Rückblick Österreich tipp 3 Bundesliga, 34. Spieltag

in Kürze:

 
Ein paar Neigungen hätte man schon, aber es reicht nirgends zu einem ausgewachsenen Tipp. So stehen zwar die Entscheidungen an, insofern eigentlich eine spannende Saisonphase, aber doch drängt sich niemand so ganz gewaltig auf. Ob es nur an den Konstellationen liegt, an der guten Justierung des Marktes, an den Leistungsschwankungen der Teams oder am eigenen mangelnden Selbstvertrauen lässt sich nicht so leicht ergründen, würde aber vermutlich auch nicht viel ändern.
 
Zum Glück hat man keine Einheiten auf die Neigungen riskiert, denn in der Summe waren diese ungünstig. Die Neigung pro Admira ging zwar auf, aber jene für Ried und Rapid jeweils nicht, wobei zumindest die pro Ried nicht gar so ungünstig war — und dennoch nicht aufging.
 
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Wolfsberger AC – Admira/Wacker Mödling     0:0
Zuschauer :  4.950   (Schnitt bisher: 5.189  ; +93.5% gegenüber Vorsaison, als Aufsteiger )
(Entfernung: 250 km)
 
Wolfsberg zuletzt zwei Mal gar nicht gut und doch mit dem (für den Spielverlauf) sensationellen Punktgewinn (0:0) bei Rapid, einhergehend mit einem erhaltenen 4. Tabellenplatz. Heute müssten sie also dringend — denn Ried und Sturm sitzen ihnen bei einem Punkt Rückstand direkt im Nacken. Aber können sie auch?
 
Denn immerhin treffen sie auf eine überzeugende Admira, die erstmals vollumfänglich die ihnen schon seit Winter unterstellte Klasse auf den Platz bringen konnte beim 3:0 gegen Sturm Graz. Es ist also ein ganz normales Spiel, da aber, im Sinne der Anwendung der angeeigneten Lehre aus Deutschland, Liga 3 (die aber textlich schon zuvor erwähnt war), der Abstiegskampf die größeren Kräfte freisetzen kann, könnte man unter keinen Umständen pro Wolfsberg argumentieren.
 
Wenn also neigte man sich Richtung einem zumindest Teilerfolg der Gäste, ohne dies in einem abrechenbaren Tipp zu verankern.
 
Teamnews:
Wolfsberg ohne Stammtorhüter Christian Dobnik (26, TW, 33/0/0), Gernot Messner (32, ZM, 4/0/0), Sandro Zakany (25, OM, 13/0/0), Christian Falk (26, MS, 17/10/0),
Admira ohne Gernot Plassnegger (35, RV, 25/0/3), René Seebacher (24, RM, 10/0/1), Daniel Toth (25, OM, 14/1/0).
 

Es gibt doch eine ganze Menge zu erzählen über eine Partie, die rein vom Ergebnis her langweilig klingt. Zunächst einmal war es ein verdientes Remis und  nie und nimmer ein 0:0 Spiel.

Die erste Hälfte war geprägt von Verletzungspech für die Admira. Gleich drei Mann verletzten sich mehr oder weniger ohne Fremdeinwirkung und mussten ersetzt werden. Dadurch war die Atmosphäre etwas merkwürdig, auch auf den Tribünen, und die erste Hälfte ging außerdem noch recht ereignislos ab.
In Hälfte 2 aber wurde es sehr lebhaft. Chancen gab es auf beiden Seiten, ohne für irgendjemanden klare Vorteile ausmachen zu können. Jedoch bekam die Admira einen berechtigten Elfmeter zugesprochen, der auf kuriose Art „vereitelt“ wurde. Der Elfer wird so glatt verwandelt, dass man nicht auf den Gedanken kommen konnte — hüben nicht, drüben nicht und noch weniger für die Zuschauer –, dass hier irgendetwas nicht gestimmt haben konnte — und doch soll er wiederholt werden. Der Schiri war der Ansicht, dass Spieler zu früh in den Strafraum gestartet sind.
Nun, hierzu hat man persönlich an anderer Stelle schon einmal philosophiert: irregulär und zu wiederholen ist es abhängig davon, welche Mannschaft den (ersten) Fehler macht. Und: grundsätzlich könnte so gut wie jeder Elfmeter wiederholt werden, bei pingeliger Regelauslegung. Es gibt a) fast regelmäßig das zu frühe Hineinlaufen in den Strafraum, meist von beiden Teams praktiziert, und es gibt b) zumeist einen sich falsch verhaltenden Torhüter, der sich nicht an die Regel „beide Füße auf der Torlinie“ hält.
Falls man aber nun unbedingt wiederholten möchte, so sollte man als Schiri schon wenigstens insoweit fair bleiben, als man Fehlverhalten und Ausgang in Einklang bringt. Wenn der Elfer drin ist, sollte nur das Fehlverhalten der Verwandelnden geahndet werden, falls er nicht drin ist umgekehrt. Also: dieser Elfer war drin, nun stellt sich die Frage, ob die Angreifer oder die Abwehrspieler zuerst den Strafraum betreten haben. Hier ist dies absolut nicht eindeutig. Wenn überhaupt, waren es die Abwehrspieler in dieser Situation. Hätte sich der Torhüter zu früh bewegt und der Ball wäre drin, gäbe es (hier viel offensichtlicherer) keinen Grund, den Strafstoß zu wiederholen.
Der Schiri mag nun die Augen auf die sich zu früh bewegenden Spieler gerichtet haben und gar nicht den Ausgang des Schusses beachtet haben. Er sah, dass sich Spieler zu früh bewegten — was eigentlich immer geschieht — und hielt sich nun für einen guten Schiri, ihn wiederholen zu lassen, sozusagen um ein Exempel zu statuieren. Ja, es gibt Gründe, dies zu tun, auch in dieser Szene (denn selbst bei Gleichzeitigkeit der Bewegung könnte er es ja tun). Nur war es hier gerade ein ungünstiger Fall, um es zu tun, da es hier wohl doch die Abwehrspieler waren, die zu früh innerhalb des Sechzehners waren.
Später gab es noch einige durchaus gute Chancen für beide, in einem ansehnlichen Spiel. Keiner konnte eine nutzen — ändert nichts daran: gerechtes Remis.

 
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Austria Wien – SC Wiener Neustadt     3:1 (2:0)
Zuschauer : 12.000    (Schnitt bisher: 9.278  ; +12.8% gegenüber Vorsaison )
(Entfernung: 61 km)
 
Die Angelegenheit viel zu klar, um mit ihr Kohle machen zu können. Wiener Neustadt zuletzt vorgeführt beim 0:6 von den Roten Bullen (gerade in dem Moment, als man dummerweise eher ihnen als den Gästen vertraute) sind wohl doch letztendlich der allgemein ausgemachte Absteiger. Innsbruck, Mattersburg und Admira haben einfach das höhere Potenzial und die Standfestigkeit und werden es dementsprechend wohl schaffen. Wobei natürlich drei Spiele arg wenig sind und noch sind die Wiener Neustädter ja „safe“ auf Platz 9. 
 
Nun, die Austria hingegen wird wohl alles daran setzen — und sie haben die Klasse dafür –, sich die exakt von diesem Gegner „geraubten“ Tore Vorsprung in der Differenz gegenüber den Bullen zurückzuholen. Sollte man also das Tore schießen einmal eröffnen, so wird man Jagd auf weitere machen — nur scheinbar eine Selbstverständlichkeit, aber gegen diesen Gegner, unabhängig von der Tabellensituation, schon, für einen haushohen Favoriten. 
 
Der Markt wird es bloß exakt genau so sehen. Ein 0:6 nicht gerade eine gute Bewerbung, um die Kurse auf den kommenden Gegner in die Höhe zu treiben. Insofern bleibt nur ein Pass.
 
Teamnews:
Austria hat keine Ausfälle,
Wiener Neustadt ohne Markus Glänzet (25, TW, ohne Einsatz), Matthias Maak (21, IV, 17/0/0), Arvedin Terzic (24, LM, 18/5/6). 
 
Tolle Stimmung in Favoriten vor einer tollen Kulisse. Alle waren in Feierlaune und die Partie lief auch relativ glatt. Vor der Pause einige Chancen für die Heimmannschaft gegen eine kompakte Defensive, aber eben nicht übertrieben viele. Eine nutzte Philipp Hosiner unnachahmlich. Hier sah man wirklich, wer oder was den Unterschied ausmacht. Zum 2:0 führte ein relativ softer Elfer, verdient war es dennoch.
Nach der Pause kam Wiener Neustadt durch einen Standard heran (50.) und sorgte damit für ein bisschen Spannung. Und selbst wenn sich die Austria im Kreieren von Torchancen schwer tat, so ließ sie doch nach hinten nichts zu und kam in der 85. doch noch zum 3:1.
 
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SV Mattersburg – Rapid Wien     2:0 (0:0)
Zuschauer : 9.600    (Schnitt bisher: 4.439  ; -9.5% gegenüber Vorsaison )
(Entfernung: 71 km)
 
Die Paarung könnte so schön sein, wenn da nicht….
 
Man würde sich ganz klar für Rapid aussprechen, denn sie haben weiterhin noch nicht die Ergebnisse eingefahren, damit noch nicht Minimalziel Euroleague gesichert, nur spielt man halt gegen einen in den Abstiegskampf verwickelten Gegner, der damit über die besonderen Extrakräfte verfügt, wie nun mehrfach angemerkt. Mattersburg ist zwar auf 7 derzeit, aber es trennen sie nur 2 Punkte von Platz 10. Somit wird es gerade in den Heimspielen besonders wichtig, etwas mitzunehmen (besser: da zu behalten). Gerade im letzten Heimspiel waren sie auch besonders giftig — und stark, beim 3:1 gegen Wolfsberg. Da sie sogar in Ried in Unterzahl den einen Zählen holen konnten, sind sie auch in guter Verfassung, in jeder Hinsicht.
 
Neigung pro Rapid bleibt, aber sicher kein Tipp mit Einheiten.
 
Teamnews:
Mattersburg ohne Alexander (28, IV, 12/1/0), Rotsperre, Nedeljko Malic (25, IV, 9/0/0), Lukas Rath (21, IV, 15/0/1), Manuel Seidl (24, DM, 22/3/3), Dominik Doleschal (24, RM, 4/1/0), Ilco Naumoski (29, MS, 27/4/2),
Rapid ohne Gerson (21, IV, 26/0/0), Thomas Schrammel (25, LV, 18/0/2), Michale Schimpelsberger (22, RV, 16/0/1), Steffen Hofmann (32, OM, 20/2/9).
 
Die Teamnews nehmen sich nicht so viel, aber doch wird die Neigung pro Rapid eher verstärkt, vor allem durch den Ausfall von Naumoski, denn Hofmann fehlt ja schon lange bei Rapid.
 
Die Zuschauerzahl sollte eigentlich darauf deuten, dass sich einige Rapid Fans auf den kurzen Weg gemacht hatten. Von der Stimmung im Stadion her war aber davon wenig zu spüren, das fühlte sich eher nach einseitiger Unterstützung für die Hausherren an. Nun, sie hatten ja auch wirklich ein paar tolle Spiele hingelegt und waren, nachdem sie auf den letzten Platz zurückgefallen waren, überzeugt, diesen wieder abgeben zu können — und haben es bewiesen.
Von Rapid war nicht viel zu sehen, und selbst wenn beide Tore ihre eigene kleine Geschichte haben — dem 1:0 ging ein Freistoß voraus, der nicht berechtigt war und der Torschütze stand sogar einen Tick im Abseits und dem 2:0 ein Handspiel des Stürmers, und es fiel erst in der Nachspielzeit — , so ist der Sieg dennoch verdient.
Ganz stark also Mattersburg, während Rapid sich für die Euroleague noch einmal anstrengen muss.
 
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Red Bull Salzburg – Wacker Innsbruck     3:1 (0:1)
Zuschauer : 7.520    (Schnitt bisher: 7.934  ; -19.5% gegenüber Vorsaison )
(Entfernung: 187 km)
 
Fast exakt die gleiche Paarung wie Austria gegen Wiener Neustadt. Haushoher Favorit (der auf Torejagd geht) gegen Team im Abstiegskampf. Das bereits mehrfach erwähnte schwere Restprogramm der Innsbrucker schlägt hier maximal zu: schwerer als hier könnten sie es einfach nicht haben, auch nicht bei der Austria. 
 
So spielerisch leicht, wie die Bullen in Wiener Neustadt „durchmarschierten“ dürfte auch die oftmals so löchrige Innsbrucker Defensive kaum einen Verteidigungswall aufbauen können. Für das eine oder andere Tor sind sie vielleicht gut, das haben sie oft genug gezeigt, aber um das Spiel nicht zu verlieren bräuchten sie schon noch etwas mehr (Glück?). 
 
Wenn man ganz ehrlich fragt, wer eher etwas holt: Wiener Neustadt in Wien oder Innsbruck in Salzburg, dann müsste man zwar antworten: „Innsbruck“. Aber niemals könnte es für einen Tipp reichen. Ein Pass, das ist ganz klar.
 
Teamnews:
Salzburg ohne Alexander Walke (29, TW, 30/0/0), Franz Schiemer (27, IV, 26/4/4), Martin Hinteregger (20, IV, 24/2/3), Isaac Vorsah (24, IV, 15/1/0), 
Innsbruck ohne Marco Köfler (22, LM, 1/0/0).
 
Guter Beginn von Salzburg, aber nicht belohnt. Danach Innsbruck immer besser und zeigte ebenfalls tollen Fußball, mit ein paar Chancen, von denen eine das 1:0 brachte. Ausgeglichen in etwa die gesamte Hälfte.
Nach der Pause aber Salzburg unwiderstehlich. Und selbst wenn dem Ausgleich ein nicht geahndetes Foulspiel vorausging — zumindest kontrovers — so gab es doch insgesamt so viele tolle Aktionen und Torchancen, dass das 3:1 absolut in Ordnung geht. In einer solchen Verfassung ist Salzburg halt einfach die Nummer 1. Verwunderlich, dass die Fans das einfach nicht spüren oder schon so verwöhnt sind, denn bei einem solchen Spiel bei einem solchen Wetter eine Kulisse von nur 7.500, damit unter Schnitt, sind schon eine rechte Beleidigung.
Innsbruck ebenfalls stark, selbst wenn sie nach der Pause kaum noch Anteil hatten an dem Spiel.
 
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Sturm Graz – SV Ried     3:1 (1:0)
Zuschauer : 7.895    (Schnitt bisher:  10.981 ; +1.4% gegenüber Vorsaison )
(Entfernung: 242 km)
 
Hoch erfreut ist man natürlich, wenn einer der so zahlreichen irrwitzigen Trainerwechsel einmal voll und ganz „backfired“. Unter Schopp wurden nicht nur absolut keine Punkte geholt und auch keine Leistungen abgeliefert, sondern zusätzlich pro Spiel stets drei Tore kassiert. Wer oder was feuert zurück? Genau, der Rohrkrepierer. 
 
Ried hingegen hat auch im letzten Spiel keineswegs enttäuscht. Es wurde nur ein 1:1, aber die Chancen waren da, das Spiel für sich zu entscheiden (auch schon bei 11 gegen 11). Es war halt nicht, aber es lag nicht an der Leistung, obwohl diese dennoch nicht ganz so toll war wie in manchem Spiel zuvor. Ja, man traut eher den Gästen etwas zu, das stimmt, nur kann man sich auch hier nicht zu einem Tipp durchringen. Es ist eine Art Endspiel um Europa, welches man einfach gewinnen muss (eigentlich beidseitig, denn ein Remis bei jetzt schon Rückstand dürfte zu wenig sein). Die Fans werden zwar skeptisch sein, aber sie werden da sein.
 
So geht auch hier nichts. Neigung pro Ried ja, Tipp nein.
 
Teamnews:
Sturm ohne Andreas Hölzl (28, RV, 18/1/2), Gelb-Rot, Leonhard Kaufmann (24, RV, 17/0/2), Philipp Hütter (22, RV, 4/0/0), Tobias Kainz (20, ZM, 18/0/2), Richard Sukuta-Pasu (22, MS, 29/12/2),
Ried ohne Ausfälle.
 
Auch mit den Neigungen kommt man nicht hin. Wobei dies hier nur für das Endergebnis gilt, nicht aber für den Verlauf.
Sturm tut sich weiterhin extrem schwer. Diesmal gingen sie sogar in Führung — durch einen kuriosen Treffer, ein Eigentor, bei welchem Ruben Okotie aber mitwirkte, der jedoch kurz zuvor nach einem bösen Tritt bereits hätte Rot sehen können/müssen –, aber selbst das sorgte für kein bisschen Sicherheit.
Nach dem Wechsel gab es Gelb-Rot gegen einen Rieder — ein dummes Handspiel in der zweiten Aktion, und selbst wenn berechtigt, so steht es doch in keinem Verhältnis zu dem Tritt von Okotie — , und auch danach wurde es nicht besser seitens Sturm. Ried kam sogar zum Ausgleich, durch ein tolles Tor von René Gartler. Etwas später ein zweiter Ausschluss gegen Ried — ebenfalls Gelb-Rot, aber eine Szene, in der eher beide halten –, nur war Sturm danach zwar überlegen, kein Wunder bei 11 gegen 9, aber noch immer nicht zwingend. Es gelang das 2:1, nur hatte Ried sogar in doppelter Unterzahl eine weitere Riesenchance zum Ausgleich, die fälschlich wegen Abseits unterbunden wurde — ein Spieler allein aufs Tor.
In der Nachspielzeit gelang das 3:1, nur war es hier Abseits.
Also nicht einmal „Besserung“ könnte man Sturm guten Herzens attestieren. Hier war es ein Haufen Suppe und ein mitspielender Schiri, der ihnen zum Sieg verhalf.
 
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