Rückblick Österreich tipp 3 Bundesliga, 33. Spieltag

in Kürze:

Diese Liga bietet überall Spannung. Hinten ganz heiß, vorne kann es sich entwickeln — noch lässt Salzburg nicht locker — und der Rest spielt um die Euroleague. Das ergibt schon ein paar Empfehlungen. Wobei diese oder jene schon verblüffen könnte.
 
+4 auf die Admira, +6 auf die Austria, -5 auf Ried und -4 auf Wiener Neustadt. Die Summe ergibt ein Plus von einer Einheit. Vertretbar, natürlich. Aber in keinster Weise befriedigend. Zumal beispielsweise Ried eine sehr lange Zeit mit 11 gegen 10 spielte. Falls man es nun gewonnen hätte, hätte es zwar keine besonderen Schlüsse zugelassen, nur hätte man das Geld (so, wie man auch oftmals Spiele nach einem Ausschluss GEGEN die eigene Mannschaft abhakt als Verlust, der ja dann auch meist eintritt, nicht wieder bekommt) nicht zurückgeben müssen. Schämen sollte man sich selbst dafür, je gegen Salzburg angetreten zu sein. Sie sind die ausgemachte Nummer 1 — bei allem Respekt vor den Leistungen der Austria — und sie haben nach dem Pokal aus a) ohnehin nichts anderes mehr, für das sie spielen könnten, und b) eine Menge wieder gut zu machen, abgesehen von c) unter der Woche einen durchgewürfelten Kader für den „Spaziergang“ (der zum Stolperstein wurde) Pasching — der Satellitenclub übrigens — aufgeboten.
 
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Admira/Wacker Mödling – Sturm Graz       3:0 (2:0)
Zuschauer: 3.596    (Schnitt bisher: 3.134  ; -30.2% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 182 km)
 
Was hat Sturm nun die ganze Saison über geleistet, was speziell in der Rückrunde? Sie waren auf dem Weg, wieder das alte Sturm zu werden, welches jahrelang eine führende Rolle in der Liga spielte und teilweise den Großclubs aus Wien und Salzburg die Stirn bot. Sie hatten stets ein solides Fanpotenzial und in dieser Saison die Chance, sich wieder um Europastartplätze zu bewerben. Dann gewinnt man drei Mal in Folge nicht — und schon muss der Trainer gehen. Die Quittung? Verunsicherung, noch immer keine Leistung und noch weniger Ergebnisse. Was sollte der Unsinn? Beim 1:3 gegen Rapid waren sie klar unterlegen und davor setzte es ein 0:3 in Wolfsberg. 6 Spiele nun ohne Sieg, bei nur zwei Punkten. Was könnte für sie sprechen?
 
Admira steht nun maximal mit dem Rücken zur Wand. Sie müssen einfach dieses Spiel gewinnen, aber ein Sieg könnte sie direkt vom Abstiegsplatz wegkatapultieren, so eng ist die Lage. Dass Potenzial vorhanden ist, sah man mal wieder beim 1:2 in Salzburg, als man sogar in Führung ging in Hälfte 2 — und dennoch am Ende leer ausging (was IN Salzburg wohl jedem schon mal passiert ist). Davor war die Wiener Austria zu Gast, die einfach zu stark für sie war.
 
Hier und heute ist nun die Chance, diese miese Saison zu retten. Selbst wenn es für beide gilt: man traut es der Heimmannschaft mehr zu. 4 von 10 auf die 1.
 
Eine ganz klare Angelegenheit. Phantastische Tore gab es zu sehen und eine entfesselte Admira, gegen einen Gegner, der vor allem mit sich selbst zu tun hatte. Wobei man durchaus anmerken darf, dass Sturm in zwei typischen Szenen klar benachteiligt wurde. Es handelte sich zwar um zwei der ganz wenigen Offensivaktionen, insofern wäre es nicht verdient, aber dennoch, die Partie hätte sich ja auch total anders entwickeln können.
In der ersten Szene gibt es einen langen Ball auf Imre Szabics, der vielleicht einen Tick eher am Ball wäre als sein Gegenspieler und freie Fahrt Richtung Tor hätte. Der Gegenspieler geht mit maximalem Körpereinsatz ausschließlich gegen Sazbics. Selbst wenn man sagen dürfte „grenzwertig“ wäre die Frage, warum es, sofern grenzwertig, immer gegen den Angreifer und für den Abwehrspieler ausgelegt wird? Und weiterhin: falls der Angreifer seinen Körper auch nur halb so kräftig einsetzen würde und dies allein zur Gegenwehr täte, wäre es bereits lange vorher Stürmerfoul. Es ist einfach ungerecht und faul, stinkt zum Himmel, nur scheinen sich alle einig zu sein, dass es am schönsten ist, wenn man KEINE Torszenen zu sehen bekommt. Und in der Folge fade Spiele, die meist mit dem 1:0 erledigt sind — falls es überhaupt je fällt.
In der anderen Szene (beim Stande von 0:2) geht ein Stürmer (klar, von Sturm) frei durch, ein Abwehrmann eilt aber gerade noch heran und „stellt“ den Stürmer im Strafraum. Der Angreifer legt den Ball einmal kurz zurück und lässt damit den Abwehrspieler ins Leere rutschen. Nun hätte er wirklich ganz freie Schussbahn. Aber: der rutschende Abwehrspieler fährt seinen Arm im Fallen nach hinten aus, stützt sich natürlich zum Schein darauf ab, tut so, als ob er nun zufällig genau so fällt, dass der Arm den Ball blockiert. Es wäre ja nicht einmal die Frage, ob es Absicht war (an welcher von hier aus keinerlei Zweifel besteht). Denn: der Ball läge dem Stürmer schussbereit auf dem Fuß, wenn der Arm ihn nicht abhalten würde. Also ist es so oder so Elfmeter, zugleich „Torraub“, wie es in Österreich heißt (also Rot). Nur gibt es weder dies noch dies und weder Torszene noch Tor — und alle scheinen zufrieden, außer den ganz offensichtlich als parteiisch abgestempelten Grazern. Denn sogar der Sprecher nimmt Schiri und Verteidiger in Schutz: „Kann man nicht von unnatürlich sprechen…“ Wie blöd kann man nur sein?
Ändert aber nichts daran: Sturm unter Trainer Schopp fast desolat, in drei Spielen ohne Punkt. Admira, durch dieses oder jenes schöne Tor beflügelt, mit einer ganz starken Vorstellung. Der Tipp war mehr als gut.
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Wacker Innsbruck – Austria Wien       0:3 (0:0)
Zuschauer: 6.780    (Schnitt bisher: 4.912  ; -23.2% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 476 km)
 
So sehr es einem auch gelungen sein mag, die Innsbrucker vom letzten Platz „weggelobt“ zu haben (7 Punkte aus drei Spielen zuletzt), so wenig kann man es ihnen hier zutrauen, den Gegner und Spitzenreiter zu stoppen. Die Austria verteidigt den 1. Platz einfach und der Weg bis zur Ziellinie ist überschaubar weit, so dass man klar daran glaubt. Die Leistungen waren durchgehend gut und zuletzt auch wieder die Ergebnisse.
 
Auch hier dürfte ein Sieg gelingen. 6 von 10 auf die 2.
 
Innsbruck hielt lange Zeit sehr gut dagegen und kam selbst (erneut) zu vielen Torschüssen und Ecken. Sie sind stark, das kann man nicht anders sagen. Die Austria brauchte eine sehr lange Zeit, bis man feststellen konnte, dass eigentlich sie die bessere Mannschaft sind, aber immerhin gelang dies überhaupt. In Hälfte 2 war es schon ein dominantes Auftreten, wobei dies in der Summe nur bedeuten würde, dass die Partie ausgeglichen war. Die zweite Hälfte zählt aber doch etwas mehr (man könnte sagen: der Gast lässt die Heimelf „sich austoben“, wobei natürlich auch ein Tor hätte herausspringen können), und so war der späte Erfolg doch gerade so verdient. Als das 1:0 fiel, brachen alle Dämme, aber das ist ja a) normal und b) den tapfer kämpfenden Innsbruckern nicht vorzuhalten.
Die Wette war aber doch nicht wirklich gut. Dafür war Innsbruck zu stark und die „Überlegenheit“ zu gering.
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Rapid Wien – Wolfsberger AC       0:0
Zuschauer: 13.400    (Schnitt bisher: 14.302  ; -12.6% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 268 km)
 
Auf keinen Fall möchte man nun gegen Rapid antreten. Sie haben sich allmählich wieder stabilisiert und beim 3:1 in Graz teils hervorragend gespielt. Den dritten Platz haben sie sicher in den Händen (bei 5 Punkten Vorsprung auf den heutigen Genger) und werden sich diesen nicht nehmen lassen.
 
Wolfsberg hat arg enttäuscht beim 1:3 in Mattersburg, als man erst in der Schlussphase teilweise den gelungenen Kombinationsfußball sehen konnte, der sie auf Platz 4 gehievt hat. Nicht auf sie, nicht gegen sie, was für beide gilt.
 
Ein Pass.
 
Hier hätte sich Rapid ganz klar den Sieg verdient gehabt. Trotz der frühen üblen Verletzung eines der Leistungsträger (Deni Aler; es war die Rede von Achillessehnenriss) waren sie klar dominant und hatten etliche Hochkaräter. Wolfsberg war ziemlich blass und wurde an die Wand gespielt, hatte nur das Glück, nicht längst schon (klar) zurück zu liegen und kam so gegen Ende des Spiels doch noch einmal hinein und selbst zu ein paar Aktionen. Teilweise aber kuriose, unfassbare Szenen, die sich in Hälfte 1 im Wolfsberger Strafraum abspielten, bei einigen Pfostentreffern. Riesiges Pech, dass es hier nicht zumindest mal die Führung gab.
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SV Ried – SV Mattersburg     1:1 (1:1)
Zuschauer: ?   (Schnitt bisher: 4.242  ; -13.7% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 300 km)
 
Mattersburg mit wirklich toller Leistung beim 3:1 gegen Wolfsberg, als man den Gegner in der Anfangsphase förmlich überrannte. Gut, man hat auch Potenzial gesehen, sehr hohes Potenzial (Ilco Naumoski). Nur war der Gegner ja hier gar nicht auf dem Platz. Und gegen Ende wäre es beinahe noch einmal eng geworden, als der Sitzer zum 2:3 ausgelassen wurde. Davor stehen haufenweise miese Ergebnisse, die sie bis Platz 10 transportiert hatten.
 
Gegenüber steht ihnen ein Ried, welches absolut überzeugen konnte seit der Rückkehr von René Gartler. Hat man das letzte Woche auch schon geschrieben, so gibt es, trotz einer 1:3 Niederlage bei der Austria, keine Einschränkung. Die Austria ist eben eine Nummer zu groß und abgesehen davon hatte man in diesem Spiel ebenfalls seine Momente. Europa ist zum Greifen nahe bei einem Punkt Rückstand auf zwei Teams, also wird man es hier daheim angehen. Rücksicht wird es jedenfalls keine geben, davon ist nicht auszugehen.
 
5 von 10 auf die 1.
 
Das Wesentlich über die Partie ist oben bereits gesagt. Ried mit besserem Start und ein paar Gelegenheiten. Die Führung für die Gäste aus dem Nichts, nicht einmal der Torschütze wollte glauben, dass sein Kullerball drin war. Danach kam Ried zurück und verdient zum 1:1. Ein Ausschluss gegen Mattersburg gab der Partie die klaren Vorzeichen. Mattersburg beschränkte sich (lange Zeit) auf die Defensive und hielt ganz gut dicht. Ried nicht so stark wie erwartet, wobei der Sieg natürlich an vielen Stellen einfach so hätte „abfallen“ können. Spät ebenfalls eine Rote Karte gegen Ried, wonach beide auf den Sieg gingen.
Keine so gute Wette, weil Ried einfach nicht ganz das spielte, was man von ihnen gesehen hatte. Allerdings lag man ja auch unglücklich zurück. Nun ja…
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SC Wiener Neustadt – Red Bull Salzburg      0:6 (0:2)
Zuschauer: 2.300   (Schnitt bisher: 2.834  ; -1.5% gegenüber Vorsaison)
(Entfernung: 328 km)
 
Die Roten Bullen nun mit dem deprimierenden Pokalaus gegen Regionalligist Pasching unter der Woche. Ob das eher hilft oder schadet? Ob des einen Hinweis auf das Leistungsvermögen derzeit gibt? Ob es Kraft gekostet hat? Alles schwierig zu beantwortende Fragen. Das 2:1 gegen die Admira könnte aber auch schon nicht restlos überzeugen.  Und wie sieht es überhaupt mit der Überzeugungskraft bezüglich Titelgewinn aus? Austria zieht ihre Kreise
 
Wiener Neustadt hingegen weist erstaunlich viele Parallelen zu der Vienna eine Klasse tiefer auf: designierte Absteiger, die sich in dieser Außenseiterrolle wohl fühlen und permanent die vermeintlich Großen ärgern, und seit langem schon mit guten Leistungen zu beeindrucken wissen, damit den Abstieg vielleicht vermeidend. Auch die Wiener Neustädter haben im letzten Spiel eine Leistung gezeigt, welche  man schwerlich von einem echten Spitzenteam hätte unterscheiden können, falls man die Namen, Gesichter, Trikots hätte unkenntlich machen können und einen Experten davor gesetzt, der „raten“ soll, wer da spielt. Austria Wien? Salzburg? Alles falsch: Wiener Neustadt war es. Das Gleiche tat der Gegner aber auch und es wurde ein wahres Spitzenspiel mit einem gerechten 2:2 gegen Innsbruck, welches auch, mit dem erforderlichen Glück, jeder der beiden hätte gewinnen können.
 
Was es hier bedeutet? 4 von 10 auf 1 oder X.
 
Der erste Angriff von Salzburg nach wenigen Minuten, Soriano geht in den Strafraum, gegen ein paar Gegenspieler, zieht ab — drin. Die zweite Szene sehr ähnlich: wieder ein Torschuss, nach 16 Minuten, wieder drin. Klar hatte Salzburg bis dahin das Spiel bestimmt. Aber doch nur zwei Mal draufgeschossen. Da haben andere mehr Versuche (speziell Rapid) und treffen, ohne etwas falsch zu machen, gar nicht.
Die Partie damit so gut wie entschieden. Allerdings kam Wiener Neustadt in Hälfte 2 allmählich doch — für eine kurze Phase — etwas besser hinein, zu einer Chance, dann aber direkt das 0:3 durch einen abgefälschten Schuss. Im Anschluss gingen die Gäste auf Torejagd, aufgrund der bisher schlechteren Differenz gegenüber der Austria, die ja noch wichtig werden kann.
Merkwürdig aber mal wieder, wie tumb die Sprecher sind (auch beim abschließenden „Talk und Tore“ bei Sky: sie reden davon, dass die Differenz wichtig sein kann und dass man nun auf drei Tore heran wäre. Im Abschlussspiel könnte man nun die Austria, falls die drei Punkte bis dahin aufgeholt sind (insgesamt sind es 6 Punkte Rückstand derzeit, also muss die Austria ein Mal verlieren und Salzburg beide Spiele gewinnen, da noch drei Spiele ausstehen).
So, diese drei fehlenden Tore holt man auf jeden Fall auf, wenn die Austria einmal verliert, Salzburg parallel gewinnt (macht Minimum zwei Tore), und im letzten Spiel müsste Salzburg ja eh gewinnen gegen die Austria, damit Punktgleichheit besteht, und hätte zugleich mindestens zwei weitere Tore aufgeholt. Das bedeutet, dass man, falls man die 6 Punkte aufholt, mindestens vier Tore gutmacht. Weiterhin: Salzburg hat jetzt schon das so gesehen bessere Torverhältnis. Die um 3 Tore schlechtere Differenz ist eigentlich die günstigere, da ja der Fall vorausgesetzt sein muss, dass sie die 6 Punkte aufholen.
Es gibt natürlich noch ein Spiel zwischendurch, welches beide nur gleich spielen müssten (also: es könnten auch beide verlieren oder beide Remis spielen, nur damit die Tordifferenz eine Rolle spielen kann am Ende). In diesem Spiel könnte die Austria natürlich noch einmal Tore gut machen (oder: weniger schlecht, falls beide verlieren), aber doch bleibt die Kernaussage: derzeit ist für den Fall, dass die Tordifferenz eine Rolle spielt, jene der Salzburger günstiger.
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