Rückblick Österreich „Heute für Morgen“ Erste Liga, 28. Spieltag

in Kürze:

Derzeit zwar kein besonderer Erfolgslauf in der Liga, aber doch sieht man keinen besonderen Anlass, dass einen der Mut zu verlassen hätte. Die Spiele waren meist sehr eng und, falls mal einer nicht aufging, war es an einigen Stellen von Pech begleitet. Das heißt: man fühlt sich eigentlich weiterhin recht wohl und zu Hause in der Liga. Für die anstehenden Paarungen bedeutet das, dass man mit gewohnten Ausmaßen an die Paarungen herangeht. Es gibt schon Einiges, was sich hier anbietet als Tipp.
 
Altach gewonnen, macht +5, +5 auch auf BW Linz im Nachtragsspiel vom Montag, +4 auf Kapfenberg, macht ein rundherum gelungenes Wochenende in der Liga, in welcher man oben noch gut erörterte, dass man trotz einiger weniger erfreulicher Runden keinen Anlass sieht, etwas zu ändern. Alles gut also.
 
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SCR Altach – SV Horn     2:0 (1:0)
Zuschauer: 2.113   (Schnitt bisher: 2.470 ; -27.9% gegenüber Vorsaison)
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In der Verfassung, wie sich Altach in Kapfenberg zwischen der 25. und 55. Minute gezeigt hatte, wären sie einfach unwiderstehlich. Immerhin hat man gesehen, dass die Anlagen da sind. Insgesamt sprang aber ein 2:2 heraus, und das bei der Mannschaft der Stunde, da kann man natürlich auch nicht meckern. Davor gab es ein 2:0 daheim gegen Hartberg, über welches man natürlich auch nicht Murren könnte. Selbst wenn man bei der Vienna (auch dort, trotz des 0:3, eher „unglücklich“), so stehen doch rundherum 13 Spiele ohne Niederlage (oder halt einer Niederlage in 14 Spielen), was man durchaus als Wende zum Guten bezeichnen kann in einer lange Zeit total verkorksten Saison. Also: Altach schein gesund.
 
Horn hat einen „last-minute-equalizer“ geholt, durch den Torwart, beim FC Lustenau, zum 1:1.  Zugleich hat man ihnen, dank kluger personeller Veränderungen, ein etwas höheres Potenzial zugeschrieben als dem Rest der zweiten Tabellenhälfte. Das ist alles richtig. Aber doch schreibt man „erfolgreich“ irgendwie anders als einen Punkt aus 3 Spielen, danke dieses Remises. Gesund ja, nichts mit dem Abstieg zu tun, ok, aber gegen diesen Gegner doch überfordert.
 
5 von 10 auf Altach Sieg.
 
Teamnews:
bei Altach fehlen: Aaron Kircher (21, LV, 2/0/0)) und Felipe Dorta (16, MS, 11/0/0), sowie Boris Prokopic (25, OM, Winterneuzugang, ohne Einsatz).
bei Horn fehlen Philip Petermann (21, TW, ohne Einsatz), und Emir Delic (21, RM, 21/0/2)
 
Kein so richtig gutes Spiel des Siegers. Weiterhin sucht man nach Form und Konstanz, selbst wenn die letzten Ergebnisse schon eine Art Erfolgsserie darstellen. Hier war Horn durchgehend im Spiel, hatte anfangs dominiert, bis man tatsächlich aus einer der ersten Situationen das 0:1 kassierte (45.). Auch nach dem Wechsel die Gäste keineswegs schlechter, und doch erzielte nur Altach noch ein Tor.
Horn sah mal wieder sehr gut aus, Altach erneut ziemlich wackelig.
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FC Lustenau – SV Grödig     0:5 (0:2) 
Zuschauer:  900  (Schnitt bisher: 981 ; +0.1% gegenüber Vorsaison)
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Alle Achtung und Hut ab vor dem FC Lustenau! Sie spielen weiter ganz normal mit in der Liga und man würde nicht erkennen können, dass es sportlich um nichts mehr geht. Sie spielen aber nicht nur engagiert, sondern teils auch gut, und, mit Abstrichen erfolgreich. In der letzten Minute wurde ihnen der Sieg gegen Horn geraubt und auch in anderen Spielen war es denkbar knapp (u.a. steht da ein 0:0 in Altach oder ein 1:3 gegen Kapfenberg, das Team der Stunde, aber auch „nur“ ein 0:1 im Derby).
 
Grödig hat die Spitze zurück erobert. Aber ob es ihnen diesmal gut tut? Sicher kommen sie als Favorit hierher, aber, auch angesichts der keineswegs klar dominanten Leistung beim Schlusslicht (3:0 in Linz) kann man diesen Gegner hier keineswegs als „walkover“ betrachten. Es wird ein hartes Spiel und mal sehen, ob sie es packen.
 
Gewettet wird hier eh nicht.
 
Teamnews:
FC Lustenau hat alle (21) Mann an Bord,
Grödig ohne Kristijan Dobras (20, OM, 1/0/0), Winterneuzugang, und Martin Harrer (20, MS, ohne Einsatz).
 
Also man lag ziemlich weit daneben mit der Einschätzung, dass es eine schwere Partie werden könnte. Es wurde mehr oder weniger ein Spaziergang, denn der FC Lustenau, im 4–3–3 aufgestellt, bot hinten unglaubliche Räume an. Natürlich war es nach dem 0:1 in der 16. auch nichts mehr mit „verteidigen“, aber so offen geht es halt nicht ohne etliche Gegentreffer ab. Wobei der sportliche Wert der Partie ja ohnehin nicht gegeben war, also wer wollte dem FCL da schon einen Vorwurf machen?
Allerdings darf man ruhig erwähnen, dass man bereits in der Hinrunde (mindestens) ein Mal darauf aufmerksam machte, dass der SV Grätig MIT Stefan Lexa eine Klasse besser ist. Der Trainer hatte ihn diesmal wieder aufgestellt, und siehe da: ein 5:0 (welches er übrigens selbst besorgte).
 
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TSV Hartberg – Blau Weiß Linz      ausgefallen, am Montag nachgeholt: 2:2 (0:1)
Zuschauer: 1.200   (Schnitt bisher: 1.077 ; +10.5% gegenüber Vorsaison)
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Beide mit nicht so schlechten Leistungen im letzten Spiel (Hartberg holte ein 0:0 daheim gegen St.Pölten, BW Linz verlor 0:3 gegen Grödig, hielt aber lange gut mit). Wenn man alle letzten Auftritte aber zusammen betrachtet, dazu die Konstellation in der Tabelle (die da für die Linzer heißen muss: jetzt oder nie! bei 7 Punkten Rückstand auf diesen Gegner), dann kann es nur heißen: Linz holt hier etwas. Sie waren die bessere Mannschaft, und selbst wenn nur leicht, so war es doch erkennbar. Hier ist es kaum vorstellbar, dass Hartberg einen wirklich dominanten Heimauftritt hinlegt (woher sollten sie di Dominanz nehmen?; es sind ja auch schon 4 Spiele ohne eigenen Treffer).
 
So heißt der Tipp: X oder 2 mit 5 von 10.
 
Teamnews:
Hartberg ohne Miodrag Vukajlovic (21, LV, 21/0/1), Michael Huber (23, RV, 15/0/0), 
BW Linz ohne Ulrich Winkler (28, IV, 6/0/1), Winterneuzugang, und Thomas Hötschl (22, OM, 21/1/0)
 
Hartberg zwar mit dem besseren Start, dann aber waren die Gäste dran. 1:0 in der 36. und das 2:0 in der 50. Hartberg kam auch nach einem Platzverweis gegen Gästetorwart Wimleitner  (Schirikritik) kam Hartberg nicht besonders gut zurecht. Ziemlich glücklich von daher, dass sie in der 87. und 93. doch noch zu zwei Treffern kamen, die ihnen den einen Punkt sicherten und damit den Abstand aufrecht erhielten. Was sagte Andy Brehme zu dem Thema mal so plastisch? „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß.“ So etwa ergeht es den Linzern. Immerhin hat es für den Tipp gereicht.
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SV Kapfenberg – Austria Lustenau     2:1 (0:0)
Zuschauer: 750   (Schnitt bisher: 838 ; -65.5% als Absteiger gegenüber Vorsaison)
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Sämtliche Spuren einer aufkeimenden Besserung hat die Lustenauer Austria erfolgreich verwischt mit dem Auftritt bei der Vienna. Das war absolut farbloses Mittelmaß der Liga und nichts, aber auch rein gar nichts, was auch nur ansatzweise eine Spitzenposition hätte rechtfertigen können. Man muss den Derbysieg (dieses gigantische 1:0!) nun doch erst einmal als Eintagsfliege bezeichnen, dem Derbyeffekt zu verdanken, als halb Lustenau im Stadion war und doch etwas wie „Ehrgefühl“ aufkam. Das Team WILL nicht aufsteigen, so die freche Schlussfolgerung. Sie sind sauer auf die Entscheidung mit Sascha Boller und trauen es sich nicht mehr zu.
 
Kapfenberg hingegen musste seinen Siegeslauf zuletzt beenden, zwangsläufig, gegen einen starken Gegner. Nur haben sie alles getan, um ihn doch fortzusetzen. Das war sehr beeindruckend, was sie für Reserven hatten und auch welche spielerische Qualität. Es wurde nur ein 2:2, aber man wird dies sicher nicht als schweren Rückschlag empfinden.
 
Hier und heute sind sie einfach die bessere Mannschaft mit der besseren Moral und dem guten Lauf, die sich nicht aufhalten lassen von einem müden, angeschlagenen Gegner.
 
4 von 10 auf die 1 (es geht ja für sie um nichts).
 
Teamnews:
Kapfenberg ohne Patrick Kostner (25, TW, 16/0/0), Dominic Pürcher (24, LV, 24/2/2), wichtig, René Pitter (23, RV, 3/0/0), Nico Antonitsch (21, DM, 4/0/0), Ralph Spirk (26, DM, 9/1/0), und Mario Grgic (21, ZM, 19/0/1)
Austria Lustenau ohne Felix Roth (25, OM, 23/6/10), sehr wichtig, Thiago de Lima Silva (29, MS, 26/13/4), ebenfalls sehr wichtig.
 
Die Teamnews sind sogar noch günstig für Kapfenberg, da ja auch Sascha Boller nicht zum Einsatz kommt.
 
Zwei Dinge hier dringend zu erwähnen: a) die Zuschauerzahl ist einfach nur schockierend. Wann wollten die Fans denn noch je ihr Team schauen kommen, wenn nicht nach einer derartigen Siegesserie gegen ein Spitzenteam? Da kann man wirklich nur den Kopf schütteln und egal, wie gut die Mannschaft spielt: es ist ein gewaltiger Minuspunkt, für alle möglichen Perspektiven, aber auch im Sinne einer anstehenden eigenen Unterstützung für die Mannschaft. SO ein Team möchte man nicht so gerne haben.
b) Sascha Boller, der im Sommer von Austria Lustenau zum SV Grödig wechselt, war nach der Bekanntgabe seines Wechsels nicht mehr berücksichtigt worden. Er war ein Schlüsselspieler, keine Frage, und ohne ihn lief es nicht. Noch viel mehr: da er nach Grödig wechselt, ist seine Interessenlage ja wohl eindeutig: er wünscht sich einen Aufstieg seines ZUKÜNFTIGEN Clubs und nicht seines (bald-)Ex-Clubs. Das bedeutet: es könnte nicht ratsam sein, ihn spielen zu lassen. Er MÖCHTE ja gar nicht, dass dieses Team gewinnt, oder? Was aber tat Helge Kolvidsson, Trainer der Austria? Er brachte Sascha Boller — ohne Kapitänsbinde — von Anfang an. Nicht nur, dass die Vereinspolitik nicht gerade schlüssig ist (er spielte bereits bei den Amateuren), nein, möglich, dass man hier die eigenen Restchancen verdirbt.
Merkwürdig ist beides allemal und spricht irgendwie gegen beide Mannschaften in diesem Spiel. Ausdrücklich erwähnt hier (zum Schutze des Spielers, aber man möchte auch keine Verdächtigungen aussprechen): Sascha Boller war nicht etwa schlecht in dieser Partie.
Die erste Hälfte hingegen insgesamt schon. Bei Austria Lustenau war kein echter Siegeswille mehr zu spüren. Hinten wackelig, vorne harmlos. In Hälfte 2 wachten beide auf und das Spiel wurde munter und offensiv geführt, mit Chancen für beide (wobei in Hälfte 1 nur etwa zwei Chancen für Kapfenberg heraussprangen, die von Torwartfehlern begünstigt waren). Gegen Ende fielen auch ein paar Treffer, zunächst aber zwei für die Heimmannschaft. Der Sieg insgesamt auch verdient, denn mehr Chancen hatte insgesamt Kapfenberg. Austria Lustenau natürlich längst nicht mehr wirklich Spitzenmannschaft. Kapfenberg hingegen, von Ergebnissen und Auftritten her, schon längst. Der Rückstand dennoch zu groß (19 Punkte), und dann noch dieser „Fanzuspruch“?
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First Vienna – SKN St.Pölten      2:2 (1:0)
Zuschauer: 1.100   (Schnitt bisher: 1.378 ; -37.6% gegenüber Vorsaison)
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Diese Partie hier erscheint einem total offen. St.Pölten hat den ersten Sieg am letzten Wochenende geholt und auch unter der Woche an einem geschnuppert (2:1 gegen BW Linz, 0:0 in Hartberg), aber doch sind sie weit von der starken Herstform entfernt.
Andererseits überzeugt die Vienna zwar auch ab und an spielerisch — sie haben doch ein paar namhafte Spieler im Kader, von denen eindeutig Andreas Kober heraussticht — aber noch mehr mit ihrem Glück, so dass man ihnen hier, zumal es ein Derby ist, auch nicht einfach die Favoritenrolle andichten kann.
 
Eine total offene Partie, in der man entsprechend nichts tut.
 
Teamnews:
First Vienna ohne Florian Bauer (21, IV, 11/0/0), Anton Berisha (22, ZM, 11/1/1), und Markus Pink (22, MS, 14/4/0)
St. Pölten ohne Patrick Schagerl (20, LM, 2/0/0), und Robert Gruberbauer (24, MS, 19/3/2).
Die Vienna mit dem besseren Start und bestätigte damit die gute Form. So kam es zum 1:0, welches man „verdient“ nennen muss. Danach aber kam St.Pölten etwas auf, wurde feldüberlegen, kam aber nur zu einer sehr guten Chance und ließ hinten einen Riesen zu, aus einem Konter.
Nach der Pause wurde St.Pölten aber noch etwas besser und kam auch zu guten Spielzügen und Torchancen, sowie zu zwei Treffern, wodurch das Spiel gedreht war. Aber auch die Vienna kam zurück und kam zum Ausgleich. Danach ein sehr lebhaftes Spiel mit Chancen für beide auf den Siegtreffer (wobei es ja dann auch ein 3:3 hätte geben können).
Gutes, offensiv geführtes Spiel von beiden, welches mit Fortdauer immer interessanter wurde. Natürlich, so darf man sagen, war es eine Art Freundschaftsspiel, denn es geht um nichts mehr für beide.
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