Rückblick Österreich „Heute für Morgen“ Erste Liga, 34. Spieltag

in Kürze:

 
Alle Entscheidungen sind gefallen, und selbst wenn jene um Platz 2 nicht endgültig, so doch wohl insofern jene des Aufstieges, als beide bedrohten Erstligisten die Lizenzvorgaben erfüllen dürften. Bedeutet aber nicht, dass kein Fußball mehr gespielt würde, wie die letzten Runde bereits zeigten: alle kämpfen mit Ehrgeiz, entweder um neue Verträge, um Tabellenplätze, um Siegprämien oder einfach aus Freude am Fußball.
 
Die beiden Tipps gingen auf, mit Horn und Kapfenberg, +4 und +3, wobei jener für Horn durch einen Elfmeter in der Nachspielzeit zustande kam und jener auf Kapfenberg zwar am Ende hätte höher ausfallen sollen, aber zuvor hart umkämpft war. Nun, schämen muss man sich jedenfalls nicht.
 
——————————————————————————————————————————————————–

SCR Altach – First Vienna     3:1 (1:1)
Zuschauer : 1.677    (Schnitt bisher: 2.493  ; -27.2% gegenüber Vorsaison )
(Entfernung: 639 km)
 
Altach hat sich auf Platz 2 fest gesetzt, mit einer doch deutlich besseren Rückrunde als die verkorkste Hinrunde. Dennoch konnten sie nie restlos überzeugen.
 
Die Vienna hatte sicher oftmals das Glück auf ihrer Seite in ein paar sehr kuriosen Spielen, sich aber doch voll und ganz in der Liga etabliert, und die Erfolge längst nicht mehr so zufällig erzielt — selbst wenn beim letzten Sieg gegen Kapfenberg mal wieder einiges an Glück erforderlich war. Platz 6 ist klasse bei den Ansprüchen und dem Kader und selbst wenn etwas zu hoch: gegen sie würde man auch nicht antreten, dazu waren sie in vielen Spielen zu gut.
 
So ist es einfach ein Pass.
 
Teamnews:
Altach hat keine Ausfälle,
die Vienna Markus Speiser (28, IV, 28/0/1), Richard Czar (20, LV, 17/0/2), Bernhard Fucik (22, RA, 13/2/1).
 
Ein klar verdienter Sieg für Altach, der auch locker hätte höher ausfallen können, nach einer allerdings ausgeglichenen ersten Halbzeit, in der die Vienna ebenfalls guten Fußball zeigte und damit den ihnen entgegengebrachten Respekt rechtfertigte.
Nach der Pause gab es aber doch eine klare Überlegenheit, vor allem in den Chancen, welche den klaren Sieg (mit Aussicht auf mehr) verdient machten.
 
——————————————————————————————————————————————————–
Austria Lustenau – Blau Weiß Linz     1:0 (0:0)
Zuschauer :  2.100   (Schnitt bisher: 3.931  ; +0.3% gegenüber Vorsaison )
(Entfernung: 471 km)
 
Dauerhafte Misserfolge führen auch nach guten Leistungen oftmals zu einem (neuerlichen) Einruch. Die Austria aus Lustenau hatte sich nach total verdorbenem Rückrundenauftakt eigentlich wieder gefangen von den Leistungen her und doch alle, auch ihre guten Spiele, in denen sie durchaus zeigten, eigentlich doch zur Spitzengruppe zu gehören, verloren. Nun gab es wieder ein schwaches Spiel beim 1:2 in St.Pölten. Nichts also, was einen zu ihnen hin ziehen könnte. Die Saison ist in den Sand gesetzt, so ist es nun mal.
 
Blau Weiß Linz hat auch bei ein paar Niederlagen davor gezeigt, dass sie durchaus bemüht sind, ihre Form zu halten und sich für die Relegation „einzuspielen“, seit diese Platzierung feststeht und man somit die Verkrampfung ein wenig lösen konnte. Zuletzt gab es sogar mal wieder einen verdienten Sieg nach guter Leistung mit dem 2:1 gegen Horn. Also: gegen sie sowieso nicht. Auf sie aber auch nicht, weil es doch ein paar Gründe gibt, dass sich die Austria im Heimspiel mal wieder stärker präsentieren wird.
 
Demnach auch hier ein Pass.
 
Teamnews:
Austria Lustenau hat keine Ausfälle,
BW Linz ebenfalls nicht.
 
Positiv angemerkt: beide spielten gut und auch die Zuschauer waren doch recht zahlreich erschienen. 2.100 sind doch ein guter Wert für diese Liga und für diesen Saisonverlauf, eigentlich den beider Teams?
Im Spiel selbst haben sich beide auch ganz gut präsentiert. BW Linz ja ohnehin bemüht, die Form für die Relegation zu halten/aufzubauen, und die Austria auf der Suche nach einem Erfolgserlebnis. Selbst wenn auch dieser mit 1:0 nur so knapp ausfiel wie der andere in der Rückrunde (ein 1:0 gegen den FC Lustenau) und selbst wenn er noch immer nicht reichte, die Rote Laterne in der Rückrundentabelle abzugeben, so war er doch verdient in einem ganz guten Spiel. Die Erleichterung ebenfalls spürbar, dass es noch immer geht.
 
——————————————————————————————————————————————————–
SV Horn – TSV Hartberg     2:1 (1:1)
Zuschauer :  1.600   (Schnitt bisher: 1.433  ; Aufsteiger )
(Entfernung: 213 km)
 
Keine Konstanz in den Leistungen, bei beiden nicht. Hartberg nach dem tollen 6:1 gegen FC Lustenau (als Abschluss einer Serie von vier ungeschlagenen Spielen) nun doch wieder mit drei Niederlagen. 
 
Horn hatte eine gute Serie, mit drei zu-Null-Siegen hintereinander, hat aber ganz arg blass ausgesehen in Linz beim 1:2. Der Kader überzeugt aber eigentlich weit mehr bei Horn.
 
Da die fehlende Konstanz beidseitig ist, es für Horn ein Heimspiel ist, sie sogar in Hartberg (kürzlich; ein Nachholspiel) mit 3:0 gewannen und man schon an Vorteile im Kader glaubt auf ihrer Seite, kann man sich hier zu einer 4 von 10 auf die 1 durchringen.
 
Teamnews:
Horn ohne Ersatztorwart Petermann, Emir Delic (21, RM, 21/0/2),
Hartberg René Schicker (28, RM, 9/3/1). 
 
Falls ein Tipp mal aufgeht, muss man natürlich nun auch nicht überkritisch sein. So war es ein gutes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten, leicht im Vorteil die Heimmannschaft, unter anderem mit zwei Lattentreffern. In der Nachspielzeit dann, beim Stande von 1:1, Flanke in den Strafraum, ein Kopfball eines Angreifers — und plötzlich ein Pfiff. Elfmeter.
Nun müsste man wohl annehmen, dass der Schiri diese Texte hier aufmerksam liest. Denn: genau derart sind die ganz vielen aber meist ungeahndeten Handspiele. Fraglos ist ein Abwehrspieler mit der Hand am Ball, da wird wohl niemand den leisesten Zweifel anmelden. Warum also wird, auch in der Kommentierung, dagegen argumentiert? Ja, es war keine direkte Torchance, die zu einer aufgewertet wird, und zwar beinahe der größtmöglichen (dies auch insgesamt  der Grund, warum man intuitiv NICHT pfeifen möchte; man erhöht FAST IMMER die Torchance, und das in einem allgemein sehr torarmen Spiel wie Fußball). Andererseits hätte sie aber entstehen können. Der Abwehrspieler wird zwar von hinten (sogar vom eigenen Mitspieler) angeköpft, aber a) ist die Hand weit ausgefahren, wobei man schon fragen dürfte, warum es der Abwehrspieler tut  (doch nicht etwa, weil er meint, dass er IMMER straffrei ausgeht, wenn der Ball dagegen geht?) und b) wäre der Ball sonst woanders hin geflogen, wo ihn durchaus ein Stürmer hätte erreichen können. Gut der Pfiff, dümmlich und unüberlegt der Kommentar „das war keiner“. Weil er die immergleichen Folgen provoziert: pfeife bloß nicht, dann kann dir nix passieren.
 
——————————————————————————————————————————————————–
SV Kapfenberg – FC Lustenau     2:0 (1:0)
Zuschauer :  920   (Schnitt bisher: 838  ; -65.5% als Absteiger )
(Entfernung: 569 km)
 
Gemein wäre es natürlich, nach der letzten wirklich starken Leistung vom FC Lustenau, als man dennoch (am Ende klar unverdient) mit 1:2 gegen Altach verlor und den Trainer so stolz machte — sehr gut nachvollziehbar –, nun gegen sie anzutreten.
 
Aber doch gibt es ein paar Gründe dafür: Kapfenberg hat eine ganz starke Rückrunde gespielt, ist in der Tabelle weiterhin auf 1. Man hat zuletzt in Wien bei der Vienna verloren, aber es waren wenige Anzeichen, die auf einen Eindruck hindeuteten. Sie hätten gewinnen können, waren die bessere Mannschaft. Es stehen weitere Verbesserungen in der Tabellenposition in Aussicht, da man nur noch 3 Punkte hinter der Austria aus Lustenau und nur einen hinter St.Pölten steht, ginge es sogar um Rang 3. Zusätzlich ist es ein Heimspiel, in welchem, wenn es für beide um wenig geht, es oftmals zugunsten der Heimmannschaft läuft.
 
Somit 3 von 10 auf die 1.
 
Teamnews:
Kapfenberg ohne Andreas Lukse (25, TW, 23/0/0), Lukas Graf (IV, 18, 3/0/0), Dominic Pürcher (24, LV, 24/2/2), René Pitter (23, RV, 3/0/0), Ismael Barragan (27, DM, 8/0/0), Rotsperre, Mario Grgic (21, ZM, 19/0/1), Dieter Elsnegg (23, HS, 25/7/10), Sanel Kuljic (35, MS, 12/2/1),
FC Lustenau hat keine Ausfälle.
 
Wie es scheint, ist die Liste bei Kapfenberg noch länger geworden (und niemand ist zurück), da man ohnehin keine besonders gute Rechtfertigung hatte, gegen den FC Lustenau anzutreten, wird es einfach doch ein Pass. 
 
Der FC Lustenau erneut mit einem ehrenwerten Auftritt. Vor dem Rückstand war die Partie in etwa ausgeglichen und auch die Gäste hatten ihre Chancen. Kapfenberg ging durch einen Standard in Führung (38.), die man durch einen weiteren ausbauen konnte (58.). Danach allerdings hätte der Sieg weit höher ausfallen müssen.
Nein, man kann sich kaum Vorwürfe machen, auf den Tipp verzichtet zu haben.
——————————————————————————————————————————————————–
SV Grödig – SKN St.Pölten     2:2 (1:1)
Zuschauer :  750   (Schnitt bisher: 741 ; -4.6% gegenüber Vorsaison )
(Entfernung: 252 km)
 
Beide in guter Verfassung, Grödig hat sich nach der Meisterentscheidung kein bisschen hängen lassen sondern auch in Hartberg mit 2:0 gewonnen. Gut, ja, es waren zumeist Spieler aus dem zweiten Glied am Start, die sicher dadurch gut motiviert waren, aber immerhin war es ein gutes Zeichen, weiter zu machen.
 
St.Pölten hat mit einer sehr guten Leistung die Austria aus Lustenau mit 2:1 besiegt und auch davor nur eines von sieben Spielen verloren. Sie kämpfen sicher um Platz 3.
 
Nichts zu erkennen hier, also ein Pass.
 
Teamnews:
Grödig ohne David Schartner (24, TW, ohne Einsatz), der Rest ist einsatzbereit,
St.Pölten ohne Robert Gruberbauer (24, MS, 19/3/2).
 
Was sollte man nun hier noch viel erzählen? Gerechtes Remis, ok. Spielverlauf: St.Pölten gelingt das erste Tor, in einem doch arg nach Freundschafts- anmutenden Spiel, welches aber die Heimelf kurz darauf egalisieren kann. Nach der Pause gar die Führung, und das nicht einmal unverdient, denn Grödig spielte sehr schönen Fußball, beidseitig wurde aber körperlos gespielt. Erst in der 70. kam St.Pölten einmal richtig nach vorne und direkt fiel nach einer Ecke das 2:2 (70.). Nun kam St.Pölten noch einmal auf, deshalb das Remis verdient.
Wenn man noch etwas erzählen sollte, dann beträfe es den Aufstieg von Grödig und die Zuschauer: selbst nun, als Meister, kommen nur 750 Zuschauer. Man steht auf dem letzten Platz in der Gunst der Zuschauer in dieser Liga — und es scheint keine Aussicht auf Besserung zu geben. Man ist schon geneigt, dem Bürgermeister ein wenig Recht zu geben: was soll Grödig eigentlich in der Bundesliga? Irgendwas ist da auch rundherum faul. Nicht jetzt bei Grödig speziell, eher im gesamten Geschäft Fußball.
 
——————————————————————————————————————————————————–

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s