Rückblick Schweiz Raiffeisen Superleague, 31. Spieltag

in Kürze:

Ein Spieltag unter der Woche bedeutet immer eine Menge Arbeit. Am Montag schon den Rückblick UND die Vorschau fertig stellen, abgesehen von den Quoten und den sonstigen Dingen, die ohnehin alltäglich anfallen (Beispiel: Datenpflege). Da kommt es ganz gelegen, dass der Spieltag nicht so viel hergibt. Vielleicht ein, zwei kleinere Tipps, mit hoffentlich (und man soll ja auf Holz klopfen, in solchen Fällen?) mal wieder einem besseren Ergebnis.
 
Nix zu machen also, Klopfen auf Holz wohl vergessen („ich bin ja nicht abergläubisch; das bringt Unglück“). Beide Tipps total daneben. (-3) + (-3) = -6. Die Basel Wette war, gegen einen entfesselten FCZ, eine Katastrophe, die auf St.Gallen nicht, verloren ist sie dennoch, und mit 0:2 muss man schon einige kosmetische Operationen durchführen, um sie für „gut“ zu erklären. Es hätte vielleicht, wenn… aber… ist halt nicht.
 
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Young Boys Bern – Grasshoppers Zürich      4:0 (1:0)
Zuschauer: 15.069   (Schnitt bisher: 17.384 )
So farblos, wie GC in den letzten Spielen war, möchte man sie unter keinen Umständen hier haben. Sie werden vielleicht mi Hängen und Würgen Platz 2 halten können, aber mehr ist nicht drin. Das Pokalfinale und das bereits Erreichte natürlich nach der letzten Katastrophensaison trotz allem sehr gut, aber auch die Fans haben sich schon abgewendet. Die jungen Spieler, so auch Trainer Forte, muss man auch ein wenig schützen. Möglich also, dass auch der eine oder andere körperlich an Grenzen gestoßen ist.
 
YB könnte man aber in der derzeitigen Verfassung auch auf keinen Fall nehmen, (obwohl sie noch eine hauchdünne Chance auf Europa haben, aber auch GC spielt um etwas) also ist es hier ein ganz bequemes Pass.
 
Klar überlegene Gäste in der ersten Halbzeit, die nur das Tore schießen vergessen. Viele gute Aktionen und herausgespielte Torchancen. Eine Notbremse gegen GC wird nicht mit Rot geahndet. Nach 37 Minuten der zweite gute Angriff von YB bringt das 1:0. Nach der Pause weiter GC Druck, bis zu einer Gelb-Roten Karte. In der Verzweiflung laufen alle restlichen 10 Mann nach vorne — und kassieren noch drei Tore.
GC war stark, richtig gut, konnte gefallen. YB hat die Chance genutzt, sich wieder etwas Selbstvertrauen zu holen. Aber erst nach der roten Karte.
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Lausanne Sports – FC Sion      1:3 (1:2)
Zuschauer: 5.200   (Schnitt bisher: 5.500)
Zum Glück gibt es solche Paarungen (mit denen man nämlich schnell fertig ist). Lausanne war verbessert beim 1:1 gegen Zürich, der Klassenerhalt ist gut zu schaffen, wenn man überhaupt mal punktet (denn Servette schafft es ja ebenfalls selten), Sion war aber auch (erneut) nicht so schlecht wie das Ergebnis beim 0:1 gegen Basel. Heraus kommt: ein Pass.
Guter Start von Sion, das 1:0 nach 17 Minuten durch einen Elfmeter. Danach weiterhin Sion, aber Lausanne mit dem überraschenden Ausgleich. Durch diesen wieder Verunsicherung bei Sion, Lausanne kommt besser ins Spiel und ist nun sogar überlegen. Nach 43 Minuten aber, aus einem Konter, das 2:1 für Sion. Nach der Pause dann Sion mit „Ergebnisverwaltung“ und Lausanne nicht stark genug, um die Defensive in Verlegenheit zu bringen. Nach 74 Minuten das 3:1 für Sion und damit die Entscheidung.
Lausanne konnte „nachweisen“, dass sie derzeit das schwächste Team der Liga sind. Trotz der kurzen guten Phase. Sion weit davon entfernt, genesen zu sein. Kein gutes Spiel, von beiden.
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FC Luzern – FC St.Gallen      2:0 (1:0)
Zuschauer: 13.373   (Schnitt bisher: 12.347)
Hier gibt es diesen minimalen Ansatzpunkt: die einzige Mannschaft außer Basel, auf die in puncto Einstellung, Zuschauerunterstützung, Trainer, Konstanz, Leistungen allgemein niemals einen Anlass zu einer Kritik gab ist der FC St.Gallen. Sicher begünstigt durch das Aufsteigerimage, aber das allein kann es nicht sein. Mit Oscar Scarione — erneut nicht nur Doppeltorschütze sondern mit einigen weiteren Chancen sowie stets da, wenn es brennt (zugleich Vorlagenkönig) — hat man einfach den Topspieler der Liga in den eigenen Reihen, was jedenfalls eine Wette auf sie begünstigt.
 
Vom FC Luzern mag zwar derzeit geschwärmt werden, seit Carlos Bernegger als Trainer angeheuert wurde, jedoch a) mag man diese Maßnahme eh überhaupt nicht und b) waren die Ergebnisse zwar ordentlich, aber nicht überragend und c) war gerade die letzte Leistung in Thun eine solala gegen einen schwachen Gegner (und es gab ja auch nur ein 1:1). 
 
Da St.Gallen ganz ernste Ambitionen sogar auf Platz 2 haben darf — angesichts des Nachlassens von GC — und die Championsleague doch wirklich eine Herausforderung wäre, für die es sich lohnt, etwas aufzubieten, zugleich Luzern als einziges Team um rein gar nicht spielt, kann man hier ruhig mal auf die 2 gehen.
 
3 von 10 auf den Auswärtssieg.
 
Die erste Hälfte beidseitig recht mau, ohne viele Chancen, mit leichten Vorteilen für Luzern. In der Nachspielzeit, zu einem „psychologisch günstigen Zeitpunkt“ also, das 1:0 für Luzern. Dennoch kam St.Gallen nach der Pause klar verbessert heraus und setzte die Hausherren unter Druck. Es gab mindestens vier gute Chancen zum Ausgleich, der logischerweise verdient gewesen wäre. Auch hier gelang Luzern, die mehr und mehr Räume bekamen, in der Nachspielzeit (erst) die Entscheidung mit dem 2:0.
Man kann weder über St.Gallen noch Luzern etwas Schlechtes sagen. Aber damit auch nicht über die Wette, selbst wenn St.Gallen nicht so stark war wie zuletzt. Man müsste zunächst einmal den (verdienten) Ausgleich hinbekommen, um zu sehen, wie es dann weiter geht. Hätte Luzern dann noch zuzusetzen? Bleibe St.Gallen, von dem Tor gestärkt, am Drücker?
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FC Zürich – FC Basel    3:1 (0:1)
Zuschauer: 14.062   (Schnitt bisher: 10.651)
FC Zürich mag zwar, wie es heißt, eine hervorragend Rückrunde spielen, aber doch können sie einen sehr selten überzeugen. Zuletzt vertraute man ihnen einmal, beim 1:1 in Lausanne — und dies wurde auch hier mit einem schwachen Auftritt „gerächt“. Nein, also so recht kann man nicht an sie glauben, bei allem Potenzial, was irgendwo schlummern mag.
 
Ganz anders der FC Basel: sie haben auch beim FC Chelsea ein überragendes Spiel gemacht, wie man ehrlich findet, und den Giganten ins Wanken gebracht, nicht allein mit dem 1:0 direkt vor der Pause, sondern fast noch mehr in einer engagierten zweiten Hälfte, als man x Mal herrlich kombinierte und zum Abschluss kam, nur eben das Glück fehlte. Drei Tore waren jedenfalls sogar hier denkbar, und da hätte Chelsea ebenfalls die drei erzielten benötigt.
 
Am Wochenende nach diesem Spiel hat man gleich mal den FC Sion in Halbzeit 1 an die Wand gespielt. Der Sieg war verdient, selbst wenn es in Hälfte 2 etwas dünner wurde. So meint man, dass sich Basel hier nicht aufhalten wird und den Titel allmählich sicher machen möchte. Selbst wenn man mit erheblicher Gegenwehr rechnen kann: Basel erscheint doch zu stark derzeit.
 
Also auch hier 3 von 10 auf die 2. 
 
Ein phantastisches Spiel und eine überragende Leistung vom FCZ. In dieser Verfassung wären sie es, die den FCB ernsthaft herausfordern könnten. Wenn man die Namen der Ball führenden (im FCZ) Trikot hört, dann erkennt man qualitativ auch kaum einen Unterschied.
Tja, möglich doch, dass der FCB etwas müde ist, so gerade noch während dieser für sie langen Saison.  Möglich auch, dass die frühe Führung (8. Minute) sie ein wenig früh hat umschalten lassen, irgendwie in der Vorstellung, dass es von selbst gehen würde. Aber die hauptsächliche Ursache lag einfach an einem entfesselten FC Zürich. Haufenweise Chancen, bei denen man bald schon nicht mehr glauben konnte, dass noch immer keiner rein ging. Aber sie ließen nicht nach. Und ab der 66. begann der Torsegen.
Haushoch verdienter Sieg, obwohl die Gäste selbst zu ein paar guten Kontergelegenheiten kamen und speziell nach dem 1:2 noch einmal anzogen. Aber doch waren die Hochkaräter in solcher Fülle für die Heimelf, dass es an dem Sieg nicht den geringsten Zweifel gibt.
Ein interessante Szene noch: eine der vielen Flanken in den Strafraum der Baseler. Eine Hand wird ausgefahren, berührt den Ball, fälscht ihn ab. Aber: dahinter kommt noch immer ein FCZ Mann sehr günstig zum Schuss. Er „nutzt“ den Vorteil, wenn man so möchte, und schießt aufs Tor. Der Ball geht drüber, weiterhin 0:1 gegen den FCZ. Noch während des Ballfluges beginnen bereits die lautstarken Proteste. Klar zeigt der Referee einem Reklamierenden Gelb. Penalty gibt es ohnehin nicht.
Zwei Dinge daran auffällig: a) die Live Kommentatoren benötigen die fünfte Zeitlupenwiederholung um festzustellen, dass die Hand tatsächlich am Ball war. Nur: wer 1 und 1 zusammen zählen kann, der weiß bereits im Moment des Protestes, dass die Hand ja dran gewesen sein. MUSS. Sollten die eine Phantomhand reklamieren, zumal einer ihrer Spieler doch in günstiger Position an den Ball kam? Nein, so etwas gibt es nicht. Man reklamiert ab und an Foul, wenn es strittig ist. Man reklamiert auch manchmal Hand, wenn es nur eine kurze, zufällige Berührung gab und nicht klar zu entscheiden ist, ob das strafwürdig ist. Aber doch nicht, wenn ausschließlich die ausgefahrene Hand Richtung Ball geht, aber ihn nicht berührt? Es wäre halt die einzige Frage, ob man es als strafwürdig ansieht. Nur gibt es daran ja wohl keinen Zweifel, selbst wenn ein Angreifer TROTZ der Berührung an den Ball kommt und sogar in Schussposition ist. Ein Elfer ist ganz klar eine bessere Chance und von Vorteil zu reden, ist hirnrissig.
Das führt direkt zu Teil 2 der Kuriosität: wieso gibt er ihn nicht, und stattdessen, angesichts der empfundenen Ungerechtigkeit nur nachvollziehbar, der energische Protest, mal wieder einem Reklamierenden Gelb? Diese Reklamation findet ja nur deshalb statt, weil es eine klare Benachteiligung gab, die ganz locker dieses oder viele andere Spiele zuvor und in der Zukunft entscheiden könnte? Nein, logisch und korrekt ist hier gar nichts. Wie redet er sich bloß hier raus, was tun die Medien zu Schiedsrichters Reinwaschung? Garnichts. Es ist schon geschehen. Pfeife nicht, und du bist fein raus.
Glücklicherweise hat hier die klar benachteiligte Mannschaft dennoch gewonnen.
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Servette Genf – FC Thun      2:0 (0:0)
Zuschauer: 4.413   (Schnitt bisher: 7.021)
Beide spielen um etwas, denn Servette gibt sicher noch nicht auf und der FC Thun hat noch eine Chance auf Europa. Zugleich machte man auf keinen Fall dieses Servette haben. Sie waren hinten beim GC durchgehend stabil (selbst wenn sie am Ende noch zwei kassierten), aber nach vorne kam so wenig, dass man es ihnen schwerlich zutraut, hier einen Wirbel abzuziehen.
 
Zugleich hat Thun gerade im letzten Spiel doch arg enttäuscht, so dass man sie nun auch nicht haben möchte. Also: es bleibt nur das Pass.
 
Wenn man es (im Nachhinein) so sagen darf: ein sehr typisches Spiel für eine derartige Situation und Saisonphase. Thun ist mit dem Erreichten doch zufrieden. Sie haben am oberen Limit gespielt und das ist ihnen bewusst. Europa wäre vielleicht ein Traum, nur hat man a) ziemlich starke Konkurrenz und b) es gar nicht eingeplant. Also: das Nachlassen ist nicht verwunderlich. Servette spielt daheim, Servette muss gewinnen — Servette gewinnt.
Das Spiel aber beidseitig nicht gerade gut. Beide hatten nur wenige erwähnenswerte Szenen und kaum Chancen. Servette ging durch einen Glücksschuss in Führung (abgefälscht, aber nicht mal ein ganz richtiger Schuss; 59.) und, was man allerdings doch häufiger sieht, „verdiente“ sich den Sieg danach. Sie tanken Selbstvertrauen, sie, die bereits so lange dicht gehalten haben, fürchten nicht unbedingt ein Gegentor und sie bekommen die Räume.
Nach einem Standard gab es das 2:0 (70.). Das Spiel gelaufen, Thun ohne echte Gegenwehr.
Beide schwach. Servette aber durch den Sieg mit reellen Chancen, was Kräfte freisetzen kann.
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