Vorschau 3. Bundesliga 28. Spieltag

in Kürze:

Nichts besonderes zu vermelden. Die ganz vorsichtigen Andeutungen einer Aufhellung am Firmament bedeuten aber längst nicht, dass die Spielbedingungen besser werden. Das Gegenteil möchte man zwar auch nicht behaupten, aber doch werden aufweichende Böden nicht den reinen Technikern zugute kommen. Nur eine kleine Randbemerkung, die Vorsicht drückt sich ja bereits in den geringen Einsatzzahlen aus.
——————————————————————————————————————————————————–
SV Babelsberg 03 – Arminia Bielefeld   (Entfernung: 371 km)
.
Kein ergiebiges Spiel. Trotz der Misserfolgsserie von Babelsberg (drei Mal auswärts, drei Mal ohne Treffer, 0:1, 0:0, 0:1, in Halle, Darmstadt und Osnabrück, davor das 2:4 gegen Heidenheim; die Ergebnisse schlecht, aber die Auftritte nicht) würde man ihnen auf jeden Fall etwas zutrauen, obwohl sie, zugegebenermaßen, von der neu gewonnenen Offensivstärke gerade zuletzt beim 0:1 in Osnabrück, rein gar nichts zeigte. Die alte Mauertaktik dürfte sie also nicht unbedingt weiter bringen, obwohl es im Heimspiel tatsächlich schon wieder anders aussehen könnte.
Auf Bielefeld ist im Prinzip Verlass. Sie haben sich zuverlässig an der Spitze etabliert, sie spielen guten Fußball und fahren Ergebnisse ein, teils mit der eigenen, wetttechnischen Unterstützung (6 Spiele, 5 Siege, ein Remis zuletzt). Dies bedeutet nur, dass man auf keinen Fall gegen sie spielen würde. Auf sie geht nicht, nicht gegen diesen Gegner. Also bleibt das Pass.
Teamnews:
bei Babelsberg fällt aus  Matthias Kühne (25, RV, 20/0/0) mit Rotsperre,
bei Bielefeld sind es Tom Schütz (25, DM, 25/1/6) wird vielleicht fit, Dennis Riemer (25, RV, 11/0/0)
——————————————————————————————————————————————————–
FC Chemnitz – VfB Stuttgart II   (Entfernung: 435 km)
.
So stark wie sich Chemnitz zuletzt auch beim 0:2 in Halle präsentiert, möchte man sie unbedingt nehmen. Überhaupt ist es eine der formstärksten Mannschaften und eine der Mannschaften, die vom Markt unterschätzt werden könnten, aufgrund teilweise ausbleibender Ergebnisse. Sie könnten als einziger von der Leistungsstärke her bei den oberen 5 ernsthaft mitmischen. Einziger Minuspunkt an einem möglichen Vorschlag, aus reiner Chemnitzsicht: die Perspektiven für den Aufstieg sind seit der letzten Niederlage leider zu Grabe zu tragen. 15 Punkte aufzuholen ist eine Utopie. Spielen werden sie dennoch garantiert, und sie werden es so gut tun wie sie können. Nur eben das eine Extraprozent könnte fehlen.
Gegen Stuttgart II zu spielen macht an sich überhaupt keinen Spaß. Das ist eine der Wundertüten, wo oftmals „guter Fußball mit Ergebnissen“ drinsteckt. Auswärts aber haben sie zuletzt zwei Mal verloren und Chemnitz möchte man so dringend haben,
so dass der Vorschlag doch so ausfallen muss: 2/10 auf Chemnitz Sieg.
Teamnews:
Chemnitz fehlt Toni Wachsmuth (26, IV, 15/0/1) und Anton Makarenko (24, LM, 11/1/0)
Stuttgart ohne Stammtorwart André Weis (23, 19/0/0), Steffen Lang (19, RV, 12/0/0), Dominik Gallert (19, RV, 0/0/0), Marco Rapp (21, DM, 0/0/0), Timo Cecen (18, OM, 9/0/0), Erich Berko (18, LA, 8/0/1), Christoph Hemlein (22, MS, 21/3/5)
Die Teamnews machen den Tipp noch besser.
——————————————————————————————————————————————————–
Rot Weiß Erfurt – 1.FC Saarbrücken   (Entfernung: 435 km)
.
Über Erfurt wurde ja nun mehrfach schon geschrieben, und nie kamen sie zum Einsatz aufgrund der Spielausfälle. Dennoch hat sich die Einschätzung nicht geändert: es ist eine gute Zeit, sie zu spielen.
Über Saarbrücken hat man eigentlich auch immer nur ein- und dasselbe gesagt: sie sind richtig schwach. Zugleich aber haben sie „performed“, und zwar für einen selbst, denn sie haben die meisten Spiele brav verloren. Nur das 0:0 daheim gegen den KSC schmerzte übelst. Da jedoch, wenn man nun noch einmal den Auftritt Revue passieren lässt, so gut wie gar nichts davon an ihnen lag sondern einfach nur das Schicksal ihnen gewogen war und der KSC, den man, ob man aus Saarbrücker Sicht gesehen wollte oder nicht, ohnehin hat schalten und walten lassen müssen nach Belieben, aufgrund der nicht zu übersehenden Überlegenheit, einfach nur den Ball nicht über die Linie brachte, so stellt man fest: auch das 0:0 gegen den Spitzenreiter konnte die Schwäche nicht übertünchen. Man darf sehr wohl mit einem engagierten Auftritt rechnen, das wohl nicht das Problem. Die gegnerische Stärke gepaart mit der gewährleisteten lautstarken Fanunterstützung sind eine zu große Hürde: Erfurt mach es.
4/10 auf Erfurt Sieg.
Teamnews:
Bei Erfurt fehlt Tom Bertram (25, IV, 9/0/0) und Mario Fillinger (28, LM, 0/0/0)
Bei Saarbrücken sind Tim Kruse (30, DM, 22/2/2) und Markus Hayer (27, MS, 13/1/1) out
——————————————————————————————————————————————————–
Karlsruher SC – Kickers Offenbach   (Entfernung: 150 km)
.
Beim KSC muss man nicht lange fragen, bis der Aufstieg gesichert ist, werden sie die Spiele gewinnen, oder zumindest wird man ihnen dahin gehend die Daumen drücken, indem man sie pekuniär unterstützt.
Der Auftritt beim 0:0 in Saarbrücken war um kein bisschen schwächer als jene bevor (das 1:0 gegen Dortmund ist ja lang und breit erörtert worden) und von einem Nachlassen nicht das Geringste zu spüren, eher im Gegenteil, wird man nach den verpassten Torchancen aus dem letzten Spiel diesmal noch konzentrierter zu Werke gehen.
Für Offenbach wird die Rückkehr in den Alltag nicht gar so einfach sein, nach dem dienstäglichen Pokal k.o. gegen Wolfsburg, als man dennoch alles aus sich herausholte und doch ziemlich in die Nähe einer Überraschung kam. Der Abstieg wird noch nicht zu sehr plagen, aber ohnehin spielt der Gegner für den KSC derzeit keine Rolle. Sie sind für alle zu stark.
6/10 auf die 1.
Teamnews:
Der KSC muss auf Dennis Kempe (26, LV, 15/1/1) und Sebastian Schieck (22, RV, 12/0/1) verzichten, was zugleich bedeutet, dass Calhanoglu sich nicht schwerer verletzt hat im letzten Spiel.
Bei Offenbach fehlt weiterhin Markus Dusterer (29, IV, 19/2/3) sowie Christopher Lamprecht (27, RV, 0/0/0)
——————————————————————————————————————————————————–
Preußen Münster – VfL Osnabrück   (Entfernung: 58 km)
.
Dies kann man sehr wohl ein ziemlich reinrassiges Derby nennen. Insofern spart man als Autor ganz gut Kraft, indem man das Spiel für nicht wettbar erklärt. Beide Mannschaften in guter Verfassung, beide mit allen Perspektiven auf den Aufstieg, ein Derby, bedeutet: Finger weg. Ein heißes Spiel wird es aber allemal, vermutlich nicht (dies sozusagen der Tipp) mit all zu vielen Toren.
Teamnews:
Preußen Münster spielt ohne Dominik Schmidt (25, IV, 7/2/0)
Bei Osnabrück fehlen Martin Hudec (30, IV, 14/1/0), Niels Hansen (29, DM, 0/0/0), Maximilian Porcello (32, ZM, 0/0/0)
——————————————————————————————————————————————————–
 
Hansa Rostock – 1.FC Heidenheim   (Entfernung: 767 km)
.
Wie soll man sich hier nun herauswinden, um auch ja nichts tippen zu müssen? Rostock bekommt keine Ergebnisse, nur spielen sie einfach nicht so schwach. Auf der anderen Seite steht ein Heidenheim, welches man eigentlich bedingungslos unterstützen möchte. Gerade das letzte 3:0 gegen Darmstadt hatte in vielerlei Hinsicht Ansätze von herausragender Klasse (und dies nicht etwa, weil man den Gegner in Grund und Boden spielte, sondern weil man klug spielte und geduldig und auf seine Chancen wartete und den Gegner gut auf Distanz hielt), und sehr speziell in Form einer Einzelperson, die tatsächlich in einer derartigen Spielklasse (es kann auch für alle Spielklassen gelten) den Unterschied ausmachen kann: Marc Schnatterer, Dreh- und Angelpunkt, zugleich der Mann für die Standards und, nicht zu vergessen, höchst torgefährlich (13 Tore, 14 Assists, in 27 Spielen, sozusagen eine perfekte Quote).
Der Tipp könnte also nur lauten: Heidenheim macht das, zumal man ja im Verlaufe der Saison häufig genug schon gegen Rostock angetreten ist. Und dennoch überwiegen die Zweifel. Der Gegner passt einem einfach nicht, die Serie kann doch nicht so lange anhalten, es muss doch mal wieder etwas gelingen? Es wird also nur eine Neigung, ein Vorschlag, den man irgendwie machen muss, ohne darauf einen Einsatz zu riskieren. Es sozusagen dem Leser anheim legen, ob er sich heranwagt.
Teamnews:
bei Heidenheim fehlt Tisch-Rivero (23, ZM, 18/3/0), Andreas Spann (28, MS, ohne Einsatz)
bei Rostock sind es Stephan Gusche (23, IV, 8/0/0), Lartey, Mohammed (26, OM, 1/0/0), Edison Jordanov (19, OM, 11/1/3)
——————————————————————————————————————————————————–
Stuttgarter Kickers – Borussia Dortmund II   (Entfernung: 418 km)
.
Da die Stuttgarter Kickers total enttäuscht haben im letzten Spiel und Dortmund eigentlich ziemlich begeistern konnte beim 0:1 in Karlsruhe, kann man hier nur eines tippen, so ungern man es auch irgendwie tut, aufgrund der Tatsache, dass die Jungens aus Dortmund vermutlich mit körperlichen Mitteln aus dem Spiel genommen werden sollen. Aber doch kommt heraus, dass Dortmund das Spiel nicht verlieren kann.
3/10 auf X oder 2.
Teamnews:
Die Stuttgarter Kickers müssen den Ausfall von Royal-Dominique Fennell (23, IV, 12/2/0) verkraften,
bei Dortmund fehlt weiterhin nur Marvin Dusch (18, MS, 3/0/0)
——————————————————————————————————————————————————–
 
SpVgg Unterhaching – Alemannia Aachen   (Entfernung: 651 km)
.
Man müsste zu viel Gutes über die Alemannia sagen und kann fast nur Nachteiliges vom Gegner berichten, so dass, obwohl die Partien eigentlich nicht mehr getippt werden sollten, nur herauskommen kann, dass man die Gäste nimmt. Man betrachte es als Neigung, dass Aachen die Partie nicht verliert, und verarbeite dies nach eigenem Gutdünken.
Teamnews:
Bei Unterhaching fehlt weiterhin Stammtorhüter Riederer (27), dazu Roland Sternisko (24, DM, ohne Einsatz) und Florian Bichler (21, LA, 8/0/1)
Bei Aachen fallen aus Stammtorwart Michael Melka (34), Mario Erb (22, IV, 15/0/0), Tom Stehle (32, IV, 10/0/0), Aimen Demai (30, DM, 2/0/0), Florian Müller (26, RM, 14/2/0), Robert Leipertz (20, OM, 11/3/0) sowie Sascha Rösler (35, HS, 7/1/1).
Die Teamnews sprechen natürlich nicht gerade für diese Neigung. Andererseits waren die meisten Spieler schon vorher out oder fehlen überhaupt schon länger.
——————————————————————————————————————————————————–
SV Wehen/ Wiesbaden – Wacker Burghausen   (Entfernung: 490 km)
.
Hier eine ganz klare Sache. Selbst wenn sich nun auch Wehen keine Sorgen mehr machen muss bezüglich des Abstieges (der Gegner hat noch immer einen Punkt mehr), und damit die ganz große Motivation fehlen könnte, so gilt im gleichen Maße dies für den Gegner — der das bereits bewiesen hat — und zudem ist ein Heimspiel immer eine Herausforderung, für die Fans eine Leistung anzubieten.
Das bedeutet, dass Wehen diese Partie gewinnen dürfte, mit 4 von 10 gestützt.
Teamnews:
Wehen muss auf die Dienste von Thorsten Barg (26, IV, 2/0/0), Robert Müller (26, DM, 26/1/1), Nils-Ole Book (27, ZM, 3/0/0), Martin Röser (22, RM, 3/0/0) verzichten,
Burghausen auf niemanden.
——————————————————————————————————————————————————–
 
SV Darmstadt 98 – Hallescher FC   (Entfernung: 420 km)
.
Darmstadt hat sich reingehängt zuletzt, das wird hier nicht bestritten (dennoch mit 0:3 verloren). Am Ende ist es auch eine Frage der Qualität. Halle war man skeptisch gegenüber, und alle Zweifel haben sie auch trotz des 2:0 gegen Chemnitz nicht aus der Welt schaffen können (denn: der Gegner war besser), aber doch war die Qualität im Kader — gerade mit den Verstärkungen — deutlich zu spüren. Da Halle eines der Teams ist, die sich noch Sorgen machen müssen (sie sind zwar 10 Punkte vor dem Gegner, haben aber bereits zwei Spiele mehr absolviert, so dass das Spiel durchaus wichtig ist). So kann es hier nur lauten: Halle verliert die Partie nicht. Mit milden 3/10 untermauert.
Teamnews:
Darmstadt fehlen Benjamin Gorka (28, IV, 17/1/0) mir Rotsperre, Uwe Hesse (25, RM, 23/2/1) ebenfalls mit Rot,
bei Halle fallen aus Patrick Mouaya (28, IV, 13/0/0), Pierre Becken (25, IV, 9/0/0), Maik Wagefeld (32, DM, 19/5/3),
was sich insgesamt wohl etwa aufhebt.

——————————————————————————————————————————————————–

Advertisements

Vorschau Schweiz Raiffeisen Superleague 22. Spieltag

in Kürze:Wie auch immer es kommen mag, aber die Zeit scheint nicht reif oder die Paarungen passen nicht, jedenfalls gibt es für den Geldgierigen hier nicht viel zu holen. Mit Risikobereitschaft und Glück geht es natürlich immer, aber dies wird hier nicht beflügelt. Insgesamt könnte man also maximal raten, 5 der eigentlich bereit liegenden 50 units zu platzieren. Und doch verspürt man nicht den Zwang, einfach so Harakiri zu machen. In der Ruhe liegt doch angeblich die Kraft?!

——————————————————————————————————————————————————–
 
FC Luzern – FC Thun   (Entfernung: 97 km)
.
Luzern im Moment 2 Plätze, 3 Punkte und 6 Tore hinter dem heutigen Gegner, und es kommt einem nicht so vor, als ob die Tabelle ausgerechnet hier lügt. Dies bedeutet, dass man Luzern lieber nicht haben möchte. Aber den FC Thun? Ja, sie haben gut gefallen beim 4:0 gegen den FC Sion. Sie sind auch seit 4 Spielen ungeschlagen. Nur haben sie a) doch ihren besten Mann Nagumukol an GC verloren, und b) sie haben am Mittwoch ein Pokalspiel gehabt, und zwar nicht nur über 90 Minuten, sondern über 120 Minuten, und mussten sich dennoch dem FCB nach hartem Kampf geschlagen geben. Da man sich zudem für den Moment keine Sorgen in der Tabelle macht, geht es also auch nicht.
So kommt unterm Strich die alte Leier heraus: ein Pass. Vielleicht sogar mit der geringfügigen Neigung, dass es doch die Heimmannschaft biegen könnte?
Teamnews:
Bei Luzern fehlt Ersatztorwart Gabriel Wüterich (31) sowie Dario Leczano (22, OM, 14/2/2)
Bei Thun sind es Dennis Hediger (26, DM, 14/0/2) und Renato Steffen (21, LM, 10/2/2) Gelbsperre
——————————————————————————————————————————————————–
FC Zürich – FC Sion    (Entfernung: 276 km)
.
Beide hatten am Mittwoch ein Pokalspiel, beide konnten sich für das Halbfinale qualifizieren. Sion mit einem 2:0 in Lausanne, der FCZ mit einem 4:1 in Will. Dies ergibt in jeder Hinsicht ein Patt.
In der Tabelle ist der FCZ zwar 11 Punkte hintendran, nur ist es zugleich nur ein einziges Törchen, welches sie schlechter sind. Wirft man noch ein Auge auf die Augenblicksform und den Zustand der Mannschaften, dann neigt es sich bereits gehörig Richtung Heimmannschaft. Das 2:0 in Lausanne war sicher ein Erfolgserlebnis für Sion, aber ansonsten hagelt es bad news. Sie haben drei Mal in Folge auswärts klar verloren (YB, Basel, Thun), und zuletzt gar mit 4:0 in Thun das Fell gegerbt bekommen. Der FCZ hingegen scheint endlich in die Spur gefunden zu haben. Das, was sie da letzte Woche abzogen, war schon eine echte Show, die an alte Zeiten erinnerte, in denen Lucien Favre sie zum Titel führte. Vor allem mit diesem Mario Gavranovic (23, 20/5/4) in Überform.
Da die Vorabeinschätzungen zugleich bestätigen, dass der FCZ nicht niedriger gehandelt wurde, und der Rückrundenstart für Mannschaften unter Wert immer gerne als Neuanfang genommen wird, stehen die Vorzeichen allmählich fest genug: der FCZ holt einen Dreier.
4/10 auf den Heimsieg.
Teamnews:
dem FCZ fehlen André Goncalves (21, RV, ohne Einsatz), Burim Kukeli (29, ZM, 12/0/1), sowie Yassine Chikhaoui  (26, OM, 2/0/0)
dem FC Sion fehlen Aislan (25, IV, 12/0/0) und Xavier Margairaz (29, RM, 16/5/1)
——————————————————————————————————————————————————–
Servette Genf – FC Basel    (Entfernung: 252 km)
.
Servette hat sich jedenfalls gefangen, zumindest, was die Tabellenlage betrifft. Sie sind auf 4 Punkte heran an den FC Luzern, und auch Thun oder Lausanne sind nicht außer Reichweite. Man lebt also, und hofft wieder, ganz normal. Es sind auch für einen Tabellenletzten ordentliche 13 Punkte aus den letzten 9 Spielen eingefahren worden, was sie zum normalen Ligamitglied macht (und danach sah es nicht immer aus).
Die alles überragende Mannschaft der letzten vielen Jahre, der FCB, ist hingegen in dieser Saison nicht ganz so stabil. Zeugnis dafür: der völlig überraschende Trainerwechsel, der noch dazu für den eigentlich doch erfolgreichen und anerkannten Heiko Vogel urplötzlich den bei Luzern zuvor geschassten, und noch ohne Lorbeeren versehenen Murat Yakin hervorbrachte? Nein, da stimmt irgendetwas nicht.
Nun, der Kader ist weiterhin der stärkste der Liga. Dennoch könnte einen allmählich bedenklich stimmen, dass weiterhin die Hauptlast auf den Schultern der beiden Routiniers im Sturm, Alex Frei und Marco Streller lastet. Wo ist denn die Nachhut, wer soll in die Fußstapfen treten? Das 0:0 gegen GC in einem Spiel, nach welchem man eigentlich, als Seriensieger, lechzen müsste, um die Lücke zu schließen zum derzeitigen Leader kam vor eigenen Fans nur ein 0:0 heraus, und auch im Pokal musste man am Mittwoch über 120 Minuten gehen, um den FC Thun mühevoll auszuschalten.
Das Fazit ist: man kann in dieser Partie keine der Mannschaften nehmen. Es reicht nur zu einem kümmerlichen Pass.
Teamnews:
Servette kann aus dem Vollen schöpfen,
die Bebbi spielen ohne Darko Jevtic (20, OM, 1/0/0), und weiterhin ihne Neuzugang Raul Bobadilla, der sowohl verletzt ist, als auch gesperrt wäre.
——————————————————————————————————————————————————–
Young Boys Bern – FC St.Gallen    (Entfernung: 207 km)
.
Die Young Boys mit zwei üblen Klatschen zuletzt (0:2 bei GC, 0:4 in Zürich) ist alles andere als das Team, welches man haben möchte.
Andererseits hat der FC St.Gallen einen doch nicht total überzeugen können. Das 4:0 klingt schön, war aber von einer frühen Roten Karte (unberechtigt) begünstigt, und lässt entsprechend nicht all zu tiefe Schlüsse zu. Zudem hatte St.Gallen in den Testspielen ziemlich enttäuscht.
Im Grunde ist man zwar verpflichtet, den FC St.Gallen zu nehmen, da sie einem den Erfolg brachten mit einem Tipp auf sie, und auch davor, beim 0:1 in Sion hatte man sie recht überzeugt genommen, und hatte mit der Qualität des Auftrittes recht, aber nicht mit dem Ergebnis, welches unglücklich zustande kam.
Nun gut, der lieben Ordnung halber also 1/10 auf St.Gallen, X oder 2.
Teamnews:
bei YB fallen aus Christoph Spycher (34, LV, 9/1/0), Francois Affolter (21, IV, 3/0/0)
Bei St.Gallen fehlt nur Dzengis Cavusevic (25, 13/4/2)
Das ändert nichts an dem winzigen Tipp.
——————————————————————————————————————————————————–
Lausanne Sports – Grasshoppers Club Zürich    (Entfernung: 225 km)
.
Lausanne hat sich auch aus dem Pokal am Mittwoch verabschiedet (0:2 daheim gegen Sion verloren), und hat auch sonst rundherum nicht mehr die gute Einschätzung untermauern können. Die letzten drei Ligaspiele gingen verloren und das an dieser Stelle so gelobte Duo Malonga/Moussilou scheint, zumindest derzeit, weder Angst noch Schrecken zu verbreiten.
Da GC am Mittwoch auch spielte, und zwar erfolgreich (3:1 in Aarau), hebt sich dieser Punkt in etwa auf. Aber der Blick auf die lange und nicht unbedeutende Verletztenliste, gepaart mit der sicher nicht so bekannten Tatsache, dass sie zwar den Platz an der Sonne verteidigten, aber doch in den letzten Spielen vom Tore erzielen abgekommen sind (nur 5 Treffer in den letzten 5 Partien; nicht unbedingt die Bilanz einer Ausnahmemannschaft), genügt es unter keinen Umständen zu einem Tipp auf die 2.
Irgendwie drückt man also doch Lausanne die Daumen, kann sich aber überhaupt nicht zu einem ausgewachsenen Tipp hinreißen lassen. Gefühl und Hoffnung — das passt überhaupt nicht zusammen und bildet kein Erfolg versprechendes Tandem –, aber kleine Neigung vielleicht Richtung 1/X.
Teamnews:
bei Lausanne fehlt Ibrahim Tall (31, IV, 12/0/0),
bei GC fehlt Veroljub Salatic (27, DM, 18/1/0) schmerzlich, Amir Abrashi (22, DM, 15/2/1), auch wichtig, Shkelzen Gashi (LM, 14/1/1), auch nicht unbedeutend, und Steven Zuber (21, LA, 18/4/3), was angesichts seiner Bilanzen auch ein Verlust ist.

——————————————————————————————————————————————————–

Vorschau Österreich Bundesliga 23. Spieltag

in Kürze:ein unergiebiger Spieltag mit nur einer einzigen halbwegs interessanten Paarung. Das kuriose Urteil, warum sich nichts finden lässt? Eigentlich spielen alle derzeit gut…

——————————————————————————————————————————————————–
Sturm Graz – Admira/Wacker Mödling   (Entfernung: 183 km)
.
Alles Krisengerede hat Sturm Graz in der 2. Halbzeit bei Rapid vom Tisch gewischt. Sicher war es eine Portion Glück, dass sie in Hälfte 1 nicht höher als 0:1 zurücklagen, aber in Hälfte 2 kann man fast sagen, dass sie das Pech hatten, nicht noch zum Sieg zu kommen (1:1 am Ende). Auch Trainer Hyballa machte im Interview einen souveränen, gefestigten Eindruck. Also: nicht noch einmal GEGEN Sturm. Auf sie?
Dazu gibt es einen Gegner, na klar. Bei der Admira stellen sich einfach keine Ergebnisse ein. Natürlich war der letzte Gegner übermächtig (die Austria), und dennoch hört sich ein 0:4 nach einer Hinrichtung an. Sie war es aber keineswegs. Die Admira hielt die Partie nach frühem Rückstand lange Zeit offen, hatte selbst genügend Chancen zum Ausgleich, und war erst mit dem 2:0 nach der 70. Minute besiegt. Auch haben sie sich namhaft und gut verstärkt, so dass man einfach gezwungen ist, ihnen das Ende der Negativserie zuzutrauen.
Die Paarung passt einfach nicht. Es bleibt nur das Pass.
Teamnews:
bei Sturm fehlen Philipp Hütter (22, RV, 4/0/0), Marc André Schmerbök (18, LM, 0/0/0), Rubin Okotie (25, MS, 20/8/0), natürlich sehr wichtig.
Admira ohne Ersatztormann Manuel Kuttig (19), Daniel Drescher (23, IV, 7/0/0), Dominik Burusic (19, RA, noch ohne Einsatz).
——————————————————————————————————————————————————–
Austria Wien – Wacker Innsbruck   (Entfernung: 476 km)
.
Austria gewinnt seine Spiele, ja. Das 4:0 gegen die Admira ist aber weiter oben schon beschrieben, und am Mittwoch in Ried mag es zwar sein, dass ein solcher Sieg nachher nach „echte Spitzenmannschaft“ aussieht, die die Fehler gnadenlos ausnutzt und bestraft, aber es sieht auch nur so aus. Sie waren beileibe nicht schlecht, das soll man nicht daraus schließen. Nur war es einfach diese gehörige Portion Glück, die man ab und an hat, vielleicht etwas mehr, wenn man vorne steht, weil man wirklich etwas cooler bleibt, wenn sich die Chance auftut, aufgrund des nun mal durch die Ergebnisse angewachsenen Selbstvertrauens. Das Verwerten der eigenen Chancen war auch nicht das Glückselement, eher jenes, dass der Gegner seine nicht nutzte. Wie könnte man darauf Einfluss nehmen?
Wacker hat sich eine Weile lang so stark präsentiert beim 1:0 gegen Wiener Neustadt, wie man es ihnen zugetraut hatte. Das war das Innsbruck, was man sehen wollte. Dass man dennoch am Ende ein bisschen gewackelt hat, lag nur daran, dass man die größere Überlegenheit zuvor nicht zu einem 2:0 genutzt hatte. Auch dies gehört in die Kategorie „Pech“, und nicht etwa „Unvermögen“. So ist es nur verständlich (wie schon in der Partie zuvor), dass man, noch immer tief im Abstiegskampf irgendwann die weichen Knie bekommt, die dem Gegner Chancen ermöglichen.
Unmöglich, diese Partie zu tippen. Nicht allein, weil man am Mittwoch mit beiden Teams Erfolg hatte. Ein Pass.
Teamnews:
Austria ohne Emir Dilaver (23, RV, 17/2/3), Gelb-Rot, Nacer Barazite (22, MS, 1/0/1)
Innsbruck tritt an ohne Alexander Hauser (28, LV, 21/0/3), Gelbsperre, Thomas Bergmann (23, RV, 21/1/0),
——————————————————————————————————————————————————–
SV Mattersburg – SV Ried   (Entfernung: 327 km)
.
Hier aber dafür doch eine gute Chance, etwas zu tippen. Denn: diese Rieder Mannschaft hat, mit oder ohne Gartler, einfach einen sehr starken Eindruck gemacht. Sie sind im Spielfluss, sie gehen unerschrocken nach vorne, mit einer derartigen Einstellung kann man Spiele gewinnen in der Liga. Da man absolut nichts zu fürchten hat, spricht nichts gegen den Versuch, auch hier auf Sieg zu gehen.
Mattersburg durfte gar nicht ran. Ob es unbedingt hilfreich ist, ist eher fraglich (man braucht jetzt Praxis, so kurz nach der Pause, oder?). Aber auch davor lässt sich konstatieren, dass sie in 3 Spielen kein Tor erzielt haben (das 0:7 in Salzburg noch vor der Winterpause, dann 0:0 gegen Sturm und 0:2 in Innsbruck). Und selbst wenn die Leistung in Innsbruck nicht so schlecht war wie das Ergebnis, so bleibt doch unterm Strich die Nullausbeute, die einen garantiert nicht stärkt.
Hier traut man also Ried einen Sieg zu. 3/10 auf die Gäste.
Teamnews:
bei Mattersburg fehlen Nedeljko Malic (24, IV, 9/0/0), Lukas Rath (21, LV, 15/0/1), Dominik Doleschal (23, RM, 4/1/0) und, ganz wichtig, Ilco Naumoski (29, MS, 19/4/1), der beste Mann.
Ried spielt ohne Jan Marc Riegler (24, IV, 18/2/2), Gelbsperre, Ivan Carril (28, OM, 6/0/0), René Gartler (27, MS, 19/11/1), also der wichtigste Mann bei beiden out, und Ried war auch ohne Gartler sehr stark.
——————————————————————————————————————————————————–
Red Bull Salzburg – SC Wiener Neustadt   (Entfernung: 344 km)
.
Man muss ja nicht immer so viel schwafeln: haushoher Favorit hier die Gastgeber, nur wird dies dem Markt ganz sicher nicht verborgen bleiben. Der Tipp lautet: nichts tippen, Füße still halten oder, noch besser, die Beine baumeln lassen, nach dem Motto: doch lieber in Bewegung bleiben.
Teamnews:
bei Salzburg fallen aus Rodnei (27, IV, 4/0/0), Christoph Leitgeb (27, ZM, 18/3/2), Valentino Lazaro (16, OM, 5/0/0), Kevin Kampl (22, RA, 10/1/2), Havard Nielsen (19, LA, 15/3/1), Sadio Mané (20, LA, 13/8/2), also schon eine empfindliche Schwächung der Offensive, obwohl der Kader natürlich breit ist,
bei Wiener Neustadt fallen aus Manuel Wallner (24, IV, 19/1/1), Thomas Piermayer (23, RV, 15/0/0), beide mit Gelbsperre.
——————————————————————————————————————————————————–
 
Wolfsberger SC – Rapid Wien   (Entfernung: 267 km)
.
Unmöglich auch, sich in diese Partie zu verwickeln. Rapid war wieder voll da, selbst wenn der Erfolg ihnen verwehrt blieb in einem guten Spiel gegen ein am Ende ganz starkes Sturm Graz. Die Besetzung ist aber top, Steffen Hofmann dabei als ständiger Ankurbler, vorne drin Deni Alar und Terrence Boyd, die Mannschaft hat Gesicht. Es sind auch alle Mann an Bord (den Teamnews vorgreifend).
Nur hat ausgerechnet dieser Gegner regelrecht begeistert. Sicher lag der 3:1 Sieg bei Sturm auch zum Teil daran, dass bei Sturm mit einem neu formierten Mittelfeld lange Zeit nach vorne gar nichts lief, aber doch waren die eigenen Aktionen so stark, dass man einfach mit der Zunge schnalzen musste. Natürlich fällt einem immer wieder Sepp Herberger ein, der so vieles schon vor so langer Zeit wusste und verstanden hatte und zwar vielfach zitiert wird, aber immer mit diesem dämlichen, scheinbar so wissenden Lächeln der Berichterstatter, die so tun, als ob diese Ansichten zwar bekannt, aber längst eingestaubt sind. Jedenfalls meinte er, völlig richtig und so weise, dass man immer so stark spielt wie es der Gegner zulässt. Selbst wenn aber diese Weisheit absolut zutrifft, so hat dennoch Wolfsberg einfach beeindruckt (und das sicher nicht nur in der Partie).
Also auch hier gilt: das süße Nichtstun ist die gegebene Maßnahme, und dies nicht etwa der Faulheit geschuldet.
Teamnews: Rapid ja komplett und bei Wolfsberg fehlt auch keiner.

——————————————————————————————————————————————————–

Vorschau Österreich Heute für Morgen Liga 21. Spieltag

in Kürze:

Der Rückrundenbeginn war ja quasi verschoben, da nur eine Partie ausgetragen werden konnte. Die Auswirkungen sind die, dass man bei den meisten Teams ohnehin lieber abwarten möchte, wie sie sich präsentieren, da ja etliche neue Gesichter am Start sind (selbst wenn es die Gesichter nicht sind, so sind es doch die darunter anliegenden Trikotfarben). Zugleich dürften auch hier die Spielbedingungen nicht überall optimal sein. Heißt aber in diesem Falle nicht, dass man sich komplett mit Vorhersagen zurückhält. Man bereitet nur an dieser Stelle bereits die Ausrede vor…
——————————————————————————————————————————————————–
Blau Weiß Linz – FC Lustenau    (Entfernung: 498 km)
.
Hier kann man es schnell auf den Punkt bringen: der FC Lustenau mit einer wirklich überragenden Leistung zuletzt, BW Linz ohne Spielpraxis, und auch sonst nicht verstärkt im Winter, während der FC Lustenau gleich mehrfach nachgerüstet hat, und trotz auch einiger Spielerverluste offensichtlich mit dem 28-jährigen Dursun Karatay einen Volltreffer gelandet hat (gab es das oft, dass einer beim Debüt drei Treffer erzielt?), so dass man definitiv an diese Mannschaft glaubt.
4/10 auf den FC Lustenau Sieg.
Teamnews:
FC Lustenau kann aus dem Vollen schöpfen,
BW Linz ebenso.
——————————————————————————————————————————————————–
SV Grödig – SV Horn    (Entfernung: 296 km)
.
Grödig wohl zu stark für den SV Horn, der sowohl gegen Ende der Hinserie geschwächelt hat, zusätzlich Spieler abgegeben hat (mehr als geholt und die Neuen müssen ja erst einmal reinkommen), Grödig mit sogar ein paar Verstärkungen für ganz vorne (ein Talent von Rapid, einen treffsicheren Mann aus der Regionalliga), das bedeutet:
Grödig gewinnt, ebenfalls 4 von 10 auf die 1.
Teamnews:
Grödig ohne Ausfälle,
bei Horn fehlen Christoph Weiser (20, Neuverpflichtung zum Winter) Gelbsperre, und Cleiton Mineiro (27, RA, 12/0/0), sicher einer der Hoffnungsträger, der aber noch ohne Torbeitrag ist. Dennoch spricht das natürlich nicht gegen den Tipp.
——————————————————————————————————————————————————–
 
TSV Hartberg – First Vienna    (Entfernung: 133 km)
.
Hartberg eher verstärkt, bei 5 Ab- und 5 Zugängen, bei First Vienna sind die Transfernews neutral. Die Teamnews sprechen auch dafür: dieses Spiel zieht die Heimmannschaft, auch 4/10 auf die 1.
Teamnews:
bei Hartberg fehlt niemand,
bei First Vienna fehlt Ernst Dospel (36, IV, 7/0/0), aber doch Schlüsselspieler, sowie Anton Berisha (21, ZM, 10/1/1)
——————————————————————————————————————————————————–
 
SKN St.Pölten – SV Kapfenberg    (Entfernung: 173 km)
.
St.Pölten ziemlich schwach im ersten Spiel, obwohl dies ja bereits unlogische Reporterlogik ist (also gar keine). Denn: entweder waren die einen schwach oder die anderen gut. Einer der Effekte würde bereits genügen, um einen Sieger zu küren. Beides zugleich? Natürlich kann es vorkommen, nur ist es meist nicht der Fall und bedarf wirklich einer sehr genauen Analyse. Zur Erinnerung: man spielt so gut, wie es der Gegner zulässt. Dennoch ist man in St.Pölten natürlich enttäuscht, und, wie im Rückblick erwähnt, kann es schon sein, dass der Verlust eines Leistungsträgers wie Daniel Segovia empfindliche Auswirkungen auf die gezeigten Darbietungen hat. Jedenfalls würde man, auch angesichts der Teamnews, unter keinen Umständen St.Pölten haben wollen.
Nun, auf Kapfenberg war, wenn in einer Hinsicht Verlass, dann in der, dass sie ihre Spiele NICHT gewinnen. Denn: es gelang insgesamt nur 3 Mal in 20 Versuchen. Irgendwo schlummert ein Potenzial, ja, das mag sein, aber ob man mit dem branchenüblichen Trainerwechsel etwas bewirken konnte? Da überwiegt doch die Skepsis.
Da man sie aber im ersten, ausgefallenen Spiel bereits haben wollte, und lieber gegen St.Pölten wäre, ergibt sich hier immerhin die leichte Neigung, dass es doch bei Kapfenberg eher aufwärts gehen könnte und sie dieses Spiel nicht verlieren werden.
Teamnews:
bei St.Pölten fallen gleich 5 Spieler aus: Manuel Rödl (30, IV, 17/3/0), wichtig, Michael Popp (23, IV, 19/2/2), wichtig, Marcel Holzmann (22, LV, 19/2/6), wichtig, Patrick Schagerl (20, LA, 2/0/0), Robert Gruberbauer (24, MS, 19/3/2), wichtig.
bei Kapfenberg fehlt Thomas Burgstaller (33, IV, 12/0/1), René Pitter (23, RV, 2/0/0), Ismael Barragan (27, DM, 8/0/0), David Sencar (29, ZM, 16/1/2).
Beide also mit Ausfällen, aber die bei St.Pölten wiegen noch etwas schwerer.
——————————————————————————————————————————————————–
Austria Lustenau – SCR Altach    (Entfernung: 9 km)
.
Da es ein Derby ist, darf man sich glücklicherweise in der Argumentation kurz fassen. Wobei ab und an auch ein Pass gut begründet sein will?
Also: Altach war von Anfang an eine der stärksten Mannschaften. Sie konnten es nur selten zeigen, das stimmt schon, aber doch gaben sie später einiges an Potenzial zu erkennen. Immerhin in den letzten 6 Spielen keine Niederlage mehr, bei 4 Siegen. Auch waren die Veränderungen im Team — dazu gehört auch Sportdirektor Zollhoher — keineswegs nachteilig. Gerade Mannschaften, die deutlich unter Wert oder deutlich über Wert gespielt haben, können nach einer mehrwöchigen Pause auf ihren Ursprungswert zurückgesetzt werden. Das bedeutet nur: für Altach könnte die Pause von Vorteil gewesen sein, da man die schlechten Ergebnisse aus dem Gedächtnis gestrichen hat (wobei es hier ja eher die Tabellenposition wäre, die man nicht gerne anschaut).
Austria Lustenau mag ja den Aufstieg packen, dazu ist schon genügend Qualität da, gepaart mit einem professionellen Umfeld. Aber in dieser Partie wird es garantiert keine einfache Angelegenheit. Mit Zwischenbrugger fehlt ihnen auch definitiv ein ganz wichtiger Mann, so dass man hier lediglich die Neigung kundtun kann, dass Altach die Partie wohl eher nicht verlieren wird. Es ist das sichere Gefühl, dass die Partie so ziemlich auf Augenhöhe geführt werden dürfte, nur wagt man dennoch keinen Einsatz darauf. Zu wenig verlässlich die Darbietungen der Gäste bisher, und mit Derbies setzt man sich eh meist in die Nesseln. Also: das Gefühl sagt, dass Altach etwas holt. War das nun kurz?
Teamnews:
Austria Lustenau muss auf die Dienste von Robert Schellander (30, LV, 0/0/0), und, was wirklich zählt, jene des Jan Zwischenbrugger (22, OM, 17/7/5) verzichten, dazu fehlt der 18-jährige Simon Kühne, Mittelstürmer, mit erst einem Einsatz.
bei Altach fehlen Boris Prokopic (24, OM, 2/0/0) und Felipe Dorta (16, MS, 11/0/0).
——————————————————————————————————————————————————–

Rückblick Österreich Heute für Morgen Liga 20. Spieltag

SCR Altach – SV Grödig   ausgefallen
——————————————————————————————————————————————————–
First Vienna – Blau Weiß Linz   ausgefallen
——————————————————————————————————————————————————–
SV Kapfenberg – SV Horn   ausgefallen
——————————————————————————————————————————————————–
FC Lustenau – SKN St. Pölten     3:1 (1:0)
.
Zuschauer: 600   (Schnitt bisher: 1.234; +25.8% gegenüber Vorsaison: )
Ein von Anfang an überlegener Gastgeber mit einem tollen Spiel, vor allem mit dem überragenden dreifachen Torschützen Dursun Karatay. Aber auch sonst gab es fast nur Chancen für Lustenau und kaum welche für St.Pölten. Erste Hälfte vielleicht 4:1, zweite Hälfte etwa 5:2. Also: klare Angelegenheit und sehr gutes Spiel vom FC Lustenau.
Auf St.Pölten bezogen ist doch die Frage, ob der Weggang von Daniel Segovia verkraftet werden kann? Hier kam nach vorne viel zu wenig, allerdings gegen einen wirklich starken Gegner.
——————————————————————————————————————————————————–
TSV Hartberg – Austria Lustenau  ausgefallen
——————————————————————————————————————————————————–

Rückblick Schweiz Raiffeisen Superleague 21. Spieltag

In Kürze:

Lausanne ging in die Hose, mit -3 Einheiten, St.Gallen traf ein, +4, Sion ging baden, -3, so dass insgesamt -2 Einheiten zu Buche stehen. Natürlich unerfreulich, aber doch kam der beste Tipp (deutlich) und ging einer der beiden vom Ergebnis her sehr knapp verloren, dazu fiel das 1:0 für Servette ja erst nach der 80. Minute. Aber: Gewinngarantien gibt es natürlich ohnehin nirgends. Insgesamt waren die Partien recht klar, von Ergebnis oder Verlauf her, so dass der Rückblick diesmal wirklich etwas kürzer ausfällt. Mitte der Woche steht im Übrigen das Viertelfinale im Cup an, so dass einige Mannschaften (Lausanne?) vielleicht schon einen anderen Fokus gesetzt haben.
——————————————————————————————————————————————————–
Servette Genf – Lausanne Sports   1:0 (0:0)
.
Zuschauer:  4.208   (Schnitt bisher: 7.161 ; vorige Saison:  )
Da es sich zusätzlich um ein Derby handelt — beide Städte in der französischen Schweiz gelegen –, muss man sich einfach für Lausanne aussprechen. 3/10 auf X/2.
Lausanne mit neuer/alter Offensivtaktik, im 4-4-2, die aber keine Früchte trug. Insgesamt sprang nur eine echte Torchance heraus, was die Wette definitiv für schlecht erklärt. Wie gesagt, das Viertelfinale im Cup steht vor der Tür (gegen Sion) und möglicherweise hat man erst nach dieser Partie hier realisiert, dass man nun im Abstiegskampf steckt. Es sind nur noch 6 Punkte auf den Gegner.
Servette auch nicht überragend, aber doch verdient mit dem später Siegtor.
——————————————————————————————————————————————————–
FC Zürich – Young Boys Bern   4:0 (1:0)
.
Zuschauer:  8.599   (Schnitt bisher: 10.569 ; vorige Saison:  )
Keine Wette, kein Tipp, keine Neigung, ein Pass.
Das Ergebnis sagt so ziemlich alles aus. Es war eine klare Angelegenheit, mit einem Gavranovic in Galaform (ein Tor, zwei Assists), er ohnehin häufig herausgestellt als einer der wichtigsten Männer beim FCZ. Wenn es bei ihm läuft, ist die Mannschaft erfolgreich. YB hingegen wieder im Tal der Tränen. Da lief ziemlich wenig und der heutige Gegner schließt in der Tabelle fast auf. Wer wirklich besser ist von den Beiden? Nun, es könnte eng sein, aber in dieser Verfassung — von der Kader Besetzung her ist es offen — wäre es der FCZ.
——————————————————————————————————————————————————–
FC St. Gallen – FC Luzern   4:0 (2:0)
.
Zuschauer: 11.156    (Schnitt bisher: 14.305 ; vorige Saison:  )
Hier kann man sich schon viel eher zu einer Ansicht durchringen. Noch immer stehen 14 Punkte zwischen den beiden Teams — was doch schon eine sehr deutliche Sprache spricht für die bisher gezeigten Leistungen. Zugleich hat St.Gallen, trotz einiger weniger erfreulicher Ergebnisse — gerade zuletzt beim 0:1 in Sion — richtig gut gespielt und eigentlich überzeugt. Sie waren näher dran an einem Führungstot, kassierten eines (durch ein kurioses Eigentor) und kamen danach nicht mehr recht auf die Beine. Aber sie haben gezeigt, was in ihnen steckt. Vor allem Oscar Scarione überzeugt jede Runde wieder. 
 
Der FC Luzern hat ein 1:1 erreicht gegen den FCZ. Ja, es war ok, sie waren nicht schlecht, aber es war doch nur ein 1:1 im Heimspiel? Und überhaupt: 14 Punkte und 15 Tore zwischen den Beiden, das soll alles Zufall sein?
 
Auch die Fans werden garantiert wieder mitziehen, und ganz sicher bei der ersten missglückten Aktion nicht ins Granteln übergehen, die Ansprüche und Erwartungen — wie bei vielen anderen der Fall — sicher nicht die Beine lähmen, sondern für die positive Heimatmosphäre sorgen, die es so oft in dieser Saison dort gab. Es wird eine 1, mit 4/10.
 
Die Geschichte dieser Partie ist wirklich schnell erzählt: es gab ganz früh eine Elfmetersituation im Strafraum von Luzern. Die Entscheidung: kein Elfer. Zwischendurch gab es auch zwei Aktionen für Luzern, aber nach 22 Minuten die zweite Elfmetersituation: ein langer Ball, Angreifer und Verteidiger gehen hin, der Verteidiger ist aber klar vor dem Angreifer am Ball. Er köpft den springenden Ball aber in die falsche Richtung oder der Angreifer spekuliert richtig, jedenfalls bekommt ihn der Stürmer, ist alleine Richtung Tor unterwegs, der Verteidiger greifet in Panik zum Trikot, der Stürmer fällt: Elfmeter und Rot und 1:0. Mit 11 gegen 10 und einer Führung spielt es sich natürlich recht komfortabel und obwohl Luzern noch ein paar gute Aktionen hat, waren die angebotenen Räume auf dem Level einfach zu groß und wurden ab und an genutzt.
Über die Rote Karte: im Prinzip sieht man, spätestens in der Wiederholung, dass der Verteidiger zwar zum Trikot greift, aber doch der Angreifer schon vor der Berührung sich eindreht und das Fallen vorbereitet. Es ist jede Entscheidung so eng und auch das Verhalten der Spieler so berechnend (was natürlich die fragwürdigen Regeln mit sich bringen, zumal jeder schon x-fach von riesigen Ungerechtigkeiten selbst betroffen war und dadurch bereit ist, die Palette der eigenen Mittel auch illegal zu erweitern), dass man einfach zu dem Schluss kommt, dass Regeln da kaum helfen. Eine Regel stellt nämlich immer eine Verallgemeinerung dar, die aber die Vielfalt der Möglichkeiten nicht abdecken kann. Jede Szene verdient sozusagen eine individuelle Behandlung. Hier war es eigentlich doch — spätestens im Nachhinein — klar, dass die Entscheidung Rot nicht die richtige war (diese Meinung hat man sicher exklusiv, zumindest nicht mit dem Sprecher der Partie in Einklang), und sogar der Penalty fragwürdig, da doch viel Wahres daran ist, dass man das Schinden eines Elfers nicht fördern möchte.
In Wahrheit sollte es also in der Szene so sein, dass der Spieler einfach versucht, ein Tor zu erzielen. Wenn es ihm gelingt, Hut ab, und dann wäre ihm das Rot gar nicht im Sinn. Man hat ein tolles Tor erzielt, die Fans jubeln, die Mannschaftskameraden bestürmen einen, alles wäre gut und man wäre total zufrieden. Falls die Hand aber das Trikot erreicht (es war sogar in Höhe des Halses, also, was immer der Abwehrspieler nun zu Fassen bekommt) und man unweigerlich ins Stolpern geriete, dann gäbe es auch nicht den geringsten Zweifel: Rot und Elfer (und hier sollten ganz sicher beide Entscheidungen umgesetzt werden, also nicht etwa: Strafstoß ist doch schon schlimm genug, warum auch noch Rot?). Aber bevor die Berührung da ist, bereits den gekonnten Sturz einleiten? Nein, so macht es keinen Spaß.
Natürlich hat man diese Ansicht auch insofern exklusiv, als man bei Ansicht der Bilder möglicherweise zu einem anderen Schluss kommt: Das Fallen war von der Berührung ausgelöst, als Möglichkeit?! Hier der link: http://www.srf.ch/player/tv/sport-clip/video/fussball-st-gallen-luzern?id=e9d23c7d-890b-4206-8560-3dc8de6f016b
Die Höhe des Sieges lässt natürlich ohnehin kein anderes Urteil zu, als dass die Wette ok war. Der hier vielmals hochgelobte Oscar Scarione erzielte diesmal sogar drei Treffer, wobei zwei davon Elfmeter waren. Der beste Mann ist er aber so oder so, und dazu in Galaform, unabhängig von den Toren. Also auch dies eine gute Rechtfertigung für den Wettvorschlag. Aber ansonsten möchte man natürlich nicht zu große Schlüsse aus einer Partie 11 gegen 10 ziehen.
——————————————————————————————————————————————————–
FC Thun – FC Sion  4:0 (3:0)
.
Zuschauer:  4.374   (Schnitt bisher: 5.442 ; vorige Saison:  )
Thun hat gut gefallen können zum Auftakt der Frühlingsrunde, Sion konnte dies nicht beim 1:0 gegen St.Gallen. Dennoch haben die einen das gewünscht gute Ergebnis einfahren können, die anderen (1:1 gegen Servette) eine Enttäuschung hinnehmen müssen. 
 
Dennoch waren bei Sion durchaus ein paar gute Ansätze — vor allem nach dem befreienden 1:0 — zu erkennen. Es ist einige Klasse im Team, wohingegen Thun von dieser eingebüßt hat (Ngamukol zu GC). Die attestierte gute Leistung der Thuner kam gegen Schlusslicht Servette zustande — und es sprang nicht einmal ein Sieg heraus, der Sieg der Sittener gelang gegen ein anerkanntes Spitzenteam.
 
So allmählich spürt der Leser sicher, worauf es hinauslaufen soll: ein Tipp auf die 2. Sicher stören ein paar Komponenten, aber doch sieht man Sion weiterhin als Spitzenteam, während Thun sich ganz hinten anstellen muss. Hier gibt es also eine gute Chance, dass sich diese Einschätzung bestätigt. 3/10 auf die 2.
 
Teamnews: 
bei Thun fallen aus Dennis Hediger (26, DM, 14/0/2), Renato Steffen (21, LM, 9/2/3), Gelbsperre.
bei Sion betrifft es Aislan (25, IV, 12/0/0), Vullnet Basha (22, ZM, 12/0/3), Xavier Margairaz (29, RM, 16/5/1), wichtig aber schon länger out, Kyle Lafferty (25, MS, 18/4/2).
 
Die Ausfälle bei Sion sind schon etwas unangenehm, Lafferty war schon ein zuverlässig guter Mann. Da aber Thun auch betroffen ist und Sion doch einen recht breiten Kader hat (zugleich mit jeder Menge namhafter Spieler bestückt), soll sich doch nichts ändern am Wettvorschlag.
Hier würde man sich einzig die eigene Wankelmütigkeit ankreiden. Thun hatte viele gute Partien gespielt (ja, sicher, einige noch VOR dem Weggang von Ngamokul) und vielen Gegnern Schwierigkeiten bereitet, gerade im eigenen Stadion. Dazu hatte man sich längst vom FC Sion abgewandt. Zu chaotisch und herrschsüchtig, Trainer am Fließband entlassend, der allgegenwärtige, umtriebige Präsident Constantin. Die zweite Hälfte verbrachte er übrigens auf der Bank, was kein so gutes Zeichen für den gerade erst installierten spanischen Trainer ist. Also: wieso sollte man diesem Team jemals vertrauen? Das 1:0 vor einer Woche war auch eher nur irgendwie gerade so geschafft und nicht etwa berauschend erspielt. Charakterlosigkeit, das ist das richtige Wort für diese Mannschaft, und diese war schon zuvor ausgemacht. Der Verantwortliche dafür aber auch. Denn: diese Allüren des Chefs verunsichern jeden. Abgesehen davon war ja im Schlusssatz noch auf den unangenehmen Ausfall von Kyle Lafferty hingewiesen worden.
Thun in Galaform, überrannte den Gegner einfach, aber sie hatten derartige Ansätze schon einige Male zuvor an den Tag gelegt.
——————————————————————————————————————————————————–
FC Basel – Grasshoppers Club Zürich  0:0
.
Zuschauer:  27.653   (Schnitt bisher: 28.418 ; vorige Saison:  )
Machen wir es hier kurz: Basel konnte nicht überzeugen zum Auftakt, Basel hat Streller verloren, Basel wird sich schwer tun, den Lauf der letzten Saison zu wiederholen, bei welchem man nach der Winterpause so gut wie gar nichts mehr abgab. Das Team ist einfach nicht so gefestigt und vielleicht auch nicht ganz so stark.
 
Gegenüber steht mit den Grasshoppers zwar vielleicht die Überraschung der Saison, aber doch ist auch diese Entwicklung kein reiner Zufall. Man hat sich gut und gezielt verstärkt und zugleich haben die Jungen einen sehr gute Entwicklung gemacht in der verkorksten letzten Saison, die man durchaus als „Lernphase“ bezeichnen kann. Die Leistungen bleiben also gut, die Ergebnisse werden weiterhin eingefahren, warum also sollte man sich gegen sie stellen? Natürlich bleiben die Zweifel, ob es für den ganz großen Wurf reichen wird, also sie STEHEN auf 1, aber sie SIND NICHT die 1, das möchte man hier nicht etwa behaupten.
 
Von daher ist diese Partie einfach zu tippen, indem man gar nichts macht. Es ist ein Pass.
 
Teamnews:
bei Basel fehlen Darko Jevtic (20, OM, 1/0/0), Marco Streller (31, MS, 19/11/6), extrem wichtiger Mann, Raul Bobadilla (25, MS, noch ohne Einsatz für den FCB)
bei GC fehlen Daniel Pavlovic (24, LV, 16/0/0), Veroljub Salatic (27, DM, 18/1/0), sehr wichtiger Mann, Shkelzen Gashi (24, LM, 13/1/1) auch wichtig
 
Ändert nichts: es bleibt ein Pass.
 
Der FCB vielleicht etwas näher dran am Sieg in diesem echten Spitzenspiel, was jedoch etwas mehr von der Taktik geprägt war. Nun, die Bebbi hätten schon dringend einen Sieg gebraucht, nur hat man sich vielleicht dann doch irgendwann mit dem Spatz in der Hand begnügt. Beide waren ordentlich, beide hatten ihre Chancen, verdient ja, näher dran Basel, alles gesagt?
——————————————————————————————————————————————————–

Rückblick 3. Bundesliga 27. Spieltag

In Kürze:

Es soll ab nun der gesamte Text der Vorschau mit abgedruckt werden, damit man sich, so man denn möchte, ein Bild machen kann, wie die Partie vorab eingeschätzt wurde, mit allem Drum und Dran. So man es nicht möchte, kann man ja auch den rot abgesetzten Teil schlichtweg überlesen. Nur macht sich vermutlich niemand die Mühe, den alten Text erneut zu öffnen, wenn man hier im Rückblick ist. Die empfohlenen Einsatzhöhen — die man früher fast einzig in rot einblendete — sind ja hier oben wiederholt, also brachte allein dies keine Erhellung mehr.
 
So kam dies heraus: +5 auf Bielefeld, -3 auf Chemnitz, +7 auf Heidenheim, -7 auf den KSC. Das macht zwar rein rechnerisch eine +1, jedoch gesteht man gerne ein, dass die Milchmädchenrechnung eben doch zu dürftig ist: Heidenheim war ein Kurs von deutlich unter 2.0 und auch Bielefeld stand sicher nicht so hoch. Also im Grunde hat man verloren auf die Tipps, aber so ganz mies fühlt man sich eigentlich doch nicht.
 
Bei den Neigungen hat man glücklicherweise den Fehltipp Rostock gecancelled, die anderen Spiele sind ausgefallen.
——————————————————————————————————————————————————–
Borussia Dortmund II – Rot Weiß Erfurt   ausgefallen
——————————————————————————————————————————————————–
VfB Stuttgart II – Preußen Münster   ausgefallen
——————————————————————————————————————————————————–
SV Wehen/Wiesbaden – Hansa Rostock   2:1 (1:1)
Zuschauer: 3.011  (Schnitt bisher: 3.171 ; vorige Saison: 3.514)
Man hat zwar lange Zeit pro Wehen und contra Rostock argumentiert, aber doch schmeckt diese Paarung einfach nicht. Hier sind sicher Marktgesetze mitverantwortlich für das Pass, nach welchen nämliche Teams mit einem derartigen Negativlauf wie Rostock ihn hat, krass herabgestuft werden, keine (wettende) Lobby mehr haben und die Kurse auf die Gegnerschaft in den Keller gehen. Wehen hat auch insgesamt nicht voll überzeugt — trotz so manchem eingegangenen Tipp –, und ist von daher doch nicht ganz das Traumteam, um es auf Sieg zu wetten.
 
Hier würde man also Rostock etwas zutrauen, jedoch niemals zu einem Tipp werdend (nicht gegen Wehen, nein, das ginge nicht) und bitte es hier nicht einmal als Neigung aufzufassen. Nennen wir es also ein Gefühl.
 
Teamnews:
Bei Rostock fehlt Gusche (23, IV, 8/0/0), Leemanns (30, DM, 19/1/1), Gelbsperre, Noel Mendy (29, RM, 21/0/1), Rotsperre, Lartey (26, OM, 1/0/0), Jordanov (19, OM, 11/1/3)
 
Bei Wehen fehlen Nils-Ole Book (27, ZM, 3/0/0), Langzeitverletzter
 
so sprechen die Teamnews zumindest gegen das Gefühl, dass Rostock etwas holt. Es wird aber nicht etwa zum Tipp auf Wehen.
 
Die Partie in etwa so: Wehen mit besserem Beginn, mit dem baldigen 1:0, welches, beiden Trainern einvernehmlich, als „verdient“ erschien. Dann hat Hansa nach und nach gut ins Spiel gefunden und noch vor der Pause den ebenso verdienten Ausgleich erzielt. In Hälfte 2 hat eher Rostock die Initiative gehabt, aber selbst wenn das Spiel ausgeglichen verlaufen wäre, wäre dies ja noch lange kein gutes Zeugnis für die Heimmannschaft. Gegen Ende erzielte Wehen das überraschende Siegestor, welches in dieser Spielphase sicher nicht verdient war.
Insgesamt war die Partie wohl sehr ausgeglichen, Rostock keineswegs schwach, die Krise also viel mehr eine Ergebniskrise. Über Wehen sollte man nichts Schlechtes sagen, da sie ja a) die Partie doch gewonnen haben und b) der Gegner doch ordentlich war.
——————————————————————————————————————————————————–
Alemannia Aachen – Stuttgarter Kickers   3:0 (0:0)
Zuschauer: 7.766  (Schnitt bisher: 12.922 ; vorige Saison: Absteiger)
Aachen soll nun doch lieber wieder gar nicht mehr getippt werden. Zu unklar rundherum die Situation um den Verein, gepaart mit dem arg geschwächten Kader, der keine saubere Einschätzung zulässt. Also: ein meilenweites Pass.
 
Teamnews: Aachen ohne Michael Melka (34, TW, 9/0/0), Tom Stehle (32, IV, 10/0/0), Aimen Demai (30, DM, 2/0/0), Florian Müller (26, RM, 14/2/0), Sascha Rösler (35, HS, 7/1/1)
StuKi ohne Fennell (23, IV, 12/2/0)
 
Auch in diesem Spiel hat man die Chance, sich vergleichsweise kurz zu fassen. Aachen engagiert, mit guter Publikumsunterstützung, StuKi einfach nur schwach, mit insgesamt vielleicht anderthalb Torchancen. Aachen hingegen viele, von denen eine passende Anzahl verwertet wurde.
Man hat sich ja rauserklärt, aber vor einer Woche noch die Bereitschaft signalisiert, diesen Aachenern zu trauen. Erneut konnte diese Leistung dieses Vertrauen bestätigen. Es sind genügend Drittligataugliche Spieler verblieben und diese wollen zumindest gut Fußball spielen, selbst wenn der Klassenerhalt aufgrund der Pleite eine Illusion bleiben dürfte. Sportlich tut man zumindest alles dafür, diese Illusion zu erhalten.
StuKi wird es extrem schwer haben, den Fall zu vermeiden. Mit einer solchen Leistung, wie auch Trainer Dais befand, ist man nicht konkurrenzfähig.
——————————————————————————————————————————————————–
Arminia Bielefeld – SpVgg Unterhaching   3:0 (2:0)
Zuschauer: 7.037  (Schnitt bisher: 7.797 ; vorige Saison: 8.930)
Unterhaching hat doch viel besser gespielt als es das Ergebnis am Ende zum Ausdruck brachte beim 0:2 gegen Osnabrück. Es sah teilweise wirklich nach sehr gutem Fußball aus und man möchte nicht unbedingt gegen sie spielen. Andererseits sind die Aufstiegsambitionen — so denn je ernsthafte gehegt und nicht nur ausposaunt wurden — nun ziemlich sicher ad acta gelegt nach drei Heimniederlagen in Serie. 
 
Der Gegner hat seinerseits aber alle Trümpfe in der Hand. Zu Hause haben sie eh vier Siege in Folge und auch beim 0:0 in Karlsruhe einen Punkt entführt — den einzigen Nicht-Sieg des KSC in 13 Ligaspielen in Serie. Also: es läuft rund und diese Mannschaft hat auch bereits einige Male die gute Einschätzung bestätigt. (ergänzend: auch das 4:2 in Saarbrücken vom Mittwoch war alles andere als Antiwerbung).
 
So kommt in der Summe heraus: Bielefeld macht es auch diesmal, und sogar werden es 5/10 auf den Heimsieg.
 
Teamnews: bei Bielefeld fehlt Tim Jerat (30, DM, 20/0/5), Rotsperre, und Nachtrag: wie es aussieht, ist Fabian Klos doch nicht ernsthaft verletzt und kann spielen!
bei Unterhaching fehlt weiterhin Stammtorwart Riederer (27, TW, 22/0/0), Roland Sternisko (24, DM, 0/0/0), Florian Bichler (21, LA, 0/0/0)
 
Die Teamnews haben wohl kaum einen Einfluss, dafür der Sieg von Bielefeld am Mittwoch schon eher (4:2 in Saarbrücken). Sie sind gut drauf (die Zeilen oben vor Mittwoch verfasst).
 
Man muss ja nicht jeden Bericht über ein vom Ergebnis her klares Spiel in die Länge ziehen: Unterhaching mit der ersten Chance, dann aber Bielefeld im Vorwärtsgang. Das 1:0 fiel zwar „nur“ nach einem kuriosen Querschläger eines Hachinger Abwehrspielers, aber doch gab es nur noch Bielefeld. Das 2:0 folgte bald und auch danach eine ziemliche Einbahnstraße und ein eher zu knapper Sieg.
Bielefeld also kerngesund, Unterhaching doch, wie schon bei Rückrundenbeginn orakelt, im klaren Abwärtstrend.
——————————————————————————————————————————————————-
Wacker Burghausen – Kickers Offenbach   ausgefallen
Zuschauer:   (Schnitt bisher:  ; vorige Saison: )
——————————————————————————————————————————————————–
Hallescher FC – FC Chemnitz  2:0 (0:0)
Zuschauer: 7.581  (Schnitt bisher: 7.499 ; vorige Saison: Aufsteiger)
Chemnitz hat nach etlichen guten Spielen ohne die volle Ausbeute zuletzt die ihnen von hier aus zugestandene sehr gute Einschätzung bestätigt. 6 Spiele ohne Niederlage, 3 Siege, drei Remis, das kann sich sehen lassen. Nein, sie werden aber wohl nicht nach oben schielen, dazu ist der Abstand einfach zu groß. Andererseits ist kein Grund zu erkennen, warum sie nun abschalten sollten, einmal in Fahrt gekommen. Wobei man hier erwähnen muss, dass das 2:1 gegen Heidenheim nicht verdient war, in letzter Sekunde erzielt und auch nach Spielanteilen nicht.
 
Halle hatte diese namhaften Verstärkungen — an erster Stelle Furuholm genannt, der aus der 1. Bundesliga zu ihnen kam — und zugleich ein paar Ergebnisse erzielt, wobei das 1:0 gegen Babelsberg bereits extrem glücklich war. Sie haben etwas zu beweisen, sind eher ein Kandidat, um gegen sie anzutreten. Das 0:2 in Münster zuletzt entsprach den Spielanteilen. Der Gegner klar besser.
 
Die Derbytendenz spricht weder für noch gegen Chemnitz, so das Gefühl. Nein, auch hier kein wirklich toller Tipp, aber irgendwie muss es sein, 1/10 auf die Auswärtsmannschaft zu setzen.
 
Teamnews: 
bei Chemnitz fehlt nur Anton Makarenko (24, LM, 11/1/0), 
bei Halle fehlen Patrick Mouaya (28, IV, 13/0/0), Pierre Becken (25, IV, 9/0/0), Marco Hartmann (24, DM, 24/3/0), Gelbsperre, Maik Wagefeld (31, DM, 19/5/3)
 
Diese News machen den Tipp deutlich besser, somit 3/10 auf Chemnitz.
 
Der Tipp ging daneben, vom Ergebnis her auch recht eindeutig (immerhin fehlten insgesamt 3, in Worten DREI, Treffer zum Sieg), da muss man aber mal etwas genauer schauen. Wie verlief das Spiel denn? Hat Chemnitz genug getan, um eine Wette zu rechtfertigen? Stimmte die Überlegung, dass sie so oder so weitermachen würden?
Ja, sie stimmte. Ein sehr intensives Spiel, in dauerhaftem Schneefall, mit rotem Ball und demgemäß schwierigen, aber nicht in übertriebenem Maße, Bedingungen. Beide spielten ehrgeizig, gut, und auf den vollen Erfolg. In Hälfte 1 ein sehr ausgeglichenes Spiel mit Chancen hüben und drüben, vor allem aber auffällig der permanente Vorwärtsgang, den man auf jeden Fall den Gästen zugute halten muss, da es ja ein Auswärtsspiel ist, und dort die Auswärtsmannschaften oftmals den Gegner kommen lassen. Das bedeutet aber auch, dass Chemnitz die Partie irgendwie gefühlt als Favorit anging (am Markt war die Einschätzung sehr ausgeglichen). Insofern ein großer Pluspunkt für den Wetttipp.
Die zweite Hälfte verlief eigentlich exakt gleich wie die erste: beide wollten den Sieg, beide spielten nach vorne, beide kamen zu Chancen, im dichter werdenden Schneetreiben. Es gab nur diesen winzigen Unterschied: Halle verwertete eine der Chancen. Wieder die gleiche, altbekannte, torgefährliche Variante: Freistoß aus dem Halbfeld, diesmal etwa 40 Meter vor dem Tor, ein Innenverteidiger läuft in den Ball (bei Standards rücken diese langen Kerls oftmals auf, was aus dem Spiel heraus schwer möglich ist), Steven Ruprecht, über 1,90, läuft ein und verwertet. Chemnitz ließ aber die teils größeren und gut herausgespielten Chancen liegen.
Nach einem Flipperspiel im Mittelfeld — natürlich Chemnitz in Zeitnot längst weit aufgerückt — springt der Ball am Ende zu einem Hallenser, der allein in den Strafraum eindringt und das Tor macht. So kam es zum 2:0, der Entscheidung.
Nichts an Chemnitz schwach, sie waren sogar insgesamt gesehen  minimal näher dran. Aber auch Halle hat sich glänzend verkauft, das muss man einfach so sagen.
——————————————————————————————————————————————————–
1.FC Heidenheim – SV Darmstadt 98  3:0 (1:0)
Zuschauer: 6.000  (Schnitt bisher: 7.992 ; vorige Saison: 6.732)
So gut sich Darmstadt auch im Derby beim 1:0 gegen Wehen gewehrt haben mag, und sogar den so dringend benötigten Sieg eingefahren, mit einer ordentlichen Leistung: dieser Gegner hier ist einfach zu stark für sie. Heidenheim hat sich durchweg seit Wochen schon hervorragend präsentiert und auch in Chemnitz das Spiel in Hälfte 1 dominiert. Nach dem unglücklichen 0:1 vor der Pause entglitt ihnen zwar die Partie, aber doch hat man genug gesehen, was auf wahre Spitzenmannschaft  hindeutet. Es ist längst noch nicht zu spät, die Lücke zu schließen und sogar Platz 2 — 7 Punkte entfernt — nicht gänzlich außer Reichweite. Nur muss dazu dringend ein Sieg her in dieser Partie. Das Feld ist bestellt, die Zuschauer werden da sein, der Gegner garantiert nicht unterschätzt — dies sehr ernst gemeint, da man dazu nach einer eigenen Niederlage nämlich nicht den geringsten Anlass hätte –, also es gibt einen Heimsieg.
 
7/10 auf Heidenheim.
Teamnews:
Heidenheim vermeldet: alle Mann an Bord!
Das Gleiche gilt für Darmstadt.
 
Das Ergebnis suggeriert eine klarere Angelegenheit als es war, so viel vorweg. Heidenheim kam früh zum 1:0, durch einen typischen Standard aus dem Halbfeld vor das Tor geschnibbelt (immer wieder der überragende Mann Schnatterer macht das), ein Innenverteidiger läuft hinein, verlängert ins Lage Eck. Die Stimmung im Stadion durchgehend positiv, was mehrere Dinge bedeutet: die Fans haben keine zu hohen Ansprüche, sie verstehen etwas vom Fußball und sie wissen, wie schwer es in dieser Liga ist, einen Gegner zu besiegen. Denn: Heidenheim führte zwar, kam aber zu wenigen Gelegenheiten in der Folge. Wenn waren es fast nur die Standards, die für etwas Gefahr sorgte. Warum Trainer Frank Schmidt dennoch zufrieden war? Sicher, ein Sieg stimmt einen ohnehin froh, aber die Trainer blicken viel tiefer (vor allem als die Dümmsten von allen, nämlich die Berichterstatter) und können sehr wohl einen glücklichen Sieg von einem verdienten unterscheiden. Nein, Frank Schmidt sieht die Platzverhältnisse, die doch einem ganz gekonnten Offensivspiel ein wenig den Zahn ziehen, er sieht aber sehr wohl auch den Gegner, der im Prinzip mit allen Mitteln dagegen hält, da im Abstiegskamp befindlich, wozu also auch robuster Körpereinsatz bis vorsätzliches Foulspiel (mit einer ziemlich fließenden Grenze) gehört. Die Kunst besteht also darin: irgendwie führen und dann möglichst wenig zulassen. Das ist Heidenheim gelungen, selbst wenn das Spiel über sehr weite Strecken total ausgeglichen aussah (was vor allem bedeutet: keine Chance hier, keine Chancen dort).
In der 70. gab es eine Rote Karte gegen Darmstadt. Das Foulspiel war offensichtlich, die Gelbe Karte dafür gewiss, denn der gleiche Spieler hatte bereits zuvor eine verdient. Nur zieht der Schiri zuerst Gelb und dann Rot. Da die Proteste nicht enden wollen, musste er später aufklären: er habe Gelb für das Foulspiel gegeben und Rot danach für eine Beleidigung.
Nun ist aber die Frage: hat der Spieler nun direkt Rot oder Gelb-Rot bekommen? Falls direkt Rot: was wäre dann mit der Gelben? Zählt diese auch für die Gelbstatistik? Gibt es nur ein Spiel Sperre oder wird die Sperre verhandelt?
Daran erkennt man nur, wie komplex das Regelwerk zu sein hätte, um alle derartigen (und für das hiesige Empfinden wieder einmal neue) Situationen aufzunehmen und zu klären.
——————————————————————————————————————————————————–
VfL Osnabrück – SV Babelsberg 03   1:0 (0:0)
Zuschauer: 7.700  (Schnitt bisher: 10.900 ; vorige Saison: 8.719)
Hier greift irgendwie nicht ganz die gleiche Argumentation wie beim Vorgängerspiel. Babelsberg hat sich wirklich verstärkt, das war deutlich zu sehen. Sie haben noch keine Punkte, was in jedem einzelnen Spiel seine speziellen Gründe hatte. Aber sie waren nicht schwach, eher im Gegenteil (beispielsweise in Halle waren sie klar besser, verloren aber mit 0:1). 
 
Osnabrück ist total gesund, das ist nicht das Problem. Nur wird eben vermutlich Babelsberg derzeit zu gering geschätzt — und das der Irrtum.
 
Es bedeutet aber in der Summe nicht etwa einen Tipp auf X/2, genau so wenig einen auf die 1. Die Folgen sind nur diese hier: es ist ein Pass.
 
 
Teamnews: 
Bei Osnabrück fehlt Riemann (TW, 30, 21/0/2), Hudec (30, IV, 14/1/0), Porcello (ZM, 32, 0/0/0), und Winterneuzugang Emil Yula (33, MS)
Bei Babelsberg fehlt nur Matthias Kühne (25, RV, 20/0/0), Rotsperre.
 
Wie das Ergebnis einem schon verrät, war es eine schwierige Partie für die Hausherren. Die Gäste beschränkten sich wieder einmal auf ihre durchaus starke Defensive, taten dies aber so gut, dass Osnabrück kaum zu Chancen kam. Selbst hatte man, wie erhofft, ab und an auch mal eine Situation. Als ziemlich bald nach der Pause Osnabrück doch das 1:0 gelang, durch einen präzisen Flachschuss ins lange Eck durch Gaetano Manno, änderte die Partie aber nur minimal ihre Richtung. Weiterhin wenige Chancen hier und dort. Es blieb einfach beim 1:0.
Keine dolle Partie, nur sollte man über beide nicht zu hart urteilen. Beide taten, was sie konnten. Natürlich hatte man Babelsberg eigentlich etwas stärker gesehen für die Rückrunde, auch etwas aktiver nach vorne, nur ist es halt in so einer Partie bei einem Aufstiegskandidaten nicht gar so einfach, das zu zeigen. Osnabrück bleibt jedenfalls dran und nichts spricht wirklich gegen sie nach so einem erarbeiteten Sieg.
——————————————————————————————————————————————————–
1.FC Saarbrücken – Karlsruher SC   0:0
Zuschauer: 5.130  (Schnitt bisher: 4.028 ; vorige Saison: 4.878)
Hier muss man nicht lange argumentieren. Die Karlsruher Fans sind garantiert bereit, diese kleine Reise mitzugehen und ihr Team zu unterstützen — ein kleiner Punkt, aber er zählt halt mit –, zugleich ist der Aufstieg noch lange nicht unter Dach und Fach, man schämt sich auch ein klein wenig über die doch nicht ganz befriedigende Leistung gegen Dortmund (beim 1:0 durch frühen Elfer), wird von daher die Konzentration aufbringen und sich hier wieder mal einen einfachen Sieg sichern. Über Saarbrücken kann man nur dies sagen: schwach, richtig schwach.
 
7/10 auf die 2.
 
Teamnews:
Beim KSC außer LV Dennis Kempe alle Mann an Bord.
Bei Saarbrücken fehlen Pascal Pellowski (24, IV, ohne Einsatz), Tim Kruse (30, DM, 22/2/2), Markus Hayer (27, MS, 13/1/1)
 
Somit auch hier die News alles andere als nachteilig für den Tipp.
 
Die beste Wette ging in die Hose. Da muss man natürlich ein wenig ins Grübeln geraten — und ins Rechtfertigen. Zwei Dinge zunächst dringend erwähnenswert: wie man oben sieht, waren die KSC-Fans angesprochen worden, mitzureisen. Es waren insgesamt 2.000, was wohl mehr als ein Beweis ist. Punkt 2 sind die Platzverhältnisse. Die größten Vorteile des KSC ist die spielerische Klasse, auf welche sie sich fast durchgehend verlassen können, und es auch tun. Diese spielerische Klasse konnten sie auf dem hart gefrorenen Boden nicht recht ausspielen. Da igitt es zu viele Zufälligkeiten, die das ganz saubere Spiel verhindern.
Auch dazu drei Bemerkungen: a) einerseits war stets, seit Beginn der Rückrunde, auf die schwierigeren Bedingungen aufmerksam gemacht worden, was zugleich bedeutete, mit etwas mehr Vorsicht (vor allem bei Favoritentipps) zu Werke zu gehen, und dies ist ja mit den 7 von 10 auch geschehen, b) war dieses Problem in seltenen Fällen übertrieben auffällig, die Spielbedingungen meist doch erstaunlich gut, so dass man vielleicht ein wenig diese Vorsicht vernachlässigte, c) hatte der KSC gleich nach wenigen Minuten eine ihrer typischen Chancen, die sie mit ihrem präzisen Spiel so gut herausspielen, und damit ein Spieler alleine frei vor dem Torhüter auftauchte, jedoch konnte er diese Chance einfach nicht verwerten, weil der Ball erkennbar nicht zu hoppeln aufhört. Er wartete geduldig auf die Schusschance, aber sie kam einfach nicht. So kam ein lächerlicher Kullerball heraus. Ansonsten könnte man auch ein d) hinzufügen: kein Mensch (außer Piff Tannen in „Zurück in die Zukunft“) wird es je schaffen, ALLE Spiele richtig zu haben. Die Kunst ist es ja nur, ein kleines Plus zu erwirtschaften, die Niederlagen und Verluste gehören zum Alltag.
Man darf ruhig sagen, dass sich Saarbrücken nach Kräften wehrte, und dies gut tat. In Hälfte 1 kam dadurch in etwa nur ein Chancenverhältnis von 4:2 pro KSC heraus, womit man so weit ja dennoch halbwegs zufrieden sein könnte, als Befolger der Wetttipps.
Nach der Pause ein ziemlich ähnliches Bild. Ein gutes Spiel, wenn man die schwierigen Bedingungen zugrunde legt. So blieb der KSC immer näher dran, aber Saarbrücken kam auch zu Chancen. Da am Ende der Druck sogar noch etwas größer wurde und man bezeugen konnte, dass sich beide immer besser auf die Platzverhältnisse einstellte, und es noch eine ordentliche Reihe guter Chancen gab, kann man das Remis nur als glücklich für Saarbrücken erklären. Auszusetzen ist, trotz aller Einschränkungen, die oben angeführt sind, nichts, eher im Gegenteil. Der KSC zeigte alles das, was man sich von ihnen erwartet hätte.
Eine kleine Bilanz: 11 Eckbälle für die Gäste, sowie insgesamt vielleicht ein Chancenverhältnis von 9:3, und dies gepaart mit der Erkenntnis, dass man es am Ende unbedingt zwingen wollte. Da muss man einfach nur sagen: Pech gehabt. Der KSC in überragender Form, allerdings musste Calhanoglu in der 83. verletzt vom Platz. Ob er länger ausfällt? Wird man sehen.
Übrigens: auch Markus Kauczinski, der KSC Trainer, im Interview nach dem Spiel überragend, selbst wenn man keine Szene gesehen hätte, genügte es, das Interview zu hören und man wüsste, wie das Spiel war. Auch hier der Link, für wahre Enthusiasten: http://www.ardmediathek.de/swr-fernsehen/sport-am-samstag/fussball-3-liga-interview-mit-markus-kauczinski-trainer?documentId=13503400
——————————————————————————————————————————————————–