Rückblick Österreich „Heute für Morgen“ Erste Liga, 35. Spieltag

in Kürze:

Im Gegensatz zur Bundesliga dürfte diese Liga hier recht rasch abzuhandeln sein. Alle Entscheidungen längst gefallen, was aber niemandem vom (tüchtigen) Fußball spielen abgehalten hat bisher.
 
Überall wurde ordentlich gespielte, die Zuschauer waren ebenfalls gekommen — trotz gefallener Entscheidungen –, jedoch fiel auf, dass die Schiedsrichter sich keineswegs der guten Stimmung anschließen wollten und weiterhin extrem konservativ pfiffen, was hier bedeuten soll, dass weiterhin maximal viele Entscheidungen gegen die Torerfolge ausgelegt waren. Merkwürdig, da dies häufig — gerade bei gefallenen Entscheidungen, was Auf- und Abstieg angeht — anders ist. Es fielen, wie man sehen kann, entsprechend auch nur normal viele Tore, 15 in 5 Spielen ist mit einem ein Schnitt von 3 praktisch Durchschnitt (jener liegt für diese Saison bei 2.92). In anderen Ligen sieht das meist völlig anders aus. Und gerade hier hätte man sich doch allseits etwas lockern können, da es ja nirgends um etwas ging?
 
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Blau Weiß Linz – SKN St.Pölten      1:0 (0:0)
Zuschauer : 800    (Schnitt bisher: 1.206  ; -49.3% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 129 km)
 
Beide eigentlich sehr stabil in den letzten Partien. BW Linz hat nachgewiesen, dass ihr letzter Platz auch durchaus nur Pech gewesen sein mag, während St.Pölten, mit nur einer Niederlage in 9 Spielen, zeigte, dass ihre Ligaposition kein reiner Zufall ist — wobei diese ja nun nur noch ein 5.Platz ist, noch aber in Reichweite von 3 und 4.
 
Es bietet sich ohnehin nichts an und schmecken täte es schon gar nicht. Also ist es ein Pass.
 
Wie (seit Wochen schon) angekündigt BW Linz mit dem erkennbaren Bemühen, die Form auf Höchst- zu erhalten oder zu bekommen. Sie waren richtig gut und engagiert. St.Pölten in der Anfangsphsae zwar etwas besser, in der sie ebenfalls erkennen ließen, was sie drauf haben, aber Linz immer überlegener, mit einer Fülle verpasster Chancen (natürlich explizit nicht durch Unvermögen sondern durch Pech nicht genutzt), die nach dem Platzverweis gegen St.Pölten nach anwuchs — und endlich mit dem klar verdienten 1:0 belohnt wurde, der alle rundherum, neben der Hochform, in ebensolche -stimmung versetzte. Die Relegation kann kommen!
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FC Lustenau – Austria Lustenau     1:4 (1:1)
Zuschauer : 2.500    (Schnitt bisher: 948  ; -3.3% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 0 km)
 
Das Derby noch viel leichter abzuhandeln: so oder so ein Pass. Beide haben zwar einen ziemlichen Negativlauf, aber doch oftmals gut gespielt, die Austria sogar mal wieder mit einem Sieg, der FC nur mit ein paar gewohnten Komplimenten. Es bleibt ohnehin bei dem Pass.
 
Auch hier eine tolle Stimmung im Stadion, trotz des sicheren bevorstehenden Abstiegs des FC Lustenau (ein wenig Wehmut sicher dabei), und trotz der miserablen Form/Ergebnisse beider Teams in der gesamten Rückrunde, welche den Teams die letzten beiden Plätzen in diesem inoffiziellen Ranking einbrachte. Die Austria aber weiter verbessert, in der ersten Halbzeit erneut der FC Lustenau mit einer sehr guten Leistung, mit den wirklich herausragenden Akteuren Furkan Aydogdu, Dursun Karatay, Osman Ali, die garantiert in dieser Spielklasse oder sogar einer höheren demnächst Fuß fassen werden, so viel an dieser Stelle hier angekündigt (auch Abwehrmann Vucur gehört dazu). Man ließ sich aber auch von den zunehmend vielen Gegentoren nicht vom Fußball spielen abhalten und produzierte weiterhin Torchancen. Dennoch natürlich ein verdienter Sieg der Austria.
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First Vienna – SV Horn     3:1 (1:0)
Zuschauer :  1.300   (Schnitt bisher: 1.367  ; -38.1% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 86 km)
 
Auch hier wird sicher nichts zu machen sein. Alles passt, sogar die Markteinschätzung, also passt man selbst auch, ohne weitere Worte zu verlieren.
 
Vienna in der Neuauflage des am Dienstag Abend in der ersten Halbzeit beim Stande von 1:1 aufgrund eines heftigen Gewitters abgebrochenen Spieles früh schon besser und mit 1:0 in Front. Nach 30 Minuten gab es einen Ausschluss gegen den Torhüter der Heimmannschaft, als dieser außerhalb des Strafraumes den Ball mit der Hand spielte, wobei ihm Absicht unterstellt wurde. In Überzahl brachte Horn aber dennoch nicht viel zustande, und ab Minute 74 war die Gleichheit wieder hergestellt nach einem Platzverweis gegen Horn. Der einhergehende Elfer wurde verwandelt, das 2:0. Horn kam in der 79. noch einmal heran, aber in der 85. die endgültige Entscheidung mit dem 3:1. Verdienter Sieg, Vienna ok, Horn schwach.
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TSV Hartberg – SCR Altach     1:2 (1:1)
Zuschauer : 900    (Schnitt bisher: 1.007  ; +3.3% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 671 km)
 
Hier sieht es nicht viel anders aus. Altach kann sich hier Platz 2 endgültig sichern, was man, aufgrund des Fehlens anderer Ziele nun einfach als solches ausgegeben hat, aber überzeugt haben sie dennoch nie wirklich komplett, während Hartberg in Horn schon ganz gut gespielt hat und selbst zu guten Chancen kam, mit Parapatits und Tsoumou vorne (der hier für ideal erklärten Besetzung) und nur unglücklich in der Nachspielzeit verloren.
 
Was es bedeutet? Gar nichts. Es bleibt ein Pass.
 
Zu Beginn Hartberg sehr engagiert, mit leichter Überlegenheit, welche nach 31 Minuten sogar die Führung einbrachte. Dann übernahm Altach. Nach 42 Minuten der Ausgleich. In Hälfte 2 Altach aber klar besser, produzierte etliche Torchancen und ging verdient in Führung. Wobei hier mal wieder typischerweise ein „Schönheitsfehler“ angekreidet wird, als, sofern man die Lupe herausnimmt und das Standbild bemüht, dass der Torschütze bei dem direkten Torschuss (dessen Abpraller er verwandelte) möglicherweise um einen Trikotfetzen im Abseits gewesen sein mag. Hier ist ja nur das Problem, den falschen Fokus zu setzen, der da lautet: wenn du, Schiri, das nächste Mal ganz genau hinschaust, dann könnte es gelingen, bei JEDEM Tor etwas auszusetzen und es abzuerkennen. Tatsächlich geschieht ja das umgekehrte „Versehen“ auch viel häufiger, wird aber stets nur mit dem lapidaren „hier irrte er“ abgetan. Das eine also — das Aberkennen — eine Bagatelle, dass andere eine schwere Sünde. Ergibt für die Folge: lieber Aberkennen, da kommt man immer gut bei weg.
Unterm Strich also verdienter Erfolg der Altacher, die in einer Phase vielleicht zeigten, dass sie die bessere Mannschaft sind, aber doch wieder und wieder nicht komplett überzeugen können.
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SV Kapfenberg – SV Grödig     1:1 (1:1)
Zuschauer : 996    (Schnitt bisher: 831  ; -65.8% als Absteiger gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 233 km)
 
Eine absolut ausgeglichene Partie, wie man findet. Grödig hat zuletzt wirklich eine Ausnahmeklasse unter Beweis gestellt in einem Spiel, in dem NUR Fußball gespielt wurde (und weder gekratzt noch gebissen, und sowieso nicht anderweitig gefoult). Das Bällchen lief flüssig und gekonnt durch die eigenen Reihen und man hätte auch locker mehr als die zwei Tore machen können. Was man zu sehen bekam, war jedenfalls das Topniveau der Liga, welches nicht auf reines Ergebnisse einfahren ausgerichtet war.
 
Kapfenberg hat den Betriebsunfall der einzigen Rückrundenniederlage mit dem 2:0 gegen den FC Lustenau prompt wieder ausgebügelt. Sie stehen auf 4, und das wäre sogar ein ordentlicher Abschluss, falls da nicht sogar noch Platz 3 in Aussicht stünde, was man dann schon als sensationell bezeichnen müsste. Die Verletztenliste dürfte aber nicht schon für dieses Spiel so erheblich kürzer werden, so dass man sich auch nicht FÜR sie aussprechen könnte.
 
Weder für diesen, noch für jenen: ein Pass.
 
Beide haben sich auch in diesem Spiel ordentlich bemüht und keineswegs schlechten Fußball gespielt. Kapfenberg mit der noch immer langen Verletztenliste, Grödig ebenfalls mit einigen Ersatzleuten, was aber dem Spiel kaum schadete. Beide hatten ihre Möglichkeiten, das 1:1 insofern verdient. Als es einen Ausschluss gab gegen einen Grödiger wegen Torraubs, zudem Elfmeter, hätte das Spiel Richtung Heimelf laufen können, falls der Elfer denn verwandelt worden wäre. Wurde er aber nicht und danach, in Unterzahl, beschränkte sich Grödig erfolgreich auf die Defensive. Das Spiel nicht mehr so gut.
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