Rückblick Österreich tipp 3 Bundesliga, 35. Spieltag

in Kürze:

Alle Partien enthalten jede Menge Brisanz, zumal wenn man die Schlussrundenkonstellationen mit einbezieht. Hier ist für jedes Team das Erreichen oder Verfehlen der Saisonerwartungen und Hoffnungen möglich. Wobei man hier ausdrücklich die Unterscheidung trifft, dass es für Ried und Wolfsberg nur ein Bonus wäre, nach Europa zu kommen, während alle anderen vorne dies sicher ins Budget eingeplant haben, diese für Europa, der Rest der Liga natürlich „nur“ den Klassenerhalt. Der Titelkampf ist vermutlich das am wenigstens Spannende, aber immerhin ist es für diese Runde noch offen, ob es nicht doch das große Finale gibt.  Zumal eben Salzburg und die Austria (logischerweise) beide Gegner haben, die die Punkte mehr als gut gebrauchen könnten.
 
Alle Partien bei toller Stimmung und vor großer, gutwilliger Kulisse. Alle Partien hochwertig, was belegt, dass die positive Stimmung einen guten Einfluss auf die Leistungen haben kann. Ebenso ging es ja auch überall noch um etwas, was absolut kein Standard ist. Die wichtigste Entscheidung ist aber mit dem Sieg der Austria gefallen: sie sind Meister. Und obwohl an dieser Stelle häufig genug betont wurde, dass die Salzburger eigentliche das bessere Team sind, so wäre es doch unmöglich, nun zu behaupten, dass der Titel unverdient oder glücklich wäre. Die Leistungen wurden immer besser und es kehrte jede Menge Stabilität und Souveränität ein, gerade in der Phase, als das Bayern München der Liga ihnen ein Schwächeln einreden begann. „Der Vorsprung schmilzt und schmilzt“ das Credo damals. Es folgte Sieg auf Sieg — und kaum je war es kribbelig. Das war herausragend und verdient diesen Respekt, dass man es einen verdienten Erfolg nennen muss.
Der Abstiegskampf und der Kampf um Europa bleiben aber spannend, mit weiterhin je sieben Teams im Rennen. Nur Rapid hat das Europaticket bereits gelöst, also spielen nur drei Mannschaften vor der Schlussrunde um nichts mehr.
Ach so, die 7 Einheiten auf Innsbruck waren drin, wobei hier lediglich der Zeitpunkt des Zustandekommens glücklich war, die Wette selbst exzellent.
 
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Admira/Wacker Mödling – Rapid Wien     0:2 (0:1)
Zuschauer : 6.375    (Schnitt bisher: 3.142  ; -30% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 23 km)
 
Hier ist die ganz große Frage eigentlich die: inwieweit ist das Spiel wirklich als Derby anzusehen? In Mattersburg waren es zuletzt, bei einer Entfernung von rund 70 km Wien-Mattersburg, zwar 9.600 Zuschauer — was auf einen erheblichen Gästeanteil schließen ließ — jedoch im Stadion schien alles auf ein Fest von Mattersburg aus zu sein. Von Rapideren weit und breit nichts zu hören. Merkwürdig.
 
So könnten hier zwar sicher auch einige „anreisen“, aber irgendwie lehrte ja die Erfahrung in dieser Saison, dass auch derartige Spiele zumeist einen Heimspielcharakter wahren. 
 
Unter diesen Voraussetzungen traute man unbedingt der Admira derzeit etwas mehr zu. Der eine Punkt in Wolfsberg war hübsch und nützlich, aber noch immer ist die Gefahr ziemlich groß, bei nur zwei Punkten Vorsprung auf Rang 10. Im letzten Spiel muss man nach Mattersburg, wo es brenzlig sein könnte, falls der Gegner dann noch etwas braucht (durchaus denkbar, denn sie müssen ja zeitgleich bei der Austria ran, zudem besteht die Möglichkeit, dass Wiener Neustadt UND Wacker Innsbruck punkten, beide in ihrem letzten Heimspiel, bei lösbaren Aufgaben). Das Spiel hier hat also für die Admira  schon eine besondere Bedeutung.
 
Für Rapid sieht es aber nicht so viel anders aus. Sie haben zwar einen Vorsprung von 4 Punkte auf Rang 5, und sogar 5 Punkte Vorsprung auf Ried, aber, falls man hier und heute verliert und Ried gewinnt, dann stünde ein echtes Endspiel an am letzten Spieltag gegen Ried — und bei Verlust wäre man raus aus Europa. Natürlich ist das nicht ganz so wahrscheinlich, da ja Ried gegen die Bullen ran muss und zugleich Sturm etwas holen müsste, aber doch möchte man dieses sicher vermeiden und lieber dieses Spiel hier gewinnen, sicher aber nicht verlieren.
 
Nach der ganz persönlichen Neigung gefragt, auf den letzten Eindrücken basierend, traute man eher der Admira ein Gelingen ihrer Bemühungen zu. Es bleibt aber bei einer Neigung.
 
Das Problem an der Neigung pro Admira war in dieser Partie eindeutig das Ausbleiben der Teamnews, welche einen sicher umgestimmt hätten. So viele wichtige Ausfälle bei der Admira, dass man sie nie und nimmer hätte stützen wollen. In Einheiten hat es sich ja nicht ausgewirkt, insofern geht es ja noch.
Beiderseits aber ein nicht so tolles Spiel, in welchem die Admira einige Male von Schiedsrichterentscheidungen benachteiligt wurde, allseits anerkannt, der Trainer aber, nach dem Spiel darauf angesprochen, wollte sich dazu nicht äußern. Dies durchaus lobenswert, andererseits doch bedenklich, dass die meisten der Benachteiligungen der typischen Bauart sind: kein Tor, kein Elfer, kein Platzverweis, im Zweifel Abseits (und nicht etwa umgekehrt), ohne dies hier konkret an Spielszenen festmachen zu wollen.
Der Sieg dennoch — so erkannte der Heimtrainer auch an — unterm Strich verdient. Rapid leicht besser und mit dem Sieg mit einem Ticket für Europa. Die Admira muss nun die letzte Partie gewinnen in Mattersburg, hat es aber aufgrund dessen selbst in der Hand.
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Austria Wien – SV Mattersburg     4:0 (3:0)
Zuschauer :  12.000   (Schnitt bisher: 9.278  ; +12.8% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 71 km)
 
Die Chance, hier und heute den Titel klar zu machen, könnte doch den Ausschlag geben. Wobei eben das Remis genügen könnte, was dann schon wieder etwas gegen den Heimsieg spricht. Selbstverständlich — das Ausbleiben von Absprachen vorausgesetzt, da ja auch für Mattersburg ein Remis Gold wert wäre  — wird man die Partie  auf Sieg anlegen und sich nur im Falle, dass es nicht gelingt, man aber auch nicht zurückliegt, mit dem Unentschieden „abfinden“. Da sich zugleich die Gäste in den letzten drei Spielen sehr stark präsentiert haben, kann es unmöglich zu einem Tipp reichen. Nein, es wird nichts, ein Pass ist die beste Lösung.
Phantastiche Stimmung hier, von Beginn an eine toll kombinierende Austria, die sofort klar machte, dass sie hier und heute den Titel holt. 1:0, 2:0, 3:0 — nach 12 Minuten die Partie komplett durch, und der Gegner nur von der übermächtigen Austria in die Statistenrolle gedrängt, denn sie brauchten eigentlich dringend noch etwas. War aber nicht und sie kamen auch nie mehr in die Nähe, selbst wenn sie selbst hier oder da mal eine Chance hatten.
Grenzenloser, ausgelassener Jubel bei Mannschaft und Fans, was man ihnen über die Saison nicht so zugetraut hätte (vor allem den Fans nicht, die, selbst bei anhaltender Tabellenführung und zunehmend toller Leistungen nicht so zahlreich erschienen). Hier aber zeigte sich, dass die Austria doch eine Hausnummer ist und es durchaus noch mehr werden könnte.
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Wacker Innsbruck – Sturm Graz     2:1 (0:1)
Zuschauer : 6.552    (Schnitt bisher: 4.912  ; -23.2% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 458 km)
 
Hier kann man sich relativ gut positionieren. Denn: Innsbruck machte einen wirklich gefestigten, starken Eindruck in den letzten Spielen, hatte gut gepunktet — und nur gegen die 1 und 2 verloren. Es war ja angekündigt, dass sie ein hartes Restprogramm hatten, welches gegen sie sprechen könnte, nun stehen sie tatsächlich auf 10, aber noch ist längst nicht alles verloren. Ein Sieg — und die Welt sähe ganz anders aus. Sogar die Tordifferenz könnte eine Rolle spielen, und in ihr ist man nur ein Tor schlechter als der wichtigste Konkurrent, die Wiener Neustädter. In gewisser Weise hat man es also noch selbst in der Hand. Man selbst muss nach Wolfsberg — nicht leicht, aber doch machbar — während Wiener Neustadt in der letzten Runde zu Sturm muss. Sturm steht derzeit auf 4, falls sie aber verlieren sollten, müssten sie gegen Wiener Neustadt unbedingt gewinnen, und zugleich hoffen, dass Innsbruck etwas aus Wolfsberg mitnimmt. Spannende Konstellationen also, und jede Partie verspricht jede Menge Brisanz.
 
Da Sturm zwar mit dem Sieg gegen Ried nach außen hin eine (Schein-)Genesung hingelegt hat, man aber selbst besser beurteilen zu können meint, dass diese Leistung außer dem günstigen Resultat fast nichts Vorzeigenswertes enthielt, kann man sich hier nur (erneut) gegen Sturm stellen.
 
Innsbruck zieht die Partie hier. Es ist die letzte Ausfahrt — und sie werden sie nehmen. Mutige 7 von 10 auf die 1.
 
Ein phantastisches Spiel vor toller Kulisse mit einem vom Spielverlauf her verdienten, vom Zeitpunkt her sehr glücklichen Sieg für die Innsbrucker, denen man diesen aber unbedingt gönnen musste, da sie ja (ausgerechnet gegen Sturm mit der größten Tragödie) etliche Male riesiges Pech hatten. In Hälfte 1 bereits die Heimmannschaft klar besser, kassierte dennoch das 0:1 (spät) und schaffte selbst kein Tor. Nach der Pause gelang bald der Ausgleich und es folgte eine Einbahnstraße Richtung Sturm-Tor, ohne, dass die Gäste je selbst noch zu echten Kontergelegenheiten kam. Die Zuschauer ließen in Begeisterung und Anfeuerung nicht nach und etwa nach der sechsten verpassten klaren Torchance, als man längst in „Verzweiflung“ hätte machen können, gelang in der 91. Minute doch noch das Siegtor.
Verständlich zwar, dass sie Markus Schopp (Gästetrainer) ein wenig trotzig vor den Kameras präsentierte und nach dem x-ten Misserfolg (und dem nur einen kleinen Erfolgserlebnis des 3:1 gegen Ried, mit 11 gegen 9 sogar nicht einmal wirklich verdient) und seiner Mannschaft eine gute Leistung attestierte, vielleicht sogar in dem Bemühen, seinen eigenen Kopf zu retten (am besten, indem er Platz 4, den Sturm kurioserweise noch immer hält, am letzten Spieltag zu verteidigen), aber hier irrte er komplett: seine Mannschaft ist und war richtig schwach.
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SC Wiener Neustadt – Wolfsberger AC     2:0 (0:0)
Zuschauer : 2.300    (Schnitt bisher: 2.782  ; -3.3% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 211 km)
 
Sicher eine vergleichbare Konstellation. Hier die Wiener Neustädter, die mit aller Macht gegen den Abstieg anstrampeln werden, dort die Wolfsberger, die den Strohhalm nach Europa festhalten wollen. Die Gäste nur einen Punkt zurück gegenüber Sturm, und, siehe oben, mit dem möglichen Endspiel gegen Innsbruck vor Augen, falls diese Sturm etwas abknöpfen sollten. Für beide ist es also eine „must win“ Situation, wobei, wie schon oftmals erwähnt, die Kräfte im Abstiegskampf meist besser aktiviert werden können. Für Wolfsberg wäre ein Einzug nach Europa eh nur das Sahnehäubchen auf eine gelungene Saison, während es für Wiener Neustadt Überlebenskampf ist.
 
In diesem Falle hält man sich also lieber raus, selbst wenn man nun der Ansicht ist, dass die Wiener Neustädter, so sehr man es vielleicht auch bedauern müsste, in diesem Überlebenskampf letztendlich doch nicht behaupten können. Neigung also pro Wolfsberg, aber kein echter Tipp.
 
Doch wieder mal ein sehr typischer Fall: Wolfsberg hat die wirklich sehr gute Saison aufgrund fehlender Ansprüche (die gestellten hat man längst und weit übererfüllt) mit einem klar erkennbaren Nachlassen, welches ihnen sogar der Trainer im Interview später nachsah (was die fehlenden Ansprüche dokumentiert). Auf der anderen Seite ein Gegner, der unbedingt möchte, und zwar die Klasse halten. So wurde es selbst nach dem Platzverweis gegen einen Wiener Neustädter ein recht einfacher, dafür aber um so mehr umjubelter Sieg. Wolfsberg, um es sehr vorsichtig auszudrücken, wollte einfach nicht mehr.
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SV Ried – Red Bull Salzburg     2:2 (1:2)
Zuschauer : 4.500    (Schnitt bisher: 4.242  ; -13.7% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 68 km)
 
Ried hat sich nicht so viel vorzuwerfen mit der Niederlage in Graz. Sie kamen in Unterzahl auf ein 1:1 und hätten in doppelter Unterzahl beinahe das 2:2 erzielt — wenn der Assistent seine falschen Reflexe besser unterdrückt hätte und korrekterweise die Fahne unten gelassen hätte. Alles ok also und, angesichts der oben beschriebenen Konstellationen bei eigenen Siegen durchaus Europa noch machbar. Die Bullen schlagen und bei Rapid gewinnen — sicher keine ganz leichte Aufgabe, aber Fußball spielen wird man sowieso und erwartet wird gar nichts von einem. Da kann man es doch einfach angehen? Immerhin hat man doch vor nicht all zu langer Zeit ein 2:2 in Salzburg geholt?
 
Die Roten Bullen hingegen haben sicher (erneut) unter Beweis gestellt, dass sie die eigentliche Nummer 1 sind. Was sie da teilweise vom Stapel gelassen haben in Hälfte 2 hätte jedem europäischen Spitzenclub zu Ehren gereicht — und es war bei Weitem nicht die einzige derartige Darbietung der letzten Monate. Dass sie es nicht in der eigenen Hand haben (oder: nicht schon längst Meister sind) liegt einzig allein daran, dass die Austria einfach keine Schwäche mehr zeigt. Hut ab an dieser Stelle vor den österreichischen Kommentaren, die, anstatt den Salzburgern, wie es wohl in Deutschland geschähe, ausgewiesen haben, dass man in jeder bisherigen Saison mit der von ihnen erzielten Punktzahl locker hätte Meister werden können (78 haben IMMER gereicht, und die könnten sie mit zwei Siegen sogar übertreffen) und dass es also keineswegs eigenes Versagen ist, was dem Titel im Wege steht.
 
Für diese Partie bedeutet dies trotzdem nicht so viel Gutes für sie. Sie werden sicher doch gezwungenermaßen mit einem Ohr nach Wien lauschen — und vermutlich die traurige Meldung erhalten, dass alle erzielten Tore nichts mehr nützen (würden), weil man eh Vizemeister bleibt. Dies spricht, trotz des Leistungshochs, bedauerlicherweise so sehr gegen eine Wette, dass man einfach nur passen kann. Zumal dem Gegner die Schwäche mehr als willkommen wäre, eigene Überlegungen ins Kalkül ziehend, wie oben ausgeführt.
 
Das nach Wien gerichtete eine Ohr brachte bereits nach 12 Minuten die Erkenntnis, dass der Meisterschaftszug endgültig abgefahren ist (denn dort stand es ja 3:0 für die Austria). So spielte Salzburg zwar zu Beginn dennoch drückend überlegen, kam auf 1:0, 2:0, sogar das 3:0 war drin, aber danach ließen sie nach (aufgrund der Nachrichten, so möchte man annehmen, da alle Bemühungen eh umsonst wären). So kam Ried auf, kam zum Anschluss, später sogar zum Ausgleich, ebenfalls bei toller Stimmung und einem tollen Spiel. Hübsch und vorbildlich übrigens diese Situation beim Ausgleich: Torschuss, der Torwart pariert, ein nachrückender Rieder drückt den Abpraller über die Linie.
Der Schiri entscheidet zunächst auf Abseits, kein Tor. Entsetzen bei den Riedern, der Referee hält Rücksprache mit dem Assistenten — und gibt das Tor! So muss es sein und sollte es viel häufiger sein, vor allem dann, wenn es, wie hier, richtig ist (und das ist sehr häufig so). Eine spontan hochgerissene Fahne, ein spontan ertönter Pfiff — und immer sollen sie den Charakter der Endgültigkeit tragen, selbst wenn im gleichen Moment bereits klar ist, dass es falsch war?! Hier steht zwar ein Spieler beim Torschuss im Abseits, aber nicht derjenige, der das Tor erzielt (und der Abseits stehende greift auch nicht ins Spiel ein, steht nicht einmal im Wege). Mehr davon!
Nur machte das Duo das in der nächsten Szene schon wieder „gut“: ein korrekter Treffer der Rieder wird (übereifrig) aberkannt. Es gab zwar zwei knappe Momente, aber in beiden Fällen war es kein Abseits. Fakt ist aber (auch hier), dass tatsächlich bei dem (vor-)entscheidenden Pass ein Spieler im Abseits steht, dieser aber nicht angespielt wird (und auch danach nicht eingreift). Der Assistent reißt, wie man im Bild sieht, die Fahne sofort hoch als das Abspiel erfolgt, und weiß sozusagen in dem Moment noch nicht, für wen der Ball adressiert ist und wer ihn bekommt. Dies genau der Charakter von Fehlentscheidungen, der so oft den Torszenen im Wege steht. Das spontane Hochreißen dient nun sogar als Alibi („ich habe SOFORT Abseits angezeigt, weil einer im Abseits STAND; ob er angespielt wird, war mir in dem Moment egal.“ Und daraus, so meint er, könne ihm kein Strick gedreht werden; irgendeine Form von Eingreifen könnte man dem Abseits stehenden ja auch immer unterstellen, nicht an letzter Stelle dieses: er zwingt einen Abwehrspieler zur Aufmerksamkeit, auf ihn zu achten).
Dennoch ist halt eigentlich alles rundherum faul an den Abseitsentscheidungen, denn es bleibt dabei, dass die Fehler zu 90% die Stürmer benachteiligen (und dieser Wert zwar gefühlt eher viel zu gering, aber von den Pfeifenmännern nicht einmal bestritten).
Nach dem Ausgleich Chancen für beide auf den Sieg (beispielsweise dieses aberkannte), so dass das Remis insgesamt verdient war, in einem sehr guten Spiel.
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Rückblick Österreich „Heute für Morgen“ Erste Liga, 35. Spieltag

in Kürze:

Im Gegensatz zur Bundesliga dürfte diese Liga hier recht rasch abzuhandeln sein. Alle Entscheidungen längst gefallen, was aber niemandem vom (tüchtigen) Fußball spielen abgehalten hat bisher.
 
Überall wurde ordentlich gespielte, die Zuschauer waren ebenfalls gekommen — trotz gefallener Entscheidungen –, jedoch fiel auf, dass die Schiedsrichter sich keineswegs der guten Stimmung anschließen wollten und weiterhin extrem konservativ pfiffen, was hier bedeuten soll, dass weiterhin maximal viele Entscheidungen gegen die Torerfolge ausgelegt waren. Merkwürdig, da dies häufig — gerade bei gefallenen Entscheidungen, was Auf- und Abstieg angeht — anders ist. Es fielen, wie man sehen kann, entsprechend auch nur normal viele Tore, 15 in 5 Spielen ist mit einem ein Schnitt von 3 praktisch Durchschnitt (jener liegt für diese Saison bei 2.92). In anderen Ligen sieht das meist völlig anders aus. Und gerade hier hätte man sich doch allseits etwas lockern können, da es ja nirgends um etwas ging?
 
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Blau Weiß Linz – SKN St.Pölten      1:0 (0:0)
Zuschauer : 800    (Schnitt bisher: 1.206  ; -49.3% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 129 km)
 
Beide eigentlich sehr stabil in den letzten Partien. BW Linz hat nachgewiesen, dass ihr letzter Platz auch durchaus nur Pech gewesen sein mag, während St.Pölten, mit nur einer Niederlage in 9 Spielen, zeigte, dass ihre Ligaposition kein reiner Zufall ist — wobei diese ja nun nur noch ein 5.Platz ist, noch aber in Reichweite von 3 und 4.
 
Es bietet sich ohnehin nichts an und schmecken täte es schon gar nicht. Also ist es ein Pass.
 
Wie (seit Wochen schon) angekündigt BW Linz mit dem erkennbaren Bemühen, die Form auf Höchst- zu erhalten oder zu bekommen. Sie waren richtig gut und engagiert. St.Pölten in der Anfangsphsae zwar etwas besser, in der sie ebenfalls erkennen ließen, was sie drauf haben, aber Linz immer überlegener, mit einer Fülle verpasster Chancen (natürlich explizit nicht durch Unvermögen sondern durch Pech nicht genutzt), die nach dem Platzverweis gegen St.Pölten nach anwuchs — und endlich mit dem klar verdienten 1:0 belohnt wurde, der alle rundherum, neben der Hochform, in ebensolche -stimmung versetzte. Die Relegation kann kommen!
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FC Lustenau – Austria Lustenau     1:4 (1:1)
Zuschauer : 2.500    (Schnitt bisher: 948  ; -3.3% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 0 km)
 
Das Derby noch viel leichter abzuhandeln: so oder so ein Pass. Beide haben zwar einen ziemlichen Negativlauf, aber doch oftmals gut gespielt, die Austria sogar mal wieder mit einem Sieg, der FC nur mit ein paar gewohnten Komplimenten. Es bleibt ohnehin bei dem Pass.
 
Auch hier eine tolle Stimmung im Stadion, trotz des sicheren bevorstehenden Abstiegs des FC Lustenau (ein wenig Wehmut sicher dabei), und trotz der miserablen Form/Ergebnisse beider Teams in der gesamten Rückrunde, welche den Teams die letzten beiden Plätzen in diesem inoffiziellen Ranking einbrachte. Die Austria aber weiter verbessert, in der ersten Halbzeit erneut der FC Lustenau mit einer sehr guten Leistung, mit den wirklich herausragenden Akteuren Furkan Aydogdu, Dursun Karatay, Osman Ali, die garantiert in dieser Spielklasse oder sogar einer höheren demnächst Fuß fassen werden, so viel an dieser Stelle hier angekündigt (auch Abwehrmann Vucur gehört dazu). Man ließ sich aber auch von den zunehmend vielen Gegentoren nicht vom Fußball spielen abhalten und produzierte weiterhin Torchancen. Dennoch natürlich ein verdienter Sieg der Austria.
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First Vienna – SV Horn     3:1 (1:0)
Zuschauer :  1.300   (Schnitt bisher: 1.367  ; -38.1% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 86 km)
 
Auch hier wird sicher nichts zu machen sein. Alles passt, sogar die Markteinschätzung, also passt man selbst auch, ohne weitere Worte zu verlieren.
 
Vienna in der Neuauflage des am Dienstag Abend in der ersten Halbzeit beim Stande von 1:1 aufgrund eines heftigen Gewitters abgebrochenen Spieles früh schon besser und mit 1:0 in Front. Nach 30 Minuten gab es einen Ausschluss gegen den Torhüter der Heimmannschaft, als dieser außerhalb des Strafraumes den Ball mit der Hand spielte, wobei ihm Absicht unterstellt wurde. In Überzahl brachte Horn aber dennoch nicht viel zustande, und ab Minute 74 war die Gleichheit wieder hergestellt nach einem Platzverweis gegen Horn. Der einhergehende Elfer wurde verwandelt, das 2:0. Horn kam in der 79. noch einmal heran, aber in der 85. die endgültige Entscheidung mit dem 3:1. Verdienter Sieg, Vienna ok, Horn schwach.
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TSV Hartberg – SCR Altach     1:2 (1:1)
Zuschauer : 900    (Schnitt bisher: 1.007  ; +3.3% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 671 km)
 
Hier sieht es nicht viel anders aus. Altach kann sich hier Platz 2 endgültig sichern, was man, aufgrund des Fehlens anderer Ziele nun einfach als solches ausgegeben hat, aber überzeugt haben sie dennoch nie wirklich komplett, während Hartberg in Horn schon ganz gut gespielt hat und selbst zu guten Chancen kam, mit Parapatits und Tsoumou vorne (der hier für ideal erklärten Besetzung) und nur unglücklich in der Nachspielzeit verloren.
 
Was es bedeutet? Gar nichts. Es bleibt ein Pass.
 
Zu Beginn Hartberg sehr engagiert, mit leichter Überlegenheit, welche nach 31 Minuten sogar die Führung einbrachte. Dann übernahm Altach. Nach 42 Minuten der Ausgleich. In Hälfte 2 Altach aber klar besser, produzierte etliche Torchancen und ging verdient in Führung. Wobei hier mal wieder typischerweise ein „Schönheitsfehler“ angekreidet wird, als, sofern man die Lupe herausnimmt und das Standbild bemüht, dass der Torschütze bei dem direkten Torschuss (dessen Abpraller er verwandelte) möglicherweise um einen Trikotfetzen im Abseits gewesen sein mag. Hier ist ja nur das Problem, den falschen Fokus zu setzen, der da lautet: wenn du, Schiri, das nächste Mal ganz genau hinschaust, dann könnte es gelingen, bei JEDEM Tor etwas auszusetzen und es abzuerkennen. Tatsächlich geschieht ja das umgekehrte „Versehen“ auch viel häufiger, wird aber stets nur mit dem lapidaren „hier irrte er“ abgetan. Das eine also — das Aberkennen — eine Bagatelle, dass andere eine schwere Sünde. Ergibt für die Folge: lieber Aberkennen, da kommt man immer gut bei weg.
Unterm Strich also verdienter Erfolg der Altacher, die in einer Phase vielleicht zeigten, dass sie die bessere Mannschaft sind, aber doch wieder und wieder nicht komplett überzeugen können.
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SV Kapfenberg – SV Grödig     1:1 (1:1)
Zuschauer : 996    (Schnitt bisher: 831  ; -65.8% als Absteiger gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 233 km)
 
Eine absolut ausgeglichene Partie, wie man findet. Grödig hat zuletzt wirklich eine Ausnahmeklasse unter Beweis gestellt in einem Spiel, in dem NUR Fußball gespielt wurde (und weder gekratzt noch gebissen, und sowieso nicht anderweitig gefoult). Das Bällchen lief flüssig und gekonnt durch die eigenen Reihen und man hätte auch locker mehr als die zwei Tore machen können. Was man zu sehen bekam, war jedenfalls das Topniveau der Liga, welches nicht auf reines Ergebnisse einfahren ausgerichtet war.
 
Kapfenberg hat den Betriebsunfall der einzigen Rückrundenniederlage mit dem 2:0 gegen den FC Lustenau prompt wieder ausgebügelt. Sie stehen auf 4, und das wäre sogar ein ordentlicher Abschluss, falls da nicht sogar noch Platz 3 in Aussicht stünde, was man dann schon als sensationell bezeichnen müsste. Die Verletztenliste dürfte aber nicht schon für dieses Spiel so erheblich kürzer werden, so dass man sich auch nicht FÜR sie aussprechen könnte.
 
Weder für diesen, noch für jenen: ein Pass.
 
Beide haben sich auch in diesem Spiel ordentlich bemüht und keineswegs schlechten Fußball gespielt. Kapfenberg mit der noch immer langen Verletztenliste, Grödig ebenfalls mit einigen Ersatzleuten, was aber dem Spiel kaum schadete. Beide hatten ihre Möglichkeiten, das 1:1 insofern verdient. Als es einen Ausschluss gab gegen einen Grödiger wegen Torraubs, zudem Elfmeter, hätte das Spiel Richtung Heimelf laufen können, falls der Elfer denn verwandelt worden wäre. Wurde er aber nicht und danach, in Unterzahl, beschränkte sich Grödig erfolgreich auf die Defensive. Das Spiel nicht mehr so gut.
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Rückblick Schweiz Raiffeisen Super League, Nachholspiel

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Servette Genf – FC Sion          4:0 (2:0)
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Zuschauer :  10.622   (Schnitt bisher: 6.918)
(Entfernung: 162 km)
 
Hier muss man nun wirklich nicht lange gefragt werden. Die Luise werden sicher bald in den Keller gehen auf Servette — denn ein schlimmeres Chaos als bei Sion kann es einfach nicht mehr geben. Unter diesem Präsidenten wird sich jeder nur dies sagen: sack so viel Kohle ein, wie du bekommen kannst, aufm Platz ist egal, was du oder die Mannschaft ablieferst, dann sieh zu, dass du bald das Weite suchst. Nun dürfte sogar Europa nicht nur gewaltig wackeln für Sion, sondern sogar komplett flöten gehen — und keinen juckt es, nicht einmal das Publikum.
 
Servette spielte auch das letzte Spiel mehr als ordentlich und hat einfach nur einiges Pech gehabt (und diese Übersetzung muss man, nach einigen Jahren der Lehre, so hinnehmen: wenn ein Reporter von Abschlussschwäche spricht, hatte die Mannschaft Pech, wenn er von katastrophaler Abschlussschwäche spricht, hatte sie sehr viel Pech; so geschehen bei Servette, beim 0:1 gegen YB). Verdienen können sich die Genfer mit einem Sieg ein Endspiel gegen Lausanne vor eigenem Publikum, und tatsächlich, dem Münchhausen gleich, sich am eigenen Schopfe packen und aus dem Sumpf ziehen.
 
Viel bessere Gelegenheiten gibt es wohl kaum: 10 von 10 auf den Heimsieg.
 
Ein schönerer, einfacherer Sieg, die Einschätzung bestätigend, ist ja wohl kaum möglich. Die Stimmung auf den Tribünen von Anfang an positiv — und über 10.000 belegen auch, dass der Glaube da war –, die Mannschaft ebenso, der Gegner total von der Rolle, nach 2 Minuten das 1:0, danach Einbahnstraße und regelmäßig weitere Treffer. Servette hat es nun in der Hand und man selbst lässt sich die 10 Einheiten schmecken. Perfekt!
Kurios aber mal wieder die Beurteilung einer Szene: es stand bereits 2:0, also könnte man sich, auch auf Schiri-Seite, bereits etwas lockern. Es gab ein Foul, welches, falls man nun die Lupe herausnimmt und das Standbild exakt in dem einen Moment anhält, mag es zwar außerhalb BEGINNEN, das Foul, aber es wird auf jeden Fall bis in den Strafraum hierin fortgesetzt. Kurios ohnehin, dass die Erkenntnis, dass der Verteidiger ja nicht nur mit dem Verhalten die Foulabsicht zu erkennen gibt, sondern zugleich das Bemühen an den Tag legt, es außerhalb geschehen zu lassen. Und: war nicht eine vorsätzliche Unsportlichkeit ohnehin mit Gelb zu ahnden? Wo ist denn nur der Fairplay Gedanken geblieben, wer möchte eigentlich Foulspiele sehen?
Hier also beginnt das Foul vielleicht, wenn man unbedingt so möchte, gegen einen ziemlich frei durchgebrochenen Stürmer — er hätte eine gute Schussposition gehabt, es war aber keine Notbremse, da noch andere Verteidiger in der Nähe und zugleich näher am eigenen Tor waren –, was bereits den Abwehrmann in gewisser Weise der Vorsätzlichkeit überführt, nur wird das Foul, da ja beide Spieler in Bewegung sind, bis weit in den Strafraum fortgesetzt. Der Schiripfiff ertönt auch, da das Foulspiel ja offensichtlich war, nur sucht er direkt nach der Ausrede, nicht auf Penalty entscheiden zu müssen. Er tippelt also direkt an die Strafraumgrenze — und fühlt sich mit Sicherheit von Medien und Offiziellen gut beschützt. Unsinn ist es dennoch, alles, rundherum. Man MÖCHTE KEINEN ELFER GEBEN. Jedes Mittel ist recht, dass man ihn nicht geben muss — und immer ist man fein raus. Warum nur? Klar gibt es Antworten. Als Beispiel dies: ein Tor (was man von einem Elfmeter erwartet, da es deutlich über 50% sind) ist fast immer ein zu hoher Lohn für die Aktion, wie immer sie auch sein mag. Dagegen wehrt man sich intuitiv. Falls dies jedoch verstanden wäre, müsste man entweder, sich überwinden, und dennoch bei den Regeln bleiben, oder halt die Regeln ändern. Ein Strafstoß kann doch nicht die einzige Möglichkeit der Bestrafung sein, nur weil es einmal vor 150 Jahren so niedergeschrieben wurde, damals noch ohne jegliche Erfahrung? Verkalkung trifft es wohl ganz gut, und diese scheint ansteckend zu sein.
Servette kann in dieser Verfassung dennoch jeden schlagen. Es steht aber noch eine Runde an, bevor es zum Finale gegen Lausanne kommen kann: Lausanne  spielt daheim gegen Luzern, während Servette nach St.Gallen muss. Da sie einen Punkt zurück sind, die Tordifferenz derzeit (nur) um ein Tor schlechter, dürfen sie nur nicht verlieren in St.Gallen, um es am letzten Spieltag sicher in der eigenen Hand zu behalten. Das gilt aber nur, wenn Lausanne sein Spiel gewinnt, was ja auch nicht so wahrscheinlich ist. Gewinnt Lausanne nicht, kommt es auf jeden Fall zum Endspiel, bei welchem dann nur noch die Frage wäre, wer welches Resultat benötigt.
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Rückblick 3. Bundesliga 38. Spieltag

in Kürze:

 
Sowieso an einem letzten Spieltag quasi nichts zu machen. Immerhin aber steht ein echtes Endspiel an (Darmstadt gegen Stuttgarter Kickers), sowie ein Duell der letzten Chance, zwischen Münster und Babelsberg. Verführen kann einen dies aber kaum, sich hier tiefer zu verwickeln.
Logischerweise ist es ziemlich unergiebig, einen letzten Spieltag gründlich zu analysieren und zu kommentieren. Sinn der Sache könnte ja nur sein, die Mannschaften gut zu beobachten, um in der nächsten Woche hier oder da einen Marktfehler aufzuspüren. Da aber nächste Woche nicht mehr gespielt wird — es sogar in vielen Partien bereits in dieser schon um nichts mehr geht — entfällt dieser Aspekt komplett.
Insofern verbleibt der Sinn darin, a) möglicherweise es aus Unterhaltungsgründen oder reinem Interesse nachzulesen oder aber, um für kommende Spielzeiten Rückschlüsse zu ziehen, wenn wieder mal die Schlussrunde ansteht. Allgemein fiel hier auf, dass zumeist einigermaßen „normal“ gespielt wurde — und dies beinahe schon ein Trend ist.
 
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Wacker Burghausen – Arminia Bielefeld     1:0 (0:0)
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Zuschauer : 3.200     (Schnitt bisher: 2.462  ; Vorsaison: 2.822)
(Entfernung: 667 km)
 
Sicherer Klassenerhalt gegen sicher aufgestiegen? Egal, was der Markt dazu sagt: man glaubt es ihm. Sonnenklares Pass.
 
Teamnews:
Burghausen ohne Moritz Moser (20, RV, 20/0/1), Youssef Mokhtari (34, OM, 24/4/7), Sahr Senesie (27, HS, 31/4/1), Ahmet Koulabas (25, MS, 26/2/3),
Bielefeld hat keine Ausfälle. 
 
Verdienter Sieg für Burghausen. Sie haben Charakter gezeigt, und das nicht nur in dieser Partie, in einer Saison, in der es schon lange um nichts mehr für sie ging. 7. Platz ist ein glänzender Lohn für die gute Saison. Bielefeld war natürlich mehr in Feierstimmung, und hatte eine ganz ordentliche Anzahl Fans mitgebracht, die es ihnen gleich taten. Die Mannschaft war komplett durchgewürfelt, das Ergebnis zweitrangig, die gute Stimmung blieb.
 
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FC Chemnitz – SpVgg Unterhaching     5:0 (2:0)
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Zuschauer : 2.900     (Schnitt bisher: 4.653  ; Vorsaison: 5.161)
(Entfernung: 395 km)
 
Sicherer Klassenerhalt gegen sicheren Klassenerhalt? Ebenfalls ein Pass. Hier aber so viel angemerkt: nachdem Unterhaching beim 1:3 gegen Babelsberg die Leistung verweigert hatte, haben sie dies wieder gut gemacht, indem sie Preußen Münster daheim 3:0 besiegt haben. Chemnitz hingegen hatte man stets Charakter unterstellt — und gerade beim 1:1 in Stuttgart bei den Kickers haben sie diesen nicht gezeigt, und dennoch das Remis geholt.
 
Ändert natürlich nichts an diesem Fazit: ein Pass.
 
Teamnews:
Chemnitz ohne Fabian Stenzel (26, RV, 29/0/5), Carsten Sträßer (32, DM, 28/0/3), Gelbsperre, 
bei Unterhaching sind es Stefan Riederer (27, TW, 22/0/0), Mike Niebauer (19, IV, ohne Einsatz), Roland Sternisko (25, DM, ohne Einsatz), Stephan Thee (24, RM, 32/6/5).
 
Überflüssig, hier viele Worte zu verlieren. Ein normales Schlussrundenheimspiel. Die Charakterfrage war gestellt an beide. Irgendwie aber logisch, dass sie nur die Heimelf mit „Ja“ beantworten konnte. Bei Unterhaching spielte erstmals Präsidentensohn Markus Schwabl mit (Sohn von Manni Schwabl), und er steuerte direkt das Eigentor zum 0:1 bei. Aber auch die Zuschauer zeigten deutlich, was sie von den letzten Auftritten hielten: nur 2.900 zum Saisonfinale, bei gutem Wetter, damit weit unter Schnitt?
 
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SV Darmstadt 98 – Stuttgarter Kickers     1:1 (0:1)
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Zuschauer : 13.600     (Schnitt bisher: 5.968  ; Vorsaison: 6.042)
(Entfernung: 178 km)
 
Das Abstiegsendspiel. Aufgrund der guten Tordifferenz genügt StuKi ein Remis, um die Klasse zu halten (punktemäßig könnte Babelsberg zwar aufschließen,  Dortmund vorbeiziehen, aber Babelsberg müsste zugleich 10 Tore gut machen), Darmstadt muss gewinnen, ist dann aber sicher drin, weil man den Gegner überholt. 
 
Nach den im letzten Spiel gezeigten Leistungen hätten es derzeit beide verdient. StuKi hatte allerdings davor beim Sieg ein Münster eine ganze Menge Glück und konnte auch sonst nicht so überzeugen wie Darmstadt. Insofern hier zumindest diese Neigung: Darmstadt macht es. Sie haben zwar die schlechteren Ergebnisse erzielt, sahen aber dennoch besser aus.
 
Teamnews:
bei Darmstadt fehlt niemand,
bei StuKi fehlt nur Royal-Dominique Fennell (23, IV, 12/2/0).
 
Das Glück der Stuttgarter Kickers hatte Bestand. Sie waren sofort unter Druck, bei einigen Chancen, kamen nach einem langen Abschlag aber erstmals, eher zufällig, vor das Tor — und machten direkt den Führungstreffer (12.). Selbst wenn sie danach (und sicher von diesem Glück bereits begünstigt) etwas besser ins Spiel kamen, so hätten die Lilien dennoch den Ausgleich verdient gehabt. Unter Anderem in der typischen Szene: Ball im Strafraum, springt einem Abwehrspieler an die Hand. Schiri sieht es, Schiri lässt weiter laufen.
Dennoch bliebt Darmstadt dran. Sicher gab es auch hier und da eine Konterchance, aber näher dran waren die Gastgeber. Dauerdruck, mit einigen Chancen, aber lange ohne Lohn. Weitere Schirihilfe war gefragt: Flanke in den Strafraum, Hand am Ball, kein Pfiff. Ein Pfostentreffer — neben anderen Chancen — folgte nach, ehe endlich, in der 84., der längst überfällige Ausgleich fiel. In der 90. die ultimative Chance, aber der Kopfball geht an die Latte.
Die schlechtere Mannschaft hatte außer dem Glück auch den Schiri auf ihrer Seite. Größtes Bedauern für die tapferen Darmstädter, berechtigt die Glückwünsche — nur nicht im herkömmlichen Sinne — an Trainer Morales (den 3. in der laufenden Saison), denn Glück hat er wirklich haufenweise gehabt, ansonsten bestand das „Konzept“ daraus, hinten Beton anzurühren und vorne auf den lieben Gott zu hoffen. So wird man Erfolgscoach?
 
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Hallescher FC – 1.FC Saarbrücken     2:1 (0:0)
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Zuschauer :  11.141    (Schnitt bisher: 7.711  ; Vorsaison: Aufsteiger)
(Entfernung: 572 km)
 
Klassenerhalt gegen Klassenerhalt und gute Leistungen allenthalben gegen gute Leistungen allenthalben ergibt auch hier das einzig logische Pass. Falls man dennoch zu einer Neigung gezwungen wird: sie ginge Richtung Halle. Die werden garantiert zu Hause noch einmal Gas geben.
 
Teamnews:
bei Halle fehlt niemand,
bei Saarbrücken fehlen Tim Knippig (20, IV, 13/0/0), Tim Kruse (30, DM, 22/2/2), Markus Hayer (27, MS, 13/1/1).
 
Unter dem Strich ein verdienter Sieg für Halle, obwohl Saarbrücken ebenfalls ganz gut am Spiel teilnahm und auch einige Chancen hatte. Die Neigung ging immerhin auf.
 
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1.FC Heidenheim – Kickers Offenbach     0:0
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Zuschauer : 10.000     (Schnitt bisher: 7.995  ; Vorsaison: 6.732)
(Entfernung: 262 km)
 
Offenbach mit dem letzten Sieg im Derby (1:0 gegen Wehen, mit sehr starker Leistung) sicher drin. Heidenheim, nachdem man letzte Woche noch vorrechnete, dass ihre Chancen sehr schmal sind, nun urplötzlich auf dem Relegationsplatz. Das Stadion wird voll sein, der Gegner zu einer Statistenrolle geladen, die er wohl gerne und willig ausfüllen dürfte. Am Markt vorbei kommt man dennoch nicht. Was immer er hier vorgibt, wird passen, insofern passt man selber.
 
Teamnews:
bei Heidenheim fehlen Michael Deutsche (21, RA, 14/0/1), Andreas Spann (28, MS, ohne Einsatz), Patrick Mayer (25, MS, 9/2/1),
bei Offenbach fallen aus Markus Husterer (29, IV, 19/3/2), Christopher Lamprecht (28, RV, ohne Einsatz), Sead Mehic (38, DM, 23/2/1), Julius Reinhardt (25, ZM, 35/3/13), Theo Vogelsang (23, OM, 5/0/0), Kai Hesse (27, MS, 3/0/0).
 
Die Teamnews sprechen eine noch viel deutlichere Sprache pro Heidenheim.
 
Offenbach hat sich wirklich sehr stark präsentiert. Sie waren beinahe die bessere Mannschaft gegen ein vor ausverkauftem Haus merkwürdig gelähmtes Heidenheim, die so dringend den Sieg brauchte, aber mit jenem den 3. Platz gesichert hätte. Es wäre nicht verdient gewesen und trotz der druckvollen Endphase wäre es nicht verdient gewesen.
 
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Preußen Münster – SV Babelsberg 03     4:1 (2:1)
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Zuschauer : 13.400     (Schnitt bisher: 8.992  ; Vorsaison: 7.031)
(Entfernung: 451 km)
 
Tja, hier ein echtes Duell, jedoch eines der absolut Enttäuschten. Babelsberg bräuchte den unmöglichen 10-Tore-Sieg, um sicher drin zu bleiben, Münster das Wunder, das weder Heidenheim noch Osnabrück gewinnen. Babelsberg hätte die kleine Zusatzhoffnung, dass Dortmund nicht gewinnt in Stuttgart, bei eigenem Sieg. Da aber Münster sicher seine wenn auch kleine Chance daheim zu nutzen versuchen wird — man stelle sich vor, Heidenheim und Osnabrück gewinnen nicht — aber sie selbst auch nicht. Das wäre ein echtes Drama.
 
Theoretisch geht es also noch und beide werden versuchen, ihren Teil zum Gelingen beizutragen — der Rest liegt nicht in ihren Händen. Da man jedoch zugleich davon ausgehen muss, dass die Zwischenergebnisse durchsickern und es zwischendurch die miederschmetternden Nachrichten geben kann, dass alle auch noch so große Mühe vergebens wäre, macht man natürlich ohnehin keinerlei Wettvorschlag — denn diese Unwägbarkeit ist nur schwer kalkulierbar. Dennoch ist die Neigung da, dass es Münster richten wird. Der Gegner mit zu kleinen Hoffnungen, die (wenigen) „Fans“ haben sie eh schon mit den „Absteiger-Absteiger“ Sprechchören verabschiedet, während Münster vor eigenem Publikum — welches ihnen dennoch dankbar und wohlgesonnen, ja viel eher mitfühlend ist — die Partie ganz normal angehen wird. 
 
Also: klarer Hang zur klaren 1.
 
Teamnews:
Münster ohne Patrick Kirsch (32, IV, 28/2/1), Gelb-Rot, Dominik Schmidt (25, IV, 14/2/0), Gelbsperre, 
Babelsberg hat keine Ausfälle. 
 
Obwohl die Gäste sogar früh  in Führung gingen (durch einen Standard, Freistoß aus dem Halbfeld, Richtung Tor gedreht, mit oder ohne Berührung — brandgefährlich, drin), zudem die Punkte dringend brauchten, zugleich die klare Führung von Osnabrück bekannt war und somit Münster keine Chance mehr auf Platz 3 hatte, kam fast nichts von Babelsberg, hingegen jede Menge Dampf von Münster, die das Spiel bald völlig verdient drehten.
Die Neigung ging auf, die klare 1 kam klar zustande — das passte schon.
 
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VfL Osnabrück – Alemannia Aachen     4:0 (3:0)
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Zuschauer : 13.900     (Schnitt bisher: 10.676  ; Vorsaison: 8.719)
(Entfernung: 263 km)
 
Hier die Situation weit weniger klar als sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Denn: Wollitz hat sich nach dem enttäuschenden und unverdienten 0:1 in Bielefeld in der Emotion wohl unpassend geäußert, seinen Rücktritt nach Saisonende erklärt und zugleich ein wenig den Vorstand kritisiert. Dieser sah keine andere Möglichkeit, als ihn direkt nach der Äußerung frei zu stellen. Das bedeutet, dass Osnabrück ohne richtigen Trainer (es wird eine Interimslösung geben, klar) in die Partie geht, zugleich wohl auch nicht mehr recht hofft, und es nicht einmal sicher ist, dass die Fans nach der Aktion hinter ihrem Team stehen werden.
 
Aachen hat endlich mal wieder einen Sieg eingefahren und dürfte es auch hier versuchen, etwas zu holen. Möglich sogar, dass sie es Heidenheim oder Münster mehr gönnen. Also: keine so klare 1, wie es wohl der Markt sieht. Dennoch kein Wettvorschlag, versteht sich.
 
Teamnews:
Osnabrück hat keine Ausfälle,
Aachen ohne  Aiden Demai (30, DM, 2/0/0), Florian Müller (26, RM, 14/2/0), Sascha Rösler (35, HS, 7/1/1).
 
Tolle Stimmung — ein wenig entgegen der Ankündigung –, volles Haus und direkt Dauerdruck der Gastgeber, die offensichtlich keine Gefangenen machen wollten. Hier sollte absolut kein Zweifel jemals über den Sieger geben — und nach 18 Minuten bereits 2:0, nach 38 3:0. Partie durch, natürlich gegen einen willkommen leichten Gegner.
 
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Hansa Rostock – Rot Weiß Erfurt     0:0
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Zuschauer : 12.000     (Schnitt bisher: 9.126  ; Vorsaison: Absteiger)
(Entfernung: 492 km)
 
Das Ostderby mit der wohl größten Entfernung für die beiden Teams, für die die Saison alles andere als gut lief — und doch einen versöhnlichen Abschluss findet. Mehr als Klassenerhalt ging schon lange nicht mehr, und den hat man gepackt. Wobei es tatsächlich bei beiden auch mit den Leistungen etwas aufwärts ging, noch mehr natürlich bei Erfurt, aber gerade im letzten (insgesamt tollen) Spiel gab es daheim das 2:4 gegen Darmstadt — welches dennoch den Klassenerhalt bedeutete. Rostock holte den einen Punkt in Karlsruhe, der für beide Teams alle Zweifel ausräumte. 
 
Nun gut, was auch immer: man hält sich ohnehin raus.
 
Teamnews:
Rostock ohne Stephan Gusche (23, IV, 8/0/0), Sebastian Pelzer (32, LV, 26/0/0), Ken Leemans (30, DM, 30/3/2), Mohamed Lartey (26, OM, 1/0/0),
Erfurt ohne Ersatztorwart Salz, sonst alle fit.
 
Das Ostderby vor sehr guter Kulisse ziemlich schwach und ziemlich ausgeglichen. Von daher könnte man gut sagen: ein typisches 0:0. Eine Halbzeit die leicht besser, die andere jene.
 
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VfB Stuttgart II – Borussia Dortmund II     0:1 (0:0)
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Zuschauer :  625    (Schnitt bisher: 2.077  ; Vorsaison: )
(Entfernung: 418 km)
 
Stuttgart hatte nun diese eine ganz tolle Partie gegen den KSC abgeliefert, als man dennoch mit 0:1 als klar besseres Team den Platz verließ. Danach jedoch gab es das 2:4 in Aachen, in welchem man zwar munter mit nach vorne spielte, dabei aber die Abwehr vernachlässigte. Logisch kann ein 2:4 gegen das Schlusslicht niemals ein überragendes Spiel gewesen sein.
 
Dortmund hat x Mal gezeigt, dass sie richtig kicken können (wie es der Trainer der Ersten, Jürgen Klopp, wohl ausdrücken würde). Die Punkte reichen trotzdem (noch) nicht aus. Man benötigt hier einen Sieg. Klar ist das Vermögen da, auch der Wille, so dass es ihnen zuzutrauen ist. Die Frage nur: spielt Stuttgart da mit?
 
Ein Pass ist es ohnehin, was immer der Markt da an Einschätzung auspackt. 
 
Teamnews:
Stuttgart ohne Dominik Gallert (19, RV, kein Einsatz), Rani Khedira (19, ZM, 31/0/0), Kevin Störer (19, OM, 21/2/1), Soufian Benyamina (23, MS, 30/12/0), Rotsperre,
Dortmund ohne Konstantin Fring (23, DM, 19/0/0).
 
Nicht sehr ergiebig, Spiele zu kommentieren, in denen einer unbedingt muss, der andere aber nichts braucht. Zumal, wenn sie den erwarteten Ausgang nehmen. Stuttgart war nicht gut, Dortmund aber auch nicht viel besser. Irgendwann (55.) fiel das Tor und die Partie lief weiter wie zuvor. Mit wein Erwähnenswertem.
 
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SV Wehen/Wiesbaden – Karlsruher SC     2:4 (0:3)
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Zuschauer : 8.947     (Schnitt bisher: 3.378  ; Vorsaison: )
(Entfernung: 150 km)
 
Wieder einmal: sicherer Klassenerhalt gegen sicheren Aufstieg. Wehen war schon im Spiel davor — nach glänzender Serie — nicht mehr so aufgelegt, gewann aber dennoch überaus glücklich mit 3:1 gegen Saarbrücken. Im letzten Spiel nun ein 0:1 in Offenbach, wo sie als reine Statisten auftraten. Also: auf sie würde man auf keinen Fall vertrauen, trotz des möglichen fast sensationell anmutenden möglichen Sprungs auf Rang 6 in der Tabelle, nachdem man die Hinserie fast „durchremisiert“ hatte. 
 
Der KSC sowieso ausschließlich in Feierlaune, insofern die Partie die reine Wundertüte. Ziemlich garantieren kann man aber ein schönes Spiel in guter Atmosphäre.
 
Teamnews:
Wehen ohne Jeff Gyasi (24, IV, 21/0/1), Lars Guenther (18, DM, 6/0/0), Martin Röser (22, RM, 3/0/0), Milan Ivana (29, RM, 29/6/2), Yannik Oenning (20, LM, 1/0/0),  Alf Mintzel (31, LM, 31/6/7), 
KSC hat keine Ausfälle. 
 
Allein schon an den Ausstellungen erkennt man, dass es um nichts mehr ging. Immerhin, Respekt Respekt, waren die Zuschauer da, natürlich gut denkbar, dass sich reichlich KSC Fans auf die recht kurze Reise begeben hatten, aber ein gutes Zeichen und Zeugnis ist es allemal, auch für Wehen. Beide spielten gut nach vorne, der KSC etwas erfolgreicher. Man hatte ja auch noch ein Ziel: die Meisterschaft in der 3. Liga zu sichern. Dies gelang, mit einer guten Leistung. Wehen kam erst in der zweiten Halbzeit zu richtig guten Chancen und verwertet zwei.
 
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Vorschau Österreich tipp 3 Bundesliga, 35. Spieltag

in Kürze:

Alle Partien enthalten jede Menge Brisanz, zumal wenn man die Schlussrundenkonstellationen mit einbezieht. Hier ist für jedes Team das Erreichen oder Verfehlen der Saisonerwartungen und Hoffnungen möglich. Wobei man hier ausdrücklich die Unterscheidung trifft, dass es für Ried und Wolfsberg nur ein Bonus wäre, nach Europa zu kommen, während alle anderen vorne dies sicher ins Budget eingeplant haben, diese für Europa, der Rest der Liga natürlich „nur“ den Klassenerhalt. Der Titelkampf ist vermutlich das am wenigstens Spannende, aber immerhin ist es für diese Runde noch offen, ob es nicht doch das große Finale gibt.  Zumal eben Salzburg und die Austria (logischerweise) beide Gegner haben, die die Punkte mehr als gut gebrauchen könnten.
 
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Admira/Wacker Mödling – Rapid Wien     (Entfernung: 23 km)
Hier ist die ganz große Frage eigentlich die: inwieweit ist das Spiel wirklich als Derby anzusehen? In Mattersburg waren es zuletzt, bei einer Entfernung von rund 70 km Wien-Mattersburg, zwar 9.600 Zuschauer — was auf einen erheblichen Gästeanteil schließen ließ — jedoch im Stadion schien alles auf ein Fest von Mattersburg aus zu sein. Von Rapideren weit und breit nichts zu hören. Merkwürdig.
So könnten hier zwar sicher auch einige „anreisen“, aber irgendwie lehrte ja die Erfahrung in dieser Saison, dass auch derartige Spiele zumeist einen Heimspielcharakter wahren.
Unter diesen Voraussetzungen traute man unbedingt der Admira derzeit etwas mehr zu. Der eine Punkt in Wolfsberg war hübsch und nützlich, aber noch immer ist die Gefahr ziemlich groß, bei nur zwei Punkten Vorsprung auf Rang 10. Im letzten Spiel muss man nach Mattersburg, wo es brenzlig sein könnte, falls der Gegner dann noch etwas braucht (durchaus denkbar, denn sie müssen ja zeitgleich bei der Austria ran, zudem besteht die Möglichkeit, dass Wiener Neustadt UND Wacker Innsbruck punkten, beide in ihrem letzten Heimspiel, bei lösbaren Aufgaben). Das Spiel hier hat also für die Admira  schon eine besondere Bedeutung.
Für Rapid sieht es aber nicht so viel anders aus. Sie haben zwar einen Vorsprung von 4 Punkte auf Rang 5, und sogar 5 Punkte Vorsprung auf Ried, aber, falls man hier und heute verliert und Ried gewinnt, dann stünde ein echtes Endspiel an am letzten Spieltag gegen Ried — und bei Verlust wäre man raus aus Europa. Natürlich ist das nicht ganz so wahrscheinlich, da ja Ried gegen die Bullen ran muss und zugleich Sturm etwas holen müsste, aber doch möchte man dieses sicher vermeiden und lieber dieses Spiel hier gewinnen, sicher aber nicht verlieren.
Nach der ganz persönlichen Neigung gefragt, auf den letzten Eindrücken basierend, traute man eher der Admira ein Gelingen ihrer Bemühungen zu. Es bleibt aber bei einer Neigung.
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Austria Wien – SV Mattersburg     (Entfernung: 71 km)
Die Chance, hier und heute den Titel klar zu machen, könnte doch den Ausschlag geben. Wobei eben das Remis genügen könnte, was dann schon wieder etwas gegen den Heimsieg spricht. Selbstverständlich — das Ausbleiben von Absprachen vorausgesetzt, da ja auch für Mattersburg ein Remis Gold wert wäre  — wird man die Partie  auf Sieg anlegen und sich nur im Falle, dass es nicht gelingt, man aber auch nicht zurückliegt, mit dem Unentschieden „abfinden“. Da sich zugleich die Gäste in den letzten drei Spielen sehr stark präsentiert haben, kann es unmöglich zu einem Tipp reichen. Nein, es wird nichts, ein Pass ist die beste Lösung.
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Wacker Innsbruck – Sturm Graz     (Entfernung: 458 km)
Hier kann man sich relativ gut positionieren. Denn: Innsbruck machte einen wirklich gefestigten, starken Eindruck in den letzten Spielen, hatte gut gepunktet — und nur gegen die 1 und 2 verloren. Es war ja angekündigt, dass sie ein hartes Restprogramm hatten, welches gegen sie sprechen könnte, nun stehen sie tatsächlich auf 10, aber noch ist längst nicht alles verloren. Ein Sieg — und die Welt sähe ganz anders aus. Sogar die Tordifferenz könnte eine Rolle spielen, und in ihr ist man nur ein Tor schlechter als der wichtigste Konkurrent, die Wiener Neustädter. In gewisser Weise hat man es also noch selbst in der Hand. Man selbst muss nach Wolfsberg — nicht leicht, aber doch machbar — während Wiener Neustadt in der letzten Runde zu Sturm muss. Sturm steht derzeit auf 4, falls sie aber verlieren sollten, müssten sie gegen Wiener Neustadt unbedingt gewinnen, und zugleich hoffen, dass Innsbruck etwas aus Wolfsberg mitnimmt. Spannende Konstellationen also, und jede Partie verspricht jede Menge Brisanz.
Da Sturm zwar mit dem Sieg gegen Ried nach außen hin eine (Schein-)Genesung hingelegt hat, man aber selbst besser beurteilen zu können meint, dass diese Leistung außer dem günstigen Resultat fast nichts Vorzeigenswertes enthielt, kann man sich hier nur (erneut) gegen Sturm stellen.
Innsbruck zieht die Partie hier. Es ist die letzte Ausfahrt — und sie werden sie nehmen. Mutige 7 von 10 auf die 1.
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SC Wiener Neustadt – Wolfsberger AC     (Entfernung: 211 km)
Sicher eine vergleichbare Konstellation. Hier die Wiener Neustädter, die mit aller Macht gegen den Abstieg anstrampeln werden, dort die Wolfsberger, die den Strohhalm nach Europa festhalten wollen. Die Gäste nur einen Punkt zurück gegenüber Sturm, und, siehe oben, mit dem möglichen Endspiel gegen Innsbruck vor Augen, falls diese Sturm etwas abknöpfen sollten. Für beide ist es also eine „must win“ Situation, wobei, wie schon oftmals erwähnt, die Kräfte im Abstiegskampf meist besser aktiviert werden können. Für Wolfsberg wäre ein Einzug nach Europa eh nur das Sahnehäubchen auf eine gelungene Saison, während es für Wiener Neustadt Überlebenskampf ist.
In diesem Falle hält man sich also lieber raus, selbst wenn man nun der Ansicht ist, dass die Wiener Neustädter, so sehr man es vielleicht auch bedauern müsste, in diesem Überlebenskampf letztendlich doch nicht behaupten können. Neigung also pro Wolfsberg, aber kein echter Tipp.
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SV Ried – Red Bull Salzburg     (Entfernung: 68 km)
Ried hat sich nicht so viel vorzuwerfen mit der Niederlage in Graz. Sie kamen in Unterzahl auf ein 1:1 und hätten in doppelter Unterzahl beinahe das 2:2 erzielt — wenn der Assistent seine falschen Reflexe besser unterdrückt hätte und korrekterweise die Fahne unten gelassen hätte. Alles ok also und, angesichts der oben beschriebenen Konstellationen bei eigenen Siegen durchaus Europa noch machbar. Die Bullen schlagen und bei Rapid gewinnen — sicher keine ganz leichte Aufgabe, aber Fußball spielen wird man sowieso und erwartet wird gar nichts von einem. Da kann man es doch einfach angehen? Immerhin hat man doch vor nicht all zu langer Zeit ein 2:2 in Salzburg geholt?
Die Roten Bullen hingegen haben sicher (erneut) unter Beweis gestellt, dass sie die eigentliche Nummer 1 sind. Was sie da teilweise vom Stapel gelassen haben in Hälfte 2 hätte jedem europäischen Spitzenclub zu Ehren gereicht — und es war bei Weitem nicht die einzige derartige Darbietung der letzten Monate. Dass sie es nicht in der eigenen Hand haben (oder: nicht schon längst Meister sind) liegt einzig allein daran, dass die Austria einfach keine Schwäche mehr zeigt. Hut ab an dieser Stelle vor den österreichischen Kommentaren, die, anstatt den Salzburgern, wie es wohl in Deutschland geschähe, ausgewiesen haben, dass man in jeder bisherigen Saison mit der von ihnen erzielten Punktzahl locker hätte Meister werden können (78 haben IMMER gereicht, und die könnten sie mit zwei Siegen sogar übertreffen) und dass es also keineswegs eigenes Versagen ist, was dem Titel im Wege steht.
Für diese Partie bedeutet dies trotzdem nicht so viel Gutes für sie. Sie werden sicher doch gezwungenermaßen mit einem Ohr nach Wien lauschen — und vermutlich die traurige Meldung erhalten, dass alle erzielten Tore nichts mehr nützen (würden), weil man eh Vizemeister bleibt. Dies spricht, trotz des Leistungshochs, bedauerlicherweise so sehr gegen eine Wette, dass man einfach nur passen kann. Zumal dem Gegner die Schwäche mehr als willkommen wäre, eigene Überlegungen ins Kalkül ziehend, wie oben ausgeführt.
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Vorschau Österreich „Heute für Morgen“ Erste Liga, 35. Spieltag

in Kürze:

Im Gegensatz zur Bundesliga dürfte diese Liga hier recht rasch abzuhandeln sein. Alle Entscheidungen längst gefallen, was aber niemandem vom (tüchtigen) Fußball spielen abgehalten hat bisher.
 
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Blau Weiß Linz – SKN St.Pölten     (Entfernung: 129 km)
Beide eigentlich sehr stabil in den letzten Partien. BW Linz hat nachgewiesen, dass ihr letzter Platz auch durchaus nur Pech gewesen sein mag, während St.Pölten, mit nur einer Niederlage in 9 Spielen, zeigte, dass ihre Ligaposition kein reiner Zufall ist — wobei diese ja nun nur noch ein 5.Platz ist, noch aber in Reichweite von 3 und 4.
Es bietet sich ohnehin nichts an und schmecken täte es schon gar nicht. Also ist es ein Pass.
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FC Lustenau – Austria Lustenau     (Entfernung: 0 km)
Das Derby noch viel leichter abzuhandeln: so oder so ein Pass. Beide haben zwar einen ziemlichen Negativlauf, aber doch oftmals gut gespielt, die Austria sogar mal wieder mit einem Sieg, der FC nur mit ein paar gewohnten Komplimenten. Es bleibt ohnehin bei dem Pass.
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First Vienna – SV Horn     (Entfernung: 86 km)
Auch hier wird sicher nichts zu machen sein. Alles passt, sogar die Markteinschätzung, also passt man selbst auch, ohne weitere Worte zu verlieren.
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TSV Hartberg – SCR Altach     (Entfernung: 671 km)
Hier sieht es nicht viel anders aus. Altach kann sich hier Platz 2 endgültig sichern, was man, aufgrund des Fehlens anderer Ziele nun einfach als solches ausgegeben hat, aber überzeugt haben sie dennoch nie wirklich komplett, während Hartberg in Horn schon ganz gut gespielt hat und selbst zu guten Chancen kam, mit Parapatits und Tsoumou vorne (der hier für ideal erklärten Besetzung) und nur unglücklich in der Nachspielzeit verloren.
Was es bedeutet? Gar nichts. Es bleibt ein Pass.
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SV Kapfenberg – SV Grödig     (Entfernung: 233 km)
Eine absolut ausgeglichene Partie, wie man findet. Grödig hat zuletzt wirklich eine Ausnahmeklasse unter Beweis gestellt in einem Spiel, in dem NUR Fußball gespielt wurde (und weder gekratzt noch gebissen, und sowieso nicht anderweitig gefoult). Das Bällchen lief flüssig und gekonnt durch die eigenen Reihen und man hätte auch locker mehr als die zwei Tore machen können. Was man zu sehen bekam, war jedenfalls das Topniveau der Liga, welches nicht auf reines Ergebnisse einfahren ausgerichtet war.
Kapfenberg hat den Betriebsunfall der einzigen Rückrundenniederlage mit dem 2:0 gegen den FC Lustenau prompt wieder ausgebügelt. Sie stehen auf 4, und das wäre sogar ein ordentlicher Abschluss, falls da nicht sogar noch Platz 3 in Aussicht stünde, was man dann schon als sensationell bezeichnen müsste. Die Verletztenliste dürfte aber nicht schon für dieses Spiel so erheblich kürzer werden, so dass man sich auch nicht FÜR sie aussprechen könnte.
Weder für diesen, noch für jenen: ein Pass.
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Vorschau Schweiz Raiffeisen Super League, Nachholspiel

in Kürze:

Eine ideale Paarung steht an.
 
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Servette Genf – FC Sion     (Entfernung: 162 km)
Hier muss man nun wirklich nicht lange gefragt werden. Die Luise werden sicher bald in den Keller gehen auf Servette — denn ein schlimmeres Chaos als bei Sion kann es einfach nicht mehr geben. Unter diesem Präsidenten wird sich jeder nur dies sagen: sack so viel Kohle ein, wie du bekommen kannst, aufm Platz ist egal, was du oder die Mannschaft ablieferst, dann sieh zu, dass du bald das Weite suchst. Nun dürfte sogar Europa nicht nur gewaltig wackeln für Sion, sondern sogar komplett flöten gehen — und keinen juckt es, nicht einmal das Publikum.
Servette spielte auch das letzte Spiel mehr als ordentlich und hat einfach nur einiges Pech gehabt (und diese Übersetzung muss man, nach einigen Jahren der Lehre, so hinnehmen: wenn ein Reporter von Abschlussschwäche spricht, hatte die Mannschaft Pech, wenn er von katastrophaler Abschlussschwäche spricht, hatte sie sehr viel Pech; so geschehen bei Servette, beim 0:1 gegen YB). Verdienen können sich die Genfer mit einem Sieg ein Endspiel gegen Lausanne vor eigenem Publikum, und tatsächlich, dem Münchhausen gleich, sich am eigenen Schopfe packen und aus dem Sumpf ziehen.
Viel bessere Gelegenheiten gibt es wohl kaum: 10 von 10 auf den Heimsieg.
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