Rückblick Österreich „Heute für Morgen“ Erste Liga, 27. Spieltag

in Kürze:

Für die Teamnews bleibt leider keine Zeit mehr, da das erste Spiel ja bereits heute, Montag Abend stattfindet. Berauschend bleibt die gesamte Auswahl ohnehin nicht.
 
-3 mit der guten Wette auf Kapfenberg, +2 auf Grödig und -2 auf St.Pölten, macht unterm Strich eine -3 und man kann natürlich schwerlich zufrieden sein, zumal die Neigung mit der Austria auch nicht aufging.
 
Und doch war die Kapfenberg Wette gut und hätte St.Pölten bei zwei Riesen die Führung machen können/sollen/müssen.
 
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SV Kapfenberg – SCR Altach      2:2 (1:0)
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Zuschauer: 800  (Schnitt bisher: 854 ; -64.9% gegenüber Vorsaison, als Absteiger)
Ganz klar hat sich Altach verbessert gezeigt, das möchte man an dieser Stelle nicht leugnen. Aber doch hat die Mannschaft nicht so viel Vertrauen erwecken können, dass man ganz ernsthaft an sie glaubt. Es gab ein 2:0 gegen Hartberg, das stimmt, es war auch ein Spiel, welches lange Zeit in Unterzahl bestritten werden musste. Aber es war eben „nur“ Hartberg und es war auch „nur“ ein 2:0. Davor verlor man 0:3 bei der Vienna, davor war das ganz wackelige 1:0 gegen Grödig — damals getippt aber kein bisschen gut und in letzter Sekunde glücklich, von Spielverlauf und Zeitpunkt her –, davor zwei Remisen. Also: von einem Positivlauf zu sprechen, wäre weit gefehlt. Es war ein „gerade so“ zuletzt.
 
Ganz anders Kapfenberg, die einen vor allem zuletzt in Grödig endgültig überzeugen konnte (gut, die kleinen Vorbehalte gibt es, bezüglich der möglichen Manipulation, die ja, falls denn gegeben, auf alles bezogen sein könnte), aber davor stehen ja bereits fünf weitere Siege, die alle Zweifel ausräumen sollten: sie sind eigentlich klar nach vorne gehörig, vielleicht sogar vor Altach. Es sind zwar 8 Punkte Rückstand, aber man hat ein Spiel in der Hand und nun dieses Sechspunktespiel vor der Nase. Da könnten es, bei jeweiligem Gelingen, nur noch zwei Punkte sein. Das ist doch eine Motivation? Nach so einer Hinrunde urplötzlich an Platz 3 schnuppern? Die obere Hälfte hat man schon erreicht. Mit nun 9 Siegen, 9 Niederlagen, aber einer +1 Differenz auch berechtigt 🙂
 
Es bedeutet für dieses Spiel: 3 von 10 auf die 1. „Nur“ 3, weil es sportlich um nicht viel geht.
 
Tja, also die 3 Einheiten sind futsch, aber doch weigert man sich, ihnen nachzutrauern. Ein Spiel, welches man über 90 Minuten nicht nur persönlich live verfolgen konnte, sondern welches richtig Spaß machte zu schauen. Hier die Geschichte:
Kapfenberg am Anfang etwas besser, mit ab und an mal einer „Torannäherung“. Das Spiel aber zu dem Zeitpunkt noch nicht richtig gut. Dann gelang das 1:0, nach einem Standard, als der Ball erst per Kopf an die Latte ging, der Abpraller aber einem weiteren Kapfenberger auf den Kopf fiel und von da ins Tor. Nicht unbedingt verdient, nein, aber wenn einer, dann nur die…
Allmählich aber übernahm Altach die Partie. Das sah nach richtig gutem Fußball aus, die Chancen wurden nach und nach regelrecht erzwungen, zugleich so zwingend, dass der Ausgleich bis zur Pause absolut verdient gewesen wäre. Toll gespielt, Altach, so kann man die Herzen erobern, zugleich die Fußballwelt!
Nach der Pause gelang, was sich deutlich angebahnt hatte vor der Pause, wovon man aber nicht wusste, ob es danach so weiter gehen würde. Klar hatte man von der Heimelf eine mögliche Veränderung erwartet. Das 1:1 49., direkt danach das 1:2 (51.). Altach hatte das Spiel gedreht! Und auch dieses Ergebnis konnte man durchaus akzeptieren.
Was aber dann geschah, war aller Ehren wert für die Heimmannschaft, bewies, dass ihre Erfolgsserie alles andere als Zufall war: plötzlich gab es Dauerdruck, der sich immer weiter steigerte mit einem überragenden (auch Ex-Teamspieler) Joachim Standfest, der immer wieder über rechts ankurbelte, den Mitspieler im Auge hatte, aber selbst die Richtung Tor einschlug. Mit solchen Leistungen wird man Nationalspieler.
Diese Phase richtig mitreißend, zumal man ihnen natürlich die Daumen hielt. Das 2:2 wäre längst fällig gewesen, es gelang aber erst in der 78., als mal wieder Standfest einen Angriff einleitete, plötzlich die Lücke erspähte, hineinging mit Ball, vom Torraumeck mit links abfeuerte, mit dem richtigen Effet  und der nötigen Präzision versehen, dass der Ball exakt ins  hintere Toreck gepasst hätte, der Keeper kratzt ihn nur noch raus, Ronivaldo steht da und schiebt ein — 2:2.
Noch besser danach, wie man sich mühte, die Siegesserie fortzusetzen. Nun ging es erst richtig ab, da roch es bei jedem Angriff nach Torgefahr, obwohl, zugegeben, nach hinten hier oder da ein paar Räume offen blieben, die Altach ebenso entschlossen zu nutzen versuchte. Ganz klar aber Kapfenberg näher dran und selbst in der Nachspielzeit hatte man noch das Gefühl, dass sie das biegen würden, aber der Brasilianer Ronivaldo vergab eine Minute vor Ablauf der Nachspielzeit von 4 Minuten den Matchball. Selbst wenn Altach danach die letzte Gelegenheit hatte: der Tipp war sehr gut, aufgrund dieser letzten 35 Minuten.
 
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Blau Weiß Linz – SV Grödig    0:3 (0:1)       
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Zuschauer: 1.000  (Schnitt bisher:1.388  ; -41.6% gegenüber Vorsaison)
BW Linz hat sich gewehrt in letzter Zeit und hat gezeigt, dass man nicht schlechter ist als ein paar andere Teams der Liga (vornehmlich wohl als Hartberg). Ob man sie noch erreichen kann, bleibt fraglich, aber man hat etwas, an dem man sich orientieren kann. Schwach waren sie nicht, gepunktet haben sie auch hier und da.
 
Grödig mit dem üblen Einbruch gegen Kapfenberg, als sie erstmals als Leader in eine Partie gingen (und immerhin 1.000 Zuschauer anlockten). Nur hat ihnen diese Position ja wohl nicht gut getan, wie Trainer Hütter meinte (oder gab es die anderen, erwähnten Ursachen?).
 
Man würde Grödig nicht die Freundschaft kündigen und geht heute doch wieder von einem normalen Spiel aus, zumal man sich ja nun in der offensichtlich besser geeigneten Position des Verfolgers befindet: 2 von 10 auf Grödig Sieg. Sie sind die Besten und werden es mal wieder zeigen.
 
So überlegen, wie es das Ergebnis aussagt, waren die Gäste nicht. BW Linz kam gut in die Partie, Grödig tat sich schwer. Offensiv war es erneut mehr als anständig, was die Heimmannschaft zustande brachte und einige Male waren sie ganz dicht vorm Torerfolg. Dennoch konnte man nach und nach erkennen, dass die Gäste das bessere Team sind. Mit dem 0:1 vor der Pause (39.) nahm das Schicksal dann allmählich seinen Lauf. Auch in den Interviews nach dem Spiel konnte man entnehmen, dass die Grödiger sehr wohl wussten, dass es eine eigentlich enge Partie war. Die überlegene Demonstration eines Tabellenführers war es auf keinen Fall.
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FC Lustenau – SV Horn     1:1 (1:0)
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Zuschauer:   (Schnitt bisher: 1.022 ; +4.3%  gegenüber Vorsaison)
Eine nicht zu tippende Partie, da der Abstieg von Lustenau besiegelt ist. Erstaunlich aber, wie stark sich das Team dennoch präsentierte, in eigentlich allen Partien seitdem. Auch im Derby ging man keineswegs unter. Dabei ist der Kader schmal und geschwächt. 
 
Horn sah sehr gut aus gegen die Vienna — und verlor dennoch mit 2:3. Dank zweier Schüsse, die nicht als „Sonntagsschüsse“ durchgehen, denn Sonntage sind dafür viel zu häufig. Stark war das Team also.
 
Auch nach dem Gefühl gefragt, käme hier nichts heraus.
 
FC Lustenau erneut mit einer guten, engagierten Leistung. Der feststehende Abstieg scheint nicht viel daran zu ändern. Auch die Zuschauer kommen in normalen Mengen. So führte man lange Zeit — und man führte eigentlich verdient, hätte sogar hier und da ausbauen können, ohne dass die Gäste ernsthaft gefährlich wurden. Später gab es dann doch einigen Druck der besser werdenden Gäste, welcher in dem ultimativen showdown auslief: letzte Minute der Nachspielzeit, der Torwart bei einer Ecke mit im Strafraum, er erreicht den Ball und setzt ihn unhaltbar ins Netz. Das 1:1. So darf man es denn doch als gerechtes Remis bezeichnen. Insgesamt war es ein ganz gutes Spiel.
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First Vienna – Austria Lustenau     0:0
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Zuschauer: 1.100  (Schnitt bisher: 1.402 ; -36.5% gegenüber Vorsaison)
Im Grund wäre es eine günstige Partie zum tippen. Denn: First Vienna punktet weit über ihren Leistungen. Es war nicht nur beim 3:2 gegen Horn so, auch das 3:0 gegen Altach war, so komisch es sich anhört, gegen den Spielverlauf. Und wer erinnert sich noch an das völlig absurde 3:3 in Kapfenberg, als man mausetot war, mit einem Mann weniger, etwa 5 Riesen zum 4:2 zuließ, und doch einen Punkt mitnahm? Das Team zwar nicht gar so übel — haben sie doch einen Andreas Dober, den Ex-Teamspieler in ihren Reihen und auch ein Ernst Dospel (jetzt 36, aber auch mit 19 Spielen für Österreich) steht für Qualität — , aber doch stehe sie einfach zu gut da. Also: die Gelegenheit wäre günstig…
 
wenn der Gegner doch nur nicht Austria Lustenau hieße. Sie haben sich verbessert gezeigt, sie stehen sogar wieder auf 1 — und werden sich wohl selbst wundern, wie das möglich ist — aber doch möchte man sich ihnen nicht anvertrauen. Der Derbysieg war gut und schön, man hatte ein paar gute Chancen erzeugt, eine genutzt, 1:0 gewonnen. Aber doch macht die eine Schwalbe noch lange keinen Sommer.
 
Heraus kommt damit ein Pass. Ganz leichte Neigung aber Richtung 2.
Die Neigung eigentlich ziemlich lächerlich. Wenn jemand näher dran war, dann war es die Vienna. Es stimmt einfach nicht bei der Austria und das nicht erst seit gestern. Das Derby war ein kleiner Hoffnungsschimmer, aber der geringe Auftrieb war wohl eher dem Umstand „Derby“ zu verdanken. Selbst wenn man später ab und zu sogar selbst zu einer halben Torchance kam: die ganze Partie nicht besonders und die Vienna näher dran.
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TSV Hartberg  – SKN St.Pölten      0:0
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Zuschauer: 800  (Schnitt bisher: 1.101 ; +12.9% gegenüber Vorsaison)
Hartberg richtig schwach, was auch Trainer Paul Gludovatz nach der Partie schonungslos seinem Team unterstellte. Überhaupt nur ein einziger Treffer in der Rückrunde und „Paragol“ Parapatits trifft schon längst nicht mehr. An wem sollte man die Hoffnungen festmachen? Sie haben einen Vorsprung, aber in der derzeitigen Verfassung könnte der bald aufgebraucht sein.
 
St.Pölten aber das nächste Sorgenkind. Der Weggang von Segovia kaum zu verkraften und ein tiefes Loch die Folge. Nur gab es eben das kleine Lichtlein des 2:1 Sieges zuletzt gegen BW Linz. Die Leistung war ok und es war der erste Sieg der Rückrunde. Ob das schon reicht?
 
Nun gut, weil Hartberg einfach zu schwach ist und St.Pölten auf dem Wege der Besserung (auch davor gab es schon ein paar Leistungen, die Mut machten) möchte man doch 2 von 10 auf die 2 riskieren.
 
Ein ziemlich ausgeglichenes Spiel und und nix war es mit der 2. Allerdings war Mitte der ersten Hälfte eine Phase, in der die Gäste klar am Drücker waren und die Führung in der Luft lag. Zwei Riesen waren darunter, bei einem sprang der Ball nach Kopfball von der Unterkante der Latte — vor die Linie. Natürlich wäre dann alles ganz anders gekommen (nur wie? Man weiß es nicht…), man hätte die Führung zu dem Zeitpunkt als „verdient“ angesehen und sie der höheren Klasse der Gäste zugeschrieben. So blieb es beim 0:0 und da St.Pölten danach nicht mehr viel zustande brachte, kam am Ende das Remis heraus, welches man unter den Umständen halt doch als gerecht ansehen muss.
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