Rückblick Österreich „Heute für Morgen“ Erste Liga, 29. Spieltag

in Kürze:

Hier scheinen die wichtigsten Entscheidungen schon so ziemlich gefallen: wie sollte diese Austria aus Lustenau den Aufstiegskampf noch einmal spannend gestalten? Grödig wird es machen. Das weiß man auch in Lustenau.
Hinten geht es eh nur noch um die Frage, wer in die Relegation muss. Für BW Linz heißt es in dieser Runde: „last exit“. Das Spiel gewinnen, oder sie werden betroffen sein.
 
Hartberg hat es gemacht, das sind +5, auch Grödig konnte das Spiel recht locker gewinnen, +6, und -4 auf BW Linz, wobei die mal wieder so richtig Pech hatten. In der Summe +7, mit denen man klarerweise gut leben kann. Und: die Tipps waren ausnahmslos gut.
 
Die Neigung mit Horn ging beim 0:3 total daneben,und auch St.Pölten hat das Spiel (unglücklich) nicht gewonnen, so dass man hier nicht so gut lag.

 
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Austria Lustenau – TSV Hartberg      1:3 (1:1)
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Zuschauer: 2.600  (Schnitt bisher: 4.119 ; +5% gegenüber Vorsaison)
Auch in dieser Liga gibt es einen wahren Chaosclub (wie die Liga drüber Rapid). Es ist die Austria aus Lustenau. Die souveräne Führung in der Tabelle ist dahin, der Kapitän wurde als Assistent ins Rettungsboot geholt, um dem sinkenden Schiff den Gnadenschuss zu verpassen?! Sascha Boller wurde nach der Bekanntgabe des Wechsels nach Grödig erst ausgemustert und nun wieder ins Team berufen? Was verspricht man sich davon — bei aller Wertschätzung des Sascha Boller? 
 
Gegenüber steht ein kaum weniger gebeuteltes Hartberg. Nur bezieht es sich bei ihnen ausschließlich auf die letzten Ergebnisse (bei welchen sich die Teams nicht viel nehmen; 6 Punkte in 9 Spielen für Hartberg, 7 im gleichen Zeitraum für A.Lustenau). Und immerhin haben sie den Punkt für die Moral am Montag geholt, als sie zwei Treffer in den letzten 3 Minuten erzielten zum 2:2 gegen BW Linz.
 
Es ist ein krasser Außenseitertipp, aber irgendwie kann man sich nicht vorstellen, dass die Austria hier als turmhoher Favorit auftrumpft und den Gegner an die Wand spielt. Sogar kann man sich vorstellen, dass sie gar nicht dominieren, den Aufstieg im Geiste schon abgehakt haben, was sich auch in den Besucherzahlen niederschlagen kann.
 
5 von 10 auf  X oder 2.
 
Teamnews:
A.Lustenau ohne Thiago de Lima Silva (29, MS, 26/13/4), sehr wichtig, Felix Roth (25, OM, 23/6/10), ebenfalls sehr wichtig,
Hartberg ohne Miodrag Vukajlovic (21, LV, 21/0/1), Michael Huber (23, RV, 15/0/0).
 
Hier passte nun wirklich alles. Austria Lustenau resignativ schwach. Sascha Boller nun, so hieß es, endgültig aussortiert, und Trainer Kolvidsson in ernster Diskussion, wie der Präsident verlauten ließ. Die Aufstiegshoffnungen sind jedenfalls gänzlich verflogen, wie auch der Fanzuspruch dokumentiert.
Hartberg mit einer ordentlichen Leistung, wobei dieses A.Lustenau wohl niemanden ins Stolpern gebracht hätte.
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SV Grödig – SCR Altach     3:1 (1:1)
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Zuschauer: 1.200   (Schnitt bisher: 741 ; -4.6% gegenüber Vorsaison)
Ein wahres Spitzenduell dies hier, denn diese beiden Mannschaften sind die einzigen, die wirklich dorthin gehören. Altach steht ja schon auf 3 und macht durchaus Anstalten, die Austria aus Lustenau noch zu überflügeln. Es sind 6 Punkte, die aber angesichts des Negativlaufs des „Konkurrenten“ im Nu dahinschmelzen können. 
 
Es mag zwar sein, dass nur Altach und Grödig wirklich an die Spitze gehören — dies bereits der Teil „Aber“ –, nur konnte Altach, trotz guter Ergebnisse, oftmals nicht wirklich überzeugen. Der Sieg ausgerechnet gegen Grödig war jener, der historischen Glückscharakter haben mag — man hatte sie damals hier angeraten zu wetten — indem man nicht nur am Ende kurz vor dem dann entscheidenden Gegentreffer stand und diesen nicht kassierte, nein, man besaß auch noch die Unverfrorenheit, mit der letzten Aktion einen eigenen Angriff zu zelebrieren, der den Siegtreffer brachte. Auch die anderen Siege, gegen Horn letzte Woche, als man mehr gegnerische Chancen zuließ als eigene zu produzieren, oder jener gegen Hartberg, als man auch nur mühevoll mit 2:0 gewann, und selbst beim 2:2 in Kapfenberg benötigte man, trotz der anerkannt überragenden Phase zwischendurch, am Ende das Glück, um nicht zu verlieren.
 
Also: Altach steht oben, ok, Altach steht auch zurecht oben, gebongt, nur sind sie nicht so gut wie die Ergebnisse es suggerieren und sind sie vor allem — wie in jenem Spiel vor ein paar Wochen vorgeführt — bei weitem nicht so gut wie der heutige Gegner. 
 
Grödig mag zwar auch ab und an mal gewackelt haben, aber doch sind sie klar das stabilste Team und noch klarer sind sie auf Aufstiegskurs, ohne sich von Irgendjemandem davon abbringen zu lassen. Auch und ganz speziell nicht von Altach. Denn: a) haben sie gerade dieses Spiel so unglücklich verloren und sinnen garantiert auf Revanche, und b) ist Altach der einzige, der ihnen noch ernsthaft gefährlich werden könnte (man nimmt hier A.Lustenau einfach aus).
 
So stehen die Zeichen klar auf Heimsieg: 6 von 10 auf die 1.
 
Teamnews:
Grödig ohne Kristijan Dobras (20, OM, 1/0/0), 
Altach ohne Aaron Kircher (21, LV, 2/0/0), Matthias Cuntz (22, ZM, 14/0/2), Gelbsperre, Boris Prokopic (25, OM, 2/0/0), als Winterneuzugang, und Felipe Dorta (16, MS, 11/0/0).
 
Auch hier passte im Grunde alles. Altach hat sich gewehrt, so ist es nicht, aber doch konnte man bezeugen, dass Grödig einfach die bessere Mannschaft ist. Altach bekam einen Elfer zugesprochen, der das Spiel offen gestaltete, wobei hier ernste Zweifel an der Berechtigung (entgegen sonstiger Gepflogenheiten) angemeldet werden. Hand? War nicht zu erkennen.
Wichtige, weitere Infos: Stefan Lexa spielte von Anfang an. Dies stets ein Indiz für einen starken Auftritt. Möglich, dass der 36-jährige verlängert und nächste Saison noch einmal in der Bundesliga mitmischt. Apropos Bundesliga: jetzt hat sich sogar der Bürgermeister bemerkbar gemacht. Nach seiner Ansicht ist Grödig viel zu klein für die Bundesliga. Hört, hört. Er möchte also nicht wirklich, dass das Aushängeschild aufsteigt? Der Fanzuspruch war ja an dieser Stelle schon häufig angesprochen worden. Woher sollte man eigentlich eine ordentliche Kulisse rekrutieren? Vor den Toren Salzburgs gelegen, mag es zwar ein gewisses Einzugsgebiet geben, jedoch sind die Salzburger Anhänger ja bereits ganz gut vergeben an die Bullen. Ob da ein zweites Team angenommen werden kann? Die Gemeinde Grödig hat übrigens etwa 7.000 Einwohner. Diese Zahl liegt noch UNTER dem ZuschauerSCHNITT des benachbarten Giganten…
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SV Horn – SV Kapfenberg     0:3 (0:1)
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Zuschauer: 1.150  (Schnitt bisher: 1.498 ; Aufsteiger)
Tja, wenn es Seriensieger gibt, wird es nicht ganz einfach, dies vor dem Wettmarkt verborgen zu halten. Kapfenberg ist sicher in aller Munde. „Haste schon jesehn? Kapfenberg jewinnt ümmer!“ Also, sagt sich jeder: „Ruff mit der Kohle. Kann ja jarnich schief jehn.“ Die Folge: der Kurs ist im Keller. Man kann sie einfach nicht spielen. Wenn man nun Punkte sucht, warum man eventuell das Ende des Laufes erleben könnte, wird man derart fündig: Kapfenberg hat weiterhin absolut keine Zuschauer im Stadion. Das ist nicht nur wenig motivierend, nein, zugleich könnte es — so wird es hier zumindest stets als Indiz gewertet, aufgrund der anerkannten Sensibilität der Fans — bedeuten, dass sie gar nicht so überragend spielen. 
 
Die letzten beiden Siege waren jeweils nur mit einem Tor erzielt (gegen A.Lustenau, das „walkover“ Los also, mit 2:1, und in Grödig, mit 1:0, als es a) diese leichten Verdachtsmomente gab, und b) Grödig ein klarer Elfer in der Schlussminute verweigert wurde), zwischendurch ein 2:2 gegen Altach. Zugleich hat Horn zuletzt, vor allem beim 0:2 in Altach, eigentlich immer gut gespielt, selbst wenn selten gut belohnt. 
 
Wenn könnte man also nur die Heimmannschaft nehmen, in dem Sinne, dass sie das Spiel nicht verlieren.
 
Teamnews:
Horn ohne Ersatztorwart Philip Petermann, Marcel Toth (23, ZM, 17/2/1), Gelbsperre, Emir Dilic (21, RM, 21/0/2), 
Kapfenberg ohne Patrick Kostner (25, TW, 16/0/0), Dominic Pürcher (24, LV, 24/2/2), René Pitter (23, RV, 3/0/0), Mario Grgic (21, ZM, 19/0/1), Markus Felfernig (29, LM, 17/2/1), Dieter Elsneg (23, HS, 25/7/10), Sanel Kuljic (35, MS, 12/2/1).
 
Da die Teamnews super günstig für den leise ausgesprochenen Tipp sind, sollen es nun doch 3 von 10 auf 1/X sein. Elsneg, Grgic, Pürcher, Felfernig gehörten alle zum Stammpersonal und Elsneg hat sich, gerade in letzter Zeit, so richtig in den Vordergrund gespielt.
 
Die Seriensieger haben halt auch einen Vorteil: sie haben das nötige Selbstvertrauen, um auch kritische Momente zu überstehen. Es läuft einfach, weil es läuft und läuft. Zum Glück hat man ja keine anrechenbaren Einheiten riskiert, aber doch lag man sozusagen gründlich daneben. Nach 15 Minuten lagen sie schon vorne, Horn mühte sich, Horn kam auch zu ein paar Gelegenheiten, und doch machte Kapfenberg das 2:0. Selbst danach kam Horn noch zu Chancen, aber sie nutzten keine, stattdessen der Gast eine zum 3:0.
So schlecht war Horn nicht. Und die Personalprobleme bei Kapfenberg haben sich einfach nicht wirklich ausgewirkt.
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SKN St.Pölten – FC Lustenau      2:2 (2:1)
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Zuschauer: 2.080  (Schnitt bisher: 3.112 ; +120.1% gegenüber Vorsaison)
St.Pölten hat eindeutig einen leichten Aufwärtstrend zu verzeichnen. Nicht nur, dass sie seit drei Spielen nicht mehr verloren haben, nein, es ging auch spielerisch klar aufwärts. FC Lustenau wurden oftmals ganz ordentliche Leistungen bescheinigt — auch nach der Fixierung des Abstiegs — und doch erinnern ihre Auftritte ein wenig an jene der Alemannia aus Aachen: raus mit Applaus. Zuletzt gab es eine 0:5 Klatsche daheim gegen Grödig und überhaupt sind es fast nur Niederlagen, die man im Rückblick findet (2 Remis, 4 Niederlagen in 6 Spielen).
 
Wenn also nur auf einen Heimsieg gehen. Selbst wenn es für beide um nichts geht.
 
Teamnews:
St.Pölten ohne Patrick Schagerl (20, LM, 2/0/0), Robert Gruberbauer (24, MS, 19/3/2),
FC Lustenau ohne Ausfälle.
Das war schon eine ganze Menge Glück, die der FC Lustenau hier hatte. St.Pölten war das bessere Team mit der Mehrzahl der Chancen und einem ganz ordentlichen Auftritt. Dem FCL war ja schon oftmals bescheinigt worden, trotz des feststehenden Abstieges stets engagiert und meist auch gut zu Werke zu gehen. Das haben sie auch hier getan, und doch eben Glück gehabt. Selbst nach einem Ausschluss in der 81. gegen St.Pölten versuchten die noch, das Spiel zu gewinnen.
Beide alles in allem gesund.
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Blau Weiß Linz – First Vienna      2:3 (1:1)
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Zuschauer: 650   (Schnitt bisher: 1.351; -43.2% gegenüber Vorsaison)
Hier nun fast eine ideale Partie: die Vienna hat zwar gut gespielt und fünf Mal in Serie nicht verloren, aber doch sind sie natürlich keine Spitzenmannschaft und gerade diese Serie könnte das kleine Problem sein: man hat so viele Punkte gesammelt, dass man nun endgültig sorgenfrei in diese Partie gehen kann. Wobei dies nicht in allen Fällen ein gutes Zeichen sein muss, ganz im Gegenteil, könnte man ja nun einmal beim Durchatmen erwischt werden.
 
BW Linz hat, ähnlich wie der FC Lustenau, eigentlich oft ganz ordentlich gespielt, und doch viel zu selten die maximale Ausbeute eingefahren. Von den Auftritten her sahen sie — gerade in letzter Zeit — auf jeden Fall kein bisschen schlechter aus als andere Kandidaten. Vor allem nicht als jene, die man einzuholen anstrebt: dem TSV Hartberg. Hier führte man letzte Woche bereits mit 2 Toren mit noch 3 Minuten auf der Uhr, und konnte doch nur ein 2:2 mitnehmen. Dennoch bestärkte es sie sicher in dem Gefühl, dass da noch was geht und speziell dieser Gegner in Reichweite liegt. So handelt es sich in diesem Heimspiel hier wohl wirklich um eine Art letzte Chance: die Vienna besiegen und auf 4 Punkte an Hartberg heranrücken, bei dann 7 ausstehenden Spielen. Das tönt doch machbar?
 
4 von 10 auf die 1.
 
Teamnews:
BW Linz ohne Stammtorwart David Wimleitner (37, TW, 28/0/0), nach Gelb-Rot, 
die Vienna ohne Florian Bauer (21, IV, 11/0/0).
 
Über fortgesetztes Glück auf der einen und fortgesetztes Pech auf der anderen Seite wurde an dieser Stelle schon ab und an philosophiert. Jedenfalls kann man über den Terminus „am Ende gleich sich das alles aus“ nur lauthals lachen. Was für ein Gesetz soll das sein? Fortuna lächelt bald diesem und bald jenem zu, das mag schon sein, nur strahlt sich manchmal auch den immergleichen über Monate an, ohne, dass man einen besonderen Grund dafür erkennen könnte, und zeigt zugleich dem anderen dauerhaft die kalte Schulter.
Hier war es wirklich so, dass sich alle Stimmen nach dem Spiel komplett einig waren, speziell Vienna Trainer Alfred Tatar brachte es auf den Punkt, dass er selbst nicht verstünde, warum seine Mannschaft das Spiel gewonnen hätte und er war voller Anteilnahme für den Gegner, dessen Pech er sehr glaubwürdig bedauerte.
Man hat sich also absolut nichts vorzuwerfen, im Gegenteil, verbündet man sich gerne dauerhaft mit Pechvögeln — genau deshalb, weil man nämlich NICHT daran glauben mag. Sie machen es gut, sie spielen gut, man wünscht und gönnt ihnen den Erfolg — das ging bereits auf den Gegner über, wie man im Interview vernahm –, warum sollte man also annehmen, dass sie das nächste Spiel wieder auf eine solche Art und Weise verlieren?
Eine wichtige Bemerkung an dieser Stelle: das Spiel von BW Linz war das Abendspiel (20:30, die anderen beginnen um 18:30). Von daher war der Sieg von Hartberg bekannt, das heißt, bei Spielbeginn waren die Chancen auf das Heranrücken arg gemindert. Und: man hatte ja höchst persönlich „vorhergesagt“, dass Hartberg in Lustenau NICHT verlieren würde. Es hat sich zwar nicht ausgewirkt auf die Leistung von Blau-Weiß, aber doch hätte man diesen Aspekt eventuell berücksichtigen sollen.
Dennoch waren die Wette und die Einschätzungen jedenfalls mehr als ok.
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