Rückblick Österreich tipp 3 Bundesliga, 27. Spieltag

in Kürze:

Der Schlager wird diese Runde bestimmen. Salzburg hat seine letzte Chance, das ist wohl allen klar. Verliert man hier, ist der Titelkampf entschieden. Gewinnt man, macht man es doch irgendwie spannend, bei Remis bleibt der Status Quo: 13 Punkte, und nur noch ein direktes Duell. Aus Wettersicht heißt es natürlich nicht, dass man sich auf ein derartiges Spiel fokussieren muss. Meist sogar ganz im Gegenteil.
 
Admira hat es gemacht, also die +10 eingefahren (wobei die Wette nicht so toll war).  Der andere echte Tipp, der nur aufgrund der Teamnews abgegeben wurde (ausgerechnet der als fehlend gemeldete Lieblingsspieler Kevin Kampl lief auf — und erzielte das Tor für Salzburg), ging daneben, das nimmt man aber gerne in Kauf. +10 – 3 = +7.

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Admira/Wacker Mödling – SV Mattersburg   1:0 (1:0)
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Zuschauer: 2.444  (Schnitt bisher: 2.903 ; -35.3% gegenüber Vorsaison)
Ganz einfache Geschichte hier: die Admira hat vielfach zu gefallen gewusst. Zuletzt haben sie aber nicht nur gefallen, sondern auch zwei vorzeigbare Erfolge eingeholt. Ein 1:1 bei Rapid und ein 1:1 daheim gegen Salzburg, zwei der Top 4 Punkte abgetrotzt und sogar kurz zuvor bei Sturm Graz, dem dritten der Top 4, einen Sieg geholt. Mattersburg hat man zwar auch hier und da ein paar aufrichtige Komplimente machen können, aber bei ihnen steht zum Beispiel gegen die Austria ein 0:4 daheim und davor ein 0:1 in Wolfsberg zu Buche. Also selbst nach der Augenblicksform gefragt bekäme man die gleiche Antwort heraus: alles auf die Admira. Wenn man die Tabelle ein wenig genauer anschaut, dann stellt man auch fest, dass es nicht nur extrem brenzlig ist, für beide, und dass mehrere punktgleiche Teams beieinander stehen, man sieht auch, dass Mattersburg bei einem Sieg der Admira tief mit hineingezogen wird (sie sind nur 4 Punkte vor), aber man sieht noch viel mehr dies: Admira hat das klar bessere Torverhältnis, mit 9 Treffern günstiger. Und nach der ganz ehrlichen eigenen Meinung gefragt: Admira ist das bessere Team, sogar das beste alle 4 aktuellen Kandidaten.
 
10/10 auf die Admira.
 
Teamnews:
Admira fehlen Ersatztorwart Manuel Kuttin sowie Bernhard Schachner (27, DM, 21/1/2), Dominic Burusic (20, RA, ohne Einsatz), und Matts Milkus (21, MS, 2/0/0), der erst im Winter kam.
Mattersburg fehlen Lukas Rath (21, LV, 15/0/1), Manuel Seidl (24, DM, 22/3/3), ein sehr wichtiger Mann, und Dominik Doleschal (23, RM, ohne Einsatz).
Die Ausfälle bestätigen jedenfalls die Wette.
 
10 von 10 riskiert man ja nun wirklich selten. Hier hat man es getan — und hat Erfolg gehabt. Aber dennoch stellt sich die Frage, nicht nur, aufgrund des knappen Resultats, ob die Wette auch gut war.
Dazu betrachte man am besten das Spiel: Admira mit keinem tuen Start. Wenn überhaupt einer in Führung hätte gehen können, dann wären es die Gäste gewesen, die aber auch nicht so viel zustande brachten. Nach 32 Minuten ein Angriff der Admira, der eigentlich nicht richtig läuft, der Ball landet dennoch auf der rechten Außenposition, von wo aus eine Flanke in den Strafraum geschlagen wird. Immerhin drei Angreifer dort, einer hechtet sich hinein, aber doh ist es extrem unwahrscheinlich, dass der Ball aus dieser Position hineingeht. Dennoch tut er es. Das 1:0, ohne, dass es auch nur ansatzweise verdient gewesen wäre, allerdings hatten die Gäste auch kaum Chancen, höchstens Spielkontrolle.
Danach die Admira aber deutlich verbessert und mit den besseren Aktionen. Bis zur 75. Minute etwa hätte man an sich schon auf 2:0 erhöhen können, die größte Chance, als Winterneuzugang Segovia — noch ohne Bundesligator — den Ball vom Torraumeck in zentraler Position an die Unterlatte donnert.
In den letzten 15 Minuten drängten die Gäste doch noch etwas auf den Ausgleich und kamen zu ein paar Chancen.
So ist die Wette insgesamt nicht wirklich toll. Selbst wenn Admira in der Summe den Sieg vielleicht etwas mehr verdient hätte, waren sie doch nicht so gut, um den Tipp voll und ganz zu rechtfertigen.
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Wacker Innsbruck – Wolfsberger AC   2:3 (1:2)
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Zuschauer: 3.100    (Schnitt bisher: 4.816  ; -24.7% gegenüber Vorsaison)
Irgendwie täte man sich extrem schwer, gegen eine dieser beiden Mannschaften anzutreten. Wenn man sich selbst — und es einfach in diesem Moment tut — kurz rückbesinnt, wer nun wirklich den (im Verhältnis zur Erwartung) zuletzt den besseren Eindruck gemacht hat, dann käme heraus: es sind die Wolfsberger. Innsbruck hat man vielleicht auch hier und da gelobt und einige Male ehrlich bedauert, dass sie so selten den Lohn für gute Leistungen bekamen, aber gerade in letzter Zeit sah es ein bisschen nach leerem Tank aus. Es sind drei Niederlagen in Serie, wobei diese einerseits knapp (2:3 in Graz, 2:3 in letzter Minute daheim gegen Salzburg), andererseits gegen den Leader (mit 0:4) zustande kamen, aber doch sind es a) Niederlagen und b) hat das Team nicht wirklich überzeugt.
 
Wolfsberg hingegen hat einen absolut gefestigten Eindruck hinterlassen und zugleich Punkte en masse eingefahren. Der vierte Platz ist sogar tatsächlich in Reichweite bei zwar 6 Punkten Rückstand aber gegen ein extrem schwächendes Rapid Team vielleicht sogar aufholbar. Warum also nicht es angehen? Die Saison ist ohnehin ein voller Erfolg in Wolfsberg, also könnte man doch ruhig mal nach den Sternen greifen?
 
Es wird aber kein wahrhafter Tipp. Es ist nur die leichte Neigung, dass man eher den Gästen vertrauen würde.
 
Teamnews:
Innsbruck ohne Thomas Bergmann (23, RV, 21/1/0) und Julius Perstaller (23, MS, 22/2/1), die zumindest beide Stammkräfte sind
Wolfsberg ohne Christian Falk (25, MS, 17/10/0), der aber auch wichtig ist.
 
Ein großartiges Fußballspiel mit zahlreichen Torszenen und auch Toren, sowie jeder Menge Dramatik. Dies war das Spiel, mit welchem die Innsbrucker im Herbst ihre Pechserie eingeleitet hatten. Damals warteten sie mit der noch immer für die Saison Rekordzahl von 31 Torschüssen auf, verloren die Partie aber unglaublicherweise mit 0:1. In diesem Spiel hier hatten sie „nur“ 19 Torschüsse, trafen dafür aber zwei Mal — und verloren es dennoch.
Wolfsberg nach vorne immer brandgefährlich, mit den Spaniern Jacobo und de Paula, sowie Goalgetter Topzagic. Hinten sind sie, gerade in dieser Saisonphase aber wieder auffällig, nicht so energisch im Zweikampf und spielen ohne den vollen Körpereinsatz. Natürlich ist das kein Vorwurf, können sie doch alle ihre Saisonziele nur noch gewaltig übertreffen mit dem vorab eigentlich undenkbaren Europastartplatz. Also: sie spielen gut, wirklich tollen Fußball, sind immer für Tore gut, aber man muss doch Zweifel anmelden, ob es noch weiter nach oben gehen kann, wobei Rapid natürlich so extrem schwächelt, dass es tatsächlich nur noch 3 Punkte Rückstand sind.
Innsbruck spielt fast genau so gut Fußball. Nur fällt bei ihnen noch mehr auf, dass sie oftmals in der Abwehr wirklich ungeordnet sind. Zumindest in dieser Partie haben sie sich in jeder Hinsicht an den Gegner angepasst (oder umgekehrt?). Jedenfalls ist es erstaunlich, wie leicht man gegen diese Abwehr zu Torchancen kommt. Das könnte natürlich das entscheidende Problem für sie im Abstiegskampf werden. Zumal ja die Konkurrenz voll gepunktet hat.
In dieser Partie hatten sie dennoch ganz klar das Remis verdient. Sie lagen schon früh 0:2 zurück — auf die beschriebene Art und Weise: ziemlich offene Defensive, aber zugleich sehr gute, gelungene Aktionen des Gegners, gekrönt von tollen Toren. Dann kamen sie auf 1:2 heran, drückten in Hälfte 2 auf den Ausgleich — und kassierten das 1:3, dieses auf kuriose Art: Stammtorwart und zuverlässiger Rückhalt Szabolcs Safar hatte sich bei einem Zusammenprall mit einem eigenen Abwehrspieler das Jochbein gebrochen und musste runter. Der Ersatzmann bekam einen harten Flatterball aus eigentlich sehr ungünstigem Winkel auf das Tor — und der Ball schlug ein. Ob der Stammtorwart den nicht dennoch…. ?
Nach dem 1:3 noch mehr Druck der Heimmannschaft und das 2:3. In den Schlussminuten noch mindestens zwei Riesen, der zweite mit Nachschuss, die beide von dem erneut großartig parierenden Dobnik entschärft wurden, der damit zum gefeierten Helden auf Seiten der Wolfsberger wurde.
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SC Wiener Neustadt – Sturm Graz   1:0 (0:0)
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Zuschauer: 2.550  (Schnitt bisher: 2.816  ; -2.2% gegenüber Vorsaison)
Wiener Neustadt wehrt sich tatsächlich mit allen verfügbaren Kräften dagegen, die Vorabeinstufung, die sie als klares Schlusslicht ausmachen wollte, ad absurdum zu führen. Nach sind sie punktgleich und noch sind sie nach Toren vor den Innsbruckern und man täte den Teufel, ihnen dafür ein „unverdient“ aufdrücken zu wollen. Sie waren so gut wie sie gepunktet haben und die Chance ist weiterhin da, aus eigener Kraft die Klasse zu halten. Alle Achtung!
 
Ihnen gegenüber steht ein Sturm Graz, welches gerade die diresten aller straits (they were in dire straits) durchkreuzt hat aber nun wirklich wieder in ruhigere Fahrwasser eingebogen zu sein scheint. Zwei Siege, von denen der erste zwar nur glücklich, dafür hart erkämpft war, aber doch die davon erzielte Ruhe gewirkt hat, die Leistung zuletzt wieder ganz stark an viele der guten Auftritte in der Hinrunde erinnerte.
 
So kann man sich einfach nur raushalten bei dieser Partie. Ganz minimal aber die Neigung, dass es für Sturm schwer wird, einen Auswärtssieg zu holen.
 
Teamnews:
Wiener Neustadt kann nicht einsetzen Christoph Martschinko (19, LV, 17/0/1), Stefan Rachwitz (22, RM, 22/2/4) und Dominik Hofbauer (22, LM, 17/0/3) alle drei wegen Gelbsperre.
Sturm hat keine Ausfälle.
 
Man kann ja die Geschichte auch mal abkürzen: Sturm die klar bessere Mannschaft, mit etlichen guten Torchancen, das Tor aber erzielten die Wiener Neustädter. Mit eines der am wenigsten verdienten Ergebnisse in der gesamten Saison. Die Heimmannschaft hatte außer dem erzielten Treffer aus einem direkt verwandelten Freistoß nur noch eine weitere Chance — und diese in der Nachspielzeit gegen eine völlig entblößte Abwehr. Sturm hatte aber DANACH noch etwa drei Ausgleichsmöglichkeiten, unter anderem einen Lattentreffer. Nein, mehr Glück geht kaum. Sturm also völlig in Ordnung und ein heißer Tipp für die nächste Partie.
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SV Ried – Rapid Wien   3:2 (2:1) 
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Zuschauer: 6.500   (Schnitt bisher:  4.259 ; -13.4% gegenüber Vorsaison)
Hier weiß man nun wirklich nicht, wo die Teams aktuell hingehören. Rapid nun bereits 7 Spiele ohne Sieg — eine Serie, die vermutlich in der Historie ihresgleichen sucht, vielleicht vergeblich. Aber andererseits hat auch Ried nun bereits 6 Spiele nicht gewonnen, wobei man durchaus ab und an sehr starke Aufritte gesehen hat. Das 2:2 in Salzburg klingt nach einem Riesenerfolg und ist es natürlich auch, falls man nur das Ergebnis in Betracht zieht. Andererseits waren sie gerade in der Partie überhaupt nicht gut und hatten nichts als Glück, welches man sich, nach hiesiger Ansicht, weder erarbeiten noch verdienen kann. Es fliegt einem zu — und ist genauso blitzschnell auch wieder verflogen ohne, dass man je Anhaltspunkte dafür ausmachen konnte, woran es sich orientiert. Denn: genauso gut und ohne erkennbaren Grund kann es auch irgendwo längere Zeit sesshaft werden.
 
So kann man diese Partie nur als absolute Wundertüte erachten mit dieser minimalen und eigentlich feigen Einschätzung, welcher man jedoch keine andere, bessere gegenüber stellen kann: eine total offene Partie.
 
Teamnews:
Ried muss Robert Zulj (21, OM, 25/7/4) und René Gartler (weiterhin) ersetzen, die beide sehr wichtig sind (Zulj mit Gelbsperre).
Rapid weiter ohne Branko Boskovic, der im Winter kam und nur drei Mal spielen konnte (ZM), sowie Kapitän Steffen Hofmann, der eindeutig der wichtigste Mann dort ist.
 
So neutralisieren sich diese Teamnews ziemlich exakt.
 
Die wichtigste Nachricht vorweg: René Gartler, Ex-Rapidler, konnte doch fit bekommen werden für die Partie und hat gleich getroffen. Wenn man das gewusst hätte, hätte man klarerweise 10 von 10 auf die Heimelf gesetzt 🙂
René Gartler aber tatsächlich an allen drei Toren beteiligt. Das erste clever selbst erzielt, das zweite wunderschön per Hacken aufgelegt, nach einem Abschlagsfehler von Torwart Königshöfer, dem der Ball verspringt, und auch das dritte per Ferserl im Strafraum indirekt vorbereitet, als er den Flankengeber so in Szene setzt.
Ja, mit René Gartler sahen sie also nicht nur erneut sehr gut aus, sondern hatten auch vor dem Tor die nötige Coolness, drei Mal erfolgreich abzuschließen. Auch Rapid durchgehend in der Partie, mit eigenen guten Chancen und zwei Treffern, letztendlich reflektiert aber das Ergebnis sehr gut die Verhältnisse. Ried in dieser Form auch ein Kandidat und Rapid nicht wirklich schwach, aber müsste doch irgendwie mal zeigen, gegenüber den Konkurrenten doch noch die Nase vorn zu haben. So wird es auf jeden Fall extrem eng für sie, was Europa angeht.
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Austria Wien – Red Bull Salzburg    1:1 (1:0)
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Zuschauer: 11.500   (Schnitt bisher: 8.866  ; +7.8% gegenüber Vorsaison)
Hier sieht es ganz ähnlich aus: aus der Erfahrung vergleichbarer Spiele kann man es nur so sagen  (und zugleich den Computer in die Ecke schmeißen): die Partie dürfte total offen sein. Salzburg ist (an dieser Stelle ihnen mehrfach attestiert) die bessere, die beste Mannschaft der Liga. Wobei gerade hier in der letzten Woche im Rückblick erwähnt wurde, dass die Austria mit dem letzten Spiel gezeigt hat, dass es ungerecht wäre, sie hinten an zu stellen. Dennoch: Salzburg sollte die Nase, wenn auch nur ganz leicht aber auch aufgrund der letzten Jahre, vorne haben. Wenn dies so ist, dann wissen sie genau, was sie in diesem Spiel zu tun haben. Auch der Schiedsrichter wird übrigens mit Argusaugen beobachtet werden — da nämlich die ganze Nation zuschaut — und der Heimvorteil könnte sich zumindest auf diese Art (mit leicht günstigeren Pfiffen; sicher ein Teil des noch immer international deutlich zu beobachtenden Wertes) schwerlich einschleichen, wie er es vielleicht doch bei kleineren Spielen tut. 
 
Zusätzlich: die Austria ist Heimteam und eigentlich als solches verpflichtet, das Spiel zu machen. Falls sie sich darauf einließen (was hier ernsthaft in Zweifel gezogen wird), dann würde dies sogar den Salzburger Absichten entgegen kommen. Falls sie es jedoch nicht tun, so ist es dennoch und vielleicht genau deshalb auch eine ausgeglichene Partie.
 
Auch hier die gleiche Einschätzung, ohne es irgendwie in Zahlen oder Tipps zum Ausdruck bringen zu wollen: eine total offene Partie (und das sagt nur das Empfinden und die Erfahrung, keineswegs eben der eigentlich viel logischer arbeitende Computer).
 
Teamnews:
Austria vermeldet „alle Mann an Bord“
Salzburg ohne Ersatztormann Thomas Dähne (19), Franz Schiemer (27, IV, 23/4/4), ein ziemlich wichtiger Mann, Valentino Lazzaro (17, OM, 7/0/0), Kevin Kampl (22, RA, 13/1/2), und Sadio Mané (20, LA, 18/9/5), so dass man, angesichts dieser Teamnews sein eigenes Geschwätz gerne ignorieren würde:
Die Austria ist doch (klarer) Favorit hier. Es muss einfach sein (vor allem angesichts des Kampl Ausfalles): 3/10 auf die Austria.
 
Ein phantastisches Spitzenspiel, was alles hielt, was man sich von so einem Duell erwarten könnte. Weder Abtasten noch vorsichtiges Taktieren bei dauerhaftem leichten Schneefall auf dadurch natürlich etwas schwierigem Geläuf vor ausverkauftem Haus. Chancen zuhauf und natürlich harte Zweikämpfe, wilde Entschlossenheit beiderseits. Beide Teams mit genügend Chancen zum Sieg, wobei insgesamt die Austria doch etwas dichter dran war. Hut ab aber vor den Gästen, die sich selbst in Unterzahl nicht ergaben, sondern nach dem Ausgleich sogar auf den Sieg gingen.
Salzburg mit gutem Beginn, dann übernahmen die Hausherren und zeigten, dass sie nicht mit Würfeln Spitzenreiter geworden sind. Konstruktives, schnelles Spiel nach vorne, was zu Chancen führte, dabei zugleich den Gegner vom eigenen Tor fern halten — Spitzenfußball eben. In der 35. Minute eine eigentlich Spiel entscheidende Szene: Gewühl im Strafraum, der Torwart lässt den Ball aus, ein Verteidiger kann ebenfalls nicht klären und so kommt durch Zufall ein Austria Mann ganz frei vor dem leeren Tor an den Ball, wir aber beim Abschluss regelwidrig behindert: Rot und Elfmeter, das 1:0 und fortan über eine Halbzeit lang Unterzahlspiel.
Allerdings machte Salzburg nun ernst. Sicher boten sich Räume für die Austria, aber man erzwang selbst auch einige gute Torchancen.  Obwohl die Austria noch immer näher dran war, gelang der Ausgleich, ausgerechnet durch den beinahe schon etwas gescholtenen persönlichen Liebling Kevin Kampl, der eigentlich aber gar nicht spielfähig gewesen sein sollte (siehe Teamnews), dazu aus unmöglichem Winkel, dennoch ein Traumtor nach gelungenem, schnellen Angriff, bei welchem die Austria wirklich einen Moment unachtsam war (und man bedenke bitte, dass auch diese Worte mit Bedacht gewählt sind und keinesfalls eine typische Reporterfloskel darstellen: sie waren wirklich unachtsam).
Nach dem 1:1 die allerbeste Phase des Spiels: Salzburg wollte unter allen Umständen den Sieg erzwingen. Sie warfen wirklich alles nach vorne und kamen sogar zu weiteren guten Gelegenheiten, wobei es dabei blieb, dass jene der Austria stets etwas größer waren, sie aber auch darauf aus waren, eine zu nutzen, sprich also, mit vielen Spielern nachrückten, wenn sich die Gelegenheit bot. Es gelang kein Tor mehr, aber es war Dramatik pur, bei anhaltender dargebotener Klasse. Hut ab also wirklich vor beiden. Das war echte Werbung für den Fußball.
Die drei Einheiten verliert man unter derartigen Umständen gerne: die Teamnews falsch, und falls man von dem Einsatz von Kampl gewusst hätte, hätte man natürlich die Einschätzung des Passes nicht geändert :-), da aber die Austria wirklich näher dran war und so viel Klasse auf den Platz brachte, bereut man es so oder so nicht.
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