Rückblick 3. Bundesliga 36. Spieltag

in Kürze:

Es gibt wieder etliche Paarungen der Bauart „muss“ gegen „braucht nicht“, die wohl jetzt allgemein ausgespart werden im Sinne von Wettvorschlägen. Die Bauart „muss“ gegen „muss“ ist auch ab und an vertreten. Natürlich sind diese Spiele generell als „normal“ anzusehen, wobei das „müssen“ schon eine besondere Qualität hat, da es nämlich bei einem normalen Hinrundenspiel beispielsweise zwar immer um etwas geht, denn jeder kann noch oben oder unten landen, nur ist es eben längst noch kein „müssen“. Das Schicksal der Mannschaft/des Vereins hängt nicht von diesem Spiel ab.
 
Hier ist es nun anders: für manche heißt es: Siegen — oder der Aufstieg ist geplatzt, für andere: Siegen — oder wir müssen eine Klasse runter. Ganz allgemein kann man nur dies feststellen (es ist eine Beobachtung über viele Jahre): der Abstiegskampf kann oftmals besondere Kräfte freisetzen. Es ist vergleichbar mit einer Panikreaktion, in welcher man oftmals übermenschliche Kräfte entwickeln kann. Während es im Aufstiegskampf zwar wünschenswert wäre, aber oftmals nur das Sahnehäubchen auf eine ohnehin gute Saison. Wobei gerade in dieser Liga hier einige der Aufstiegsaspiranten schon ziemlich dringend aufsteigen müssen, da ein finanzieller Kraftakt unternommen wurde, den man manchmal nur für eine Saison durchhalten kann.
 
+3 auf Wehen, -6 auf Münster, +6 auf den KSC. Das geht, mit einer +3 Bilanz. Die Neigungen war auch so weit ganz ok. Bielefeld gewinnt. Ja. Babelsberg macht es. Auch so. Erfurt holt etwas. Stimmt. Halle gewinnt. Ebenfalls. Osnabrück macht es. Genau. Wenn, könnte man eine Neigung pro Rostock herauslesen. Diese ging nicht ganz auf mit dem 2:2.

 
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VfB Stuttgart II – Arminia Bielefeld     0:1 (0:1)
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Zuschauer: 1.000   (Schnitt bisher: 2.158  ; Vorsaison: 812; Anstieg wegen hinzugekommener Derbies gegen StuKi)
Ein typisches Spiel der Bauart „muss“ gegen „braucht nicht“. Diese machen einfach keinen Spaß zu wetten, zumal der Markt ja entsprechend der Annahmen reagiert. Bielefeld braucht den Sieg dringend, während Stuttgart um gar nichts spielt. Der Eindruck ist generell, dass sich bisher wenige Mannschaften haben hängen lassen. Dies auch in den Vorjahren bereits zu beobachten, was durchaus positiv zu werten ist. Dennoch hat man hier keine Wahl: heraushalten. Klar sagt einem das Gefühl dennoch, dass Bielefeld das Spiel hier gewinnt. 
 
Teamnews:
Stuttgart ohne Dominik Gallert (19, RV, ohne Einsatz), 
Bielefeld ohne Philipp Riese (23, ZM, 20/0/0), Gelbsperre, und ohne Fabian Klos (25, MS, 32/20/7), Rotsperre und Verletzung.
 
Stuttgart mit Vorteilen und gutem Spiel, einigen guten Chancen. Kurz vor der Pause aus einem Standard-Standard — Freistoß aus dem Halbfeld, Kopfball, Tor — das 1:0 für die Gäste, gegen den Spielverlauf.  Auch danach Stuttgart mit den besseren Möglichkeiten, einem eigentlich klaren Elfmeter in der 80., als der günstiger zum Ball stehende Stürmer von hinten behindert wird und fällt, sich danach aufregt und für eine angebliche Tätlichkeit (er schubst den Verteidiger weg, dieser fällt, „wie es sich gehört“, theatralisch) vom Platz fliegt.
Die bessere Mannschaft hat verloren. Die Neigung war nur vom Ergebnis her richtig. Bielefeld kein bisschen gut, Stuttgart schon.
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SV Wehen/Wiesbaden – 1.FC Saarbrücken    3:1 (1:1)
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Zuschauer: 3.758   (Schnitt bisher: 3.068  ; Vorsaison: 3.514)
Hier geht es für beide um nichts, also könnte man sich sogar wieder verwickeln lassen. Der Eindruck ist der: beide Teams mit sehr guten Ergebnissen zuletzt, und durchaus auch mit guten Leistungen, aber die Neigung geht hier dennoch ganz klar Richtung Heimsieg.
 
3 von 10 auf die 1.
 
Teamnews:
Wehen ohne Michael Wiemann (26, IV, 32/0/2), Gelbsperre, Martin Röser (22, RM, 3/0/0), Yannik Oenning (20, LM, 1/0/0),
Saarbrücken ohne Tim Knipping (20, IV, 13/0/0), Tim Kruse (30, DM, 22/2/2), Ufuk Özbek (20, ZM, 15/2/0), Kiyan Soltanpour (23, MS, 10/0/0), Markus Hayer (27, MS, 13/1/1), diese Spieler aber schon länger nicht dabei.
 
Offensiv geführtes Spiel, gutes, unterhaltsamen Spiel also, ohne übertriebene Defensivtaktik. Man wollte Tore schießen, und darin war Wehen am Ende etwas erfolgreicher. Saarbrücken aber insgesamt die bessere Mannschaft, mit mehr Chancen, Wehen dafür mit mehr Glück — einem starken Pfosten und Torwart.
Somit keine gute Wette. Aber genau, wie man bei einer unglücklich verlorenen kein Geld zurück bekommt, muss man es nach einer glücklich gewonnenen auch nicht zurückgeben.
 
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SV Babelsberg 03 – SpVgg Unterhaching     3:1 (2:1)
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Zuschauer: 2.213    (Schnitt bisher: 3.111  ; Vorsaison: 2.427)
Ein weiteres Spiel der unerfreulichen Kategorie. Babelsberg muss unbedingt, Unterhaching spielt um nichts. Tatsächlich glaubt man auch hier unbedingt an den Heimsieg. Babelsberg war stark zuletzt und dürfte sich einfach durchsetzen.
 
Teamnews:
Babelsberg hat keine Ausfälle,
Unterhaching ohne Stefan Riederer (27, TW, 22/0/0), Roland Sternisko (25, DM, ohne Einsatz), Stephan Thee (24, RM, 32/6/5), ein wichtiger Mann, der sich  letztes Spiel verletzte. 
 
Hier könnte man schon viel eher von einer Art Leistungsverweigerung der Gäste sprechen. Ohne ihnen etwas Böses unterstellen zu wollen: das sah sehr merkwürdig aus, wie sie sich ergeben haben. Natürlich kann so etwas immer passieren. Die Saison ist quasi rum, man hat nichts zu fürchten und nach oben auch keine Ziele. Und doch sind derartige Spiele einfach nur deprimierend. Für den echten Fußballfan sicher genauso wie für den Sportwetter.
 
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FC Chemnitz – Rot Weiß Erfurt    1:2 (0:1)
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Zuschauer: 5.850    (Schnitt bisher: 4.750  ; Vorsaison: 5.161)
Erfurt ist noch nicht ganz sicher, Chemnitz spielt um gar nichts. Ein Derby ist es dazu. Nein, nix zum Wetten. Wenn eine Neigung, dann dahin gehend, dass Erfurt hier doch etwas holt. Sie wirkten unheimlich gefestigt zuletzt, mit den überragenden Akteuren Wagefeld, Pfingsten-Reddig und Morabit, während Chemnitz sich die Packung (1:4) in Karlsruhe abholte.
 
Teamnews:
Chemnitz ohne Philipp Pentke (28, TW, 29/0/1), Silvio Bankert (27, IV, 23/1/0), Gelbsperre, Fabian Stenzel (26, RV, 29/0/5), 
Erfurt ohne Manuel Salz (27, TW, ohne Einsatz).
Teamnews günstig für Erfurt.
 
Engagiertes, gutes Spiel von beiden Seiten. In der ersten Halbzeit leichte Vorteile für Chemnitz, aber kurz vor der Pause die Führung für die Gäste. Direkt nach dem Wiederanpfiff sogar das 2:0 — was so natürlich niemals verdient war. Danach mühte sich Chemnitz, aber Erfurt blieb bei Kontern gefährlich. In der 83. gelang dennoch der Anschlusstreffer durch Fink, der direkt danach sogar die Chance zum Ausgleich hatte — aber nur die Latte traf.
Beide völlig ok. Erfurt damit gerettet.
 
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Hallescher FC – Alemannia Aachen    1:0 (1:0)
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Zuschauer: 7.166    (Schnitt bisher: 7.520  ; Vorsaison: Aufsteiger)
Hier muss man ebenfalls nicht viele Worte verlieren: so stark (und dennoch wenig erfolgreich) Halle zuletzt spielte — vergleichbar mit den Auftritten und den Qualitäten von Erfurt — werden sie die Alemannia wohl recht locker besiegen können, so gut sich Aachen auch immer wieder wehrte (um am Ende doch leer auszugehen…).
 
Teamnews:
Halle hat keine Ausfälle,
Aachen ohne Michael Melka (34, TW, 9/0/0), Tom Stehle (32, IV, 10/0/0),  Aimen Demai (30, DM, 2/0/0), Florian Müller (26, RM, 14/2/0), Sascha Rösler (35, HS, 7/1/1), auch diese Spieler alle bereits seit einiger Zeit out.
 
Einbahnstraße Richtung Alemannin Tor, Bombardement des Tores, meist Fernschüsse, das verdiente 1:0 aber per Kopf (Furuholm) nach einem Standard. Es hätte bald das 2:0 folgen sollen — aber es blieb aus. Kurz vor der Pause aus der ersten Chance fast das 1:1. Aachen ließ sich nicht hängen, sie sind einfach derzeit nicht besser ( mit dem Rumpfkader).
Nach dem Wechsel das gleiche Bild. Es hätte einen höheren Sieg geben sollen. Halle viel klarer überlegen als nur das eine Tor. So blieb es zwar bis zum Schluss sozusagen offen, und es gab sogar noch eine echte Ausgleichschance, aber sogar danach wäre Halle noch der Sieg zuzutrauen gewesen.
Tolle Leistung von Halle, bei toller Stimmung. Die Fans wussten die Leistung zu schätzen, feierten ihr Team durchgehend. Es müssen wohl 15 klare Chancen gewesen sein.
 
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1.FC Heidenheim – Borussia Dortmund II     2:2 (1:1)
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Zuschauer: 8.600    (Schnitt bisher: 7.822  ; Vorsaison: 6.732)
Eines der wenigen „ganz normalen“ Spiele. Beide müssen, und zwar sehr dringend. Dortmund war auch in den letzten Spielen sehr gut, hat aber doch eine unbefriedigende Ausbeute erzielt, mit nur zwei Unentschieden aus vier Spielen. So kommen sie hinten nicht weg. Unter der Woche gab es ein 1:1 in Babelsberg, was natürlich grundsätzlich ok ist, nur braucht man eines Tages einen Sieg. Noch haben sie das eine Nachholspiel und nur einen Punkt Rückstand auf den rettenden 17. 
 
Da Heidenheim aber ebenfalls sehr stark spielt (wenn auch in Aachen nur eine Halbzeit lang), und regelmäßig, meist dreifach, punktet, und man ohnehin ziemlich fest an sie glaubt, würde man sich niemals gegen sie stellen. Da der Gegner Dortmund heißt und sich eine Menge Respekt verdient hat, läuft es auf ein Pass hinaus.
 
Teamnews:
Heidenheim ohne Andreas Spann (28, MS, ohne Einsatz), Patrick Mayer (25, MS, 9/2/1),
Dortmund Konstantin Fring (23, DM, 19/0/0). 
 
Tolles Spiel, noch mehr von den Gästen. Sie setzen ihr Potenzial frei, ungeachtet der Tabellensituation, und geht in Führung (23.), keineswegs unverdient, da Heidenheim einfach nicht richtig ins Spiel kam. Es hätte sogar locker 0:2 stehen können, als Heidenheim mit dem Pausenpfiff durch einen Standard (Freistoß aus dem Halbfeld, Schnatterer genau auf den Kopf eines Innenverteidigers, der ihn versenkt) der Ausgleich gelingt.
Heidenheim nach der Pause zwar viel besser als zuvor, mit ein paar Chancen zur Führung, aber doch gelang Dortmund das 2:1, von dem man in der Summe natürlich niemals sagen kann, dass es glücklich war. Heidenheim kam noch einmal zurück, der gleiche Innenverteidiger mit vorne, und verwandelt wieder mit dem Kopf, eine weitere gute Flanke von Schnatterer.
Sie wollten unbedingt den Sieg, und ließen eine weitere Riesen Konterchance zu, kamen aber selbst auch noch zu einer.
Gerechtes Remis in einem sehr guten Spiel. Man darf es an dieser Stelle aber wirklich einmal so ausdrücken (obwohl es sonst einfach nur ein saudummer Spruch ist, kreiert natürlich von den heiß geliebten Sabbelköpfen): womöglich für beide zu wenig. Und dies liegt diesmal am wenigsten an der ebenfalls unüberlegten und hier sonst heftigst kritisierten Dreipunkteregel.
Heidenheim hat noch zwei Spiele, zugleich 2 Punkte Rückstand, aber auf ein weiteres Team einen Punkt Rückstand. Falls also EINER DER BEIDEN beide Spiele gewinnt, geht eh gar nichts mehr. Und das ist schon beinahe wahrscheinlich (das sagt man immer dann, wenn die Chance größer als 50% ist: es ist wahrscheinlich). Um eine Chance zu wahren, benötigte man selbst zwei Siege. Und das ist unwahrscheinlich (und dies bedeutet a) es ist unter 50% und b) ist es auch nicht widersprüchlich zu davor gesagtem; eine Mannschaft gewinnt zwei Mal: unter 50%. Mindestens eine von zwei Mannschaften gewinnt zwei Mal: über 50%; und das jeweils noch ohne Ansicht des Restprogramms, sozusagen intuitiv gesagt). Da aber Osnabrück auch um 5 Tore besser ist, könnte für sie — wenn Münster nicht beide Spiele gewinnt — und Sieg und ein Remis genügen, um Heidenheim auf Distanz zu halten. Das verringert die Chancen noch weiter. Also: zu wenig.
Bei Dortmund sieht es so aus: 3 Punkte Rückstand, aber noch das Nachholspiel in der Hand. 5 Tore schlechte als Darmstadt vor ihnen (bei gleicher Punktzahl) und 6 Tore schlechte als Babelsberg, die drei Punkte mehr haben. Davor StuKi und Offenbach mit jeweils 4 Punkte mehr. Darmstadt traut man unbedingt (auch) Punkte zu. Babelsberg, na ja. Aber der Vorsprung? StuKi könnte man packen, aber dazu müsste am Dienstag ein Sieg her gegen Erfurt (machbar? Ja).
Sprich: das Urteil ist falsch. Für Dortmund kann der Punkt ausreichen, sogar Gold wert sein.
 
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Preußen Münster – Stuttgarter Kickers    0:1 (0:0)
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Zuschauer: 12.245   (Schnitt bisher: 8.755  ; Vorsaison: 7.031)
Fast die gleiche Paarung wie die vorherige. Nur kann man StuKi einfach gar nicht vertrauen. Das 2:1 (gegen Babelsberg) mag zwar mit viel Leidenschaft „erkämpft“ worden sein und temporäre Glücksgefühle ausgelöst haben — welche manchmal Kräfte freisetzen kann –, jedoch war die Leistung nicht nur in diesem Spiel viel zu mäßig, um heil davon zu kommen. Klar, Glück hilft immer, vor allem, wenn es gehäuft auftritt, aber noch haben sie es nicht geschafft und wenn einer, dann sind sie der Kandidat, der eigentlich absteigen sollte. 
 
Zugleich macht Münster einen sehr starken Eindruck. Klar, das tun alle fünf im Aufstiegskampf befindlichen und es fiele derzeit extrem schwer, die zwei — außer dem KSC — zu benennen, die sich die beiden begehrten Plätze sichern. Erkennen kann man aber nicht, wie StuKi hier die Preußen aufhalten soll.
 
Insofern wagt man hier den Tipp, mit 6 von 10, dass Münster das Spiel gewinnt.
 
Teamnews:
Münster hat keine Ausfälle,
StuKi ohne Royal-Dominique Fennell (23, IV, 12/2/0), Thorben Stadler (23, LV, 15/0/2). 
 
Reichlich Fans, gutes Wetter, angriffswütige Münsteraner — und doch kein Tor. Es gab genügend Torchancen, selbst wenn man sich bestimmt auch noch ein paar mehr hätte vorstellen können (so waren es vielleicht 8?). StuKi war ausschließlich mit Defensive beschäftigt. Nicht erforderlich, es als „gut“ zu bezeichnen. Sie taten was sie konnten — und der Gegner traf einfach nicht.
Keineswegs eine schlechte Wette. So läuft es halt, wenn es nicht läuft. Nach dem 0:1 (klar, aus der einzigen Szene von Stuki) gab es noch immer drei Chancen auf den Ausgleich. Trainer Dotchev klagte nach dem Spiel auch nicht, jedenfalls nicht sein Team an. Nur, meinte er halt, was eigentlich  jeder gesehen hat (außer dem wieder mal oberpeinlichen, zugleich so endlos dummen Sprecher, der ein „so reicht es nicht“ klugscheißerte), dass Fußball einfach grausam sein kann — und so war es heute. Auch und fast noch mehr für denjenigen, der sich dem Tipp mit einer Wette anschloss.
 
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VfL Osnabrück – Wacker Burghausen    1:0 (1:0)
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Zuschauer:  10.100  (Schnitt bisher: 10.497  ; Vorsaison: 8.719)
Hier nun, im Gegensatz zu den beiden Vorgängerpartien, nur Osnabrück mit einem „must win“. Sie spielen stark, Burghausen um nichts — selbst wenn zuletzt gut gegen Unterhaching beim 3:1 –, der Markt hat Kenntnis davon, also: Osnabrück macht es wohl, und dennoch ein Pass.
 
Teamnews:
Osnabrück ohne Niels Hansen (29, DM, kein Einsatz), 
Burghausen ohne Youssef Mokhtari (34,OM, 24/4/7).
 
Osnabrück hat es gemacht. Nur wie? Burghausen schonte sogar drei Stammkräfte aufgrund des anstehenden bayerischen Pokalfinales — und doch machten sie es dem VfL denkbar schwer. Erfreulich, zu sehen, dass sich die Gäste alle Mühe gegeben haben, denn „rübergespielt“ haben sie die Partie sicher nicht, wie beispielsweise der letzte Kopfball in der Nachspielzeit belegt, den der Osnabrücker Keeper gerade so noch vor der Torlinie artistisch abwehren kann.
Osnabrück ging zwar in Hälfte 1 verdient in Führung — selbst wenn ein Strafstoß herhalten musste, welcher, laut Sprecher, keiner war, obwohl zugleich das Eingeständnis beinhaltend, dass der Torwart dem Stürmer berührte, als dieser vorbeizog. Ach so, er soll also versuchen, sich auf den Beinen zu halten, dem Ball hinterher zu gehen, ihn dann, wegen der kleinen offensichtlichen Behinderung (der Keeper fährt das Bein aus, als er passiert wird), das Tor doch nicht erzielen, und dann von Schiri und Gegner eine Nase gedreht bekommen? Nein, das war ein Strafstoß, und zwar klar und eindeutig, der aber erst im Nachschuss verwandelt wurde –, aber nach dem Wechsel verkrampfte man wirklich mehr und mehr. Der Aufstieg ist ein Muss, und das lähmte die Beine.
So brachte man den Sieg zwar über die Zeit, aber aufgrund der ordentlichen Zahl guter gegnerischer Gelegenheiten kann man ihn nur als glücklich bezeichnen.
 
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Hansa Rostock – Kickers Offenbach     2:2 (1:0)
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Zuschauer: 8.100   (Schnitt bisher: 8.967  ; Vorsaison: Absteiger)
Die größten Sorgenkinder gegeneinander. Bei Rostock stimmen die Leistungen überhaupt nicht. Nicht in der Hinserie, nicht in der Rückrunde. Es läuft einfach nicht, fängt nicht einmal an, und wenn ein Sieg, dann meist mühevoll, knapp oder unverdient. Sie werden die Klasse halten, davon ist bei 41 Punkten derzeit auszugehen. Es gibt aber nichts, was einen sie nehmen lassen wollte.
 
Offenbach nun mit dem Damoklesschwert der Insolvenz über ihnen schwebend. Der letzten Leistung tat dies überhaupt nicht gut. Hat man oftmals noch gute Ansätze gesehen, so waren diese beim 0:2 gegen Darmstadt gänzlich dahin. Nur noch Krampf und nicht einmal den Kampf konnte man so recht erkennen. Der Punktabzug (-2) bringt ihnen die Abstiegsränge in bedrohliche Nähe. Sie müssen hier, aber können sie auch? Nein, da sind erhebliche Zweifel angebracht.
 
Insofern ist auch diese Partie ein Pass.
 
Teamnews:
Rostock ohne Stephan Gusche (23, IV, 8/0/0), Sebastian Pelzer (32, LV, 26/0/0), Mohammed Lartey (26, OM, 1/0/0),
Offenbach ohne Markus Husterer (29, IV, 19/3/2), Christopher Lamprecht (28, RV, ohne Einsatz), Sead Mehic (38, DM, 23/2/1), Theo Vogelsang (23, OM, 5/0/0), Kai Hesse (27, MS, 3/0/0).
 
Echter Abstiegskampf hier. Aber doch war Rostock die klar bessere Mannschaft, Offenbach hielt zwar kämpferisch dagegen, wirkte aber kein bisschen gesund. Rostock ging in Führung, völlig verdient, und baute diese sogar aus, als Offenbach wirklich ziemlich mau hinten aussah (61.). Das musste doch der Sieg sein gegen bis dahin harmlose Offenbacher?
Es gab ein leichtes Aufbäumen, ja, zugleich zog sich Rostock zurück — absolut branchenüblich. Aber doch kam der Anschluss eher überraschend. Nach dem 1:2 wurde Rostock aber wirklich nervös, während Offenbach auflebte. Das 2:2 durch einen berechtigten Elfer in der Phase nicht überraschend.
So merkte man beiden Mannschaften an, wo sie stehen und wie die Saison bisher verlaufen ist. Beide haben enorm mit sich selbst zu tun. Rostock hat irgendwo dieser Anlagen — aber keinen rechten Zugriff darauf, und wenn mal einen Moment etwas aufflackert, ist es im nächsten Moment schon wieder erloschen. Offenbach aber kein bisschen besser. Abstiegskampf halt, bei dem das r ganz gut dazwischen passt zum -krampf.
 
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SV Darmstadt 98 – Karlsruher SC    0:1 (0:0)
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Zuschauer: 10.300   (Schnitt bisher: 5.544  ; Vorsaison: 6.042)
Darmstadt hat das Derby in Offenbach verdient mit 2:0 gewonnen. Sie sind konkurrenzfähig, absolut, sie haben gute Chancen, den Abstiegskampf erfolgreich zu bestehen, immerhin sind sie ja auf dem rettenden 17. Nur haben sie heute den KSC vor der Brust.
 
Der KSC hat den „Betriebsunfall“ des 1:2 in Münster vergessen machen können. Beim 4:1 gegen Chemnitz haben sie eindrucksvoll gezeigt, dass an ihnen kein Weg vorbei führt. Sie sind die Nummer 1 — wenn alle mitziehen, fighten, dabei die spielerische Seite und die Defensive nicht vernachlässigen und die Überheblichkeit nicht einkehrt. Hier haben die Fans ebenfalls nur eine kurze Reise vor sich, man kann den Aufstieg so gut wie klar machen, also wird Darmstadt ihnen wohl nicht gewachsen sein.
 
5 von 10 auf den KSC.
 
Teamnews:
Darmstadt hat keine Ausfälle,
der KSC ohne Sebastian Schiek (23, RV, 12/0/1). 
 
Riesige Kulisse, die Hälfte etwa aus Karlsruhe angereist. Dennoch war es eher ein Heimspiel für Darmstadt, vom Auftreten her. Darmstadt bestätigte seine gute Form und konnte den KSC sogar teilweise unter Druck setzen, kam zu ein paar guten Chancen, hätte die Führung beinahe verdient gehabt. Als der KSC in der 89. einen Freistoß in Strafraumnähe bekam — Foul an Calhanoglu — trat jener selbst an (wenn, war der KSC auch davor nur durch Standrads gefährlich) und versenkte den Ball im oberen Toreck.
Individuelle Klasse, ja, schön und gut, und er machte den Unterschied. Alles Phrasen  und dennoch ein Teil der Begründung, dass a) der KSC ganz oben steht und b) man ihn oftmals haben will, dieser eine Spieler. Dennoch war es auf gar keinen Fall eine gute Wette, dafür war Darmstadt viel zu stark und, wenn man so will, der KSC zu blass, wie in vielen Spielen zuvor auch schon. Sie mögen die Besten sein, sicher, nur stottert der Motor und man kommt mit Ach und Krach über die Ziellinie. Dar
Darmstadt sollte in dieser Verfassung natürlich nie und nimmer absteigen. Nur ist die Anzahl der Chancen, Punkte einzufahren, die sie dagegen wappnen doch arg reduziert. Drei Punkte sind dabei aufzuholen.
 
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