Vorschau Österreich tipp 3 Bundesliga, 36. Spieltag

in Kürze:

Ein durchaus ergiebiger Spieltag. Selbst in den Paarungen, da mindestens einer scheinbar um nichts mehr spielt, lassen sich gute Ansatzpunkte finden.

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SV Mattersburg – Admira/Wacker Mödling     (Entfernung: 54 km)
Tja, wer von diesen beiden hat nun wirklich über die gesamte Saison den besseren Eindruck gemacht, wer hat zuletzt den besseren Eindruck gemacht?
Ja, man hätte es der Admira zugetraut, die bessere Mannschaft zu sein. Sie waren in Europa (und wären damit nicht das einzige kleinere Team, dem so etwas in den letzten Jahrzehnten nicht gut getan hätte), die Erwartungen waren sicher gestiegen — als Folge dessen gab es einen ziemlichen Absturz in der Hinserie. Zu viele Tore kassiert und selten die spielerische Klasse aufblitzen lassen. Da wähnte man sich wohl noch sicher, nach dem Motto „wir als Europacupteilnehmer…“.
In der Winterpause wurde noch einmal nachgerüstet. Die Neuzugänge waren auch gut, ja, sie sahen besser aus, alles schien darauf hinzudeuten, dass man es nun locker packen würde. Nur blieben weiterhin gute Ergebnisse, vor allem in Konstanz, aus. So stand lange Zeit der letzte Platz zu Buche — und nun gab es wieder en Absturz dorthin, nachdem man ihn kurzzeitig abgeben konnte. Sicher gab es zuletzt etwas Verletzungspech, aber doch kann man, angesichts der Leistungen der Konkurrenz, einfach unmöglich sagen, dass ihnen diese Platzierung nicht zusteht.
Auf der anderen Seite hatte man Mattersburg sicher über einen gewissen Zeitraum schlecht geredet. Nur: gerade in dem Moment, als sie auf dem Abstiegsrang angekommen waren, drehten sie mächtig auf. Nicht nur, dass sie dem Druck standgehalten haben, nein, sie haben nicht allein Abstiegskampf geboten, sondern tatsächlich spielerische Klasse demonstriert, mit regelmäßigen Punktzuwächsen garniert.
Alles in allem war also Mattersburg wirklich die ganz minimal bessere Mannschaft, speziell in der besseren Verfassung, rundherum. So spräche alles für einen Heimsieg. Nur das eine nicht: ihnen genügt ein Remis. Nur: wie man die Mannschaft gesehen hat, kann sie einfach unmöglich auf dieses Resultat spielen. Sie haben die größeren Stärken in der Offensive und wären dumm, wenn sie sich nicht auf diese stützen wollten.
Es wird ein Abstiegsendspiel, ganz sicher. Nur sieht man einfach nicht ein, dass Mattersburg nicht nach vorne spielt und nicht dringend eigene Tore erzielen möchte. Ein unentschiedener, allein schon Zwischenstand, bärge die Gefahr, sogar noch in letzter Minute aus der Liga zu fliegen. Die größere Gefahr für eine Wette auf den Heimsieg ist allerdings die, dass die Konkurrenz es ihnen leichter macht. Falls nämlich beispielsweise Wiener Neustadt in Graz (deutlich) zurück läge, ist das eigene Ergebnis egal (abgesehen von Innsbruck, die ja auch erst einmal in Wolfsberg gewinnen müssten).
So sehr man also im Prinzip an Mattersburg glaubt: die Konstellation(en) erlauben einfach keine echte Wette. Neigung bleibt: Mattersburg will sich auf gar nichts einlassen und spielt auf Sieg, der ihnen auch gelingt.
Teamnews:
Mattersburg ohne Nedeljko Malic (25, IV, 9/0/0), Lukas Rath (21, IV, 15/0/1), Michael Novak (22, RV, 10/0/0), Manuel Seidl (24, DM, 22/3/3), den Langzeitverletzten Dominik Doleschal, Wilfried Domoraud (24, LA, 10/0/1),
Admira ohne Stammtorhüter Jürgen Macho, Richard Windbichler (22, IV, 22/1/1), Gernot Plassnegger (35, RV, 25/0/3), René Seebacher (24, RM, 10/0/1), Tito (24, LM, 9/1/3), Daniel Toth (25, OM, 14/1/0), Matus Mikus (21, MS, 2/0/0).
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Rapid Wien – SV Ried     (Entfernung: 243 km)
Kein so dolle Paarung, bei der man eigentlich nichts machen möchte. Schauen wir aber mal genauer hin: Ried könnte zwar noch reinrutschen nach Europa, benötigt aber dringend Schützenhilfe, von den beiden Abstiegskandidaten Wiener Neustadt und Innsbruck, die beide Siege benötigen gegen den Abstieg und damit die Bahn freischießen könnten. Nun wird man vermutlich daran in Ried gar nicht glauben beziehungsweise eingehende Zwischenstände die Illusionen möglicherweise bald vernichten. Da Rapid sich nach dieser extrem wackeligen Saison — die Fans waren schon auf den Barrikaden — dringend positiv bei den Fans verabschieden und in Erinnerung behalten möchte, spräche einiges für einen Heimsieg. Der Markt dürfte diese Parameter vielleicht nicht ganz richtig beurteilen (da es dort immer nur heißt: muss gegen braucht nicht, schon geht der Kurs hoch auf braucht nicht). Hier ist es aber schon speziell: Ried braucht irgendwie, aber nützt nicht und Rapid braucht doch, weil die Fans schon fast weggelaufen sind und man sie zurückholen möchte.
Also: eigentlich eine gute Paarung, bei der man sich nur vorher entscheiden muss, nicht zu hadern, falls es daneben geht. Natürlich kann es auch hier passieren, aber man trüge es mit Fassung: 5 von 10 auf die 1.
Teamnews:
Rapid ohne Gerson (21, IV, 26/0/0), Michael Schimpelsberger (22, RV, 16/0/1), Steffen Hofmann (32, OM, 20/2/9), Deni Alar (23, MS, 31/15/6),
Ried hat keine Ausfälle. 
 
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Red Bull Salzburg – Austria Wien     (Entfernung: 296 km)
Hier kann man den Heimsieg beinahe garantieren: Salzburg hat den Titel nun abgegeben, sieht aber auf keinen Fall ein, nicht die bessere Mannschaft zu sein. Sie werden mit angemessener Aufmerksamkeit und Konzentration in das Spiel gehen, schließlich geht es darum, Verhältnisse zurechtzurücken und die Fans zu versöhnen. Bei der Austria dürften einige Spieler vom vielen feiern müde sein und entweder gar nicht auf dem Platz stehen oder mit halber Kraft. Hier Widerstand aufzubauen, dürfte ihnen einfach nicht gelingen. Die Spannung ist abgefallen, aber eben nur einseitig.
Eine fast ideale Partie, nur möchte man dennoch nicht mehr als 6 von 10 auf die 1 riskieren.
Teamnews:
Salzburg ohne Alexander Walke (29, TW, 30/0/0), Isaac Vorsah (24, IV, 15/1/0), Dusan Svento (27, LM, 10/1/1),
Austria hat keine Ausfälle. 
 
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Sturm Graz – SC Wiener Neustadt     (Entfernung: 143 km)
Sturm ist beinahe schon so faul wie Sion in der Schweiz. Der Trainer muss gehen, obwohl er eigentlich auf Kurs ist, der Neue bringt erst einmal garnichts, und redet jetzt die katastrophalen Auftritte schön. Vielleicht zwar verständlich, mit allen möglichen Absichten versehen, aber doch unangebracht. Sie spielen einfach schwach und man gönnt es ihnen auch nicht, nicht von hier aus.
Andersherum bei Wiener Neustadt, zumindest von der Gönnererwägung her. Sollen sie doch bitte drin bleiben, so toll, wie sie sich seit Wochen, ach, eigentlich schon über die gesamte Saison, zur Wehr gesetzt haben. Da ist nichts anzukreiden. Sie haben ihr Potenzial in die Waagschale geworfen, voll ausgeschöpft, und ein paar durchaus ansehnliche Spiele geboten, und das als designierter Absteiger. Nun wären sie nur noch den einen Schritt entfernt, es wirklich zu schaffen.
Sturm könnte sogar verkrampfen in der Absicht, gewinnen zu wollen/müssen, während dem Gegner ein Remis durchaus helfen könnte, was unter diesen Umständen die leichtere Aufgabe wäre.
4 von 10 auf X oder 2.
 
Teamnews:
Sturm ohne Leonhard Kaufmann (24, RV, 17/0/2), Philipp Hütter (22, RV, 4/0/0), Tobias Kainz (20, ZM, 18/0/2), 
Wiener Neustadt ohne Markus Glänzer (25, TW, ohne Einsatz), Matthias Maak (21, IV, 17/0/0), Arvedin Terzic (24, LM, 18/5/6).
Hebt sich auch etwa.
 
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Wolfsberger AC – Wacker Innsbruck     (Entfernung: 450 km)
Unmöglich, hier an Wolfsberg zu glauben. Sie haben die Saison abgehakt, wie man auch an den Trainerworten erkannte, der die schlechten letzten Leistungen entschuldigte, seinem Team nicht einmal böse war. Saisonziele erreicht, nein, übererfüllt, Europa war ein Traum, und selbst wenn er noch greifbar wäre: dafür fehlt die Überzeugungskraft und die Energie.
Anders herum Innsbruck, die mit dem wirklich erzwungenen aber total verdienten 2:1 Sieg gegen Sturm das wichtigste Zeichen gesetzt haben, vor allem für sich selbst: es geht, wir können es packen, wie sind gut genug für die Liga. Noch einmal alle Kräfte bündeln — im Abstiegskampf immer die eher zu erfüllende Aufgabe — und wir sind raus aus dem Strudel.
Insofern hier 6 von 10 auf X oder 2, da auch das Remis gut tun könnte (falls Wiener Neustadt verliert oder Admira ebenfalls nur Remis spielt).
Teamnews:
Wolfsberg ohne Gernot Messner (32, ZM, 4/0/0), Sandro Zakany (25, OM, 14/0/0), Christian Falk (26, MS, 17/10/0),
Innsbruck ohne Marco Köfler (22, LM, 1/0/0).
 
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Ein Kommentar zu “Vorschau Österreich tipp 3 Bundesliga, 36. Spieltag

  1. H.Eicke sagt:

    Reicht nicht Platz 4 für EL? Damit Sturm, WAC, Ried allesamt noch im Rennen… oder wieso irre ich mich?

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