Rückblick Schweiz Raiffeisen Super League, Nachholspiel

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Servette Genf – FC Sion          4:0 (2:0)
.
Zuschauer :  10.622   (Schnitt bisher: 6.918)
(Entfernung: 162 km)
 
Hier muss man nun wirklich nicht lange gefragt werden. Die Luise werden sicher bald in den Keller gehen auf Servette — denn ein schlimmeres Chaos als bei Sion kann es einfach nicht mehr geben. Unter diesem Präsidenten wird sich jeder nur dies sagen: sack so viel Kohle ein, wie du bekommen kannst, aufm Platz ist egal, was du oder die Mannschaft ablieferst, dann sieh zu, dass du bald das Weite suchst. Nun dürfte sogar Europa nicht nur gewaltig wackeln für Sion, sondern sogar komplett flöten gehen — und keinen juckt es, nicht einmal das Publikum.
 
Servette spielte auch das letzte Spiel mehr als ordentlich und hat einfach nur einiges Pech gehabt (und diese Übersetzung muss man, nach einigen Jahren der Lehre, so hinnehmen: wenn ein Reporter von Abschlussschwäche spricht, hatte die Mannschaft Pech, wenn er von katastrophaler Abschlussschwäche spricht, hatte sie sehr viel Pech; so geschehen bei Servette, beim 0:1 gegen YB). Verdienen können sich die Genfer mit einem Sieg ein Endspiel gegen Lausanne vor eigenem Publikum, und tatsächlich, dem Münchhausen gleich, sich am eigenen Schopfe packen und aus dem Sumpf ziehen.
 
Viel bessere Gelegenheiten gibt es wohl kaum: 10 von 10 auf den Heimsieg.
 
Ein schönerer, einfacherer Sieg, die Einschätzung bestätigend, ist ja wohl kaum möglich. Die Stimmung auf den Tribünen von Anfang an positiv — und über 10.000 belegen auch, dass der Glaube da war –, die Mannschaft ebenso, der Gegner total von der Rolle, nach 2 Minuten das 1:0, danach Einbahnstraße und regelmäßig weitere Treffer. Servette hat es nun in der Hand und man selbst lässt sich die 10 Einheiten schmecken. Perfekt!
Kurios aber mal wieder die Beurteilung einer Szene: es stand bereits 2:0, also könnte man sich, auch auf Schiri-Seite, bereits etwas lockern. Es gab ein Foul, welches, falls man nun die Lupe herausnimmt und das Standbild exakt in dem einen Moment anhält, mag es zwar außerhalb BEGINNEN, das Foul, aber es wird auf jeden Fall bis in den Strafraum hierin fortgesetzt. Kurios ohnehin, dass die Erkenntnis, dass der Verteidiger ja nicht nur mit dem Verhalten die Foulabsicht zu erkennen gibt, sondern zugleich das Bemühen an den Tag legt, es außerhalb geschehen zu lassen. Und: war nicht eine vorsätzliche Unsportlichkeit ohnehin mit Gelb zu ahnden? Wo ist denn nur der Fairplay Gedanken geblieben, wer möchte eigentlich Foulspiele sehen?
Hier also beginnt das Foul vielleicht, wenn man unbedingt so möchte, gegen einen ziemlich frei durchgebrochenen Stürmer — er hätte eine gute Schussposition gehabt, es war aber keine Notbremse, da noch andere Verteidiger in der Nähe und zugleich näher am eigenen Tor waren –, was bereits den Abwehrmann in gewisser Weise der Vorsätzlichkeit überführt, nur wird das Foul, da ja beide Spieler in Bewegung sind, bis weit in den Strafraum fortgesetzt. Der Schiripfiff ertönt auch, da das Foulspiel ja offensichtlich war, nur sucht er direkt nach der Ausrede, nicht auf Penalty entscheiden zu müssen. Er tippelt also direkt an die Strafraumgrenze — und fühlt sich mit Sicherheit von Medien und Offiziellen gut beschützt. Unsinn ist es dennoch, alles, rundherum. Man MÖCHTE KEINEN ELFER GEBEN. Jedes Mittel ist recht, dass man ihn nicht geben muss — und immer ist man fein raus. Warum nur? Klar gibt es Antworten. Als Beispiel dies: ein Tor (was man von einem Elfmeter erwartet, da es deutlich über 50% sind) ist fast immer ein zu hoher Lohn für die Aktion, wie immer sie auch sein mag. Dagegen wehrt man sich intuitiv. Falls dies jedoch verstanden wäre, müsste man entweder, sich überwinden, und dennoch bei den Regeln bleiben, oder halt die Regeln ändern. Ein Strafstoß kann doch nicht die einzige Möglichkeit der Bestrafung sein, nur weil es einmal vor 150 Jahren so niedergeschrieben wurde, damals noch ohne jegliche Erfahrung? Verkalkung trifft es wohl ganz gut, und diese scheint ansteckend zu sein.
Servette kann in dieser Verfassung dennoch jeden schlagen. Es steht aber noch eine Runde an, bevor es zum Finale gegen Lausanne kommen kann: Lausanne  spielt daheim gegen Luzern, während Servette nach St.Gallen muss. Da sie einen Punkt zurück sind, die Tordifferenz derzeit (nur) um ein Tor schlechter, dürfen sie nur nicht verlieren in St.Gallen, um es am letzten Spieltag sicher in der eigenen Hand zu behalten. Das gilt aber nur, wenn Lausanne sein Spiel gewinnt, was ja auch nicht so wahrscheinlich ist. Gewinnt Lausanne nicht, kommt es auf jeden Fall zum Endspiel, bei welchem dann nur noch die Frage wäre, wer welches Resultat benötigt.
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