Vorschau Schweiz Raiffeisen Superleague, 26. Spieltag

in Kürze:

Auch in dieser Liga stets die Frage zu stellen: worum geht es für die einzelnen Teams? Natürlich geht man schon einzeln darauf näher ein, allgemein sei hier nur erwähnt, dass es in kleineren Ligen häufig der Fall ist, dass sich größere Lücken auftun. Begleiterscheinung: es geht oftmals schon frühzeitig nicht mehr um so viel für einige Mannschaften. Nach vorne nicht, nach hinten nicht. Die Meisterentscheidung ist nicht gefallen, aber doch könnte man es eine Vorentscheidung nennen. Hinten sieht es ähnlich aus: selbst wenn überbrückbar scheinend, es dürfte kaum mehr zu packen sein für Servette. So stehen wohl einzig die Entscheidungen um Europa an. Willkommen, wenn es anders läuft…
 
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FC Sion – FC Luzern    (Entfernung: 194 km)
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Beide Mannschaften nicht gerade sehr gesund. Sion seit 5 Spielen ohne Sieg, aber zuletzt doch leicht verbessert mit zwei Remisen. Trotzdem natürlich eine Katastrophe, was der allmächtige Constantin da angerichtet hat mit seinen permanenten, nicht nachvollziehbaren, personellen Entscheidungen. Und inwieweit er gar auf die Mannschaftsaufstellung Einfluss nimmt, sei dahin gestellt, aber er taucht verdächtig nahe bei der Trainerbank auf, wenn es mal nicht so läuft — und das tut es (dadurch?) wohl dauerhaft. Entsetzlich, wirklich, und ein wahres Trauerspiel, weil so viel Potenzial in dem Team steckt, dass man ihnen zu Saisonbeginn ernsthaft einen Überraschungscoup zutraute — damals schon mit der Bemerkung, falls Constantin sich heraushält.
Nur sieht es bei Luzern kein bisschen freundlicher aus. Bei ihnen sind es 10 Spiele ohne Sieg und zuletzt gar einem 0:4 daheim. Gut, es war gegen die Bebbi, aber doch kann man es ja schwerlich zum Tanken oder als Erfolg hernehmen. Davor standen immerhin drei Remisen, die auf einkehrende Stabilität hindeuteten.
Wen sollte man hier nun nehmen? Auf keinen Fall Sion, so viel steht fest. Aber Luzern etwas zutrauen? Ja, man betrachte es als leichte Neigung, dass Luzern hier nicht verliert. Zu krank einfach der FC Sion, rundherum.
Teamnews: 
Bei Sion fehlt Adailton (29, IV, 7/0/0, als Winterneuzugang), Xavier Margairaz (29, RM, 16/5/1)
Bei Luzern fehlt außer den Langzeitverletzten, unbedeutenden zwei Spielern Wüthrich und Leczano niemand.
 
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FC Zürich – Grasshoppers Club Zürich    (Entfernung: 0 km)
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Das Derby passt einem sehr gut: da müsste man nämlich nicht lange argumentieren, um das Pass zu rechtfertigen. Wobei: wenn man etwas genauer hinschaut findet sich vielleicht doch ein Ansatzpunkt? Sicher war der FCZ das (zweite) Team der Stunde (denn am FCB kommt keiner vorbei), aber doch haben sie zuletzt ein 1:3 daheim von St.Gallen kassiert. Und: der Spielfluss, der zuletzt so sehr beeindruckte, kam kein bisschen auf. War es das richtige Rezept, was St. Gallen gefunden hatte oder lag es an schwächelnden Zürchern? Wie auch immer: es war keine gute Bewerbung für das Derby.
Sicher hat GC derzeit eine Ergebniskrise und eine Torflaute. Zwei Mal in Serie stand die 0 vorne, einmal davon nur hinten. Die Tabellenführung ist futsch und die Bewegungsrichtung der Rücklichter des FCB dürfte man nicht ernsthaft in Zweifel ziehen: sie entfernen sich.
Das mag alles zutreffen, aber doch war das Spiel gegen den FC Luzern, das 0:0 endete, eine so gute Vorstellung, dass man sich gerne ihrer entsinnt. Auf dieses Potenzial möchte man gerne vertrauen, welches tatsächlich für die eine Partie in Thun verschütt gegangen war. Aber ist es nicht doch eigentlich vorhanden?
Der Zeitpunkt ist vielleicht nicht optimal, die grundsätzlichen Vorraussetzungen auch nicht, auch nicht der Charakter des Spiels als Derby — da sich nämlich häufig in dieser Saison zeigte, dass der Heimvorteil kaum geringer ist als andernfalls –, aber doch würde man dem GC gerne ein weiteres Mal das Vertrauen schenken.
4 von 10 auf X oder 2.
Teamnews: 
Beim FCZ fehlen weiterhin Burim Kukeli (29, ZM, 12/0/1) und Mario Gavranovic (23, MS, 22/5/4), und Mohamed Amine Chermiti (25, MS, 17/6/1)
bei GC fällt niemand aus 
 
Somit 5/10 auf die X/2.
 
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Lausanne Sports – FC Thun    (Entfernung: 138 km)
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Die Richtung, in welche man hier argumentieren möchte, ist einem eigentlich gleich klar, nur fällt es nicht ganz leicht, sie einzuschlagen. Somit also ohne lange Umschweife: Lausanne soll es machen. Wie kann man dieses Pferd nun aufzäumen? Etwa von hinten?
Also: Thun hat Ngamukol ziehen lassen (und zwar zu GC). Seitdem haben sie dennoch nicht aufgehört, Punkte zu holen und gut zu spielen, zuletzt gar den GC besiegt (wobei ausgerechnet jener Ngamukol bei der Rückkehr völlig blass blieb, seinem Ex-Club wohl keinen Schaden zufügen wollte?!). Damit also gäbe es ja wohl kaum Argumente gegen Thun?
Ja, Lausanne also: sie haben sich gegen YB im eigenen Stadion vielleicht ganz gut gewehrt, aber keine eigene Initiative entwickeln können. Zwei eigene Chancen vielleicht, aber ein Haufen für den Gegner. Somit das 0:0 nichts als glücklich. Davor hat man in St.Gallen mit 1:3 verloren. Wo ist nun das Positive, welches für Lausanne spricht?
So sieht also ein von hinten aufgezäumtes Pferd aus. Was, wenn man sich da nun raufschwingen möchte? Was könnte nun einen Tipp auf die 1 rechtfertigen?
Man schaut einfach mal die Tabelle an. Was stellt man fest? Trotz aller so guter Leistungen der einen und der mangelhaften der anderen liegt nur ein einziger Punkt zwischen diesen Teams. Wie war das denn möglich? Sollte es reiner Zufall sein (der Reiner, der Spekulant)? Die Tore sind sogar gleich, bei jeweils -9. Wie kommt das nur? Thun also das klar bessere Team? Das geht aus diesen Werten nicht hervor. Und: falls Thun nun ausgerechnet in letzter Zeit etwas besser gespielt hat, dann müsste es einen ebensolche Phase ja auch bei Lausanne gegeben haben. Soll die lange zurück liegen?
Zudem vertraut man darauf, dass die beiden stärker pigmentierten mal wieder eine ihrer Galas abliefern. Moussilou und Malonga stehen wirklich für Sonderklasse. Immer wieder — so auch bei den wenigen Szenen gegen YB — hält man den Atem ein, wenn sie einen Angriff zusammen vortragen. Eine solche Klasse HATTE Thun mal im Team, nur haben sie exakt diesen Mann abgegeben. Ein weiteres gutes Argument: beide haben vielleicht derzeit nicht die maximale Panik wegen des einzig ernsten Ziels, dem Klassenerhalt (Servette liegt 9 bzw. 10 Punkte zurück und Luzern ist noch dazwischen), aber doch ist die Chance, den Gegner in einem (Heim-)Spiel zu überflügeln, eine Sondermotivation.
Insofern wagt man hier, 3 von 10 auf die 1 zu setzen.
Teamnews: 
Lausanne fehlen Ibrahim Tall (31, IV, 16/0/0), sowie Bashkim Sukaj (21, MS, ohne Einsatz),
bei Thun gibt es keine Ausfälle.
 
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Young Boys Bern – Servette Genf    (Entfernung: 159 km)
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YB sah gut aus, beim 0:0 in Lausanne, war klar dran am Sieg. Davor spielte man daheim 0:0 gegen Sion und war auch da näher dran. Dennoch stehen nun schon drei Spiele ohne eigenen Treffer. Überhaupt scheint der äußere Druck sich nicht wirklich positiv auszuwirken, denn Europa ist Pflicht und selbst dann steht die Zukunft des Vereins — und damit jene der Spieler — in den Sternen. Der finanzielle Druck ist auf jeden Fall eine Last.
Servette wehrt sich zwar im Kampf gegen den Abstieg, hat zuletzt auch in Sion einen Punkt geholt — und wird es doch nicht packen können. Vor allem beim Blick darauf, welchen Konkurrenten man eigentlich schnappen wollte? Die, die am nächsten dran sind, der FC Luzern, habe wohl sicher ein zu hohes Potenzial. Jene davor, über die davor länger philosophiert wurde, sind erstens halt weit weg, und außerdem haben auch sie auf keinen Fall ein geringeres Potenzial. Woher soll man also die Hoffnung nehmen? Zumal das Team schon zuletzt — trotz der erwähnten Gegenwehr — ab und an mal etwas lethargisch wirkte. Nur ein Qualitätsproblem (was auch schon schlimm genug wäre) oder bereits Anzeichen von Kapitulation?
Da kam keinen der beiden guten Gewissens empfehlen könnte, bleibt es beim Pass. Die Neigung aber doch, dass YB das Spiel zieht.
Teamnews: 
Young Boys müssen weiterhin verzichten auf Francois Affolter (22, OB, 3/0/0), Christoph Spycher (35, LV, 9/1/0), und Josh Simpson, die ganze Saison schon.
Servette hat Full House.
 
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FC St.Gallen – FC Basel    (Entfernung: 165 km)
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So stark, wie St. Gallen beim 3:1 beim FCZ war, würde man wirklich nicht gerne gegen sie antreten. Auch davor schon gab es ein 3:1 gegen Lausanne, bei welchem man, speziell in der ersten halben Stunde, den Gegner förmlich überrannte und durchaus schon höher als 3:0 hätte führen können. Oscar Scarione at his best. Ein absoluter Ausnahmespieler der Liga, der Tore auflegt und selbst abschließt. Ein typischer 10er, mit reichlich Zug zum Tor, und ein Spezialist der Standards.
Über den FC Basel muss man eigentlich gar nichts mehr sagen: sie haben die Spitze übernommen und schon seit einiger Zeit scheinen alle zu spüren — vor allem die Konkurrenz — dass man sich günstigere Zeitpunkte zum Besiegen der Bebbi aussuchen muss als die zweite Saisonhälfte: sie sind eingespielt, sie sind in Tritt gekommen, sie walzen alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt.
Gerade gegen St.Gallen aber, in der derzeitigen Verfassung, höchst ungern, also lieber Finger weg. Ein Pass.
Teamnews: 
bei St.Gallen fehlen Marco Mathys (25, OM, 25/3/2), Gelbsperre, Mikael Ishak (20, MS, 6/1/0), Cavusevic (25, MS, 13/4/2), 
bei Basel sind alle fit.
 
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