Rückblick 3. Bundesliga 32. Spieltag

in Kürze:

Ein paar interessante Paarungen gibt es doch an diesem Wochenende. Noch sind hier wenige Entscheidungen gefallen, wobei es im Mittelfeld schon ein paar Teams gibt, die weder nach oben noch nach unten schauen können/müssen. 
 
Münster verliert man, nach 3:0 Führung, macht -3, -5 auf Halle, die in einem total überlegenen Spiel nur 0:0 spielen, +3 auf Heidenheim, -1 auf Rostock, die, trotz lange Zeit überlegenen Spiels mit 0:2 verloren, aber glückliche +5 auf Erfurt, die bei StuKi 1:0 gewinnen. Die -8 auf den KSC machen die Bilanz erst richtig mies. Was macht man nun daraus? Die Summe ist erst einmal eine -9. Aber: die besten verloren, den schlechtesten gewonnen. Und über den KSC den Stab brechen? Nein, keine gute Idee: sie dürfen auch mal verlieren.
 
Die Neigungen passten auch nicht so. Darmstadt traute man den Sieg zu. Sie waren klar besser, es gelang aber nicht. Bei Offenbach steht: „…wenn, nur die 2…“, die auch nicht kam, aber auswärts ist ein 0:0 ja schon ok. 
 
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SV Darmstadt 98 – Alemannia Aachen    0:0
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Zuschauer: 5.800  (Schnitt bisher: 5.307 ; Vorsaison: 6.042)
Alemannia beteiligt: ab jetzt doch wieder nur Pass bitte. So gut sie vielleicht ab und an gespielt haben: sie punkten einfach nicht mehr und büßen sicher die letzten Fetzen an Selbstwertgefühl ein. Darmstadt hingegen hat so durchgehend gut gespielt und gepunktet, vier Spiele kein Gegentor mehr bekommen, dass man ihnen jedenfalls auch hier einen Sieg zutrauen sollte.
 
Teamnews: 
Darmstadt ohne Ausfälle,
Aachen ohne 5, die aber alle zuvor schon out waren.
 
Viel bessere Darmstädter, die in etwa auf 9:2 Torchancen kamen. Der Platz war auch hier schwer bespielbar, die Bälle versprangen, nicht nur beim Aufbauspiel, sondern auch beim Abschluss, so dass man milde sein sollte mit den Darmstädtern, anstatt ihnen „mangelnde Chancenverwertung“ vorzuwerfen. Hinten kaum was zulassen, vorne ausreichend viel erzeugen: so gewinnt man normalerweise Spiele.
Aachen nun doch eher Prügelknabe. Das war gar nichts mehr. Darmstadt gefestigt.
 
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SV Babelsberg 03 – Kickers Offenbach     0:0
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Zuschauer: 2.174   (Schnitt bisher: 2.933 ; Vorsaison: 2.427)
Nur nach dem Gefühl gefragt, holt Offenbach auch hier etwas. Babelsberg hat einfach keinen Nutzen gezogen aus den Winterneuzugängen und fast gar nichts mehr eingefahren, währen Offenbach schon hier und Zeugnis einer berechtigten höheren Einstufung abgelegt.
 
Wenn also nur die 2, aber nicht als Tipp geeignet. Hauptgrund der: gegen Dauerverlierer bekommt man keine Kurse.
 
Teamnews: 
Babelsberg ohne Ausfälle,
Offenbach ohne Christopher Lamprecht (27, RV, ohne Einsatz), Sead Mehic (37, DM, 23/2/1)
 
Kein gutes Spiel, aber wenn jemand näher dran war am Sieg, dann die Gäste. Das sah schon ziemlich nach Kapitulation aus, was Babelsberg hier bot. Auch der Zuschauerzuspruch spricht Bände (und deckt sich mit der Vorankündigung unter der Woche): man glaubt nicht unbedingt an den Klassenerhalt, trotz absolut nicht aussichtsloser Tabellensituation. Es ist bei Babelsberg einfach zu wenig Potenzial vorhanden.
 
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FC Chemnitz – Borussia Dortmund II     1:0 (0:0)
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Zuschauer: 4.100    (Schnitt bisher: 4.777 ; Vorsaison: 5.161)
Dortmund wusste durchaus zu gefallen in letzter Zeit und hat gezeigt, dass man die Klasse wirklich halten möchte. In dieser Verfassung sind sie auf keinen Fall schlechter als etliche ihrer Konkurrenten, wobei man sich dann die Frage stellen müsste, wer eigentlich ins Gras beißen soll, wenn alle gleichermaßen gut sind und punkten? Nach der alten Regel, wer mehr Spiele verliert als er nicht verliert kommen derzeit nur (außer Aachen, die aber exakt 15 Mal verloren und 15 Mal nicht verloren haben) Stuttgarter Kickers (7–7–16, nacht ein 14:16 Verhältnis), und Babelsberg (7–6–15, macht 13:15) in Frage. Der Rest hat, meist deutlich, ein positives Verhältnis. So auch die Borussia mit ihren 5–10–12, also 15:12, und das als Schlusslicht! So möge man dies als Tipp für die Abstiegsränge auffassen: Babelsberg und StuKi.
 
Chemnitz hat in Aachen nicht nur, wie so häufig, etliche gute Chancen bekommen, sondern diesmal auch serienweise welche genutzt. Möglich, dass in Aachen ein Mangel an Gegenwehr dies begünstigte, möglich aber auch, dass es nur Gevatter Zufall war. Man spielt also Fußball und man spielt gerne Fußball. Nur: ohne den letzten Ehrgeiz sollte man ohnehin sehr vorsichtig sein mit der Wahl einer Wette. Worum würden sie spielen? Sicher, für die Fans, für die eigene Zukunft, für eine gute Stimmung und Bilanz. Mehr ist aber nicht rauszuholen.
 
Da man unter keinen Umständen gegen Chemnitz antreten würde, zugleich sie aber unter den gegebenen (aber jetzt dauerhaften) Umständen auch nicht nehmen könnte, noch weniger gegen eine starke Borussia, kommt es unvermeidlich zu einem sonnenklaren Pass.
 
Teamnews: 
Chemnitz muss auf niemanden verzichten,
Dortmund auf Günter Koray (18, IV, 16/0/0) 
 
Ein sehr gutes Spiel auf hohem spielerischen Niveau, die Klasse hatte man beiden Teams ja vielfach zugesprochen. Sehr stark, wie sich Dortmund immer wieder durch kombinierte und zum Abschluss kam. Sie waren die gesamte erste Hälfte die bessere Mannschaft, obwohl Chemnitz auch ordentlich mitmachte. In Hälfte 2 erspielte sich Chemnitz das Plus, wurde immer druckvoller und kam dann seinerseits zum 1:0. Da Dortmund danach noch einmal Druck machte, muss man insgesamt von einem glücklichen Sieg sprechen. Die Gäste vielleicht in der Summe sogar leicht besser.
In dieser Verfassung müsste man Dortmund unbedingt demnächst nehmen. Da müssen einfach ein paar Tore fallen. Man sieht, dass alle Spieler aus dem Mittelfeld für Torgefahr stehen. Da schlummert ein gigantisches Offensivpotenzial. Chemnitz aber überhaupt nicht enttäuschend. Sie haben sich großartig dagegen gestemmt und bewiesen, dass sie zu den spielstärksten Teams der Liga gehören.
 
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Hallescher FC – Wacker Burghausen    0:0
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Zuschauer: 5.448   (Schnitt bisher: 7.876 ; Vorsaison: Aufsteiger)
Halles Rückrundenerfolgsserie wurde ja unter der Woche gebrochen beim 0:2 in Wehen, Burghausen hat zwei mühevolle und zugleich müde 0:0s eingefahren, beide daheim, davor ein 2:0 gegen Aachen — somit ist man drei Mal in Folge gegentorlos. Dies hat aber den großen Vorteil (beides zusammen), gepaart sogar noch mit der Tatsache, dass Burghausen in der Tabelle vorne liegt, dass Burghausen etwas zugetraut wird vom Markt. Dies wäre in gewisser Weise ein idealer Indikator für eine Wette.
 
Dagegen spricht aber eindeutig, dass es quasi um nichts geht. Halle 10 Punkte vor den Abstiegsrängen,  Burghausen 13, da sorgt man sich derzeit nicht. Da aber andererseits die Chance besteht, den Gegner IM HEIMSPIEL einzuholen und da man ohnehin von der Charakterhaftigkeit von Halle überzeugt ist, von jener Burghausens aber ausgesprochen wenig, so kommt hier doch heraus:
 
5/10 auf den Sieg von Halle.
 
Teamnews: 
Halle ohne Pierre Becken (25, IV, 9/0/0), 
Burghausen ohne Youssef Mokhtari (34, OM, 24/4/7)
 
Unglaublich und ungerecht, dieses Spiel nicht zu gewinnen. Halle von Anfang an drückend überlegen, mit haufenweise Chancen. Nach einem (berechtigten) Platzverweis gegen Burghausen in Minute 40 wird die Überlegenheit noch größer.
Mindestens zwei „Chancen“ gab es auf einen Elfmeter: einmal wird Ziebig auf dem Weg zum Tor von hinten behindert, kann so nicht mehr ordentlich schießen, gerät ins Stolpern. Chance dahin, kein Elfer, keine Frage. Die Zeitlupe beweist (angeblich, auch dies lächerlich), dass es einen Kontakt gab (dafür braucht man keine Zeitlupe). Der Sprecher (in der Nachkommentierung): „Ja, es war ein Foul, hier klar zu sehen, aber Ziebig will nur den Elfer und bekommt ihn wohl deshalb nicht.“ Gute Argumentation. Wenn man ihn haben will, bekommt man ihn nicht (auch wenn es Foul war). Wenn man weiter spielt (wie häufig genug beobachtet) bekommt man ihn nicht (macht aber auch kein Tor), weil man nicht einmal fällt.
Beim Handspiel die Argumentation ähnlich hohl: der Ball geht einem Burghausener Verteidiger an den Arm, der Arm ist absolut nicht am Körper, direkt neben ihm stünde ein Angreifer, der den Ball sonst bekäme. „Keine aktive Bewegung zum Ball.“ Dies Teil 1 des Unsinns. Teil 2 folgt: „Es gibt aber durchaus Schiedsrichter, die dafür Elfmeter geben.“ Ja, nur müssen die zuerst noch geboren werden.
Die Wette war Extraklasse, das Spiel exakt so, wie man es sich vorstellte — nur noch ein bisschen besser. Der verpasste Sieg ein ziemlich großes Pech.
 
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1. FC Heidenheim – VfB Stuttgart II     1:0 (0:0)
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Zuschauer: 8.000  (Schnitt bisher: 7.747 ; Vorsaison: 6.732)
Die Stuttgarter Youngster unter der Woche nach langer Zeit mal wieder mit einem Sieg beim 1:0 gegen Erfurt.  Heidenheim hat Burghausen davor mit 2:1 besiegt, durfte aber am Wochenende in Halle gar nicht spielen. Da man eigentlich immer gerne Heidenheim hätte, und Stuttgart eh um nichts spielt, das Derby aber wieder etwas dagegen spricht, kann man, wenn überhaupt nur mit einer kleinen Wettempfehlung auf die 1 aufwarten.
 
DIe Tabelle aber zeigt, wie wichtig es wäre, hier einen Sieg einzuholen: man ist 4 beziehungsweise 5 Punkte zurück gegenüber Platz 2 und 3, hat aber den beiden gegenüber noch ein Spiel mehr in der Hand, die Lücke ist also, abhängig vom Restprogramm, beinahe noch aus eigener Kraft zu schließen — wobei dazwischen auch noch Münster lauert. Heidenheim wäre aber der persönliche Favorit.
 
So hat man sich denn doch so weit in Stimmung gebracht, hier einen 3 von 10 auf die 1 zu empfehlen. Derbytendenz bei Youngstern unerheblich, und das unbedingt Siegen wollen gegenüber einer Wundertüte geben den Ausschlag.
 
Teamnews: 
Heidenheim ohne Andreas Spann (28, MS, ohne Einsatz),
Stuttgart ohne Dominik Gallert (19, RV, ohne Einsatz), Marco Rapp (21, DM, ohne Einsatz), Timo Cecen (18, OM, 9/0/0)
 
Drückend überlegen Heidenheimer kommen erst kurz vor Schluss zu einem mehr als verdienten Sieg. Gezählt hat man etwa 15:1 Torchancen (ähnlich das Eckenverhältnisse). Mehr kann man ja wohl nicht erwarten. Bessere Tipps gibt es wohl selten. Heidenheim bleibt der hier erklärte (Zweit-)Favorit auf den Direktaufstieg. Stuttgart schon schwach, aber entweder das Wundertütenprinzip oder einfach ein turmhoch überlegener Gegner in Topverfassung.
 
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Preußen Münster – 1. FC Saarbrücken     3:3 (1:0)
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Zuschauer: 8.554    (Schnitt bisher: 8.154 ; Vorsaison: 7.031)
Wie bei vielen anderen Abstiegskandidaten: in der derzeitigen Verfassung ist auch Saarbrücken vom Rest des Feldes an Qualität kaum zu unterscheiden. Man hat es angenommen und ernst genommen — und tüchtig gepunktet. Ein Vorsprung von 10 Punkten (wie bei Halle) ist allerdings nun schon so verführerisch groß, dass man sich durchaus mal wieder eine etwas weniger engagiert Leistung vorstellen könnte.
 
Da Münster in einer ganz ähnlichen Lage wie Heidenheim ist, nur noch in einer etwas günstigeren (da nämlich zwei Punkte mehr auf dem Konto), zugleich die Heimspiele meist mit viel Leidenschaft angegangen wurden, vor einem meist recht begeisterungsfähigen Publikum, könnte man sich hier einen Heimsieg sehr gut vorstellen (kein Wunder, bei einer Heimbilanz von 10–5–0). 15:10 ist eh eine 1.50er Quote, bei welcher man, falls man sie denn im Schnitt bekommen hätte, bereits pari herausgekommen wäre, und möglich, dass Saarbrücken etwas weniger Engagement an den Tag legt, was in der Summe bedeutet: falls man denn am Markt eine Quote von über 1.50 erzielen könnte, wäre für den Heimsieg zu votieren. Wie es aussieht, kann man diesen Kurs erzielen, insofern auch hier vorsichtige (aus Respekt vor Saarbrückens Leistungen zuletzt) 3/10 auf die 1.
 
Teamnews: 
Münster hat alle Mann an Bord,
Saarbrücken ohne Kevin Maek (24, DM, 24/1/0), Tim Kruse (30, DM, 22/2/2), Ufuk Özbek (20, ZM, 15/2/0), und Sven Sökler (28, OM, 31/3/14)
 
Die Teamnews sprechen noch deutlicher für Münster.
 
Unglaubliches Spiel, unglaublicher Verlauf. Münster hat alles fest unter Kontrolle, spielt klar besser und erzielt ein paar Tore. 1:0, 2:0, 3:0, und das in der 60. Minute! Sah das 1:3 noch wie ein kleiner Betriebsunfall aus — man war wirklich etwas nachlässig in der Abwehr, aber der Angreifer trifft den Ball überhaupt nicht richtig, aber genau deshalb schlägt er unhaltbar im Dreieck ein (erinnert ein wenig an Dieter Eckstein; der wurde mal so Torschützenkönig: er zielte vermutlich exakt ins linke untere Eck, die Streuung  war aber genau groß genug, so dass er rechts oben unhaltbar rein ging).
Dann fiel aber direkt im nächsten Angriff das 2:3. Nun wurde es zur Zitterpartie und in der Schlussminute gelang tatsächlich das 3:3.
Soll man nun noch etwas zu den Einschätzungen der Mannschaften sagen? Näher heran kommen an einen Sieg geht kaum. Die Chancen nach dem 3:0 in der 60. Minute spielen sich günstigstenfalls im Promillebereich ab. Natürlich ist einem auch bewusst, dass es nicht zwangsläufig zu diesem Zeitpunkt 3:0 steht.
Tja, also: war der Tipp nun gut? Weg ist er jedenfalls. Und: ob man umgekehrt je so einen Rückstand aufholt, wenn man es mal braucht? Drauf warten lohnt sich jedenfalls nicht…
 
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Hansa Rostock – Arminia Bielefeld     0:2 (0:0)
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Zuschauer: 9.000   (Schnitt bisher: 9.100 ; Vorsaison: Absteiger)
Das reine Empfinden sagt hier, dass eigentlich bei beiden Teams die Krisen auf Hochtouren laufen. Bielefeld dürfte sich in der Verfassung von zuletzt beim 0:0 gegen Darmstadt, als die für eine Einschätzung wirklich viel wichtiger gegenüber den tumben Sprechern erachteten Zuschauer bereits ihr Team mit Pfiffen bedachten, als erster aus dem Kreis der Aufstiegskandidaten verabschieden. 
 
Rostock hingegen hat eine eigentlich ganz gute Partie in Osnabrück zwar erneut mit 2:3 aus der Hand gegeben, aber doch schimmert immer wieder einige Klasse durch. Zugleich lassen die Fans ihr Team noch immer nicht im Stich, was umgekehrt zu Bielefeld ein guter Indikator ist. 
 
So käme lediglich eine Empfehlung auf 1/X in Frage. Damit hier etwas steht: 1 von 10 darauf.
 
Teamnews: 
Rostock ohne Stephan Gusche (23, IV, 8/0/0), Lartey und Jordavov, alle drei aber schon länger draußen.
Bielefeld ohne Dennis Riemer, der schon länger fehlt.
 
Tja, auch hier gibt einem nur das Ergebnis nicht recht. Das Spiel selbst war zunächst ziemlich eindeutig von Hansa bestimmt, die sich nicht um einen Tabellenstand scherten sondern sich einfach sagten: Wir spielen zu Hause, da sind wir immer Favorit. Sie spielten also wie eine typische Heimmannschaft und auch die Fans kehrten ihnen noch lange nicht den Rücken. Eine Besucherzahl knapp über dem Schnitt ist der Beweis, dass die Leistungen gar nicht so schlecht sein können. Obwohl nun natürlich schon wieder über Trainer Marc Fascher (mehr als)diskutiert wird. Die Mannschaft hat auf schwer bespielbarem Boden ganz gut gespielt, hat Druck gemacht und ein paar Chancen herausgespielt. Wenn man ihnen etwas ankreiden möchte — es sein denn, man versteht es einfach –, dann ist es dies: nach dem 0:1, welches aus dem Nichts fiel, gab es kein besonders großes Aufbäumen. Wenn man versteht: man erzielt einfach kein Tor, trotz guten Spiels, und liegt nun schon wieder zurück. Wo soll man da immer Kraft und Willen hernehmen?
Bielefeld allenfalls mit einer durchschnittlichen Leistung — und doch urplötzlich auf Platz 1.
 
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Stuttgarter Kickers – Rot Weiß Erfurt    0:1 (0:0)
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Zuschauer: 3.875   (Schnitt bisher: 3.866 ; Vorsaison: Aufsteiger)
Erfurt sollte doch unbedingt das bessere Team sein. StuKi, wie weiter oben „errechnet“, einer der Absteiger. Natürlich eine riesige Enttäuschung, dass Erfurt unter der Woche von Stuttgart II nichts mitnehmen konnte, aber vermutlich werden sie gleich dort bleiben und sich intensiv vorbereiten und akklimatisieren, wobei die Reise ja gar nicht einmal so gigantisch weit ist. Scherz beiseite aber: Erfurt sollte in der Lage sein, in diesem wichtigen Spiel etwas mitzunehmen. Es ist ein „do-or-die“ Spiel, für beide, denn immerhin ist Erfurt ja in „touching distance“ mit nur einem Punkt mehr (bei zwei Spielen weniger allerdings). Dennoch: das Spiel zu wichtig für Erfurt, hier holen sie etwas.
 
5 von 10 auf X/2.
 
Teamnews: 
StuKi auch nur ohne den Langzeitverletzten Fennell,
Erfurt ohne zwei Torhüter, aber Ersatzmann Klein hielt im ersten Spiel die 0, im zweiten bekam er 1 Tor, der Rest ist fit.
 
Tatsächlich hatte sich Erfurt in einem Minitrainingslager vor Ort eingerichtet (in Gerlingen, über Stuttgart liegend).
Der Sieg aber überaus glücklich. Mindestens 7:2 Chancen für die Heimmannschaft, wobei ein Großteil in der Zeit in Überzahl zustande kam, nach einer Gelb-Roten Karte. Die Umstände so: ein Kopfballduell an der Mittellinie. Der Heimspieler bleibt danach liegen und windet sich am Boden, als ob er schwer getroffen wurde (will wohl damit Gelb provozieren?). Als der Gegenspieler etwas zu ihm sagt („Ey, steh auf, was soll das, das war doch gar nichts.“ oder Ähnliches) steht der soeben noch sich vor Schmerzen krümmende wie von der Tarantel gestochen auf. Aha, wohl doch nicht so schwer verletzt gewesen? Hat der Gegenspieler vielleicht doch recht damit, dass nichts war? Als sie nun, Kopf an Kopf gegenüber stehen, die Simulation also offensichtlich wird, der angeblich gefoulte aber seinen Gegenspieler weiter anbrüllt, fühlt sich dieser nun (verständlicherweise) provoziert. Er lässt sich zur Andeutung eines Kopfstoßes hinreißen. Der Schiri gibt dem einen, Simulierenden, Gelb, dem den Kopfstoß andeutenden aber, wohl für die beiden Vergehen, erst Gelb, dann Gelb-Rot. Irgendetwas stimmt da auch nicht. Dieses Simulieren ist es einfach das Mieseste, was es gibt, kommt beinahe dem Spucken gleich an Niedertracht. Es ist einfach unerträglich.
StuKi danach mit ordentlich vielen Chancen, aber auch davor keineswegs schlechter. Erfurt gelingt aber das 1:0 durch einen direkt verwandelten Freistoß von der Außenposition.
Beide konnte nicht überzeugen, aber StuKi doch das etwas weniger schlechte Team.
 
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SpVgg Unterhaching – Karlsruher SC     2:1 (1:0)
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Zuschauer: 3.400   (Schnitt bisher: 2.034 ; Vorsaison: 1.658)
Nicht mehr nachfragen: wenn der KSC spielt, immer auf den Sieg gehen, so lange der Aufstieg nicht fixiert ist. Dabei dürfte der Gegner gerade für diese Partie mal wieder ein ordentliches Engagement an den Tag legen — eben weil man gegen den Leader spielt. Das muss sich aber nicht unbedingt nachteilig auswirken, da es nämlich viel eher bedeutet, dass man sich zwar engagiert, aber nicht in der Abwehr sondern eher versucht, vorne etwas zu erreichen, also mitzuspielen. Was sollte denn eine Abwehrschlacht im eigenen Stadion? Auf Ergebnis spielen? Nein, das tut man nicht.
 
Hier bedeutet es: 8 von 10 auf die 2.
 
Teamnews: 
Unterhaching ohne 3 Spieler, die aber alle schon länger out sind und bleiben (Riederer, Sternisko, Bichler),
der KSC ohne Sebastian Schiek (23, RV, 12/0/1).
 
1.500 Zuschauer waren mitgereist, im 21. Spiel ohne gab es nun eine Niederlage, exakt im Rekordspiel. Tja, wenn man ganz ehrlich ist, dann war der Auftritt nicht überragend, den der KSC anbot. Ein wenig wirkte es schon nach Arroganz, die damit zum Ausdruck bringt: „Ach, irgendwann wird schon mal einer rein gehen.“ Wobei genau diese Arroganz im Falle des Gelingens einfach nur „Coolness“ wäre. Das 0:1 fiel früh und kurios, denn: zunächst ist es ein unbedeutend erscheinender Ballverlust, der blitzschnelle, weite Pass in die gegnerische Hälfte, Laufduell Eins gegen Eins, ohne echte Attacke des Karlsruhers (macht man doch auch nicht, auf der Außenposition? Der Weg zum Tor viel zu weit.), dann aber der Pass nach innen, wo sich doch ein, nein, zwei Hachinger eingefunden haben, der eine möchte den Ball stoppen, lässt ihn aber prallen — genau in den Lauf des anderen. Mit so viel Glück geht es halt manchmal.
Damit die Vorzeichen klar. Der KSC dominierte das Spiel und man hatte schon das Gefühl, dass früher oder später der Ausgleich fiele. Nur geschah es eben nicht. Vier oder fünf Chancen gab es vielleicht, einige von höherem Kaliber (wobei der Ausgleich noch lange nicht den Tipp zum Gelingen gebracht hätte), das Tor fiel nicht, eine Glanzparade darunter, für die vielleicht auch ein bisschen Glück erforderlich war, und kurz vor Schluss, nach einem Ballverlust (oder war es Foul?) an der Mittellinie gegen eine entblößte Abwehr das 2:0. Das 1:2 in der Nachspielzeit nur noch Kosmetik.
Wie gesagt: der KSC nicht so doll, vor allem ein wenig überheblich wirkend. Das frühe, unglückliche 0:1 trug dazu bei: keine gute Wette.
 
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SV Wehen/Wiesbaden – VfL Osnabrück    3:2 (1:1) 
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Zuschauer: 3.059   (Schnitt bisher: 3.083 ; Vorsaison: 3.514)
Wehen ist angekommen, sozusagen dort, wo man sie hinphantasiert hat, nämlich in der virtuellen oberen Tabellenhälfte. Sie haben nun 7 Siege gegenüber 6 Niederlagen. Wer auch immer die Dreipunkteregel ersonnen hat und was er sich dabei dachte: aus Schachspielersicht ist das eine +1 Bilanz, die einen für weiter vorne berechtigt. Zugleich hat man mit dem Sieg unter der Woche sämtliche Zweifel in puncto Abstieg aus der Welt geschaffen. 39 Punkte sind einfach zu viel, da können gar nicht mehr alle Teams von hinten hinkommen, denn dazu müssten ja alle aus 8 bis 10 Spielen mehr als einen pro Spiel erzielen, und die dazwischen ebenfalls ordentlich punkten.
 
Osnabrück hat eine riesige Willensleistung vollbracht beim 3:2 gegen Rostock, als man das 0:2 drehte. Die Fans sind eh hinter der Mannschaft, und auch Trainer Pelle Wollitz ist natürlich eine Type, die einen einfach mitreißen muss. 
 
Da man Wehen immer die Treue gehalten hat, könnte man ihnen nun kaum in den Rücken fallen, sie aber zugleich unter den Umständen und gegen diesen Gegner niemals nehmen könnte, bleibt nur ein Pass.
 
Teamnews: 
Wehen muss weiterhin nur auf Martin Röser (22, RM, 3/0/0) verzichten,
Osnabrück auf Martin Hudec (30, IV, 14/1/0), sowie Emil Jula (33, MS, 4/2/2), den Doppeltorschützen vom 3:2 gegen Rostock. 
 
Sehr gutes Spiel, von beiden Seiten offensiv geführt, wobei dies sicher begünstigt wurde durch das ganz frühe Führungstor der Gäste. Aber, wie in der Vorschau erwähnt, ist der Klassenerhalt geschafft (so traten sie auf) und ab nun kann man einfach aus Freude am Spiel spielen. Die Zuschauer zogen mit  in der eigentlich perfekten Arena, so dass dieses Spiel herauskam. Wehen immer wieder mit guten Kombinationen, variablem Spiel, mal über außen, mal durch die Mitte, Überzahl in Ballnähe schaffend, so gehört Wehen wirklich viel weiter nach vorne (wo man sie sich schon langer hin fabulierte), aber die nun +2 Bilanz kann sich doch wirklich sehen lassen?
Osnabrück nicht etwa schwach sondern hielt ständig dagegen, das bessere Team und damit verdienter Sieger der SV Wehen.
 
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