Rückblick Österreich „Heute für Morgen“ Erste Liga, 36. Spieltag

in Kürze:

Generell spricht ein letzter Spieltag immer ein wenig mehr für die Heimmannschaften, speziell in Paarungen, in denen es um nichts mehr geht, was ja hier auf alle zutrifft. Die Gründe: meist erscheinen doch mehr Zuschauer als normal, wegen des Saisonabschlusses, was aber auch mit dem Wetter zusammenhängt, was meist gut ist im Mai. Vor diesen möchte sich die Heimmannschaft positiv verabschieden, auf das im Herbst auch alle wieder da sein mögen. Dies ist jedenfalls eine höhere Motivation, als sie meist die Gäste mitbringen.
 
Im Grunde sollte man an dieser Stelle natürlich zufrieden sein mit den Ergebnissen. Denn: einzig explizit ausgeführt ist ja oben, dass die Heimmannschaften mit höherem Engagement zu Werke gehen — und dies wäre ja wohl, angesichts eines Torverhältnisses von 13:0 belegt. Nur hat man ausgerechnet auf die Auswärtsmannschaft vertraut, welche die böseste Klatsche kassierte. Dies könnte einen also umgekehrt bedenklich stimmen. Allerdings hat man ja nun mal mit dem Schlusslicht beim Titelgewinner einen offensichtlich krassen Außenseiter gewählt. Wobei gerade das Duell Erster gegen Letzter auch unter anderen Voraussetzungen (also im normalen Ligaalltag) oftmals ganz anders ausgeht, als man es zu erwarten geneigt ist.
Genug geschwafelt: Altach gewinnt, +2, Austria Lustenau gewinnt, +3, BW Linz verliert, -4, und St.Pölten gewinnt, +3. Macht auf jeden Fall dennoch eine positive Bilanz, selbst wenn die als Milchmädchen errechneten +4 nicht ganz der Realität entsprechen dürften, aufgrund der Abstriche in den Quoten.

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SCR Altach – SV Kapfenberg     2:0 (1:0)
Zuschauer: 1.723     (Schnitt bisher: 2.405 ; -29.8% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 605 km)
 
Hier ein typisches derartiges Duell. Selbst wenn man Altach nie so ganz vertrauen wollte, so haben sie doch konstant Ergebnisse eingefahren. Das gilt natürlich auch für Kapfenberg. Wobei aber bei Kapfenberg dennoch ein gewisses Nachlassen zuletzt zu beobachten war. Sicher hing dies auch mit der Verletztenliste zusammen, aber diese hat sich ja auch noch nicht wirklich gelichtet. Altach möchte sich auf jeden Fall gut verabschieden von den Fans, die sicher auch einigermaßen zahlreich erscheinen werden.
 
Insofern wagt man hier 2 von 10 auf die 1.
 
Tja, nun, man hat das Spiel gewonnen, warum sollte man nun unbedingt etwas suchen, was gegen die Wette sprach? Dennoch bestätigte sich so ein wenig, dass Altach nie voll und ganz überzeugt. Nach 18 Minuten gingen sie, eigentlich mit der ersten nennenswerten Aktion, direkt in Führung. Kapfenberg war davor und danach gut dabei, hatte ebenfalls ein paar der insgesamt nicht vielen Gelegenheiten, in der 64. gab es Elfmeter — klar, berechtigt –, der im Nachschuss verwandelt wurde.
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Austria Lustenau – First Vienna     1:0 (0:0)
Zuschauer: 1.200     (Schnitt bisher: 3.716 ; -5.2% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 600 km)
 
Hier sieht es ganz ähnlich aus: die Vienna eigentlich in guter Verfassung, aber sicher längst zufrieden mit dem Erreichten. Austria Lustenau aber hat gerade wieder das Gewinnen entdeckt, und dabei zugleich an längst vergessen geglaubte Tugenden angeknüpft, zudem ist es ein Heimspiel, der Zuspruch war in den letzten beiden Spielen schon sehr beachtlich, diesmal werden sicher noch ein paar mehr da sein, der Abschied von diesen Fans steht an und soll positiv ausfallen.
 
Auch hier der Tipp auf die 1, mit 3 von 10.
 
Die Wette war doch insgesamt ok. Die Vienna mit dem besseren Start und zwei, drei guten Gelegenheiten. Nach 15 Minuten übernahm die Austria. Sie kamen zu ein paar mehr und besseren Chancen. Eine wird zwar genutzt, das Tor aber aberkannt, ohne, dass man klar erkennen konnte, warum (warum die Schiris auch am letzten Spieltag so klamm?). Dennoch gab es nach 53 Minuten das verdiente 1:0. Danach ein offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Hier zum Ausgleich, dort zum Erhöhen. Es passierte aber weder hier noch dort, so dass es beim verdienten Sieg blieb.
Ein Fazit wäre ineffektiv, da in der nächsten Saison doch so vieles verändert sein wird. Trotzdem hier angemerkt, dass der versöhnliche Saisonabschluss den oben angesprochenen Effekt erzielt: die Fans freuen sich (ein bisschen mehr) auf die nächste Spielzeit.
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SV Grödig – Blau Weiß Linz     5:0 (1:0)
Zuschauer:      (Schnitt bisher: 899 ; +15.7% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 152 km)
 
Hier doch die eine Ausnahme: Grödig spielt um nichts mehr, und das war ihnen anzumerken. Der Kader war durchgewürfelt, hat zwar auch in der Besetzung gut gespielt, aber doch nicht überragend, vor allem aber ohne Körpereinsatz. Die Fans kommen gerade in Grödig ohnehin gar nicht (letzter Platz in der Zuschauergunst) und BW Linz hat die Relegation vor der Nase, wird auf jeden Fall hoch konzentriert zur Sache gehen, wird versuchen, sich mit einem weiteren Erfolgserlebnis einzustimmen und hat gerade in den letzten Spielen vielfach nachweisen können, dass sie anderen Teams gegenüber in der Liga eigentlich nicht zurückstehen.
 
So lautet hier der Tipp, dass die Gäste etwas mitnehmen. 4 von 10 auf X oder 2.
 
Hier lag man nun total daneben. Das Spiel von Anfang an nur in eine Richtung, Grödig ausreichend gut konzentriert, und auch sie wollten den (noch immer nicht zahlreichen) Fans einen guten Abschluss hinlegen — was durchaus gelang. Linz bemühte sich eine Weile lang, kassierte aber bald das 0:1, machte auf und bekam reihenweise eingeschenkt. Grödig hat ganz entspannt gespielt — und einfach gezeigt, dass das höhere Potenzial vorhanden ist, und dass es, ganz locker, einfach so gelingen kann.
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SV Horn – FC Lustenau    4:0 (3:0)
Zuschauer: 1.400     (Schnitt bisher: 1.435 ; Aufsteiger)
(Entfernung: 644 km)
 
Diese Paarung hier ist neutral. Horn hat zuletzt nicht gut gespielt (beim 1:3 bei der Vienna), während der FC Lustenau eigentlich immer ganz gut gefällt, auch beim 1:4 im Derby waren sie stets gefährlich. Man traut ihnen zu, im letzten Spiel erneut gut dagegen zu halten. Also ist diese Partie hier ein Pass.
 
Hier ist ebenfalls nicht viel zu sagen. Die Zuschauer waren da, immerhin eine Durchschnittszahl gegen in unattraktives Team, die Stimmung gut, die eigene Mannschaft gut und der Gegner als willkommener Statist, der aber, wie es einem guten Statisten gebührt, auch ab und an nach vorne kam — um dann doch nie richtig abzuschließen. Einfacher und klar verdienter Sieg für den SV Horn.
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SKN St.Pölten – TSV Hartberg   1:0 (1:0)
Zuschauer:      (Schnitt bisher: 2.944 ; +108.2% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 181 km)
 
Hier eine weitere Chance: St.Pölten hat zwar nicht überragt beim 0:1 in Linz, hat aber lange Zeit auch in Unterzahl gespielt und zudem war der Gegner einfach richtig gut. Davor waren sie längst viel stabiler, eigentlich bald wieder in der Hinrundenverfassung. 
Hartberg hingegen hat nun 5 Niederlagen in Serie und wenn man — auch zuvor schon — ein schwächstes Team genannt hat, alternativ zu Linz, dann war es dieses Hartberg. 
St.Pölten kann sicher auch mit einem guten Zuschauerzuspruch rechnen, denen soll etwas geboten werden, insofern auch hier 3 von 10 auf die 1.
 
Dieser Sieg zwar insgesamt eher glücklich, aber St.Pölten musste auch ab der 35. mit 10 gegen 11 auskommen, nachdem dem sonst so zuverlässigen (aber meist nicht so weit hinten agierenden) Jano ein Ball verspringt, der Gegenspieler ihn sich schnappt und einsam aufs Tor zuliefe, falls Jano nicht die Notbremse gezogen hätte. Obwohl seine Grätsche so gut war, dass er tatsächlich unter anderem den Ball erreichte, sollte man gerade von hier aus keinerlei Zweifel an der Berechtigung der Entscheidung aufkommen lassen. Die Führung war nach 6 Minuten gelungen, und zwar durch eine abgefälschten Freistoß, St.Pölten aber schon besser bis zum Platzverweis.
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