Vorschau 3. Bundesliga 37. Spieltag

in Kürze:

Fast alle Partien haben die gleiche Bauart: muss gegen braucht nicht. Oben stehen fast alle Entscheidungen aus, und unten erst recht. Es gibt aber genügend Gegner aus dem Mittelfeld, die zur Verfügung stehen für diese Konstellation. Es hätt ja auch mehr Paarungen der Bauart „muss gegen muss“ oder „braucht nicht gegen braucht nicht“ geben können. Wobei selbst hier noch die Konstellationen „Aufstiegskandidat gegen Aufstiegskandidat“, Aufstiegskandidat gegen Abstiegskandidat“ beziehungsweise „Abstiegskandidat gegen Abstiegskandidat“ möglich wären. Davon gibt es nur eine: Bielefeld gegen Osnabrück (Kategorie 1).
Der Rest sieht gleich aus. Hier stemmt man sich zwar fast immer gegen die Markteinschätzung, die dem „muss Gewinner“ meist einen zu kleinen Kurs auslobt, man möchte aber dennoch nur der Neigung Ausdruck verleihen und keine Einheiten darauf riskieren. Dies sollte der Leser also für sich selbst entscheiden, wo es ihm schmeckt.
Eine Ausnahme gibt es auch hier: Münster in Unterhaching. Hier vertritt man die Meinung, dass der Kurs auf Münster gar nicht zu klein sein kann. Sie gewinnen einfach.
 
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Alemannia Aachen – VfB Stuttgart II       (Entfernung: 416 km)
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Natürlich heißt es hier: nichts machen. Dennoch: beeindruckend stark Stuttgart im letzten Spiel beim 0:1 gegen Bielefeld, welches sie klar hätten gewinnen sollen. Aachen in der jetzigen Aufstellung und Verfassung klar das schwächste Team. Gute Nachrichten aber in gewisser Weise: René van Eck bleibt auch in der Regionalliga Trainer und die Insolvenz wird erst am 1. Juli angemeldet. Die Ergebnisse bleiben also besten. Sportlich ist der Abstieg dennoch besiegelt mit der letzten Niederlage.
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SV Babelsberg 03 – Wacker Burghausen       (Entfernung: 624 km)
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Hier ebenfalls eine viel zu klare Angelegenheit, als dass man sich je verwickeln würde. Der Markt erkennt, dass Babelsberg einen Sieg benötigt und Burghausen nichts, der Kurs ist eh im Keller.
Dennoch würde man hier, nach den letzten gesehenen Auftritten von Burghausen, in denen sie sich eigentlich gut präsentierten (sie verloren nur zwei Mal in den letzten sieben Spielen, und das in Osnabrück zuletzt war unglücklich) und es keineswegs nach desinteressiertem „Saison ausklingen lassen“ aussah, ihne zutrauen, eine weitere engagierte Leistung hinzulegen und die Partie nicht abzuschenken. Andererseits wird Babelsberg nun wohl alle Register ziehen. Ihre Standards sind sehr gut und ebenso ihre Physis. Der 3:1 Sieg gegen Unterhaching war in dem Sinne kein Gradmesser, als der Gegner einfach nicht mitspielte.
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Arminia Bielefeld – VfL Osnabrück       (Entfernung: 53 km)
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Dieses Spitzenspiel und zugleich Derby lädt dazu ein —- die Füße still zu halten. Beide haben zuletzt glücklich mit 1:0 gewonnen, Bielefeld dabei mit einer wirklich mehr als mäßigen Leistung, während bei Osnabrück die erste Halbzeit passte und am Schluss Verkrampfung einsetzte gegen ein starkes Burghausen. Also: in guter Verfassung sind beide nicht wirklich und man möchte einfach keinen haben.  Wobei das Spiel extrem wichtig ist. Bielefeld auf 2 mit 3 Punkten Vorsprung auf einem direkten Aufstiegsplatz, Osnabrück hätte den zwar auch gerne — dafür wäre ein Sieg erforderlich — zugleich aber haben sie einige Konkurrenz im Nacken, der sie sogar Platz 3 kosten könnte (das gilt natürlich auch für Bielefeld im Falle einer Niederlage).
Das Pass bleibt dennoch.
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Borussia Dortmund II – Hallescher FC       (Entfernung: 376 km)
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Auch hier die Angelegenheit sonnenklar, wird der Markt meinen: Dortmund muss, Halle braucht nicht.
Dortmund immer stärker werdend in den letzten Spielen und unter der Woche — gegen ein gerettetes Erfurt, also in einer ähnlichen Konstellation wie hier — mit einem 4:3 Sieg, der die Chancen für den Klassenerhalt so richtig aufleben ließ.
Halle aber traut man, genau wie Burghausen, eine charakterlich einwandfreie Leistung zu. Sie haben sehr gut gespielt, eigentlich generell seit Rückrundenbeginn, aber nicht so viele Punkte geholt, wie sie hätte holen können/sollen. Sie werden sich also sicher nicht abschlachten lassen.
Der Tipp lautet hier, dass die Kurse etwas zu sehr gedrückt sein werden auf Dortmund. Bedeutet aber nicht, dass man sich verwickeln möchte. Ohnehin aus Respekt vor der Borussia, aber auch, weil man sich nicht sicher genug sein kann, dass Halle alles dagegen hält.
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Rot Weiß Erfurt – SV Darmstadt 98       (Entfernung: 284 km)
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Fast genau so eindeutig, diese Partie hier: Darmstadt muss, Erfurt braucht nicht.
Wobei man hier die Einschränkungen machen muss, dass a) der Weg für Darmstadt, auch bei Sieg, recht weit ist, denn man bedenke, dass beide vor ihnen stehenden drei Punkte mehr haben und, siehe oben (Babelsberg, Dortmund) bereits als klare Sieger ausgemacht sind (vom Markt). Das bedeutet, dass die Hoffnungen von Darmstadt gering sind. So könnte auch hier der Markt irren und zu viel bezahlen auf Erfurt. Im Übrigen ist es ein Heimspiel (das letzte der Saison), was nach einer sehr schwierigen Saison nach einem versöhnlichen Abschied schreit.
Dennoch möchte man das Schicksal nicht herausfordern. Die Neigung lautet aber in allen drei Fällen: der Markt übertreibt etwas.
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Karlsruher SC – Hansa Rostock       (Entfernung: 800 km)
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Rostock ist noch nicht ganz sicher, da ja offensichtlich alle hinter ihnen stehenden gewinnen sollen und damit (Dortmund, Babelsberg) auf 40 Punkte, also auf 2 heran kommen können, vor der letzten Runde. Der KSC möchte sich natürlich die Aufstiegsparty nicht vermiesen lassen und wird alles daran setzen, hier die letzten Zweifel auszuräumen. Nach den letzten Leistungen — KSC mäßig, Rostock auch nicht viel besser — ergibt sich aber auch so nur dieses Fazit: ein Pass.
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Kickers Offenbach – SV Wehen/Wiesbaden       (Entfernung: 46 km)
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Das Derby hier mit einem „must win“ für Offenbach. Wehen zuletzt zwar mit einem Sieg aber keineswegs wirklich gut (nun, das lag auch an Gegner Saarbrücken), Offenbach mit dem einen wichtigen geretteten Zähler in Rostock, als man schon so gut wie tot war nach dem 2:0 und auch nicht richtig im Spiel war. Kann Gold wer sein, aber die Leistung war noch immer nichts. Sie haben 38 Punkte, also einen mehr als Dortmund und Babelsberg und müssen es hier machen. Ob die Qualität ausreicht und ob sich der Gegner, gerade im Derby, willenlos ergibt? Man würde weder darauf noch dagegen wetten.
Ergibt auch hier ein Pass.
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1.FC Saarbrücken – 1.FC Heidenheim       (Entfernung: 353 km)
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Heidenheim muss sich wohl damit abfinden, dass es nicht reicht, nicht einmal für Platz 3. Denn: selbst wenn Osnabrück verlieren sollte in Bielefeld, wäre da noch immer Münster vor ihnen (die natürlich erst einmal gewinnen müssten in Haching). Nun ja, versuchen wird man es auf jeden Fall. Zuzutrauen wäre es ihnen auch, nur spielt man ja heute ausgerechnet in Saarbrücken, die zwar nach 9 ungeschlagenen Spielen mal wieder verloren in Wehen, aber gerade dort so stark wie die ganze Saison nicht waren. Vor heimischer Kulisse werden sie auf jeden Fall versuchen, wieder in die Erfolgsspur zu finden, zumal man nach einer unglücklichen Niederlage noch mehr auf Wiedergutmachung sinnt. Beide Punkte sprechen klar für Saarbrücken. Man überlege, was passiert, falls Heidenheim von Führungen der Konkurrenten zu hören bekommt? „Auch ein Sieg nützt uns nichts.“
Auch hier möchte man dem Markt nicht pekuniär die Stirn bieten, aber doch den ganz dringenden Verdacht aussprechen, dass der Kurs auf Heidenheim weitaus zu niedrig ist (sprich: man müsste ihn locker bezahlen). Neigung, für 1/X ja, Wette: nein.
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Stuttgarter Kickers – FC Chemnitz       (Entfernung: 435 km)
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Die nächste glasklare Angelegenheit, so der Markt. Chemnitz hat ja sogar schon gegen Erfurt „mitgeholfen“ (1:2; Erfurt damit gerettet).
Wer jedoch auch hier genau hingeschaut hat, konnte feststellen, dass Chemnitz keineswegs die Leistung verweigert hat. Sie waren engagiert dabei und wollten — so wirkte es — das Spiel gewinnen.
Auf der anderen Seite steht ein StuKi, was diesen Sensationssieg in Münster eingefahren hat (die erste Heimniederlage für Münzte, by the way). Nur: wie war die Leistung eigentlich? 11 Mann auf die eigene Torlinie, das war die Taktik. Und als der Gegner wirklich in letzter Verzweiflung (er MUSS doch irgendwann mal reingehen?) mit allen Mann stürmte — setzte man den einzigen Konter der gesamten Partie.
Sie waren einfach schwach und das nicht nur in diesem Spiel. Eine für diese Liga lächerliche Truppe, die es einfach nicht verdient hat, drin zu bleiben. Der neue „Erfolgstrainer“ Morales hat einfach nur Suppe gehabt. Nein, man gönnt es dieser Mannschaft/diesem Verein(Guido Buchwald) am wenigsten.
Also auch hier die Neigung, dass sich Chemnitz nicht hängen lässt und StuKi doch noch aus der Liga schießt. Wette aber dennoch nicht.
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SpVgg Unterhaching – Preußen Münster       (Entfernung: 667 km)
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Hier nun möchte man ein einziges Mal dem Markt Recht geben, nein, vielleicht sogar gegen ihn antreten. Was Unterhaching da in Babelsberg geboten hat, war wirklich Leistungsverweigerung. Viele Verträge laufen aus, Spieler müssen zurück, das wird ziemlich zusammen brechen in Unterhaching. Es will einfach kein Mensch dort spielen. Keine Zuschauer im Schatten der Münchner Großclubs und keine Atmosphäre, keine Zukunft. Man wird auch in dieser Partie rein gar nichts von ihnen zu erwarten haben.
Auf der anderen Seite steht Münster mit einer Klasseleistung — und einer extrem bitteren Pleite gegen StuKi. Und: ihre größte Chance besteht darin, dass Osnabrück nicht in Bielefeld gewinnt und sie mit einem Sieg vorbeiziehen, dann daheim Platz 3 absichern. Falls Bielefeld doch gewinnt, so wäre man vor der Schlussrunde aber auf zwei Clubs jeweils mit einem Punkt hinten, mit der besseren Tordifferenz. Also wäre dann zwischen Platz 2 bis 4 alles drin. Auch hierfür lohnt sich der Sieg unter allen Umständen.
Münster gewinnt diese Partie leicht und locker. 10 von 10 auf die 2.
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