Vorschau Heute für Morgen 1. Liga Österreich, 19. Spieltag

Austria Lustenau – SV Kapfenberg    (Entfernung : 570 km)

Nix zu machen in der Partie. Austria Lustenau hat zurückgefunden zu „winning ways“, nur können sie weiterhin nicht wirklich überzeugen. Irgendwie bleibt das Gefühl, dass die Überlegenheit im Tabellenbild noch einmal abklingen könnte. Sie sind gut, sie sind teils sogar souverän, aber richtig umhauen können sie einen nicht mit dem Stil. Es dürfte reichen, ja, für Platz 1, da sich von der  Konkurrenz ebenfalls niemand so wirklich aufdrängt, aber doch fehlt einem irgendwie das Spaßelement, die richtige Begeisterung, das Mitreißende.

Kpafenberg auf der anderen Seite hat sich zur Antimannschaft entwickelt. Die Zuschauer wollen eh kaum was mit dem Absteiger zu tun haben, der Trainer ist längst nicht mehr (Thomas von Heesen, an den man irgendwie hier glaubte), mit dem neuen (Klaus Schmidt, war nur 2007/2008 mal kurz für Austria Kärnten als Trainer tätig, ansonsten meist Co-Trainer, ohne besondere Referenzen) wurde zwar ein Sieg eingefahren, beim 2:0 gegen Grödig, aber danach direkt wieder verloren (1:2 in Altach), also Wunderdinge sind nicht zu erwarten und der Kader gibt wohl einfach nicht viel mehr her, sicher im Gegensatz zu den Vorabeinstufungen, wo aber gerade Absteiger oftmals viel zu gut abschneiden.

Natürlich gibt es einen klaren Favoriten, nur kann man ihn sicher für den gebotenen Preis nicht spielen, und möchte es auch gar nicht. Genauso wenig aber könnte man dem Außenseiter aber etwas zutrauen, da so gut wie völlig — seit Wochen jedenfalls — die überzeugenden Auftritte fehlen: ergibt in der Summe: ein Pass.

Zusatzinfo: trotz Rasenheizung im Stadion läuft ab Donnerstagnachmittag eine Schneeräumaktion, da der Platz dennoch mit dickem, schwerem Schnee überzogen ist. Bis zum Spiel sollte er allerdings gut bespielbar sein, so natürlich die Idee.
Mit Joachim Standfest (32, heute Rechter Verteidiger, früher Angreifer, einst Nationalspieler und noch lange nicht zu alt) dürfte beim KSV ein schmerzlicher Ausfall sein, es fehlen weitere drei Spieler, auch Burgstaller, 32, IV, wichtig, sowie der Rot gesperrte Ralph Spirk (26, DM), weiterhin Elsneg (22, Halbstürmer) und Schönberger (26, IV). Erzeugt die Neigung PRO A. Lustenau.

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Blau Weiß Linz – TSV Hartberg    (Entfernung : 288 km)

Tja, in dieser Partie muss man einfach tätig werden. Hier ist es der TSV Hartberg, der die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Begründung? Beide mit klaren Niederlagen zuletzt, Linz mit 0:3 in Grödig, Hartberg mit 1:4 in St.Pölten, also von daher eine sehr ähnliche Ausgangslage, da auch die Gegner in ähnlichen Tabellenregionen schweben. Nur: Hartberg war deutlich näher dran, etwas mitzunehmen, denn nach dem 1:3 hatte man mindestens zwei gute Chancen, auf 2:3 zu stellen und wer weiß?!  Linz mit gar nichts in Grödig. Auch davor die Leistungen von Hartberg beinahe überzeugend, aber auch mit Punktausbeuten: zwei Mal 0:0 davor, und noch davor zwei Siege. Bei Linz hingegen sind die Anzeichen der Besserung meist auf eine einzige gute Leistung aufgebaut — und schnell wieder verfolgen (hier war es das 3:0 vor vier Spieltagen gegen Horn, aber man schaue, was derzeit mit Horn geschieht).

Ach ja: BW Linz hat TATSÄCHLICH Eddie Stöhr als neuen Trainer installiert. Dies wird jedoch keinesfalls als gutes Indiz gewertet — man zieht die Reißleine, wie es so schön heißt, hofft auf Wunder, aber wahrhaft beschäftigt man sich wohl kaum mit der Qualität im Kader, geschweige denn mit den Auftritten selbst, sondern wertet ausschließlich nach Ergebnissen. Eine Weltsicht, mit der man, gerade, wenn auf professionelles Spielen und damit auf Objektivität angewiesen, nicht das geringste zu tun hat und haben möchte, von daher begegnet man ihr nicht nur mit Skepsis sondern sogar mit Konfrontation, die da lautet: „Ihr irrt euch.“ Also: kein gutes Zeichen, eher ein weitere Gegenanzeige, aber ruhig auch neutral aufzufassen, halt nur als Info (insbesondere war gerade bei BW Linz nichts von „Spielen gegen den Trainer zu beobachten; anders als beim FC Zürich, beispielsweise)

So ist der Fall hier ganz klar: Hartberg holt etwas. X oder 2. Mit 7/10.

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SV Horn – SC Rheindorf Altach    (Entfernung : 628 km)

Nun gut, ja, der SV Horn, wie weiter oben angemerkt — und nun unmöglich zu korrigieren — im ziemlich freien Fall.  Vier Spiele ohne Sieg, nur zwei Punkte. Nur: gerade die Partie gegen den FC Lustenau könnte einem Mut machen, denn bei diesem 2:2 gab es nicht nur endlich wieder einmal ein paar Tore in einer wirklich guten Partie (davor drei Mal torlos), nein, es war sehr viel spielerische Klasse zu beobachten, mit haufenweise Chancen — selbst wenn es auf beiden Seiten welche gab. Immerhin darf man auch erwähnen, dass sich im Schnitt über 1.600 im beschaulichen Horn im Stadion einfinden, was schon eine kleine Anerkennung für gute Unterhaltung und Leistung ist (Horn selbst hat nur 6.548 Einwohner, da wäre jeder vierte regelmäßig im Stadion). Zu Saisonbeginn hat man oftmals den sinnvoll ergänzten Kader angeführt. Unter anderem spielt dort auch ein Brasilianer, mit Cleiton Mineiro.

Warum hat man nun hier die Argumentation in diese erkennbare Richtung aufgenommen? Ganz einfach: jeder, der was auf sich hält am Wettmarkt, schein sich sicher zu sein, sein überlegenes Wissen (was es dadurch, dass es JEDEN betrifft, natürlich längst nicht mehr ist), in Bargeld ummünzen zu können. Das Sonderwissen? Altach ist stark, Altach kommt noch, Altach startet bald durch. Und: sobald ein Sieg erfolgt, ist es etwa, wie, wenn man von einer Hausfrau einen heißen Aktientipp bekommt: DIE darf man dann wirklich nicht mehr kaufen, weil sie garantiert zu hoch gehandelt wird (so war es vor einigen Jahren VOR dem großen Crash: da meinte jeder, einen Weg zu wissen zum reich werden; die Folgen bekannt). Altach hat gewonnen, jawohl. Altach hat sogar drei von vier Spielen gewonnen, Auch richtig. Aber: wann haben sie wirklich überzeugt? Letzte Woche gab es ein 2:1 (! „nur“ ein 2:1) gegen Krisenmeister Kapfenberg, und das auch noch gegen ein ab Minute 1 um einen Mann reduzierten Gegner, im eigenen Stadion, und es war ziemlich eng. Alles andere also als ein Spielrausch oder ein Frust von der Seele schießen. Schweiß abwischen, die haben wir gepackt, weiter geht es, das viel eher das Motto.  Davor ein 0:0 in Hartberg, wo eher der Gegner näher dran war.  Auch beim 1:0 in Lustenau beim FC war eher der Gegner die bessere Mannschaft (damals hatte Altach unter der Woche 120 Pokalminuten gegen Rapid aufopferungsvoll, aber vergebens, gekämpft, das als Entschuldigung), so bleibt im besten Fall das 3:0 gegen Beinahe-Prügelknabe First Vienna, und selbst da war es bestenfalls eine „workmanlike“ performance. Die Glanzlichter blieben also völlig aus, das muss man einfach konstatieren. Klar aber auch, dass man, wenn es in einer Saison mal nicht so gut läuft (wie in der langen Phase davor), man zunächst auf Ergebnisse aus ist und das Ausspielen der spielerischen Klasse etwas auf sich warten lassen kann, aber eben: noch wartet man drauf. Ist es überhaupt vorhanden? Ein Aigner im Sturm ist viel eher ein Einzelkämpfer, der den Abschluss sucht, als dass er sich am Kombinationsspiel beteiligt. Louis Mahop ist längst als „Chancentod“ verschrien (4 Tore in 15 Spielen). Kleine Extraanmerkung: die Paarung lautet ja, wenn man auf den Wettmarkt hört, sozusagen David gegen Goliath. Und tatsächlich: Goliath liegt in der Tabelle vorne. Ganze 5 Punkte…

Also: genug Argumente PRO Horn und CONTRA Altach aufgezählt: wohl wissend, dass es eine gewagte Angelegenheit ist, und somit mit nur 3/10 supported: Horn verliert nicht. 1 oder X.

Zusatzinfo: leichter Schock für Altach: Riesensupertalent und Nachwuchshoffnung Felipe Dorta, Brasilianer, Mittelstürmer, 16 Jahre alt, aber bereits 132 Minuten im Einsatz diese Saison, hat sich am Donnerstag schwer verletzt. Die erste Diagnose: Kreuzbandriss, womit er bis Juni ausfiele. Wirklich sehr bitter.

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SKN St.Pölten – First Vienna    (Entfernung : 64 km)

Hier sieht es nun ein ganz klein wenig anders aus als bei Austria Lustenau: a) der Gegner ist doch deutlich schwächer, und b) St.Pölten trifft zuverlässig, und das sogar ohne Segovia (der doch wohl wieder fit sein sollte?). Selbst wenn es zuletzt nur die Standards waren: diese haben eine große Bedeutung bekommen und wenn man sie gut kann, hat man einfach diesen Vorteil. Und: Tor ist Tor, egal, wie gefallen. Gerade im eigenen Stadion steht man mit der Bilanz von 8–0–1 herausragend da, bei 25 erzielten Treffern. First Vienna mag ja durchaus einige Gegenwehr zu leisten gegen den drohenden Abstieg (sie, wer sonst, gehörte auf den letzten Platz im Ranking?), hat zuletzt zu Hause auch insgesamt drei Mal in Folge gewonnen — gegen Mannschaften von unten, mit Horn, Kapfenberg und Hartberg, aber immerhin –, nur setzt es auswärts Klatsche auf Klatsche, meist ohne eigenes Tor (in vier Spielen vier Niederlage, bei 1:10 Toren).

Die Derbytendenz ziemlich unbedeutend, da die Vienna nicht so viele folgsame Enthusiasten zu bieten hat, hier wird St.Pölten mit einigen Treffern zum Sieg kommen. Eine 1, sogar im Handicap, mit 5/10.

Übrigens: die Heimstärke kommt nicht ganz von Ungefähr: in der neuen Arena haben sich im Schnitt in dieser Saison zu den meist mitreißenden Heimspielen (4 Tore im Schnitt pro Spiel) 3.524 Zuschauer pro Partie, was einem Anstieg von 161.5 % entspricht. Nur bei A.Lustenau kamen mehr.  (Laut bundesliga.at liegt der Schnitt zwar identisch, der Anstieg aber bei „nur“ 149%).
Auf die Zuschauer kann man also garantiert wieder zählen.
Laut Transfermarkt ist Segovia übrigens seit dem 22.11. wieder fit. Es dürfte wohl für einen Startplatz reichen.
Bei der Vienna fehlen ein paar Spieler, unter anderem der unverzichtbare Ernst Dospel (36, Abwehr, meist innen). 19 Länderspiele hat er auf dem Buckel — das spricht schon für Qualität. Er hatte schon aufgehört, war Spielertrainer in der Regionalliga, hat aber noch einmal einen Vertrag unterschrieben.

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SV Grödig – FC Lustenau    (Entfernung : 340 km)

Bereits beim Klang der Paarung möchte man nicht mehr all zu viel nachdenken müssen: es kann nicht schmecken. Zu gut hat der FC Lustenau gespielt, als dass man gegen ihn antreten möchte (ein achtbarer Rang 5, mit 7–4–7, aber +2 Toren). Auch die beiden Niederlagen gegen die Spitzenteams Austria Lustenau  SCR Altach waren in Partien, wo man mindestens gleichwertig war. Aber auf ihn?

Dazu muss man den Gegner betrachten: nach der Bekehrung des Grödig Trainers Adi Hüter, der endlich wieder mit Lexa spielte und endlich wieder gewann, und das überzeugend mit 3:0, nach zuvor drei Niederlagen, möchte man gegen diese Mannschaft nicht antreten müssen. Sie haben so viele gute Spiele gemacht und die drei Niederlagen eher heilsam gewirkt, als dass es zu heißen hätte: „Bald steht ihr da, wo ihr hingehört.“ Nein, sie sind einfach gut und gehören ziemlich weit nach vorne. Ob 2, 3 oder 4 (nein, doch nicht höher?) muss sich noch zeigen, aber zweifeln möchte man an ihnen nicht.

Wenn zu etwas gezwungen, dann dennoch nur X oder 2. Diese Leistungen konstant gut und nicht immer belohnt. Keine Einheitenangabe bedeutet, keine Einheiten riskiert, sondern nur eine Neigung von sich gegeben. Kann ja nix kosten?

Zusatzinfo (und Bezug nehmend auf den Nachbericht): beim FC Lustenau fehlen vier Spieler aufgrund der fünften Gelben Karte. 0 Einheiten kann es eh maximal kosten, aber die Neigung kann man so nicht aufrecht erhalten. Einer der fehlenden übrigens: Carlos Eduardo.  Weiterhin: Ali Osman (26, MS, 3 Tore/ 4 Assists).

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