Rückblick 3. Bundesliga 37. Spieltag

in Kürze:

Fast alle Partien haben die gleiche Bauart: muss gegen braucht nicht. Oben stehen fast alle Entscheidungen aus, und unten erst recht. Es gibt aber genügend Gegner aus dem Mittelfeld, die zur Verfügung stehen für diese Konstellation. Es hätt ja auch mehr Paarungen der Bauart „muss gegen muss“ oder „braucht nicht gegen braucht nicht“ geben können. Wobei selbst hier noch die Konstellationen „Aufstiegskandidat gegen Aufstiegskandidat“, Aufstiegskandidat gegen Abstiegskandidat“ beziehungsweise „Abstiegskandidat gegen Abstiegskandidat“ möglich wären. Davon gibt es nur eine: Bielefeld gegen Osnabrück (Kategorie 1). 
 
Der Rest sieht gleich aus. Hier stemmt man sich zwar fast immer gegen die Markteinschätzung, die dem „muss Gewinner“ meist einen zu kleinen Kurs auslobt, man möchte aber dennoch nur der Neigung Ausdruck verleihen und keine Einheiten darauf riskieren. Dies sollte der Leser also für sich selbst entscheiden, wo es ihm schmeckt.
 
Eine Ausnahme gibt es auch hier: Münster in Unterhaching. Hier vertritt man die Meinung, dass der Kurs auf Münster gar nicht zu klein sein kann. Sie gewinnen einfach.
 
Der einzige echte Tipp, dafür aber mit der Maximalzahl an Einheiten ging ganz übel in die Hose. Nichts, was man zur Rechtfertigung hier vortragen könnte. -10, das ist alles. Mit den Neigungen lag man insofern richtig, als die meisten designierten Verlierer doch eine ordentliche Vorstellung boten und einige auch Punkte einfuhren. Ausnahme vielleicht Wehen in Offenbach, die kaum ins Spiel kamen. Chemnitz hat aber auch nicht viel gemacht — und doch einen sehr glücklichen Punkt mitgenommen. Was lernt man für die Zukunft? Nun, wie erwähnt, setzt der Abstiegskampf in der ganz heißen Phase meist doch besondere Kräfte frei. Dagegen stellen ist wohl sinnlos.
 
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Alemannia Aachen – VfB Stuttgart II       4:2 (1:0)
Zuschauer : 8.892     (Schnitt bisher: 11.513  ; Vorsaison: Absteiger)
(Entfernung: 416 km)
 
Natürlich heißt es hier: nichts machen. Dennoch: beeindruckend stark Stuttgart im letzten Spiel beim 0:1 gegen Bielefeld, welches sie klar hätten gewinnen sollen. Aachen in der jetzigen Aufstellung und Verfassung klar das schwächste Team. Gute Nachrichten aber in gewisser Weise: René van Eck bleibt auch in der Regionalliga Trainer und die Insolvenz wird erst am 1. Juli angemeldet. Die Ergebnisse bleiben also bestehen. Sportlich ist der Abstieg dennoch besiegelt mit der letzten Niederlage. 
 
Die Alemannia ließ sich erneut nicht hängen, wie man ja bereits am Ergebnis erkennt. Auch die Kulisse beeindruckend: bei einem sicheren Absteiger kommen fast 9.000? Über die gesamte Saison haben sie nun zwar die Führung in dieser Kategorie abgeben müssen (an den KSC, durch den Rekordbesuch dort), aber ein zweiter Platz bei den Zuschauern sind bei einem letzten Platz in der Tabelle sicher mehr als nur eine Ausnahme. Das ist eine Sensation.
So haben sie sich auch präsentiert, natürlich gegen einen nicht unbedingt auf Sieg eingestellten Gegner. Dennoch: nach der tollen Anfangsphase mit einer 2:0 Führung kamen die Gäste (wie bei der Partie Erfurt gegen Darmstadt, die Torfolge und das Ergebnis) zwischendurch zum 2:2, hier fiel dieses Tor allerdings erst in der 72. Minute. Direkt danach aber die erneute Führung für die Gastgeber, und kurz vor Schluss die Entscheidung.
Tolles, offensiv geführtes Spiel mit Chancen für beide, verdienter Sieg aber doch für die Alemannia, die die etwas längeren Phasen hatte.
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SV Babelsberg 03 – Wacker Burghausen     0:4 (0:1)
Zuschauer : 2.703    (Schnitt bisher: 3.090  ; Vorsaison: 2.427)
(Entfernung: 624 km)
 
Hier ebenfalls eine viel zu klare Angelegenheit, als dass man sich je verwickeln würde. Der Markt erkennt, dass Babelsberg einen Sieg benötigt und Burghausen nichts, der Kurs ist eh im Keller.
 
Dennoch würde man hier, nach den letzten gesehenen Auftritten von Burghausen, in denen sie sich eigentlich gut präsentierten (sie verloren nur zwei Mal in den letzten sieben Spielen, und das in Osnabrück zuletzt war unglücklich) und es keineswegs nach desinteressiertem „Saison ausklingen lassen“ aussah, ihne zutrauen, eine weitere engagierte Leistung hinzulegen und die Partie nicht abzuschenken. Andererseits wird Babelsberg nun wohl alle Register ziehen. Ihre Standards sind sehr gut und ebenso ihre Physis. Der 3:1 Sieg gegen Unterhaching war in dem Sinne kein Gradmesser, als der Gegner einfach nicht mitspielte.
 
Wenn man so will, dann ging die Neigung hier auf: Burghausen ließ sich nicht hängen, im Gegenteil. Allerdings hatten sie auch Wiedergutmachung versprochen, da sie am Donnerstag aus dem bayerischen Pokal ausgeschieden waren (im Finale gegen Rosenheim 1860 verloren). Babelsberg ziemlich desolat, aber, wie man sieht, haben auch die Zuschauer nicht reagiert: nur 2.700 bei einem überlebenswichtigen Spiel? Das spricht Bände: man will diese Mannschaft einfach nicht.
Dabei hatte Babelsberg sogar über eine Halbzeit lang Überzahl, nachdem ein Innenverteidiger der Burghausener, Omdiagbe, bereits verwarnt, nach einer Verletzung behandelt wurde, sein Trikot, wohl gerade wieder auf dem Feld, welches voller Blut war, wechselte, und urplötzlich dafür Gelb-Rot sah. Auch da dürfte man natürlich ein wenig „umdenken“. Was hat das mit einer Unsportlichkeit zu tun?
Es gab ein paar Chancen, das ja, sogar eine Druckphase, aber insgesamt war es nicht wirklich viel. Burghausen stand recht sicher — und konterte in Hälfte zwei sehr erfolgreich gegen eine aufgelöste Hintermannschaft. Natürlich ist das 4:0 nicht verdient, wobei ja der Platzverweis ja auch nicht als berechtigt anzusehen ist (egal, was die Regeln dazu sagen).
Da nur noch ein Spiel aussteht, ist es nun unerheblich, von einer Verfassung zu reden. Babelsberg steht auf einem Abstiegsrang — und so könnte es auch bleiben.
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Arminia Bielefeld – VfL Osnabrück       1:0 (0:0)
Zuschauer : 26.500    (Schnitt bisher: 10.329  ; Vorsaison: 8.930)
(Entfernung: 53 km)
 
Dieses Spitzenspiel und zugleich Derby lädt dazu ein —- die Füße still zu halten. Beide haben zuletzt glücklich mit 1:0 gewonnen, Bielefeld dabei mit einer wirklich mehr als mäßigen Leistung, während bei Osnabrück die erste Halbzeit passte und am Schluss Verkrampfung einsetzte gegen ein starkes Burghausen. Also: in guter Verfassung sind beide nicht wirklich und man möchte einfach keinen haben.  Wobei das Spiel extrem wichtig ist. Bielefeld auf 2 mit 3 Punkten Vorsprung auf einem direkten Aufstiegsplatz, Osnabrück hätte den zwar auch gerne — dafür wäre ein Sieg erforderlich — zugleich aber haben sie einige Konkurrenz im Nacken, der sie sogar Platz 3 kosten könnte (das gilt natürlich auch für Bielefeld im Falle einer Niederlage). 
 
Das Pass bleibt dennoch.
 
Bielefeld mit erheblichen Verletzungssorgen, zudem verletzte sich Innenverteidiger Hornig nach 5 Minuten. So war Osnabrück die meiste Zeit die überlegene Mannschaft — das Tor aber erzielte Bielefeld. So war der Aufstieg klar gemacht, aber, nicht nur in diesem Spiel, stand ihnen das Glück etwas beiseite. So sagte Trainer Krämer auch, dass Bielefeld nicht die beste Mannschaft, aber das beste Team hätte. Osnabrück bleibt aber doch die Chance auf Platz 3, wobei Heidenheim da durch den eigenen Sieg nun erst einmal die Nase vorn hat.
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Borussia Dortmund II – Hallescher FC     2:2 (1:1)
Zuschauer : 2.079    (Schnitt bisher: 2.077  ; Vorsaison: Aufsteiger)
(Entfernung: 376 km)
 
Auch hier die Angelegenheit sonnenklar, wird der Markt meinen: Dortmund muss, Halle braucht nicht. 
Dortmund immer stärker werdend in den letzten Spielen und unter der Woche — gegen ein gerettetes Erfurt, also in einer ähnlichen Konstellation wie hier — mit einem 4:3 Sieg, der die Chancen für den Klassenerhalt so richtig aufleben ließ.
 
Halle aber traut man, genau wie Burghausen, eine charakterlich einwandfreie Leistung zu. Sie haben sehr gut gespielt, eigentlich generell seit Rückrundenbeginn, aber nicht so viele Punkte geholt, wie sie hätte holen können/sollen. Sie werden sich also sicher nicht abschlachten lassen.
 
Der Tipp lautet hier, dass die Kurse etwas zu sehr gedrückt sein werden auf Dortmund. Bedeutet aber nicht, dass man sich verwickeln möchte. Ohnehin aus Respekt vor der Borussia, aber auch, weil man sich nicht sicher genug sein kann, dass Halle alles dagegen hält.
 
Auch in diesem Falle ging die Neigung dahin gehend auf, dass sich Halle nicht hängen ließ, wie allein schon das Ergebnis beweist. Wobei es ja noch theoretische Zweifel am Klassenerhalt gab. Halle startete nicht so gut, Dortmund ging in Führung. Allmählich Halle besser, verdienter Ausgleich, noch vor der Pause. Nach der Pause weiterhin Halle, belohnt durch einen Elfer, das 2:1. Dann wieder Dortmund, mit einem direkten Freistoß zum 2:2 (73.). Etwas später ein Elfmeter für Dortmund, inklusive Platzverweis gegen Halle. Hier das 3:2 und der Sieg wäre so gut wie sicher — sowie damit praktischer der Klassenerhalt für beide. War aber nicht. Es blieb beim 2:2. Dortmund damit einen Punkt vor Darmstadt auf dem rettenden Rang.
Wie erwähnt, bringen nur „Formananalysen“ gar nichts mehr. Das Remis geht in Ordnung, und Dortmund ist sicher stark genug, um den Punkt Vorsprung zu halten. In einem einzigen Spiel kann aber alles passieren.
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Rot Weiß Erfurt – SV Darmstadt 98       2:4 (2:2)
Zuschauer : 5.836    (Schnitt bisher: 4.813  ; Vorsaison: 5.930)
(Entfernung: 284 km)
 
Fast genau so eindeutig, diese Partie hier: Darmstadt muss, Erfurt braucht nicht.
Wobei man hier die Einschränkungen machen muss, dass a) der Weg für Darmstadt, auch bei Sieg, recht weit ist, denn man bedenke, dass beide vor ihnen stehenden drei Punkte mehr haben und, siehe oben (Babelsberg, Dortmund) bereits als klare Sieger ausgemacht sind (vom Markt). Das bedeutet, dass die Hoffnungen von Darmstadt gering sind. So könnte auch hier der Markt irren und zu viel bezahlen auf Erfurt. Im Übrigen ist es ein Heimspiel (das letzte der Saison), was nach einer sehr schwierigen Saison nach einem versöhnlichen Abschied schreit.
 
Dennoch möchte man das Schicksal nicht herausfordern. Die Neigung lautet aber in allen drei Fällen: der Markt übertreibt etwas.
 
Ein ganz irres Spiel, welches sich folgendermaßen entwickelte: Darmstadt legte los wie die Feuerwehr, erzielte früh zwei Tore, eines davon zwar glücklich, aber doch war diese Entschlossenheit zu spüren, hier unbedingt etwas zu reißen. Erfurt kam überhaupt nicht rein, hatte aber etwa nach 20 Minuten den ersten Torschuss und dominierte in der Folge die bis dahin fast aussichtslos erscheinende Partie. Es gelangen auch ihnen sehr bald zwei Treffer, aber noch konnte man diese längst nicht als verdient bezeichnen, zu stark war Darmstadt zu Beginn. Fortan ein offenes Spiel, aber Darmstadt blieb stets dran und erzielte tatsächlich in der 58. das 3:2. Ein Kopfball aus 16 Metern nach einer leicht missglückten Torwartabwehr, bei welchem 3 Mann auf der Linie stehen, die alle klären könnten — aber keiner tut es. Der Ball zwar nicht ganz sicher vollständig hinter der Linie, aber zuvor war Darmstadt auch (mal wieder) ein klarer Elfer verweigert worden, als ein Darmstädter einen Flankenball gerade einnicken wollte (der Torwart war überflankt), und ein Verteidiger ihm diesen in letzter Not mit der Hand vor dem Kopf wegwischte. Die Reklamationen hier auch so klar, dass man einfach weiß, dass es ein Handspiel gewesen sein MUSS. Aber: gesehen haben hätte es auch dieser oder jener Offizielle.
Danach entwickelte Erfurt aber wieder Dauerdruck, Darmstadt zitterte sich dem Schlusspfiff entgegen und hatte ein paar Mal Glück, da Erfurt zu zwei, drei guten Chancen kam. In der 87. gab es dann den zuvor verweigerten Elfer, der die Entscheidung brachte.
Erfurt gab sich auf jeden Fall alle Mühe, war aber von der Anfangsoffensive überrascht, die letztendlich den Unterschied machte. Hut ab aber auf jeden Fall vor dieser Leistung der Lilien, die nun ein echtes Endspiel haben am letzten Spieltag, gegen StuKi.
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Karlsruher SC – Hansa Rostock      1:1 (0:1)
Zuschauer : 26.175    (Schnitt bisher: 11.974  ; Vorsaison: Absteiger)
(Entfernung: 800 km)
 
Rostock ist noch nicht ganz sicher, da ja offensichtlich alle hinter ihnen stehenden gewinnen sollen und damit (Dortmund, Babelsberg) auf 40 Punkte, also auf 2 heran kommen können, vor der letzten Runde. Der KSC möchte sich natürlich die Aufstiegsparty nicht vermiesen lassen und wird alles daran setzen, hier die letzten Zweifel auszuräumen. Nach den letzten Leistungen — KSC mäßig, Rostock auch nicht viel besser — ergibt sich aber auch so nur dieses Fazit: ein Pass.
 
Durch die Niederlagen von Münster und Osnabrück war dem KSC irgendwann klar, dass ein einziger Punkt genügen würde, um den Aufstieg zu sichern. Sicher waren die Zwischenergebnisse bekannt und insofern war es ohnehin kein Siegen müssen (dies sprach vorab zusätzlich gegen eine Wette auf den KSC). Ein gutes Spiel von beiden Seiten. Der KSC natürlich dennoch etwas besser, aber die Nervosität war doch etwas zu spüren, vor ausverkauftem Haus, und Rostock war durchgehend gut im Spiel. Rostock damit endgültig sicher, der KSC wieder zweitklassig. So waren alle zufrieden und in Feierlaune.
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Kickers Offenbach – SV Wehen/Wiesbaden       1:0 (0:0)
Zuschauer : 6.310    (Schnitt bisher: 6.368  ; Vorsaison: 6.766)
(Entfernung: 46 km)
 
Das Derby hier mit einem „must win“ für Offenbach. Wehen zuletzt zwar mit einem Sieg aber keineswegs wirklich gut (nun, das lag auch an Gegner Saarbrücken), Offenbach mit dem einen wichtigen geretteten Zähler in Rostock, als man schon so gut wie tot war nach dem 2:0 und auch nicht richtig im Spiel war. Kann Gold wer sein, aber die Leistung war noch immer nichts. Sie haben 38 Punkte, also einen mehr als Dortmund und Babelsberg und müssen es hier machen. Ob die Qualität ausreicht und ob sich der Gegner, gerade im Derby, willenlos ergibt? Man würde weder darauf noch dagegen wetten.
 
Ergibt auch hier ein Pass.
 
Da war diese gleiche wilde Entschlossenheit bei Offenbach zu spüren wie von Darmstadt in Erfurt. Es ging von Anfang an in eine Richtung. Was auch immer Wehen in diesem Spiel wollte: sie kamen nicht dazu. Etwa 10 Chancen für Offenbach, bis Wehen das erste Mal die Mittellinie überquerte, so in etwa. Das Tor wollte zwar nicht fallen, aber Offenbach hatte mit dieser Leistung die Zuschauer voll und ganz hinter sich. Es war eine tolle Atmosphäre, bei der irgendwie zwangsläufig irgendwann (mindestens) das eine Tor fallen musste. Auch nach dem Tor ging es weiter nach vorne. Es hätte einen weit höheren Sieg geben müssen. Wehen muckte zu keiner Sekunde auf, obwohl die knappe Führung natürlich für einiges Herzklopfen sorgte. So hat Offenbach den Klassenerhalt geschafft, natürlich mit einem derartigen Auftritt verdient, wobei die Rolle des SV Wehen nicht weit über die eines Statisten hinaus ging.
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1.FC Saarbrücken – 1.FC Heidenheim       1:2 (1:2)
Zuschauer :  4.010   (Schnitt bisher: 4.035  ; Vorsaison: 4.878)
(Entfernung: 353 km)
 
Heidenheim muss sich wohl damit abfinden, dass es nicht reicht, nicht einmal für Platz 3. Denn: selbst wenn Osnabrück verlieren sollte in Bielefeld, wäre da noch immer Münster vor ihnen (die natürlich erst einmal gewinnen müssten in Haching). Nun ja, versuchen wird man es auf jeden Fall. Zuzutrauen wäre es ihnen auch, nur spielt man ja heute ausgerechnet in Saarbrücken, die zwar nach 9 ungeschlagenen Spielen mal wieder verloren in Wehen, aber gerade dort so stark wie die ganze Saison nicht waren. Vor heimischer Kulisse werden sie auf jeden Fall versuchen, wieder in die Erfolgsspur zu finden, zumal man nach einer unglücklichen Niederlage noch mehr auf Wiedergutmachung sinnt. Beide Punkte sprechen klar für Saarbrücken. Man überlege, was passiert, falls Heidenheim von Führungen der Konkurrenten zu hören bekommt? „Auch ein Sieg nützt uns nichts.“
 
Auch hier möchte man dem Markt nicht pekuniär die Stirn bieten, aber doch den ganz dringenden Verdacht aussprechen, dass der Kurs auf Heidenheim weitaus zu niedrig ist (sprich: man müsste ihn locker bezahlen). Neigung, für 1/X ja, Wette: nein.
 
Ganz leichte Vorteile vielleicht für Heidenheim anfangs, dann das 1:0, direkt danach der Ausgleich, aber erneut die Führung (34.), und damit das Tore schießen bereits beendet für die Partie.
Aber ein Remis war locker drin für die Gastgeber. Die Chancen waren ausgeglichen, die Vorteile von Heidenheim bestanden, wenn überhaupt, in leichten spielerischen. Allerdings spürte man am Ende doch klar die Nervosität, da sie sicher wussten, dass der 3. Platz nun erreicht ist bei den aktuellen Spielständen (Münster UND Osnabrück lagen ja zurück). So wollte man die Führung nur noch über die Zeit bringen — und das wäre beinahe schief gegangen.
Ärgern kann man sich überhaupt nicht über die Einschätzung, die ja nur in einer Neigung Niederschlag fand. Saarbrücken war jederzeit voll im Spiel. Heidenheim damit doch noch auf Platz 3 und was immer man in letzter Zeit so gefaselt hat: sie waren eigentlich (fast) immer der heimliche Favorit, wie man sicher vielen Vorgängertexten entnehmen könnte.
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Stuttgarter Kickers – FC Chemnitz       1:1 (1:0)
Zuschauer :  5.415   (Schnitt bisher: 3.894  ; Vorsaison: Aufsteiger)
(Entfernung: 435 km)
 
Die nächste glasklare Angelegenheit, so der Markt. Chemnitz hat ja sogar schon gegen Erfurt „mitgeholfen“ (1:2; Erfurt damit gerettet). 
Wer jedoch auch hier genau hingeschaut hat, konnte feststellen, dass Chemnitz keineswegs die Leistung verweigert hat. Sie waren engagiert dabei und wollten — so wirkte es — das Spiel gewinnen.
Auf der anderen Seite steht ein StuKi, was diesen Sensationssieg in Münster eingefahren hat (die erste Heimniederlage für Münzte, by the way). Nur: wie war die Leistung eigentlich? 11 Mann auf die eigene Torlinie, das war die Taktik. Und als der Gegner wirklich in letzter Verzweiflung (er MUSS doch irgendwann mal reingehen?) mit allen Mann stürmte — setzte man den einzigen Konter der gesamten Partie.
 
Sie waren einfach schwach und das nicht nur in diesem Spiel. Eine für diese Liga lächerliche Truppe, die es einfach nicht verdient hat, drin zu bleiben. Der neue „Erfolgstrainer“ Morales hat einfach nur Suppe gehabt. Nein, man gönnt es dieser Mannschaft/diesem Verein(Guido Buchwald) am wenigsten.
 
Also auch hier die Neigung, dass sich Chemnitz nicht hängen lässt und StuKi doch noch aus der Liga schießt. Wette aber dennoch nicht.
 
Sehr viel Pech hier für die Stuttgarter Kickers. Chemnitz ließ sich doch hängen, was sich jedoch nicht im Ergebnis niederschlug. Chemnitz hatte praktisch nur die eine Aktion, die Kickers mindestens 12 klare Chancen. So hatte man sich das auf keinen Fall vorgestellt, als man von der Neigung für Chemnitz sprach. So bleibt StuKi in Schlagdistanz zu Darmstadt, wo sie am letzten Spieltag hin müssen.  Ein Remis dort genügt so gut wie sicher, denn Babelsberg und Dortmund müssten gewinnen und zugleich Babelsberg 10 Tore aufholen. Dennoch natürlich das pure Drama. Hier war ein Sieg nicht nur drin, sondern es musste einfach einer sein. Selbst nach dem Ausgleich noch zwei Riesen zum Siegtreffer.
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SpVgg Unterhaching – Preußen Münster       3:0 (1:0)
Zuschauer : 2.750    (Schnitt bisher: 2.116  ; Vorsaison: 1.658)
(Entfernung: 667 km)
 
Hier nun möchte man ein einziges Mal dem Markt Recht geben, nein, vielleicht sogar gegen ihn antreten. Was Unterhaching da in Babelsberg geboten hat, war wirklich Leistungsverweigerung. Viele Verträge laufen aus, Spieler müssen zurück, das wird ziemlich zusammen brechen in Unterhaching. Es will einfach kein Mensch dort spielen. Keine Zuschauer im Schatten der Münchner Großclubs und keine Atmosphäre, keine Zukunft. Man wird auch in dieser Partie rein gar nichts von ihnen zu erwarten haben.
 
Auf der anderen Seite steht Münster mit einer Klasseleistung — und einer extrem bitteren Pleite gegen StuKi. Und: ihre größte Chance besteht darin, dass Osnabrück nicht in Bielefeld gewinnt und sie mit einem Sieg vorbeiziehen, dann daheim Platz 3 absichern. Falls Bielefeld doch gewinnt, so wäre man vor der Schlussrunde aber auf zwei Clubs jeweils mit einem Punkt hinten, mit der besseren Tordifferenz. Also wäre dann zwischen Platz 2 bis 4 alles drin. Auch hierfür lohnt sich der Sieg unter allen Umständen.
 
Münster gewinnt diese Partie leicht und locker. 10 von 10 auf die 2.
 
Da fehlen einem ja fast die Worte. Natürlich gibt es immer eine Erklärung, wenn man lange genug hinschaut. So hatte Haching zum Beispiel etwas gut zu machen. Zugleich hatte Münster ja den Megafrust vom 0:1 gegen StuKi, was das Selbstwertgefühl erheblich herabgesetzt haben könnte.  So ganz recht gefallen will einem aber keine. Aber war es denn nun eine so krasse Fehleinschätzung?
Im Spiel selbst sah es so aus, dass Münster natürlich durchgehend alles probierte. Nur kassierte man die Tore anstatt welche zu erzielen. Die Angriffsbemühungen darf man dabei getrost als gesteigert verzweifelt ansehen. Nun ja, die Verzweiflung dadurch gut erklärbar, dass man mehr und mehr kassiert hatte, zudem eine Gelb-Rote Karte nach 51 hinzunehmen hatte. Die Zuschauerzahl aber logischerweise auf haufenweise angereiste Gästefans zurückzuführen, die aber der Partie dadurch einen würdigen Rahmen verschafften und die eigentlichen Hausherren wohl leicht inspirierten oder motivierten.
Man kann nicht so viel Gutes an der Wette entdecken, selbst wenn die gespielte Mannschaft, wie erwähnt, durchgehend ebenfalls Chancen entwickelte. So viel besser, wie sie es laut Quoten hätten sein müssen waren sie auf keinen Fall.
 Ob man etwas lernen kann? Vielleicht dies: wenn eine Mannschaft total schwach auftritt, sich gänzlich hängen lässt, dann sollte man dies nicht auf das nächste Spiel übertragen. Offensichtlich muss man mit einer engagierten Leistung rechnen.
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