Abschlußtabelle und Anmerkungen

So, das war es nun für diese Saison, für insgesamt gute drei Monate. Der letzte Spieltag hat erneut das bestätigt, was man in einer vorherigen Statistik bereits zum Ausdruck brachte und ebenfalls in den Empfehlungen für die over/under Wetten anmerkte: es fallen mehr Tore als gewöhnlich. Das Wetter, die teilweise euphorischen Fans, die einfach nur feiern wollen, und die bereits erreichten oder verpassten Saisonziele spielen die entscheidende Rolle, dass Defensivtaktik oder Abwehrarbeit nicht mehr groß geschrieben wird. Nun ja, man erfreut sich daran, man behält so die Bundesliga über diese Wochen und Monate in guter Erinnerung und freut sich auf die kommende Saison. Weiterlesen

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Reportage Highlights: 1) Eine Livewette

Marcel Reif, der König der Reporter, hat sich den Leckerbissen Schalke gegen Dortmund als Livespiel natürlich nicht nehmen lassen. Für ein paar Minuten anfangs des Spiels gelingt es ihm sogar, dem Zuschauer vorzugaukeln, dass er für heute einmal Freude an dem Spiel haben könnte und bereit wäre, diese dem Zuschauer zu vermitteln. Wie gesagt, für ein paar Minuten. Sehr bald verfällt er wieder in den gewohnten alten Tonfall des ständig Belehrenden, dabei durchgehend Unzufriedenen.

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Platz 2+3 nach dem 31. Spieltag

Die direkte Champions League Quali über Platz 2 und 3

Die Wahrscheinlichkeitsverteilung nach dem 31. Spieltag aus Computersicht

Mannschaft

Anzahl 2. Plätze in 5000 Simulationen

Anzahl 3. Plätze in 5000 Simulationen

Summe der Plätze 2 u. 3

2. Plätze in Prozent

1

FC Bayern München

4974

11

4985

99.70%

2

FC Schalke 04

11

4098

4109

82.18%

3

Borussia Mönchengladbach

0

889

889

17.78%

4

Borussia Dortmund

15

0

15

0.30%

5

VfB Stuttgart

0

2

2

0.04%

200.00%

Doch ein paar interessantere Entwicklungen, jedoch ist ganz klar, dass man ab der nächsten Saison alle 4 Plätze aufnehmen muss, also sowohl den 1. mit als auch den 4. Stuttgart mit der Minimalchance für die direkte Quali zur CL, aber insgesamt mit weiteren 105 Malen(von 5000) auf Platz 4, was weiteren 2.1% entspricht, in denen sie Gladbach oder Schalke den (4.) Rang noch ablaufen. Schalke ist davon 8 Mal betroffen, Gladbach 99 Mal, in denen sie nicht einmal Rang 4 erreichen, was Stuttgart seine akkumulierten Chance gibt.

Bayern ist nur immer dann nicht dabei (in dieser Statistik), wenn sie den Titel holen, also sind sie doch sicher in der Königsklasse, die 99.7% eher verwirrend.

Die Chancenveränderungen durch die Ergebnisse des 30. + 31.  Spieltag

Mannschaft Gewinn/Verlust absolut gegenüber vorherigem Spieltag Gewinn/Verlust in Prozent
1 FC Bayern München 1691 33.82%
2 Borussia Mönchengladbach 603 12.06%
3 VfB Stuttgart 2 0.04%
17 FC Schalke 04 -598 -11.96%
18 Borussia Dortmund -1698 -33.96%
0 0.00%

 

Bayern wird hier als klarer Gewinner ausgewiesen, wobei sie ihre Chancen fast ausschließlich aus den eingebüssten Titelchancen rekrutieren. Umgekehrtes gilt für Dortmund. Die Verschiebung bei Gladbach und Schalke ist realistisch, Stuttgart ist hinzugekommen.


Punkt-/ Torerwartungen & Abweichungen nach 31. Spieltag

Team Name Punkterwartung Punkte erzielt Abweichung Abweichung absolut
1 Dortmund 62.98 72 9.02 9.02
2 M’Gladbach 47.02 56 8.98 8.98
3 Schalke 50.49 57 6.51 6.51
4 VfB Stuttgart 45.01 49 3.99 3.99
5 FC Augsburg 29.71 33 3.29 3.29
6 Nürnberg 35.18 38 2.82 2.82
7 Hannover 96 42.03 44 1.97 1.97
8 SC Freiburg 34.19 36 1.81 1.81
9 Hoffenheim 40.15 41 0.85 0.85
10 VfL Wolfsburg 41.57 40 -1.57 1.57
11 FSV Mainz 05 40.03 37 -3.03 3.03
12 Hamburg 37.51 34 -3.51 3.51
13 Bayern 67.94 64 -3.94 3.94
14 Werder 46.03 42 -4.03 4.03
15 1.FC Köln 33.62 29 -4.62 4.62
16 Leverkusen 49.76 45 -4.76 4.76
17 Hertha BSC 36.71 28 -8.71 8.71
18 Kaiserslautern 32.78 20 -12.78 12.78
-7.71 86.17
ø Abweichung 4.79

Erneut eine Wachablösung an der Spitze! Die Dortmunder übernehmen wohl allmählich in allen Kategorien die Führung? Die Aussage dieser Führung ist die: die Überraschungsmannschaft in dieser Saison (in positiver Hinsicht) ist Borussia Dortmund. Kann man sich damit anfreunden? Oder würden die währen Propheten, welche schlichtweg die Ereignisse abgewartet haben, nun sagen: „Wieso, der alte Deutsche Meister steht wieder auf Platz 1 und wird wohl wieder Meister werden. Und das soll eine Überraschung sein? Nein, das finde ich nicht.“

Nun ja, den gleichen Platz wie im letzten Jahr zu belegen ist die eine Sache, die Punktausbeute, die dazu erforderlich war – mit der für Bundesligaverhältnisse einmaligen Serie von 25 ungeschlagenen Spielen – die andere. Und diese ist einfach nur gigantisch. Außerdem darf man ja sehr wohl fragen: wer sollte den ersten Rang den sonst einnehmen, wer hat einen außer der Borussia, jener aus Dortmund, denn noch so übermäßig überrascht? Das Problem, welches die andere Borussia hat, ist dieses: nach dem großartigen Start in diese Saison mit baldiger Einnahme einer Position weit vorne in der Tabelle sind die Erwartungen gestiegen. Nicht aber jene des Umfeldes – zumindest sind diese hier weder gemeint noch gemessen – sondern jene des Computers. Insofern haben sie in den letzten Monaten diese hohen Erwartungen, durch die überragenden Ergebnisse erzeugt, nicht ganz erfüllen können, dementsprechend sind sie in dieser Rangliste abgerutscht.

Schalke hingegen, nach Spieltag 29 vorne, hat das Problem, gegen Dortmund etwas Pech gehabt zu haben und auch das andere Spiel in Nürnberg verloren zu haben. Soll man nach zwei Niederlagen in Serie einfach so auf 1 auftauchen? Nein, das wäre auch nicht ganz richtig. Also es bleibt niemand außer Dortmund. Die Tabelle stimmt schon irgendwie.

Ganz hinten tatsächlich die Beiden, die auch in der realen Tabelle ganz hinten liegen. Dies ist insofern richtig, als beide in letzter Zeit so schlecht (erfolglos sagt man besser) gespielt haben. Sie waren zuvor zwei in einer Gruppe, gleichauf mit den anderen, nun sind sie weit zurückgefallen. Anders wäre es, wenn sie von Anfang an hinten gewesen wären.

Bayern durch den einen Punkt aus zwei Spielen inzwischen auf 13, wenn sie jedoch 4 Punkte geholt hätten, wären sie fast im (Computer-)Soll.

Augsburg auf 5, auch das macht Sinn, und Stuttgart sogar auf 4, was natürlich an der hervorragenden Serie liegt, die ja in dem Sinne unerwartet kam, dass sie nicht vom Computer vorhergesehen werden konnte, insofern einen riesigen Zugewinn ergab, aufgrund der gedämpften Erwartungen.

Die Torerwartungen und die Abweichungen

Team Name Torerw. Tore erzielt Gegentore erwartet Gegentore kassiert Summe der Abweichung
1 M’Gladbach 44.49 46 38.29 22 17.80
2 Dortmund 56.59 69 25.58 23 14.99
3 VfB Stuttgart 48.88 59 45.70 41 14.82
4 Schalke 49.35 66 37.41 41 13.06
5 Bayern 68.43 69 26.38 20 6.95
6 FC Augsburg 29.32 34 49.05 48 5.73
7 FSV Mainz 05 42.69 47 47.62 48 3.93
8 Nürnberg 34.59 33 46.25 42 2.66
9 Hoffenheim 39.61 38 43.98 40 2.38
10 SC Freiburg 38.00 41 52.43 56 -0.58
11 Hannover 96 41.99 39 43.42 43 -2.57
12 Leverkusen 49.75 46 39.32 43 -7.43
13 Werder 49.66 45 45.25 50 -9.41
14 VfL Wolfsburg 42.86 42 45.67 56 -11.19
15 Kaiserslautern 32.30 19 47.28 46 -12.02
16 Hamburg 40.16 34 48.83 55 -12.33
17 Hertha BSC 39.11 34 49.06 57 -13.06
18 1.FC Köln 40.24 36 56.49 66 -13.75
788.02 797 788.02 797 0.00

Tore ø erwartet:

Tore ø erzielt:

ø Abweichung

2.82

2.86

 9.15

Hier doch Gladbach wieder vorne. Sie haben nun einmal ein phantastisches Torverhältnis und das schlägt sich hier nieder. Aber Dortmund auch in dieser Tabelle schon auf 2, kein Wunder mit Siegen über Bayern und Schalke, Letzteres gar auswärts. Stuttgart auf 3, mit knappem Rückstand, und selbst die Bayern sind ziemlich vorne, was ein weiteres Mal belegt, dass sie gar nicht so schlecht spielen, ihre Tore nur etwas ungünstig verteilt haben.

Werder, Leverkusen, sogar Hannover hier in der unteren Hälfte, was mit den schlechten Torverhältnissen zusammen hängt. Ganz hinten hier mittlerweile Köln, von denen man ja in letzter Zeit häufig hören musste, dass sie die schlechteste Abwehr der Liga haben und dass sie häufig nach einem Gegentor zusammenbrechen. Auch das macht Sinn. Der HSV auf 16 und Lautern auf einem vertretbaren 15. Platz, was so viel bedeutet, dass zwar oftmals herausgestellt wird, dass sie keine Tore erzielen können, jedoch nie positiv erwähnt wird, dass sie auch kaum welche kassieren. So schlecht sind sie also gar nicht und dieses, wie so viele andere Dinge auch, sind dem Zufall geschuldet, der immer seine Finger im Spiel hat.

Dirk Paulsen über den 31. Spieltag und die Tabelle

Ein paar Anmerkungen zu Ergebnissen und Tabelle

Immerhin gab es in der Berichterstattung zu dem Spieltag insoweit einen Fortschritt, als bei den Paarungen Wolfsburg gegen Augsburg und Schalke gegen Dortmund herausgestellt wurde, dass in beiden Fällen das Endergebnis von 1:2, jeweils das Auswärtsteam also begünstigend, nicht wirklich verdient waren. Obwohl man natürlich häufig genug (nein, wie immer, viel zu häufig) diese lächerliche, gänzlich falsche, ebenso unmenschliche Erklärung hörte, fast bei jeder vergebenen Torchance, vor allem dann, wenn ein Team MEHR ALS EINE in Folge verpasste, dass „die fehlende Effektivität“ daran schuld ist und dass diese in der gesamten Saison schon bei dieser Mannschaft zu beobachten war.

Das ist einfach nur unerträglich, unerträgliche Dummheit zugleich, vor allem, wenn man sieht, wie blitzschnell alles geht und wie kurz die Zeit ist, einen Ball zu verarbeiten, Richtung Tor zu bekommen UND ihn am Torhüter vorbei zu bekommen, selbst wenn man nach Ansicht des Reporters „völlig frei“ war, was er allein daraus ableitet, dass jeder Angreifer, der den Ball im Strafraum bekommt dieses Prädikat verdient, denn immerhin ist er ja herangekommen. Dieser Unsinn ist bereits so gewaltig, dass der Rest nur noch unter „absurd“ abgelegt werden kann. Wenn der Angreifer nämlich trifft, dann war es der „kollektive Tiefschlaf“, der das Tor ermöglicht hat, wenn er aber nicht trifft, dann, siehe oben, ist es „die mangelnde Chancenverwertung“, sie so hinderlich im Wege steht, versehen wird das meist mit dem Zusatz, dass er „da einfach mehr draus machen MUSS“, was nur den Schluss zulässt, dass er, da er „diesen Riesen versiebt“ hat, sofort standrechtlich erschossen werden müsste. Welche Strafe gäbe es sonst, wenn man etwas „einfach machen MUSSTE“, aber es nicht getan hat?

Die Unmenschlichkeit ist übrigens gleich mitgeliefert, da es keinerlei Nachsicht gibt, und diese Unnachgiebigkeit entweder die Angreifer zu spüren bekommen oder aber die Abwehr. Eine Szene, die einfach nur schön, spannend, gut gemacht, von allen Seiten, hübsch anzusehen, mit dem begleitenden Mitfiebern und Stöhnen, sofern man für diesen oder jenen hofft oder drückt, sofern es gelingt, nämlich entweder die Angriffsaktion oder doch noch die Abwehraktion, dies alles existiert in dieser farblosen (da ausschließlich schwarzen und weißen) Welt der Berichterstatter nicht. Und so möchte man die Ware an den Mann bringen?

Bei Gladbach gegen Köln haben übrigens alle Stimmen nach dem Spiel, sowohl von Gladbacher als auch Kölner Seite, den Spielablauf perfekt eingefangen, so die eigene Einschätzung und Beobachtung. Warum nur gelingt es niemals einem Reporter, ein Spiel so zu beschreiben, wie es wirklich war, so dass man, wenn man es nicht gesehen hat, eine Vorstellung davon bekommt, außer, indem er monoton das Ergebnis verlist, welches er nämlich sogar in der Zusammenfassung tut, da man sich doch eigentlich selbst ein Bild machen könnte?

Wie war das Spiel nun wirklich? Gladbach bekam diesen einen Freistoß zugesprochen, hatte aber zuvor, zugegeben, bereits wieder eine Weile lang diesen erfrischenden schnellen Kombinationsfußball gespielt, der sie über so lange Zeit in dieser Saison auszeichnete, wobei eindeutig Marco Reus der Taktgeber ist, welcher gegen Hertha nach wenigen Minuten runter musste, und so in dieser vorhergehenden Heimpartie (0:0) vielleicht für die ansonsten zu beobachtende fehlende Inspiration sorgte.

Der Freistoß wurde übrigens kommentiert mit den Worten „… hat den Freistoß herausgeholt“, was ein klein wenig andeutet, dass er nicht unter allen Umständen hätte gegeben werden müssen. Die Mauer wurde in diesem Falle auf erstaunliche 10 Meter (geschätzt, aber warum wurde da nicht einmal gemessen? Das wäre wirklich interessant gewesen…) hinfortbewegt, woraufhin die Kölner, dies spürend, auf den Ball deuteten, aber ein energischer Knut Kircher unmissverständlich deutlich gemacht haben muss, dass es bei einem weiteren Wort Gelb gibt. So hatte der Schütze ein einziges Mal diesen Raum, den man benötigt, um einen wirklich tollen Schuss exakt in die Ecke zu zaubern, über die Mauer hinweg, wobei den Sprecher direkt nach dem Einschlag schon wieder ausschließlich die Frage beschäftigte, ob die Mauer denn nun kollektiv hochgesprungen wäre oder nicht, anstatt sich an diesem tollen Tor zu erfreuen (Die Anregung war übrigens an anderer Stelle bereits ausgesprochen, da die Freistöße oftmals keine wirkliche Gefahr bringen, selbst direkt am Strafraum nicht, dass vielleicht der Mauerabstand einmal überdacht werden sollte, auf 10 Meter vielleicht?; wo könnte der Schaden sein? Mehr Tore? Au weia, nein, das darf doch nun wirklich nicht sein…).

So gelang Gladbach die Führung und selbst wenn sie bis dahin und auch im Verlaufe der restlichen ersten Hälfte zugegebenermaßen die bessere Mannschaft waren, wen könnte das überraschen, wenn doch die 4 gegen die 16 spielt, dazu im eigenen Stadion? Sollte Köln das bessere Team sein, wäre man dann in der Sprecherkabine zufrieden?

Köln hielt jedoch nach Kräften dagegen, obwohl ausgerechnet Podolski wirklich etwas lustlos wirkte. Dennoch ergaben sich zwei glänzende Gelegenheiten, von denen der Sprecher bei der ersten zwar noch erkannte, wie groß sie war, und dem Angreifer Novakovic „keinen Vorwurf“ machen wollte, so sagte er bei der zweiten zwar „wenn man so will die ZWEITE gute Möglichkeit für Köln“, als er aber nach der Pause noch einmal rekapitulierte, verschwieg er diese wieder und sprach nur noch von EINER guten Möglichkeit. Wieso tut er da?

Bei der zweiten Chance handelte es sich übrigens um einen Eckball, bei dem Novakovic auf den kurzen Pfosten ging, dort als erster an den Ball kam und diesen mit dem Hinterkopf vor das Tor verlängerte, und zwei Kölner – offensichtlich so geplant und eintrainiert – ganz haarscharf verpassten, natürlich hart bedrängt von Gegenspielern, welche in derartigen Duellen sozusagen alles dürfen und es niemals einen Elfmeter gäbe.

Nach der Pause kam Köln mit noch mehr Schwung und Entschlossenheit heraus und hatte zwei weitere Großchancen. Viel mehr hätte man bis zu diesem Zeitpunkt ja wohl kaum erwarten können, denn selbst wenn man es vorsichtig hochrechnet auf die 90 Minuten, dann wären es mindestens sechs gute Torchancen auf das ganze Spiel, und das wäre schon ziemlich gut. Die Frage bliebe, wie viele man davon verwerten könnte und zugleich wie viele der Gegner verwerten würde, der vielleicht zu ein paar mehr kommt. Aber so ist der Fußball eben, Köln schluckte direkt danach das 0:2, was natürlich bereits einen erheblichen Knacks verursacht, und danach marschierte Marco Reus durch die Abwehr, auf seine höchst eigene aber nicht weniger beeindruckende Art, jedoch hatte er in beiden Situationen das Glück, dass der Ball ihm wieder vor die Füße prallte, selbst wenn dies heute eine vielfach zu beobachtende Dribbling Technik ist: den Ball einfach nach vorne spielen und hinterher gehen, selbst wenn Verteidigerbeine im Wege sind. Ab und an bekommt man den Ball wieder ans Bein und läuft einfach durch.

Das Spiel war mit dem 0:3 natürlich gelaufen, selbst wenn man das Bemühen der Kölner für den Ehrentreffer durchaus lobend erwähnen sollte und sie einige Male kurz vor der Großchance standen, was dem Sprecher nur das vernichtende Urteil entlockte, dass sie „seit der 47. Minute keinen Torschuss mehr hatten“, was insofern unfair ist, als sie zwar nicht geschossen haben, aber mehrfach direkt vorm Abschluss geblockt oder anderweitig verhindert wurden.

Wie man nun in der späteren Analyse zu der Erkenntnis kommt, dass es so nicht zu schaffen ist, ist ebenso unfair wie falsch, gerade weil Köln ja noch immer auf dem Relegationsplatz steht. „So reicht es nicht“ ist also reiner Blödsinn, oder meint er damit, dass man im Duell mit Düsseldorf oder St.Pauli oder Paderborn, wo es in zwei Spielen um die Entscheidung geht, mit einer derartigen (keineswegs schwachen) Leistung keine Chance hätte? Nein, es wird Unsinn gelabert, fortlaufend, ohne jeden Sinn und Verstand. Aber Abos verkaufen möchte man, mit diesem großen Zugpferd Bundesliga, die man fortwährend zur Kreisklasse degradiert mit eigenen Kreisklasseleistungen am Mikrofon…

Die Tabellensituation hat sich nicht so dramatisch entwickelt wie angenommen. Das Tabellenbild hat sich noch weiter auseinander gezogen anstatt sich, wie oftmals zu beobachten, gegen Ende zusammen zu schieben. Kaiserslautern ist schon seit einer Weile ziemlich abgeschlagen, so dass man sich mit Rettungschancen nicht mehr beschäftigen kann, selbst wenn die Partie gegen Nürnberg, wie angekündigt, völlig normal gespielt würde. Es wurde wieder kein Sieg, selbst wenn das Bemühen zu erkennen war.

Auch Hertha und Köln haben so wenig gepunktet in letzter Zeit, im Gegensatz zur enteilenden Konkurrenz, dass man auch hier nur davon sprechen kann, dass die Spannung darin besteht, wer von den Beiden den Relegationsplatz ergattert und wer direkt runter muss (natürlich gibt es an anderer Stelle Zahlen für die Abstiegschancen Anderer). Auch keine übertrieben große Spannung.

An der Spitze ist es seit Samstag noch etwas langweiliger geworden. Dortmund mit einem (glücklichen) Sieg, Bayern mit einem unglücklichen Unentschieden, so gut Mainz auch gearbeitet hat (und selbst die Chance suchte). Nein, von „Schonung“ und „Real Madrid im Hinterkopf“ sollte man nicht sprechen. Ab und an gelingt es eben mal nicht, den Ball im Kasten unterzubringen, Samstag war so ein Tag, trotz einiger guter Chancen.

Die Spannung soll nun um Platz 3 oder 4 gehen, und auch dies reißt einen nicht vom Stuhl, denn immerhin sind ja beide irgendwie dabei, selbst wenn einer nur in der Quali. Die Euroleague Plätze sind natürlich noch etwas umkämpft, aber es wäre jedenfalls mehr Spannung denkbar (nicht in dieser Frage allein, sondern insgesamt).

Wetten für den 32. Spieltag

32. Spieltag
Eigene Zahlen
Paarung 1 X 2
Mainz Wolfsburg 1,84 4,62 4,18
Hoffenheim Leverkusen
2,58 3,73 2,91
Werder FC Bayern
4,65 4,24 1,82
Hertha Kaiserslautern 1,76 3,85 5,76
Nürnberg
HSV 2,14 3,76 3,76
FC Köln
Stuttgart
4,29 5,03 1,76
Dortmund
Gladbach 1,60 4,34 6,85
Augsburg
Schalke 04
3,45 3,90 2,20
Hannover Freiburg 1,84 4,43 4,32
Hier die vom Computer ermittelten „fairen Quoten“. Dieses sind exakt auf 100% berechnet beziehungsweise sind es die Kehrwerte der errechneten Chancen auf 1 – X – 2.
Betfair Zahlen
Paarung 1 X 2 % Schnitt
Mainz Wolfsburg 2,06 3,80 3,70 101,89%
Hoffenheim Leverkusen
2,56 3,55 2,88 101,95%
Werder FC Bayern
4,20 3,90 1,93 101,26%
Hertha Kaiserslautern
1,61 4,20 6,00 102,59%
Nürnberg
HSV 2,24 3,50 3,50 101,79%
FC Köln
Stuttgart
3,80 3,90 2,02 101,46%
Dortmund
Gladbach
1,49 4,20 8,20 103,12%
Augsburg
Schalke 04
3,25 3,55 2,28 102,80%
Hannover Freiburg 1,92 3,75 4,30 102,01%
Treffererwartung 2,80
Treffer erzielt 1
Trefferabweichung -1,80
Geldauswertung -4,07
Anzahl Wetten 6
Art der Abrechnung je eine Einheit (Flat) zur Vergleichbarkeit für diese Saison
Dies die mit dem Wettmarkt abgeglichenen Zahlen. Hierbei werden stets die Zahlen vom Montag von der Wettbörse betfair zugrunde gelegt.Hier nun also die angezeigten Wetten für den 32. Spieltag. „Angezeigt“ ist eine Wette immer dann – aus Sicht des Computers – wenn die am Markt zu erzielende Quote über der fairen Quote liegt.

Kurzer Kommentar zu den Wettempfehlungen

Erneut sieht es nicht besonders prickelnd aus, was der Computer im Abgleich mit dem Wettmarkt so ausspuckt. Überhaupt sollte man berücksichtigen, dass zum Saisonende hin viel häufiger die Intuition mit einbezogen werden sollte. Dies geschieht sogar (sehr eingeschränkt) bei der Erstellung der Zahlen, indem winzige Eingriffe vorgenommen werden. Die Begründung ist ausschließlich jene der Motivation, die einfach höchst unterschiedlich gelagert ist, selbst wenn gerade in den letzten Jahren kaum die Rede davon sein konnte, dass Mannschaften je für Wettbewerbsverzerrungen gesorgt haben. Es geht ja auch in allen Tabellenregionen noch um Entscheidungen, so dass jedes Team noch mehr oder minder in mindestens eine verwickelt ist.

Die Siegwette auf Mainz passt insofern glänzend, als es eine der Mannschaften ist, die man aufgrund ihrer Auftritte liebend gerne unterstützen möchte. Mainz schauen macht einfach Spaß (wie derzeit Freiburg schauen auch; natürlich gibt es noch ein paar mehr davon). Was nicht passt sind die drei Niederlagen der Wolfsburger in Serie. Aber nicht allein das, was vielleicht sogar für die Wette sprechen würde, nein, die Ergebnisse haben nicht korrekt die Qualität der Auftritte abgebildet. In allen drei Partien war Wolfsburg gut, teils sehr gut, teils besser als der Gegner. Der Computer kennt nur die schnöden Ergebnisse, der Beobachter ihr Zustandekommen. Insofern nur eine 3/10.

Wenn man die Bayern schon mal spielen kann, dann doch wohl rauf mit der Kohle? Nein, auch hier passt es nicht. Dies liegt aber nicht daran, dass die Bayern das Spiel nicht gewinnen wollen oder herschenken werden, vielmehr daran, dass man Real Madrid hinter sich UND vor sich hat. Wer weiß, mit welcher Besetzung sie antreten werden? Hingegen könnten einige aus der zweiten Reihe, die kaum minder gut sind, nur nicht berücksichtigt wurden, für Furore sorgen und mit ganz besonderer Motivation aufwarten? Zudem hat Werder nun wirklich gar nicht mehr gut gespielt seit einigen Wochen. Also nehmen wir eine 3/10.

Auch bei der Siegwette auf Stuttgart gibt es mindestens einen Haken. Die Kölner kämpfen ums Überleben und Interimscoach Frank Schäfer hat bereits an die Fans appelliert, dass ihre Unterstützung benötigt wird. Es wird was los sein in Köln und Stuttgart wird vielleicht doch lieber die Knochen beschützen als unbedingt Jagd auf Platz 4 zu machen, den sie vermutlich eh nicht mehr erreichen werden? Und Platz 7 könnte man auch in den folgenden zwei Spielen absichern. Nun gut, der Vorteil ist gigantisch und Stuttgart eine weitere Mannschaft, die viel Spaß macht in letzter Zeit mit serienweise tollen Auftritten und wunderschönen Toren (Gentner am Freitag wieder einmal). Demnach vielleicht auch eine 3/10?

Die Siegwette auf Gladbach gefällt irgendwie sehr gut. Natürlich ist die Quote gewaltig und die Eintrittschance auch gering, aber Beides steht im für den Profispieler günstigen Verhältnis. Der Auftritt zuletzt war super und Marco Reus befindet sich weiterhin in überragender Verfassung (dabei ist „Verfassung“ sicher der falsche Ausdruck; er ist einfach so gut). Auch der Rest der Truppe hat im letzten Spiel wieder an die alten Tugenden angeknüpft. Und Dortmund? Sie geben natürlich kaum einen Anlass zum Zweifel, aber das letzte Spiel war nicht ganz so gut wie das Ergebnis. Nun, bei einer 8.20 muss man nicht lange überlegen – und dennoch den Einsatz gering halten, versteht sich, trotzdem eine 2/10.

Angesichts der wirklich glänzenden Leistungen der Freiburger in den letzten Wochen bis Monaten sieht die Wette auf Hannover natürlich kein bisschen gut aus. Andererseits könnte es doch sein, dass Freiburg nun, bei fast gesicherter Klasse, ein wenig nachlässt in den Bemühungen, andererseits Hannover das Ziel Platz 7 fest im Visier zu behalten gedenkt. Rechtfertigen tun viele tolle Heimspiele allemal die Wette, so dass man, angesichts des kleinen Vorteils, auch auf 3/10 kommt.

Platz 2+3 nach dem 29. Spieltag

Die direkte Champions League Quali über Platz 2 + 3

Die Wahrscheinlichkeitsverteilung nach dem 28. Spieltag aus Computersicht

Mannschaft Anzahl 2. Plätze
in 5000 Simulationen
Anzahl 3. Plätze
in 5000 Simulationen
Summe der Plätze
2 und 3
2. Plätze in
Prozent
1 FC Schalke 04 149 4558 4707 94.14%
2 FC Bayern München 3181 113 3294 65.88%
3 Borussia Dortmund 1670 43 1713 34.26%
4 Borussia Mönchengladbach 0 286 286 5.72%
200.00%
Schalke nun ganz klar auf Kurs. Gladbach mit nur noch 5.72% und nach ihrem Auftritt gegen Hertha könnte man meinen, dass sie den Platz nicht einmal mehr erreichen wollen.
Mannschaft Gewinn/Verlust
absolut
gegenüber vorherigem Spieltag
Gewinn/Verlust
in Prozent
1 FC Schalke 04 584 11.68%
2 FC Bayern München 208 4.16%
3 Hannover 96 -3 -0.06%
16 Borussia Dortmund -204 -4.08%
17 Borussia Mönchengladbach -585 -11.70%
0 0.00%
Schalke als klarer Gewinner. Auch Bayern mit Zuwachs, aber dieser aus ihrer Sicht natürlich unerwünscht, da sie die gewonnenen Chancen an Titelgewinnen einbüßten. Hannover in 5000 Versuchen nicht mehr mit einem 3. oder 4. Platz.

Gladbach mit gigantischen Einbußen, jedoch nicht für ihren (angestrebten) 4. Platz, der vielleicht später mit in die Kalkulation aufgenommen wird.