Vorschau Schweiz Raiffeisen Superleague, 27. Spieltag

in Kürze:

zwei Paarungen, die man einfach spielen muss. Wobei hier das Gefühl nicht ganz so zuverlässig ist, was das Gelingen angeht. Wenn man in einer Liga etwas weniger heimisch ist, dann ist es diese hier. Der Fußball ist zwar — in etwa im Verhältnis der Zuschauerzahlen — besser als jener in Österreich, also alles etwas professioneller, nur bezieht sich dies auch auf Ansprüche und in letzter Konsequenz auf personelle Entscheidungen. Übersetzt: das Trainerkarussel dreht sich wohl nirgends schneller? Und: ob man daraus immer die richtigen Schlussfolgerungen zieht, nur weil es einem so extrem wieder die Natur ist?

 
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FC Luzern – Lausanne Sports     (Entfernung: 211 km)
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Der letzte Auftritt von Lausanne war tatsächlich geeignet, ihnen die Freundschaft zu kündigen. Ein 2:4 gegen Thun, als man teilweise vorgeführt wurde? Nein, das war gar nichts, auch nicht der Tipp dazu.
Luzerns Krise ist aber ähnlich auf einem Höhepunkt (oder nennt man es dann „Tiefpunkt“?). Nicht nur haben sie das letzte Spiel auch noch in Sion verloren (die fast exakt gleich tief im Sumpf steckten), sondern insgesamt 11 Mal nicht gewonnen, wobei dies ja noch ginge, angesichts der teils nicht so miserablen Auftritte, wenn man nicht auch noch den Trainer gefeuert hätte! Nein, das schmeckt einem diesseits der Tastatur überhaupt kein bisschen: Idiotie, und das im Quadrat.
Rein aus Prinzip könnte man unter diesen Umständen niemals Luzern nehmen. Wenn, dann also (wieder einmal) nur das so enttäuschende Lausanne. Aber können sie nicht vielleicht doch ein bisschen was? Noch steht man — vermutlich durch geschicktes Würfeln?! — vier Punkte und fünf Tore besser als der heutige Gegner. Und dies sollen so klarer Favorit sein?
Also, nur Mut: 1 von 10 auf X 2 (und wo, bitte, ist da der Mut?).
Teamnews:
Luzern ohne Dario Leczano (22, OM, Neuzugang, ohne Einsatz),
Lausanne ohne Bashkim Sukaj (21, MS, ohne Einsatz)
 
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Servette Genf – FC St.Gallen     (Entfernung: 359 km)
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Beide konnten gut gefallen, wobei Servette zwar mit 2:0 in Bern gewann, aber doch „nur“ bei einem kriselnden Bern, welches einfach kein Bein auf die Erde brachte (wer ist denn nun eigentlich in der schlimmsten Krise, fällt einem dabei nur auf?), während St.Gallen den Spitzenreiter und das Ausnahmeteam des FC Basel an den Rand einer Niederlage brachte. Dennoch: gefallen haben beide und vorstellbar, dass Servette noch einmal alle Kräfte mobilisiert, um in der Tabelle die letzte Lücke zu schließen (es sind nur noch 2 Punkte auf den FC Luzern).
Da St.Gallen aber zu stark war, kann man weder dies noch jenes propagieren.
Teamnews:
Servette ohne Kevin Gissi (20, MS, 3/0/0), 
St.Gallen ohne Mikael Ishak (20, MS, 6/1/0) und Dzenigs Cavusevic (25, MS, 13/4/2)
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FC Basel – FC Zürich     (Entfernung: 86 km)
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Schon möglich, dass in dem FC Zürich mehr steckt, das dort viel mehr steckt. Im Derby haben sie zwar 2:4 verloren, aber es war ein ausgeglichenes Spiel, vielleicht sogar mit Vorteilen für sie. Dennoch haben sie ja auch das Spiel davor mit 1:3 gegen St.Gallen verloren. Der Beginn einer neuen Krise?
Basel ist in jeder Hinsicht „beyond doubt“. Sie haben sich zwar in St.Gallen nicht mit Ruhm bekleckert, aber sie haben doch die Klasse gehabt, als sie tatsächlich hinten lagen, direkt einmal anzuziehen und den Ausgleich zu erzielen. Möglich auch, dass ihnen schon ein wenig Tottenham durch die Köpfe ging, möglich auch, dass ihnen heute Tottenham ein bisschen durch die Beine geht. Aber: Murat Yakin hat seinen so starken, breiten, ausgeglichenen Kader und sich zugleich ähnlich wie Jupp Heynckes, als Meister der Rotation erwiesen, dass dieser Effekt vernachlässigbar ist. Sie sind das Nonplusultra der Liga, sie sind dennoch nur knapp vorne in der Tabelle (einen Punkt) und sie wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen, während Zürich höchstens gegen den Ausbruch einer neuerlichen Krise ankämpft.
Das bedeutet summa summarum: Der FC Basel lässt sich nicht aus der Spur bringen. 6 von 10 auf die 1.
Teamnews:
Basel ohne Serey Die (28, DM, 19/2/2) mit Gelbsperre, 
FCZ ohne Burim Kukeli (29, ZM, 12/0/1), Pedro Henrique (22, LM, 13/0/1), und Mario Gavranovic (23, MS, 23/5/4).
 
Günstige Teamnews.
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Young Boys Bern – FC Thun     (Entfernung: 32 km)
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Ein weiteres Derby, wie man es wohl nennen muss. Das bedeutet ohnehin schon immer: ganz, ganz vorsichtig herangehen. Es scheint zumindest so zu sein: Augenblicksform und Tabellensituation zählt bei einem solchen viel weniger. Eher schon ab und an mal Tradition. Wobei dies hier natürlich kein besonders „traditionelles“ ist. Thun eher der Newcomer, gegen die Alteingesessenen.
Aber unter den aktuellen Vorzeichen gesehen könnte man lediglich Thun etwas zutrauen. Sie haben so toll gespielt in letzter Zeit, den Weggang von Ngamukol gut weggesteckt und immer wieder auf die so Erfolg versprechenden eigenen Tugenden gesetzt: mutig spielen, Teamgeist beherzigen — einer für alle, alle für einen –, und sich kuschelig gemütlich einrichten in der Außenseiterrolle, aus welcher heraus es sich so herrlich ärgern lässt. Man hat nie etwas zu verlieren und immer jede Menge zu gewinnen. Das machen sie großartig und nicht erst seit ein paar Spielen.
Bei den Young Boys sieht es ein bisschen aus wie bei Rapid. Die Megakrise, die bei ihnen allerdings auch finanzielle Begleiterscheinungen hat. Man hat über die Jahre   so geklotzt und so wenig damit erreicht, dass man irgendwann die Härte des Bodens zu spüren bekommt. Mag sein, dass noch immer Einiges an Potenzial schlummert. Aber es kommt immer seltener zum Vorschein. Zu ungewiss die Zukunftssituation, zu dringend benötigt die Siege, zu ungeduldig irgendwann die Fans, die sich diese Mogelpackung nicht länger andrehen lassen wollen.
Wenn also nur auf X oder 2. Aber noch besser: Finger weg.
Teamnews:
YB ohne Francois Affolter (22, IV, 3/0/0), Christoph Spycher (35, LV, 9/1/0), und Josh Simpson (ganze Saison),
Thun ohne Enrico Schirinzi (28, LV, 24/5/2), wichtig, Kevin Bigler (20, RV, ohne Einsatz), Roland Bättig (33, DM, 16/0/0), Renato Steffen (21, LM, 10/2/4), Nelson Ferreira (30, RM, 22/2/0), und Cassio Horta Magalhaes (22, MS, 10/1/1).
 
Also demnach: Finger weg.
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Grasshoppers Zürich – FC Sion     (Entfernung: 277 km)
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Hier kann man sich doch wieder recht deutlich positionieren: selbst wenn man anerkennt, dass die Leistung von GC längst nicht so toll war wie das Ergebnis (ein 4:2 auswärts im Derby), aber doch ist es schwer, zu konstruieren, dass ein derartiger Sieg nun gegen sie spricht. Sie sind ein wenig in einer vergleichbaren Rolle wie die Austria in Österreich, wobei hier nur der kleine Unterschied besteht, dass sie ihren Vorsprung — auch eingedenk fortgesetzter Baseler Siege — bereits aufgebraucht haben. Aber schlecht spielen sie keineswegs. Basel hier, Salzburg dort, bleiben das Maß aller Dinge. Aber auf 2 stehen die Austria respektive hier die Grasshoppers.
Da man das absolut kranke Sion nach einem einzigen Sieg noch längst nicht gesund schreiben könnte, kann man hier nur auf den Heimsieg gehen.
Der Optimismus ist recht groß, zumal GC die Tabellenführung weiter in Reichweite hat, also 6 von 10 auf die 1.
Teamnews:
GC ohne Ausfälle,
Sion ohne Xavier Margairaz (29, RM, 16/5/1), Oussama Darragi (26, OM, 18/0/3), Yannick N´Djeng (23, MS, 7/1/0)
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