Vorschau 3. Bundesliga, 15. Spieltag

Alemannia Aachen – SV Wehen/Wiesbaden (Entfernung : 244 km)

Von diesen beiden Mannschaften möchte man derzeit in der direkten Paarung natürlich keine haben, da man ja eigentlich beide gerne stützen würde. Beide am unteren Ende der Tabelle, aber keineswegs am unteren Ende der Rangliste. Natürlich überwiegen bei Wehen die enttäuschenden Leistungen, die einem schon Zweifel am Potenzial aufzwingen. Nur muss es einfach in der Truppe stecken und deutet sich auch immer wieder an. Das letzte 0:1 gegen Bielefeld war nicht nur sehr schmerzlich und zugleich so richtig verdient, nur lag es an diesem Tage zum Großteil am überragenden Auftritt der Bielefelder und nicht an eigener Schwäche. Die ganze Partie war gut, von beiden Seiten, mit dennoch klaren Vorteilen für Bielefeld. Wie erwähnt wird Janjic auch in der zweiten Partie nach seinem Comeback auch an Sicherheit gewinnen und vielleicht diese 10 Prozent mehr aufbringen können, die erforderlich sind, um aus einer der guten Chancen ein Tor zu machen, welches ihm zuletzt vergönnt blieb.

Aachen hat das Spiel verloren in Rostock, war aber sogar in Unterzahl im Auswärtsspiel bei einer (angeblichen)Spitzenmannschaft am Drücker. Nein, gegen die will man sich auch nicht stellen und hinter sie geht nicht, nicht bei dem Gegner.

Insofern ist diese Partie ein klares Pass.

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Arminia Bielefeld – 1.FC Heidenheim (Entfernung : 477 km)

Nach dem letzten überragenden Auftritt von Bielefeld bei zeitgleicher Niederlage des heutigen Gegners — mit 1:3 gegen Osnabrück im Spitzenspiel, doch aber vor heimischer Kulisse, was dann doch einfach nicht für sie sprechen kann — kann man in dieser Partie doch, selbst wenn es nur „schweren Herzens“ geschieht, da man damit dem sonst unterstützten Heidenheim den Rücken kehren muss, nur die 1 nehmen. Tipp: Bielefeld macht es, eine 1 für Heimsieg.

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Wacker Burghausen – VfB Stuttgart II (Entfernung : 332 km)

So sehr man lange Zeit für Burghausen argumentiert hat und diese auch die angekündigten Ergebnisse einfuhren: allmählich wird es ein bisschen zu viel mit den Siegen. Der 5. Platz ist zu hoch für sie, so stark ist die Mannschaft denn auch wieder nicht. Da man aber durch diese Erfolge nicht einfach gegen sie spielen würde, erst recht nicht so eine Wundertüte — wie fast jede Zweite aber diese noch mehr — wie den Nachwuchs des VfB Stuttgart, zuletzt mit einen 4:1 in Halle, wo man auch noch gegen sie war, so gibt es hier nur eine Option: das Pass. Tipp: raushalten.

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Borussia Dortmund II – Hansa Rostock (Entfernung : 520 km)

Wieder so ein Duell der Wundertüten. Dortmund II hat zuletzt mal wieder einen Sieg erzielt — mit 2:1 in Darmstadt, wo man auch noch gegen sie war und dies ausgerechnet mit dem überhaupt nicht geliebten Darmstadt –, dabei auch noch den für verletzt erklärten Rico Benatelli eingesetzt, der angeblich mit Bänderriss fehlen würde (dies mit ein Grund gegen sie zu sein, aber, apropos Wundertüte: da spielen sogar verletzte Keyplayer und machen noch Tore oder Torvorlagen), und so zwar einen Nachweis von Klasse oder erzielten Lerneffekten gebracht, jedoch zugleich dem Tipper hier Schmerzen bereitend. Zugleich hat Rostock mit einer wirklich sehr mäßigen eigenen Leistung Alemannia Aachen mehr als glücklich bezwungen — erneut das Tor des Tages durch den Spieler des Monats Smetana — und damit die Erfolgsserie unter Marc Fascher zwar ausgebaut, aber doch alles andere als einen überzeugt, nun wirklich zur Spitze zu gehören. So bleibt auch in dieser Partie nur das Pass, selbst wenn das Gefühl sagen würde, dass viel eher die Dortmunder auf ihren Erfolg aufbauen. Die Anlagen sind da, spielerisch schaut das sehr ansprechend aus, aber, nein, für einen Tipp reicht es nicht, vor allem, da er ja Richtung Wetttipp ginge, und den spricht man nicht aus.

Also: das Gefühl sagt eher, Dortmund holt etwas, aber es ist kein Tipp.

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Rot Weiß Erfurt – SV Babelsberg 03 (Entfernung : 280 km)

Auch dieses Aufeinandertreffen nicht wirklich geeignet, um die eigene Geldbörse aufzubessern. Beides ziemlich maximale Krisenclubs, was man bei Babelsberg eigentlich nicht erwartet hätte, aber durch eine Reihe von (für die Anhänger) kaum nachvollziehbaren Entscheidungen wurden Erwartungen geweckt, von denen man beinahe sicher vorhersagen konnte, dass sie sich nicht realisieren lassen. Nun bekommt man überall Gegenwind von den Fans. Dennoch hat die Mannschaft bei sehr gutem Besuch mit überwiegend Gästefans ein 0:0 gegen den KSC erstritten, was doch auf jeden Fall positiv ist.

Nicht viel besser sieht es aber bei Erfurt aus. Zuletzt gab es den berühmten Punkt für die Moral, als man in der Nachspielzeit in Unterhaching den Ausgleich schaffte, aber fraglich dennoch, ob sich auf so einem einzelnen Erfolgserlebnis eine Serie aufbauen lässt. Das Potenzial natürlich deutlich höher bei Erfurt, die Tabellenposition aber noch nicht einmal (17 Babelsberg, 19 Erfurt). Nein, man könnte sich auch hier nicht durchringen, zumal ein klein wenig doch immer „Derby“ draufsteht, wenn Mannschaften aus dem ehemaligen Osten aufeinander treffen.

Wenn ganz unbedingt genötigt, dann X/2, sonst und optimal, um schmerzfrei davon zu kommen, nur ein Pass.

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Karlsruher SC – Preußen Münster (Entfernung : 412 km)

Tja, also wenn man ganz ehrlich sein soll, dann kann man diese Partie doch nur als ausgeglichen empfinden? Münster hat längst den maximalen Nachweis so ziemlich maximaler Klasse — für diese Liga — geliefert und den Platz an der Sonne eingenommen. Der KSC ringt hingegen weiterhin um sein Form und irgendeinen Zusammenhang guter Ergebnisse. So kassierte man zwar in den letzten 4 Partien keinen einzigen Treffer, produzierte aber mit den beiden 0:0 gegen Unterhaching daheim und in Babelsberg alles andere als Wunschergebnisse. Sicher, ja, mit 4 Siegen gegenüber 3 Niederlagen ist man seit dem 2:0 am Mittwoch bei den Stuttgarter Kickers, dennoch steht man aufgrund der vielen Remisen noch immer auf einem Platz irgendwo im Nirgendwo (10., mit 19 Punkten aus 14 Spielen, also noch deutlich unterhalb der Bilanz von anderthalb Punkten pro Spiel, ab welcher man sich ernsthaft zur oberen Hälfte gehörig bezeichnen könnte).

Nein, also glänzen tut da wenig und golden ist noch weniger davon, selbst wenn man den Trend nicht nur minimal positiv nennen kann, sondern ihn zugleich prognostiziert hat. Der KSC wird sich schon noch weiter nach oben schleichen.

Andererseits steht da das überragende Münster. Sicher hat man zwei Mal geschwächelt in dem Sinne, nicht die volle Punktzahl mitgenommen zu haben, aber zum einen stand da das schwere Auswärtsspiel in Saarbrücken, in welchem man beim 0:0 dennoch gegen Ende nahe am Sieg war und dominierte, und zum anderen das 2:2 gegen die so lange ungeschlagenen Offenbacher Kickers, in welchem man ein 0:1 zur Führung drehte und gegen Ende doch noch das 2:2 kassierte, also richtig schlecht ist das nun wahrlich nicht. Davor gab es übrigens 7 Spiele gänzlich ohne Gegentor (vor den Offenbächer Gegentoren). Nein, diese Mannschaft gibt vorne und hinten und auch nicht auf der Bank (die nämlich so herrlich breit und gleichwertig besetzt ist) Anlass, an ihr zu zweifeln.

Tipp: Münster kommt hier nicht als Außenseiter, hat beste Chancen, auch diese Partie ungeschlagen zu überstehen, also X oder 2.

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Kickers Offenbach – FC Chemnitz (Entfernung : 400 km)

Was könnte man nun Offenbach ankreiden? Die 4 Niederlagen zum Auftakt waren extrem unwahrscheinlich und sind natürlich längst abgeschüttelt. Unwahrscheinlich, dass eine einzige Mannschaft ab Spieltag 4 besser abgeschnitten hat (Tatsache, ja, sie haben seitdem ihre 22 Punkte erzielt, aber auch Burghausen hat die gleiche Zahl, bei allerdings zwei Niederlagen in dem Zeitraum, und zugleich hat Offenbach das bessere Torverhältnis erzielt, mit +15 gegenüber +9). Da also im Geiste die ersten vier Spiele gestrichen sind: wer sagt, dass nicht vielleicht doch SIE die Besten sind? Gegner Chemnitz hat in der Zeit übrigens 15 Punkte erzielt und steht auch sonst hinter ihnen, auch in der realen Tabelle, mit einem Punkt und 5 Toren schlechter da.

So gut Chemnitz auch in den letzen Partien gefallen hat (beim 2:1 in Dortmund und dem folgenden 4:1 gegen Saarbrücken), hier ist die Lage zu eindeutig:

Tipp 1, Heimsieg, Offenbach macht das, vor sicher wieder sehr gutem Besuch und dem noch größeren Selbstvertrauen nach zuletzt zwei 3:0 Siegen.

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VfL Osnabrück – Hallescher FC (Entfernung : 359 km)

Bei Halle ist die Aufstiegseuphorie verfolgen und nach den letzten niederschmetternde Ergebnissen (nur 3 Punkte in 8 Spielen) geht die Fahrt rapide bergab. Die 11 erzielten Tore in 14 Spielen zeigen auch deutlich auf, wo der Schuh drückt. Zugleich hat die vormals als so stabil erachtete Defensive auch erhebliche Lücken aufgewiesen, so dass man daheim 4 Stück von den Stuttgarter Amateuren eingeschenkt bekam. Ein typisches Aufsteigerphänomen scheint ein weiteres Mal plastisch zu werden. AM Anfang fliegt man, teilweise von der Gegnerschaft unterschätzt und auch mit dem Erstaunen, dass es ja so schwer gar nicht ist hier, das geht so lange, bis die Gegner einen richtig ernst nehmen und man erstmals nachzudenken beginnt — zumeist nach einer Niederlage — wie man es eigentlich am Anfang gemacht hätte. Schon reiht sich Niederlage an Niederlage und außer dem Nachdenken folgen auch schon Diskussionen. Hier eine dieser Bauart: der Trainer bemängelte fehlende Kreativität und fordert neue Spieler. Zugleich zieht er damit die Qualitäten des eigenen Kaders in Zweifel, was den Auflaufenden sicher nicht hilft.

Ganz anders bei den Osnabrückern. Derzeit läuft es einfach und sie spielen gut. Das letzte 3:1 in Heidenheim hat gezeigt, dass in der Liga der Aufstieg nur über sie gehen kann (also am meisten demnach mit ihnen). Die spielerischen Möglichkeiten im Verein mit dem schon seit langem bekannt positiv fanatischen Publikum im Rücken wird hier den Ausschlag geben: Osnabrück macht es, das wird ein Heimsieg, Tipp 1.

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1.FC Saarbrücken – SV Darmstadt 98 (Entfernung : 171 km)

Wieder mal eine Paarung, bei der man eigentlich niemanden haben will. Saarbrücken dafür eigentlich zu blass in den Auftritten und mit Darmstadt kann man nun wirklich überhaupt nichts anfangen. Wenn man also gezwungen wird, nimmt man die 1, ansonsten legt man die Füße hoch. Gegen den Tipp auf den Heimsieg spricht zusätzlich noch die geringe Entfernung zum eigentlich ziemlich abgelegenen Saarbrücken. Nein, das wird nichts.

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Stuttgarter Kickers – SpVgg Unterhaching (Entfernung : 234 km)

Nun haben die Stuttgarter Kickers gar zwei Mal in Serie verloren und stehen mit 4 Siegen gegenüber 7 Niederlagen deutlich in der unteren Hälfte, zugleich da, wo man sie mit den Prognosen in etwa hin hievte. Das 1:2 gegen Burghausen war zwar nicht schlecht, aber am Ende eben doch eine Niederlage.

Völlig gegensätzlich bei Unterhaching. Ja, man hat drei Mal in Serie nicht gewinnen können, aber es stand ja auch die lange angekündigte Niederlage in der Partie zu Hause gegen Überflieger Offenbach an, danach das 0:0 beim KSC, was allemal als Erfolg gelten kann, und dann das 2:2 gegen Erfurt in der Schlussminute, wo man also die Tür zu den drei Punkten schon viel mehr als einen Fuß breit geöffnet hatte. Also: die Leistungen stimmen noch immer, auch wenn man ihnen einen allmählichen Rückzug von den Aufstiegsrängen vorhersagen würde. Nein, aber noch immer ist es Spaßfußball, bei weiterhin ordentlichem Ertrag.

Also: man kann hier eh nur die Auswärtsmannschaft nehmen, wohl wissend, dass das Fehlen von Ansprüchen irgendwann in einen Negativlauf umschlagen kann (er kann aber auch anhalten, so ist es nicht, gerade bei der jungen, unerschrockenen Truppe). Der Tipp bleibt: X oder 2.

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Vorschau Österreich tipp 3 Bundesliga, 13. Spieltag

SV Ried – SC Wiener Neustadt (Entfernung: 273 km)

Ja, Ried hat das Spiel verloren in Innsbruck, aber es stand ihnen eigentlich nicht zu. Der Ausgleich wäre mindestens verdient gewesen und sobald erzielt wäre der Weg möglicherweise frei gewesen zum Dreier, da ja Innsbruck, mit altem oder neuem Trainer auf der Bank, nicht einfach so die Misserfolgsserie vergessen kann und nach einem möglichen (und längst verdienten) Ausgleich auch leicht hätte einbrechen können. Ried war also nicht schlecht, hat aber dennoch verloren. So was soll vorkommen (wobei der Gegner in der aktuellen Verfassung natürlich kein übermächtiger war). Zuvor hatte Ried das klare 5:2 in Wolfsberg, als man allerdings eher das Glück auf seiner Seite hatte, als drei Schüsse aus identischer, aber nicht guter Position, jeweils einschlugen bis zum 3:0.

Wiener Neustadt hat seinerseits in etwa die gleiche Menge an Glück gehabt wie Ried an Pech, da sie ja gegen Admira mit 2:1 gewannen, in einer Partie, in welcher sie klar unterlegen waren und nur das kurze Momentum des überraschenden Ausgleiches nutzten und mithilfe der euphorischen Fans gar die Führung erzwangen. Dass Admira danach sogar noch ausreichend viele Chancen produzierte, spricht nicht nur für sie, sondern macht zugleich das Glück der Wiener Neustädter erst richtig groß. Dennoch die sind die Gäste in dieser Partie auf einer kleinen Erfolgswelle, mit inzwischen bereits vier ungeschlagenen Spielen in Serie.

Insofern könnte man hier lediglich eine 1 prognostizieren, auf dass sich das Glück recht bald wieder ausgleiche. Oder halt mal wieder gar nichts machen, weil es nicht wirklich prickelt.

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Wolfsberger AC – Sturm Graz (Entfernung: 81 km)

Sturm mit der doch recht blutleeren Vorstellung beim 0:0 gegen Mattersburg, wo man ihnen an dieser Stelle unbedingt den Sieg einreden wollte. Die Stimmung im Stadion auch so merkwürdig, dass es einem irgendwie komisch vorkäme, hier und heute an diese Mannschaft zu glauben. Davor lag ja auch das 1:1 gegen die Austria — sicher ein anderes Kaliber — , und auch in dieser Partie war man nicht wirklich gut. Sturm muss also doch zunächst etwas beweisen, bevor man sie wieder haben möchte. Sicher spricht hier ein klein wenig die Derbytendenz für sie, da sie doch über eine ordentliche Fangemeinschaft verfügen, die ihnen auch in schweren Zeiten stets die Treue halten, also ihnen sicher bis Wolfsberg folgen werden.

Wolfsberg hingegen spielt wirklich einen gepflegten Fußball. Das einzige Problem, was ihnen schon frühzeitig nachgesagt wurde, ist die schwächende Defensive, in welcher man mit rein körperloser Verteidigung auf dem Level einfach in Nöte gerät. So haben sie ja auch tatsächlich in den letzten beiden Partien zuerst 5 von Ried bekommen, danach 4 in Salzburg, was ja in der Summe eine sehr stattliche Zahl ist. Zugleich hatte der Torwart bisher eine der besten Bilanzen was die Abwehr von Schüssen anging, was zwar einerseits für ihn spricht, andererseits aber das oben genannte Problem noch etwas gravierender erscheinen lässt (denn: wehe, er hielte einmal nicht so gut, dann klingelt es vielleicht noch viel öfter? Nun, gegen Ried war es ja so, als die ersten drei Gegentreffer, alle aus der gleichen Position, unwahrscheinlicherweise alle einschlugen). Das 1:4 in Salzburg wird hier schlichtweg nicht als repräsentativ erachtet. Der Meister einfach zu stark, nicht nur für diesen Gegner und diese Abwehr. Wobei es auch, nach Ansicht der Bilder und der Vielzahl der Hochkaräter auch locker ein echtes Schützenfest hätte geben können.

Für diese Partie bedeutet es: Da man Sturm auf gar keinen Fall nehmen würde, könnte man nur die Heimmannschaft nehmen. Also 1 oder X, oder halt auch hier ein Pass, da das Spiel, aufgrund der Derbytendenz einfach nicht perfekt zum Wetten geeignet ist (Derbies und ihre Gesetze, die ja „eigen“ seinen sollen).

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Admira/Wacker Wien – Austria Wien (Entfernung: 25 km)

Ein weiteres Derby — und wie das letzte Spiel von der Admira bei Wiener Neustadt bewies, muss auch dieses als solches, und zwar als „echtes“ gelten. Die Admira mit dem ziemlich unglücklichen 1:2 in dieser Partie, in der sie nicht nur klar besser waren sondern auch insgesamt, wie in so gut wie allen Partie zuvor auch schon, sehr gut aussahen. Die Mannschaft spielt guten Fußball und könnte sogar beinahe Sturm den (vierten) Rang ablaufen.

Andererseits hat einen die Austria nun allmählich endgültig überzeugt. Zu viele Partien, die bewiesen, dass man nicht nur durch geschicktes Würfeln gewinnt, sondern dass man die Siege mit exzellentem Fußball herausspielt. Nach vorne immer wieder mit Chancen und hinten stabil und sicher, wenig zulassend. Genau das Holz, aus dem Spitzenmannschaften geschnitzt sind. Hier passt alles, zumal man mittlerweile auch genügend individuelle Klasse erkennt — welche beispielsweise der von Anfang an auffällige, aber zuletzt überragende Tscheche Thomas Jun verkörpert. Torgefährlich, aber immer mit dem Auge für den Mitspieler. Das 2:0 gegen Rapid hat sie endgültig auf den zweiten Rang gehievt, auch in der Kategorie „Spielstärke“.

Wenn also, und so sehr einem das Herz bluten müsste, gegen die sonst stets gestützte Admira zu setzen, hier kann man nur die 2 vorschlagen, oder, aus Anstand, passen.

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SV Mattersburg – Wacker Innsbruck (Entfernung: 511 km)

Mattersburg hat sich den einen Punkt bei Sturm doch halbwegs ehrlich verdient, selbst wenn er zu einem Gutteil der Schwäche des Sturms von Sturm zu verdanken war, aber immerhin hat man selbst ausreichend viele Nadelstiche versetzt, um den Punktgewinn als „klar verdient“ zu bezeichnen. Davor war allerdings die Serie, die sie auf ganz, ganz kleines Normalmaß stufte. Wenn also, stehen sie nur minimal über den Kandidaten Wolfsberg und Wiener Neustadt, nun wäre nur noch das Plätzchen für den heutigen Gegner auszumachen.

Innsbruck hat also den Sieg eingefahren, auf welchen sie so lange warten mussten (nämlich sieben Partien, wobei in diesen kein einziger Punkt hängen blieb). Nur: die Leistung war zwar anfangs völlig ok, auf einem Level, auf welchem sie zuvor schon ein paar Mal spielten, und sie erzwangen auch das 1:0, was man ihnen gerne zugesteht (man entsinne sich: gegen Wolfsberg hatten sie den Torschussrekord von 32 Mal, wie sie das Tor bombardierten), also gab es auch zuvor schon ansprechende Leistungen, die aber unbewohnt blieben. Anfangs also ok, nur war die Verunsicherung, von Übereifer mit etlichem Misslingen begleitet, durchweg spürbar. Zum Vergleich: gegen Wolfsberg lag man ja irgendwann zurück, musste also den Vorwärtsgang einlegen — und tat dies ziemlich gekonnt, hatte aber Pech. Hier nun legte man den Rückwärtsgang ein. Zwar verständlich, da man Nägel knabbernd endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis brauchte, aber eben nicht wirklich gut, nein, das sah teils schlimm aus. Also: unter Trainer Kirchler hatte man das Glück, was einem unter Kogler versagt blieb, dies die einzige Erkenntnis. Der Fußball war kein bisschen besser als zuvor. Dennoch erwähnte man ja, dass die reine Qualität im Kader nicht geringer sein muss als jene in anderen Kadern der „üblichen Verdächtigen“. Ob sie, nach so einem erschwindelten Erfolg abrufbar wird?

Falls man also etwas nehmen wollte, müsste es die Heimmannschaft sein. Man mag nicht recht glauben an die gut kehrenden neuen Besen, noch weniger an sich fortpflanzendes Glück, welches diesem versagt bleibt und jenem nun hold ist. Es kommt und geht, so lehrt die Erfahrung, und der Zeitpunkt ist unbestimmt. Also: 1 oder Pass, wieder einmal nur, fast als beste Option.

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Rapid Wien – Red Bull Salzburg (Entfernung: 295 km)

Die Lage hier einfach zu eindeutig. Rapid auch noch mit dem donnerstäglichen Engagement in der Euroleague, während Salzburg die Füße hochlegen kann (oder besser muss, denn es geschah doch ungewollt, nein, nicht gegen Diddeleng raus, und das auch noch ganz und gar aus allem). Egal, wie ernst Rapid den Euroleauge Auftritt noch nimmt (denn nach der zweiten Niederlage bei der Konkurrenz käme ein Weiterkommen einem Wunder gleich, Donnerstag kommt Bayer Leverkusen) und wie sehr man Salzburg im Hinterkopf hätte: die Kräfte sind gebunden und ein Match gegen ein deutsches Team geht man wohl so oder so mit voller Motivation an. Allgemein gilt, vor allem nach dem frustrierenden 0:2 bei der Wiener Austria, dass Rapid im Moment keinen guten Fußball spielt. Da klemmt es an allen Ecken und Enden, auch wenn man gerne eingesteht (siehe Analyse von Salzburg), dass Steffen Hofmann auch einer jener Spieler sein kann, OHNE den nichts, und MIT dem alles geht. Und jener hatte im Derby gefehlt.

Salzburg hingegen im heimischen Schlaraffenland: die Liga führt man bereits, nach schwierigem Start mit einigen völlig unerwarteten Punktverlusten, an, hat nur diese, die volle Konzentration darauf, zugleich einen erheblich belebten Kader mit einigen so herausragenden Kräften, dass man der Konkurrenz nur im besten Fall halbwegs gute Sicht auf die Rücklichter prognostizieren kann: dieses Team zieht durch, und zwar unaufhaltsam. Das war Traumfußball zuletzt und manchmal ist es ein Einzelkönner, an welchem sich alle aufrichten oder orientieren, der einfach das Spiel und die Art der Vorwärtsbewegung bestimmt, Hier wird diese Rolle schlicht und einfach dem Slowenen Kevin Kampl zugeschrieben, den die Salzburger kurz vor Ende der Transferperiode nicht etwa nur Aalen wegschnappten, nein, zugleich der gesamten, höherrangigen Konkurrenz, die nun, so die hier gemachte Prognose, in der nächsten Spielzeit wesentlich tiefer in die Tasche greifen müssen (und dies auch tun werden), um dieses echte Juwel zu verpflichten. (da er ja wiederholt mit Marco Reus verglichen wurde, eigentlich von Spiel 1 an, als Aalen das Wedaustadion in Duisburg mit einem groß aufspielenden Kampl mit 4:1 stürmte, schaue man auf die weitere Parallele, jene, was ein Spieler für eine Mannschaft bedeuten kann: letztes Jahr Gladbach im Höhenflug, dieses Jahr, egal, wie teuer oder namhaft die Verpflichtungen waren, im freien Fall, ohne den für alles verantwortlichen Reus).

Fazit also: eine klare 2. Salzburg nicht zu stoppen.

(Anmerkung: auch hier war der Text schon verfasst, bevor Rapid das 0:4 von Leverkusen kassierte; natürlich spricht dieses Ergebnis ganz klar noch mehr für Salzburg, denn Selbstvertrauen tankt man dabei garantiert nicht; bemerkenswert aber, dass die 45.000 Zuschauer — ins Hanappi passen nur etwa 18.000 — ihre Mannschaft bis zum Schlusspfiff feierten; klares Zeichen: einerseits erkannte man sehr wohl das Bemühen und war wohlwollend, andererseits erkannte man die Überlegenheit des Gegners an; die Deutschen gewinnen so oder so: wenn sie nicht gut spielen mit Glück, wenn sie gut spielen, dann gelingt es eh immer; auch dies ein Beitrag: die schwarze Bestie ist einfach nicht klein zu kriegen; auch dies anerkennend feiern die Fans lieber)

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Vorschau Raiffeisen Superleague Schweiz, 14. Spieltag

FC Sion – Lausanne Sports (Entfernung: 94 km)
Es fehlen:
Sion: Mrdja (28, MS), Yoda (24, LA), (beide verletzt), Gattuso (34, ZM), Serey Die (27, DM) (beide gesperrt)
Lausanne: Tall (31, IV, fraglich)

Hier auch eine fast ideale Ausgangslage: Sion ist noch immer halbwegs erfolgreich, aber der Schwung der Anfangsphase der Saison ist vollständig dahin, man schleppt sich nur so dahin, ohne übergroßen Einsatz, ohne Inspiration, ohne Teamgeist. Da sehen ziemlich viele Mannschaften besser aus als dieses momentane Sion. Ob man mit derartigen kleiner Erfolgserlebnissen wie einem glücklichen 1:1 beim normalerweise Underdog aus Thun aber wieder eine Serie starten kann, ist weit mehr als zweifelhaft. Das war nix und es stimmt einfach nicht im Team.

Lausanne hingegen hatte zwar erst eine kleine Erfolgsserie mit 7 Punkten aus 3 Spielen, danach aber wieder zwei Mal recht unerfreulich ins Gras gebissen, wobei der Löwenanteil des „unerfreulich“ am Aspekt des gehäuftes Pechs festzumachen ist. Zwei gute Leistungen, 0 Punkte. Insofern, und sogar noch mehr, da die letzten Auswärtsspiele mit dem unberechenbaren Angriffsduo Malonga/Moussilou jede Abwehr in Nöte stürzen kann, ist man als Autor durchaus bereit, dieser Mannschaft erneut das Vertrauen zu schenken und ihnen in Sion eine Überraschung — denn eine solche bliebe es — zuzutrauen. Die Ausfallliste spricht auch eher für Lausanne, wobei man den Wert von Gattuso für die Mannschaft durchaus in Frage stellen darf.

Der Tipp lautet also: X oder 2, Lausanne holt etwas, und die Qualität dieses Tipps ist hoch, zumal eine leichte Derbytendenz immer zusätzlich für den Außenseiter spricht.

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Servette Genf – Grasshopper Club Zürich (Entfernung: 278 km)
Es fehlen:
Servette: Eudis (29, MS), Gissi (20, MS), Moubandje (22, LV), Paratte (20, OM), Pizzinat (35, ZM) (alle verletzt)
GC : Coulibaly (24, RM)

Die beiden Schweizer Clubs Nummer 2 und 3 (gegründet 1886 und 1890, kurz nach St.Gallen) macht diese Partie natürlich zu einem absoluten Klassiker. Zugleich ist es aber in dieser Saison die Paarung Erster gegen Letzter, was auch immer etwas sehr Besonderes darstellt. Irgendwie ist es nämlich extrem schwer, diesen Umstand aus den Köpfen zu bekommen. Auf den Leader wirkt dieses „Wissen“ meist eher lähmend, während es den durch die Konstellation zum klaren Underdog Abgestempelten durchaus beflügeln kann. Motto: heute ist alles so sonnenklar, da können wir eigentlich spielen, wie wir wollen. Warum also nicht einfach gut?

Nein, gegensätzlicher könnte die Lage im Moment wirklich kaum sein. Die einen warten noch immer auf den ersten Sieg, während den anderen selbige serienweise zufliegen. Noch krasser wird dieses derzeitige Missverhältnis, sofern man sich die Tabelle der letzten Saison vor Augen hält: GC steigt nur nicht ab — ist sportlich gesehen aber Letzter — weil ein Team (Xamax) ausgeschlossen wird und einem anderen (Sion) haufenweise Punkte aberkannt werden, während Servette auf einem sehr sonnigen 4. Platz einlief. Kaderumwälzungen haben nicht stattgefunden. GC hat sich sinnvoll (mit Routine) verstärkt, die (immer noch sehr Jungen) haben gut dazu gelernt, das stimmt schon. Aber Servette hat eigentlich fast den Kader der Vorsaison zusammen, also Welten dürften eigentlich nicht zwischen den Teams liegen. Man hat sich aber dennoch bisher stets mit einigem Erfolg hinter GC gestellt, insofern wollte man ihnen nicht den Rücken kehren.

Tendenz also: minimal geht sie dahin, dass Servette etwas holt, es reicht aber doch nicht zu einem sehr ernsthaften Tipp als Wette.

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FC St.Gallen – FC Thun (Entfernung: 232 km)
Es fehlen
St.Gallen: Lehmann (20, MS, verletzt)
FC Thun: Bigler(20, RV), Schindelholz (24, IV), Zuffi (22, ZW) (alle verletzt)

Also nach den letzten sehr starken Leistungen des FC Thun — Trainer Bernard Challandes wagte den (unangemessenen, aber doch irgendwie passenden) Vergleich, sein Team habe ein bisschen wie der FC Barcelona gespielt — , würde man diese Mannschaft am liebsten unterstützen, was sich eigentlich immer dann anbietet, wenn die Leistungen und Erträge nicht im angemessenen Verhältnis stehen (denn: Thun nahm nur einen Punkt aus den Partien gegen Sion beim 1:1 daheim, 2:3 gegen GC, ebenfalls daheim und 1:2 in Luzern mit), da nämlich der Wettmarkt dieses oftmals nicht einkalkuliert.

Andererseits spielt man ja nun ausgerechnet beim FC St.Gallen, welcher sich eigentlich in der gesamten Saison absolut rein gar nichts zu Schulden kommen ließ und welcher denjenigen zugleich bereichert haben mag, der aufmerksam diese Vorschlägen hier gelesen hat und ihnen monetär gefolgt ist. Sprich: gegen St. Gallen möchte man sich nicht unbedingt stellen. Andererseits aber doch erwähnt: gerade zuletzt hat St.Gallen etwas nachgelassen, denn beim 1:1 bei Servette war man deutlich näher an einer Niederlage als an einem Sieg. Das sah nicht so toll aus und könnte eben, unter allen möglichen Einschränkungen, ebenso das Ende der bis hierher anhaltenden Aufstiegseuphorie sein. Angekommen in der Liga? Klar, ohne Probleme. Sehr gut angekommen, noch viel besser eigentlich? Ja, das auch. Aber: das Zeug für eine Rang auf dem Treppchen? Vielleicht eben doch nicht. Da scharren ein paar andere Kandidaten gehörig mit den Füßen und lauern auf eine Schwächephase in der sicher noch langen Saison.

Also: eigentlich nichts, aber ansonsten doch am liebsten Thun, die so sehr zu beeindrucken wussten. X oder 2, hinter vorgehaltener Hand.

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Young Boys Bern – FC Luzern (Entfernung: 114 km)
Es fehlen
Young Boys: Simpson (29, LA, fehlt schon lange), Doubai (20, ZM), Spycher (34, LV)
Luzern: Bento, Gygax (31, RA), Renggli (32, ZM), Sorgic (23, MS), Rangelov (29, MS, suspendiert nach Trainingsschlägerei!)

Von wegen: Luzern auf dem Wege der Besserung? Die Trainingsschläger mit Rangelov und Thiesson zeigt, dass es doch vermutlich bei dem Stürmer brodelt, trifft er doch so gut wie gar nicht. Jedenfalls eitel Sonnenschein ist nicht, wie könnte auch, macht doch weder eine Schwalbe einen Sommer noch ein einziger Sieg aus einer verkorksten Saison eine gute? Noch immer steht man auf Rang 8 mit weniger Punkte als Spielen (12 in 13), was eigentlich eher eine Absteigerbilanz ist.

YB hat wirklich einen starken Kader, mit einen der stärksten in der Liga, vielleicht ganz objektiv ursprünglich den 2. Rang, aber was zählen schon solche Vorabeinstufungen oder Vorschusslorbeeren, noch weniger Marktwerte oder Einkommensstrukturen, die, auch wenn gehoben, lange nicht gute Leistungen garantieren. Dennoch sieht man bei YB eigentlich immer wieder aufflackern, was in ihnen steckt. Da könnte zu jedem Zeitpunkt eine Serie starten und sie locker weit nach oben katapultieren. Leider gibt es, im Sinne einer Wette, das Donnerstags Spiel in der Euroleague, welches man unter allen Umständen sehr ernst nimmt und endlich, wie es so schön heißt, erstmals „anschreiben“ möchte, zu Hause gegen Udinese. Selbst wenn eine schwere Aufgabe, so doch, bei dem Potenzial, doch machbar. Der beste Mann übrigens: eindeutig der Argentinier Raul Bobadilla, der locker auch in den Topligen mithalten könnte, aber es ist ja, mit seinen 25 Jahren, lange noch nicht zu spät dafür. Ein Mann, der permanent an den Fesseln zieht — und sie oft genug abschütteln kann.

Wenn es die Donnerstag Partie nicht gäbe, spräche eine ganze Menge für YB. Mache man als Leser daraus, was man wolle. Der Knoten wird irgendwann platzen, aber sicher zuerst jener der Young Boys..

(Anmerkung: bezüglich des Zeitpunktes des Verfassens des Textes lag dieser VOR der Partie am Donnerstagabend, in welcher ausgerechnet der hier so hoch gelobte Raul Bobadilla die Young Boys mit drei Treffern zum 3:1 Erfolg gegen Napoli schoss)
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FC Zürich – FC Basel (Entfernung: 85 km)
Es fehlen
FC Zürich: Chikhaoui (26, OM), Béda (31, IV), Goncalves (22, RV) (diese drei verletzt), Buff (20, OM, gesperrt), und Chiumento (27, LA) und Gavranovic (22, MS) sind fraglich.
FC Basel: Jevtic (19, ZM, verletzt), Cabral (24, DM, gesperrt), Voser (25, RV) ist fraglich

Eigentlich, so müsste man meinen, bietet sich diese Partie sehr gut an zum Wetten. Nur: schaut man auf die Verletztenliste, kann man nur noch abraten davon, den FCZ zu nehmen. Die gesamte Kreativzone droht, auszufallen. Und mit Mathieu Béda noch dazu ein wichtiger Abwehrspieler, dazu ist auch Buff ein wichtiger Mann. Nein, da müsste man beinahe schon die Gäste nehmen, nur möchte man gerade diesen Krisenclub einfach nicht haben. Yakin hat sich im ersten Spiel nicht gerade die erhofften Lorbeeren verdient, das Interview nach der Partie hörte sich zwar sehr vernünftig an, aber dennoch gab es unter der Woche schon wieder Diskussionen. So wird das nichts, FCB. Die Ansprüche sind zu hoch im Moment, etwa so hoch, wie die Trauben auch hängen. Man muss einfach ab und an mal ein paar Rückschläge verkraften können. Titel und Erfolge werden nicht am Fließband produziert, das geht gar nicht. Es ist in jedem Spiel ein neuer Fight mit Gegnern, die sich fast auf Augenhöhe befinden und wo nur dieser oder jener winzige Umstand zugleich den Misserfolg bringen kann. Wenn man das nicht versteht — und gleich hektisch den Trainer wechselt, dann genügt es nicht einmal, die Erfolge nicht zu gönnen: sie werden sich so einfach nicht einstellen. Im Übrigen der FCB am Donnerstag noch in der Euroleague aktiv, bei einem sicher sehr wichtigen Spiel in Ungarn bei Videoton, insofern wird eine Positionierung hier ausgeschlossen.

Kein Tipp, offene Partie ohne Tendenzen, bei den einen die Verletztenliste dafür verantwortlich, bei den Anderen die Tatsache, das es gewaltig kriselt und Kräfte durch den Donnerstags Auftritt gebunden sind. Klares Pass.

(Der FCB mit einem deprimierenden 1:2 aus Ungarn zurück; ein weiterer Punkt, der klar für den FCZ spräche, wenn da nicht…)
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Vorschau Heute für Morgen 1. Liga Österreich, 14. Spieltag

SCR Altach – Blau-Weiß Linz (Entfernung: 504 km)

Hier ist die Angelegenheit sonnenklar: Altach wird sich mit einem Sieg auf den langen Weg zur Gesundung begeben, wobei der eingefangene Virus aber nur so lautet: Pech. Es waren so viele Spiele, in denen sie klar besser waren oder ganz dicht vor dem Sieg standen, die ihnen jedes Mal noch vor der Nase weggeschnappt wurden (von den vier Niederlagen zuletzt waren drei so : 1:2 bei First Vienna in letzter Minute bei drückender Überlegenheit; 1:2 gegen Leader A.Lustenau in letzter Minute, wo man sogar die bessere Mannschaft war und zuletzt 2:3 in St.Pölten, wo es noch übler war, da man die letzten BEIDEN Gegentore in der Nachspielzeit kassierte), so dass man immer weniger Gründe findet, an der sehr hohen Qualität im Kader zu zweifeln. Klar ist auch, dass nach und nach Verunsicherung um sich greift — normalerweise –, nur war davon bislang wenig zu spüren. Sicher wird man in den Schlussminuten, sollte man etwa nur mit einem Tor führen, die Horrorszenarien der letzten Wochen und Monate im Kopf haben, aber zugleich könnte es auch die Sinne schärfen mit einem „jetzt nur nicht nachlassen“.

Bei BW Linz sah man zwar oftmals gute Ansätze und setzt sie im Geiste noch lange nicht auf den letzten Platz in der Rangliste (dort gehört nur First Vienna hin), aber hier sind sie einfach nicht gut genug. Die letzten drei Niederlagen gab es alle ohne eigenen Treffer bei 0:8 Toren (Kapfenberg, FC Lustenau und sogar First Vienna, dort allerdings sehr unglücklich)

Tipp 1, Heimsieg, und sonst gar nichts. Für Mutige: den Handicap Sieg spielen, denn mit einem Tor Vorsprung werden sie sich garantiert nicht begnügen.

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SV Grödig – Austria Lustenau (Entfernung: 340 km)

Glücklicherweise MUSS man ja nicht jede Partie tippen, noch weniger sie wetten. Bedeutet aber nicht, dass man nicht doch ein paar Worte darüber erzählen könnte: ein Duell 1. gegen 2. Beide Mannschaften haben sich diese Tabellenpositionen redlich verdient, haben kaum je eine Schwäche gezeigt und das Topniveau durchgehend gehalten. Grödig hat mit am meisten beeindruckt, vor allem, da man sie nicht unbedingt für ganz vorne auf dem Zettel hatte, weiterhin war es die für diese Liga wirklich überragende Defensive und insgesamt Kompaktheit, die sich im Laufe der Saison noch gesteigert hat. Ganz kurios hingegen das Schattensein, dass diese Mannschaft führt, obwohl den riesigen Schatten Fast-Nachbar Red Bull Salzburg wirft (und es insofern vielleicht doch wieder verständlich wird). Jedenfalls geht keiner hin, ein Schnitt von unter 1.000 Zuschauern ist dieser teils überragenden Leistungen nicht würdig, ein Affront sozusagen, und lässt einen dementsprechend zweifeln, ob es (je) für den 1. Platz und damit einem Aufstieg reichen könnte.

Um die Auswärtsmannschaft zu nehmen — und nur dies könnte man erwägen — darf man dennoch anführen, dass der 1. Platz zwar sehr wohl verdient ist, dass aber dennoch die Leistungen nicht immer zu 100% den Ergebnissen entsprach. So war der Sieg bei Altach eher glücklich und auch der erstrittene Punkt in Kapfenberg, als Beispiele, kam nur glücklich zustande, so dass man lieber die Finger raushalten würde.

Tipp also für den, der dies nicht möchte: Tendenz hauchdünn zur 2.

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SV Horn – SKN St.Pölten (Entfernung: 67 km)

Man konnte Horn immer wieder bescheinigen, sehr vernünftig gewirtschaftet zu haben, als Aufsteiger, da man den Kader nur sinnvoll ergänzte und nicht etwa umwälzte. Dies spricht für eine realistische Einschätzung, aber auch dafür, dass keine gehobenen Ansprüche da sind und ebenfalls dafür, dass man die Leistungen der Kicker, die den Aufstieg erwirkt haben, zu schätzen weiß und ihnen Einsatzzeiten gewährt. So weit so gut, mit dieser Einstellung konnte man die gewohnte und bekannte Aufstiegseuphorie nutzen und gemäß der Eichhörnchentaktik, reichlich Zähler einfahren, die einen weit vom Abstieg fern halten. Dennoch verfliegt der Effekt im Laufe der Zeit etwas, da nämlich, unter anderem, die Konkurrenz auch bald mitbekommt, dass man alles mit Horn machen darf, nur nicht sie unterschätzen. So kommt es wie so häufig: die Ergebnisse lassen etwas nach. In den letzten vier Spielen gab es drei Niederlagen, diese jeweils mit 3 Treffern Differenz. Und selbst wenn es gegen hochwertige Gegnerschaft passierte, so ist es doch nicht unbedingt förderlich oder gar positiv auszulegen.

Bei St.Pölten hatte man immer wieder geringe Zweifel, aber doch konnte das Team vielfach überzeugen und den dritten Rang mit einiger Berechtigung erzielen. Selbst wenn der letzte Sieg gegen Altach mehr als glücklich zustande kam (mit den zwei Treffern in der Nachspielzeit), so hat der Auftritt insgesamt doch irgendwie beeindruckt und dass man auf der Verliererstraße war, war wohl noch mehr den Qualitäten des SCR Altach zuzuschreiben als eigener Mangelhaftigkeit. Vor allem überzeugt wieder und wieder der Toptorjäger (der gesamten Liga) Daniel Segovia. Im Schnitt hat er ein Tor pro Spiel erzielt und das ist eine Quote, die nicht nur überragend ist, sondern zugleich seine wahren Qualitäten widerspiegelt. Er spielt in etwa wie ein Ruud von Niestelrooy: lange Zeit nicht zu sehen, dann bekommt er den Ball und macht ihn rein. Selbst wenn es sich irgendwie langweilig anhört: wer hätte Zweifel an den Qualitäten eines van Niestelrooy? Man spart sich Kraft und Konzentration für die entscheidenden Momente auf (auch rein optisch gibt es eine gewisse Verwandtschaft der Beiden).

Lange Rede, kurzer Sinn: der Tipp kann nur lauten: Tipp 2, ein Auswärtssieg.

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Kapfenberger SV – TSV Hartberg (Entfernung: 80 km)

Das winzige Bisschen was dieser Partie an „optmial“ fehlt ist die kurze Distanz. Allerdings sollte man unter keinen Umständen erwarten, dass Hartberg viele Anhänger hat, geschweige denn, dass diese nun unbedingt den wenn auch nur kurzen Weg mitmachen. Dennoch bleibt ein wenig die Sorge der Derbytendenz, der den offensichtlichen Tipp minimal ins Wanken bringt.

Klar ist also, dass man hier nur die Heimmannschaft nehmen kann. Thomas von Heesen, der Trainer von Kapfenberg, hat alle aufkommenden Diskussionen absolut souverän abgewendet, sich nicht damit beschäftigt und einfach durch seine Auftritte und Analysen, sowie den besser und besser werdenden Auftritten seines Teams überzeugt. Nun ist es Zeit, einen kleinen Lauf zu starten, den man mit dem (noch immer viel zu knappen, aber doch sehr souveränen) 3:0 bei BW Linz auf den Weg brachte. Hier und heute wird man diesen Trend fortsetzen. Wie von Heesen übrigens sehr treffend analysierte, sind auch sie Opfer der Ungerechtigkeit der Dreipunkteregel geworden, da man zu Hause fünf davon hatte, wobei hier der Effekt noch viel größer wurde durch das Faktum, dass man vier von diesen Spielen in klarer Überlegenheit führte und eigentlich hätte gewinnen sollen (zum Beispiel auch gegen A. Lustenau).

Hartberg hingegen so ziemlich am unteren Ende der Leistungsskala angelangt. Natürlich war das kassierte 1:2 gegen den FC Lustenau extrem unglücklich, nicht nur, da es in der 89. geschah, sondern vor allem, weil man kurz vor dem entscheidenden Konter selbst die Dreifachchance auf den Siegtreffer hatte. Dennoch war die Leistung natürlich, also selbst wenn der Siegtreffer geglückt wäre, in der Summe alles andere als überragend. Und: nun hat man nicht einmal den einen Punkt, was insgesamt auf keinen Fall besonders positiv wirken kann. Also von einem „jetzt erst recht“ kann da bei Weitem nicht die Rede sein.

Klare Sache hier und vermutlich der beste Tipp: Kapfenberg gewinnt die Partie, eine 1, ohne Wenn und Aber.

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FC Lustenau – First Vienna (Entfernung: 634 km)

Auch diese Partie erfreulich für den Wettfreund: First Vienna kann man praktisch für alle erzielten Punkte und Siege ein „glücklich“ anheften (das 2:0 gegen Hartberg vor zwei Wochen war das einzige, welches vielleicht aus einer insgesamt ausgeglichenen Partie entstand, so dass dort der Glücksanteil doch gering war). Der FC Lustenau hingegen mit zumeist ganz ordentlichen Partien, welche auch angemessen oft belohnt werden. Es steht ein 4. Rang zu Buche, allerdings bei ausgeglichener Bilanz, mit 5 — 3 — 5, aber einem Torverhältnis von +1. Alles also sehr solide und den Fähigkeiten und gezeigten Leistungen entsprechend, selbst wenn man sehr wohl mit einem leichten Abrutschen in der Tabelle rechnen muss (Altach zieht sicher noch vorbei und auch Kapfenberg sollte es schaffen). Nur: in dieser Partie sind sie für den Gegner einfach zu stark, also muss das Abrutschen noch warten.

Tipp: 1.

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Rückblick 3. Bundesliga, 14. Spieltag

SV Babelsberg – Karlsruher SC 0:0

Zuschauer: 4.357 (Schnitt bisher: 3.073)
Insofern in der Summe eine schwer zu tippende Partie. Die zwei Wochen Pause mögen den Ausschlag geben, dass man sich doch auf das Potenzial von Karlsruhe verlässt. Tipp 2, wenn es denn sein muss.

Von den 4.357 Zuschauern übrigens angeblich (eigentlich unvorstellbar) 2.500 aus Karlsruhe angereist. Ansonsten ist bei Babelsberg nur Tristesse und da ist bereits von einer richtigen Krise die Rede. Trainer Demut wurde nach dem Erfolg Klassenerhalt entlassen, meldet sich nun per Youtube Video zurück, die Fans sind sauer, weil Ansprüche erzeugt wurden, die absolut nicht haltbar sind. Neutrainer Benbennek (seit Sommer) macht zwar nur seine Arbeit, weiß aber sehr wohl, dass er von den Fans nicht gestützt wird, vor allem, wenn die Ergebnisse ausbleiben — und das tun sie. Ein Rang 17 wäre eigentlich ganz ok (da NICHT Abstieg), aber, wie erwähnt, wurden Erwartungen geweckt, so dass der Vorstand gehörig in Erklärungsnöte gerät. Babelsberg ist klein und bleibt klein. Daran können ein paar kernige Ankündigungen nicht von heute auf morgen etwas ändern. Die Fans leben in dieser Bescheidenheit und würden sich damit sehr wohl einrichten. Der Vorstand hat andere Ziele ausgegeben, angeblich bis Liga 2 zu schnuppern. Also: da muss man mit noch mehr schlechten Ergebnissen rechnen.
Näher am Sieg war wohl der KSC, selbst wenn sie beileibe (ein weiteres Mal) nicht berauschen konnten. In Hälfte 1 war die Partie noch lebhaft, mit Chancen für beide, in Hälfte 2 flachte die Partie ab. Nach einem rüden Foul gab es Gelb-Rot gegen Hartmann von Babelsberg (74.), danach wurde nur noch verteidigt, aber es hielt.
Tja, also Karlsruhe scheint den Weg nach oben nicht mehr zu finden. Mit einer derartig guten Unterstützung müsste doch in Babelsberg etwas mehr drin sein? Ein Team, gegen das man in Zukunft spielen sollte ist jedenfalls gefunden: der SV Babelsberg.
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SV Darmstadt 98 – Borussia Dortmund II 1:2 (1:0)

Zuschauer: 4.500 (Schnitt bisher: 5.571)
So wenig man diese Mannschaft haben möchte und so wenig man eigentlich überhaupt in Spiele von Zweiten Mannschaften (Hauptgrund: sie spielen, wie sie wollen) involviert sein möchte: hier könnte man nur auf die 1 tippen, den Heimsieg.

Auch hier darf man sich ankreiden, gegen eine eigene Überzeugung angetreten zu sein. Denn diese lautete, vor etlichen Wochen: Darmstadt ist schwach. Was immer man über Dortmund gesagt hat und noch sagen kann: eine Mannschaft, die man nicht gut findet, sollte man wetttechnisch nicht stützen. Die Strafe folgte auf dem Fuße.
Dortmund begann sehr munter und überhaupt sieht es immer wieder ganz ordentlich aus, was sie spielen (man erkennt wohl das Talent der jungen Spieler). Die ersten Chancen gehen an sie, dann, auf der anderen Seite, plötzlich Elfmeter für Darmstadt. Klar ist es eine Situation, in welcher man, auch als Zuschauer sofort denkt: das war keiner. Der Verteidiger tritt nach dem Ball und trifft ihn auch irgendwie. Nur, wie man auch in der Wiederholung sieht, trifft er eindeutig das Bein mit. Wenn das Gleiche der Stürmer beim Verteidiger täte, würde man nicht etwa diskutieren, ob es Freistoß wäre (denn das wäre es unvermeidlich), sondern nur, ob die sofort verhängte Gelbe Karte berechtigt ist. Umgekehrt sagt man: das war kein Elfer. Vor allem befördern derartige Diskussionen eines (Gäste Trainer David Wagner, einst selbst bei den Lilien aktiv, tut es bis zum Pausenpfiff): die Schiedsrichter finden jede Ausrede recht, in Zukunft KEINEN zu verhängen. Denn: wer möchte schon derartige Diskussionen? Hätte geben müssen ist jedenfalls eine viel harmlosere, weil im gleichen Moment schon vergessen. Dieser wurde verhängt und verwandelt (14.). Danach Darmstadt wirklich besser im Spiel, mit ein paar guten Chancen, zu erhöhen.
Nach der Pause machte Dortmund nach einer einstudierten Eckballvariante — zwei Spieler gehen auf den kurzen Pfosten, der Ball kommt dorthin und wird per Kopf auf den langen verlängert, wo einer reinspringet — das 1:1. Die Lilien wütend, mit einigen glänzenden Gelegenheiten, aber nicht dem 2:1. In der 89. ein Geistesblitz von Spielmacher (und erkennbarem Talent) Baykal, der durchs Mittelfeld kurvt wie Mario Götze und aus 25 Metern einen perfekten, aber wohl überlegten Schuss ins Dreieck zaubert, welchem der Keeper nur hinterherschauen kann. Das umjubelte, aber nicht verdiente 2:1 für die Gäste.
In den letzten 4 Minuten etwa kommt Darmstadt noch zu genau so vielen Torchancen. Ein Feuerwerk wird abgefackelt, mit Hämmern aus allen Lagen, die nur mit maximalem Einsatz von Keeper und Hintermannschaft und nicht ohne Glück abgewehrt werden können. Durch diese Aktionen noch viel mehr gilt, dass der Dortmunder Sieg glücklich war. Die Anlagen bei der Truppe bleiben erkennbar, das Niveau dürfte dennoch nicht reichen, was sich vor allem auf die körperlichen Attribute bezieht, die ihm heutigen Spitzenfußball eine (viel zu) große Rolle spielen. Darmstadt keineswegs schwach oder enttäuschend, das sollte man nicht sagen. Nur ist der Gegner halt nicht unbedingt der Gradmesser, selbst wenn man nach der Niederlage tabellarisch direkten Kontakt hat.
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Hallescher FC – VfB Stuttgart II 1:4 (1:1)

Zuschauer: 7.002 (Schnitt bisher: 8.201)
Auch diese Partie schmeckt ganz und gar nicht. Torarmes Spiel, das wagt man, und wenn, dann traut man Halle eher etwas zu.

Da passt ja mal wieder gar nix. Weder Halle noch torarm. Aber man muss natürlich auf die Geschichte des Spiels schauen.
Michael Preuß (28) bekam in der Sturmmitte eine Chance von Beginn an, erst sein zweiter Einsatz. Das bedeutete, dass er viel wollte. Nach 4 Minuten lag man allerdings schon zurück, durch einen Schuss aus dem Hinterhalt, der genau passte. Logischerweise ist ein torarmes Spiel immer nur als torarm anzusehen, so lange es 0:0 steht. Sobald das erste Tor gefallen ist, ist die Tendenz jedenfalls nicht mehr auf under, was wesentlich mehr daran liegt, dass der Spielstand unbalanciert ist und nicht daran, dass das eine Tor dem under (so sehr) schadet, obwohl es das logischerweise auch tut. Wer zurückliegt muss sofort etwas tun, wenn es das Heimteam ist, umso mehr. So ging Halle also nach vorne, Preuß kam sogar zu einem Treffer — jedoch wurde ihm die Anerkennung versagt. Wie üblich die Lage: Abseits oder nicht? Die Fahne geht hoch, so viel steht fest. Danach darf man als Spieler, Zuschauer, Verantwortlicher rätseln, ob es zurecht geschah. Die Entscheidung im Spiel bleibt aber immer die Gleiche: ja, es war, der Pfiff ertönt. Wozu also das Rätselraten?
Hier lautet das eigenhändig angefertigte Urteil: genau eine jener Szenen, wo man leicht und locker auf „gleiche Höhe“ entscheiden könnte — wenn man denn wollte. Und zur Sicherheit hat man ja den Paragraphen auf seiner Seite: im Zweifel FÜR den Angreifer. Tja, so ist es halt. Halle bekam das Tor aber dennoch etwas später, aber es war auch ein sehr kurioses: Flanke von sehr weit außen, aber innerhalb des Strafraumes, ein Verteidiger grätsch hinein, aber auch noch sehr weit draußen, der Ball springt dennoch perfekt und unhaltbar ins Tor, da der Keeper bereits nach draußen unterwegs war. Der Einsatzwille von Preuß hatte ihm noch eine Gelbe eingebracht. Wobei auch diese unter dem Motto steht: wenn dasselbe Foul ein Verteidiger am Stürmer begeht, dann gibt es garantiert kein Gelb und im Strafraum wäre es nicht mal ein Foul. Wenn es ein Stürmer am Verteidiger verübt, dann bekommt er Gelb. Alles kleine Ungerechtigkeiten, die die Stürmer permanent hinnehmen müssen und die zugleich ein Schlag gegen die Gerechtigkeit sind, zugleich einer, der gegen die Tore gerichtet ist, wie so vieles andere.
Als derselbe Stürmer in Hälfte 2 erneut auf die gleiche Art zum Ball ging, diesmal aber wirklich etwas zu spät kam, hatte er Gelb-Rot. Damit war die Partie praktisch gelaufen, obwohl Halle direkt danach mit 10 Mann sogar noch einen Riesen hatte.
Spiele, die durch Rote Karten entschieden werden sollten keinen großen Einfluss auf die Einschätzungen haben. Hier kann man nur erwähnen, dass die Fans im Stadion nach der Partie geschlossen stehen blieben und das Vereinslied sangen, was auf jeden Fall bedeutet, dass sie mit der Leistung zufrieden waren. Dieser Anteil ist auf jeden Fall einzubeziehen. Über Stuttgart II möchte man in diesem Zusammenhang aber nichts sagen, vor allem nichts anpassen.
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1.FC Heidenheim – VfL Osnabrück 1:3 (0:1)
Zuschauer: 8.500 (Schnitt bisher: 8.143)
Heidenheim kommt noch, aber in dieser Partie muss der Tipp entfallen, nein, nicht gegen Osnabrück.
Eine sehr gute Partie, das Endergebnis glücklich für Osnabrück. In einer von Beginn an flotten Partie kam Osnabrück bereits nach 17 Minuten zur Führung (Standard: Eckball, scharf auf den Elferpunkt getreten, einer kommt von hinten in den Ball gerauscht und hämmert ihn mit dem Kopf ein. Ein Torpedo durch das scharfe Treten der Ecke; allerdings darf man auch hier von Pech sprechen, denn ausgerechnet der wertvolle Innenverteidiger Wittek, der kurz zuvor verletzt raus musste, war dem köpfenden Gegenspieler zugeteilt). Danach drückte Heidenheim und es ist müßig, zu spekulieren, ob sich Osnabrück, mit der Führung im Rücken, zurückzog oder Heidenheim einfach so gut ist, jeden Gegner in der Liga unter Druck zu setzen. Jedenfalls kamen sie zu Chancen und, wie hieß es doch einst bei Sepp Herberge so schön? „Man spielt so gut, wie es der Gegner zulässt.“ Weise Worte, die bis heute Gültigkeit hätten, wenn nicht der Verstand durch das reine Ergebnisdenken eliminiert worden wäre, vor allem bei den Berichterstattern. Sprich: wer das Ergebnis kennt, ist auf jeden Fall der Schlaueste.

Heidenheim also hätte lange den Ausgleich verdient gehabt, auch wenn Osnabrück ab und an zu super gefährlichen Kontern kam. So gab es zwei Mal die Situation Schuss Heidenheim, Aluminium, der Abpraller fällt einem anderen Angreifer vor die Füße, einmal pariert der Keeper unfassbar, einmal geht der Schuss daneben gegen ein offenes Tor. Endlich gelingt er doch, in der 80, und zwar wie? Ja, ein Standard. Freistoß von halbrechts in den Strafraum, am langen Pfosten startet ein Spieler hinter der Abwehr in den Ball hinein, bekommt ihn genau auf den Fuß und praktisch auf der Torlinie schiebt er ihn ein. Sieht ganz einfach aus, erfordert aber sicher einiges an Training. Auffällig also auch hier wieder: die Standards sorgen für die größte Gefahr.
Auch das 1:2 danach aus einem „Standard“. Kurios hier: ein Abwehrspieler spielt unbedrängt aus dem eigenen Strafraum heraus einem Gegenspieler in den Fuß. Dieser nutzt die Gunst der Stunde und passt den Ball sofort zurück in die logischerweise nun unsortierte Hintermannschaft. Der hinein laufende Angreifer wird im Strafraum zwar klar behindert (von dem Fehlpassgeber), aber man würde, nach allem, was sonst so an Elfern alles nicht gegeben wird und hier auch nicht dem Spielverlauf oder der Situation entsprechend nun auf keinen Fall den Pfiff erwarten. Er erfolgt aber, und macht so Osnabrück zum Sieger. Das 3:1 tief in der Nachspielzeit bedeutungslos, da Heidenheim komplett aufgerückt war.
Fazit: beide sehr stark. Heidenheim wird man nehmen können, Osnabrück wohl eher nicht (da sie ja gewonnen haben und damit die Quoten gedrückt werden).
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Preußen Münster – Kickers Offenbach 2:2 (2:1)

Zuschauer: 8.166 (Schnitt bisher: 8.582)
Nein, es kommt einfach kein Tipp über die Lippen, ausgeschlossen.
 
Beide Serien hielten, die einen 10 Mal in Folge ungeschlagen (Münster, jetzt 11 Mal), und Offenbach NUN 10 Mal. Verdient sollte man das Ergebnis auch nennen. Kurios andererseits die (geringe) Zuschauerzahl bei schönstem Fußball Wetter. Wie soll man das erklären? Die Stimmung kann doch nicht schlecht sein, da man gerade auf Platz 1 angekommen ist? Nein, dass ist für mich unfassbar, zumal sogar die Gäste eine stattliche Anzahl Fans mitbrachte. Da müssen doch mindestens 10.000 kommen, bei so einem Kracher? Soll man daraus schließen, dass Münster die Fans doch nicht so begeistert?
Die Partie selbst sehr lebhaft und umkämpft und Offenbach traute sich durchaus nach vorne, und hat dazu auch die spielerischen Möglichkeiten. So gelang Offenbach das 1:0 nach einem tollen Solo über Linksaußen, Ball vorschriftsmäßig zurückgelegt und ein Nachrücker (Ratgeber) schiebt die Kugel ein. Das 1:1 nach einem (einstudierten) Standard, als der Ball so typisch aus dem Mittelfeld in den Strafraum geschlagen wird, hier der Torjäger Matthew Taylor als erster an den so geplanten Ball kommt und ihn mit dem Kopf im Eck versenkt. Münster nimmt den Schwung mit und kommt gleich danach zum 2:1 durch den gleichen Spieler, als sein Gegenspieler nach einem weiten Schlag aus der Abwehr heraus praktisch über den Ball tritt und Taylor dadurch freie Bahn hat.
Danach ein umkämpftes Spiel, in welchem Offenbach weiterhin gut dagegen hielt. Insgesamt gab es für Offenbach zwei Penalty Claims (wie gewohnt: abschlägig) und für Münster einen (da man dort nicht hat, gibt man hier eh nicht, aber die Mannschaft führt ja auch, hat also ihr Schicksal weiterhin in der Hand, so die intuitiven Gedanken des Referees; das Urteil über die Claims ist wie gewohnt irrelevant. Gewiss nur eines: anywhere else, it is a foul, but not in the area. Überall ist das ein Foul, nur im Strafraum nicht. Warum? Wo steht das?
Da aber in der 86. Minute die dritte Chance zu einem Elfmeter gegeben ist, Offenbach es sich auch irgendwie verdient hat, entscheidet er diesmal auf Strafstoß. Ein Verteidiger nimmt einen hohen Ball ganz klar mit der Hand an, nur ist es a) keine wirkliche Torgefahr (obwohl neben ihm ein Gegenspieler steht) und b) sieht man, dass die Bewegung nur etwas unglücklich ist und nicht etwa, wie sonst so oft, eine Absicht dahinter steckt, vor allem jene: ihr schießt hier kein Tor. Nun, ein Elfmeter bleibt es selbstverständlich, so auch die hier vertretene Ansicht. Denn: das Handspiel ist völlig unstrittig, da sollte man also über Absicht oder Torgefahr nicht nachdenken (wenn über etwas, dann über eine Alternativstrafe bei erkannten Regelwidrigkeiten im Strafraum, die ohne Torgefahr stattfinden. Das Beispiel: kurze Ecke, auch „Strafecke“ genannt, wie beim Hockey). So gelang Offenbach das 2:2, keineswegs aber unverdient und der Tipp ging insofern auf, als man sich lieber heraushalten wollte (und dies vor allem, da beide einfach gut sind).

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Hansa Rostock – Alemannia Aachen 1:0 (1:0)

Zuschauer: 10.000 (Schnitt bisher: 10.357)
Tja, man möchte eigentlich Aachen haben in der Partie, aber so richtig schmecken tut es nicht, kann es nicht. X oder 2, aber noch viel lieber auch hier ein Pass.

Ja, man wollte Aachen haben, man hätte Aachen nehmen sollen, nach Spielanteilen und Gerechtigkeit, man hätte Aachen aber verloren.
Rostock beginnt aber gut, Torchance in der 5. Minute, klarer (aber nicht gegebener Elfer) kurz darauf. Bundesliga Schiri Manuel Gräfe tut das, was die Schiris am liebsten tun in solchen Situationen: Souveränität ausstrahlen und nicht pfeifen. Der Angreifer entwischt seinem Gegenspieler und wird klar am Trikot gehalten. Nun hat er die Wahl: weiter zu laufen versuchen und doch kein Tor zu erzielen, wonach erkennbar wird: wenn er schon weiter läuft, wurde er ja auch nicht gefoult. Oder er entscheidet, zu Boden zu gehen. Dann heißt es: zu viel Theatralik. Einen Elfmeter bekommt er so oder so nicht, ein Tor kann er, aufgrund der Behinderung, nicht erzielen. Wer hat sich diese „Regeln“ (und deren absurde Auslegung) nur ausgedacht? Wie schön wäre das Spiel, wenn man hier eine Torchance und dort eine Torchance zu sehen bekäme? Stattdessen soll man immer nur vor Wut stampfende Trainer und Angreifer bewundern, die Gelb sehen oder auf die Tribüne verbannt werden für ihre bösen Ausraster.
In der 11. Minute versucht mal wieder, ein Stürmer in Manier eines Abwehrspielers an den Ball zu kommen. Die Aktion, wofür es umgekehrt also ein GAR NICHTS gegeben hätte (vor allem nicht im Strafraum; siehe oben) gibt hier — die Rote Karte. Nein, das war eindeutig überhart. Foulspiel ja, das auf jeden Fall, Gelb vielleicht, aber niemals Rot, nicht, wenn man es mit den umgekehrten Aktionen vergleicht.
Danach Aachen dennoch die bessere Mannschaft, was extrem für sich spricht, mit den besseren Chancen. Dennoch in der 45. der lange Ball in den Strafraum, Spieler des Monats Ondrej Smetana kommt vor dem Keeper an den Ball (der nach der alten Regel rauslaufen oder nicht dies nur tun sollte, wenn er auch herankommt, also hier in dem Sinne falsch agiert) und köpft ihn aus 15 Metern ein (bei der Distanz wäre es ja wohl kaum Torgefahr, wenn er drin geblieben wäre). Aachen auch in Hälfte 2 besser, mit mehr Torchancen und gutem Spiel. Als Fredy Borg, vor der Saison von Rostock nach Aachen gewechselt, ins Spiel kommt und den Ausgleich köpft, steht mal wieder ein übereifriger Linienrichter mit gehobener Fahne an der Seitenlinie: Abseits. Was zeigt die Wiederholung? Alles egal, aber hier sollte man erneut sagen: gleiche Höhe. Das Winken ist bösartig, vor allem, weil das Nichtwinken von den Regeln gedeckt wäre. Hier unterdrückt es Aachens längst verdienten Ausgleich, und durch das „verdient“ wird es noch ein klein wenig bösartiger.
Das Fazit? Aachen ist wirklich stark und wird auch diesen Rückschlag wegstecken können. Die Zuschauer sind eh da und bleiben da (mit Abstand die Nummer 1 in der Zuschauergunst). Rostock hingegen schleicht sich zwar oben an, aber man würde nun doch wieder zurückkehren zur alten Aussage: so gut sind sie wirklich nicht. Bedeuten kann es für die Zukunft nur: Aachen unbedingt nehmen und gegen Rostock wagen.
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Stuttgarter Kickers – Wacker Burghausen 1:2 (0:1)
Zuschauer: 3.575 (Schnitt bisher: 3.923)
Also, hier passt es gut, Burghausen holt etwas, X oder 2.

Perfekt natürlich das Ergebnis. Aber war es auch das Spiel?
Nach müder Anfangsphase die erste Chancen für StuKi. Wie? Ein Standard. Der typische Freistoß aus dem Halbfeld auf den langen Pfosten gezogen. Ein Spieler rauscht hinein und hämmert den Ball, allerdings aus sehr spitzem Winkel, ans Aluminium (also: viel Platz war nicht, dass er hätte einschlagen können). Danach mal wieder eine sehr knifflige Szene: zu kurzes Abspiel vom Burghausener Keeper auf Omodiagbe, dieser verliert den Ball an seinen Gegenspieler, dieser droht, ihm zu enteilen, also reißt er ihn zu Boden. Ganz klares Foul, klares verhindern einer Riesentorchance (auch wenn noch 30 Meter bis zum Tor). Was entscheidet der Schiri? Gelb. Das mildere Urteil auf jeden Fall glücklich, aber auch hier gilt, dass die Schiedsrichter bei voraussichtlich Spiel entscheidenden Situationen eher allgemein den vorsichtigeren Weg wählen, um eben die Entscheidung NICHT herbeizuführen (oder: herbeiführen zu müssen).
Danach Burghausen mit dieser Szene: mal wieder ein Standard für Experten Mokhtari (der Hauptgrund, sie zu nehmen). Er schlenzt ihn aufs kurze Eck, der Torhüter kommt soeben noch heran, kratzt ihn von der Linie, ein Burghausener rückt nach, schiebt ihn wieder in die Mitte, noch einmal quer, Abschluss, drin, 0:1. Gut gemacht. Typisch: Standard. Typisch: Mokhtari. „Verdient“ wäre aber das falsche Wort dafür. Leichte Vorteile hatte die Heimmannschaft, auch eingedenk der „kritischen“ Entscheidung.
Nach dem Wechsel StuKi noch etwas besser, aber Burghausen nach vorne ebenfalls gefährlich. Teils schöne Kombinationen, nur bei einer von ihnen, als erstaunlich viele Spieler aufgerückt sind — Selbstbewusstsein oder Dummheit, Arroganz? — geht der Ball durch einem Abspielfehler verloren. Nun müsste man schnell zurück. Aber alle traben nur. Wieso? Jedenfalls ist ein Außenspieler von StuKi dadurch plötzlich völlig frei, legt den Ball in den Strafraum, Torjäger Grüttler kommt ran und schiebt aus Nahdistanz ein. Das 1:1 aus einem Konter zu Hause bei Rückstand? Das ist schon ungewöhnlich und spricht nicht sehr für Burghausen, vor allem die (ausbleibende) Rückwärtsbewegung nicht.
Das 2:1 allerdings schon typischer. Denn: StuKi möchte natürlich zu Hause den Sieg, ist auch den Fans verpflichtet, geht also auf den Siegtreffer. Da kommt Burghausen auf dieselbe Art zu einem schönen Konter. Das 2:1 in der 73. Danach noch ein unfassbarer Riese für StuKi, der aber wirklich in dem Falle versemmelt wird. So bleibt es beim Sieg, aber StuKi hätte mindestens den einen Punkt verdient gehabt.
Man darf über beide Mannschaften sagen, dass sie nicht gerade weit nach vorne gehören. Burghausen steht nun etwas zu gut da, weil im Vergleich zu vielen anderen gesehenen Mannschaften doch einiges fehlt.
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SpVgg Unterhaching – Rot-Weiß Erfurt 2:2 (2:1)

Zuschauer: 2.500 (Schnitt bisher: 2.457)
Wer mag also, der tippt auf den Heimsieg, wer passen will, der passt — und tut sich sicher nicht weh.
Der Heimsieg war ja sehr vorsichtig angeraten wurde. Wer ihm allerdings nachgegangen ist, kann auf jeden Fall etwas Pech beklagen.
Haching spielt einfach immer, wie sie spielen. Mutig, unerschrocken nach vorne, hinten nicht immer übertrieben ehrgeizig, man beruft sich sozusagen auf die Stärken und weiß eh, dass man kaum etwas verlieren kann. Der Aufstieg dürfte kein Thema sein, obwohl man ihn, immerhin bei einem ehemaligen Erstligisten, auch locker „verkraften“ würde. Nur ist auf jeden Fall kein „MUSS“ dahinter, was vermutlich bedeuten wird, dass man sich ganz allmählich von den Rängen verabschieden wird, ohne darüber traurig zu sein.
Erfut mit total anderen Sorgen, da es überhaupt welche sind und zwar recht viele. Die Saison nun noch zu drehen wird extrem schwer, aber derartige Spiele können natürlich ein Startsignal sein. Denn: man lag zwei Mal zurück, erzielte zwischenzeitlich den Ausgleich, bekam beim Stande von 1:2 einen Elfmeter gegen sich (der vermutlich die Entscheidung bedeutet hätte), musste diesen erst einmal abwehren (wobei man hier mal fragen darf, wozu die Regeln gemacht werden: bei der Parade stand der Keeper etwa am Fünfmeterraum; hieß es nicht mal, er solle auf der Linie bleiben? Was heißt hier solle: er müsse! Ein Elfmeter ist eh die völlig falsche Strafe. Man sollte eine wählen, wie in Amerika sofort eingeführt, wobei man als Ursache dafür „Intelligenz“ ausgemacht hat, die Chancengleichheit beschert. Und das sind die so genannten Penaltys. Man läuft aus 35 Metern an, alleine auf den Keeper, und muss innerhalb von 6 Sekunden den Abschluss finden; genial einfach — einfach genial. Und zugleich: gerecht), der wurde abgewehrt, und in der Schlussminute war ein Erfurter zwar durch, rumkurvte den Torwart, nur war er inzwischen auf der Auslinie. Allerdings gelang es ihm, aus diesem unmöglichen Winkel, und zugleich unter Bedrängnis, das Wunder fertig zu bringen, ihn ins Tor zu bugsieren.
Riesig natürlich der Jubel bei den Erfurtern und der Punkt wird als „Sieg für die Moral“ angesehen. Ja, auf so was kann man aufbauen. Die Größe des Jubels zeigt aber zugleich die Größe des empfundenen Glücks an. Haching ist so gut, wie es ist. Und das ist mehr als ordentlich. Bei Erfurt kann man natürlich immer wieder, nach solch kleinen Erfolgserlebnissen, annehmen, dass es doch irgendwann mal bergauf geht. Noch fehlt aber autorenseitig das rechte Vertrauen.
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SV Wehen/Wiesbaden – Arminia Bielefeld 0:1 (0:1)

Zuschauer: 2.963 (Schnitt bisher: 3.326)
Hier gibt es demnach nur eine Chance, so gerne man auch die 1 nehmen würde (dies also sozusagen in Klammern die Tendenz), aber man muss doch zum Pass raten.

Das „Pass“ war also gerechtfertigt. Wenn man das Spiel sieht, ist man nur extrem beeindruckt von Arminia Bielefeld. Das waren so schöne, blitzschnelle Kombinationen, dass man ein ums andere Mal frei vor Torwart Gurski auftauchte — dieser aber alle Versuche entschärfte, außer dem ersten zum 0:1 in der 8. Chancenverhältnis in etwa bei 6:12, so dass der Sieg vollauf in Ordnung geht. Allerdings möchte man weiterhin Wehen nicht schlecht reden, denn sie waren es nicht — höchstens in der Abwehr etwas, aber gegen diese tollen Kombinationen hätten wohl auch andere Mannschaften schlecht ausgesehen. Torjäger und Kapitän Janjic war wieder dabei und hatte zunächst, obwohl er noch immer einer der auffälligsten blieb, etwas Mühe, sich zurecht zu finden, nach vier Spielen Pause. Jedoch sieht man, dass er was kann und das er es bald wieder vollumfänglich zeigen wird.
Kurz vor Schluss mal wieder eine Entscheidung der Bauart: ein Bielefelder Angreifer kommt alleine in den Strafraum, der Verteidiger jagt ihm hinterher. Kurz vor dem Tor zieht der Abwehrspieler die letzte Option: er grätscht von hinten hinein, viel mehr tut er so, als ob er in den Gegner hinein fällt (was natürlich auch vollkommen illegal wäre). Er trifft nichts außer den Gegenspieler, denn der Ball ist längst vorgelegt zum Schuss. Der Schiri hat allerbeste Sicht auf die Szene. Er winkt sofort weiter. Hier war auch der Sprecher ernsthaft empört und seine unsinnige Steigerung drückt dennoch aus, was man einfach empfinden muss: „Einen hundertprozentigeren Elfer kann es nicht geben.“ Nur wird er eben dennoch nicht gegeben. Im nächsten Satz heißt es ja auch schon: „War egal, da Bielefeld ja auch so gewonnen hat.“ Ja, toll, dann spielen eigentlich die Regeln ja gar keine Rolle mehr. Welche Note bekommt der Schiri? Vermutlich nun doch nur eine 2-… Und nächste Woche ist er schon wieder eingeteilt.
Bielefeld beeindruckend, das die besondere Erkenntnis. Da passte so ziemlich alles, das machte richtig Spaß, und Wehen keineswegs schlecht, wehrte sich und die Stimmung im Publikum war durchgehend positiv, was man auf jeden Fall anmerken sollte (denn es bedeutet etwas. Vor allem nämlich: „Das macht ihr gut!“).
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FC Chemnitz – 1.FC Saarbrücken 4:1 (2:0)

Zuschauer: 5.300 (Schnitt bisher: 5.171)
Hier kann man nur die 1 nehmen. Tipp: ein Heimsieg.
 
Immerhin passt hier die Zuschauerzahl. Chemnitz spielt gut, die Zuschauer kommen, sogar mehr als im Schnitt. Ein tolles Spiel, ein perfekt aufgehender Tipp, der ohne jede Einschränkung abgegeben wurde. Das sah wirklich toll aus, vor allem eben die Offensive, wo sehr schnell und gut kombiniert wurde — das beste Mittel: Doppelpässe — und Chancen am Fließband produziert wurden. Saarbrücken kam gegen diesen Wirbelsturm überhaupt nicht an, selbst wenn man später auch noch ein paar gute Chancen produzierte (sicher zum Teil deshalb, weil Chemnitz einen Gang rausnahm).
Hier passte alles, insofern kein weiteres Fazit.
 

Rückblick Österreich tipp 3 Bundesliga, 12. Spieltag

Red Bull Salzburg – Wolfsberger AC 4:1 (2:0)

Zuschauer: 9.400 (Schnitt bisher: 9.258)

Also: Tipp 1, aber eine zu klare Angelegenheit um den korrekten Lohn am Wettmarkt zu erhalten. Wenn man unbedingt spielen möchte, dann könnte es nur auf den Handicap Sieg, mit zwei Toren aufwärts sein, da nur ganz eventuell dieser überbezahlt wäre.

Immerhin auch hier sichtbar: der Schnitt wurde übertroffen, und das gegen Wolfsberg, was den Salzburgern auch von Publikums Seite aus ein glänzendes Zeugnis ausstellt. Nein, das macht einfach Spaß, dieser Mannschaft zuzuschauen. Der Ball läuft blitzschnell durch die Reihen — hauptverantwortlich dafür nach eigener Ansicht hier der phantastische Neuzugang Kevin Kampl, der tatsächlich mehr und mehr Ähnlichkeiten mit Marco Reus aufweist — und es kommt immer wieder, zwangsläufig, zu absoluten Hochkarätern gegen Gegner, die hier einfach überfordert sind (natürlich müsste man auf internationaler Ebene einmal sehen, wie weit das reicht, aber es sieht so gut aus, dass man Salzburg in der Verfassung zutrauen würde, sogar in Europa eine ordentliche Rolle zu spielen). Über Wolfsberg sollte man nach einer derartigen Partie nicht all zu viel nachdenken. Es ist nicht repräsentativ, wenn man einem derartigen Wirbelsturm ausgesetzt ist. Wie gesagt, die 4 Tore viel zu wenig und man freut ich persönlich auf die nächsten Auftritt der Salzburger — auch zwecks Aufbesserung des eigenen Kontos. Das wird eine Serie, eine lang anhaltende.
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Wacker Innsbruck – SV Ried 1:0 (1:0)

Zuschauer: 4.750 (Schnitt bisher: 4.835 )
Insofern sagt einem das Gefühl, dass viel eher Innsbruck hier etwas holt. 1 oder X, so wagt man zu orakeln.

Immerhin hat einen das Gefühl hier nicht getrogen. Innsbruck hat etwas geholt, in diesem Fall sogar einen Sieg. Und so etwas kann für die Zukunft schon eine enorme Bedeutung haben. Der neue Trainer (Roland Kirchler für Walter Kogler) hatte einen gelungenen Einstand, selbst wenn man persönlich gegenüber den Trainerwechseln mehr als skeptisch ist. Sicher ist wahr, dass die Spieler zunächst neue Motivation schöpfen können — vor allem jene, die unter dem alten keinen guten Stand hatten. Sicher ist auch möglich, dass man mit leicht veränderter Taktik oder Aufstellung, sowie der dazu gehörigen veränderten Einstellung, einen anderen Auftritt hat, vielleicht sogar einen, auf den der Gegner nicht gefasst ist. Andererseits ist oftmals für Serien von schlechten Ergebnissen nicht viel mehr als eine ordentliche Portion Pech verantwortlich. Und dieses könnte auch unter dem alten Trainer irgendwann enden oder sich sogar in Glück verwandeln. Die Skepsis bezieht sich ja noch viel mehr darauf: aufgrund der (so lächerlichen) Bekanntheit der Gesetze dieses Geschäftes — an welcher sich einfach alle orientieren und die dadurch ihre Gültigkeit erhält — beginnen die Spieler tatsächlich, die Erfolglosigkeit auf den Trainer abzuwälzen (indem sie beispielsweise wirklich den einen Schritt weniger machen), und somit die Entlassung forcieren — dies geschieht mitnichten bewusst (oder wird dies hier keineswegs behauptet). Sprich also: die vorhersehbare Trainerentlassung, welche von den Medien irgendwann forciert wird (und wovon entsprechend jeder weiß), verschafft den Spielern tatsächlich das Alibi: wenn wir noch ein Spiel verlieren dann spielt es keine Rolle, ob ICH schlecht spiele oder einer meiner Mitspieler (falls es nicht alle sind). Die Schuld landet unter allen Umständen beim Trainer. Falls man also diese „Gesetze“ wieder abschaffen würde, diesen Unsinn nicht mehr verbreiten würde, „dass doch schließlich jeder die Gesetze kennt“ (welche genau dadurch in Stein gemeißelt werden), dann würden die Ergebnisse vielleicht auch eines Tages — möglicherweise auch am exakt gleichen Tag — zurückkehren, auch mit dem alten Trainer, da dieser weder diskutiert wird noch sonstwie zur Disposition steht.
Roland Kirchler hatte jedenfalls in der ersten Partie jenes Glück, welches seinem Vorgänger bis zu diesem Tage nicht hold war. Nicht etwa, dass Innsbruck schlecht war oder dass man den Spielern nicht einmal wieder ein Erfolgserlebnis gegönnt hätte, nein, nur waren sie nicht unbedingt besser als in den Spielen zuvor. Die Anfangsphase war sehr gut, extrem druckvoll (wie aber zuvor auch schon ab und an in einigen Spielen, als man ihnen durchaus Spielwitz unterstellte), obwohl trotzdem noch Verunsicherung spürbar war, die sich dann in Übereifer zeigt, bei welchem nicht einfach so alles gelingt sondern auch einiges misslingt, selbst wenn man gerne bereit ist, dies nachzusehen. Dennoch wurden Chancen produziert und sogar eine verwertet. Dass man danach doch lieber auf Defensive umschaltete in der Hoffnung, vielleicht ein einziges Mal dieses eine Törtchen Vorsprung über die Zeit zu bringen, ist ebenfalls gut nachvollziehbar. Natürlich beruft man sich in dem Falle auf eine Defensive und behauptet, mit der Kontertaktik vielleicht zum zweiten zu kommen. Hier aber geriet man doch recht enorm unter Druck. Ried zeigte mehr und mehr, warum man doch klar vor Innsbruck steht und kam zu einigen exzellenten Gelegenheiten, in der Schlussphase mehr und mehr, in welcher die Tiroler mit einem Mann weniger auskommen mussten (der eingewechselte Daniel Schütz flog nach 9 Minuten runter; anders aber als die Medien es haben wollen schien einem persönlich dieses glatte Rot durchaus als angemessen), und in welcher nur ein glänzend aufgelegter Schlussmann Szabolcs Safari mit Glück und reichlich Geschick den Ausgleich verhindern konnte. Und wer weiß, was nach einem solchen noch alles hätte passieren können.
Nein, für Glück gibt es keine Berechtigung. Man hat es, mal länger ausbleibend, mal gehäuft, und manchmal ist es genau umgekehrt (was auf so ziemlich dasselbe hinausläuft). Allerdings ist nicht unbedingt gesagt, dass der Sieger des Spiels im nächsten Spiel auf dieses in Mengen angewiesen ist. Denkbar nämlich, dass ein derartiges Erfolgserlebnis die befreiende Wirkung hat, dass man fortan nämlich wirklich den Kontrahenten auf Augenhöhe begegnen kann. Zu sehen ist, rein vom Kader her, jedenfalls eigentlich nicht, was an Innsbruck schwächer sein soll als dem Rest in der unteren Tabellenhälfte.
Ein kurzer Kommentar noch zu den Zuschauern: selbst wenn ein vergleichsweise geringer Schnitt (gegenüber anderen Spielzeiten), so halten sie dem Team doch die Stange. Eine Zahl in der Größenordnung des Schnitts ist jedenfalls gut bei dem Lauf und bei dem nicht all zu attraktiven Gegner und eingedenk der fortschreitenden Jahreszeit.
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SC Wiener Neustadt – Admira/Wacker Wien 2:1 (0:1)

Zuschauer: 5.800 (Schnitt bisher: 3.080)
Insofern kann es hier nur lauten: wenn gezwungen, müsste man die Admira nehmen. Aber eigentlich möchte man nicht.

Tja, den Tipp kann man ja schlecht zurücknehmen oder sich nun auf das „eigentlich möchte man nicht“ berufen. Nein, irgendwo sagte das Gefühl schon, dass hier die Admira etwas reißen würde, vielleicht sogar alle drei Punkte. Gelungen ist es nicht, nur muss man ja auch einen Blick auf Chancenverhältnis und Spielanteile werfen. In der Partie war es so, dass die Admira ganz klar das bessere Team war. Wiener Neustadt spielte ohne Friesenbichler (und der ist garantiert wichtig, nur war es auch dummerweise hier nicht angegeben in der Vorschau), so dass die Tendenz noch klarer Richtung Admira gegangen wäre, aber, wie gesagt, im Spiel war es eigentlich auch so.
Admira machte Druck, hatte mehr vom Spiel, bekam ein paar Chancen und nutzte eine davon zum 1:0. Danach noch lange kein Rückzug, nein, im sicheren Gefühl einfach besser zu sein, spielte man weiter nach vorne. Und kam zu weigern Chancen, sogar noch vor der Pause, aber auch danach. Die Heimmannschaft hatte so gut wie keine. Als in der 63. Minute urplötzlich der Ausgleich gelang, waren die Zuschauer plötzlich da, und die Mannschaft hat diesen Moment glänzend ausgenutzt — nämlich vor allem den Schockzustand des Gegners. Plötzlich ging es blitzschnell nach vorne und der Gegner wurde kurzzeitig überrannt, das 2:1 fiel also in gewisser Weise zwangsläufig.
Nur hat die Admira danach wieder die Füße auf den Boden bekommen und normal weiter gespielt, hätte in einer druckvollen Schlussphase den Ausgleich noch verdient gehabt und hatte, in der Summe also, eh den Löwenanteil.
Also, Fazit: nichts zu korrigieren, Admira ist gut und gefestigt (so dass sie die Niederlage nicht umwerfen wird), Wiener Neustadt gehört ganz nach hinten, selbst wenn es ermutigende Ansätze (und dies doch immer wieder) gibt.
Auch hier ein Kommentar zur Zuschauerzahl: sicher waren diese ein wenig von ein paar Erfolgserlebnissen euphorisiert (ein 1:1 bei Rapid, zum Beispiel, im Spiel davor), aber diese Anzahl kann nur bedeuten: das Spiel ist deutlich mehr Derby als in der Vorschau angenommen. Es bedeutet auch: Admira hat eine (vielleicht neu gewonnene) Anhängerschar, die ihr sogar zu folgen bereit ist.
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Sturm Graz – SV Mattersburg 0:0

Zuschauer: 11.815 (Schnitt bisher: 11.608)
Hier also eine klare Angelegenheit und eine glänzende Gelegenheit, sei eigenes Konto ein wenig aufzubessern: Sturm macht das, ein Heimsieg, Tipp 1, ohne Wenn und Aber.

Ein katastrophaler Tipp, der total und total verdient in die Hose ging. Woran lag es? Jedenfalls war die Stimmung im sehr gut besuchten Stadion (man bedenke: Mattersburg kommt, der Herbst ist da und es kommen MEHR als im Schnitt) von Anfang an merkwürdig. Irgendwie gab es keinen einzigen Funken, der vom Rasen aus hätte überspringen können, stattdessen steckte der Missmut der Fans bald die Kicker an. Es ging gar nichts, nicht von Seiten Sturms aus. Wenn überhaupt hätte Mattersburg — die übrigens keineswegs gut waren — die Führung verdient gehabt, allerdings auch dies nur nach Standards.
Gegen Ende des Spiels kam Sturm doch noch zu zwei exzellenten Torchancen, als einmal Jungstar Tobias Kainz (19) per Beinschuss einen Gegenspieler narrte (nicht etwa ihn ausspielte, nein, denn das Wegkommen war danach unmöglich, da er einfach festgehalten wurde, aber dennoch weiter spielte) und von halblinks gefährlich aufs Tor zog. Der Tormann parierte mühevoll, Imre Szabics ( Stürmer Nummer 3) stand fast frei aus 5 Metern, traf aber den Ball nicht richtig, welcher dann vor der Torlinie geklärt werden konnte. Kurz danach Szabics aus guter Schussposition — 18 Meter, zentral — knapp am Tor vorbei. Nein, verdient wäre der Sieg niemals gewesen. Irgendwas stimmte hier nicht.
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Austria Wien – Rapid Wien 2:0 (1:0)

Zuschauer: 12.500 (Schnitt bisher: 8.518)
man MUSS sich einfach raushalten.
 
Nun, sofern man sich rausgehalten hat, hat man sich ja eh nicht weh tun können. Wer die Austria genommen hat, hat sich sogar bereichern können. Nur war wirklich autorenseitig nicht abzusehen, dass die Partie so eindeutig verlaufen könnte. Dies im Widerspruch zu dem, was man vorab angekündigt hat, nämlich, dass diese Partie immer völlig ausgeglichen sein dürfte. Hier hat dies nur zur Folge, dass man über die Einschätzung von Rapid ernsthaft nachdenken muss. Zugute halten kann man ihnen nur, dass Kapitän und Ideengeber Steffen Hofmann verletzungsbedingt passen musste (bedauerlicherweise an dieser Stelle in der Vorschau nicht bekannt; falls doch, hätte man sich eventuell doch zu einer Positionierung durchringen können, denn Hofmann ist wirklich die Nummer 1 im Kader, der MVP).
Das Spiel also total einseitig, Rapid ohne jede Torchance und Austria Trainer Peter Schöttle fand nur einen einzigen Kritikpunkt — und wenn man das Spiel gesehen hat, kann man ihm sehr gut folgen: der Sieg fiel zu knapp aus für diese Überlegenheit und dieses Chancenplus.
Also, die Konsequenz: die ganz leichten Bedenken, die man gegenüber der Austria hatte (nur kurzzeitig, und sie so auf 3 einstufte) muss man nach einer derart starken Leistung einfach über Bord werfen. Die Summe aller Leistungen auch (von denen nur wenige überhaupt unansehnlich oder mäßig waren) rechtfertigt jedenfalls einen Ranglistenplatz 2, zunächst einmal vor Rapid, die aber nun dringend nachweisen müssen, eine eichte Spitzenmannschaft zu sein. Das war jedenfalls gar nichts.
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Rückblick Heute für Morgen 1. Liga Österreich, 13. Spieltag

Austria Lustenau – SV Horn 4:1 (2:0)

Zuschauer: 5.200 (Schnitt bisher: 4.657)

Tipp 1, Heimsieg, und nichts sonst.

Nun, zunächst einmal ging der Tipp auf, das klar und deutlich, und das ist natürlich immer eine feine Sache. Zugleich unterstreicht die gute Zuschauerzahl, dass die Fans zufrieden sind mit den Auftritten (natürlich kein bisschen verwunderlich, denn: was macht eigentlich mehr Spaß: gewinnen oder verlieren?).
Das Spiel selbst nahm dennoch einen etwas weniger klaren Verlauf. Denn: zunächst ging zwar Austria Lustenau nach einem Konter in der 2. Minute (!!) in Führung, danach aber gab es zwei riesige Ausgleichschancen für Horn, erwähnt vor allem der Brasilianer Clayton, der natürlich als solcher jede Menge Klasse mitbringt, hier aber haarscharf (und zum Haare raufen, was er auch tut) das Tor verfehlt nach einem Solo. Dann doch wieder die Heimmannschaft am Drücker, aber das 2:0 auch kurios: ein Spieler wird, kurz vor der Pause, im Vorwärtsgang gefoult, fällt dabei auf den Ball, dieser wird dadurch zur perfekten Steilvorlage, die Abwehr natürlich verwirrt, da sie auf den Pfiff wartet, und Toptorjäger Thiago (woher der wohl kommt?) verwertet zum 2:0 (er ebenfalls mit 11 Treffern jetzt).
In Hälfte 2 bekommt Horn, die keineswegs enttäuschten, eher im Gegenteil beeindruckten, tatsächlich den Anschlusstreffer hin — dieser allerdings wirklich alles andere als herausgespielt, denn ein völlig verunglückter Schuss/Flanke (?!) prallt von einem (überraschten, ob der mangelhaften Qualität) Verteidigerbein so unglücklich ab, dass er im anderen Toreck landet. Nach diesem kuriosen Tor mal wieder eine typische Szene. Wie typisch? Na so: ein Horner dringt in den Strafraum ein, wird klar erkennbar regelwidrig vom Ball getrennt, der Schiedsrichter „doesnt look interested“, wie es die Engländer so schön sagen. Er ignoriert die Aktion völlig, was die neue Methode ist, mit „Penalty claims“ umzugehen: falls man nämlich andeuten würde, wie es früher geschah, mit einer aufgeregten Geste „aufstehen, weiter spielen“, so würde man ja zugleich damit andeuten, dass man überhaupt irgend etwas gesehen hat, was einen Kommentar erfordert (und damit bereits eine Art einseitiges Schuldeingeständnis ablegen; ja, ich habe gesehen, dass da ein Foul war, so die Antwort, die man quasi damit auf die sich anbahnenden Reporterfrage gegeben hätte, aber ich hielt es nicht für Strafstoß würdig; was soll das eigentlich sein für ein Foul, welches KEINEN Strafstoß nach sich zieht? Wo steht DAS denn in den Regeln?). Falls man gar nichts anzeigt, hat man auf jeden Fall später die Erklärung dafür parat: ich habe gar nicht reagiert, weil ich gar nichts gesehen habe, egal, wie groß die davor hängenden Tomaten dazu sein müssten.
Also: hier ein Strafstoß und Horn hätte vielleicht wirklich etwas mitnehmen können? Ganz ehrlich auch: bei diesem Auftritt sieht man zwar die Klasse der Heimelf auch ab und an aufblitzen, dennoch sieht es in manchen Situationen, allein von der Körpersprache her, schon ein wenig nach Arroganz aus, falls es nicht dieses hier ausdrückt: der einkehrende Schlendrian, der irgendwann, bei ausreichendem(?!) Vorsprung Punkte kosten wird.
Horn jedenfalls eine gute Mannschaft, die ihren Platz völlig zurecht einnimmt, und das ist der 5., falls sie nicht eigentlich doch vor den davor stehenden FC Lustenau gehören. Wobei man natürlich dann Platz finden müsste für Altach und Kapfenberg…
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Blau-Weiß Linz – Kapfenberger SV 0:3 (0:1)

Zuschauer: 2.700 (Schnitt bisher: 1.467)
Hier ist der Tipp ganz klar: Kapfenberg macht es, eine 2, falls man mit etwas geringerem Verlustrisiko herangehen möchte — im Gewinnfalle aber auch weniger kassierend — so könnte man auch auf ein X/2 abweichen. 2 oder X/2, mit der Präferenz auf der glatten 2, so lautet der Tipp.

Ein perfekt aufgehender Tipp. Die Zuschauerzahl übrigens so erklärbar, dass etwa 1.500 Kinder geladen waren, die besten Nachwuchskicker aus der Umgegend. Insofern also der Schnitt eigentlich unterboten ist. Die Angelegenheit war ziemlich klar, von Anfang an. Kapfenberg mit dem besseren Beginn, gleich mit Chancen, und sogar diesmal gekrönt mit wenigstens dem einen. Als es dann bald danach einen Ausschluss gab — berechtigtes Gelb-Rot gegen einen Linzer –, wurde die Partie zur absoluten Einbahnstraße, wobei die drei Treffer zwar viel zu wenig sind, aber auch nicht repräsentativ, wegen der Überzahl. Kapfenberg hat jedenfalls ganz klar den Nachweis erbracht, dass die Einschätzung, die ihnen Qualität — und zugleich Pech — bescheinigte, richtig ist. Der Weg geht ganz klar in Richtung obere Tabellenhälfte, Blau Weiß Linz, so ehrlich auch der Trainer, misst sich nicht mit dieser Mannschaft sondern mit den zwei, drei anderen Kandidaten in Reichweite (wozu er zunächst garantiert First Vienna und Hartberg zählt, und von Horn und FC Lustenau vielleicht einen, da beide zur Hälfte zählen).
Alles klar also, so (einfach) ist der Weg zum Geld verdienen (aber nur manchmal).
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SV Grödig – First Vienna 2:0 (0:0)

Zuschauer: 900 (Schnitt bisher: 737)
Hier also eine ganz klare Angelegenheit: Grödig gewinnt die Partie und hier orakelt man gar, dass es mit mehr als einem Tor geschieht.
 
Auch dieser Tipp ging ja nun mal auf, also sollte man nicht dem dem Mäkeln beginnen. First Vienna nun mal (mit) das schwächste Team, daran ändert auch nichts, dass es bis über die 70. Minute noch 0:0 stand. Grödig machte von Anfang an das Spiel, kam zu Torchancen zuhauf, wohin gegen der Gast höchsten anderthalb Chancen vorzuweisen hat. So darf man sagen, dass es irgendwann einfach passieren musste, und in der 74. und 77. war es so weit. Der Partie entscheidende Doppelschlag, der aber absolut verdient war und der Sieg hätte eigentlich höher ausfallen müssen. Insofern also gibt es praktisch nur Sonnenschein.
Der Trainer von Grödig dennoch kritisch, aber nicht etwa mit der Chancenverwertung. Dies hört sich allerdings schon ein wenig nach einer taktischen Aussage an. Der Gästetrainer sah die Lage aber in dem Sinne ähnlich, dass er die eigene Defensive sogar lobte. Nur meinte er eben, dass man in einer derartigen Partie keinesfalls mit Punkten rechnen dürfte, wenn man nach vorne gar nichts bewegt. Nun gut, die Angelegenheit bleibt so oder so klar, da man die Fülle an Chancen ja mit eigenen Augen gesehen hat.
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TSV Hartberg – FC Lustenau 1:2 (1:1)

Zuschauer: 1.200 (Schnitt bisher: 1.233 )
Tja, wenn also wirklich genötigt zu einer Aussage, dann könnte es nur die sein: Heimsieg (oder das normale: Pass).

Auch diese Partie unglaublich vom Verlauf her, vor allem eben die Endphase. Aber auch davor schon einiges Kurioses. Paul Gludovatz hatte das Amt übernommen bei Hartberg und auf nicht weniger als 6 Positionen gewechselt. Wohl oder Weh, jedenfalls beweist es die anderenorts getätigte Aussage, dass ein Neutrainer neue Motivation bringt einfach aufgrund dessen, dass jeder damit rechnen darf, zum Einsatz zu kommen, sich also in den ersten Trainingseinheiten erst einmal voll reinhängt.
Nach schwierigem Beginn hatte Hartberg den ersten echten Geistesblitz in der 25. Minute: ein wunderschöner Pass in die Spitze, ein eleganter Heber — leider nur Aluminium. Nur hatte man das Glück, dass es einen Nachrücker gab, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste. Das 1:0 also für Heim.
Danach die zwei „strittigen“ Entscheidungen. Ja, wie strittig? Man sieht beim ersten eigentlich perfekten Steilpass, dass der linesman die Fahne vorsätzlich nach unten drückt, was in der Regel bedeutet, dass man unbedingt auf „Weiterspielen, keine Abseits“ hindeutet. Als der Angreifer den Ball aber annimmt — und der Betreffende vielleicht plötzlich diesen Schreck bekommt, in dem Sinne „Oh, ist der frei“ reißt er urplötzlich die Fahne hoch. Natürlich könnte er sein Handeln so verkaufen: „Ja, ich habe abgewartet, wer an den Ball geht“ (eine uralte Anweisung, längst nicht mehr relevant, abgelöst und eh nie befolgt), nur war ja weit und breit kein anderer Angreifer dort. Was es bedeutet, ist also klar: „Ich mache doch lieber die Fahne hoch. für den Fall dass es Abseits war. Passieren wird mir DANN eher nichts.“ Dass die angehaltenen Kameras später nachweisen wollen, dass tatsächlich der eine Trikotfetzen beim Abspiel vorne lag, spielt dabei keine Rolle (außer, dass es den Nachweis bringt, dass es so oder so nichts ausmachen wird, wenn er winkt). Und: wurde nicht extra mal in die Regeln aufgenommen genau für einen derartigen Fall „im Zweifel FÜR den Angreifer“?
Exakt identisch die zweite Szene. Perfekter through ball, diesmal GANZ sicheres Tor, Fahne geht (spät) hoch. Das gleiche Urteil: es soll minimal berechtigt gewesen sein (welchem Urteil man hier eh nicht zustimmen kann, da selbst ein Standbild da keine Erhellung bringt; man stellt eh immer nur fest: ja, es war knapp. Und: was wurde entschieden? Ja, abseits, was auch sonst?). Also: aufgrund mindestens einer dieser zugelassenen Aktionen hätte Hartberg eigentlich mit 2:0 führen sollen, denn Austria Lustenau hatte recht wenig bis dahin.
Mit dem Pausenpfiff aber stattdessen der Ausgleich. In Hälfte 2 vielleicht ein ausgeglichenes Spiel, bis doch wieder Hartberg gegen Ende das Kommando übernahm, dann diese kuriose Szene in Minute 89: ein präziser, langer Flankenball auf Torjäger Parapatits, der muss ihn nur noch aus 5 Metern einnicken, der Keeper kommt aber heran, lenkt ihn aber vor die Füße desselben Torjägers, der Ball erneut geblockt aus 5 Metern Entfernung gegen ein offenes Tor, der geblockte Ball springt — hauchdünn an den beiden lauernden Angreifern vorbei, kommt nach vorne, alle noch unter Schock über die vergebene Möglichkeit, drüben rumkurvt ein Angreifer seinen Gegenspieler (ja, der beste dort, Ali Osman), legt quer, und das 1:2 ist perfekt. Verzweiflung hier, übergroße Freude (durch übergroßes Glück) dort.
Wenn hätte man also das Heimteam nehmen wollen, wenn, hätte man auch die Richtigen gehabt, wenn, hätte man dennoch verloren. Über veränderte Einschätzungen mag man an dieser Stelle nicht nachdenken. Nur: so ganz unbedingt gönnt man den Vereinen, die so panisch die Trainer wechseln (und dies in der Regel mit Null Gehirn tun; allerdings im Falle von Morgige/Gludovatz war es ja wohl wegen der geregelten Arbeit, welcher Morggl parallel nachginge), nicht die Siege, die sie mit dieser Verzweiflungstat in der Regel erzwingen wollen.
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SKN St.Pölten – SCR Altach 3:2 (1:1)

Zuschauer: 3.200 (Schnitt bisher: 3.750)
so schön es wäre, die 2 (oder auch X/2) zu nehmen: man kann es nicht wetten. Tipp also, dass Altach nicht verliert, nur eben keine Wettempfehlung.

Ein unglaubliches Spiel, ein wenig an Köln bei Regensburg erinnernd, vom gleichen Wochenende. Aber zur ganzen Partie: die Altacher haben von Beginn an nachgewiesen, dass man zwar auswärts antritt, aber sich dennoch keineswegs in der Außenseiterolle fühlt. Man spielt einfach nach vorne, man kann gut genug Fußball spielen, man kann auch Tore erzielen, man verdrängt für die 90 Minuten die Tabellensituation oder den (frustrierenden) Saisonverlauf, so sah es jedenfalls aus. Wir sind die Besseren, egal, was die Tabelle sagt. Natürlich weiß man sehr wohl, dass es vor fremdem Publikum immer ein paar Hürden (mehr) gibt, unter anderem kann es mal diese oder jene Zuschauerentscheidung sein, die von den Zuschauern beeinflusst in die andere Richtung ausfällt — und, wie vielfach betont und nachgewiesen an dieser Stelle kann eine einzige Entscheidung, hier so lang dort so lang getroffen stets bei der Enge der Spiele bereits für eine komplette Entscheidung sorgen, aber dennoch versteckte sich Altach absolut nicht. Hier wird auf Sieg gespielt, das spürte man, noch immer ist die Saison lang und mal schaun.
So ging man verdient mit 1:0 in Führung, in einem beiderseits sehr guten, engagiert geführten Spiel, aber der bärenstarke Daniel Segovia besorgte — nach einem Standard — mal wieder, mit Saisontreffer Nummer 10, den Ausgleich, zu diesem Zeitpunkt doch eher glücklich für die Heimelf.
Insgesamt gab es übrigens mindestens drei kritische Elfmeterentscheidungen, die, man muss kaum nachfragen, allesamt ABSCHLÄGIG beschieden wurden. Wozu braucht man da im Anschluss eine Untersuchung, ob es hier nicht eventuell doch hätte GEBEN MÜSSEN oder dort die Entscheidung korrekt war? Es wird einfach nicht gegeben. Allerdings war es heute so, dass es sogar zwei Mal für die Heimmannschaft abschlägig beschieden wurde, also in dieser Hinsicht Altach „Glück“ hatte (welches natürlich in dem Moment wahrhaftig verschwinden klein ist, da man ja bereits weiß, dass es eh keinen gibt nicht, für diese Aktion nicht und für diese auch nicht, egal, was die Kameras hinterher nachgewiesen haben wollen; und wenn sie es denn tun, zuckt man als Schiri mit den Schultern und sagt: „Ach, das habe ich nicht gesehen. Tut mir leid.“ Egal kann es ihm allemal sein, denn außer „er hätte müssen“ bekommt er nichts zu hören, nur am nächsten Wochenende wieder die Pfeife in die Hand gedrückt, auf dass sie, im entscheidenden Moment, auch ja wieder stumm bleibt).
Altach ging also in Hälfte 2 in Führung und dies entsprach absolut dem Spielverlauf, wobei man St.Pölten auf keinen Fall eine schlechte Leistung unterstellt. Das sah auch auf ihrer Seite gut aus, was sie gespielt haben. Dennoch möchte man sehr wohl darauf hinweisen, dass die Zuschauerzahl unter dem Schnitt lag, und das gegen eines der Schwergewichte, so dass die Zuschauer dem Team VOR DER PARTIE jedenfalls kein überragendes Zeugnis ausgestellt haben.
Dann die unglaublichen Schlussminuten, die mit dem Ablauf der 90 Minuten begannen (und es 4 zusätzliche geben sollte). Eine harmlos aussehende Aktion an der Seitenlinie, der St.Pöltener Angreifer legt sich den Ball etwas zu weit vor, der Ball ist bedenklich weit über die Auslinie, der Verteidiger läuft nebenher, aber anstatt energisch dem Ball nachzugehen, hebt er die Hand, um dem Schiri den Ausball anzuzeigen (der es wohl nicht war). Dieser kurze Moment des Zögerns genügte, um die Flanke zu ermöglichen, die natürlich noch immer unglaublich schwer ist, hinzubekommen, da mn im Sprint und den Ball gerade noch vor dem Aus gerettet, in ungünstiger Körperhaltung. Dennoch gelingt sie, in der Mitte steht ebenjener Segovia und er trifft den Ball schon wieder perfekt mit dem Kopf und verlängert ihm — wo man sofort sieht, dass es die pure Absicht ist — unhaltbar ins lange Eck. Dieses Glück allein wäre ja schon genug gewesen, um ganz St.Pölten zum Tanzen zu bringen (denn dies machte Segovia nach seinem Treffer vor), aber es war noch nicht genug damit: mit der letzten Aktion, genau wie in Regensburg, schlug ein Altacher den Ball etwas panisch aus dem eigenen Strafraum, er landete exakt auf dem Fuß eines nachrückenden Angreifers und dieser fackelte nicht lange, traf ihn perfekt und versenkte ihn im langen Eck.
Sicher dürfte man erneut über Glück und Pech philosophieren, weil es die einen (Altach) nämlich bereits mehrfach in ähnlicher Form negativ betraf, während St.Pölten eindeutig es auf seiner Seite hatte, nicht nur hier und heute. Die Frage nämlich, zum Beispiel: wieso sollte es sich ausgleichen? Denn: irgendwie spürt man diese Angst und irgendwie haben die Anderen im entscheidende Moment — jenem des letzten Abschlusses — das Selbstvertrauen, da ihnen ja eh nichts passieren kann, wenn NICHT gut getroffen und der Ball in den Nachthimmel geht: die Zuschauer würden dennoch feiern ob des späten Ausgleiches, und auch dieser Ball schlägt ein. Es geht hier nicht im die Qualität sondern das Momentum, welches man, mithilfe des (vorherigen) Glücks auf seine Seite bringt.
Altach wird sicher doch zu knabbern haben an diesem neuerlichen Rückschlag. Dennoch haben sie die Qualität nachgewiesen und werden irgendwann einen Lauf bekommen — falls nicht längst schon andere Mechanismen gegriffen haben. Aber St.Pölten hat durchaus überzeugt und im nächsten Heimspiel gegen Austria Lustenau werden sicher weit mehr Zuschauer auflaufen.

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