Rückblick Schweiz Raiffeisen Superleague, 32. Spieltag

in Kürze:

Nun, da man sich nach den Finger allmählich ganze Arme und Beine verbrannt hat, möchte man eh lieber gar nichts machen. Wodurch kann man selbst den Negativlauf, von dem manche Teams ja auch ab und an betroffen sind, stoppen? Ein Trainerwechsel käme ja so oder so nicht in Frage. Höchstens sollte der Leser vielleicht den „Coach“ wechseln? Nun ja, die Saison klingt aus, man fühlt sich noch immer nicht katastrophal schlecht, was die Einschätzungen angeht, hier gibt es aber auch so keine richtig prickelnden Paarungen, die aus den unterschiedlichsten Gründen — schlechter Lauf hin oder her — einfach nicht schmecken können.
 
Die drei Einheiten auf St.Gallen hat man locker abgestaubt. Die Neigung bei GC – FCZ pro FCZ ging auch auf. Insofern alles ok.
 
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FC Luzern – Young Boys Bern      3:1 (1:1)
Zuschauer : 12.619   (Schnitt bisher: 12.423)
(Entfernung: 113 km)
 
Beide mit einem zu-Null-Sieg im letzten Spiel, Luzern ja ohnehin in einem Erfolgslauf unter Bernegger, während YB doch eine lange Leidenszeit hinter sich (?!) hat. YB hat sich zwar den Frust von der Seele geschossen mit den vier Treffern gegen GC aber, so kurios es klingen mag, aber der Sieg war nicht einmal wirklich verdient.
 
Die Paarung aber insgesamt nicht interessant zum Wetten. YB hat noch Chance auf Europa, während Luzern einfach zu weit weg ist. Dennoch ergibt sich nicht einmal eine Neigung, da nicht zu erkennen ist, was Luzern, vor eigenem Publikum, nun vom Fighten abhalten sollte.
 
Auch hier eine recht klare Angelegenheit. Luzern dominant, mit Chancen und dem einen Tor zum 1:0, YB kam nicht hinein, erzielte aber dennoch, ohne Vorankündigung, das 1:1. Zweite Hälfte ging aber weiter wie die erste und in der 52. und 57. wurden die Treffer zum 3:1 erzielt, und man ist sehr wohl geneigt, sie als klar verdient zu bezeichnen. Denn auch danach kam nicht eben viel von den Gästen.
Luzern nun also wirklich in glänzender Verfassung, bei YB wechselt Licht und Schatten, wobei eindeutig der Schatten überwiegt. Denn: auch dem 4:0 letzte Woche konnte man nicht einmal gerade heraus das Prädikat „verdient“ aufdrücken. Es hätte sich zum Befreiungsschlag entwickeln können — tat es aber nicht.
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FC St.Gallen – FC Sion      5:0 (3:0)
Zuschauer : 13.274    (Schnitt bisher: 14.131)
(Entfernung: 356 km)
 
Tja, also Sion hat zwar das letzte Spiel gewonnen (3:1 in Lausanne), aber doch noch lange nicht überzeugen können. Das war ziemlich wenig und nicht geeignet, dass man sich HINTER sie stellen möchte (das ist schon sehr lange her, dass man dazu mal bereit war). St.Gallen möchte man weiterhin sehr gerne vertreten, nur war das 0:2 in Luzern nicht mehr ganz die Leistung (abgesehen von der verlorenen Kohle), die man gewohnt war und so gerne sehen wollte. Dennoch: das Heimpublikum wird wieder voll da sein, die Mannschaft auch. Ein wichtiges Spiel ist es zudem. St.Gallen hat zwar die Europa League sicher, aber a) ginge nach oben für die CL noch was, wenn GC weiter nicht gewinnt (4 Punkte zurück), b) hat Sion den Euroleague Platz noch nicht einmal sicher und könnte ebenfalls sogar noch auf Platz 3 schielen (also den heutigen Gegner bald überflügeln, wie Constantin gefordert hatte. 
 
Man glaubt doch an St.Gallen, also ein weiterer Versuch mit 3 von 10 auf die 1.
 
Bei einem 5:0 gibt es natürlich nicht viel zu diskutieren. Noch weniger, da es die eigenen geschafft haben. Klare Sache also, von Anfang an.
Dennoch kann man hier mal wieder eine kleine Regeldiskussion eröffnen: vor dem 2:0 gab es einen Rückpass zum Torwart, der mit einem Freistoß geahndet wurde. Dieser führte also zum 2:0. Nur: war es überhaupt ein Rückpass? Kurios das Folgende: ein Rückpass wird ja überhaupt nie mehr gepfiffen. Nur einmal wurde (2002) die Deutsche Meisterschaft durch einen derartigen Pfiff entschieden. Ansonsten entscheidet quasi der Torwart mit der Aufnahme des Balles darüber, ob es sich um einen Rückpass handelte: nimmt er ihn auf, war es keiner, spielt er mit dem Fuß weiter, war es einer, so muss man annehmen. Der Schiri „richtet“ sich danach. Die Rückpassregel existiert also gar nicht mehr.
Wenn es nun hier und heute doch einmal gepfiffen wird, dann müsste es schon besondere Umstände geben. Hier sieht man (zumindest ging es dem Autoren so) bei der ersten Einspielung der Szene, dass der St.Galler Angreifer den Ball spielt. Er setzt den Verteidiger unter Druck, dieser tut gar nichts, dem St.Galler gelingt es, dem Abwehrspieler den Ball vom Fuß zu spitzeln. Erneut auch ein Beispiel, wie die Reaktion der Spieler einem Aufschluss geben kann. Denn: ereifern würden sie sich so oder so, das stimmt schon. Aber in diesem Falle müsste der Referee dennoch merken, dass er irgendetwas falsch beurteilt hat. So, wie der Goalie reagiert, und auf alle Seitenlinien deutet (mit Sicherheit mit den passenden Worten gepaart), so entsetzt, wie er ist, MUSS es einfach ein Irrtum gewesen sein. Die Männer an der Linie — Assistenten genannt — hätten doch auch die Chance gehabt, auf den Irrtum aufmerksam zu machen? So kassiert der sich zurecht (so sehr) ereifernde Goalie aufgrund der Tatsache, dass er sich aufgrund der durch die Klarheit noch größer empfundenen Ungerechtigkeit noch mehr ereifert logischerweise die Gelbe Karte, die Entscheidung selbst wird weder hinterfragt noch (besser: geschweige denn) korrigiert.
Auch da ist eine Menge faul am Regelwerk. Man müsste nur die USA mal zwei Monate lang damit betrauen, vernünftige Regeln zu entwerfen — es wäre sofort weltweit für mehr Spaß und mehr Gerechtigkeit gesorgt. Und für Tore sowieso. Hier nur kurz das Beispiel: es gibt keinerlei Anlass, bei der längst anerkannten Wichtigkeit einzelner, mehr als kritischer Entscheidungen, diese innert Zehntelsekunden als gegeben hinzunehmen, noch dazu von einem Einzelnen ausgesprochen. Da MUSS es eine bessere Lösung geben.
Klare Angelegenheit und zum Glück erfährt man ab und an auch Bestätigung: Oscar Scarione führt nun bereits mit 6 Treffern die Schützenliste an, denn ihm gelangen hier allein drei Treffer. Gut denkbar, dass er die Torjägerkrone bekommt — und das als offensiver Mittelfeldspieler, nicht etwa als Spitze. Weitere Ehren könnten folgen, welche ihm hier schon mehrfach „angedichtet“ wurden. Klar, auch diesmal waren zwei Standards dabei (Elfer und direkter Freistoß). Zählen tun sie aber genau so viel.
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FC Basel – Servette Genf      2:0 (2:0)
Zuschauer :  26.797    (Schnitt bisher: 28.339)
(Entfernung: 253 km)
 
Natürlich eine sonnenklare Angelegenheit. Nur wird man einfach keinen angemessenen Preis bekommen. Basel zuletzt auch so blass, dass man sie nicht haben wollte (1:3 vom FCZ zerrupft). Servette leicht im Aufwind durch den 2:0 Sieg gegen Thun, es bleibt hier ohnehin nur ein Pass.
 
Der FCB in sehr guter Verfassung. Sofort druckvolles Spiel, tolle Kombinationen, Torchancen, die noch vor der Pause die verdiente Zweitoreführung einbringen. Nach der Pause etwas verhalteneres Spiel der Gastgeber, Servette kommt etwas besser heraus, hat auch ein paar kleinere Chancen, aber jene vom FCB bleiben größer, bei den Konterangriffen.
Erneut hört man in der Zusammenfassung diese Worte: „Abseitsentscheidung gegen den FCB. Wie man in der Wiederholung sieht eine klare Fehlentscheidung, damit eine klare Torchance zu Unrecht vereitelt“, gefolgt von jenem, fast unvermeidlichen: „Hier hätte es Elfmeter geben müssen“. Es war beides für den FCB. Also, Schwamm drüber?! In der Elfmeterszene ist es übrigens so, dass der Abwehrspieler den Stürmer von hinten klammert, so dass dieser einfach nicht zum Kopfball hoch kommt. Klar ist es einer. Klar wird er nicht gegeben. Die Folgen? Keine. Vor allem nicht jene: Umdenken. Auf allen Seiten. Was wollen wir sehen, was nicht? Tore: ja, Fouls und Unsportlichkeiten: nein.
Klare Angelegenheit hier. Servette aber nicht etwa in schlechter Verfassung. Basel nun nicht mehr aufzuhalten.
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FC Thun – Lausanne Sports    2:0 (0:0)
Zuschauer : 4.128    (Schnitt bisher: 5.338)
(Entfernung: 136 km)
 
Auch diese beiden Mannschaften könnte man in der derzeitigen Verfassung nicht gut vertreten. Lausanne einfach insgesamt schwach und Thun, nach den paar berauschenden Spielen gegen die Spitzenclubs, doch auf „Normalmaß“ zurückgestuft durch die zwei schwächeren Spiele zuletzt. Für Thun wird der Weg nach Europa einfach zu weit, Lausanne sollte dringend mal wieder punkten — Servette nur noch 4 Punkte zurück bei einem Nachholspiel, also es könnte sie (sonst) locker noch erwischen, so wie sie derzeit spielen. So oder so: ein Pass.
 
Thun arg Ersatz geschwächt, aber dennoch mit einem Auftritt wie gewohnt — aus den vielen Spielen der Serie zuvor. Lausanne war erneut so, wie es angekündigt war: schwach. Sie hatten ein paar ordentliche Chancen, sicher, aber a) sieht es einfach nicht mehr wirklich gefährlich aus, im Abschluss, und b) hatten die Gastgeber noch immer mehr davon. So war der Sieg einfach verdient. Punkt.
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Grasshoppers Club Zürich  – FC Zürich    0:1 (0:0)
Zuschauer : 14.700    (Schnitt bisher: 8.331)
(Entfernung: 0 km)
 
Das heiße Derby (zuletzt ging es ZWEI Mal in wichtigen Spielen an GC; unter Anderem im Pokal) wird ohnehin auf ein Pass hinauslaufen können. Bedeutet aber nicht, dass man nicht etwas darüber schreiben könnte.
 
Der FCZ in einer derartig tollen Verfassung, mit welcher man, so sie denn konstant anzutreffen gewesen wäre und die zugleich Anspruch war vor der Saison, locker um Platz 1 hätte mitspielen können, während GC eine derbe 0:4 Schlappe nach Hause brachte aus der Hauptstadt. Da müsste man doch klar zu den Gästen neigen? Nein, keineswegs (so klar). Denn: GC war überhaupt nicht schwach in Bern. Ein 0:4 kann sogar über die Verhältnisse hinwegtäuschen. GC klar am Drücker, hätte, bei einigen tollen Chancen die Führung verdient gehabt, gerät in Rückstand, drückt weiter — und verliert einen Mann durch Ausschluss. Rennt weiter an, Gegentor, Gegentor, Gegentor. So (grausam) kann es gehen.
 
Es bedeutet, wie bereits eingangs erwähnt, dass man die Füße still hält. Wobei es, nach den zwei (unglücklichen) Niederlagen in den Derbies zuvor, doch vom Gefühl her einmal PRO FCZ ausgehen könnte.
 
Hier hätte einen das Gefühl in dem Sinne nicht getrogen, dass der FCZ endlich mal was holt in einem der Derbies (durch den Pokal war es bereits das fünfte; die anderen vier gingen an GC). Letztendlich war es so, dass das Glück sich diesmal zugunsten des FCZ neigte. „Verdient“ in dem Sinne, dass es davor meist anders lief. Ansonsten war dieses Spiel sehr ausgeglichen, vielleicht sogar mit leichten Vorteilen für GC.
Längst nicht mehr merkwürdig, dass, nach einem langen Pass, ein FCZ Mann durchgebrochen war und mit einem harten Abdrängen NICHT zum Abschluss kam. Über Rot ließe sich zumindest trefflich streiten. Nur spielt das ja gar keine Rolle, da es eben, wenn „strittig“, niemals zugunsten des Stürmers ausfällt. Nicht einmal dann, wenn es  unstrittig ist, denn dann geschieht es etwa nur zu 50% (ein geschätzter Wert). Quasi ist es also nur dann strittig, wenn es unstrittig ist.
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