Abschlußtabelle und Anmerkungen

So, das war es nun für diese Saison, für insgesamt gute drei Monate. Der letzte Spieltag hat erneut das bestätigt, was man in einer vorherigen Statistik bereits zum Ausdruck brachte und ebenfalls in den Empfehlungen für die over/under Wetten anmerkte: es fallen mehr Tore als gewöhnlich. Das Wetter, die teilweise euphorischen Fans, die einfach nur feiern wollen, und die bereits erreichten oder verpassten Saisonziele spielen die entscheidende Rolle, dass Defensivtaktik oder Abwehrarbeit nicht mehr groß geschrieben wird. Nun ja, man erfreut sich daran, man behält so die Bundesliga über diese Wochen und Monate in guter Erinnerung und freut sich auf die kommende Saison. Weiterlesen

Reportage Highlights: 1) Eine Livewette

Marcel Reif, der König der Reporter, hat sich den Leckerbissen Schalke gegen Dortmund als Livespiel natürlich nicht nehmen lassen. Für ein paar Minuten anfangs des Spiels gelingt es ihm sogar, dem Zuschauer vorzugaukeln, dass er für heute einmal Freude an dem Spiel haben könnte und bereit wäre, diese dem Zuschauer zu vermitteln. Wie gesagt, für ein paar Minuten. Sehr bald verfällt er wieder in den gewohnten alten Tonfall des ständig Belehrenden, dabei durchgehend Unzufriedenen.

Weiterlesen

Platz 2+3 nach dem 31. Spieltag

Die direkte Champions League Quali über Platz 2 und 3

Die Wahrscheinlichkeitsverteilung nach dem 31. Spieltag aus Computersicht

Mannschaft

Anzahl 2. Plätze in 5000 Simulationen

Anzahl 3. Plätze in 5000 Simulationen

Summe der Plätze 2 u. 3

2. Plätze in Prozent

1

FC Bayern München

4974

11

4985

99.70%

2

FC Schalke 04

11

4098

4109

82.18%

3

Borussia Mönchengladbach

0

889

889

17.78%

4

Borussia Dortmund

15

0

15

0.30%

5

VfB Stuttgart

0

2

2

0.04%

200.00%

Doch ein paar interessantere Entwicklungen, jedoch ist ganz klar, dass man ab der nächsten Saison alle 4 Plätze aufnehmen muss, also sowohl den 1. mit als auch den 4. Stuttgart mit der Minimalchance für die direkte Quali zur CL, aber insgesamt mit weiteren 105 Malen(von 5000) auf Platz 4, was weiteren 2.1% entspricht, in denen sie Gladbach oder Schalke den (4.) Rang noch ablaufen. Schalke ist davon 8 Mal betroffen, Gladbach 99 Mal, in denen sie nicht einmal Rang 4 erreichen, was Stuttgart seine akkumulierten Chance gibt.

Bayern ist nur immer dann nicht dabei (in dieser Statistik), wenn sie den Titel holen, also sind sie doch sicher in der Königsklasse, die 99.7% eher verwirrend.

Die Chancenveränderungen durch die Ergebnisse des 30. + 31.  Spieltag

Mannschaft Gewinn/Verlust absolut gegenüber vorherigem Spieltag Gewinn/Verlust in Prozent
1 FC Bayern München 1691 33.82%
2 Borussia Mönchengladbach 603 12.06%
3 VfB Stuttgart 2 0.04%
17 FC Schalke 04 -598 -11.96%
18 Borussia Dortmund -1698 -33.96%
0 0.00%

 

Bayern wird hier als klarer Gewinner ausgewiesen, wobei sie ihre Chancen fast ausschließlich aus den eingebüssten Titelchancen rekrutieren. Umgekehrtes gilt für Dortmund. Die Verschiebung bei Gladbach und Schalke ist realistisch, Stuttgart ist hinzugekommen.


Punkt-/ Torerwartungen & Abweichungen nach 31. Spieltag

Team Name Punkterwartung Punkte erzielt Abweichung Abweichung absolut
1 Dortmund 62.98 72 9.02 9.02
2 M’Gladbach 47.02 56 8.98 8.98
3 Schalke 50.49 57 6.51 6.51
4 VfB Stuttgart 45.01 49 3.99 3.99
5 FC Augsburg 29.71 33 3.29 3.29
6 Nürnberg 35.18 38 2.82 2.82
7 Hannover 96 42.03 44 1.97 1.97
8 SC Freiburg 34.19 36 1.81 1.81
9 Hoffenheim 40.15 41 0.85 0.85
10 VfL Wolfsburg 41.57 40 -1.57 1.57
11 FSV Mainz 05 40.03 37 -3.03 3.03
12 Hamburg 37.51 34 -3.51 3.51
13 Bayern 67.94 64 -3.94 3.94
14 Werder 46.03 42 -4.03 4.03
15 1.FC Köln 33.62 29 -4.62 4.62
16 Leverkusen 49.76 45 -4.76 4.76
17 Hertha BSC 36.71 28 -8.71 8.71
18 Kaiserslautern 32.78 20 -12.78 12.78
-7.71 86.17
ø Abweichung 4.79

Erneut eine Wachablösung an der Spitze! Die Dortmunder übernehmen wohl allmählich in allen Kategorien die Führung? Die Aussage dieser Führung ist die: die Überraschungsmannschaft in dieser Saison (in positiver Hinsicht) ist Borussia Dortmund. Kann man sich damit anfreunden? Oder würden die währen Propheten, welche schlichtweg die Ereignisse abgewartet haben, nun sagen: „Wieso, der alte Deutsche Meister steht wieder auf Platz 1 und wird wohl wieder Meister werden. Und das soll eine Überraschung sein? Nein, das finde ich nicht.“

Nun ja, den gleichen Platz wie im letzten Jahr zu belegen ist die eine Sache, die Punktausbeute, die dazu erforderlich war – mit der für Bundesligaverhältnisse einmaligen Serie von 25 ungeschlagenen Spielen – die andere. Und diese ist einfach nur gigantisch. Außerdem darf man ja sehr wohl fragen: wer sollte den ersten Rang den sonst einnehmen, wer hat einen außer der Borussia, jener aus Dortmund, denn noch so übermäßig überrascht? Das Problem, welches die andere Borussia hat, ist dieses: nach dem großartigen Start in diese Saison mit baldiger Einnahme einer Position weit vorne in der Tabelle sind die Erwartungen gestiegen. Nicht aber jene des Umfeldes – zumindest sind diese hier weder gemeint noch gemessen – sondern jene des Computers. Insofern haben sie in den letzten Monaten diese hohen Erwartungen, durch die überragenden Ergebnisse erzeugt, nicht ganz erfüllen können, dementsprechend sind sie in dieser Rangliste abgerutscht.

Schalke hingegen, nach Spieltag 29 vorne, hat das Problem, gegen Dortmund etwas Pech gehabt zu haben und auch das andere Spiel in Nürnberg verloren zu haben. Soll man nach zwei Niederlagen in Serie einfach so auf 1 auftauchen? Nein, das wäre auch nicht ganz richtig. Also es bleibt niemand außer Dortmund. Die Tabelle stimmt schon irgendwie.

Ganz hinten tatsächlich die Beiden, die auch in der realen Tabelle ganz hinten liegen. Dies ist insofern richtig, als beide in letzter Zeit so schlecht (erfolglos sagt man besser) gespielt haben. Sie waren zuvor zwei in einer Gruppe, gleichauf mit den anderen, nun sind sie weit zurückgefallen. Anders wäre es, wenn sie von Anfang an hinten gewesen wären.

Bayern durch den einen Punkt aus zwei Spielen inzwischen auf 13, wenn sie jedoch 4 Punkte geholt hätten, wären sie fast im (Computer-)Soll.

Augsburg auf 5, auch das macht Sinn, und Stuttgart sogar auf 4, was natürlich an der hervorragenden Serie liegt, die ja in dem Sinne unerwartet kam, dass sie nicht vom Computer vorhergesehen werden konnte, insofern einen riesigen Zugewinn ergab, aufgrund der gedämpften Erwartungen.

Die Torerwartungen und die Abweichungen

Team Name Torerw. Tore erzielt Gegentore erwartet Gegentore kassiert Summe der Abweichung
1 M’Gladbach 44.49 46 38.29 22 17.80
2 Dortmund 56.59 69 25.58 23 14.99
3 VfB Stuttgart 48.88 59 45.70 41 14.82
4 Schalke 49.35 66 37.41 41 13.06
5 Bayern 68.43 69 26.38 20 6.95
6 FC Augsburg 29.32 34 49.05 48 5.73
7 FSV Mainz 05 42.69 47 47.62 48 3.93
8 Nürnberg 34.59 33 46.25 42 2.66
9 Hoffenheim 39.61 38 43.98 40 2.38
10 SC Freiburg 38.00 41 52.43 56 -0.58
11 Hannover 96 41.99 39 43.42 43 -2.57
12 Leverkusen 49.75 46 39.32 43 -7.43
13 Werder 49.66 45 45.25 50 -9.41
14 VfL Wolfsburg 42.86 42 45.67 56 -11.19
15 Kaiserslautern 32.30 19 47.28 46 -12.02
16 Hamburg 40.16 34 48.83 55 -12.33
17 Hertha BSC 39.11 34 49.06 57 -13.06
18 1.FC Köln 40.24 36 56.49 66 -13.75
788.02 797 788.02 797 0.00

Tore ø erwartet:

Tore ø erzielt:

ø Abweichung

2.82

2.86

 9.15

Hier doch Gladbach wieder vorne. Sie haben nun einmal ein phantastisches Torverhältnis und das schlägt sich hier nieder. Aber Dortmund auch in dieser Tabelle schon auf 2, kein Wunder mit Siegen über Bayern und Schalke, Letzteres gar auswärts. Stuttgart auf 3, mit knappem Rückstand, und selbst die Bayern sind ziemlich vorne, was ein weiteres Mal belegt, dass sie gar nicht so schlecht spielen, ihre Tore nur etwas ungünstig verteilt haben.

Werder, Leverkusen, sogar Hannover hier in der unteren Hälfte, was mit den schlechten Torverhältnissen zusammen hängt. Ganz hinten hier mittlerweile Köln, von denen man ja in letzter Zeit häufig hören musste, dass sie die schlechteste Abwehr der Liga haben und dass sie häufig nach einem Gegentor zusammenbrechen. Auch das macht Sinn. Der HSV auf 16 und Lautern auf einem vertretbaren 15. Platz, was so viel bedeutet, dass zwar oftmals herausgestellt wird, dass sie keine Tore erzielen können, jedoch nie positiv erwähnt wird, dass sie auch kaum welche kassieren. So schlecht sind sie also gar nicht und dieses, wie so viele andere Dinge auch, sind dem Zufall geschuldet, der immer seine Finger im Spiel hat.

Torerwartungen und Festlegung für den 32. Spieltag

Heim Auswärts Summe Performance
Mainz Wolfsburg 2.01 1.27 3.28 0.19
Hoffenheim Leverkusen 1.33 1.23 2.56 0.29
Werder FC Bayern 1.01 1.76 2.77 -0.10
Hertha Kaiserslautern 1.52 0.71 2.23 0.03
Nürnberg HSV 1.44 1.02 2.47 0.10
FC Köln Stuttgart 1.42 2.28 3.71 0.36
Dortmund Gladbach 1.74 0.70 2.45 0.02
Augsburg Schalke 04 1.16 1.51 2.67 0.20
Hannover Freiburg 1.88 1.16 3.04 -0.17
13.52 11.65 25.17
Erwartete Torsumme Erwarteter Toreschnitt
25.17 2.80

Trotz des bisherigen Toreschnitts von 2.86 Toren pro Spiel liegt der erwartete Wert nur bei 2.80 Toren für diesen Spieltag. Es liegt vermutlich an den speziellen Paarungen, die dafür sorgen können, dass es ein wenig gedämpft wird. Ein „over“ gibt es wohl ganz klar in Mainz, da die Performance mitspielt. Noch besser sieht die Partie in Köln in diesem Sinne aus. 3.17 Tore, plus 0.36 Tore in der Performance – da wird mit Sicherheit jedes „over“ angezeigt sein, und es kann auch guten Herzens empfohlen werden Stuttgart fliegt derzeit und wird jetzt kaum nachlassen, zumindest nicht in den Bemühungen. Theoretisch geht sogar noch Rang 4 (oder 3), und Platz 7 ist noch lange nicht gesichert. Andererseits denkbar, dass Köln auf Ergebnis spielt, das heißt, dass sie ein wenig verhaltener, defensiver spielen könnten, obwohl dies nicht unbedingt zu Interimscoach Frank Schäfer passt.

Unders“ gibt es vor allem in Berlin, was jedoch neuerlich nicht unbedingt empfohlen wird. Lautern ist so gut wie weg, vielleicht spielen sie einfach so, aus Freude am Fußball, offensiv, und selbst wenn Hertha nur die Punkte braucht, egal wie (also auch mit einem 1:0 wären sie total zufrieden), ist das „under“ nicht empfohlen.

Ein „under“ könnte es hingegen in Dortmund geben. Gladbach hat die zweitbeste Abwehr – mit Dortmund zusammen – und ein Punkt könnte Gold wert sein. Ebenso gilt dies für Dortmund, die allerdings nicht unbedingt auf den einen spielen werden. Dennoch passt es halbwegs gut, das „under“. Vielleicht noch auf das „under“ in Nürnberg schauen. Beide könnte mit einem Punkt zufrieden sein, das wäre eine Rechtfertigung für eine Wette.

Die erwartete Festlegung

Paarung 1 X 2
Mainz Wolfsburg 54.44% 21.64% 23.92% 40.04%
Hoffenheim Leverkusen 38.81% 26.78% 34.41% 34.07%
Werder FC Bayern 21.52% 23.56% 54.92% 40.35%
Hertha Kaiserslautern 56.67% 25.97% 17.36% 41.87%
Nürnberg HSV 46.78% 26.62% 26.60% 36.05%
FC Köln Stuttgart 23.31% 19.88% 56.81% 41.66%
Dortmund Gladbach 62.35% 23.06% 14.59% 46.32%
Augsburg Schalke 04 28.96% 25.67% 45.37% 35.56%
Hannover Freiburg 54.29% 22.55% 23.16% 39.92%
3.87 2.16 2.97 3.56
durchschnittlich erwartete Festlegung:

39.54%

Die durchschnittlich erwartete Festlegung ist an diesem Spieltag unter dem Durchschnittswert für die gesamte Saison. Das spricht für etwas ausgeglichenere Partien als gewöhnlich. Meist tritt so etwas auf, wenn Topfavoriten auswärts spielen, oder eben Mannschaften von oben gegen andere von oben spielen, beziehungsweise welche von unten auch untereinander. Die Bayern in Bremen mit nur 40.35% erwarteter Festlegung, auch Dortmund, da gegen Gladbach, mit nur 46.32%, ebenso Hertha gegen Lautern natürlich ein Duell 17 gegen 18 mit einem recht ausgeglichenen Wert (damit geringer Vorhersagbarkeit, obwohl man schon annimmt, dass Hertha es irgendwie hinbiegt, aber dies sind ja hier auch Computerzahlen), so ist der Spieltag insgesamt unter Schnitt.

ein relativ ausgeglichener 32. Spieltag!?

Trotz des bisherigen Toreschnitts von 2.86 Toren pro Spiel liegt der erwartete Wert nur bei 2.80 Toren für diesen Spieltag. Es liegt vermutlich an den speziellen Paarungen, die dafür sorgen können, dass es ein wenig gedämpft wird. Ein „over“ gibt es wohl ganz klar in Mainz, da die Performance mitspielt. Noch besser sieht die Partie in Köln in diesem Sinne aus. 3.17 Tore, plus 0.36 Tore in der Performance – da wird mit Sicherheit jedes „over“ angezeigt sein, und es kann auch guten Herzens empfohlen werden Stuttgart fliegt derzeit und wird jetzt kaum nachlassen, zumindest nicht in den Bemühungen. Theoretisch geht sogar noch Rang 4 (oder 3), und Platz 7 ist noch lange nicht gesichert. Andererseits denkbar, dass Köln auf Ergebnis spielt, das heißt, dass sie ein wenig verhaltener, defensiver spielen könnten, obwohl dies nicht unbedingt zu Interimscoach Frank Schäfer passt.

Unders“ gibt es vor allem in Berlin, was jedoch neuerlich nicht unbedingt empfohlen wird. Lautern ist so gut wie weg, vielleicht spielen sie einfach so, aus Freude am Fußball, offensiv, und selbst wenn Hertha nur die Punkte braucht, egal wie (also auch mit einem 1:0 wären sie total zufrieden), ist das „under“ nicht empfohlen.

Ein „under“ könnte es hingegen in Dortmund geben. Gladbach hat die zweitbeste Abwehr – mit Dortmund zusammen – und ein Punkt könnte Gold wert sein. Ebenso gilt dies für Dortmund, die allerdings nicht unbedingt auf den einen spielen werden. Dennoch passt es halbwegs gut, das „under“. Vielleicht noch auf das „under“ in Nürnberg schauen. Beide könnte mit einem Punkt zufrieden sein, das wäre eine Rechtfertigung für eine Wette.

Die durchschnittlich erwartete Festlegung ist an diesem Spieltag unter dem Durchschnittswert für die gesamte Saison. Das spricht für etwas ausgeglichenere Partien als gewöhnlich. Meist tritt so etwas auf, wenn Topfavoriten auswärts spielen, oder eben Mannschaften von oben gegen andere von oben spielen, beziehungsweise welche von unten auch untereinander. Die Bayern in Bremen mit nur 40.35% erwarteter Festlegung, auch Dortmund, da gegen Gladbach, mit nur 46.32%, ebenso Hertha gegen Lautern natürlich ein Duell 17 gegen 18 mit einem recht ausgeglichenen Wert (damit geringer Vorhersagbarkeit, obwohl man schon annimmt, dass Hertha es irgendwie hinbiegt, aber dies sind ja hier auch Computerzahlen), so ist der Spieltag insgesamt unter Schnitt.

Meisterschaft nach dem 31. Spieltag

Mannschaft

Anzahl Deutscher Meister in 5000 Simulationen

Meisterschaften in Prozent

Faire Quoten als Kehrwert der Wahrscheinlichkeiten

1

Borussia Dortmund

4985

99.70%

1.00

2

FC Bayern München

15

0.30%

333.33

5000

100.00%

Uli Hoeneß war eingeladen bei Sky 90. Und wenn man den Einen sucht, der weiß, was los ist und der weiß, was er sagt, und der eine Ahnung hat, was die Wahrheit ist über den Fußball, dann ist er es. Franz Beckenbauer war ebenfalls dabei, auch Marcel Reif, der Chefkommentator, aber alle tappen erschreckend im Dunkeln, selbst wenn man ganz eingeschränkt zugibt, dass Marcel Reif am Sonntag nicht ausschließlich Unsinn gelabert hat, wie man eigentlich anzunehmen hätte angesichts der grauenvollen Live Reportagen, die er abliefert. Nein, ab und an ließ er durchschimmern, dass es doch schon längst verschüttet geglaubte Rudimente von Fußballverstand gibt — und sogar ein ganz leises Interesse an dem Spiel.

Uli Hoeneß sagte jedenfalls auf die Frage, ob er denn Dortmund nun gratulieren würde zur Meisterschaft, dass er es zu gegebener Zeit täte, dann auch gerne als Erster, aber nicht, bevor die Sache auch theoretisch unter Dach und Fach ist. 0.3% sind den Bayern verblieben – laut Computer. Warum also sollte man zuvor gratulieren, bevor man diese auch eingebüßt hat? Jedenfalls ist der Einsturz eines Hochhauses wesentlich unwahrscheinlicher – und auch so etwas soll schon passiert sein.

Wieso sollte man andererseits in dem Zusammenhang von „Hoffnung“ sprechen (da es sich um ein aus bayerischer Sicht wünschenswertes Ereignis handelt), die sie noch hätten? Nein, das ist barer Unsinn. Man nimmt die Dinge, die da kommen, versucht selbst, ordentliche Leistungen abzuliefern und würde den Titel natürlich nicht freiwillig hergeben, wenn es das Schicksal denn so wollte, dass er doch noch in Richtung München abbiegt.

Auch sonst war Uli Hoeneß in guter Verfassung. Er wurde wieder und wieder gefragt, ob denn die Spieler nun doch wegen der Champions League eventuell hier oder da ein vermindertes Engagement in der Bundesliga an den Tag gelegt hätten? Nein, so versicherte er zwar, und auch von Vorstandsseite gab es keinerlei Hinweise, einen Wettbewerb höher zu hängen als den Anderen, zumal, wie auch wiederholt betont, die Bundesliga doch das täglich Brot wäre, während die Champions League Trauben zwar süßer sein mögen, dafür aber auch umso höher hingen. Dennoch gestand er ein, dass es denkbar wäre, dass der eine oder andere doch aufgrund der einmaligen Chance – welche er selbst im Jahre 1974 mit dem WM Finale in München hatte – eines Finales im eigenen Stadion, vielleicht doch dieses hohe Ziel etwas mehr im Fokus hatte. Das Insistieren half Patrick Wasserziehr aber wenig. Sie wollten Meister werden, sehr gerne und eigentlich unbedingt. Entgegen stand die überragende Serie der Dortmunder.

Ob sie denn nun Angst hätten, dass ihnen der Rang abgelaufen würde von Dortmund und ob man sich denn nicht etwas von den Dortmundern abschauen müsste, von deren Art des Managements, die mit geringeren Personalkosten doch ein absolut hochwertiges Team geformt hätten? Nein, so Uli Hoeneß, noch lange nicht, das wäre erst der Fall, wenn Dortmund ein paar Jahre lang den Spagat hinbekämen zwischen Champions League und Bundesliga und auch in der Königsklasse ein paar Erfolge einstreichen könnten, ohne parallel in der Bundesliga abzurutschen, denn dies wäre nur mit dem höheren Personaletat auf allen Positionen möglich.

Die Chancenveränderungen gegenüber der Vorwoche

Mannschaft

Gewinn/Verlust absolut gegenüber vorherigem Spieltag

Gewinn/Verlust in Prozent

1

Borussia Dortmund

236

5.26%

18

FC Bayern München

-236

-5.26%

0

0.00%

Von den 5.56% haben die Bayern durch das Remis bei gleichzeitigem Dortmunder Sieg 5.26% eingebüßt.

Chancenentwicklung von Spieltag zu Spieltag (aus Computersicht)

So sehr es auch optisch danach aussehen mag: die lila Linie kratzt nur an der 100% Marke, sie hat sie noch nicht erreicht. So lange hat alles Orakeln zu entfallen. „Dortmund macht es.“ „Ja? Ok, würdest du dir die Finger abhacken lassen, wenn nicht, du Prophet?“ „Äh, na ja, so sicher weiß ich es denn doch wieder nicht…“

Die Einschätzung des Wettmarktes (betfair)

Back

Lay

Wahrscheinlichkeit (Back)
FC Bayern München

120

140

0.83%

Borussia Dortmund

1

1.01

100.00%

100.83%

Nun ja, für 120-faches Geld kann man noch immer Bayern wetten (sollte laut Computer aber weiterhin das „Lay“ machen). Dortmund kann man gar nicht mehr spielen.

 Die Veränderungen bei betfair

Veränderung(Back)
FC Bayern München

-10.53%

Borussia Dortmund

9.91%

-0.62%

Auch dieses Mal reagiert der Markt stärker als der Computer, was irgendwie ein gutes Zeichen ist für dessen Qualität.

Obwohl der Unterschied optisch nicht erkennbar ist: da man hier den „Lay“ Kurs (im Kehrwert) abbildet, hat diese Linie tatsächlich die 100% erreicht. Man kann Dortmund nicht mehr wetten bedeutet, dass man keinen Doofen mehr findet, der einem einen Kurs bezahlt. Allerdings ist das „Back Bayern“ natürlich der vergleichbare Effekt: man wettet gegen Dortmund.