Vorschau Österreich tipp 3 Bundesliga, 29. Spieltag

in Kürze:

Fast jedes Spiel bietet hier eine Chance, etwas zu tun. Ob dies nun eigene Verblendung oder eine des Marktes ist, müssen erst die Spiele und, last but keineswegs least, die Ergebnisse zeigen. Was nützen einem gut spielende Mannschaften ohne Fortune? Anders herum: wer schaute dem geschenkten Gaul schon so genau ins Maul?
Die Cupspiele unter der Woche haben jedenfalls ein paar Dinge bestätigt: Innsbruck kassiert ständig viele Tore, Rapid ist in der Maximalkrise und die Austria kann es doch noch.

 
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Sturm Graz – SV Mattersburg      (Entfernung: 162 km)
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Hier findet man doch recht bald einen guten Ansatzpunkt. Sturm mag zwar einige Höhen und vor allem Tiefen durchschritten haben, aber doch haben sie gerade zuletzt gezeigt, dass sie mit zur Spitze gehören. Vornehmlich das 1:1 gegen die Austria hievte sie auf dieses Niveau zurück. Beim 0:3 in Salzburg mag man zwar chancenlos gewesen sein, aber es war gegen ein in Hochform befindlichen Gegner und man hat sich sogar ganz ordentlich gewehrt. Selbst wenn das Spiel davor ebenfalls verloren wurde (0:1 bei Wiener Neustadt), so war die Krise genau für dieses Spiel eigentlich für beendet erklärt worden. Der Ansatzpunkt ist also der: der Markt sieht nur die Ergebnisse, und diese waren nicht sonderlich gut. Bezüglich der Motivation sei so viel gesagt: Europa steht auf dem Spiel, angesichts der Konkurrenz von Rapid und Ried um sie herum.
Mattersburg verliert dafür regelmäßig. Nun sind es genau zwei Punkte aus den letzten Spielen, und auch davor ist, trotz des 1:0 gegen Ried, viel mehr Tristesse. Sie haben nur 4 Tore erzielt in den letzten 10 Spielen, dafür 19 kassiert. Man man über die Leistungen hier oder da auch was Gutes gesagt haben: so könnte es für sie ganz eng werden. Sie sind 4 Punkte vor Innsbruck, aber das ist doch nicht das, was man als „Ruhekissen“ bezeichnet?
Für diese Partie heißt es: Sturm ist wieder voll da und gewinnt hier. 6 von 10 auf die 1.
Teamnews:
Sturm ohne Christian Gratzei (31, TW, 10/0/0), Manuel Weber (27, ZM, 19/1/3), Matthias Koch (25, ZM, 11/0/2), Jürgen Säumel (28, ZM, 10/2/0), Imre Szabics (32, HS, 19/5/1).
Mattersburg ohne Nedeljko Malic (24, IV, 9/0/0), Lukas Rath (21, LV, 15/0/1), Manuel Seidl (24, DM, 22/3/3), Dominik Doleschal (23, RM, ohne Einsatz).
 
Die Teamnews heben sich gerade so auf.
 
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Wacker Innsbruck – SV Ried      (Entfernung: 248 km)
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Angesichts der imponierenden Leistungen des SV Ried seit Gartlers Rückkehr (drei Siege, gegen durchaus namhafte Konkurrenz, mit vielen Toren und tollen Spielzügen allenthalben), könnte man sich unter keinen Umständen gegen sie aussprechen, so oft man vielleicht auch an dieser Stelle Werbung für die Tiroler gemacht hat. Wenn also nur auf Ried, die mit dieser Serie mächtig an Europas Pforten anklopfen. Ried war übrigens unter der Woche im Einsatz (am Mittwoch): ein mühevolles 2:1 nach Verlängerung gegen den LASK aus Linz. Immerhin ein Sieg und ein Halbfinaleinzug.
Innsbruck hat im Angriff ein durchaus gutes Zeugnis verdient. Sie stürmen einfach, was das Zeug hält — und ein bisschen hat dies dort Tradition, denn auch die Titel haben ausnahmsweise sie früher nur über die Offensive geholt. Aber hinten ist oftmals ein Vakuum, und dies fiel bereits sehr früh in der Saison auf. Mag sein, dass Trainer Roland Kirchler (Seit Oktober letzten Jahres im Amt) dieses Problem anfangs erkannt hatte und einzudämmen gedachte –mit kurzfristigen Erfolgen –, aber mittlerweile spielen sie wieder so wie zu Saisonbeginn. Bei der Admira gelangen drei eigenen Treffer, und doch verlor man mit 3:4. Davor gab es ein 1:1 gegen Rapid — ein kleines Wunder, Aue gleich gegen Kaiserslautern, als man mit 9 gegen 11 ein 0:1 aufholte –, aber davor diese typischen Ergebnisse: 2:3, 2:3, 2:3. Vorne hui, hinten pfui, ganz einfach gesagt. Wacker ebenfalls mit einem Cupspiel (Dienstag). Diesmal ein 0:3 gegen die Roten Bullen (in der Liga war es eines der 2:3).
Gerade Ried dürfte es gelingen, diese Schwäche in der Abwehr auszunutzen, haben sie doch 12 Treffer in den letzten vier Spielen geschafft. Somit 3 von 10 auf die 2.
Teamnews:
Innsbruck ohne Dario Dakovic (25, IV, 21/0/0), Marco Köfler (22, LM, 1/0/0), 
Ried keine Ausfälle. 
 
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Red Bull Salzburg – Wolfsberger AC      (Entfernung: 290 km)
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Nun scheint es auch der Markt erkannt zu haben: es gibt nur diese eine wahrhafte Nummer 1. Salzburg hat logischerweise unter der Woche das Pokalfinale erreicht — mit 3:0 (!) übrigens in  Innsbruck — und ist auch sonst das Maß aller Dinge in Österreich. Die Knie bei der Austria werden weicher und es wäre nicht verwunderlich, wenn sie auf der Zielgeraden einknicken.
Wolfsberg hat sich jedoch absolut rein gar nichts zuschulden kommen lassen. Sehr frühzeitig erklärte man sie zu einem vollwertigen (Neu-)Mitglied der Liga, welches weitaus mehr die spielerischen Tugenden zu den ihrigen zählt, welche aber mehr als ausreichend ausgeprägt sind,  und diese Einschätzung haben sie fast Woche für Woche bestätigt. Mit der weiterhin existenten Chance auf Europa, mit gar einem Punkt mehr als Ried ausgestattet.
Klar wird man dennoch von einem Sieg des Favoriten ausgehen, jedoch aufgrund der Marktlage ist es ausgeschlossen, diesen als Wetttip zu verankern, im Gegenteil, traut man angesichts dessen doch dem vermeintlich so gewaltigen Underdog die kleine Sensation zu, ohne dies in Einheiten zum Ausdruck bringen zu wollen.
Teamnews:
Salzburg ohne Franz Schiemer (27, IV, 26/4/4), wichtig, Martin Hinteregger (20, IV, 24/2/3), auch wichtig, Sasio Mané (21, LA, 20/11/6), zur Zeit fast unverzichtbar.
Wolfsberg ohne Gernot Messner (32, ZM, 4/0/0), Christian Falk (26, MS, 17/10/0), der allerdings schon seit Februar out ist.
 
Also machen wir doch gleich Nägel mit Köpfen : 2 von 10 auf X oder 2.
 
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SC Wiener Neustadt – Admira/Wacker Mödling      (Entfernung: 46 km)
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Das kleine Derby bietet doch einen Ansatzpunkt: klar haben die Wiener Neustädter hier oder da toll gespielt und auch oftmals über Erwarten gepunktet, nur hat ihnen das dennoch weiterhin nur einen vorletzten Rang eingebracht, mit der Tendenz, noch einen einzubüßen.
Die Admira hat dagegen den kleinen Aufwärtstrend, den man ihnen auch permanent zutraute, mit zwei Siegen in den letzten beiden Heimspielen — und siehe da, das genügte schon, sie auf Rang 7 zu katapultieren. Noch ist man keineswegs gesichert, bei 5 Punkten vor, aber doch ist es die Tendenz, dass sie es nicht erwischen wird.
Diese Partie darf man als ausgeglichen ansehen und, da dem Markt gegenüber leicht abweichend, den Gästen etwas zutrauen. 3 von 10 auf X oder 2.
Teamnews:
Wiener Neustadt ohne Arvedin Terzic (24, LM, 18/5/6)
Admira ohne Bernhard Schachner (27, DM, 21/1/2), René Seebacher (24, RM, 10/0/1), Thorsten Schick (22, RM, 19/4/5), Lukas Thürauer (25, OM, 28/3/2), Matus Mikus (21, MS, 2/0/0) als Winterneuzugang.
 
Damit man sieht, dass es auch anders geht: die Ausfälle von Schlüsselspielern bei der Admira macht aus 3 von 10 eine Neigung mit 0 von 10. Keine Wette auf die Admira!
 
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Austria Wien – Rapid Wien      (Entfernung: 0 km)
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Das Traditionsderby ist eigentlich eines, bei welchem man sich zwangsläufig NIEMALS verwickeln sollte. Zu viel Tradition, zu wenig Augenblicksform oder Tabellensituation. Und doch möchte man hier eine Ausnahme machen: die Austria spielt seit Wochen eigentlich überzeugend, gewinnt aber die Spiele nicht mehr (Remis — Niederlage — Remis). Nur konnte man dennoch sehr wenig sehen, was sie falsch machten. Sie sind ein Spitzenteam und selbst wenn man auch persönlich nicht nur anerkennt, sondern selbst postuliert hat, dass Salzburg besser ist, so ist es doch denkbar, dass die Austria irgendwo die Kurve bekommt und die 8 Punkte über die Ziellinie rettet (wobei ja ein einziger es auch tun würde). Übrigens hat die Austria nicht nur ein weiteres Eisen im Feuer, durch den Cupsieg beim WAC unter der Woche (2:1), nein, sie konnten darin auch bestätigen, dass sie in Form sind, was ihnen hier mehrfach zugesprochen wurde.
Rapid hingegen ist die Chaosmannschaft schlechthin, falls man es nicht nennen sollte „der Chaosverein“. Da sitzt kein einziges Steinchen mehr auf dem anderen und das Interview mit Helmut Schulte hat einem die Augen geöffnet, dass die Fans mit ihrer Kritik durchaus richtig liegen können: der Mann hat nicht die leiseste Ahnung und scheute sich nicht einmal, dies einzugestehen. Wie soll man da wieder in ruhigeres Fahrwasser geraten können? Die Katastrophe aber geschah ja erst wirklich unter der Woche: Halbfinale im Pokal, eine Chance, die Saison halbwegs in die Spur zu bringen, Pasching der Gegner, im eigenen Stadion, und dann ein 0:1? Nein, das geht weder auf die berühmte Kuh- noch die Fanhaut. Umgekehrt wird dem Team und dem Vorstand nun ordentlich das Fell gegerbt. Das nimmt man einfach nicht mehr hin und die Barrikaden werden vermutlich nicht nur erklettert, sondern übersprungen, um irgendjemandem den Garaus zu machen.
So kann man, Tradition hin oder her, einigermaßen ruhigen Gewissens, in dieser Partie die Austria anempfehlen. 5 von 10 auf sie.
Teamnews:
Austria ohne Thomas Jun (30, LA, 26/6/12), sehr wichtig, und den Langzeitverletzten Nacer Barazite.
Rapid Thomas Schrammel (25, LV, 18/0/2), Steffen Hofmann (32, OM, 20/2/9), der wichtigste Mann noch immer out.
 
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