Rückblick Schweiz Raiffeisen Superleague, 29. Spieltag

in Kürze:

Das Gleiche gilt hier wie für Liga 3: alle Texte fertig, alle verloren gegangen. Wenn, wird hier nur mühsam rekonstruiert, was man über die einzelnen Paarungen herausarbeitete, ohne die komplette Herleitung zu erinnern oder überhaupt den Versuch dazu zu unternehmen.
Hier kann man nun kaum noch Stellung nehmen, ohne rot zu werden. Die wichtigsten Spiele eh verloren, mit den Topclubs, ohne einen einzigen Treffer zu schaffen, und zwar beide Male in Heimspielen gegen tabellarisch weit unten angesiedelte Mannschaften? Und auch die Nummer 3 hatte Heimspiel und man hat sie genommen. Auch dort gab es nur ein einziges, bedeutungsloses Törchen in der Nachspielzeit?
Die St.Gallen Wette gut, mit -3, die anderen beiden mies, mit je -6, GC und Basel, macht ernüchternde -15. Mit sehr wenig Beschönigungspotenzial.
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Grasshoppers Club Zürich – FC Thun       0:2 (0:1)
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Zuschauer : 4.100    (Schnitt bisher: 8.496)
Thun die Mannschaft der Stunde. Sie haben wirklich begeistert und sogar den Meister an die Wand gespielt und beim 2:2 nur unglücklich nicht gewonnen. Auch davor waren es mitreißende Spiele, mit 3 Siegen und vielen Toren.
 
Dennoch glaubt man hier dringend an die Grasshoppers. Sie spielen, ähnlich wie die Wiener Austria in Österreich, wirklich tollen Fußball, können aber die Spiele nicht mehr gewinnen. Grundsätzlich aber stimmt es in der Mannschaft. Der Titel ist noch nicht völlig außer Reichweite, und Platz 2 für die CL-Quali noch lange nicht gesichert gegenüber St.Gallen (4 Punkte), so ist ein Sieg beinahe Pflicht. Das Spielvermögen ist da, und ob die Gäste nun immer dieses Niveau halten können? Hier wird Ngamukol auch beweisen wollen, dass er den richtigen Schritt gemacht hat mit dem Wechsel.
 
6 von 10 auf die 1.
 
Teamnews:
GC hat keine Ausfälle,
Thun ohne Kevin Bigler (20, RV, ohne Einsatz), Nelson Ferreira (30, RM, 24/2/0), mit Gelbsperre, Cassio Horta Magalhaes (22, MS, 10/1/1). 
Am Vorbericht stimmte vor allem eines: Thun die Mannschaft der Stunde. Selbst wenn man sagen darf, dass sich GC gut gewehrt hat, und, falls sie denn Außenseiter gewesen wären, hätte man ihnen gar ein wohlwollendes „hätte auch ein Remis herausspringen können“ zugesprochen. So war es einfach nur ein miserabler Tipp und eine tolle, alles bestätigende Thuner Mannschaft, die vor gar nichts zurückschreckt und sich in ihrem Außenseiterimage perfekt eingerichtet hat. Man bleibt bescheiden und spielt einfach guten Fußball.
GC nicht etwa sehr schwach, nur vielleicht fehlt doch die letzte Überzeugung, im Titelkampf etwas ausrichten zu können. Falls man weiterhin die Parallelen zu Österreich sucht: selbst bei der Austria, mit 6 Punkten Vorsprung vor dem Salzburger Giganten (Schweiz: Basel = Salzburg, GC = Austria) wird jeder Experte gefragt, wer denn nun Meister würde? Mit 6 Punkten vor ist es etwa, empfunden, 50:50. Wie wäre die Chance dann bei 3 Punkten Rückstand? Irgendwo bestenfalls im einstelligen Bereich, in Prozent ausgedrückt. Und daran glaubt man vielleicht nicht? Die Bebbi haben jedenfalls verloren, falls also GC gewonnen hätte, wäre man punktgleich… Wobei dann Basel vielleicht wieder anders gespielt hätte?
GC also ok, Thun überragend.
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Servette Genf – FC Sion     ausgefallen
Zuschauer :     (Schnitt bisher: )
Sion ist der Chaosclub schlechthin, trotz der Existenz der Young Boys. Constantin richtet, außer finanziell, bei seinen Angestellten nur Schaden an. So kann man einfach nicht erfolgreich sein. Alles sind wie gelähmt.
 
Servette hat zwar 0:4 verloren, aber doch nicht schlecht gespielt beim FCZ. Sie haben längst den Ausgleich verdient gehabt, als das 0:2 fiel. Selbst danach hatten sie noch Chancen. Sie sind 6 Punkte hinter Lausanne zurück, auf die man sich sicher konzentrieren wird, und da die nicht punkten, ist es machbar. Hier muss man allerdings anfangen.
 
Wenn, kann man hier also nur Servette nehmen. Aber nur auf 1/X, mit 5 Einheiten.
 
Teamnews:
Servette ohne Goran Karanovic (25, MS, 20/5/0),
Sion ohne Aislan (25, IV, 12/0/0), Gelson Fernandes (26, DM, 10/0/0), mit Gelbsperre, Xavier Margairaz (29, RM, 16/5/1), sowie Kyle Lafferty (25, MS, 23/5/2).
DIe Teamnews sprechen auf keinen Fall gegen die Wette.
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FC Basel – FC Luzern         0:3 (0:2)
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Zuschauer : 28.440    (Schnitt bisher: 28.442)
Alles klar hier: Basel auf den Weg zu Titel nicht aufzuhalten, nicht von Luzern. Die haben zwar mühevoll mit dem neuen Trainer zwei kleine Erfolgserlebnisse (ein 1:0 gegen Lausanne und ein 1:1 gegen GC), aber umhauen können einen die Resultate ja nun wirklich nicht. Der FCB mit dem kleinen Ausrutscher gegen ein entfesseltes Thun, aber man kam immerhin von dem Pokalerfolg in Sion, bei welchem man das Finale erreichte, da sei eine mäßige Leistung schon mal verziehen. Ansonsten sind sie einfach nur die klar Besten, das Salzburg der Schweiz.
 
6 von 10 auf Basel.
 
Teamnews:
Basel ohne Kay Voser (26, RV, 9/0/0), 
Luzern ohne den einen Ersatztorwart (schon lange), und ohne Dimitar Rangelov (30, MS, 24/1/2).
 
Basel wohl doch mehr vom anstehenden Spiel gegen Chelsea beeinflusst, als sie es wollten. Trainer Yakin bot aber schon eine stark veränderte Aufstellung auf, aber die Rotation hatte ja schon Methode. Dies vielleicht der kleine Fehler bei der Wette.
Luzern war aber wie entfesselt, wobei das frühe 1:0 — ein übler Fehlpass im Spieaufbau des FCB, ein schneller Pass in die Spitze, sofort genutzt, die Chance — gewaltig half. Denn: der FCB berief sich direkt auf die offensiven Qualitäten und lockerte die Defensive dabei gewaltig. So kam es immer wieder zu brandgefährlichen Kontern, die an Qualität den Baseler Chancen überlegen waren. So fielen bald zwangsläufig die Tore zum 0:2 und 0:3 und selbst wenn die Bebbi immer wieder zu eigenen Gelegenheiten kamen, muss man den Sieg als verdient bezeichnen.
Ein tolles Luzern auf dem Vormarsch, ein wohl etwas zu beschäftigtes Basel, mit drei Wettbewerben und einem FC Chelsea vor der Nase, und einem Vorsprung in der Liga von 3 Punkten, vor dem Spiel, da GC schon verloren hatte. Das war etwas zu viel, um die Wette jemals „gut“ nennen zu können. Dennoch war das Bemühen durchgehend erkennbar, selbstverständlich die grundsätzlichen guten Anlagen auch.
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Young Boys Bern – Lausanne Sports       3:1 (1:0)
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Zuschauer :  13.413   (Schnitt bisher: 17.667)
Die Paarung bietet ja nun wirklich kaum Zugang. Die Young Boys mit jeder Menge (anderer) Sorgen, die sich aber auf die sportliche Leistung auswirken. So ist Europa, was vor ein paar Wochen noch das erklärte (Pflicht-)Ziel war, längst aus den Augen verloren. Obwohl man wirklich zugeben muss, dass sie nicht immer schwach spielen.
 
Lausanne ist wohl das schwächste Team der Liga. Es geht einfach nicht, es reicht so einfach nicht. Ein Törchen mal wieder, das aber nur durch einen Elfmeter, mal ein Punkt beim 0:0 gegen diesen Gegner hier, oder ein 1:0 Sieg in Sion (!), 0:0 gegen GC, das sind die raren Erfolgserlebnisse. Und, wie man sieht, in den drei Spielen auch nur mit einem Tor! 
 
Wen könnte man also hier nehmen? Es bleibt so nur das Pass.
 
Teamnews:
YB ohne Christoph Spycher (35, LV, 9/1/0), Josh Simpson (schon die ganze Saison), und ohne Gonzalo Zarate (28, RA, 16/2/2),
Lausanne hat keine Ausfälle. 
Verdienter Sieg für YB. In Hälfte 1 klar besser, für die Führung musste dennoch ein Strafstoß herhalten. Ein Gerangel, bei welchem beide zerren und ziehen, diesmal aber wird der Stürmer begünstigt. Natürlich von hier aus willkommen geheißen, dennoch wird es meist „übersehen“ oder gegen die Stürmer ausgelegt.
Auch in Hälfte 2 bleibt YB besser, aber Lausanne kommt auch hier und da zu einer Gelegenheit. Als das 2:0  fiel — durch einen Glücksschuss, aber dennoch nicht unverdient — begann YB plötzlich, befreit und wirklich gut zu spielen. Da sah man, was in der Mannschaft steckt. Das 3:0 eine Folge, das 1:3 in der Nachspielzeit war nur Kosmetik. YB wieder auf Kurs, Lausanne bleibt das schwächste Team, trotz eines zwischenzeitlichen Aufbäumens.
Wie brutal die Schiris in Bezug auf Elfmeter sind, sah man in einer weiteren Szene im Lausanne Strafraum. Als ein YB Stürmer seine Gegenspieler stehen lässt, dieser aber sein Bein auch, nutzt er die Chance, und fällt darüber. Man könnte vielleicht sagen: „Hier hättest du es auch schaffen können, dem illegal dort befindlichen Bein sogar auszuweichen und einen Vorteil zu nutzen.“ Nur könnte man ihm auch keinen Vorwurf machen, das Foulspiel (denn das war es so oder so) „anzunehmen“. Der Schiri entscheidet sich für Version 1. Und gibt, aus seiner Sicht wohl folgerichtig, Gelb für Schwalbe. Die Hauptbegründung von dieser Stelle aus: „Ich habe doch schon einen Elfer gegeben, nur seid mal zufrieden. Was denn, ihr wollt noch einen? Nee, so haben wir nicht gewettet. Hier hast du. Und zwar Gelb!“
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FC St.Gallen – FC Zürich        1:2 (0:1)
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Zuschauer : 15.895    (Schnitt bisher: 14.119)
Vielleicht der beste Spieler der Liga in den Reihen von St.Gallen. Der Argentinier Oscar Scarione führt, gemeinsam mit Marco Streller, die Torjägerliste und die Scorerliste an. Und das in den Reihen des  deutlich kleineren Clubs, was die Leistung deutlich aufwertet. Und wenn man ihn spielen sieht erst (und nicht nur diese Punkte zählt).
 
Der FCZ hat sich, nach drei Niederlagen in Serie, mal wieder mit einem 4:0 zurückgemeldet — nachdem man auch unter der Woche davor gegen GC im Cup ausgeschieden war. Aber auch die Leistung beim 4:0 gegen Servette war nicht überragend (wie es sich vielleicht anhört). Sie hätten längst den Ausgleich kassiert haben sollen, als sie endlich selbst mit dem Tore schießen anfingen.
 
So kann man sich doch zu einer kleinen Wette durchringen: 3 von 10 auf die 1.
 
Teamnews:
St.Gallen ohne Mikael Ishak (20, MS, ohne Einsatz als Winterneuzugang), und Dzengis Cavusevic (25, MS, 13/4/2),
FCZ ohne Burim Kukeli (29, ZM, 12/0/1), Pedro Henrique (22, LM, 13/0/1).
Ziemlich kurz gefasst die Spielanalyse: St.Gallen die klar bessere Mannschaft, mit einer klaren Mehrzahl von Chancen. Die Tore erzielte der FCZ. „Effizient“ mag der Reporterspruch dafür sein, für jedes Spielergebnis eine Rechtfertigung findend, der wahre Experte kann es nur Glück für die Einen und Pech für die Anderen nennen. St.Gallen war einfach die bessere Mannschaft und hätte gewinnen sollen. Toll, nein, überragend ein weiteres Mal übrigens Oscar Scarione, der die Chancen entweder einleitete, vorbereitete oder, in den meisten Fällen selbst zum Abschluss kam. So erzielte er auch das einzige Tor, in der 90., dies kam aber zu spät, vor allem weil… der Schiri die gute Gelegenheit auf einen Foulelfmeter pro St.Gallen in der Nachspielzeit ausließ.
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