Rückblick Österreich tipp 3 Bundesliga, 29. Spieltag

in Kürze:

Fast jedes Spiel bietet hier eine Chance, etwas zu tun. Ob dies nun eigene Verblendung oder eine des Marktes ist, müssen erst die Spiele und, last but keineswegs least, die Ergebnisse zeigen. Was nützen einem gut spielende Mannschaften ohne Fortune? Anders herum: wer schaute dem geschenkten Gaul schon so genau ins Maul?
Die Cupspiele unter der Woche haben jedenfalls ein paar Dinge bestätigt: Innsbruck kassiert ständig viele Tore, Rapid ist in der Maximalkrise und die Austria kann es doch noch.

 
Die totale Katastrophe in der Liga — vom Ergebnis her. -6 Sturm, -3 Ried, -2 WAC, -3 Admira, -5 Austria. Summe_ -19. Schlimmer geht es also nicht, wobei man ja ein ganz klein wenig Vorsicht walten ließ mit den Einheiten. Dennoch: in alle Partien verwickelt und kein Spiel richtig? Da sollte man nur möglichst rasch die Feder niederlegen…
 
Wobei: Sturm hatte ziemlich viel Pech und es war eine gute Wette, darauf einigt man sich mit sich selbst. Ried war mies, hat aber wenig gekostet. Der WAC war bis zum Ausschluss im Spiel und hatte sogar danach noch eine kleine Chance (falls es den Elfer, dazu vielleicht Rot?! gibt), Admira war besser in dem Spiel, das haben alle Stimmen hinterher bestätigt — und doch mit 0:3 ins Gras gebissen. Auch die Austria Wette war sehr gut, so wagt man hier zu behaupten. Also: es gab fast überall nur den ungünstigen Ausschlag des Glückspendels gegen einen. Falls es aber nicht auch einmal umgekehrt ausschlägt, hilft einem das Schönreden relativ wenig.
 
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Sturm Graz – SV Mattersburg      2:2 (1:0)
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Zuschauer: 9.820   (Schnitt bisher: 10.867 ; +0.4% gegenüber Vorsaison)
Hier findet man doch recht bald einen guten Ansatzpunkt. Sturm mag zwar einige Höhen und vor allem Tiefen durchschritten haben, aber doch haben sie gerade zuletzt gezeigt, dass sie mit zur Spitze gehören. Vornehmlich das 1:1 gegen die Austria hievte sie auf dieses Niveau zurück. Beim 0:3 in Salzburg mag man zwar chancenlos gewesen sein, aber es war gegen ein in Hochform befindlichen Gegner und man hat sich sogar ganz ordentlich gewehrt. Selbst wenn das Spiel davor ebenfalls verloren wurde (0:1 bei Wiener Neustadt), so war die Krise genau für dieses Spiel eigentlich für beendet erklärt worden. Der Ansatzpunkt ist also der: der Markt sieht nur die Ergebnisse, und diese waren nicht sonderlich gut. Bezüglich der Motivation sei so viel gesagt: Europa steht auf dem Spiel, angesichts der Konkurrenz von Rapid und Ried um sie herum.
 
Mattersburg verliert dafür regelmäßig. Nun sind es genau zwei Punkte aus den letzten Spielen, und auch davor ist, trotz des 1:0 gegen Ried, viel mehr Tristesse. Sie haben nur 4 Tore erzielt in den letzten 10 Spielen, dafür 19 kassiert. Man man über die Leistungen hier oder da auch was Gutes gesagt haben: so könnte es für sie ganz eng werden. Sie sind 4 Punkte vor Innsbruck, aber das ist doch nicht das, was man als „Ruhekissen“ bezeichnet?
 
Für diese Partie heißt es: Sturm ist wieder voll da und gewinnt hier. 6 von 10 auf die 1.
 
Teamnews:
Sturm ohne Christian Gratzei (31, TW, 10/0/0), Manuel Weber (27, ZM, 19/1/3), Matthias Koch (25, ZM, 11/0/2), Jürgen Säumel (28, ZM, 10/2/0), Imre Szabics (32, HS, 19/5/1).
Mattersburg ohne Nedeljko Malic (24, IV, 9/0/0), Lukas Rath (21, LV, 15/0/1), Manuel Seidl (24, DM, 22/3/3), Dominik Doleschal (23, RM, ohne Einsatz).
 
Die Teamnews heben sich gerade so auf.
 
Sturm war in dieser Partie in etwa so überlegen, wie man es sich im Sinne einer guten Wette vorstellte. Sie haben die Pace gemacht, sie haben den Gegner unter Druck gesetzt, sie haben gut kombiniert und Chancen bekommen. Das 1:0 war ein zu karger Lohn für die gute Vorstellung. Mattersburg gelang aus dem Nichts der Ausgleich. Auch danach drückt Sturm weiter, aber vielleicht ein wenig geschockt oder sogar verzweifelt. Man kassiert das 1:2, unverdient, gibt aber bis zum Schluss nicht auf und kommt in der 95. zum 2:2.
So geht es halt manchmal: die Einschätzung richtig, die Wette aber verloren. Nur darf man an dieser Stelle ruhig einmal einfließen lassen, dass man ja selbst Chancen berechnet für die Spielausgänge und diese den Markteinschätzungen gegenüber stellt. Wenn man also selbst an 65% Siegchance glaubt, der Markt aber nur an 60%, dann sind es diese 5%, um die hier diskutiert und verhandelt wird. Vom Empfinden her lag man aber besser als der Markt. Nur kommen 65% einfach nicht immer, nein, bei Weitem nicht, denn mehr als 1 von 3 kalkuliert man ja schon ein, zu verlieren.
 
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Wacker Innsbruck – SV Ried      2:0 (1:0)
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Zuschauer: 5.471   (Schnitt bisher: 4.771 ; -25.4% gegenüber Vorsaison)
Angesichts der imponierenden Leistungen des SV Ried seit Gartlers Rückkehr (drei Siege, gegen durchaus namhafte Konkurrenz, mit vielen Toren und tollen Spielzügen allenthalben), könnte man sich unter keinen Umständen gegen sie aussprechen, so oft man vielleicht auch an dieser Stelle Werbung für die Tiroler gemacht hat. Wenn also nur auf Ried, die mit dieser Serie mächtig an Europas Pforten anklopfen. Ried war übrigens unter der Woche im Einsatz (am Mittwoch): ein mühevolles 2:1 nach Verlängerung gegen den LASK aus Linz. Immerhin ein Sieg und ein Halbfinaleinzug.
 
Innsbruck hat im Angriff ein durchaus gutes Zeugnis verdient. Sie stürmen einfach, was das Zeug hält — und ein bisschen hat dies dort Tradition, denn auch die Titel haben ausnahmsweise sie früher nur über die Offensive geholt. Aber hinten ist oftmals ein Vakuum, und dies fiel bereits sehr früh in der Saison auf. Mag sein, dass Trainer Roland Kirchler (Seit Oktober letzten Jahres im Amt) dieses Problem anfangs erkannt hatte und einzudämmen gedachte –mit kurzfristigen Erfolgen –, aber mittlerweile spielen sie wieder so wie zu Saisonbeginn. Bei der Admira gelangen drei eigenen Treffer, und doch verlor man mit 3:4. Davor gab es ein 1:1 gegen Rapid — ein kleines Wunder, Aue gleich gegen Kaiserslautern, als man mit 9 gegen 11 ein 0:1 aufholte –, aber davor diese typischen Ergebnisse: 2:3, 2:3, 2:3. Vorne hui, hinten pfui, ganz einfach gesagt. Wacker ebenfalls mit einem Cupspiel (Dienstag). Diesmal ein 0:3 gegen die Roten Bullen (in der Liga war es eines der 2:3).
 
Gerade Ried dürfte es gelingen, diese Schwäche in der Abwehr auszunutzen, haben sie doch 12 Treffer in den letzten vier Spielen geschafft. Somit 3 von 10 auf die 2.
 
Teamnews:
Innsbruck ohne Dario Dakovic (25, IV, 21/0/0), Marco Köfler (22, LM, 1/0/0), 
Ried keine Ausfälle. 
 
Hier lag man nun wirklich krass und total daneben. Falls man eine Gesetzmäßigkeit dahinter sucht: eine Mannschaft spielt so lange gut und  kostet einen somit oder man hält sich raus, bis man bereit ist, ihnen das Vertrauen zu schenken — und schon lassen sie ganz stark nach. Umgekehrt stützt man eine Mannschaft wochenlang, bis man einsieht, dass sie doch nicht so gut sind, wie man annahm — und schon strafen sie einen Lügen.
Innsbruck war also gut, hielt hinten erstmals seit langer Zeit dicht — in 6 Spielen kassierte man 18 Tore — und machte vorne genug Action, die man ihnen ja ohnehin zutraute, um verdient 2:0 zu gewinnen. Die Lage hinten damit extrem eng, aber das schwere Restprogramm und die mindere Punktausbeute spricht dennoch gegen Innsbruck. 4 Mannschaften im Abstand von 3 Punkten ist die Situation.
 
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Red Bull Salzburg – Wolfsberger AC      6:2 (2:2)
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Zuschauer: 5.870   (Schnitt bisher: 8.327 ; -15.5% gegenüber Vorsaison)
Nun scheint es auch der Markt erkannt zu haben: es gibt nur diese eine wahrhafte Nummer 1. Salzburg hat logischerweise unter der Woche das Pokalfinale erreicht — mit 3:0 (!) übrigens in  Innsbruck — und ist auch sonst das Maß aller Dinge in Österreich. Die Knie bei der Austria werden weicher und es wäre nicht verwunderlich, wenn sie auf der Zielgeraden einknicken.
 
Wolfsberg hat sich jedoch absolut rein gar nichts zuschulden kommen lassen. Sehr frühzeitig erklärte man sie zu einem vollwertigen (Neu-)Mitglied der Liga, welches weitaus mehr die spielerischen Tugenden zu den ihrigen zählt, welche aber mehr als ausreichend ausgeprägt sind,  und diese Einschätzung haben sie fast Woche für Woche bestätigt. Mit der weiterhin existenten Chance auf Europa, mit gar einem Punkt mehr als Ried ausgestattet. 
 
Klar wird man dennoch von einem Sieg des Favoriten ausgehen, jedoch aufgrund der Marktlage ist es ausgeschlossen, diesen als Wetttip zu verankern, im Gegenteil, traut man angesichts dessen doch dem vermeintlich so gewaltigen Underdog die kleine Sensation zu, ohne dies in Einheiten zum Ausdruck bringen zu wollen.
 
Teamnews:
Salzburg ohne Franz Schiemer (27, IV, 26/4/4), wichtig, Martin Hinteregger (20, IV, 24/2/3), auch wichtig, Sasio Mané (21, LA, 20/11/6), zur Zeit fast unverzichtbar.
Wolfsberg ohne Gernot Messner (32, ZM, 4/0/0), Christian Falk (26, MS, 17/10/0), der allerdings schon seit Februar out ist.
 
Also machen wir doch gleich Nägel mit Köpfen : 2 von 10 auf X oder 2.
 
Hier ähnlich wie im Vorgängerspiel. Man wollte sich bedingungslos hinter die Salzburger stellen, und doch haben sie einen schon oftmals enttäuscht. Nun stellt man sich ausnahmsweise gegen sie — und kassiert eine Kanterniederlage.
Wobei man sich hier noch nicht einmal wirklich schlecht fühlen muss. Denn, wie man sieht, stand es zur Pause noch 2:2, und das bereits nach einem Ausschluss gegen die Wolfsberger (32., Torraub und Elfmeter berechtigt), und doch hatten sie bei einer Elfersituation, die man sogar mit Rot UND Elfer hätten ahnden können, die Chance auf den Ausgleich — falls er denn verhängt worden wäre, wovon Trainer Bjelica überzeugt war (und man sich der Ansicht gerne anschließt). Nur, so meinte er, hatte der Referee nicht den Mut, für einen Kleinen im fremden Stadion zu pfeifen. Nun, dieser Ansicht schließt man sich nicht gänzlich an, denn allgemein wird einfach nicht auf Elfer entschieden, auch bei klarsten Aktionen nicht, und dies kann fast genauso gut die Heimmannschaft betreffen.
Noch eine kleine Geschichte: die österreichischen Reporter haben sich ja dem deutschen „Niveau“ (ach, niwo) fast genau angepasst. Der große Nachbar als Vorbild? Jedenfalls heißt es ja hier wie dort immer „katastrophaler Abwehrfehler“ oder „fehlende Zuordnung“ und „schlimmer Fehler“ hier, „schlechtes Stellungsspiel“ dort, oder aber, wenn ein Angreifer tatsächlich an eine Flanke herankommt  — mit einer Chance von etwa 1 zu 10 –, dass „den wohl gar keiner auf der Rechnung hatte“ und, noch übler, „mit so viel Freiheiten ausgestattet hat er natürlich keine Mühe mehr, den Ball zu versenken“ (damit einem den letzten Spaß verderbend; war also gar nichts gut an der Aktion und gibt es nicht einmal mehr Freude über ein Tor, als Folge einer gelungenen Aktion?).
Wenn aber wirklich mal ein derart schlimmer Fehler passiert, von welchem die ganze Zeit fabuliert wird, dann bleibt er unerkannt, damit das letzte kleine Bisschen an Sachverstand, was man möglicherweise einem „ausgewiesenen Fachmann“ unterstellen könnte, konterkariert: hier war es so, dass zwar der Fehlpass, den Harvard Nielsen im Aufbauspiel tätigt, sehr wohl als „schlimmer Fehlpass“ angemerkt wird, nur was dieser Harvard Nielsen danach tut, entgeht der Sprechblase anscheinend völlig. Er irrt nämlich fällig plan- und orientierungslos über den Platz, aber nicht einmal im Eiltempo, sondern gibt stattdessen diffuse Anweisungen, wer wen zu übernehmen hätte, anstatt selbst einzuspringen, trabt weiter rückwärts, ohne sich an irgendetwas zu orientieren und steht selbst bei der vorabschließenden Flanke tatsächlich nur Spalier für den Spanier de Paule, der auf diese Art unbehelligt tatsächlich aus 7 Metern einköpfen kann. Nur erkennt man ganz deutlich, dass er sogar noch während der Flankenball hereinsegelt, dass er nicht einmal einen Schritt Richtung ungedeckten Gegenspieler tut, um zumindest ein Alibi zu haben. Nichts. Und wie hätte es so schön heißen müssen, und zwar erstmal in 500 Versuchen berechtigt? „Da schaut er nur zu“ oder, wie es ein Deutscher in bemühtem Anflug von Humor auszudrücken pflegt: „Da hat er sich den besten Platz zum Zuschauen ausgesucht.“ Das 0:1 nach 10 Minuten.
Trainer Bjelica meinte übrigens nach dem Spiel auch, dass er nach diesem Ergebnis und Auftritt genau so stolz auf seine Truppe ist, wie er es nach dem 4:0 bei der Austria war. Und das sagt schon Einiges aus. Wolfsberg war also keineswegs so schlecht, wie es das Ergebnis vermuten ließe. Wenn Salzburg mal ins Rollen kommt, sind sie kaum zu bändigen. Und dies war bei numerischer Überzahl und in Führung liegend der Fall.
Tolle Tore teils der Salzburger und Kevin Kampl mit etlichen Assists, Soriano kam aus dem Kreißsaal in der Pause ins Stadion, von der Geburt seiner dritten Tochter, wurde eingewechselt — und machte drei Treffer. Auch der lange nicht zum Einsatz gekommene Brasilianer Alan erzielte drei Treffer.
 
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SC Wiener Neustadt – Admira/Wacker Mödling      3:0 (1:0)
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Zuschauer: 4.500   (Schnitt bisher: 2.795 ; -2.9% gegenüber Vorsaison)
Das kleine Derby bietet doch einen Ansatzpunkt: klar haben die Wiener Neustädter hier oder da toll gespielt und auch oftmals über Erwarten gepunktet, nur hat ihnen das dennoch weiterhin nur einen vorletzten Rang eingebracht, mit der Tendenz, noch einen einzubüßen. 
 
Die Admira hat dagegen den kleinen Aufwärtstrend, den man ihnen auch permanent zutraute, mit zwei Siegen in den letzten beiden Heimspielen — und siehe da, das genügte schon, sie auf Rang 7 zu katapultieren. Noch ist man keineswegs gesichert, bei 5 Punkten vor, aber doch ist es die Tendenz, dass sie es nicht erwischen wird.
 
Diese Partie darf man als ausgeglichen ansehen und, da dem Markt gegenüber leicht abweichend, den Gästen etwas zutrauen. 3 von 10 auf X oder 2.
 
Teamnews:
Wiener Neustadt ohne Arvedin Terzic (24, LM, 18/5/6)
Admira ohne Bernhard Schachner (27, DM, 21/1/2), René Seebacher (24, RM, 10/0/1), Thorsten Schick (22, RM, 19/4/5), Lukas Thürauer (25, OM, 28/3/2), Matus Mikus (21, MS, 2/0/0) als Winterneuzugang.
 
Damit man sieht, dass es auch anders geht: die Ausfälle von Schlüsselspielern bei der Admira macht aus 3 von 10 eine Neigung mit 0 von 10. Keine Wette auf die Admira!
 
Hier kann man sich ja zugute halten, die Wette noch storniert zu haben aufgrund der Teamnews. Dennoch trog einen das Gefühl. Aber nur, wenn man das Ergebnis als Indikator nimmt. Admira war die bessere Mannschaft, Admira machte das Spiel und Admira hatte die Chancen, wenn auch nicht viele. Das Tor machten die Gastgeber. Wobei hier der Freistoß, der für die speziell bei Standards so gefährlichen Wiener Neustädter verhängt wurde, an der Außenlinie für Diskussionsstoff sorgte. Es war nämlich — auch nach hiesiger Ansicht — keiner. So das 1:0 in der 30.
Später gab es einen Ausschluss gegen Admira Goalie Macho, der zwar beim Abfangen einer Flanke gerempelt wird, aber den Freistoß bekommt, und dennoch wie ein Stier auf den ihn rempelnden zugeht. Das war absolut rotwürdig, bringt aber zum Ausdruck, was sich die Torhüter heutzutage so alles herausnehmen. Sie können rücksichtslos sich in Spielertrauben stürzen, dabei Mit- und Gegenspieler abräumen, und wenn sie den Ball NICHT erreichen, fordern sie einen Freistoß, weil sie logischerweise sich dazwischen hechtend, zu Boden gehen. Meist bekommen sie den auch. Falls aber ein Angreifer mal in ihrer Nähe ausatmet, so gehen sie direkt zu Boden — und fordern ebenso einen Freistoß, zugleich aber zur Selbstjustiz übergehend.
Auch mit 10 Mann drückte die Admira, ohne Ertrag, und kassierte in den Schlussminuten, bei sich entblößender Abwehr, noch zwei Treffer.
Es hat nichts gekostet, aber die Einschätzung passte im Grund trotzdem ( das Ergebnis nicht).
 
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Austria Wien – Rapid Wien      2:2 (1:0)
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Zuschauer: 12.500   (Schnitt bisher: 9.104 ; +10.7% gegenüber Vorsaison)
Das Traditionsderby ist eigentlich eines, bei welchem man sich zwangsläufig NIEMALS verwickeln sollte. Zu viel Tradition, zu wenig Augenblicksform oder Tabellensituation. Und doch möchte man hier eine Ausnahme machen: die Austria spielt seit Wochen eigentlich überzeugend, gewinnt aber die Spiele nicht mehr (Remis — Niederlage — Remis). Nur konnte man dennoch sehr wenig sehen, was sie falsch machten. Sie sind ein Spitzenteam und selbst wenn man auch persönlich nicht nur anerkennt, sondern selbst postuliert hat, dass Salzburg besser ist, so ist es doch denkbar, dass die Austria irgendwo die Kurve bekommt und die 8 Punkte über die Ziellinie rettet (wobei ja ein einziger es auch tun würde). Übrigens hat die Austria nicht nur ein weiteres Eisen im Feuer, durch den Cupsieg beim WAC unter der Woche (2:1), nein, sie konnten darin auch bestätigen, dass sie in Form sind, was ihnen hier mehrfach zugesprochen wurde.
 
Rapid hingegen ist die Chaosmannschaft schlechthin, falls man es nicht nennen sollte „der Chaosverein“. Da sitzt kein einziges Steinchen mehr auf dem anderen und das Interview mit Helmut Schulte hat einem die Augen geöffnet, dass die Fans mit ihrer Kritik durchaus richtig liegen können: der Mann hat nicht die leiseste Ahnung und scheute sich nicht einmal, dies einzugestehen. Wie soll man da wieder in ruhigeres Fahrwasser geraten können? Die Katastrophe aber geschah ja erst wirklich unter der Woche: Halbfinale im Pokal, eine Chance, die Saison halbwegs in die Spur zu bringen, Pasching der Gegner, im eigenen Stadion, und dann ein 0:1? Nein, das geht weder auf die berühmte Kuh- noch die Fanhaut. Umgekehrt wird dem Team und dem Vorstand nun ordentlich das Fell gegerbt. Das nimmt man einfach nicht mehr hin und die Barrikaden werden vermutlich nicht nur erklettert, sondern übersprungen, um irgendjemandem den Garaus zu machen.
 
So kann man, Tradition hin oder her, einigermaßen ruhigen Gewissens, in dieser Partie die Austria anempfehlen. 5 von 10 auf sie.
 
Teamnews:
Austria ohne Thomas Jun (30, LA, 26/6/12), sehr wichtig, und den Langzeitverletzten Nacer Barazite.
Rapid Thomas Schrammel (25, LV, 18/0/2), Steffen Hofmann (32, OM, 20/2/9), der wichtigste Mann noch immer out.
 
So sehr man vielleicht bereuen möchte, sich wieder einmal auf ein Derby eingelassen zu haben um, wie immer, festzustellen, dass man da einfach nur verlieren kann, so ungerecht ist dennoch dieser Partieausgang. Die Austria war die ganz klar bessere Mannschaft mit der Mehrzahl der Chancen. Rapid war richtig schwach — und kam doch zu zwei Treffern. Ein derartig schwaches Rapid, so muss man ehrlich sagen, hätte man nicht für möglich gehalten. Da ging eigentlich vorne UND hinten gar nichts. Vor allem auf der rechten Abwehrseite war immer wieder gähnende Leere — und damit viel Platz für die Angreifer (man konnte als Autor dieses Spiel live über 90 Minuten verfolgen). Hat das denn Keiner bemerkt? Überhaupt war das Mittelfeld der Austria auffällig spielfreudig und total überlegen jenem der Gäste. Wie konnte es nur zu einem 2:2 kommen?
Nun ja, beide Gegentreffer vielen nach einer Austria Führung, die jeweils klar verdient war, und sie fielen aus dem Nichts. Deni Aler ist natürlich der (einzige) Man bei Rapid, der sich ein wenig  — auch in den Wochen zuvor schon — in den Vordergrund spielen konnte. Und er hat das zweite mustergültig vorbereitet, mit einem Ferserl. Nur hätte der Torwart seinen Kasten noch nicht verlassen haben müssen.
Also: Rapid macht zwei Tore aus sehr wenig und die Austria ebenfalls nur zwei aus sehr viele. Es bleibt eine Allerweltsgeschichte, aber doch lässt sie einfach keinen Zweifel an der richtigen Einschätzung zu. Die Austria derzeit im Pech und der Vorsprung schmilzt dahin. Rapid entsetzlich, so muss man es einfach sagen, aber ein Punkt im Derby kann die Fans schon wieder etwas versöhnlich stimmen. Ach, war das Trainerdebut überhaupt schon thematisiert? Zoran Barisic seit 17.4. auf der Bank. Und: man musste vor dem Spiel mal wieder ein kurzes Interview mit dem ahnungslosen Sportchef Helmut Schulte ertragen. Er erwies sich als ausgesprochen witzig: „Die Favoriten kommen aus Favoriten.“ Mann, ham wir jelacht! So originell, der Junge!
 
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