bewerb hat man ja nun bereits in der Tasche, zudem dem Gegner im direkten Duell erfolgreich die Stirn geboten.
 
Gut denkbar zwar, dass die Bebbi ihren einen, so sehr benötigten Punkt mitnehmen, aber, so die Prognose, sie werden die Partie nicht gewinnen. GC spielt zwar entspannt und locker, aber dadurch nicht schlechter. Gegen den Meister ist man eh immer motiviert und die Fans werden ebenfalls strömen sowie unterstützen, das Wunder möglich zu machen.
 
5 von 10 auf 1 oder X.
 
Teamnews:
GC ohne Nassem Ben-Khalifa (21, MS, 32/5/7),
Basel ohne Darko Jevtic (20, OM, 1/0/0), Gelbsperre.
 
Ein unfassbares Spiel mit unglaublichem Drama. Wie kann es nur sein, dass es immer wieder in diesem Entscheidungsspielen dazu kommt? Die Zuschauer waren da, nachdem GC das Cupfinale (mit dem gleichen Resultat) für sich entschieden hatte. So passte schon einmal die Stimmung, was bei GC nicht immer der Fall ist. Es passte auch, dass GC eine wirklich hinreißende, konzentrierte, engagierte Leistung geboten hat. Es passt auch, dass der Tipp aufging. Nur eines passte nicht: der FC Basel war nämlich trotz allem die klar überlegene Mannschaft. So hätte man es sich niemals vorstellen können, in diesen Dimensionen. Wenn man ganz ehrlich sein soll, dann war es gefühlt die beste Saisonleistung der Bebbi. Sie hatten sich ganz dringend die Revanche für das verlorene Finale vorgenommen — und sie hatten reichlich zuzulegen.
Die Grasshoppers also wirklich gut — aber diesem Gegner absolut nicht gewachsen. Es gab eine Vielzahl von tollen, meist glänzend herausgespielten Torchancen. Bester Mann bei GC war — und man weigert sich eigentlich kontinuierlich, derartige Dummheiten, wie sie im Reporterdeutsch allgegenwärtig sind, von sich zu geben, nur stimmt es hier halt — der Torwart Roman Bürki. GC war so gut, dass sie auch ein paar eigene, meist ebenfalls sehr gute, Torchancen produzierte. Nur hatte der Gast wohl etwa doppelt so viele.
Zum Drama dies: in der 89. ein Riese für Basel, als Streller alleine vor dem Torwart auftaucht. Nun ja, so meint mal, hat er halt verpasst, konnte passieren. Aber es steht ja noch 0:0, und ein Remis ist so gut wie sicher der Titel (6 Punkte wäre es Vorsprung, und +18 Tore, auf zwei Spiele). Nur kommt die 93. Minute. Und diesmal ist nicht nur Streller alleine und frei durch, sondern es läuft einer mit, Salah. Nun hat Streller diese Möglichkeiten: selbst schießen, den Torwart ausspielen und dann einschieben, oder halt quer legen auf Salah. Er legt quer. Nur kommt der Ball ein bisschen zu steil, Salah kann ihn nicht ganz direkt ins leere Tor schieben. So nimmt er den Ball an, nimmt ihn herum, noch immer steht Streller frei vor dem Tor. Er könnte selbst schießen — inzwischen ein Verteidiger im Weg, der Tormann ebenfalls auf dem Weg zurück — oder quer spielen. Auch er wählt den Querpass. Auch er spielt ungenau, der Torwart kommt dazwischen — Chancen vertan. Aber was machte es, da 3 Minuten über die Zeit und ein 0:0 genügt?
Während sich nun Streller und Salah noch immer die Haare raufen, läuft der Gegenangriff. Tatsächlich kommt der Ball in den Strafraum Kopfballablage, Ngamukol frei, vor dem Torwart am Ball, überlupft ihn, mit etwas Glück — das 1:0! Unfassbar, wirklich, vergleichbar mit dem Matchball des Boris Becker gegen Ivan Lendl, als der Ball nach 48 Mal hin und her von der Netzkante auf der Lendl Seite herunterfällt. Warum nur immer wieder in den entscheidenden Spielen diese unglaubliche Dramatik?
Die Wette war kein bisschen gut, und es lag kein bisschen an einer Fehlbeurteilung der Gastgeber. Lediglich Basel hat man nicht eine derartige Leistungssteigerung zugetraut. Sie haben alles gezeigt, was einen echten Champ ausmacht — nur das Tore schießen vergessen. In diesem Moment empfindet man tatsächlich trotz der gewonnenen Wette viel eher Mitgefühl. Weil: Ungerechtigkeiten mag man irgendwie auch nicht.
 
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Vorschau Schweiz Raiffeisen Superleague, 35. Spieltag

in Kürze:

Fast jede Paarung bietet nicht nur Brisanz — es geht überall für irgendjemanden um etwas — sondern auch Ansatzpunkte, sich wetttechnisch zu verwickeln. Und irgendwie verspürt man selbst so etwas wie Optimismus dabei.

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Lausanne Sports – FC Luzern     (Entfernung: 212 km)
Ja, man kennt alle „Gesetze“, nach denen so ein Spiel ablaufen soll. Die Frage ist nur, ob diese Gesetze für alle Paarungen Gültigkeit haben. Viel mehr ist man natürlich grundsätzlich und höchstpersönlich der Ansicht, dass eigentlich alle Fälle eine individuelle und sehr spezielle „Behandlung“ erfordern. Das gilt nicht etwa nur im Fußball, sondern eigentlich auf alle Arten von Regeln oder auch Gesetzen bezogen, die versuchen, Dinge zu vereinheitlichen.
Welches sind nun die vermeintlichen für dieses Spiel gültigen Gesetze, worin könnten hier die Abweichungen zu finden sein? Sie lauten so: a) in einer Paarung, in der einer muss und der andere nichts  braucht, sollte man sich lieber heraushalten und b) derjenige, der muss gewinnt auch beziehungsweise stimmt die Markteinschätzung viel genauer, als man sie selbst, geschweige denn ein Computer, hinbekäme.
Worin könnten hier nun die Abweichungen bestehen?
a) Luzern muss schon  seit Wochen nicht mehr, spielt aber stets nicht nur ordentlich sondern meist auch erfolgreich. Das 1:4 in Zürich bildet nur vom Ergebnis eine Ausnahme.
b) sehr häufig ist ein Absteiger von den anderen Teams ausgemacht, auf welchen dann Jagd gemacht wird. Das „ungeliebte“ Team könnte man es nennen. Man hält zusammen gegen dieses Team. Man möchte sie nicht in der Liga haben. Außerdem: gegen sie ist das punkten mit am leichtesten, und damit das Einheimsen von Erfolgserlebnissen.
c) wenn es ein ungeliebtes Team gibt, dann ist es Lausanne und nicht Servette.
d) rein theoretisch kann Luzern sogar noch ein oder gar zwei Plätze gut machen. Das wäre ein toller Abschluss einer verkorksten Saison, in die man als Vizemeister gestartet war.
e) für den Markt gibt es nur die Kategorie „muss“ gegen „braucht nicht“, ohne besondere Differenzierungen.
Hier bringt es einen in der Summe dazu, dass Luzern dieses Spiel einfach gewinnt. 3 von 10 auf die 2.
Teamnews:
Lausanne hat keine Ausfälle,
Luzern ohne Rangelov (30, MS,  28/1/3), keine Schwächung.
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FC Sion – FC Thun     (Entfernung: 189 km)
Schlimmeres Chaos als in Sion kann es nicht mehr geben. Die Fans haben (endlich) die Spruchbänder ausgerollt, mit der dringlichen Aufforderung an Präsident Constantin, dass er endlich gehen möge. Sicher weiß man, dass er das Geld gegeben hat und die Titelträume geweckt hat. Aber man sieht einfach, dass die Talfahrt kein Ende nimmt mit ihm. Dann lieber einen bescheidenen Neuanfang, als der Griff nach den Sternen — mit dem Absturz in die Hölle. Vor zwei Spielen ging nach dem Schlusspfiff Xavier Margairaz auf den Präsidenten los, nach dem letzten Spiel (und einer neuerlichen, haushohen und peinlichen Niederlage) waren es zwei Spieler, sie sich noch auf dem Platz prügelten. Das bekommt man einfach nicht mehr hin, zumal der Präsident vor zwei Wochen, nach der Installation des Neu-(Alt-)Trainers Decastel ihm die Aufstellung diktierte und im letzten Spiel ihn wieder gewähren ließ. Das Ergebnis bleibt: Klatsche um Klatsche setzt es. Und es verwundert kein bisschen. Wer hat das Sagen? Wer wird aufgestellt und warum? Auf nichts gibt es eine Antwort, die einen Spieler zufrieden stellen könnte. Wo soll da Leistung herkommen? Nun ist Europa fast schon futsch –und ganz offen gestanden gönnt man es ihnen.
Gegenüber steht ein grundsolides Thun, welches teils berauschende Leistungen abliefert, die wirklich Spaß machen. St.Gallen UND Lausanne wurden hintereinander zu Null geputzt, und damit ist man auf einen Punkt am heutigen Gegner heran. Ein Remis wäre bereits ein Erfolg, natürlich, aber doch könnte man mit einem Sieg aus eigener Kraft nach Europa gelangen, trotz zweier noch ausstehender Spiele danach. In der Tordifferenz ist Thun bereits um 12 (!) Tore besser. Wie sollte man, falls man denn als Alien die Tabelle zu sehen bekäme, auf den Gedanken kommen, dass Sion die bessere Mannschaft ist?
Genug geschwätzt: 6 von 10 auf X oder 2.
Teamnews:
Sion ohne Arnaud Bühler (28, LV, 32/3/3), eine ganz zuverlässige Kraft, fehlt mit Gelb-Rot, Adao Joaquim (20, DM, 12/0/0), Gennaro Gattuso (35, DM, 27/1/1), Oussama Darragi (26, OM, 22/1/4), 
Thun ohne Seif Ghezal (31, IV, 23/1/0), Kevin Bigler (20, RV, ohne Einsatz), Roland Bättig (33, DM, 20/0/0), Muhamed Demiri (27, DM, 28/2/2), Mathieu Salamand (22, OM, 20/2/5), und den Langzeitverletzten Cassio Horta Magalhaes (22, MS, 10/1/1).
 
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FC St.Gallen – Servette Genf     (Entfernung: 360 km)
St.Gallen hat Europa sicher. Platz 2 ist schwerlich zu erreichen und man wird auch mit Platz 3 mehr als zufrieden sein. Die Leistungen waren zwar gut, natürlich, aber doch gab es aus 5 Spielen zuletzt nur 2 Siege gegenüber 3 Niederlagen, und das 0:3 in Thun war schon deprimierend. Die Ambitionen? Zumindest fraglich.
Gegenüber steht ein Servette, welches sich gegen Sion in einen wahren Rausch spielte, Das sah tatsächlich viel eher nach Spitzenklasse als Abstiegskampf aus, selbst wenn der Gegner es einem möglicherweise leichter machte. Es waren tolle Kombinationen zu sehen und noch tollere Tore. Auf so einer Leistung kann man aufbauen, man hat den Klassenerhalt in eigener Hand. Sogar ein Remis kann Gold wert sein, da man Lausanne auf maximal 3 Punkte ziehen lassen müsste — und diese samt Tordifferenz in einem Spiel gut machen könnten (-1 in der Differenz im Moment).
Alles deutet darauf hin, dass Servette hier etwas holt. Fraglich gar, ob St.Gallen ihnen überhaupt den Todesstoß verpassen wollte, selbst wenn sie es könnten. Somit 8 von 10 auf X oder 2.
Teamnews:
St.Gallen ohne Marco Hämmerli (28, LV, 2/0/0), Rotsperre, und Franck Etoundi (22, MS, 21/2/3),
Servette ohne Xavier Kouassi (23, ZM, 27/2/1), Gelbsperre, Alexandre Pasche (21, OM, 32/1/2), Gelbsperre. 
Das hebt sich etwa.
 
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Young Boys Bern – FC Zürich     (Entfernung: 126 km)
Die Young Boys sind ein bisschen das Sturm Graz dieser Liga. Schon (als Haupstadtclub) immer mit hohen Erwartungen, von allen Seiten, und mit einer fast selbst provozierten Katastrophensaison. Trainer weg, neuen geholt, nix gebracht. Dabei war man doch beinahe auf Kurs? Auch dies Parallelen. Selbst wenn man bei Servette mit 1:0 gewann: die Leistung war unterirdisch, der Sieg nichts als megamäßige Suppe.
Der FC Zürich hat in letzter Zeit mehr und mehr vor allem des überragenden Offensivpotenzials abgerufen. Mit 54 erzielten Treffern ist man klar auf Platz 2 dieser Rangliste — und könnte sogar die Bebbi noch übertrumpfen. Platz 4 in der echten Tabelle steht ziemlich fest, aber noch ist er nicht gesichert. Motivation ist also jedenfalls da und auch mit Sicherheit der Wunsch und Wille, die Erfolgsserie von 6 Spielen ungeschlagen, bei 5 Siegen, fortzusetzen.
Man wagt also hier, den Gästen den Sieg zuzutrauen. 2 von 10 auf die 2.
Teamnews:
YB ohne Christoph Spycher (35, LV, 12/1/0), Gelb-Rot, Christian Schneuwly (25, ZM, 27/1/5), Pascal Doubai (21, ZM, 12/0/0), Josh Simpson (schon die ganze Saison), Gonzalo Zarate (28, RA, 16/2/2), Michael Frey (18, MS, 29/3/3), Gelbsperre,
FCZ ohne Burim Kukeli (29, DM, 12/0/1), Oliver Buff (20, ZM, 23/1/2), Rotsperre, Davide Chiumiento (28, LA, 18/2/6).
Spricht noch mehr für den FCZ.
 
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Grasshoppers Club Zürich – FC Basel     (Entfernung: 86 km)
Die Neuauflage des am Montag ausgetragenen Cupfinales. Der Cup ging an die Grasshoppers, verdient, wie man liest, obwohl die Entscheidung erst im Elfmeterschießen fiel (4:3, nach 120 Minuten 1:1), da man ein Chancenplus hatte. Basel also schon unter Druck: a) jenem, beweisen zu müssen, dass man wirklich die Nummer 1 ist in der Schweiz und b) jenem, dass einem, bei einer Niederlage und dann 3 Punkten Rückstand des Gegners sogar noch sämtlichen Felle davon schwimmen könnten. Umgekehrt sieht es für GC aus: die Ansprüche ohnehin nicht so hoch, und einen Bewerb hat man ja nun bereits in der Tasche, zudem dem Gegner im direkten Duell erfolgreich die Stirn geboten.
Gut denkbar zwar, dass die Bebbi ihren einen, so sehr benötigten Punkt mitnehmen, aber, so die Prognose, sie werden die Partie nicht gewinnen. GC spielt zwar entspannt und locker, aber dadurch nicht schlechter. Gegen den Meister ist man eh immer motiviert und die Fans werden ebenfalls strömen sowie unterstützen, das Wunder möglich zu machen.
5 von 10 auf 1 oder X.
Teamnews:
GC ohne Nassem Ben-Khalifa (21, MS, 32/5/7),
Basel ohne Darko Jevtic (20, OM, 1/0/0), Gelbsperre.
 
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Rückblick Schweiz Raiffeisen Super League, Nachholspiel

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Servette Genf – FC Sion          4:0 (2:0)
.
Zuschauer :  10.622   (Schnitt bisher: 6.918)
(Entfernung: 162 km)
 
Hier muss man nun wirklich nicht lange gefragt werden. Die Luise werden sicher bald in den Keller gehen auf Servette — denn ein schlimmeres Chaos als bei Sion kann es einfach nicht mehr geben. Unter diesem Präsidenten wird sich jeder nur dies sagen: sack so viel Kohle ein, wie du bekommen kannst, aufm Platz ist egal, was du oder die Mannschaft ablieferst, dann sieh zu, dass du bald das Weite suchst. Nun dürfte sogar Europa nicht nur gewaltig wackeln für Sion, sondern sogar komplett flöten gehen — und keinen juckt es, nicht einmal das Publikum.
 
Servette spielte auch das letzte Spiel mehr als ordentlich und hat einfach nur einiges Pech gehabt (und diese Übersetzung muss man, nach einigen Jahren der Lehre, so hinnehmen: wenn ein Reporter von Abschlussschwäche spricht, hatte die Mannschaft Pech, wenn er von katastrophaler Abschlussschwäche spricht, hatte sie sehr viel Pech; so geschehen bei Servette, beim 0:1 gegen YB). Verdienen können sich die Genfer mit einem Sieg ein Endspiel gegen Lausanne vor eigenem Publikum, und tatsächlich, dem Münchhausen gleich, sich am eigenen Schopfe packen und aus dem Sumpf ziehen.
 
Viel bessere Gelegenheiten gibt es wohl kaum: 10 von 10 auf den Heimsieg.
 
Ein schönerer, einfacherer Sieg, die Einschätzung bestätigend, ist ja wohl kaum möglich. Die Stimmung auf den Tribünen von Anfang an positiv — und über 10.000 belegen auch, dass der Glaube da war –, die Mannschaft ebenso, der Gegner total von der Rolle, nach 2 Minuten das 1:0, danach Einbahnstraße und regelmäßig weitere Treffer. Servette hat es nun in der Hand und man selbst lässt sich die 10 Einheiten schmecken. Perfekt!
Kurios aber mal wieder die Beurteilung einer Szene: es stand bereits 2:0, also könnte man sich, auch auf Schiri-Seite, bereits etwas lockern. Es gab ein Foul, welches, falls man nun die Lupe herausnimmt und das Standbild exakt in dem einen Moment anhält, mag es zwar außerhalb BEGINNEN, das Foul, aber es wird auf jeden Fall bis in den Strafraum hierin fortgesetzt. Kurios ohnehin, dass die Erkenntnis, dass der Verteidiger ja nicht nur mit dem Verhalten die Foulabsicht zu erkennen gibt, sondern zugleich das Bemühen an den Tag legt, es außerhalb geschehen zu lassen. Und: war nicht eine vorsätzliche Unsportlichkeit ohnehin mit Gelb zu ahnden? Wo ist denn nur der Fairplay Gedanken geblieben, wer möchte eigentlich Foulspiele sehen?
Hier also beginnt das Foul vielleicht, wenn man unbedingt so möchte, gegen einen ziemlich frei durchgebrochenen Stürmer — er hätte eine gute Schussposition gehabt, es war aber keine Notbremse, da noch andere Verteidiger in der Nähe und zugleich näher am eigenen Tor waren –, was bereits den Abwehrmann in gewisser Weise der Vorsätzlichkeit überführt, nur wird das Foul, da ja beide Spieler in Bewegung sind, bis weit in den Strafraum fortgesetzt. Der Schiripfiff ertönt auch, da das Foulspiel ja offensichtlich war, nur sucht er direkt nach der Ausrede, nicht auf Penalty entscheiden zu müssen. Er tippelt also direkt an die Strafraumgrenze — und fühlt sich mit Sicherheit von Medien und Offiziellen gut beschützt. Unsinn ist es dennoch, alles, rundherum. Man MÖCHTE KEINEN ELFER GEBEN. Jedes Mittel ist recht, dass man ihn nicht geben muss — und immer ist man fein raus. Warum nur? Klar gibt es Antworten. Als Beispiel dies: ein Tor (was man von einem Elfmeter erwartet, da es deutlich über 50% sind) ist fast immer ein zu hoher Lohn für die Aktion, wie immer sie auch sein mag. Dagegen wehrt man sich intuitiv. Falls dies jedoch verstanden wäre, müsste man entweder, sich überwinden, und dennoch bei den Regeln bleiben, oder halt die Regeln ändern. Ein Strafstoß kann doch nicht die einzige Möglichkeit der Bestrafung sein, nur weil es einmal vor 150 Jahren so niedergeschrieben wurde, damals noch ohne jegliche Erfahrung? Verkalkung trifft es wohl ganz gut, und diese scheint ansteckend zu sein.
Servette kann in dieser Verfassung dennoch jeden schlagen. Es steht aber noch eine Runde an, bevor es zum Finale gegen Lausanne kommen kann: Lausanne  spielt daheim gegen Luzern, während Servette nach St.Gallen muss. Da sie einen Punkt zurück sind, die Tordifferenz derzeit (nur) um ein Tor schlechter, dürfen sie nur nicht verlieren in St.Gallen, um es am letzten Spieltag sicher in der eigenen Hand zu behalten. Das gilt aber nur, wenn Lausanne sein Spiel gewinnt, was ja auch nicht so wahrscheinlich ist. Gewinnt Lausanne nicht, kommt es auf jeden Fall zum Endspiel, bei welchem dann nur noch die Frage wäre, wer welches Resultat benötigt.
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Vorschau Schweiz Raiffeisen Super League, Nachholspiel

in Kürze:

Eine ideale Paarung steht an.
 
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Servette Genf – FC Sion     (Entfernung: 162 km)
Hier muss man nun wirklich nicht lange gefragt werden. Die Luise werden sicher bald in den Keller gehen auf Servette — denn ein schlimmeres Chaos als bei Sion kann es einfach nicht mehr geben. Unter diesem Präsidenten wird sich jeder nur dies sagen: sack so viel Kohle ein, wie du bekommen kannst, aufm Platz ist egal, was du oder die Mannschaft ablieferst, dann sieh zu, dass du bald das Weite suchst. Nun dürfte sogar Europa nicht nur gewaltig wackeln für Sion, sondern sogar komplett flöten gehen — und keinen juckt es, nicht einmal das Publikum.
Servette spielte auch das letzte Spiel mehr als ordentlich und hat einfach nur einiges Pech gehabt (und diese Übersetzung muss man, nach einigen Jahren der Lehre, so hinnehmen: wenn ein Reporter von Abschlussschwäche spricht, hatte die Mannschaft Pech, wenn er von katastrophaler Abschlussschwäche spricht, hatte sie sehr viel Pech; so geschehen bei Servette, beim 0:1 gegen YB). Verdienen können sich die Genfer mit einem Sieg ein Endspiel gegen Lausanne vor eigenem Publikum, und tatsächlich, dem Münchhausen gleich, sich am eigenen Schopfe packen und aus dem Sumpf ziehen.
Viel bessere Gelegenheiten gibt es wohl kaum: 10 von 10 auf den Heimsieg.
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Rückblick Schweiz Raiffeisen Superleague, 33. Spieltag

in Kürze:

 
Es stehen noch etliche Entscheidungen aus, eigentlich fast alle. Nur Luzern spielt um nichts derzeit — das aber ausgesprochen gut, und von einem Nachlassen weit und breit nichts zu erkennen. Bedeutet aber noch lange nicht, dass es eine Menge heißer Tipps gibt. Nur mit Mühe wagt man sich an zwei Paarungen heran.
 
Man kommt aus dem Strudel nicht mehr heraus. Es reichte zu zwei Tipps, beide waren nach frühen Gegentoren (das eine war Abseits, beim anderen war es zwei Mal ganz knapp nicht) ziemlich wertlos, obwohl die gewetteten Teams im weiteren Verlauf durchaus zeigten, dass es auch alles hätte ganz anders kommen können. Nützt gar nichts. So sind es -5 auf St.Gallen und -3 auf Servette, macht -8.
 
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FC Basel – Lausanne Sports     2:0 (1:0)
Zuschauer :  35.171   (Schnitt bisher:  28.741)
(Entfernung: 196 km)
 
Fast die gleiche Konstellation, die es in Österreich gleich zwei Mal gibt: Titelkandidat gegen Abstiegskandidat. Sie nehmen sich fast nichts, außer vielleicht, dass Basel keine Torejagd benötigt sondern nur einen Sieg, und selbst diesen nicht mit absoluter Dringlichkeit, da ja GC gar nicht mehr gewinnt, egal, wie (gut) sie spielen. 
Ob ausgerechnet Lausanne in der Lage sein wird, ihre Klassenerhaltshoffnungen hier zu verbessern und dabei zugleich die Meisterschaft noch einmal spannend zu machen? In der derzeitigen Verfassung wohl kaum. 
 
Die Markteinschätzung aushebeln ist an dieser Stelle unmöglich. Ein Pass.
 
Teamnews:
Bei Basel fehlt derzeit wohl niemand, 
bei Lausanne Guillaume Katz (24, IV, 31/0/0) Gelbsperre.
 
Es war eine ziemlich klare Angelegenheit, auf jeden Fall, was die Spielanteile und Torchancen anging. Basel ja auch im Cupfinale vertreten, so dass sie vielleicht nicht alles taten, um einen höheren Sieg einzufahren.
Dennoch muss man hier anmerken, dass das 1:0 ein typisches Abseitstor war, welches sonst immer aberkannt wird — hier aber nicht. Der Stürmer ist wohl auch vorne im Moment des Abspiels, nur geht die Fahne halt unabhängig davon, ob er es ist oder nicht, ja eh immer reflexartig hoch. Hier könnte man schon fragen, ob ein (nein, DER) Topverein vielleicht hier oder da mal davon profitiert, dass er die Nummer 1 ist. Hier hat man kaum Hemmungen, die Fahne mal unten zu lassen und im Zweifel auch mal daneben zu liegen. Wird schon keiner was sagen. Wie sollte Lausanne auch aufmucken, wenn sie doch am Ende eh (klar) verlieren? „Das war aber ungerecht, diese Niederlage, denn das erste Tor war irregulär.“ Da machte man sich lächerlich, insofern schadet es nicht, hier mal die Regel „im Zweifel für… “ (den Spitzenverein?!) anzuwenden.
Der Beweis: Lausanne erzielte (so ziemlich aus der einzigen Chance) das reguläre 1:1 — fast auf die gleiche Art, nur war es hier eben keines –, und hier wurde es aberkannt.
Ändert in der Summe nichts: ein ganz klar verdienter Sieg einer gut spielenden Baseler Mannschaft, der eigentlich hätte höher ausfallen sollen/können/müssen.
 
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FC Sion – Grasshoppers Club Zürich     0:4 (0:2)
Zuschauer : 6.800    (Schnitt bisher:  10.519)
(Entfernung: 276 km)
 
Weniger schmackhaft als diese Partie geht ja wohl kaum. Sion möchte man niemals haben, nein, nein, und nochmals nein. Das 0:5 in St.Gallen war eine echte Backpfeife, auch für den allmächtigen Präsidenten Constantin, der vor ein paar Wochen ja noch Platz 3 als (irrwitziges) Saisonziel ausgerufen hat. Nun müsste doch bald mal wieder der Trainer fällig sein? Denn: ausgerechnet den letzten Gegner hätte man ja überflügeln müssen, um an Platz 3 zu gelangen. Nun sieht man nicht einmal mehr die Rücklichter, abgesehen vom Leistungsstand, bei 11 Punkten Rückstand! Viel mehr ist nun Europa in ernster Gefahr, falls Thun oder die Young Boys mal wieder zu siegen anfangen. 
 
Aber möchte man die Grasshoppers haben? Nun ja, irgendwie und eigentlich schon, ja. Aber gerade sie haben ja (von den Ergebnissen her) mit am meisten enttäuscht. In vier Spielen drei Niederlagen? Nein, auch das schmeckt einfach nicht, zumal die Titelhoffnungen eh schon begraben sein dürften und die Verteidigung von Platz 2 das Ziel sein soll, bei welchem die Beine schwer zu werden scheinen. 
 
Es passt einfach überhaupt nicht. Ein Pass.
 
Teamnews:
bei Sion fallen aus Aislan (25, IV, 12/0/0), Adao Joaquim (20, DM, 12/0/0), Gennaro Gattuso (35, DM, 27/1/1), 
bei GC sind es Stephane Grichting (34, IV, 30/0/0), Gelbsperre, Daniel Pavlovic (25, LV, 23/0/0), Taulant Xhaka (22, RV, 25/0/1), Gelbsperre.
 
Schlimmeres Chaos als bei Sion kann man sich einfach nicht mehr vorstellen. Verursacher: ein (mindestens größen-)wahnsinniger Präsident. Constantin hat vor der Partie (und nach dem 0:5 in St.Gallen) nicht nur tatsächlich einen neuen Trainer geholt (was spielt es eigentlich für ein Rolle, aber heißen tut er Michel Decastel, war aber bereits zu Saisonbeginn dort; „Vertrag“ bis 30.6.; alles nur rundherum lächerlich), sondern zugleich eigenhändig 6 Spieler aus dem Kader gestrichen. Was soll also überhaupt irgendein Trainer dort? Schlimmer kann man nicht mehr agieren. Egal, wie viel Geld er hineinpumpt: derartiges Überschreiten von Kompetenzen kann nie und nimmer Erfolg bringen und man möge gerne in den Texten zurückblättern, dass dies bereits früh im Herbst „angekündigt“ wurde an dieser Stelle.
Allein die Zuschauerzahl beweist bereits, dass niemand mehr etwas mit  Mannschaft und/oder Verein zu tun haben will. Man bedenke: es geht um etwas, man spielt gegen ein Schwergewicht, das Wetter ist schön — und dann kaum die Hälfte der zu erwartenden? Die Stimmung war zudem extrem merkwürdig im Stadion. Bei jedem Gegentor gab es zunehmend lauter werdende Pfiffe, die aber ganz sicher nur gegen die Vereinspolitik gerichtet waren.
Perfekt hingerichtet hat Constantin sie. Wie soll man unter diesen Umständen Fußball spielen? Eine Niederlage — und man fliegt (vom Präsidenten!) aus der Mannschaft.
Im Spiel selbst haben sie zwar zu Beginn noch recht ordentlich gespielt, aber mit den ersten Gegentoren fiel alles auseinander. Nach dem Schlusspfiff ging Kapitän Xavier Margairaz auf den Präsidenten los, noch im Stadion, auf der Tribüne. Die einzig richtige Maßnahme, wie man sich von hier aus zu beurteilen erlaubt!
GC übrigens ebenfalls mit einer merkwürdigen „Taktik“: das Pokalfinale steht an, und zu diesem Zwecke wurden etwa drei Stammkräfte geschont. Ja, geht es denn hier, in diesem Spiel nicht um die Champions League? Oder hat man den Gegner nicht ernst genommen, in dieser Aufstellung und Verfassung?
Die Partie selbst war eine klare Angelegenheit, zumindest ab dem ersten Gegentor und der danach nicht verwerteten Ausgleichschance.
 
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FC Thun – FC St.Gallen     3:0 (2:0)
Zuschauer :  4.495   (Schnitt bisher:  5.338)
(Entfernung: 231 km)
 
Tja, es steht schon etwas auf dem Spiel hier. Thun könnte tatsächlich noch einmal den FC Sion angreifen für Platz 5, während St.Gallen sicher mit einigem Optimismus auf Platz 2 schielen dürfte, der ihnen tatsächlich als Aufsteiger sensationell einen CL-Quali Platz verschaffen würde. Für beide lohnt es also. Wer ist näher dran?
 
Thun hatte die phantastische Serie, als sie hintereinander allen möglichen Spitzenteams Punkte abluchsten. Nur sind diese „Zeiten“ schon wieder drei Spiele her. Danach gab es ein nicht eben tolles 1:1 gegen Luzern, ein 0:2 bei Servette und zuletzt ein 2:0 gegen ein wirklich schwaches Lausanne. Es war Normalmaß, was in diesem Falle hieße Mittelmaß, und dies noch immer aller Ehren wert für den kleinsten Club der Liga.
 
St.Gallen mit dem nun haushoch die Torjägerliste anführenden, zugleich fast Assistkönig Oscar Scarione in absoluter Topform auf dem Vormarsch. Alle Leistungen von ihnen waren eigentlich gut, selbst wenn eine Weile lang nicht gut belohnt. Ein 5:0 gegen Sion gibt den nötigen Auftrieb für dieses Spiel hier (nachdem man 0:2 in Luzern verloren hatte).
 
Die Neigung geht ganz klar Richtung St.Gallen. Thun wird sich eher zurücklehnen als die Gäste, die eine sensationelle Saison krönen können. 3 von 10 auf die 2.
 
Teamnews:
Bei Thun fehlen Seif Ghezal (31, IV, 23/1/0), Kevin Bigler (20, RV, ohne Einsatz), Benjamin Lüthi (24, RV, 29/0/3), Gelb-Rot, Roland Bättig (33, DM, 20/0/0), Muhamed Demiri (27, DM, 28/2/2), Renato Steffen (21, LM, 15/3/4), Gelbsperre, Mathieu Salamand (22, OM, 20/2/5), Cassio Horta Magalhaes (22, MS, 10/1/1),
bei St.Gallen sind es Marco Hämmerli (28, LV, 2/0/0), Rotsperre, Franck Etoundi (22, MS, 21/2/3), Sven Lehmann (21, MS, 1/0/0), Gelbsperre.
 
Die Teamnews sprechen noch mehr für St.Gallen, trotz deren wichtigen Ausfalles von Etoundi, also machen wir 5 von 10 auf die 2.
 
Immer, wenn man sich mal gegen Thun stellt, liefern sie wieder eine derartige Leistung ab. Umgekehrt ist es wohl, wenn man hinter ihnen stehen sollte.
Diese Partie war nach 12 Minuten bereits so gut wie entschieden, da es danach bereits 2:0 stand (4., 12.). Wobei dem 1:0 ein klares Abseits vorausging und das 2:0 ein Stochertor war. Später drängte St.Gallen auf zumindest den Anschlusstreffer, der aber einfach nicht gelingen wollte. In der Nachspielzeit fiel das 3:0.
Natürlich ist es nicht gut möglich, aus einem 0:3 eine gute Wette zu konstruieren. Aber ohne das 1:0 hätte es ohnehin ganz anders aussehen können und im späteren Spielverlauf hätte es zumindest mal den Anschluss geben sollen.
 
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Servette Genf – Young Boys Bern     0:1 (0:1)
Zuschauer :     (Schnitt bisher:  6.847)
(Entfernung: 159 km)
 
Es ist nicht ganz so einfach, das Positive bei den Young Boys zu entdecken. Finanzkrise im Club, schon lange eine Krise in der Mannschaft, auch hier ein (völlig sinnloser) Trainerwechsel zu dem zwar sehr engagierten, aber doch meist missmutigen Challandes, Europa fast außer Reichweite, rundherum: mieser geht es nicht. Was soll da noch ein Gefasel von „Potenzial“ in der Mannschaft? Sie haben ein 4:0 gegen GC erzielt, ja, aber selbst dies war a) nicht überzeugend, und b) hat es den erhofften Leistungsboost nicht gegeben, wie das klägliche 1:3 in Luzern zeigte. Hier stimmt einfach gar nichts.
 
Servette hat auch bei der Niederlage in Basel teils ansehnlichen Fußball gezeigt. Ein 0:2 ist keine Schande und ein einzelner Erfolg in einer derartigen Partie hier könnte die ganze Saison retten. Man wäre flugs auf einen Punkt an Lausanne heran (so diese denn auch brav die Punkte in Basel abliefern), und hätte direkt am Dienstag danach das einzig ausstehende Nachholspiel daheim gegen ein fast genau so wie YB kriselndes Sion. Das sind doch Aussichten? Dass die Fans mitziehen, konnte man sehen, denn sie waren sogar in Auswärtsspielen (recht zahlreich) angereist.
 
Hier also neigt man sich zu Servette. Damit es nicht immer nur beim Blabla bleibt: 3 von 10 auf die 1.
 
Teamnews:
Servette ohne Matias Vitkieviez (28, RM, 24/2/2), Gelbsperre, Geoffrey Tréand (27, LA, 25/4/5), Gelbsperre, wichtig,
YB ohne Pascal Doubal (20, ZM, 12/0/0), Moreno Costanzo (25, OM, 22/6/6), Gelbsperre, Josh Simpson, schon die ganze Saison, Gonzalo Zarate (28, RA, 16/2/2).
Die Teamnews nehmen sich wenig bis gar nichts.
 
YB mit gutem Start und nach 6 Minuten bereits das 1:0 für die Gäste. Da die Wette damit bereits ziemlich wertlos wurde, kann man ja immerhin mal erwähnen, dass der Assistent in dem Angriff zwei Mal die Chance gehabt hätte, auf Abseits zu entscheiden. Es war wohl gleiche Höhe und ohnehin wird ja hier stets gewaltig dafür argumentiert, dass die Fahne den Regeln entsprechend häufiger unten bleibt, auf der anderen Seite ist es eben doch so, dass ein derartiger Angriff sehr oft bereits in der Entstehung unterbunden worden wäre — und dies hier zum eigenen Nachteil nicht geschah.
Die erste Hälfte später ziemlich ausgeglichen (wobei die Anfangsphase vielleicht ein kleines Plus pro YB ergibt), die zweite Hälfte aber eine reine Einbahnstraße Richtung YB Tor. Dass Servette dieses Spiel verloren hat, muss einem einfach leid tun wenn man die Fülle der guten Chancen sieht. Sie haben es sehr gut gemacht, auch die Stimmung im Stadion war durchgehend positiv — bis nach der 7. verpassten Torchance ein paar vereinzelte Pfiffe zu hören waren. Das muss aber entweder reine Enttäuschung oder Dummheit gewesen sein. Falsch gemacht haben sie sicher nicht viel. Einfach Pech, dass nicht wenigstens der Ausgleich fiel. Wie es danach weiter gegangen wäre?
Jedenfalls kann man die Wette einfach nicht als schlecht ansehen so gut wie Servette spielte.
 
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FC Zürich – FC Luzern     4:1 (1:0)
Zuschauer : 10.301    (Schnitt bisher: 10.864 )
(Entfernung: 52 km)
 
Man ist geneigt, hier einen Heimsieg vorherzusagen — stellt aber mit Erstauen fest, dass es dem Markt ähnlich geht. Wieso? Nun, bevor die Antwort darauf folgt, zunächst ein paar allgemeinere Bemerkungen: Luzern unter Bernegger also ungeschlagen, erfolgreich also, und teils auch wieder mit dem Fußball, der ihnen in der letzten Saison den Vize-Titel einbrachte. Dem FCZ bescheinigte man zwar lange ein schlummerndes Potenzial, erkannte aber ebenso, dass es einfach nicht abgerufen wurde, und selbst bei den vermehrt auftretenden Siegen selten vollumfänglich zu erkennen war. Es waren Siege, ja, aber es waren keine Glanzlichter.
 
Ganz zuletzt hat sich dies aber geringfügig geändert. Vor allem die Partie gegen den FC Basel (3:1), als man den Tabellenführer regelrecht an die Wand spielte und sich auch von Ungerechtigkeiten und einem lange währenden Rückstand, bei etlichen verpassten Chancen, nie zurückwerfen ließ und einfach immer weiter machte, bis die Tore fielen. 
 
Der Großteil der Antwort auf die oben gestellte Frage ist hier schon geliefert. Es ist am Markt immer wieder zu beobachten, dass derart „schlummernde Giganten“ wie der FCZ (denen man sicher mit dem Kader eine Titelchallenge zugetraut hatte) sofort für gigantische Kurseinbrüche sorgen, sobald sie ein oder zwei Ergebnisse abliefern. Dieses Phänomen also, ungeachtet des (in so guter Form befindlichen) Gegners also hier ein weiterer Teil der Antwort. Dass man sich selbst diesem „Massengefühl“ unterworfen hat, ist keineswegs peinlich. Denn: hier kommt noch ein wichtiger Punkt hinzu: der FCZ steht auf einem Euroleauge Startplatz und muss diesen verteidigen, während Luzern — so gut sie es auch tun in den letzten Spielen — um gar nicht spielt.
 
Also gibt es auch für dieses Spiel nur die eine Lösung: nichts tun.
 
Teamnews:
FCZ ohne Raphael Koch (23, IV, 17/1/0), Gelbsperre, Burim Kukeli (29, DM, 12/0/1), Oliver Buff (20, ZM, 23/1/2), Rotsperre, Davide Chiumiento (28, LA, 18/2/6), 
Luzern ohne Marijan Urtic (22, RV, ohne Einsatz).
 
Luzern spielt zu Beginn etwas besser, kommt zu zwei Chancen gegenüber keinen für den FCZ. Aber doch beiderseits ein etwas verhaltenes Spiel in der Phase. Gegen Ende von Hälfte 1 dreht die Heimmannschaft urplötzlich auf und kommt zu vier Chancen in Serie, von denen die letzte genutzt wird.
Auch in Hälfte 2 Luzern gut, kommt in der 58. zum Ausgleich in einem nun besser und besser werdenden Spiel. Luzern ständig im Vorwärtsgang — und das nützt der FCZ mit einem Konter zum 2:1 (66.). Danach noch mehr Druck von den Gästen, der Ausgleich wäre jedenfalls verdient und war mehrfach gut möglich — ein Lattentreffer als Beispiel –, und in der Nachspielzeit fallen gegen eine komplett entblößte Defensive die Tore zum 3:1 und 4:1.
Insgesamt ein sehr gutes Spiel, aber ein Remis wäre viel gerechter gewesen. Man darf schon sagen, dass der FCZ die ganz großen Stärken in der Offensive hat, was man hier bezeugen konnte, nur waren sie halt zumeist in einer Kontersituation, da in Führung liegend.
Beide Mannschaften auf jeden Fall in sehr guter Verfassung, aber fast noch besser konnten die Gäste insgesamt gefallen.
 
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Vorschau Schweiz Raiffeisen Superleague, 33. Spieltag

in Kürze:

 
Es stehen noch etliche Entscheidungen aus, eigentlich fast alle. Nur Luzern spielt um nichts derzeit — das aber ausgesprochen gut, und von einem Nachlassen weit und breit nichts zu erkennen. Bedeutet aber noch lange nicht, dass es eine Menge heißer Tipps gibt. Nur mit Mühe wagt man sich an zwei Paarungen heran.
 
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FC Basel – Lausanne Sports     (Entfernung: 196 km)
Fast die gleiche Konstellation, die es in Österreich gleich zwei Mal gibt: Titelkandidat gegen Abstiegskandidat. Sie nehmen sich fast nichts, außer vielleicht, dass Basel keine Torejagd benötigt sondern nur einen Sieg, und selbst diesen nicht mit absoluter Dringlichkeit, da ja GC gar nicht mehr gewinnt, egal, wie (gut) sie spielen.
Ob ausgerechnet Lausanne in der Lage sein wird, ihre Klassenerhaltshoffnungen hier zu verbessern und dabei zugleich die Meisterschaft noch einmal spannend zu machen? In der derzeitigen Verfassung wohl kaum.
Die Markteinschätzung aushebeln ist an dieser Stelle unmöglich. Ein Pass.
Teamnews:
Bei Basel fehlt derzeit wohl niemand, 
bei Lausanne Guillaume Katz (24, IV, 31/0/0) Gelbsperre.
 
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FC Sion – Grasshoppers Club Zürich     (Entfernung: 276 km)
Weniger schmackhaft als diese Partie geht ja wohl kaum. Sion möchte man niemals haben, nein, nein, und nochmals nein. Das 0:5 in St.Gallen war eine echte Backpfeife, auch für den allmächtigen Präsidenten Constantin, der vor ein paar Wochen ja noch Platz 3 als (irrwitziges) Saisonziel ausgerufen hat. Nun müsste doch bald mal wieder der Trainer fällig sein? Denn: ausgerechnet den letzten Gegner hätte man ja überflügeln müssen, um an Platz 3 zu gelangen. Nun sieht man nicht einmal mehr die Rücklichter, abgesehen vom Leistungsstand, bei 11 Punkten Rückstand! Viel mehr ist nun Europa in ernster Gefahr, falls Thun oder die Young Boys mal wieder zu siegen anfangen.
Aber möchte man die Grasshoppers haben? Nun ja, irgendwie und eigentlich schon, ja. Aber gerade sie haben ja (von den Ergebnissen her) mit am meisten enttäuscht. In vier Spielen drei Niederlagen? Nein, auch das schmeckt einfach nicht, zumal die Titelhoffnungen eh schon begraben sein dürften und die Verteidigung von Platz 2 das Ziel sein soll, bei welchem die Beine schwer zu werden scheinen.
Es passt einfach überhaupt nicht. Ein Pass.
Teamnews:
bei Sion fallen aus Aislan (25, IV, 12/0/0), Adao Joaquim (20, DM, 12/0/0), Gennaro Gattuso (35, DM, 27/1/1), 
bei GC sind es Stephane Grichting (34, IV, 30/0/0), Gelbsperre, Daniel Pavlovic (25, LV, 23/0/0), Taulant Xhaka (22, RV, 25/0/1), Gelbsperre.
 
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FC Thun – FC St.Gallen     (Entfernung: 231 km)
Tja, es steht schon etwas auf dem Spiel hier. Thun könnte tatsächlich noch einmal den FC Sion angreifen für Platz 5, während St.Gallen sicher mit einigem Optimismus auf Platz 2 schielen dürfte, der ihnen tatsächlich als Aufsteiger sensationell einen CL-Quali Platz verschaffen würde. Für beide lohnt es also. Wer ist näher dran?
Thun hatte die phantastische Serie, als sie hintereinander allen möglichen Spitzenteams Punkte abluchsten. Nur sind diese „Zeiten“ schon wieder drei Spiele her. Danach gab es ein nicht eben tolles 1:1 gegen Luzern, ein 0:2 bei Servette und zuletzt ein 2:0 gegen ein wirklich schwaches Lausanne. Es war Normalmaß, was in diesem Falle hieße Mittelmaß, und dies noch immer aller Ehren wert für den kleinsten Club der Liga.
St.Gallen mit dem nun haushoch die Torjägerliste anführenden, zugleich fast Assistkönig Oscar Scarione in absoluter Topform auf dem Vormarsch. Alle Leistungen von ihnen waren eigentlich gut, selbst wenn eine Weile lang nicht gut belohnt. Ein 5:0 gegen Sion gibt den nötigen Auftrieb für dieses Spiel hier (nachdem man 0:2 in Luzern verloren hatte).
Die Neigung geht ganz klar Richtung St.Gallen. Thun wird sich eher zurücklehnen als die Gäste, die eine sensationelle Saison krönen können. 3 von 10 auf die 2.
Teamnews:
Bei Thun fehlen Seif Ghezal (31, IV, 23/1/0), Kevin Bigler (20, RV, ohne Einsatz), Benjamin Lüthi (24, RV, 29/0/3), Gelb-Rot, Roland Bättig (33, DM, 20/0/0), Muhamed Demiri (27, DM, 28/2/2), Renato Steffen (21, LM, 15/3/4), Gelbsperre, Mathieu Salamand (22, OM, 20/2/5), Cassio Horta Magalhaes (22, MS, 10/1/1),
bei St.Gallen sind es Marco Hämmerli (28, LV, 2/0/0), Rotsperre, Franck Etoundi (22, MS, 21/2/3), Sven Lehmann (21, MS, 1/0/0), Gelbsperre.
 
Die Teamnews sprechen noch mehr für St.Gallen, trotz deren wichtigen Ausfalles von Etoundi, also machen wir 5 von 10 auf die 2.
 
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Servette Genf – Young Boys Bern     (Entfernung: 159 km)
Es ist nicht ganz so einfach, das Positive bei den Young Boys zu entdecken. Finanzkrise im Club, schon lange eine Krise in der Mannschaft, auch hier ein (völlig sinnloser) Trainerwechsel zu dem zwar sehr engagierten, aber doch meist missmutigen Challandes, Europa fast außer Reichweite, rundherum: mieser geht es nicht. Was soll da noch ein Gefasel von „Potenzial“ in der Mannschaft? Sie haben ein 4:0 gegen GC erzielt, ja, aber selbst dies war a) nicht überzeugend, und b) hat es den erhofften Leistungsboost nicht gegeben, wie das klägliche 1:3 in Luzern zeigte. Hier stimmt einfach gar nichts.
Servette hat auch bei der Niederlage in Basel teils ansehnlichen Fußball gezeigt. Ein 0:2 ist keine Schande und ein einzelner Erfolg in einer derartigen Partie hier könnte die ganze Saison retten. Man wäre flugs auf einen Punkt an Lausanne heran (so diese denn auch brav die Punkte in Basel abliefern), und hätte direkt am Dienstag danach das einzig ausstehende Nachholspiel daheim gegen ein fast genau so wie YB kriselndes Sion. Das sind doch Aussichten? Dass die Fans mitziehen, konnte man sehen, denn sie waren sogar in Auswärtsspielen (recht zahlreich) angereist.
Hier also neigt man sich zu Servette. Damit es nicht immer nur beim Blabla bleibt: 3 von 10 auf die 1.
Teamnews:
Servette ohne Matias Vitkieviez (28, RM, 24/2/2), Gelbsperre, Geoffrey Tréand (27, LA, 25/4/5), Gelbsperre, wichtig,
YB ohne Pascal Doubal (20, ZM, 12/0/0), Moreno Costanzo (25, OM, 22/6/6), Gelbsperre, Josh Simpson, schon die ganze Saison, Gonzalo Zarate (28, RA, 16/2/2).
Die Teamnews nehmen sich wenig bis gar nichts.
 
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FC Zürich – FC Luzern     (Entfernung: 52 km)
Man ist geneigt, hier einen Heimsieg vorherzusagen — stellt aber mit Erstauen fest, dass es dem Markt ähnlich geht. Wieso? Nun, bevor die Antwort darauf folgt, zunächst ein paar allgemeinere Bemerkungen: Luzern unter Bernegger also ungeschlagen, erfolgreich also, und teils auch wieder mit dem Fußball, der ihnen in der letzten Saison den Vize-Titel einbrachte. Dem FCZ bescheinigte man zwar lange ein schlummerndes Potenzial, erkannte aber ebenso, dass es einfach nicht abgerufen wurde, und selbst bei den vermehrt auftretenden Siegen selten vollumfänglich zu erkennen war. Es waren Siege, ja, aber es waren keine Glanzlichter.
Ganz zuletzt hat sich dies aber geringfügig geändert. Vor allem die Partie gegen den FC Basel (3:1), als man den Tabellenführer regelrecht an die Wand spielte und sich auch von Ungerechtigkeiten und einem lange währenden Rückstand, bei etlichen verpassten Chancen, nie zurückwerfen ließ und einfach immer weiter machte, bis die Tore fielen.
Der Großteil der Antwort auf die oben gestellte Frage ist hier schon geliefert. Es ist am Markt immer wieder zu beobachten, dass derart „schlummernde Giganten“ wie der FCZ (denen man sicher mit dem Kader eine Titelchallenge zugetraut hatte) sofort für gigantische Kurseinbrüche sorgen, sobald sie ein oder zwei Ergebnisse abliefern. Dieses Phänomen also, ungeachtet des (in so guter Form befindlichen) Gegners also hier ein weiterer Teil der Antwort. Dass man sich selbst diesem „Massengefühl“ unterworfen hat, ist keineswegs peinlich. Denn: hier kommt noch ein wichtiger Punkt hinzu: der FCZ steht auf einem Euroleauge Startplatz und muss diesen verteidigen, während Luzern — so gut sie es auch tun in den letzten Spielen — um gar nicht spielt.
Also gibt es auch für dieses Spiel nur die eine Lösung: nichts tun.
Teamnews:
FCZ ohne Raphael Koch (23, IV, 17/1/0), Gelbsperre, Burim Kukeli (29, DM, 12/0/1), Oliver Buff (20, ZM, 23/1/2), Rotsperre, Davide Chiumiento (28, LA, 18/2/6), 
Luzern ohne Marijan Urtic (22, RV, ohne Einsatz).
 
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