Rückblick 3. Bundesliga, 19. Spieltag

Kurze Zusammenfassung:
Der beste Tipp ist gekommen, Rostock, mit 8/10 angegeben, und das Ergebnis war beim 1:1 total verdient, Rostock sogar gegen Ende mit Vorteilen. Die dezente 1 bei Bielefeld hat sich auch realisiert, und auch das klar und deutlich — und verdient mit dem 3:0. Der zweitbeste Tipp ist allerdings übel in die Hose gegangen, da man Halle unbedingt wieder eine anständige Leistung zutraute, sie aber beim 0:5 — zumindest vom Ergebnis her — arg enttäuschten. Da aber der letzte kleine Tipp, mit 2/10, auch wieder eingegangen ist, mit Darmstadts 1:1 bei StuKi, ist die Bilanz auf jeden Fall positiv (mit ca. 5 Einheiten, wenn man so möchte; +8 -7 +2 +2). 
Wer den Neigungen vertraut hat, hat ebenfalls nicht verloren Chemnitz falsch, Osnabrück richtig, Münster falsch, Heidenheim richtig. Insgesamt also klopft man sich selbst auf die Schulter und schaut mit Optimismus auf den nächsten Spieltag. 
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SpVgg Unterhaching – FC Chemnitz    4:3 (3:1)

Zuschauer:  1.800  (Schnitt bisher: 2.467)

… ein klares Urteil ergibt: ein Pass.
Falls die Neigung doch gefragt sein sollte: da Haching derzeit zwar ordentlich spielt, aber einfach nicht trifft, liegt es nahe, an ein X oder 2 zu glauben.

Ein tolles Spiel, welches auch nicht ganz zu dem Vorbericht passte, denn da wurde Unterhaching ja unterstellt, dass längst Schluss mit Spaßfußball sei. Sie spielten zwar weiterhin ganz gut, aber längst nicht mehr diesen tollen Offensivfußball wie zu Beginn der Saison (zuletzt drei Mal ohne eigenen Treffer, aber auch nur ein Mal bezwungen). Dieses Spiel zeigte, dass es doch noch geht — sobald man sich nämlich klar macht, dass man doch noch immer nichts zu verlieren hat und das Wunder „Aufstieg“ vielleicht schaffen kann oder halt doch, wie allgemein erwartet, etwas abrutschen wird.
Chemnitz aber kein bisschen schwach in dieser Partie, eher im Gegenteil, in der Summe sogar mit Vorteilen. Es gab Chancen auf beiden Seiten und der entfesselte Niederlechner auf Seiten der Hachinger machte den Unterschied, indem er drei Mal traf (einmal allerdings aus Elfmeter, welchen er jedoch selbst herausgeholt hatte), in einem lupenreinen Hattrick (01: auf 3:1). Zwischendurch aber Chemnitz mit mehr Spielanteilen und Chancen. Auch nach dem 3:1 längst noch nicht „curtains“. Chemnitz glaubte daran, das Spiel drehen zu können und Chemnitz tat alles dafür. Das 2:3 auch durch Elfer, als Anton Fink entschlossen in den Strafraum ging und regelwidrig gestoppt wurde. Danach noch mehr Druck der Gäste, schließlich belohnt, vom ebenfalls bärenstarken Kegel. 500 Fans waren mit nach Haching gekommen, sie waren völlig aus dem Häuschen und wollten nun den Sieg. Weiter Vorwärtsgang, aber einer spuckte ihnen kräftig in die Suppe: Thee machte bei einem Konter das 4:3 (74.). Auch jetzt noch lange nicht Schluss, im Gegenteil, beinahe der heißeste Teil der Partie stand noch bevor, weil Chemnitz alles herausholte, um den Ausgleich zu erzwingen, die Hausherren aber bei ihren Kontern gefährlich blieben. Chancen hüben und drüben — aber kein weiterer Treffer mehr.
Ja, reiner Spaßfußball, mit einer besseren Mannschaft, welche die Gäste stellten. So ist Fußball halt, aber so macht er auch Spaß. Wenn man seine Kohle drauf hatte, tut es etwas mehr wert, aber man muss es halt hinnehmen. Jedenfalls ist mit Chemnitz zu rechnen und mit Haching insofern, als sie vielleicht doch wieder diesen unbekümmerten Spaßfußball wie zu Saisonbeginn abliefern könnten. Ob es von der Qualität her reicht, ist dabei eine andere Frage. Unterhaltsam ist es, und das Talent und die Anlagen sind im Kader.
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Alemannia Aachen – VfL Osnabrück   0:1 (0:0)

Zuschauer:  12.031  (Schnitt bisher: 13.803)
Bedeutet in der Summe: wenn überhaupt, Osnabrück nehmen. Aachen wird in dieser Verfassung kaum zum Höhenflug ansetzen. Besser aber: Finger weg.

Die Zuschauer waren weiterhin da, wie man sieht. Natürlich auch einige, die die 264 km Reise auf sich genommen haben. Aber: für die Winterpause droht der Alemannia der Komplettausverkauf. Auch Osnabrück aber mit großen finanziellen Problemen.
Das Spiel selbst war so weit gut und ziemlich ausgeglichen, mit leichten Vorteilen vielleicht für die Gäste. Sie nutzten eine ihrer Chancen, für die Alemannia gab es mal wieder nur Frust. Die Auf- und Einstellung waren (trotz des besiegelten Abstiegs) aber doch völlig ok, nur das Pech ist ihnen geblieben. Dennoch heißt es natürlich für die Zukunft weiterhin: Finger weg von Partien mit ihrer Beteiligung. Mit echtem Wettbewerb hat es einfach — trotz des achtbaren Auftritts — nicht mehr viel zu tun, zumal ja die Spieler garantiert andere Sorgen haben (bekomme ich einen neuen Verein? Und wenn: wohin gehe ich?). Klar, dass man da nicht mit 100% Einsatz — man beachte die Gefahr für die Knochen, was vor allem diejenigen betrifft, die sich bereits einig sind mit einem neuen Arbeitgeber. Die anderen werden sich natürlich präsentieren wollen. Genug erzählt darüber.
Osnabrück bleibt jedenfalls einer der (Top-)Kandidaten. Klar, bei 4 Punkten Vorsprung auf Platz 2.
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SV Babelsberg 03 – Preußen Münster   1:0 (1:0)

Zuschauer: 2.682   (Schnitt bisher: 3.042)
So gibt es nur diese Möglichkeit: Münster nehmen oder passen
 
Auch gegen ein Spitzenteam kommen in Babelsberg keine Zuschauer mehr. Nein, es stimmt wirklich nicht, in Verein und Mannschaft. Und doch wurden schon wieder 3 Zähler eingefahren. Eigentlich undenkbar. Was sie können? Ja, kompakt stehen und schlau spielen. Immer aus der Außenseiterrolle, immer den Gegner kommen lassen (man sieht, wie sehr die Zuschauer das honorieren: gar nicht). Und physisch ist die Mannschaft wirklich stark. das möchte man ihnen nicht absprechen, und zum Teil scheint dies in der Liga auszureichen — sofern man sich gegen das Fußball spielen entscheidet. Zerstören geht, konstruktiv aber wenig.
Wer war Spieler des Tages? Der Babelsberger Torwart. Sobald man eine derartige Nachricht liest, meine ich, weiß man in etwa, wie das Spiel verlaufen ist. Bis zur 18. Minute bereits einige gute Chancen für die Gäste. Immer wieder der Keeper im Brennpunkt. Aus dem Nichts die Führung für den Gastgeber: ein einziger Angriff, Stürmer Koc im Strafraum, wird leicht behindert, fällt, Elfmeter. Tja, also im (bebilderten) Spielbericht heißt es, dass es nie und nimmer einer war. Nun, diese Meinung teilt man hier nicht ganz. In der Originalgeschwindigkeit sieht man gut, dass der Stürmer vorbei käme und halt leicht behindert wird. Selbst wenn man einrechnet, dass er ihn gerne haben möchte und entsprechend den Kontakt zum Fallen nutzt, so bleibt es doch bei einer Behinderung. Wie bekommt man überhaupt einen? Wie schon mehrfach dargelegt: fallen geht nicht, weil es dann heißt „zu theatralisch“, weiter spielen geht auch nicht, weil dann ja wohl offensichtlich gar nichts war. Also: eine wirklich nicht falsche Entscheidung, nur müsste man halt immer so pfeifen.
Münster tat sich danach deutlich schwerer. Das war erst einmal nicht so leicht zu verkraften. Dennoch bauten sie allmählich wieder Druck auf. Auch in Halbzeit 2 noch immer die Gäste die bessere Mannschaft, aber längst nicht so zwingend wie erwartet. Es kam zu ein paar Chancen — siehe „Mann des Tages“ — aber das Tor lag doch nicht unbedingt in der Luft. In der 63. dann auch ein Elfer für die Gäste — so pfeift man als Schiri auch gerne: dort einen geben, dort einen geben, beide etwas soft. Man kann sich das als Schiri sogar vornehmen. Die Situationen ergeben sich so gut wie immer. Hier war es ein Handspiel, welches andernfalls nicht immer geahndet würde (Flanke an die Hand, aus kurzer Distanz). Nur wird dieser halt vergeben.
Gegen Ende noch einmal Dauerdruck, aber ohne die ganz großen Chancen, alles im Strafraum, wie gegen eine Wand angerannt.
In der Summe natürlich ein glücklicher Sieg, der garantiert für die Zukunft keine weiteren Fans anlocken dürfte. Sie spielen einfach unattraktiv, nicht gut. Selbst wenn diese Leistung absolut auf ihrem Niveau war. So kann man punkten für die Tabelle, aber nicht bei Freunden des Spiels Fußball.

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Arminia Bielefeld – Wacker Burghausen   3:0 (1:0)

Zuschauer:  6.541  (Schnitt bisher: 8.049)
Ja, also wenn, dann doch Bielefeld. Die Einschränkungen weiter oben nachzulesen. Eine sehr dezente 1.

Bielefeld richtig stark. Das sah wieder nach dem Fußball aus, die einen sie hat auswählen lassen in vielen Partien zuvor. Flüssig, schnell, konzentriert nach vorne, mit ständig gefährlichen Abschlüssen. So macht die Arminia Spaß, so könnten sie durchaus auch bis auf Rang 1 gelangen.
Burghausen spielt zwar auch sehr gefällig im Kombinationsspiel, kam aber gegen diese Bielefelder einfach nicht an. Sicher versuchte man in Hälfte 2, das 0:1 wett zu machen und war vermehrt in der Offensive zu sehen, jedoch kam nichts Gscheits dabei heraus, stattdessen die Arminia mit den ständigen Kontern viel gefährlicher — und ein paar erfolgreichen Abschlüssen, wobei durchaus mehr Treffer möglich waren, als nämlich die Burghausener zwar ihren Spielstil nicht ändern wollten — durchaus elegant un gefällig nach vorne, weiterhin ohne Gefahr zu erzeugen –, aber doch merklich, zumindest im Defensivverbund, die Köpfe hängen ließen.
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Borussia Dortmund II – VfB Stuttgart II    0:2 (0:1)

Zuschauer:  282  (Schnitt bisher: 2.360)
Ein sonnenklares Pass.

Da fällt einem kaum etwas ein. Das war Drittligafußball? 282 Zuschauer kommen, wenn die untereinander spielen. Das spricht doch Bände. Nein, keine Frage, etliche der Akteure werden in den nächsten Jahren in der 1. und 2. Liga vorspielen dürfen, bald zu Dauergästen auf den Fernsehbildschirmen sein, aber so richtig braucht man sie nicht in der Liga. Ja, sie müssen ja spielen, um Praxis zu bekommen, und sie müssen in ernsten Wettkämpfen spielen. Aber wäre das englische Vorbild nicht geeigneter? Die 2. spielen eine eigene Meisterschaft aus. Da könnte man sogar jedes Spiel schauen, mit Sicherheit, weil es dann nämlich im gesamten Wettbewerb so wäre, dass die größten Nachwuchshoffnungen auflaufen. Na, ist ja nur ein wenig Philosophie.
Zwei der besten im Aufgebot der Dortmunder — die zuletzt auffälligen Bittencourt und Bajner — fehlten, Gelbsperre und Verletzung. Guter Anfang auch von Dortmund, dann bald ein Platzverweis (26.), und damit die Vorzeichen klar. Stuttgart spielte die zahlenmäßige Überlegenheit aus, das war es. Bald das 1:0 und selbst wenn Dortmund sich aufbäumte, auch nach dem Wechsel, so kam es doch zu einem verdienten Sieg (natürlich bedingt durch die Hinausstellung).
Keine Folgerungen zu ziehen.
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Rot Weiß Erfurt – Hansa Rostock   1:1 (1:1)

Zuschauer:  9.058  (Schnitt bisher: 4.475)
Das Derby dazu, der Befund ist klar: Rostock holt hier etwas. X oder 2. Mit einiger Überzeugungskraft (das macht 8/10). 

Die Partie das versprochene Derby, wie man nicht zuletzt am Zuschauerzuspruch erkennt. Offensichtlich sogar eines mit einiger Tradition und Rivalität, denn mehr als das doppelte gegenüber dem Schnitt zu dieser Jahreszeit können nur unter solchen Umständen aktiviert werden, wobei mit Sicherheit etliche Rostocker die doch einigermaßen weite Reise auf sich genommen haben. Die eine Auswirkung: spielerische Elemente treten in den Hintergrund, der Kampf in den Vordergrund. Kaum Chancen aber eben doch intensiv geführt. Gegen Ende der Partie sah man aber doch recht deutlich, wer die bessere Mannschaft ist. Nämlich Rostock. Da waren sie nahe dran am Sieg, da zeigten sie Ansätze der Spielkultur, die einen sie hat wählen lassen für diese Partie, da wäre beinahe sogar der Sieg verdient gewesen. Erfurt ha Morabit, ja, und dieser ist Ausnahmeklasse (für die Liga). Nur reicht eben ein derartiger Könner nicht aus.
Hansa hat die von ihnen getätigte (zuletzt gute) Einschätzung voll und ganz gerechtfertigt. Für Erfurt wird der Weg ins gesicherte Mittelfeld hart und steinig, falls er überhaupt beschritten werden kann. Dafür die gesamte Liga viel zu stark und ausgeglichen, als dass man in einer so späten Saisonphase (diese Partie markierte die half way line) noch selbstverständlich davon ausgehen könnte. Qualität im Kader? Die zeigt sich in den Resultaten und weder in Marktwert (der ja davon direkt gesteuert wird) noch Gehalt. Die Wahrheit liegt auf dem Platz.
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Karlsruher SC – SV Wehen/Wiesbaden   4:0 (1:0)

Zuschauer:  10.970  (Schnitt bisher: 9.925)
Kein Tipp also, ein Pass, nach den gewohnten Marktgesetzen, dass es zwar einen Favoriten gibt, aber der Lohn für einen Sieg desselben zu gering. Aber auch der Außenseiter zahlt nicht gut genug. Pass bleibt Pass, wie man es auch dreht. (was lese ich? ssaP? Und das nur durch Drehen…).

Ganz wichtige Nachricht vorweg: Haken Calhanoglu, Eigengewächs und Juwel in den Reihen der Karlsruher, zwar längst verkauft an den HSV, aber direkt danach vom neuen Arbeitgeber ausgeliehen, so der interessante Deal, bleibt doch — für den Schnäppechenpreis von 100.000 Euro — bis zum Saisonende beim KSV, um das große Zeil „Aufstieg“ zu realisieren. Das verändert die Einschätzung insoweit: das wird der KSC packen.
Der obige Teil verfasst vor Ansicht der Bilder. Den Beweis trat der Junge gleich nach 7 Minuten an: Freistoß (eine seiner Stärken) aus dem Halbfeld, auf den langen Pfosten getreten, wieder Innenverteidiger Mauersberger (wie vor Wochenfrist), diesmal mit den Fuß, schiebt ihn ein. Das 1:0 so früh kann natürlich sehr befreiend wirken, zumal es sogar schon den Sieg bedeuten kann (rund 10 % der Spiele enden ja mit diesem Resultat). Wehen aber danach in der Partie auch mit eigenen Chancen. Das sah doch teilweise wieder sehr ordentlich aus, selbst wenn der KSC immer gefährlicher war in einem guten Spiel. Es blieb bis zur Pause beim 1:0.
Nur, um mal zu beschreiben, wie kurios der Fußball ist und wie Spiele heutzutage entschieden werden: wieder Freistoß für den KSC, aus ähnlicher Position wie vor dem 1:0. Wieder Calhanoglu, aber diesmal kommt der Ball zu kurz, Kopfballabwehr aus dem Strafraum. Wie üblich sind alle Karlsruher aufgerückt — man möchte ja mit dem Freistoß für maximale Torgefahr sorgen und nimmt die Innenverteidiger, Mauersberger einer von ihnen, mit in den Angriff –, Wehen schaltet blitzschnell um, alle Mann im Vorwärtsgang, Ball führend im Mittelfeld, gegen eine ziemlich entblösste Defensive, Sturmführer (und Kapitän) Janjic. Dieser wird, wenn auch nur leicht gehalten — absolut üblich auch dieses Vorgehen, das berühmte „taktische Foul“, welches man dadurch abschaffen könnte, dass man dafür sorgt, dass die Bestrafung auch eine ist, indem die Folgen also übler wären als die des schnellen Gegenzuges, aber das gehört hier nicht her –, hört auf zu spielen, wegen der Behinderung, und fordert damit den (natürlich berechtigten) Freistoß. Der Schiri sagt „no“, weiter geht das Spiel, nun Wehen aufgerückt, da zum schnellen Konter bereit, der Ball kommt auf außen, kurioserweise auf den noch immer vorne befindlichen anderen Innenverteidiger des KSC, Gordon, der möchte flanken, aus ziemlich freier Position, trifft den Ball nicht richtig, rutscht leicht weg bei der Flanke, und dies entpuppt sich als sein großes Glück, denn der Ball schlägt exakt im hinteren Kreuzeck, über den verdutzten Keeper hinweg ein. Einfach nur kurios, unfassbar, alles zusammen. So fallen Tore, so können sie fallen, und später hört man irgendeine unsinnige „Spielanalyse“, dabei hat NUR EIN DERARTIGES TOR dafür gesorgt, dass die Partie so ausging. Es täte allen hier gut, sich einfach für die Einführung der Parolen „glücklich“ und „unglücklich“ zu entscheiden. Denn: nur dies kommt der Sache nahe. (Das Ganze geschah in Minute 50).
Noch immer nicht das Ende. Wehen kommt nach vorne, gefährliche Flanke nach innen, Verteidiger will klären — und köpft ihn an den eigenen Pfosten. Wehen danach weiter im Vorwärtsgang, viel Platz zum Kontern, das 3:0 perfekt herausgespielt, aber die Angreifer stehen ja auch nur eins gegen eins, da spielt es sich ziemlich viel leichter. Partie damit durch, noch ein Konter zum 4:0.
Der KSC in dieser Verfassung natürlich einer der — wenn nicht der — Topkandidat(en). Das sah richtig klasse aus und da dürften auch alle anderen einen ziemlich schweren Stand haben, zumal der Express mit dem 6. Sieg in Folge richtig ins Rollen geraten ist. Das sieht unbedingt, auch von der Stimmung her, nach Zweitligatmosphäre, und – Fußball aus.
Wehen nicht etwa schwach, nein, das kann man nicht sagen. Durch das 2:0 und nach dem 2:0 wurden sie überrollt, ok, aber davor waren sie lange Zeit gut dabei. Toller Fußball einfach, von beiden, mit einem verdienten Sieger, keine Frage.
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Kickers Offenbach – 1.FC Heidenheim   0:1 (0:1)

Zuschauer: 5.737   (Schnitt bisher: 7.022)
Lange Rede, kurzer Sinn: es kann nicht zu einer Wette reichen. Die Neigung geht minimal in Richtung Heidenheim, dass sie die Partie nicht verlieren, aufgrund des tollen letzten Spiels.

In der Nachbetrachtung  heißt es eher: kurze Rede, viel Sinn. Heidenheim bereits nach 5 Minuten in Führung — ein Standard aus dem Halbfeld, Kopfball, Tor — und verwaltete danach, was für ein Auswärtsteam ja legitim ist. Offenbach kam in Hälfte 1 zu so gut wie gar nichts. In Hälfte 2 hingegen erhöhten die Hausherren den Druck, kamen aber nur zu ein paar wenigen guten Chancen, der besten davon mit einer Doppelchance, Schuss, abgewehrt, Ecke, Kopfball, auf der Linie geklärt.
Auch die Zuschauerzahl deutet an, dass man in Offenbach nicht mehr unbedingt an einen Aufstieg glaubt. Der Weg ist sehr weit und die Serie müsste schon ziemlich lang sein, um diese Lücke noch einmal zu schließen. Man ist ja noch im DFB-Pokal und möglich, dass man bereits da auf das nächste Match wartet und die Liga nur als täglich Brot ansieht, ohne große Ambitionen? Diese Leistung deutet es schon ein wenig an. Natürlich kann man auch einfach die Qualitätsfrage stellen. Wohin gehört Offenbach wirklich? Nun ja, man hatte ihnen hier einen Aufstieg in der Tabelle zugetraut, eine Weile lang sah es gut aus, nun eben nicht mehr. Ob fehlende Ambitionen oder Qualität ist da schon fast unerheblich.
Bei Heidenheim sieht es hingegen sehr gut aus. Die Minikrise ist erst einmal überstanden und die letzten beiden sehr guten Spiele (davor 3:0 gegen Saarbrücken, vom Auftritt her ein Saison Highlight) könnten den Weg bahnen, um ernsthaft bei der Vergabe der Aufstiegsränge einmal laut „hier“ zu schreien.
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1. FC Saarbrücken – Hallescher FC   5:0 (3:0)

Zuschauer: 3.488   (Schnitt bisher: 4.223)
Nein, hier ist der Fall klar: Trainer Sven Köhler wird der Truppe die Flausen austreiben können, da er sie erkannt hat, sie werden mit einer vollwertigen Einstellung an den Start gehen — und ungeschlagen aus Saarbrücken heimkehren. X oder 2, mit 7 aus 10 (da Halle lange Zeit ziemlich schwach war).

Tja, kaum ein krasseres Missverhältnis möglich, als dieses hier zwischen Vorhersage und Ergebnis (mit dazugehörigem Spielverlauf). Nach 3 Minuten bereits das 1:0 — und das Schicksal nahm seinen Lauf. Interessant aber, dass man ein Video sehen konnte mit dem nicht einsatzbereiten Abwehrchef der Hallenser, Patrick Mouaya (28), wie er das Spiel von zu Hause aus per Liveticker verfolgte. Im Interview sagt er, dass es bei ihnen nur geht mit 100% Einsatz und Kampf. Genau die Worte, die man hier im Vorbericht anbrachte, dass sie der Trainer mit Sicherheit an seine Mannschaft richten würde. Gerichtet hat er sie, das hört man ja heraus, auf fruchtbaren Boden sind sie wohl nicht gefallen. Möglich natürlich, dass der fehlende Mosaikstein der Ausfall dieses Spielers war, aber bei 5:0 klingt sie Suche nach Erklärungen immer etwas fadenscheinig. Sie wurden einfach vorgeführt und wenn man den Namen Marcel Ziemer in den Reihen des Gegners liest, horcht man doch zumindest einmal auf. Etwa DER Marcel Ziemer? Ja, einst bei Kaiserslautern in den Profikader gerückt, mit sogar einem U20 Einsatz in der Nationalmannschaft, dann über Wehen nach Saarbrücken gelangt. Sicher steht er für einige doch vorhandene Qualität im Kader.
Verwunderlich nur, dass man ja an dieser Stelle hier oftmals ganz gut gegen Halle argumentiert hat und sich nun mit 7 Einheiten zu verstricken bereit war. Da stimmt etwas nicht im eigenen Money Management. Halle ist nun einmal schwach, das hat man lange ausgemacht. Sie stehen in etwa, wo sie hingehören, die Aufstiegseuphorie — die sogar für ein noch immer nicht ganz aufgebrauchtes Punktepolster sorgte — ist längst verflogen und es tobt der harte Abstiegskampf, über dessen Bestehen man, speziell nach derartigen Auftritten, höchst geteilter Meinung sein darf.
Saarbrücken hat sich gut in Erinnerung gebracht, dass man vielleicht doch Anschluss an das Mittelfeld finden kann.
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Stuttgarter Kickers – SV Darmstadt 98   1:1 (0:0)

Zuschauer:  3.500  (Schnitt bisher: 4.017)
Nun gut, also, nur um überhaupt etwas zu sagen (und sich zugleich an den eigenen Kopf fassend): ja, Darmstadt kann hier was mitnehmen. So schlecht sahen sie nicht aus beim 0:1 gegen Erfurt, das sieht man schon an den gegnerischen Jubelszenen nach Spielschluss (merke: der Jubel ist immer so groß, wie das empfundene Glücksgefühl, und dieses Glück ist sehr verwandt mit dem spielerischen; man hat Glück gehabt? Man ist glücklich. So einfach geht das). Also, hinter vorgehaltener Hand: X oder 2. (mit maximal 2/10)

Nun, der Tipp ging auf, selbst wenn nur hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen, aber doch mit zwei Einheiten manifestiert. Sicher nicht ganz einfach (dies der Grund für den fast Minimaleinsatz) Partei für eine Mannschaft zu ergreifen, gegen die man die meiste Zeit angetreten ist. Aber, am Wettmarkt ist es halt ab und an so, dass man doch Anhängerschaften vergessen muss, sowie ungeliebte Mannschaften plötzlich zu übernehmen, eben je nach Marktlage. Hier fiel schon lange auf, dass den Stuttgarter Kickers ein Niveau zugestanden wurde — vom Markt –, dem sie einfach nicht gerecht werden konnten. Es waren zu viele Versuche, die man nicht genutzt hat. Und es gab nicht einmal viele der Niederlagen, die man als „unglücklich“ bezeichnen muss. Der Trainer Rauswurf hat ein Übriges getan, die schwammigen Aussagen von Guido Buchwald, die Fanunterstützung, nein, bei StuKi stimmte einfach sehr wenig.
Bei Darmstadt sah es natürlich keinen Deut besser aus. Nur wird es eher leichter, eine Mannschaft zu nehmen, sobald sie auf dem letzten Platz angekommen ist. Denn: die Tabelle können alle lesen und den einfachen Schluss ziehen: „Man, sind die schwach.“ Hier dann die Chance zum Einsatz. Ja, man hat sie mit eigener Einschätzung und sogar mit ein paar gelungenen Wetten auf diesen Platz selbst transportiert, beinahe dorthin gewünscht, da man ja gegen sie war. Aber nun, da sie angekommen sind, muss man sich eben mit der Aussage anfreunden: „Na, na, na, nun mal halb lang. SOOOOOO schlecht sind sie nun auch wieder nicht.“
Man merkt einer solchen Partie natürlich sehr bald an, dass es sich um Abstiegskampf handelt. Jeder weiß, dass es fast nur das eine Ziel gibt: punkten. Da werden die Mittel dann zunehmend gleichgültig, was so viel bedeutet wie: Spielen können wir später noch, wenn wir mal zu gewinnen anfangen. Heute wird gefightet. Die spielerische Linie fehlt, aber das Phänomen betrifft oftmals (in derartigen Situationen) mehr die Heimmannschaft. Hier war es auch so: Darmstadt wohl sogar die bessere Mannschaft. Bei den Gastgebern eigentlich nur Kampf und noch mehr Krampf. Der Anspruch, gegen den direkten Konkurrenten unbedingt gewinnen zu müssen, hat Kopf und Beinen geschadet, sie ziemlich lahm gelegt. Darmstadt doch mit einigen besseren Ansätzen und sogar mehr Torchancen.
So kam Darmstadt alles andere als unverdient nach 75 Minuten zur Führung. Von StuKi kam wirklich immer weniger, selbst wenn das Bemühen immer da war. In der Nachspielzeit tatsächlich noch der Ausgleich, den man nicht einmal als verdient bezeichnen kann.
Doch ein wenig beeindruckt von Darmstadt, ganz mies StuKi, bei denen sich Guido Buchwald auf die Bank gesetzt hat (vorübergehend?!).
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