Rückblick Österreich „Heute für Morgen“ Erste Liga, 32. Spieltag

in Kürze:

Die neuesten Nachrichten haben die Liga wieder etwas belebt: durch die Lizenzverweigerung (in erster Instanz) für Vienna und Hartberg in dieser Liga, sowie für Innsbruck und Admira eine Klasse höher, sind ein paar Plätze wieder von mehr Relevanz (wobei es in dieser Liga direkt zunächst nur Linz helfen würde). Dennoch: Platz 2 könnte eine Bedeutung haben, oder sogar Platz 3. Und Linz sogar um die Relegation herumkommen. 
Dennoch geben die Paarungen nicht all zu viel her, allerdings ist man ja eh selbst außer Tritt geraten, so dass man sich ohnehin etwas scheut, klare Vorhersagen zu machen. Es ist einfach eine gewisse Verunsicherung festzustellen, die entweder zur Ursache hat oder eine Folge ist dessen, dass man bald dies, bald jene nimmt — und stets so rum oder so rum enttäuscht wird. Mal auf eine Mannschaft — sie verliert. Dann gegen sie — sie gewinnt. Ob nun gut oder schlecht gespielt von ihr, ist ein ganz anderes Problem (Pech?). Gut fühlen kann man sich aber nicht, unabhängig davon.
 
Man merkte den Spielen an, dass es nicht mehr um so viel ging. Das erfreuliche Ergebnis: alle spielten einfach Fußball. So gab es eine Reihe guter, interessanter und spannender Spiele.
Der einzige Tipp auf St.Pölten ging mit 4 Einheiten war in die Hose, aber es war sicher kein schlechter Tipp, da die Mannschaft die besser war und doch mit 0:2 verlor.

 
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SCR Altach – Blau-Weiß Linz    2:1 (1:1)
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Zuschauer: 1.789    (Schnitt bisher: 2.470 ; -27.9% gegenüber Vorsaison)
Altach mit einer sehr unbefriedigenden Leistung in Hälfte 1 beim 1:1 in St.Pölten. Kapitän Hannes Aigner war regelrecht sauer auf seine Mannschaftskameraden, was sie da zusammengespielt hätten. Nach der Pause sah es teilweise aber ganz gut aus. 
 
BW Linz beim 1:1 gegen Kapfenberg mit einer sehr guten Leistung in Hälfte 1. Auch von den Abwehrschwächen war nicht viel zu sehen, aber, davon war ja auch die Rede, man lag ja auch nicht zurück, so dass man nicht (wie sie es zuvor taten vorschnell) öffnen musste. So war es eine ganz solide Leistung, wobei am Ende die Kräfte total ausgingen und man in den letzten paar Minuten auch noch hätte verlieren können. Dennoch: über weite Strecken war nicht zu erkennen, wer hier oben und wer unten stehen soll. 
 
So gibt die Partie einfach nichts her. Unbestritten, dass Altach klarer Favorit ist, und dass sogar Platz 2, angesichts der Lizenzprobleme einiger Erstligisten, eine Rolle spielen könnte. Dennoch: ein Pass.
 
Teamnews:
Altach ohne Cem Tosen (22, IV, 26/0/3), Gelb-Rot, Felipe Dorta (16, MS, 11/0/0),
BW Linz hat keine Ausfälle. 
 
Insgesamt ein gutes Spiel, was vor allem an dem ganz starken Auftritt der Gäste lag. Toll, wie sie sich hier reingehängt haben und einfach, vom „Abstiegskampf“ befreit (ihre Platzierung steht fest, es gibt die Relegation), rein fußballerisch zeigten, was sie drauf haben. Da wurde etliche gute Chancen mit gelungenen Kombinationen herausgespielt und auch an individueller Klasse konnte man kaum einen Unterschied ausmachen. Reihenweise veranlagte Akteure bei Linz in den Reihen, die durchaus die Reife für die Spielklasse aufweisen.
Linz ging früh in Führung, nach einem Kopfballrückpass zum Torwart, der von einem Linzer Stürmer erlaufen wurde und direkt verwandelt mit einem schönen, überlegten Lupfet über den Torwart. Altach kam schwer in die Partie und brauchte einige Zeit, um sich die ersten Chancen zu erspielen. Die zweite führte zum Ausgleich (21.). Danach ein ausgeglichenes Spiel, mit vielleicht sogar leichten Vorteilen für die Gäste, bis sie nach einer eigenen, gefährlichen Freistoßsituation den entscheidenden Konter zuließen: der 19-jährige Einwechselspieler und Abiturient Lukas Jäger kam nach dem Freistoß im eigenen Strafraum an den Ball, führte ihn, trotz einiger Optionen, über das gesamt Feld, und hämmerte ihn aus 30 Metern ein. Zwar nicht gerade ein Bilderbuchkonter und auch nicht gerade die Art, wie man einen solchen Konter abschließt, zugleich ein Sonntagsschuss, aber doch zeigte er a) die verborgenen Klasse auch im Nachwuchs von Altach, und b) zählen derartige Treffer genauso und c) kann man auf diese Art, schon frühzeitig und bei Wiederholung denkbar, am eigenen Denkmal arbeiten. Oder wie erlangt man sonst Heldenstatus?
Linz auf jeden Fall sehr stark, und Altach, wenn man so möchte, normal, wobei Altachs Chancentod Louis Mahop ebenfalls an seinem Ruf arbeitete…
 
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FC Lustenau – First Vienna    1:2 (0:0)
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Zuschauer: 600    (Schnitt bisher: 922 ; -5.6% gegenüber Vorsaison)
First Vienna ebenfalls von Sanktionen betroffen. Es gab Verstöße gegen die Lizenzbestimmungen, damit eine höhere Strafe, und infolgedessen ebenfalls keine Lizenz zunächst. Sicher, der älteste Club Österreichs hat Substanz und es dürfte klappen (so der intuitive Tipp hier), aber doch hilft das sicher nicht einem erfolgreichen Auftreten. FC Lustenau eh schon lange abgestiegen — Lizenz ist ohnehin verweigert –, spielte aber lange Zeit sehr ordentlich und punktete auch hier oder da. Am Dienstag gab es aber einen richtigen Einbruch beim 1:6 in Hartberg, während die Vienna in Grödig nicht mithalten konnte.
 
Ein weiteres glasklares Pass.
 
Teamnews:
FC Lustenau ohne Stipe Vucur (20, IV, 30/7/0), Gelbsperre, wichtiger Mann,
die Vienna ohne Florian Bauer (21, IV, 11/0/0), Richard Czar (20, LV, 17/0/2), Andreas Dober (27, RV, 28/4/2), wohl der beste Mann also out, Joan Henriquez (27, LM, 1/0/0) Winternezugang.
Das Pass bleibt. 
 
Hier kann man wohl relativ wenig erzählen — und wozu auch? FC Lustenau mag ja immer mal wieder ordentlich mitspielen, aber am Ende gibt es immer Niederlagen — die Parallelen zur Alemannia aus Aachen.
Vienna war die bessere Mannschaft, kam der Führung näher, die glückte durch einen haltbaren Schuss in der zweiten Halbzeit, verdient dennoch. Das 1:1 fiel aus dem Nichts, aber Vienna blieb dran und schaffte den verdienten Sieg. Damit ist es bereits Platz 6 für den zuvor designierten Absteiger, und, selbst wenn viele Spiele einen glücklichen Ausgang nahmen, so haben sich die Leistungen doch längst stabilisiert und man gehört durchaus dorthin.
 
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SV Horn – SKN St.Pölten    2:0 (1:0)
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Zuschauer: 1.680    (Schnitt bisher: 1.433 ; Aufsteiger)
St.Pölten zeigte sich doch weiter verbessert. In Hälfte 1 gegen Altach ließ man dem Gegner kaum einen Stich, ganz am Ende drückte man wieder auf den Siegtreffer, also schlecht sind sie, trotz fünfer Remisen in Serie (ist das gut oder schlecht?) beileibe nicht.Jedenfalls sah es gewaltig nach Fußball aus, was sie über weite Strecken — und das nicht nur im letzten Spiel — boten. Platz 2 ist, bei 5 Punkten Rückstand, noch nicht außer Reichweite.
 
Horn hat bei Austria Lustenau gewonnen, und das bereits am Montag. Jedoch: bis zur 55. Minute etwa hatte der Gegner 9 glasklare Torchancen und man selbst keine einzige. Danach war es zwar ausgeglichen, aber das doch nur, weil die einen allmählich Frust schoben — unfassbar, was da teilweise NICHT rein ging — und weil man dem Gegner nicht längst drei oder vier eingeschenkt hatte, wonach ein Comeback eh auszuschließen wäre. Also: nicht verwunderlich, dass man irgendwann zu hoffen begann. Der Sieg also nichts wert, jedenfalls kein Beweis für Klasse, und sie kein bisschen gut.
 
So kommt man zu der Überzeugung, dass St.Pölten die Partie ziehen könnte. 4 von 10 auf die 2.
 
Teamnews:
Horn ohne Philip Petermann (21, TW, ohne Einsatz), Marco Salvatore (27, RV, 21/1/2), Gelbsperre, Emir Dilic (21, RM, 21/0/2), Thierry Fidjeu-Tazameta (30, MS, 11/1/1), Gelbsperre,
St.Pölten ohne Marcel Holzmann (22, LV, 28/2/9), Rotsperre, Robert Gruberbauer (24, MS, 19/3/2).
Das hebt sich auf, der Tipp bleibt.
 
St.Pölten startete besser, erspielte sich ein paar Chancen, ließ nach 20 Minuten den ersten Konter zu, der, eigentlich schon abgewehrt, durch energisches Nachsetzen direkt das 1:0 brachte, klar gegen den Spielverlauf. Danach war die Partie ausgeglichen bis zur Pause.
Nach dem Wechsel drückte wieder St.Pölten auf den Ausgleich. Dieser gelang nicht, stattdessen gab es wieder einen gelungene Angriff der Gäste, ein Solo, der letzte Mann blockiert den Angreifer unsportlich, Gelb-Rot (wobei auch glatt Rot eine Option war). Der Ausschluss in der 66., der Rest nur noch Formsache.
Die Wette keineswegs schlecht, da man sah, wer die bessere Mannschaft stellte. Diese Niederlage war unglücklich, obwohl Horn sicher nicht schwach war.
 
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SV Kapfenberg – TSV Hartberg    2:1 (0:0)
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Zuschauer: 1.050    (Schnitt bisher: 837 ; -65.6% als Absteiger)
Hartberg erhielt zwar im ersten Lizensierungsverfahren keine Lizenz, gewann aber dennoch am Dienstag mit 6:1 gegen FC Lustenau. Klar, das war ein toller Auftritt und hat die Fans begeistert.
Kapfenberg zeigte erst gegen Ende, dass man die Partie in Linz ernsthaft gewinnen wollte. Zuvor war man doch eher schwach. Nein, nun hat man sie zwei Mal in Folge als „Mannschaft der Stunde“ genommen — und zwei Mal haben sie nicht gewonnen. Kein weiterer Versuch, zumal wohl personell noch immer der Schuh drückt.
 
Also: ein Pass.
 
Teamnews:
Kapfenberg ohne David Otter (21, LV, 10/0/0), Dominic Pürcher (24, LV, 24/2/2), René Pitter (23, RV, 3/0/0), Mario Grgic (21, ZM, 19/0/1), Danijel Micic (24, ZM, 22/7/2), Patrick Wolf (31, RM, 22/4/2), Dieter Elsneg (23, HS, 25/7/10), Sanel Kuljic (35, MS, 12/2/1).
Hartberg hat keine Ausfälle.
DIe lange Verletztenliste spricht sehr arg gegen Kapfenberg. Dennoch bleibt es bei dem Pass. 
 
Auch hier ein sehr gutes Spiel, und zwar von beiden Mannschaften. Es gab Chancen für beide, die einfach nicht übertriebenen Wert auf Defensive legten. Hartberg wusste durchaus zu gefallen, auch spielerisch, und hatte fast die gleiche Anzahl von Chancen. Den Ausschlag gab die Kapfenberger Stärke bei Standards, sowie das Glück. Denn: Hartberg ging in Führung in Hälfte 2, aber der Assistkönig der Liga, Joachim Standfest (früherer Teamspieler und an dieser Stelle schon einige Male positiv herausgestellt) legte zwei Mal auf (insgesamt nun 14 Mal), beim zweiten Mal in der Nachspielzeit mit einem Corner, und dieses brachte den Siegtreffer.
Beide in guter Verfassung. Hartberg meinte übrigens, dass die zunächst verweigerte Lizenz lediglich auf einem Formfehler basierte und ihre Erlangung kein Problem darstellte.
 
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SV Grödig – Austria Lustenau    2:1 (1:0)
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Zuschauer: 2.100    (Schnitt bisher: 741 ; -4.6% gegenüber Vorsaison)
Gleich mal vorweg: man wird sich hier unter keinen Umstände PRO Grödig aussprechen. Sie sind die Besten, ja, das mag gut sein, und sie werden auch wohl locker aufsteigen. Nun kommen die ABER:  Thema ist der Aufstieg einfach nicht mehr. Das packt man, ob nun hier und heute oder in der nächsten Runde, spielt kaum eine Rolle.
Noch viel wichtiger ABER: Austria Lustenau mag auch, gerade, nachdem das Urteil fiel „derzeit die schwächste Mannschaft der Liga“ gefallen war, die nächsten beiden Spiele verloren haben. Nur waren sie da jeweils die uralte, fast schon vergessene Austria Lustenau. In Altach hat man verloren — aber lange Zeit nicht nur dominiert, sondern auch klare Chancen herausgearbeitet. Noch besser gegen Horn, als man 9 Großchancen hatte, bevor der Gegner eine hatte. Das war — diesen Vergleich wagt man — noch mehr als man vermutlich in der sehr guten ersten Serie erzielt hatte. Klar, das Selbstvertrauen wächst nicht gerade, aber Trainer Kolvidsson reagiert durchaus trotzig — und das verständlicherweise. Sie waren gut, das hat man gesehen, und noch immer steht man auf Platz 2 — und wird diesen wohl mit Zähnen und Klauen verteidigen wollen.
 
Da man aber auch nicht gegen Grödig antreten möchte, kann es nur ein Pass sein. Dennoch drückt man beinahe den Gästen die Daumen, einfach, weil es ein etwas hartes Schicksal war in den letzten Wochen — und traut ihnen etwas zu. Neigung ja, Tipp nein.
 
Teamnews:
Grödig ohne David Schartner (24, TW, ohne Einsatz), Thomas Zündel (25, RV, 25/0/3), schon wichtig,
Austria Lustenau ohne Danilo Teodoro Soares (21, LV, 29/1/1).
 
Kurz gefasst: das Gefühl trog einen erneut nicht: die Gäste waren ganz stark, vielleicht sogar das insgesamt bessere Team und hätten eher den Sieg verdient gehabt. In Hälfte 1 allerdings kam noch wenig, dies galt aber für beide, etwas mehr jedoch von Grödig, so dass man die Führung vielleicht als verdient bezeichnen konnte. Dann aber, nach dem Wechsel, spielte nur noch eine Mannschaft, und das war Lustenau. Sie drängten auf den Ausgleich, der in der 67. Minute (endlich, aber vielleicht sogar zu spät) fiel. Danach weiter Dauerdruck, der allerdings in etwa so aussah, als ob man hinten läge, und das in den Schlussminuten. Sie wollten also unbedingt gewinnen, was zwar aller Ehren wert ist — und es wäre auch nach den Chancen verdient gewesen — nur ließ man eben diese gigantischen Konterräume, die dann in der 78. genutzt wurden mit dem 2:1.
Am Ende nur noch Jubel in Grödig vor der Rekordkulisse von über 2.000 Zuschauern, denn damit ist Platz 1 und der Aufstieg fix. Austria Lustenau total gesund und ein drittes Mal in Folge unglücklicher Verlierer. Platz 2 damit in höchster Gefahr, (nun hat ihn Altach erst einmal inne), aber doch meint man, dass es Lustenau in dieser Verfassung mehr verdient hätte.
 
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