Rückblick 3. Bundesliga 33. Spieltag

in Kürze:

ein paar Paarungen scheinen schon extrem interessant, so dass sie diesmal sogar mit der Maximalzahl an Einheiten unterstützt werden.
 
Erneut mehr Nieten gezogen — oder sind es doch fehlerhafte Einschätzungen? Bei den beiden Topwetten, KSC und Heidenheim, hat man zwar die eine unglücklich verloren (KSC), die andere dafür aber umso glücklicher gewonnen. +10 – 10 = 0. Die anderen beiden Tipps gingen aber ebenfalls in die Hose: 2 auf Chemnitz weg und 5 auf Halle. Angesichts der Ergebnisse von 0:2 und 0:3 fällt es schwer, da Positives zu finden, aber immerhin war Chemnitz lange Zeit die bessere Mannschaft. Mit Wehen hat man (wohl versehentlich) noch etwas gespart.
 
Bei den Neigungen sieht es etwas günstiger aus: Rostock gewann, was man als Neigung herauslesen kann (wenn auch glücklich), StuKi hat etwas geholt beim 4:1 in Burghausen, kurios aber, dass sie eine Halbzeit lang total mit dem Rücken zur Wand standen, Dortmund gewann (auch dieses Spiel hat man sich trotzdem anders vorgestellt), Offenbach aber verlor, in einer dennoch ausgeglichenen Partie mir 0:1 gegen Münster. Macht ein Verhältnis von 3:1, das geht.
 
Zufrieden kann man insgesamt aber überhaupt nicht sein, keine Frage.
 
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Alemannia Aachen – Hansa Rostock     3:4 (2:1)
Zuschauer: 9.323   (Schnitt bisher: 11.914  ; Vorsaison: 2. Liga)
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Die Alemannia zuletzt wirklich in der Verfassung eines Prügelknaben. Der Kader zu dünn, die Sorgen zu groß. Es ist wohl nichts mehr von ihnen zu erwarten. Rostock mit immer mal wieder guten Spielen, aber sie treffen das Tor nicht. Hier vielleicht? Sehr gut denkbar…
 
Teamnews:
Bei Aachen fehlen Michael Melka (34, TW, 9/0/0), Tom Stehle (32, IV, 10/0/), Aimen Demai (30, DM, 2/0/0), Dario Schumacher (20, ZM, 8/2/1) mit Gelbsperre, Florian Müller (26, RM, 14/2/0), Sascha Rösler (35, MS, 7/1/1)
bei Rostock sind es Stephan Gusche (23, IV, 8/0/0), Sebastian Pelzer (32, LV, 26/0/0), Mohammed Lartey (26, OM, 1/0/0), Edisson Jordanov (19, OM, 11/1/3)
 
Der sportliche Abstieg kaum mehr zu vermeiden, die Insolvenz noch vor Saisonende als Damoklesschwert über dem Tivoli. Wie soll es weiter gehen? Die Insolvenz würde bedeuten: alle Spiele der Alemannia werden aus der Wertung genommen. Dies würde zugleich das Tabellenbild recht drastisch verändern. 
Die Zuschauer aber weiterhin da, mit über 9.000 und noch immer dem besten Schnitt der Liga eigentlich paradox, da man ja zugleich auf dem letzten Platz steht. Gewehrt hat man sich auch in diesem Spiel. Selbst wenn Rostock besser begann, so kam die Alemannia doch allmählich gut ins Spiel. Die Führung dennoch an die Gäste, welche jedoch postwendend egalisiert wurde (22., 23.). Die Aachener danach etwas besser mit der Führung noch vor der Pause (direkter Freistoß, 45.).
Nach der Pause diktierten die Gäste, das nächste Tor aber wieder für die Alemannia (3:1, 62.). Die Einwechslung des länger untätigen Smetana brachte die glückliche Wende für die Gäste: das 2:3 in der 76., welchem ein Riese zum 4:2 folgte (77.), dann der Ausgleich in der 80. und der Siegtreffer in der 82. Aachen drehte sogar danach noch einmal auf — was beweist, dass es kein physisches und auch kein mentales Problem war –, kam aber nicht mehr zum Ausgleich.
Insgesamt wäre wohl ein Remis gerechter gewesen.
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Arminia Bielefeld – SV Wehen/Wiesbaden      3:1 (1:1)
Zuschauer: 10.339   (Schnitt bisher: 9.136  ; Vorsaison: 8.930)
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Also hier ist die Tendenz ganz eindeutig, und doch wird man mit Sicherheit vorsichtig zu Werke gehen: Wehen nimmt hier etwas mit.
 
Die Gründe sind recht einfach, und es sind in der Summe 2: Wehen hat einem gewaltig imponiert (und das nicht nur im letzten Spiel, bei 3:2 über Osnabrück), Grund 1, und Bielefeld war trotz des Sieges in Rostock farblos (und auch dies nicht nur in dieser einen Partie). Diese Mannschaft mag zwar oftmals gut gefallen haben und zurecht MIT an der Spitze stehen, aber die SpitzenPOSITION ist eindeutig nicht ihre Schuhgröße.
 
Wenn nach dem wahrhaft besten Torjäger in der Liga befragt, kommt nicht etwa heraus, dass es Anton Fink wäre (gut möglich), aber auch nicht, dass es Fabian Klos wäre. Er spielt auf der anderen Seite und heißt Zlatko Janjic. Er ist erst 26 Jahre alt — Topclubs, hergehört — und hat in 28 Spielen 14 Mal getroffen und vier Mal aufgelegt. Klos traf zwar 19 Mal, in 30 Spielen, und legte 7 Treffer auf, aber er spielt ja auch bei einer Spitzenmannschaft, wo zwangsläufig mehr Torgelegenheiten da sind. Also: die Quoten nehmen sich nicht viel, sind ähnlich (Klos ist 25). Nur hat einen Janjic irgendwie noch mehr beeindrucken können. Er erinnert ein wenig an den guten alten Hamburger (und Dortmunder) Sergej Barbarez — und das nicht nur äußerlich. (Barbarez erzielte übrigens in 174 Spielen für den HSV 65 Tore).
 
Teamnews:
Bielefeld ohne Dennis Riemer (25, RV, 11/0/0), Tim Jerat (31, DM, 25/1/6), wichtig, 
Wehen ohne Sven Schimmel (23, RV, 28/0/3), Martin Röser (22, RM, 3/0/0)
 
Möglich, dass es nur durch ein Versehen nicht zu einem Wetttipp kam, jedoch kann man ja nun zwangsläufig nichts abrechnen. Glück gehabt, auf eine Art. Von der Einschätzung her lag man allerdings weit daneben. Und dies nicht etwa einem schwachen Auftreten der Gäste zu verdanken, nein, im Gegenteil, die waren (auch) ziemlich gut. Nur war diese Arminia so beindruckend stark und ausgerechnet Toptrojäger Dabian Klos hat wohl diese Zeilen studiert und sich daran gemacht, dem Autoren eins auszuwischen. In dieser Verfassung ist er einfach der Beste. So, und mit dem besten Mann als Torjäger hat man, ganz ehrlich, beinahe die Chance, dem schon längst als Nummer 1 ausgemachten KSC ernsthafte Konkurrenz um diese Position zu machen. Das muss man einfach so ehrlich eingestehen.
Sie lagen sogar mit 0:1 zurück, blieben aber ganz ruhig und zogen ihr Spiel ganz systematisch, in Momenten höchst explosiv auf. Brandgefährlich sind sie auch bei Standards, und — man sprach es häufig genug an in dieser Saison — die Standards sind zu einem extrem wichtigen Element des Spiels geworden. Hier kommen punktgenaue Flanken auf Spieler, die urplötzlich diese Position einnehmen, dazu kopfballstarke Spieler, meist natürlich Defensivkräfte. Aber es steckt System dahinter, von 1 bis 11, und in jeder Spielphase und Situation erkennbar. Hut ab, Stefan Krämer!
 
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Wacker Burghausen – Stuttgarter Kickers     1:4 (1:1)
Zuschauer: 2.200   (Schnitt bisher: 2.422  ; Vorsaison: 2.822)
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Auch hier ergibt sich ein ganz eindeutiges Gefühl. Ob man auch bereit ist, dafür ein paar units zu riskieren? Mal schauen.
 
Burghausen hat zwar drei Mal in Serie 0:0 gespielt, aber soll man darauf stolz sein? Gerade im letzten Spiel benötigten sie dazu eine gehörige Portion Glück. Wenn man einmal Positives gesehen hat von der Mannschaft, dann ist das lange zurück und war die unglückliche Niederlage gegen den KSC, als Mokhtari noch die Fäden zog (nun werden nach der OP ihm die Fäden gezogen). Sonst war es Tristesse, selbst wenn ein 2:0 gegen Aachen (eben; es war nur Aachen) darunter steht.
 
Die Entscheidung, Gerd Dais zu holen und nun wieder gehen zu lassen, kann man unter keinen Umständen gut heißen, nein, man verachtet sie sogar. Dämlich hoch drei, sozusagen, und dies verantwortet von Guido „Diego“ Buchwald. Unfassbar, was dieser Dubel da verzapft. Vor allem: wer die letzte Partie gesehen hat, kann der Mannschaft nur den einen Vorwurf machen: sie hat kein Glück. Man hatte so viele gute Chancen, wie man sich nur erträumen kann. Der Keeper fischte alle, was schon mal so viel bedeutet: sie waren fast alle „on target“. Also: die Mannschaft hat einiges an Leben gezeigt. Mit neuem Trainer möchte man überhaupt nicht, aber die Neigung bleibt zunächst, dass sie etwas holen in Burghausen.
 
Neue News: StuKi hat das Mittwochspiel gegen Dortmund II verloren. Die Situation ist mehr als nur brenzlig. Möglich, dass man sich schon bald aufgibt.
 
Teamnews:
Burghausen weiter (nur) ohne Mokhtari (34, OM, 24/4/7),
StuKi ohne Royal-Dominique Fennel (23, IV, 12/2/0), Thorben Stadler (23, LV, 15/0/2)
 
Wer aus dem Ergebnis schließen möchte, dass dies eine einseitige, klare Angelegenheit war, liegt ziemlich weit daneben. Guter Beginn zwar von StuKi, aber danach unter Dauerfeuer, der mit dem 1:0 (30.) viel zu gering belohnt war. Ach so, apropos Trainerdebuts: ja, der Neue saß auf der Bank, beziehungsweise nein, meist war er unterwegs am Spielfeldrand, mühte sich aber, Ruhe auszustrahlen. Massimo Morales sein Name. Unverständlich auch: Toptorjäger und wohl bester Mann bei Stuki, Marco Grüttner, hat seinen Wechsel bekannt gegeben. Das Unverständliche? Was will er denn beim Stadtrivalen, dem VfB? Ja, falls es denn ein Aufstieg wäre, aber, nein, er geht zur Zweiten? Was will er dort? Was wollen die mit ihm? Er ist „schon“ 27.
Ja, also Burghausen spielte gut und sogar die Stimmung war sehr gut auf den Rängen, die Fans zufrieden mit dem Spiel ihrer Mannschaft. Es hätte also schon längst 2:0, 3:0 stehen können. Stattdessen kam mit dem Pausenpfiff einer der wenigen Angriffe der Gäste, ein Ball in den Strafraum, ein Pfiff: auch hier Elfmeter, fast identisch die Situation zu dem Elfer, den Heidenheim in Osnabrück bekam. Falls es also — wie bereits einmal gemutmaßt, als es mehrere derartige Elfer gab — eine Anweisung ist, auch die unauffälligen, kleinen Handspiele zu ahnden, dann würde man nicht nur mit dem Autoren auf einer Wellenlinie schwimmen, nein, der Autor höchst persönlich würde den Hut ziehen vor offensichtlich nicht zugetrauter Intelligenz auf Seiten der Regeloffiziellen. Nur ist es vermutlich nicht so. Keine Anweisung, nur zwei Schiris, die sich damit aber einigen Respekt verdient haben, und auf den Punkt zeigten. Möge das Beispiel Schule machen. Die Hand war dran, die Richtung des Balles verändert: Elfer berechtigt. Wobei es auch hier die bedenkliche Kehrseite gibt, die auch bereits mehrfach angesprochen war: der Schiri hat den Spielausgang fast nach Belieben in der eigenen Hand.. äh, von wegen, Hand, nein, der Pfeife.
 
Der Schock des Ausgleiches, der gefasste Mut des bis dato unterlegenen Teams, was auch immer es war: nach der Pause StuKi besser. Und, man höre und staune: der wechselwillige Marco Grüttner erzielte alle drei Treffer zum 4:1! Es widerstrebt einem dennoch, es einfach als „verdient“ abzuhaken. Zu klar die Überlegenheit in Hälfte 1, die Burghausen zeigte. Und, wer weiß, wenn der Elfer nicht gegeben worden wäre oder die Situation gar nicht entstanden wäre?
Burghausen also nicht so enttäuschend, wie es das Ergebnis suggeriert. StuKi einfach nur mit drei wichtigen Punkten, die in der derzeitigen Lage alles bewirken können.
 
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Borussia Dortmund II – SV Darmstadt 98     1:0 (0:0)
Zuschauer: 1.108   (Schnitt bisher: 2.157  ; Vorsaison: Aufsteiger)
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Die wohl unglücklichste vorstellbare Paarung. Man hätte Dortmund wohl gegen jeden Gegner empfehlen können, nach dieser letzten überragenden (aber verlorenen) Partie in Chemnitz. Aber kann man es auch bedingungslos gegen diese Darmstädter?
 
Trainer Schuster nannte es einfach das halb volle Glas und machte in Optimismus, dem man ihm aber durchaus abnimmt nach dem unglücklichen 0:0 gegen Aachen. Die Erfolgsserie wurde verlängert, aber eben nur zu einem Drittel belohnt. Es sind fünf satte Spiele nicht nur ohne Niederlage sondern, wie Kaiser Franz sicher stolz sagen würde, ohne Gegentor (an dieser Stelle gibt es ja eine etwas geteilte Auffassung zu diesem Thema; die Torflaute ist schon bedenklich und wäre leicht zu beheben, wenn man doch nur die Regeln ANWENDEN würde; und eine Cruyffsche — des Kaisers Gegenspieler zu seinen Glanzzeiten — Philosophie ist einem eh viel lieber, die da lautet: „Ziel ist es, ein Tor mehr als der Gegner zu erzielen.“
 
Also: Darmstadt mit das stabilste Team derzeit. Seit an dieser Stelle (durchaus mit Stolz vermerkt) hervorgehoben wurde, dass sie den Abstiegskampf angenommen haben, läuft es tatsächlich. 
 
Es ist zunächst eine Neigung dennoch, dass Dortmund (die sogar von einigen Fans begleitet wurden nach Chemnitz) die Partie hier gewinnt. Das war spielerische Extraklasse und ein paar Tore waren ihnen demnächst unter allen Umständen prophezeit worden.
 
Neue Nachrichten: das Nachholspiel unter der Woche bei Stuttgarter Kickers konnte gewonnen werden. Dies macht natürlich die Neigung hier kein bisschen geringer.
 
Teamnews:
Dortmund ohne Günter Koray (18, IV, 16/0/0), und Krem Demirbay hat so stark gespielt und nun einen Mittelfußbruch erlitten, fällt lange aus: (19, ZM, 23/2/1)
Darmstadt hat keine Ausfälle.
 
Kein besonders gutes Spiel, wie man es vielleicht hätte erwarten können nach den guten letzten Auftritten beider Teams. Eher Abstiegskampf, was man von Dortmunds Seite aus nicht erwartet hätte. Sie hätten doch auf ihre spielerischen Tugenden setzen können und damit punkten? Chancen gab es sehr wohl, aber auch die waren verteilt. In der 57. fiel dann doch das 1:0 für Dortmund, ohne, dass man es als verdient bezeichnen könnte. Danach drückte Darmstadt zwar, kam aber nicht zu richtigen Torchancen und Dortmund rettete den knappen Vorsprung über die Zeit.
Wenn überhaupt, dann hätte eine Dortmund hier enttäuscht. Darmstadt spielte so, wie man sie auch zuletzt gesehen hat. Die Neigung ging auf, aber so hatte man sich das dennoch nicht vorgestellt.
 
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Rot Weiß Erfurt – SpVgg Unterhaching     1:0 (0:0)
Zuschauer: 4.200   (Schnitt bisher: 4.815  ; Vorsaison: 5.930)
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Da Erfurt einfach nur mies war und mit viel Glück das 1:0 bei StuKi holte, könnte man sich mit ihnen unter keinen Umständen identifizieren.
 
Unterhaching hat den KSC mit 2:1 besiegt — aua, es tat weh –, hat dabei natürlich ordentlich und engagiert gespielt, so, es war allerdings auch gegen den Leader und Krösus und vor den eigenen Fans (wobei ja erstaunliche 1.500 aus Karlsruhe mitgekommen waren). Da für sie in dieser Partie keine besonderen Ziele auf dem Spiel stehen, Erfurt hingegen weiterhin in Bedrängnis ist, kann man hier nur die Füße still halten.
 
Neue Nachricht: das 0:1 gegen den KSC unter der Woche hat die Situation logischerweise noch etwas bedrohlicher werden lassen. Erfurt muss dringend etwas holen hier.
 
Teamnews:
Erfurt fehlen weiterhin zwei der drei Torhüter (Sponsel und Salz), aber der 19.jährige Klein hat seine Sache bisher ganz gut gemacht. Sonst fehlt niemand.
Bei Unterhaching fallen nur die schon länger fehlenden Sternisko und Bichler aus. 
 
Sehr ausgeglichene Partie, keineswegs klar dominant geführt von den Hausherren. Richtig viele tolle Torchancen gab es für beide nicht, aber doch kein schlechtes Spiel. Unterhaching spielte so, wie man es von ihnen erwarten konnte, aber jedenfalls mit Engagement: mutig und unerschrocken nach vorne, einfach Fußball spielen in der Rolle, nichts zu verlieren zu haben. Damit machte man es Erfurt, die so dringend einen Sieg brauchten, ziemlich schwer. So musste ein Elfmeter herhalten, der aber, allseits anerkannt (auch vom foulenden Gegenspieler) berechtigt war. Allerdings gibt der Stürmer freimütig zu, dass er die Chance zum Fallen genutzt hat, nachdem der Kontakt da war. So oder so: es war ein Elfer (70.). Da Unterhaching danach aber noch zu einer Riesenchance kam, muss man doch insgesamt von einer ausgeglichenen Partie sprechen.
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Karlsruher SC – SV Babelsberg 03     2:1 (1:0)
Zuschauer: 12.102   (Schnitt bisher: 10.937  ; Vorsaison: Absteiger)
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Hier kann es nur einen Tipp geben. Der KSC hat die Erfolgsserie von 21 ungeschlagenen Spielen durch das 1:2 in Unterhaching verpasst, hat sogar dabei die Tabellenführung eingebüßt, sicher durch diesen Schuss Überheblichkeit, der bei Gelingen so gerne als „Souveränität“ ausgelegt wird (auch der FC Barcelona hat viele Spiele auf diese Art in der laufenden Saison gewonnen: hinten liegen, ganz ruhig sein eigenes Spiel weiter aufziehen, nicht in Hektik verfallen — und plötzlich waren die zwei Tore da) , der aber im Falle der Niederlage eben nach Arroganz aussieht.
 
Hier und heute vor vollem Haus wird man sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen. Man wird auf Wiedergutmachung aus sein und den Fans ein Freudenfest bereiten gegen einen in der Liga klar überforderten Gegner, dem man auch in der Hinrunde so lange das Potenzial absprach und die ihre Punkte auch daheim, wenn je welche gemacht, mit der peinlichen Taktik eingefahren hatten: jeden Gegner kommen lassen, hinten dicht machen und vorne hilft der liebe Gott.
 
10/10 auf den Handicap Sieg des KSC.
 
Neue Nachricht: Der Sieg unter der Woche kann dem Tipp natürlich nicht schaden, wobei ein 1:0 ja nun nicht unbedingt ein Kantersieg ist. Es riecht nach einer konzentrierten Leistung, allerdings ohne Calhanoglu erzielt, der nicht mit in Erfurt war. Babelsberg hat zu Hause schon wieder ein 0:0 ermauern können (am Dienstag), gegen die Stuttgarter Youngsters. Viel Gutes kann man daraus aber nicht für sie machen.
 
Teamnews:
dem KSC fehlt nur Sebastian Schiek (23, RV, 12/0/1),
Babelsberg hat alle Mann an Bord
 
Mit Handicap Tipps hat man schon seit jeher seine ganz persönlichen Probleme. Klar sind diese Fakten daran: der Sieger sitzt nicht mit dem Wetter in einem Boot. Wenn 88 Minuten gespielt sind und man auf den dritten Treffer hofft, dann ist es dem Führenden schnurzpiepegal, was sich der Nägel kauende Dummkopf da wünscht. Falls man den in Ballbesitz ist, so wird schon mal ganz gerne die Eckfahne angesteuert und nicht etwa auf das den Sieg sichernde Tor gegangen. Der Zeitgewinn ist mehr wert und das Siegestor in sehr weiter Ferne, falls man es denn versuchte. Da wird eine Auswechslung durchgeführt, hier ein Einwurf ausgiebig zelebriert, es ist zum Nägel abkauen, alternativ dem Haare raufen. In diesen Momenten möchte man sich selbst verfluchen für diese Dummheit.
Weiterhin aber ist es offensichtlich, dass ein höherer Sieg  komfortabler ist, den Fans Freude bereitet und überhaupt ein besseres Gefühl verleiht, vielleicht sich einfach so aus dem Spiel heraus ergibt — der Gegner öffnet nach der eigenen Führung, man kommt dennoch an den Ball, findet Räume vor, warum sollte man nun rückwärts spielen? Man geht auf das zweite, auf das dann vielleicht den Sieg sichernde, und es gelingt oder gelingt nicht. Das Problem sind, wie ja angesprochen, oftmals nur die letzten Minuten. Wobei hier klarerweise auch die Nachteile des knappen Sieges offenbar werden: man zittert sich über die Ziellinie mit den angegebenen Maßnahmen, nur gelingt es nicht immer. Ab und an kommt der Gegner zu einer Torchance, ab und an verwertet er, und somit wären die drei Punkte dahin.
Nicht aber, dass diese Problematik für den heutigen Tag auf das Spiel des KSC zuträfe. Sie waren klar überlegen und Babelsberg kam zu nicht einer Toraktion. Man führte früh 1:0, meinte, früher oder später würde das zweite eh gelingen, nur wenn es das nicht täte, würde man das Spiel dennoch einfach gewinnen, weil der Gegner offensiv nämlich nicht existent war. Dies gilt ja bei Babelsberg bereits für die gesamte Saison. Hier geschah wieder das kleine Wunder, dass der KSC, den Gegner längst nicht mehr ernst nehmend, diese eine Konterchance zuließ, und aus ihr heraus tatsächlich der Ausgleich fiel (80.!). Nun aber zeigte man, dass man jederzeit noch eine Schippe drauf packen kann. Der Siegtreffer gelang, ein drittes nicht mehr.
Entsetzlich schwache Babelsberger, die in der Liga einfach nichts zu suchen haben, und das gilt für alle Bereiche, nicht nur den sportlichen. Ein KSC, der sich von dieser Harmlosigkeit ein bisschen einschläfern ließ und nur zugegen war, als es erforderlich war.
 
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Kickers Offenbach – Preußen Münster     0:1 (0:0)
Zuschauer: 6.153   (Schnitt bisher: 6.188  ; Vorsaison: 6.766)
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In dieser Partie gibt es nichts zu orakeln. Die Kickers werden den Abstiegskampf (so es denn je einer war)ganz locker bestehen. Jetzt haben sie bereits vier Mal in Folge kein Tor kassiert — und damit logischerweise auch nicht verloren. Als es etwas eng wurde habe sie doch zeigen können, dass in ihnen etwas mehr steckt. Da man aber bei 38 Punkten noch nicht ganz „Entwarnung“ geben kann, werden sie, ohnehin weil daheim, eine normale Leistung abliefern.
 
Münster arg lädiert durch das 3:3 (nach 3:0) gegen Saarbrücken. Ob man das so einfach wegsteckt?  In der Tabelle ist es derzeit Platz 4, mit einem Punkt Rückstand auf Osnabrück, bei einem ausstehenden Spiel. Von daher ist das Spiel natürlich extrem wichtig für sie, aber man kann sie nicht einfach so als Favoriten ansehen.
 
Es ist ein Pass, aber doch mit der Neigung, dass Offenbach eher nicht verlieren wird.
 
Teamnews:
Offenbach weiter ohne die Langzeitverletzten Husterer (IV) und Lamprecht (RV), dazu Sead Mehic (38, DM, 23/2/1)
Münster hat keine Ausfälle
 
In Hälfte 1 war Münster klar besser und hätte die Führung vielleicht verdient. In Hälfte 2 jedoch Offenbach besser — aber da fällt das Tor gegen sie (58.). Natürlich noch nicht unverdient zu dem Zeitpunkt, aber allmählich kam Offenbach zu mehr und mehr Torchancen, so dass der Sieg am Ende als glücklich anzusehen ist — selbst wenn es in die Druckphase hinein natürlich mal einen Riesen zum Kontertor gab.
Beide Mannschaften völlig intakt. Offenbach sah so auf jeden Fall auch klar gut genug aus, um nichts mit dem Abstieg zu tun zu bekommen, trotz der Niederlage. Münster bleibt so weiter ein heißer Kandidat für den Aufstieg, wobei die Konkurrenz vielleicht doch einen etwas stärkeren Eindruck macht. Auf den Punkt brachte es aber Bielefeld Trainer Stefan Krämer im Interview nach dem Bielefelder Sieg: „Die Unterschiede in der Liga sind marginal.“ Dieser Ansicht schließt man sich bedenkenlos an.
 
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VfL Osnabrück – 1.FC Heidenheim     2:2 (1:1)
Zuschauer: 9.600   (Schnitt bisher: 10.600  ; Vorsaison: 8.719)
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Das hier im Grunde eine ideale Partie. Woran liegt das? Weil Heidenheim spielt. Ja, das stimmt schon so.
 
Heidenheim einfach bärenstark zuletzt, während Osnabrück weit mehr als einmal arg gewackelt hat. Es sind ja tatsächlich nur 4 Punkte aus den letzten 5 Spielen (eigentlich eine Absteigerbilanz; weniger Punkte als Spiele) und auch der Rostock Sieg glänzt zwar, da man ein 0:2 aufholte und den Sieg wirklich erzwang, aber doch kann man ihn unmöglich als „Gold“ bezeichnen. Es kann ja nicht souverän sein, wenn man daheim 0:2 zurückliegt?
 
Heidenheim hat aus 15 Chancen bei gleichzeitig 15 Ecken ein Tor geschafft. Ja, es war nur ein Tor. Aber man hat eben nicht aufgehört, daran zu arbeiten und auf Fanseite daran zu glauben. Die Explosion und Freude umso größer, da es in der 87. endlich doch gelang (und es nicht etwa so dämlich hieß: „Tja, wer seine Chancen nicht nutzt, der muss sich nicht wundern, wenn er plötzlich…“ blablabla). Das Spiel insgesamt so stark und der Siegtreffer ein solcher Befreiungsschlag — vergleichbar mit dem 1:0 der Deutschen gegen Polen in 2006 in letzter Minute als Initialzündung für die gesamte berauschende WM) –, dass man so gefestigt in die Partie gehen wird und sie eigentlich nicht verlieren kann.
 
10/10 auf X/2
 
Teamnews:
Osnabrück weiter ohne Martin Hudec (30, IV, 14/1/0), 
Heidenheim ohne Sandro Sirigu (24, RV, 15/1/0), Alper Bagcepi (28, RM, 22/2/4), mit Gelbsperre, sowie Andreas Spann (25, MS, ohne Einsatz) und Patrick Mayer (25, MS, 9/2/1)
 
Mieser Tipp, mit viel Glück aufgegangen. Osnabrück hatte im eigenen Stadion das Heft des Handelns übernommen. Sie diktierten das Spiel und kamen zu Torchancen. Die Führung nach 18 Minuten bereits klar verdient, da schon zwei Chancen davor. Heidenheim auch nach dem Rückstand nicht im Spiel. Letzte Minute der ersten Hälfte und Teil 1 des Glücks: Standard in den Strafraum von Osnabrück, ein Pfiff ertönt: Elfmeter, das 1:1. Es soll ein Handspiel gewesen sein, und man selbst votiert ja dafür, dass auch unbedeutende Handspiele, angeblich ohne Absicht zustande gekommen, geahndet werden sollen. Sicher war der Arm dran — man kann es kaum erkennen in der Wiederholung — nur wird in Vergleichssituationen eben nicht so entschieden.
Nach dem Wechsel das gleiche Bild: überlegene Osnabrücker, die irgendwann verdient erneut in Führung gingen. Danach bemühte sich Heidenheim, das Spiel zu übernehmen. So richtig gelang es nicht und die Konterchancen zum 3:1 waren größer als jene auf den Ausgleich. In der letzen Minute der Nachspielzeit dann Teil 2 des gigantischen Glücks: Flanke in den Strafraum ein Heidenheimer dran, der Torwart hält den Ball wohl für harmlos, geht zwar hin, aber vom Innenpfosten prallt er zurück, nicht in seine Hände sondern er trudelt über die Linie. Ein kleines Wunder und ein unverdienter Punkt für die Gäste.
Natürlich erwartet man schon, dass die Gastgeber das Spiel bestimmen können, logisch sind sie (auch am Wettmarkt) Favorit. Aber so viel Überlegenheit, wie es gab, war eindeutig zu viel für einen guten Tipp. Hier half nur das Glück. Osnabrück überzeugend, Heidenheim schwächer als erwartet.
 
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1. FC Saarbrücken – FC Chemnitz     2:0 (1:0)
Zuschauer: 3.711   (Schnitt bisher: 4.002  ; Vorsaison: 4.878)
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Sicher hat Saarbrücken nun auf eine tolle Erfolgsserie zu verweisen und nicht nur, dass sie verdient war, nein, man hat sogar Teile davon an dieser Stelle hier ganz gut vorhergesehen. Dennoch ist Saarbrücken dadurch noch lange keine Spitzenmannschaft. Sie haben den Abstiegskampf angenommen und sich entschlossen und an einem Strang ziehend (das war nicht immer so in der Saison) dagegen gewehrt und gezeigt, dass mehr in ihnen steckt als der Konkurrenz. 
 
Der schlummernde Gigant aber bleibt der FC Chemnitz. Toll wieder und allmählich Kultcharakter annehmend, wie erneut Trainer Schädlich einen der dämlichen Reporter mit einer seiner dämlichen Fragen auflaufen ließ: „Sie haben doch gehört, was ich gesagt habe.“ Dann gab der noch immer nicht klein bei und fragte noch einmal genau so dämlich. Schädlich: „Sie haben gehört, was ich gesagt habe.“ Das erinnert schon bald an den legendären Hans Meyer.
 
Chemnitz hat das Ruder herumgerissen gegen einen wirklich übermächtig erscheinenden Gegner (gigantisch, was da bei Dortmund an Potenzial nachkommt; allmählich hat sich der schon früh angekündigte Lerneffekt — Vorteil der Jugend — auch bemerkbar gemacht). Das war absolute Sahne, was sie in Hälfte 2 geboten haben. Man sah es dem Strahlen in den Interviews auch an, dass sie wussten, welch starke Leistung sie hier geboten hatten.
 
Da es um wenig geht, kann man natürlich unter keinen Umständen hier hoch rangehen. Aber 2 von 10 darauf, dass Chemnitz nicht verliert — X/2 also — ist man doch bereit zu riskieren, aufgrund dieser so starken Leistung und weil man schon länger von Chemnitz schwärmte.
 
Teamnews:
Saarbrücken ohne Tim Knipping (20, IV, 13/0/0), Tim Kruse (30, DM, 22/2/2), Ufuk Özbek (20, ZM, 15/2/0), Kyan Soltanpour (23, MS, 10/0/0), Markus Hayer (27, MS, 13/1/1),
Chemnitz hat keine Ausfälle
 
Saarbrücken mit dem 1:0 nach 90 Sekunden, nach einem weiten Einwurf und einem durch den Strafraum kullernden Ball, den ein Stürmer erwischt.
Chemnitz kam nach und nach und hatte hier und da Torchancen, Saarbrücken aber auch. Dennoch wurden die Gäste allmählich dominant. Das steigerte sich bis zur 70. Minute, ohne einen Ertrag zu bringen, und hier packte ein Saarbrücker einen unglaublichen Hammer aus gut 25 Metern aus, der unhaltbar einschlug. Mit dem 2:0 die Partie gelaufen.
Saarbrücken vielleicht nicht schlecht, das mag sein, aber die bessere Mannschaft hat verloren. Das frühe Tor sicher für den Spielverlauf prägend, aber doch sah man die Qualitäten der Gäste.
 
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VfB Stuttgart II – Hallescher FC     3:0 (0:0)
Zuschauer: 680   (Schnitt bisher: 2.418  ; Vorsaison: 812)
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Halle mit sehr starkem Spiel, aber ohne das so verdiente Erfolgserlebnis (die Partie Halle – Burghausen sehr ähnlich wie die von Heidenheim gegen Stuttgart II, nur dass Halle das Siegtor nicht gelang). Diese Mannschaft hätte ebenfalls das Potenzial für weiter oben in der jetzigen Zusammenstellung.
 
Stuttgart II, sie man erkennen kann, von Heidenheim an die Wand gespielt. Das hätte auch ein Debakel geben können. Sicher bleibt es bei einer Wundertüte, aber zumeist kam zuletzt wenig Tolles aus der heraus.
 
So ist man ganz fest davon überzeugt, dass Halle diese Partie nicht verlieren kann. 5 von 10 auf X oder 2.
 
Neue Nachricht: Stuttgart am Dienstag in Babelsberg beim 0:0 erneut ohne Torerfolg. Das macht den Tipp natürlich nicht schlechter.
 
Teamnews:
Stuttgart II ohne Dominik Gallert (19, RV, ohne Einsatz), Marco Rapp (21, DM, ohne Einsatz), 
Bei Halle sind alle Mann fit.
 
Wunderlich: VfB Trainer Kramny stellte auf sieben Positionen um! Die Vielzahl der wenigen Zuschauer zudem aus Halle. Wunderlich farblos auch der Auftritt der Gäste. In der ersten Hälfte waren sie vielleicht sogar noch etwas besser, ohne zu besonderen Torchancen zu kommen, der VfB in der Neubesetzung noch nicht gefährlich. Nach der Pause schon bald das erste Tor für den VfB. Der Angriff gut, der Abschluss mäßig, die einzige Spitze, Pascal Breier, erzielt sein erstes Tor, mit einem Schuss, da er den Ball nicht richtig trifft, der Ball aber genau im Angel einschlägt, bei merkwürdiger Flugkurve.
Das 2:0 fiel, als Halle wohl wirklich nicht richtig bei der Sache war. Danach zwar ein kurzes Aufbäumen, mit einem schönen Pfostenschuss, dann noch ein Elfer — siehe oben: Ball geht Verteidiger, ohne Bedrängnis, an den Arm, der Schiri pfeift — zum 3:0, das war es.
Kurios, das Spiel Fußball. Hier wird reichlich durchgewechselt, aus unbekannten Gründen, dort fahren sogar Fans mit und es geht noch um etwas, die einen treffen überhaupt nicht mehr, die anderen mit dem mir gefährlichsten Stürmer, und doch gibt es ein 3:0, ohne, dass man viel daran bekritteln könnte? Ja, es ist merkwürdig.
 
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