Rückblick Österreich tipp 3 Bundesliga, 32. Spieltag

in Kürze:

In dieser Liga hat die Lizenzverweigerung für Innsbruck und Admira natürlich auch ein paar Auswirkungen. In Österreich, so muss man über die Jahre feststellen, war es auch ziemlich oft ernst. Das heißt, dass etliche Vereine bereits ausgeschlossen wurden (LASK, Pasching, auch der FC Kärnten oder der GAK; dies rein aus dem Gedächtnis gesagt). Im Vergleich zu Deutschland, wo es auch ab und an heißt „in erster Instanz keine Lizenz erhalten“ und man dann schon weiß, dass es vielleicht einiger Klimmzüge bedarf, aber in der Regel doch die Lizenz gewährt wird, hat es hier also schon eine große Bedeutung.
 
Für den Abstiegskampf bedeutet es, auf die Spiele bezogen, aber lediglich, dass sich Mattersburg und Wiener Neustadt auch anders retten könnten, nur werden sie es klarerweise zunächst auch sportlich versuchen. Vor allem Innsbruck traut man von hier aus zu, die Lizenzbedingungen zu erfüllen.
 
Ein riesiger Fehler verdirbt auch dieses Wochenende. Der Tipp auf Wolfsberg war, aus unten genannten, aber keineswegs verborgenen Gründen, kein bisschen gut. Das macht -6, -1 auf die Roten Bullen (die ebenfalls total überflüssig waren), und +5 auf Innsbruck, macht -2 in der Summe. Unerfreulich, na klar, aber vielleicht zeigt man sich ja doch noch lernfähig.

 
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Austria Wien – SV Ried     3:1 (1:0)
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Zuschauer: 11.067    (Schnitt bisher: 9.225 ; +12.1% gegenüber Vorsaison)
Beide Mannschaften haben einem am letzten Wochenende ein Erfolgserlebnis beschert. Insofern wird es eh schon mal schwierig, sich für diesen oder jenen — und damit gleichzeitig gegen den anderen — auszusprechen. Ried mit sehr guten Leistungen seit der Rückkehr von René Gartler, nur einer Niederlage und vier Siegen, im wirklichen Kampf um Europa einbezogen. Es ist ein einziger Punkt Rückstand und es stehen 5 Partien aus. Da ist also alles drin. In Salzburg, mein Austria Konkurrenten, begann der positive Lauf, als man ein (glückliches) 2:2 holte. Sie haben es also drauf, auch bei den Großen zu punkten, sind in guter Verfassung, und können demnach für eine Überraschung sorgen.
 
Die Austria natürlich absolut top. Man hat ihnen oftmals gute Leistungen und fehlendes Glück bescheinigt, beim Schrumpfen des Vorsprungs auf Salzburg, aber noch sind es 6 Punkte und man hat sich dem Druck beim 2:0 bei der Admira in souveränem Stile gewachsen gezeigt. Logisch sind sie der klare Favorit und ist ihnen hier jederzeit ein Sieg zuzutrauen, aber nicht in dem Sinne, dass es zu einer Wettempfehlung kommt.
 
Teamnews:
Austria ohne Kajak Rogulj (26, IV, 25/2/1), Gelbsperre, 
Ried ohne Clemens Walch (25, RA, 22/5/3).
 
Ein ganz tolles Spiel  vor einer tollen Kulisse. Ried durchaus toll dabei, stets auch im Vorwärtsgang, mit einer ordentlichen Zahl von eigenen Chancen, aber die Austria hatte eben Phillip Hosiner, den Toptorjäger in ihren Reihen, der endlich wieder seine „shooting boots“ angezogen hatte. Das 1:0 und 2:0 gingen auf sein Konto, womit er die länger anhaltende Torflaute endlich beendete. Der Sieg natürlich verdient insgesamt, aber es war halt nichts Schwaches an Ried. Sie haben ebenfalls richtig gut kombiniert und Torgefahr erzeugt. So macht Fußball einfach Spaß.
 
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SV Mattersburg – Wolfsberger AC     3:1 (3:0)
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Zuschauer: 3.600    (Schnitt bisher: 4.487 ; -8.5% gegenüber Vorsaison)
Mattersburg hat das ganz wichtige Kellerduell daheim gegen Innsbruck verloren. Sie haben nicht immer die sportlichen Regeln eingehalten dabei und sind, mit einer Serie schlechter Ergebnisse, tatsächlich auf dem letzten Platz angekommen. Ausgeschlossen, dass dies die Aussichten für die kommende Partie verbessert. Außer, dass die Punkte fehlten, waren die Leistungen zwar nicht immer schlecht, aber doch, im Vergleich, schlechter als jene der Konkurrenten. Worauf soll man also aufbauen in Mattersburg?
 
Auf der anderen Seite ein Wolfsberg, welchem man bereits in den ersten Saisonspielen eine hohe spielerische Klasse auswies, lediglich, als kleinen Minuspunkt für noch größere Erfolge, einen Mangel an körperlicher Präsenz unterstellte. Dies jedoch, wenn man regelmäßig die Heute für Morgen Liga verfolgt, durchaus nachvollziehbar, da in jener Spielklasse die Talentförderung im Vordergrund steht und keineswegs körperliche Robustheit im Sinne des Erreichens der Ziele. Hier verletzt man sich nicht, kurz gesagt, hier spielt man Fußball. Jedoch hat sich die Mannschaft an die etwas rauere Gangart in der höheren Spielklasse voll und ganz gewöhnt. Es bedeutet nicht, dass sie die Mittel ebenfalls einsetzen, es bedeutet nur, dass man den Umgang damit erlernt hat und wie man dennoch zum Zuge kommt, selbst wenn man mal etwas hörtet angegangen wird.
 
Wolfsberg mit absolut herausragenden Leistungen, in sehr vielen Spielen. Das 2:6 in Salzburg, in Unterzahl, war lange Zeit nicht so klar, weil man dagegen hielt und selbst ein paar Tore schaffte (es stand 2:2 und gab die Möglichkeit zu einem Elfmeter zum 3:3). Das 1:3 gegen Ried war halt gegen jenes starke Ried, das auch anderen Topclubs in letzter Zeit das Fürchten lehrte, ansonsten gab es fast nur Siege, zuletzt ein ganz starkes 3:0 gegen Sturm. Sie stehen auf einem Europacup Rang und wollen diesen sicher nicht hergeben. Die „spanish connection“ in ihren Reihen ist derzeit in Galaform.
 
So wagt man auch hier eine Wette: 6 von 10 auf die 2.
 
Teamnews:
Mattersburg ohne Nedeljko Malic (24, IV, 9/0/0), Lukas Rath (21, LV, 15/0/1), Manuel Seidl (24, DM, 22/3/3), Dominik Doleschal (23, RM, 4/1/0), Patrick Bürger (25, MS, 30/8/5), das sind schon ein paar extrem wichtige Ausfälle, was die Wette viel besser macht.
Wolfsberg ohne Gernot Suppen (LV, 3/0/0), Gernot Messner (32, ZM, 4/0/0), Boris Hüttenbrenner (27, 9/0/0), Rotsperre, Christian Falk (26, MS, 17/10/0).
Die Wette bleibt gleich; auch Wolfsberg mit ein paar Ausfällen.
 
Hier muss man sich persönlich ziemlich bösartig rügen. Denn: hatte man nicht selbst darauf hingewiesen, dass a) der Abstiegskampf stets besondere Kräfte freisetzen kann, dass b) ausgerechnet Wolfsberg die Mannschaft ist, die am wenigsten Bereitschaft gezeigt hatte, ihren Körper einzusetzen und dass c) genau dies die gegen einen hart zur Sache gehenden Gegner am meisten erforderliche Eigenschaft ist? Da muss man gegen halten und Schönspielerei bringt nichts ein.
Wolfsberg wurde von einem direkt voll zur Sache gehenden Gegner regelrecht überrannt, gleich schon in der Anfangsphase, noch ehe man überhaupt auf dem Platz war. Mattersburg hatte auch zuvor schon hier und da angedeutet, wozu sie fähig sind (man hatte es ihnen nur heute dummerweise nicht zugetraut), und mit einem Ilco Naumoski in dieser Form haben sie jedenfalls einen Spieler in ihren Reihen, der allerhöchsten Ligaansprüchen genügt.  Nur war ebenjener fast schon ausgemustert und hatte im Spiel davor durch überhartes Einsteigen auf sich aufmerksam gemacht. Es ist ein echter Brecher, der Mann, nur kann er definitiv auch richtig Fußball spielen.
Wolfsberg zeigte erst ganz gegen Ende der Partie ein Aufbäumen und vor allem, was sie eigentlich wirklich gut können. Denn es ist auch bei ihnen das Fußball SPIELEN. Wobei hier die Betonung klar auf SPIELEN liegt. Nach dem 1:3 hatten sie bald eine weiter Großchance (über der 80.), wonach es sogar noch einmal richtig spannend hätte werden können. Verdient wäre es nicht gewesen, keine Frage, nur immerhin waren die Anlagen zu sehen, was dann eine kleine Beruhigung darstellt. Ansonsten war die Wette einfach nur miserabel, aus den oben genannten Gründen.
Eine Enttäuschung im Burgenland aber sich die Zuschauerzahl: gutes Wetter, ein dringend erforderlicher Sieg, ein nicht uninteressanter Gegner, und nur 3.600? Das ist sicher kein gutes Zeugnis, wobei die nicht Erschienenen es bereuen dürften.
 
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SC Wiener Neustadt – Wacker Innsbruck    2:2 (1:2)
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Zuschauer: 2.800    (Schnitt bisher: 2.834 ; -1.5% gegenüber Vorsaison)
Hier gibt es auch einen Ansatzpunkt. Vielfach und schon viel früher wurde gesagt, dass es am Ende vielleicht doch die Wiener Neustädter treffen könnte. Obwohl sie nun die ernsthafteste Konkurrenz von Mattersburg erhalten haben, kann man es sich weiterhin bei ihnen mit am besten vorstellen. Innsbruck hingegen hat die Löcher in der Defensive in der letzten Partie in Mattersburg glänzend gestopft bekommen, ohne an eigener Torgefahr einzubüßen. 
 
So kann man hier vorhersagen, dass Innsbruck den guten Lauf mitnehmen wird, während der Gegner nach dem 1:2 in Ried auf dem absteigenden Ast ist. Die Mannschaften trennen nur 4 Tore (und 0 Punkte), zugunsten von Wiener Neustadt, also geht es zwar um viel, aber der Unterschied ist auch tabellarisch schon gering, auf gut Deutsch wird Innsbruck etwas mitnehmen.
 
Innsbruck zwar eine der beiden Bundesligisten, der noch keine Lizenz für die kommende Saison erhalten hat, aber man nimmt von hier aus doch an, dass es gelingen dürfte. Nicht nur, dass der Verein Tradition und eine echte, feste, langjährige solide Anhängerschaft hat, sondern auch, dass es in der gesamten Gegend dort nirgendwo einen Erstligisten gibt.
 
5 von 10 auf X oder 2.
 
Teamnews:
Wiener Neustadt ohne Markus Glänzer (25, TW, ohne Einsatz), Manuel Wallner (24, IV, 26/1/1), Gelb-Rot, Matthias Maak (20, IV, 17/0/0), Peter Hlinka (34, DM, 29/3/0), Rotsperre, Arvedin Terzic (24, LM, 6/1/1).
Innsbruck ohne Marco Kofler (23, IV, 24/0/0), Gelbsperre, Marco Köfler (22, LM, 1/0/0), die beiden heißen wirklich so, Christopher Wernitznig (23, LM, 29/6/1), ebenfalls Gelbsperre.
Beide Teams mit schwer wiegenden Ausfällen, aber die bei Wiener Neustadt scheinen fast noch schwerer zu wiegen. Die Wette bleibt gleich.
 
Dies war tatsächlich vom Auftreten der beiden Mannschaften her ein Spitzenspiel. Falls man also nicht gewusst hätte, wer sich in den Leibchen versteckt, so hätte man durchaus auch auf Austria gegen Salzburg tippen können. Tolles Spiel also von beiden, mit etlichen Chancen, hüben wie drüben, und einem durchaus wechselvollen Verlauf, in einem Spiel, in welchem beide hadern könnten — oder einfach mit Auftritt und Erreichtem zufrieden sein.
Die Gäste hatten durchaus die Chance, nachdem sie das Spiel schon einmal gedreht hatten, die Führung auf 3:1 auszubauen, bei einigen guten (Konter.)Gelegenheiten. Gegen Ende aber wurde der Druck von Wiener Neustadt ganz immens, so dass sie deutlich näher am Siegtreffer waren. Insofern geht das Remis absolut in Ordnung.
Wiener Neustadt, speziell in der Schlussphase, extrem beeindruckend. In dieser Verfassung täte man ihnen extrem unrecht, sie als das Schlusslicht der Rangliste einzustufen. Nur: wer soll denn jetzt runter, nachdem auch Mattersburg begeisterte, Innsbruck ja hier seinen Teil zu einem echte Knüller beitrug und die Admira auch keineswegs enttäuschte? Hier wird es wohl eine Art Würfelexperiment — und einer MUSS ins Gras beißen, der es, ebenso, nicht verdient hat.
Der Tipp ging gut. Er war auch so weit ganz in Ordnung, wobei man sicher einen solch starken Auftritt der Heimelf nicht zugetraut hätte. Die Gäste aber auch weit über Normalform.
 
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Red Bull Salzburg – Admira/Wacker Mödling    2:1 (0:0)
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Zuschauer: 6.724    (Schnitt bisher: 8.048 ; -18.3% gegenüber Vorsaison)
Einfache Partie hier: die Roten Bullen werden sich auf keinen Fall aufhalten lassen und wollen das Titelrennen so lange wie möglich offen halten. Admira war überhaupt nicht gut gegen die Austria –selbst wenn die ebenfalls nicht der Maßstab für sie sind — und sie müssen sich in den anderen ausstehenden Partien um sich selber kümmern, das wird Salzburg nicht für sie übernehmen.
 
Admira der andere von der Lizenzverweigerung betroffene Club. Hier wesentlich weniger klar, ob dieser sie erhalten wird. Die Zuschauerzahlen sind sehr mäßig, man ist längst nicht mehr in Wien (sondern vor den Toren), man hat viel Konkurrenz dort, es sieht also längst nicht so gut aus wie bei Wacker Innsbruck. Die Argumentation hier rein intuitiv, zugegeben, aber helfen dürfte es so oder so der Mannschaft nicht.
 
Ein klarer Heimsieg, im Handicap, mit 4 von 10.
 
Teamnews:
Salzburg ohne Christopher Dibon (22, IV, 6/0/0), Franz Schiemer (27, IV, 26/4/4), Martin Hinteregger (20, IV, 24/2/3), Christian Schwegler (28, RV, 12/0/1), Stefan Ilsanker (23, DM, 21/0/0), Jonathan Soriano (27, MS, 29/25/6).
Admira ohne Jürgen Macho (35, TW, 10/0/0), Rotsperre, Winterneuzugang, René Seebacher (24, RM, 10/0/1), Matus Mikus (21, MS, 2/0/0), ebenfalls Winterneuzugang.
 
Die schwer wiegenden Ausfälle sprechen arg gegen den Tipp. So macht man aus 4 eine einzige Einheit.
 
Die eine Einheit gibt man gerne her, denn a) hat man sich ja dabei 3 eingespart und b) ist es ohnehin hier nicht die Absicht, höhere Siege vorherzusagen, da nämlich auch ein 2:1 für 3 Punkte ausreicht. Man sitzt also mit der gewetteten Mannschaft nicht im gleichen Boot: nach dem Schlusspfiff haben sie allen Kund zum Jubeln, während man selbst Trauer trägt. Also: Hnadicapwetten bringen einfach nichts. Sie wurde hier auch nur angeregt aufgrund der Tatsache, dass die Abrechnung sonst verfälscht wird, falls man sich bei einer 1.25er Quote auf Sieg hier 4 Einheiten (oder auch nur eine) anrechnen würde.
Die Tendenz stimmte im Wesentlichen, die eine Einheit ist futsch. Kein Problem. Wobei es durchaus auffällig ist, dass Salzburg derzeit immer erst in Rückstand geraten muss (war es mit diesem Spiel vier Mal in Folge?!), bis sie richtig aufdrehen. Der Sieg natürlich verdient, wobei Admira ganz ordentlich mitmachte und eben, sogar erst in Hälfte 2 (der Ziellinie also näher) in Führung ging. Salzburg hat aber genug Potenzial (auch ohne die Fehlenden), so etwas zu korrigieren. So gelang es auch hier — und danach gab es noch ein paar Chancen zum Ausbau der Führung.
Admira völlig ok, Salzburg aber auch.
 
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Sturm Graz – Rapid Wien    1:3 (1:1)
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Zuschauer:     (Schnitt bisher:  ; gegenüber Vorsaison)
Zwei echte Sorgenkinder gegeneinander, macht die Aufgabe nicht leicht, etwas herauszukitzeln. Sturm hat Hyballa gefeuert — und man kann, ohne etwas gegen Nachfolger Schopp vorbringen zu können, diese Maßnahme einfach nicht gut heißen. Schön, dass sie gleich mal auf die Mütze bekommen haben beim 0:3  in Wolfsberg. Sie sind nicht gesund, auch in der Partie konnte ja nun beileibe nicht von einer Trendwende die Rede sein (welche man Hyballa locker zugetraut hätte, wenn es da nicht diese idiotischen „Marktgesetzte“ gäbe). Auf Sturm also niemals.
 
Rapid hat man nun in Grund und Boden geschwätzt hier, vor einer Woche. Und das gerade, als sie das aus ihrer Sicht monstermäßige Erfolgserlebnis eines 2:2 bei der Austria geholt hatten. Nun aber, nachdem sie 1:3 gegen Salzburg verloren haben, soll man Positives über sie sagen? Ja, sie waren sehr verbessert, so war es einfach. Das war ein echtes Rapid Team, so, wie man es kennt und kannte. Es war Vieles drin, selbst wenn am Ende der etwas Bessere gewonnen hat. In dieser Verfassung jedenfalls ist ihnen sehr wohl wieder etwas zuzutrauen.
 
Herauskommen kann hier dennoch nur ein Pass.
 
Teamnews:
Sturm ohne Milan Dudic (33, IV, 22/1/0), Leonhard Kaufmann (24, RV, 17/0/2), Matthias Koch (25, ZM, 11/0/2), Rubin Okotie (25, MS, 25/8/2).
Rapid ohne Thomas Schrammel (25, LV, 18/0/2), Michael Schimpelsberger (22, RV, 16/0/1), Steffen Hofmann (32, OM, 20/2/9).
Die Ausfälle bei Sturm wiegen schwerer, da Steffen Hofmann ja schon lange fehlt, Rapid also das Spiel ohne ihn bereits gewohnt ist. Viel nehmen sie sich aber nicht.
 
Die erste Hälfte ging klar an Rapid. Beispiel: 12:4 Flanken in den Strafraum pro Rapid. Auch sonst waren sie durchgehend näher dran. Sie gingen früh in Führung (7.), Sturm kam aber bald danach zum Ausgleich. Lustig an der Ausgleichsszene: nach einem schönen Doppelpass ist ein Stürmer recht frei durch. Er wird aber von hinten behindert beim Torschuss, so dass man mehr als ernsthaft über einen Strafstoß nachzudenken hätte. Der Schiri ist unentschlossen (wie hier interpretiert wird), der Ball fällt aber einem anderen Angreifer vor die Füße, der ihn locker einschiebt. Nun, das kurze Zögern hatte der Schiri nun nicht mehr zu bedauern. Er war um die schwere Entscheidung herumgekommen (denn, merke: man scheut sich IMMER, auf den Punkt zu zeigen), es gab ein Tor. Nun aber zeigt er mit mehr als klaren Gesten an, dass er das Foulspiel sehr wohl gesehen hätte, nur eben den Vorteil sofort erkannt, und deshalb — berechtigterweise — NICHT auf Strafstoß entschieden hat. Ja, eben: er ist drumrumgekommen und hat Glück gehabt. Nur würde es er und auch keiner seiner Kollegen in 100 Jahren eingestehen, dass er nur gezögert hat, weil er sich um den Elfer drücken wollte, nicht etwa, weil er den Vorteil erkannt hatte.
Dennoch ging die erste Hälfte klar an Rapid, trotz dieses schönen Treffers (der Doppelpass halt), zumal sie einen klaren Elfer — ebenso nicht bekommen haben (bei Sturm machte es nur nichts aus). Denn: ein Angreifer und ein Abwehrspieler gingen einem lange Steilpass gemeinsam hinterher. Der Verteidiger rutscht weg, fällt, der Stürmer hätte den Ball nun frei vor dem Torwart (wobei dieser bereits entgegen geeilt war, also ein einfaches Tor wäre es nicht gewesen), jedoch am Boden liegend fährt der Abwehrspieler noch sämtliche Gräten aus, um irgendwie, natürlich zugleich die Zufälligkeit simulierend, dem Angreifer eine davon in den Weg zu bekommen. Dies gelingt, es ist natürlich ein klassisches Bein stellen, nur will der Schiri davon nichts wissen oder gesehen haben („Referee doesnt look interested“, wie es die Engländer so schön auf den Punkt bringen). Klarer Strafstoß, wie alle sich einig sind. Nicht gegeben, ein Einzelner. Konsequenz: seine Note ist 2 statt 1 und nächste Woche ist er wieder dabei. Die Konsequenz davon: nur keine Elfer geben. Dann passiert dir garantiert nichts. Aber wehe, du pfeifst einen, an dem es Zweifel gibt…
Die zweite Halbzeit war wohl in etwa ausgeglichen, dennoch schaffte Rapid hier die Tore, wobei nach dem 2:1 (bei welchem der Ball möglicherweise die Auslinie vorher überquert hatte, es also irregulär war) Sturm durchaus zu gefallen wusste und einigen Druck, mit Torchancen garniert, ausübte. Der finale Konter zum 3:1 gelang in der Nachspielzeit.
In der Summe ein starkes Rapid, mit einem verdienten Sieg (aufgrund Hälfte 1). Sturm zeigte erst in der Schlussphase, was sie drauf haben, sie wirkten aber insgesamt nicht etwa krank, nur war der Gegner halt etwas besser.
 
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