Rückblick Heute für Morgen 1. Liga Österreich, 18. Spieltag

Kurze Zusammenfassung:
Es war eh kein ergiebiger Spieltag, die Paarungen passten einfach nicht, insofern sollten die Verletzungen eher harmlos sein, die man sich zugefügt hat. Gut waren die Tipps aber nicht wirklich. Denn: BW Linz kam zwar als krasser Außenseiter, insofern hätte man mit einem (Teil-)Erfolg auch ordentlich Kasse machen kann, nur waren sie weit davon entfernt — jedenfalls vom Ergebnis her — diesen zu erzielen. Also ein schlechter Tipp. Bei dem guten hatte man aber eher die Neigung zur 2 als zum X, obwohl da zunächst X/2 steht. Der FC Lustenau holte den Punkt, blieb also ungeschlagen, aber perfekt ist anders. Da zudem die Neigung in der dritten Partie, jene pro Hartberg, ausfiel und die ebenso haushoch daneben ging, so bleibt das Gesamtergebnis jedenfalls gefühlt negativ und unerfreulich. Andererseits war natürlich alles nur eher moderat empfohlen, so dass es gerade  noch so ging.

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Austria Lustenau – First Vienna    3:0 (2:0)
Zuschauer:  3.800  (Schnitt bisher : 4.422 ; +12.8% gegenüber Vorsaison)
Insofern bleibt hier nur ein Pass.

Kein toller Beginn der Austria, die erst durch einen Standard in Führung geht, dieser noch dazu unglücklich und unhaltbar abgefälscht. Aber die Vienna nach vorne gar nicht zu sehen, von daher schon verdient. Das 2:0 dann allerdings sehr schön herausgespielt, mit feinem Abschluss. Die Partie damit schon entschieden, noch in Hälfte 1. Direkt nach der Pause das 3:0, was jeden weiteren Kommentar hinfällig macht.
Austtria in recht guter Verfassung, aber gegen die weit hinten angesiedelte Vienna kein großes Problem. Nun, korrigieren muss man nichts, alles gut.
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SV Grödig – Blau Weiß Linz   3:0 (1:0)

Zuschauer:  850  (Schnitt bisher : 815; +4.8% gegenüber Vorsaison)
Quintessenz: hier darf man den Gästen, als krasse Außenseiter anreisend, dennoch die Überraschung zutrauen. X oder 2.

Zunächst diese wichtige Information: der Trainer der Grödiger hat offensichtlich aufmerksam diese Texte studiert, brachte er doch Stefan Lexa von Beginn an. Natürlich würde man nicht gegen Grödig setzen, sofern man von dessen Bekehrung vorab gewusst hätte, denn Lexa ist, Alter hin oder her, ein absoluter Führungsspieler und Leistungsträger in der Elf. Zweite Nachricht: der erste Angriff läuft, alles noch nicht geordnet hinten, eine unkonventionelle frühe Flanke, der Mittelstürmer Witteveen löst sich vom Gegenspieler und nickt den springenden Ball genau so unkonventionell ein. Das 1:0 nach einer Minute. Natürlich befreite dies die mit drei Niederlagen in Serie möglicherweise verunsicherten Grödiger. Zugleich das Schlusslicht natürlich sofort unter Druck. So hatte Grödig klare Vorteile, welches sich auch in Chancen niederschlug. Linz nur mit zwei Möglichkeiten zum Ausgleich in Hälfte 1, Grödig sicher mit gut der doppelten Anzahl zum Nachlegen.
Einen Riesen verpasste der Torschütze nach einer wunderschönen Kombination, als er frei vorm inzwischen leeren Tor noch einmal angespielt wurde, der Ball ihm aber leicht verspringt und am Pfosten vorbei hoppelt.
Nach der Pause aber das gleiche Übergewicht, diesmal wurden aber zwei Chancen genutzt, 60. und 75., Linz mit gar nichts mehr, so dass es über den verdienten Sieger keinen Zweifel gibt. Klare Sache, Grödig von dem frühen Führungstreffer befreit lief zu alter Form auf. Linz weiterhin mit den größten Abstiegssorgen konnte nicht an zuvor gute Leistungen anknüpfen.
Zusatzinfo: Eddie Stöhr bei Linz als Trainer im Gespräch.
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SV Horn – FC Lustenau   2:2 (1:2)

Zuschauer: 1.480   (Schnitt bisher : 1.747; keine Angaben, da Aufsteiger … % gegenüber Vorsaison)
Fazit auch hier offensichtlich: die Gäste kommen kaum als Außenseiter, haben beste Chancen, etwas mitzunehmen, also eher sogar die 2 als X/2.

Wichtige Info: beim FC Lustenau gleich vier Spieler nach dieser Partie mit einer Gelbsperre aufgrund der fünften. Beachten bei der nächsten Partie!
Eine gute, lebhafte Partie, mit Chancen auf beiden Seiten. Die Führung für die Gäste wieder aus einem Standard — eine Ecke. Danach Horn mit mehr Spielanteilen, aber Lustenau weiter gefährlich. Das 1:1 fiel, aber auch das 1:2 danach, durch einen wunderbaren Fallrückzieher von Carlos Eduardo. Horn weiter mit mehr Ballbesitz, auch in Hälfte 2, aber doch die Gäste mit den besseren Chancen. Dennoch mehr und mehr Druck der Heimmannschaft, das dann doch verdiente 2:2, und auch danach noch ein Pfostenschuss für Horn, aber auch ein Durchbruch von Lustenau. Viele Chancen also, halbwegs gut verteilt, sowie die Tore, das passt schon. Der Gästesieg war aber mehrfach auch gut möglich, meist bei Kontersituationen.
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SKN St.Pölten – TSV Hartberg   4:1 (4:1)

Zuschauer:  2.800  (Schnitt bisher : 3.524; +149% gegenüber Vorsaison)

Nun, so oder so würde man sich unmöglich gegen Hartberg stellen können. Der Markt wird da eh nicht mitspielen. Zugleich aber könnte man sich auch nicht gegen St.Pölten stellen. Summa summarum bleibt nur — ein Pass. Hauchdünn, nach der Neigung gefragt: lieber Hartberg nehmen.
 
Drei Standards früh in der Partie — drei Tore für St.Pölten. Zwei mal nach Eckball, ein mal nach einem langen Freistoß aus dem Halbfeld. Soll diese Führung nicht abwerten, denn a) muss man die Standards ja erst einmal bekommen, b) sie gut einstudieren und c) das ganze auf dem Platz umsetzen. Sie haben eine zentrale Bedeutung bekommen im Fußball uns so sollte sich jeder darum mühen, mit ihnen die maximale Torgefahr zu erzeugen. St.Pölten jedenfalls „on top“. Natürlich muss man auch das Spielerpotenzial dazu haben. Übrigens ein 18-järhiger Debütant im Tor bei Hartberg, der logischerweise nicht den maximalen Rückhalt bieten konnte. Nach dem 3:0 drei gute Chancen für Hartberg, deren dritte genutzt wird. Dann sogar eine gute Chance zum Anschluss, also Hartberg gut im Spiel, aber ein Gewaltschuss aus 30 Metern mit 94 km/h abgefeuert legt alle Ausgleichsbemühungen auf Eis. Das 4:1. Dennoch  Hartberg auch weiterhin ordentlich.
St.Pölten hat aber in Hälfte 2 auch auf „Verwaltung“ umgeschaltet in der Gewissheit, dass es ein sehr weiter Weg zurück wäre für die Gäste. So blieb es beim 4:1.
Insgesamt hat Hartberg durchaus gefallen. Bei St.Pölten waren es im Wesentlichen die Standards, später der Spielstand, der ein weiteres Urteil unmöglich macht. Überragend sahen sie aber keineswegs aus. Immer aber berücksichtigen: die gesehenen Szene spielten sich in aller Regel bei klarer Führung ab.

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SCR Altach – SV Kapfenberg   2:1 (1:0)

Zuschauer:  1.664  (Schnitt bisher : 2.745; -19.8% gegenüber Vorsaison)
Nein, hier bleibt nur das Pass.

Die erste Szene bereits praktisch Spiel entscheidend. Guter Angriff von Altach, direkt gespielt, Pass in den Strafraum, Mahop, der Kameruner Angreifer bei Altach, wäre frei durch, wird aber am Arm gehalten, direkt an der Strafraumgrenze. Der Schiri hat nun etwa drei Möglichkeiten: 1. vollständig ignorieren, was zwar absolut irregulär wäre, nur tun es erstens sehr viele, und zweitens würde er damit vermutlich straffrei davon kommen, 2. pfeifen und nun unterteilt es sich in a) Elfmeter geben und b) den Tatort nach außerhalb verlegen. Sobald er das getan hat — und dafür hat er, beim langsamen Abschreiten des eigenen Standortes bis zum Tatort ein paar Sekunden Zeit zum Nachdenken –, muss er noch entscheiden, wie er mit dem Sünder verfährt. Vergleichbar übrigens mit dem Champions League Finale Barca gegen Chelsea vor ein paar Jahren, als Jens Lehmann früh Rot bekam. Damals das Dilemma: der Schiri pfiff sofort nach der Foulaktion. Da der Ball danach im Tor landete — was man bei gutem Willen hätte vorab erkennen können — hätte man nur auf Tor und vielleicht Gelb für Lehmann entscheiden können. Da er gepfiffen hatte UND der Ball im Tor landete blieb nur, die Rote auszupacken. Eine unerfreuliche Entscheidung und Barca wäre garantiert mit dem Tor (und Gelb oder auch nicht) für Lehmann zufrieden gewesen.
Also: der Schiri entschied sich für diese Variante: Tatort nach außerhalb verlegen (denn es IST ein Verlegen), Sünder Rot zeigen, das ließ sich dann nicht mehr vermeiden, da es ja als Foulspiel erkannt war und zugleich dieser der letzte Mann war. Sicher, diplomatisch und auch irgendwie vertretbar. Nur eben grundsätzlich nicht an Regeln orientiert (um die geht es dabei nämlich kaum) sondern reine Psychologie, womit man am besten aus der Szene herauskommt.
Mit 11 gegen 10 möchte man keine besonderen Schlüsse mehr ziehen. Höchstens so zusammenfassen: Altach verdienter Sieger durch eine klar größere Anzahl an Torchancen. Aber Kapfenberg wehrte sich, spielte ebenfalls mit und kam zu einem eigenen Treffer. Der Altacher Treffer zum 2:0 aber traumhaft: schönes Zuspiel auf einen auf außen in den Strafraum startenden Angreifer, dieser flankt direkt Richtung zweitem Pfosten, dort nimmt Pürcher den Ball direkt aus der Luft und versenkt den Volley gefühlvoll unter der Latte.
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