Rückblick Österreich „Heute für Morgen“ Liga, 26. Spieltag

in Kürze:

Die ganz große Spannung kann man in der Liga einfach nicht mehr empfinden. Austria Lustenau hat sich wohl damit abgefunden, in dieser Saison die zweite Geige zu spielen, und auch St.Pölten oder Altach können nicht mehr Konkurrenz für den SV Grödig werden. In der Aufstiegsfrage ist damit wohl kaum noch mit einer Wende zu rechnen.
 
Durch den fixierten Abstieg des FC Lustenau steht auch nur noch der Relegationsplatz zur Debatte. Sicher wird es BW Linz probieren, die Sechs-Punkte-Lücke zu schließen, aber a) ist das nicht übertrieben wahrscheinlich, und b) ist es auch nicht das ganz gigantische Ziel. 
 
Damit ist das Fazit: man möchte sich eigentlich nicht all zu tief verwickeln, ganz allgemein gesprochen.
 
Die Abrechnung: +2 auf Altach, -2 auf Horn, -2 auf BW Linz, -4 auf Grödig. Macht in der Summe -6 und ist doch eine üblere Verletzung, als man sich nach dieser Vorrede einhandelt wollte. Allerdings steht das teuerste Spiel auch unter einem gewissen Manipulationsverdacht (siehe unten).

 
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SCR Altach – TSV Hartberg    2:0 (1:0)
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Zuschauer: 1.831  (Schnitt bisher: 2.531 ; -26.1% gegenüber Vorsaison)
Der Mangel an sportlichem Wert — vor allem aus Altacher Sicht — lässt einen abraten, sich hier zu intensiv zu engagieren. Andererseits: Altach hat beim 0:3 bei der Vienna nicht so schlecht ausgesehen, eine Vielzahl von Chancen produziert, vor allem in Hälfte 1, und ist nur sehr unglücklich in Rückstand geraten. Hartberg auf der anderen Seite konnte einem nicht besonders imponieren und könnte das Team sein, welches BW Linz sich noch holt.
 
Also: wenn es für beide um etwas ginge, dann wäre klar die 1 indiziert, mit einem stattlichen Einsatz. So muss man sich mit 2 von 10 bescheiden.
 
Teamnews: 
Altach ohne Aaron Kircher (21, LV, 2/0/0) sowie Felipe Dorta (16, MS,  1170/0)
Hartberg spielt ohne Michael Huber (21, RV, 15/0/0)
 
Verdienter Sieg für Altach. Hartberg doch eindeutig ganz hinten anzusiedeln. Nur 1 eigener Treffer in 6 Rückrundenspielen, da spürt man doch einen deutlichen Qualitätsmangel. Nach vorne kam so gut wie nichts. Wenn also jemand den Linzern noch „Konkurrenz“ machen kann, dann nur dieses Hartberg.
Altach mit ganz gutem Spiel, kam immer mal wieder zu Chancen, und verwertete eine. Dann gab es einen kuriosen Ausschluss gegen Phillip Netzer, der, bereits verwarnt, einen Freistoß an der Mittellinie angeblich ausgeführt hat, bevor der Schiri den Ball freigegeben hatte. Na, ist ja nur eine Anmerkung, wie viele schändliche Fouls und wirklich verletzungsgefährdende Aktionen, eindeutig gegen die Gesundheit gerichtet, nicht einmal mit Freistoß geahndet werden, wohingegen so ein lächerlicher „Regelverstoß“ — den man im Nachhinein auch nicht wirklich nachvollziehen kann — mit Gelb-Rot geahndet wird? Da besteht ein krasses Missverhältnis.
Altach aber selbst mit 10 gegen 11 die bessere Mannschaft, Hartberg brachte einfach nichts zustande.
 
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Austria Lustenau – FC Lustenau    1:0 (1:0)
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Zuschauer: 4.400  (Schnitt bisher: 4.116 ; +5% gegenüber Vorsaison)
Hier hießt es ohnehin: Finger weg! Wobei: wenn man genau geschaut hat, wie der FC Lustenau auch ohne sportliche Ziele sich zuletzt reinhängte und wie Austria Lustenau die Leistung verweigerte, so könnte man ausschließlich die Chance für X/2 nehmen.
 
Teamnews: 
Austria Lustenau ohne Daniel Dunst (28, RV, 21/0/1) mit Gelbsperre, Felix Roth (25, OM, 23/6/10), der mit wichtigste Mann
FC Lustenau ohne Christian Haselberger (23, IV, 23/0/0), Rotsperre, Mario Bolter (28, DM, 22/0/2)
 
Austria Lustenau auf jeden Fall stark verbessert, aber sicher war auch das Derby ideal geeignet, um mal wieder mit einer engagierteren Leistung aufzuwarten. Es war zwar lange noch nicht gut, aber doch hat man mit diesem Sieg wieder die Führung übernommen. Könnte das gar wieder einen entscheidenden Auftrieb geben, dass die Meisterschaft und der Aufstieg doch noch nicht entschieden sind?
Hier spielten sie auf jeden Fall beinahe wieder eine für die Herbstserie als „normal“ zu bezeichnende Anzahl von Torchancen heraus. Sicher war der Gegner ziemlich arg gehandicapt, der Abstieg fixiert, der Kader schmal und geschwächt, zudem gab es nach etwa 60 Minuten einen Platzverweis, und doch hat der FC den Gegner immerhin insoweit ärgern können, dass es bis zum Schluss vom Ergebnis her sehr eng blieb.
Die Zuschauer waren immerhin da, was auch kein all zu schlechtes Zeichen ist. Sicher normal für ein Derby, aber dieses stand schon unter besonderen (ungünstigen) Vorzeichen. Schlechtes Wetter, ein mehr als schlechter Lauf des Favoriten, ein fixierter Abstieg des Underdogs, und doch über 4.000?
 
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SV Horn – First Vienna    2:3 (0:1)
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Zuschauer:   (Schnitt bisher: 1.528 ; Aufsteiger)
Horn hat gegenüber First Vienna zwei Spiele weniger ausgetragen UND einen Punkt mehr. Also: falls die Vienna — 10 Punkte vor BW Linz – sich noch minimal fürchtet, so hätte Horn doch eigentlich gar keinen Grund mehr. Spielen werden sie natürlich dennoch, gerade vor heimischem Publikum.
 
Da Horn durchaus beeindruckt hat (und nur 1:2 in Grödig verlor) und First Vienna nur einen glücklichen Sieg einfahren konnte (3:0 gegen Altach), könnte man hier ausschließlich die 1 nehmen. Da aber die Abstiegfrage geklärt sein sollte, wagt man auch hier nur 2 von 10, auf die 1.
 
Teamnews: 
SV Horn ohne Ersatztorwart Philip Petermann (ohne Einsatz), 
First Vienna ohne Florian Bauer (21, IV, 11/0/0), Anton Berisha (22, ZM, 11/1/1), Markus Pink (22, MS, 14/4/0)
 
Für diese Partie kann man lediglich die Übersetzung der Reporterfloskel anbieten, welche den Terminus „gnadenlos effektiv“ in ein „extrem glücklich“ (berechtigt) umwandelt. Wenn man diese beiden ersten Tore der Vienna sieht, dann fragt man sich, ob Gott nicht eventuell doch Wiener ist? Jedenfalls sind es die einzigen beiden Torschüsse (von Chancen kann man da nun wirklich nicht sprechen), die beide abgefälscht unhaltbar einschlagen, der zweite mit einer Flugbahn, die Roberto Carlos nicht einmal in seinen besten Zeiten bei 100 Versuchen ein einziges Mal so hinbekommen hätte.
Beide Male war es der Führungstreffer, beide Male schlugen die sehr gut spielenden Horner zurück, so dass es 2:2 stand. Klar ging das Heimteam, angesichts der eindeutigen Überlegenheit, weiter auf den Sieg — nur um in der 87., bei der dritten, diesmal wirklichen „Torgelegenheit“, das 2:3 zu kassieren. Selbst danach gab es noch eine „100-prozentige“ (O-Ton Trainer Michael Streiter), so dass mindestens noch das 3:3 hätte herausspringen müssen. Der gleiche Trainer meinte übrigens auch, dass er seiner Mannschaft nicht den geringsten Vorwurf machen könnte. Im Gegenteil hätten sie einfach gut gespielt. Dieser Einschätzung schließt man sich an. Die Vienna hat allerdings schon einige Male das Glück auf ihrer Seite gehabt. Hat das etwas zu bedeuten? Vermutlich nein…
 
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SKN St.Pölten – Blau Weiß Linz   2:1 (1:0)    
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Zuschauer: 1.700  (Schnitt bisher: 3.198 ; +126.2% gegenüber Vorsaison)
St.Pölten seit dem Weggang von Segovia ohne einen einzigen Sieg. Und das ist beileibe kein Zufall. Wobei man zwar nur glücklich gegen Grödig zur Pause führte, aber doch das 2:0 erzielte (welchem die Anerkennung verweigert wurde), und so vielleicht einen Sieg hätte holen können. Auch im Spiel davor waren sie ganz gut beim 2:2 bei Austria Lustenau. Wobei das eben auch „nur“ gegen Austria Lustenau war, die genau so schwach waren die gesamte Rückrunde über.
 
Blau Weiß Linz konnte ebendieses Austria Lustenau locker mit 3:0 besiegen. Auch davor schon holte man einen Punkt bei der Vienna. Wenn also, könnte man ohnehin nur die Gäste nehmen. Sie spielen um etwas und sie haben einen trotz allem tollen Erfolg erzielt, das Selbstvertrauen zurückgeholt.
 
Damit hätte man auch hier den Tipp mit 2 von 10 auf X/2.
 
Teamnews: 
bei St.Pölten fehlen Schagerl (20, LA, 2/0/0), Robert Gruberbauer (24, MS, 19/3/2)
bei BW Linz fehlt Michael Guselbauer (26, LV, 18/0/3)
 
BW Linz hat nichts geholt, dafür St.Pölten den ersten Sieg. Trainer Eid Stöhr brachte in seiner Analyse die Partie aber gut auf den Punkt: mit dem Offensivspiel war er sehr zufrieden, da wäre es immer wieder gelungen, Torgefahr zu erzeugen, mit der Defensivleistung war er es nicht ganz, denn da hätte man zu viel zugelassen, oftmals zu viel Abstand zu den Gegenspielern gehabt und allgemein etwas zu viele Räume frei gelassen. Allerdings muss man dem Team ja den Spielstand zugute halten, der meistens ein Rückstand war. Da versucht man halt etwas offensiver zu Werke zu gehen. Muss man ja auch. Trotzdem eine treffende Analyse, wie man sich erdreistet, zu behaupten.
So waren leichte Vorteile auf Seiten von St.Pölten, die sich jedenfalls auch verbessert präsentiert haben (ähnlich der Austria aus Lustenau) und endlich den ersten Sieg der Frühjahrsrunde eingefahren hat. Linz keineswegs schwach und dürfte auf jeden Fall in Zukunft weitere Punkte einfahren, St.Pölten aber nun doch aufgewacht (aber keineswegs völlig gesund).
 
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SV Grödig – SV Kapfenberg    0:1 (0:1)
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Zuschauer: 1.000  (Schnitt bisher: 743 ; -4.4% gegenüber Vorsaison)
Für Grödig gilt: sie immer spielen, wenn sie selbst spielen. Sie werden die Liga dominieren und ihre Spiele so lange gewinnen, bis der Aufstieg gesichert ist. Allerdings treffen sie hier auf Team 2 der Stunde. Kapfenberg hat ALLE Spiele gewonnen seit Neustart (und damit noch mehr Punkte eingefahren als Grödig seit Rückrundenbeginn). 17:3 Tore dabei sind schon gigantisch. Andererseits waren die Leistungen doch nicht nur so gigantisch wie die Ergebnisse. Das 3:1 in Lustenau (beim FC) kam nur durch einen Elfer mit Platzverweis zustande, nachdem man schon zurücklag (und das zurecht), auch das 3:1 in Hartberg war in einem ausgeglichenen Spiel erzielt und ein 1:0 daheim gegen BW Linz war eher nur mit Hängen und Würgen eingefahren.
 
Somit hätte man auch hier eine veritable Wette, bleibt aber genau so bescheiden wie zuvor: 2 von 10 auf Grödig Sieg.
 
Teamnews: 
Bei Grödig fehlen Ione Cabrera (27, IV, 24/1/2), Matin Harrer (20, MS, ohne Einsatz),
bei Kapfenberg fallen aus Dominic Pürcher (24, LV, 23/2/2), René Pitter (23, RV, 3/0/0), Sanel Kuljic (35, MS, 12/2/1), Philipp Wendler (21, MS, 20/7/4)
 
Damit kann man auch nach oben korrigieren: nun 4 von 10 auf die 1.
 
Diese Wettempfehlung kann man unter keinen Umständen schön reden. Grödig war einfach nicht gut in der Partie, wie auch ein gut gelaunter Adi Hütter nach der Partie eingestand. Natürlich hatte man ganz gegen Ende ordentlichen Druck gemacht und ein paar gute Chancen erspielt, zudem einen klaren Elfer verweigert bekommen — hier konnte man mal die Worte des Refs nach der Partie einfangen: „Ja, wenn man das so sieht, dann gab es wohl doch den Kontakt und hätte einen Strafstoß geben müssen.“; ja, nur wo bleiben die Konsequenzen? Aus, richtig — , aber doch hätte die Partie schon längst entschieden sein können, da nur Kapfenberg zu den sehr guten Chancen kam. Da waren mindestens vier, die das 2:0 hätten bedeuten können, gegenüber vielleicht einer halben für Grödig.
Dringend anzumerken, dass die Stimmung im Stadion gespenstisch bleibt. Selbst wenn diesmal gar 1.000 den Weg ins Stadion fanden, so gibt es doch nicht die geringste erstligareife Stimmung im Stadion. Das ist schon ein gewichtiger Punkt, wenn man den Aufsteiger ermitteln möchte, im Sinne eines klaren Favoriten. Mögen die Strukturen rundherum tauglich sein, auch der Kader, auch der Trainer, so gibt es doch auch diesen Punkt. Man meldet also erste Zweifel an an der so kürzlich erst selbst abgegebenen Prognose, damit einen Beweis liefernd für die Stichhaltigkeit der Aussage, dass einen das eigene dumme Geschwätz des Vortages kaum je interessiert (was übrigens, in der milden Form übersetzt auch so gesagt werden kann: „Was kann ich dafür, dass ich über Nacht schlauer geworden bin?“).
Wichtige Anmerkung an dieser Stelle: die Quotenbewegungen auf das Spiel gaben einen eindeutigen Hinweis darauf, dass Grödig die Partie nicht gewinnen würde. Wobei hier bereits wiederholt darauf aufmerksam gemacht wurde, dass, sofern von „Manipulation“ oder zumindest „Manipulationsversuch“ die Rede ist, das eindeutig schwächste Glied in der Kette der Schiedsrichter ist. Bei der geringen Anzahl der Tore, die überhaupt fallen und bei der Vielzahl der kritischen Entscheidungen, die er zu fällen hat, die ein Tor ermöglichen oder es unmöglich machen ist es beinahe nach Belieben und zugleich völlig unauffällig möglich, dem Spiel einen gewünschten Ausgang zu verleihen. Dies soll nicht etwa den Schiri hier an den Pranger stellen noch für ausgeschlossen erklären, dass es andere Möglichkeiten der Manipulation gäbe, auch keineswegs überhaupt einen Manipulationsverdacht für dieses Spiel aussprechen. Der Markt hat sich bewegt, der Markt hat sich recht gewaltig bewegt, der Markt hat recht bekommen. Wer auch immer also für diese Bewegung verantwortlich war hat jedenfalls richtig gelegen und sich bereichern können. Der Schiri hat auch Grödig einen klaren Elfer verweigert, wobei dieser in der Schlussminute zu verhängen gewesen wäre und somit nur das 1:1 zur Folge gehabt hätte, und damit die Wetten noch nicht verdorben hätte, da diese nur lauteten „Grödig gewinnt nicht“. 
 
Andererseits soll hier jedenfalls genau so angemerkt werden, dass in kleineren Ligen ein paar höhere Wetten einen gewaltigen Einbruch der Quoten bewirken können. Dies hat zwei Ursachen: a) hat jeder Anbieter bei diesen Ligen Angst, da sie nicht so sehr unter Beobachtung stehen, und b) ist das Volumen natürlich viel geringer als anderswo. Da Kapfenberg einen exzellenten Lauf hatte, könnte man also schlicht von ein paar Anhängern ausgehen, die sich diesen nutzbar machen wollten, an sie glaubten.
 
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