Rückblick Österreich „Heute für Morgen“ Liga, 25. Spieltag

in Kürze:

Grödig spielt zwei Mal, da es ein Nachholspiel am Freitag gibt und das Spiel der aktuellen Runde am Montag. Der Rest des Spieltages findet aber erst am Dienstag statt, was eigentlich unter der Woche wäre, dennoch sind die Spiele hier mit aufgenommen, da eben zu der Runde gehörig.
 
Gerade die eigenen Zeilen studierend fällt auf, dass der sich von der Argumentation her anbahnende Tipp auf den Sieg von Grödig in St.Pölten unterblieben ist. Hmmm, ein dummes Versäumnis, aber vielleicht hat es ja doch der eine oder andere auch so herausgehört, dass es einer werden sollte? Nun ja, abzurechnen ist er nicht. Dafür die +8 auf Grödig am Freitag, +2 auf BW Linz, die sich aber durch den Nicht-Sieg von Altach wieder eliminieren. So bleiben „nur“ die +8, aber auch das eine solide, gute Ausbeute, die aber mit dem zweiten Grödiger Sieg noch viel stattlicher ausgefallen wäre. Der Tipp auf Altach war zudem nicht schlecht, trotz des 0:3.
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SV Grödig – SV Horn    2:1 (1:0)
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Zuschauer: 750   (Schnitt bisher: 780; +0.4% gegenüber Vorsaison)
Horn hat sich wirklich mehr als ordentlich präsentiert, das möchte man gerne zugeben. Sie haben den Leader mit 5:0 geputzt — was wohl an jenem Abend jeder Mannschaft der Liga derart geglückt wäre, bei dieser Einstellung von Austria Lustenau –, dann ein 1:1 in St.Pölten geholt, wo man eher besser war und dann das Schlusslicht mit 2:0 heim geschickt. Alles gut und schön und aller Ehren wert.
 
Dennoch ist der ausgemachte Favorit auf den Aufstieg nun der SV Scholz Grödig. Sie haben bereits professionelle Strukturen — wie immer man sich das vorstellt im Schatten des direkt benachbarten Giganten der Roten Bullen aus Salzburg — und ein Team zusammengestellt, welches ganz sicher in der Lage ist, den Aufstieg zu packen, garniert mit einem Trainer, der erkennbar einen Plan hat (Adi Hütter) und zudem bereits Zukunftspläne, bei welchen es bereits gelungen ist, sich für die nächste Saison die Dienste des Sascha Boller zu sichern, der garantiert eine weitere Aufwertung bedeutet und mit welchem bereits ein Klassenerhalt im Oberhaus anvisiert wird?! 
 
So gut der SV Horn auch gewesen sein mag: eine Perspektive ist derzeit nicht für sie zu erkennen, abgesehen davon, dass der Gegner einfach zu stark ist für sie. 8/10 auf die 1.
 
Teamnews:
Grödig kann lediglich den Ersatzspieler Martin Harrer (20, MS, ohne Einsatz) nicht verwenden
Horn nur ohne Ersatztorwart Philip Petermann (noch ohne Einsatz)
 
Ein gelungener Tipp, aber ein extrem hart erkämpfter Sieg für Grödig. Der Boden sehr schlecht, so dass man die Ansprüche vielleicht nicht zu hoch schrauben sollte, aber doch haben die Gäste über weite Strecken so gut dagegen gehalten, dass man der Wette schwerlich ein „gut“, geschweige denn ein „sehr gut“ anheften kann. Gerade so ging es vielleicht, aber bei gewonnenen ist man vielleicht da etwas generöser. „Ja, es war nicht gut, aber die Kohle ist ja mein.“ Umgekehrt, falls man es verloren hätte, hätte man an dieser oder jener Stelle vielleicht gesagt „da hätte locker ein Tor fallen können und alles wäre ganz anders gekommen“ oder auch ein generelles „Pech gehabt, sie waren gut“ oder so etwas. Hier fielen die Tore zu günstigen Zeitpunkten — einmal kurz vor der Pause und einmal, als Horn das Kommando übernommen hatte, in der 60. Minute nämlich. Der Anschluss fiel erst in der Nachspielzeit, so dass es von daher nicht so knapp war, wie es sich anhört. Nach Chancen und Spielanteilen aber war es eng.
Horn hat jedenfalls alles dafür getan, den zuletzt erarbeiteten guten Ruf zu bestätigen, die Grödiger werden sich dennoch nicht aufhalten lassen.
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SKN St.Pölten – SV Grödig    1:2 (1:0)
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Zuschauer: 1.900   (Schnitt bisher: 3.198; +126.2% gegenüber Vorsaison)
Hier gilt so ziemlich das Gleiche wie für das Spiel zuvor. St.Pölten hat seit der Winterpause vielleicht insgesamt zwei gute Halbzeiten gespielt. Sie haben in der Pause das Zeichen gesetzt, ihren Starstürmer ziehen zu lassen und somit das Eingeständnis, den Aufstieg nicht ernsthaft ins Visier zu nehmen. Genau so haben sie auch gespielt fortan: „Wir wollen doch gar nicht aufsteigen. Das hat uns doch der Vorstand signalisiert.“
 
Über Grödig ist genug gesagt. Sie sind in Altach aufgetreten wie ein klarer Favorit, der genau weiß, was man tun muss, um so ein Spiel gewinnen zu können. Dass es letztendlich nicht gelungen ist und mit der letzten Aktion des Spiels gar das 0:1 kassiert wurde, war nichts weiter als Pech. Man hätte bereits da die Spitze gestürmt, nur dürfte es unter den gegebenen Umständen kaum mehr lange dauern, bis man sich dort festsetzt (vielleicht schon am Freitag?).
 
Teamnews:
St.Pölten spielt ohne Patrick Schagerl (20, LA, 2/0/0) und Robert Gruberbauer (24, MS, 19/3/2)
Grödig siehe oben
 
Der Sieg insgesamt verdient, wobei das Zustandekommen mal wieder äußerst kurios war. Grödig klar überlegen in Hälfte 1, schafft aber nicht das 1:0, sondern kassiert stattdessen das 0:1, bei einer der wenigen Gelegenheiten für die Hausherren (Größenordnung: 2:6).
Nach der Pause erzielt St.Pölten aber ein Tor zum 2:0, welchem die Anerkennung verweigert wird. Vor dem Direktschuss, der ins Tor einschlägt, soll ein Angreifer einen Verteidiger geschoben haben. Dieser fällt zwar theatralisch, aber doch war die Berührung nur ganz leicht und abgesehen davon hätte er ja den Schuss auch kaum blocken können. Er hat also den Schubser simuliert, um damit vielleicht die Torchance zu vereiteln. St.Pölten Trainer Martin Scherb war auch entsprechend angefressen nach der Partie, und hat sehr klug (da in die Richtung des Autoren gehend) argumentiert, mit dem Fazit, dass es ihm zwar leid täte für seine Mannschaft, da ihre Mühen nicht belohnt wurden und sie um ein klares Tor gebracht wurden, aber noch viel mehr täte es ihm leid um den Fußball. Genau das ist das Problem: es gäbe so viele schöne Torszenen und Tore, wenn man nicht permanent den Stürmern alle Rechte verweigern würde, die man umgekehrt den Abwehrspielern mehr als großzügig einräumt.
Dennoch bleibt das Fazit: Grödig gewinnt verdient. Sie sind eine absolut reife Mannschaft, die einzig den Aufstieg packen wird.
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Blau Weiß Linz – Austria Lustenau    3:0 (3:0)
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Zuschauer: 800   (Schnitt bisher: 1.417 ; -40.4% gegenüber Vorsaison)
Hier möchte man sich dringend heraushalten. Durch den Abstieg des FC aus Lustenau hat sich die Situation ohnehin für BW Linz entspannt, da man den Relegationsplatz sicher hat — und vermutlich weder etwas anderes erreichen kann noch überhaupt ernsthaft anstrebt. Bedeutet aber nicht, dass man nun aufhört, Fußball zu spielen, im Gegenteil könnte es dafür sorgen, dass man „ganz entspannt“ doch zu punkten anfängt.
 
Austria Lustenau wird die Kurve wohl schwerlich bekommen. Auch hier das falsche Signal an die Mannschaft: der Käptn geht zum Saisonende von Bord. Er wird wohl nicht mehr berücksichtigt werden aufgrund dessen, nur wird man insofern sich wohl auch damit abfinden (müssen), dass der lange Zeit so sicher scheinende Aufstiegszug ohne sie abfährt. Der Aufstieg war ohnehin erst für die nächste Saison „geplant“.
 
Das bedeutet in der Summe: nichts tun, heraushalten.
 
Teamnews:
BW Linz ohne Manuel Hartl (27, RM, 21/3/5) wegen Gelbsperre und noch immer ohne Winterneuzugang Michael Wojtanovicz
Austria Lustenau ohne Jürgen Kampel (32, DM, 20/5/3), der Rot gesperrt UND verletzt ist und ohne Jan Zwischenbrugger (22, OM, 17/7/5), sowie dürfte Sascha Boller (29, LM, 17/2/8) wohl nicht auflaufen  wegen seines Wechsels nach Grödig, so dass die Neigung eindeutig entsteht, dass Linz hier nicht verliert. Man schaue, wie viele Scorerpunkte NICHT auflaufen: es sind genau 30, bei bisher erzielten 49 Treffern. Also bitte doch: 2 von 10 auf 1/X.
 
Wenigstens konnte man sich zu den 2 von 10 durchringen. Denn: Austria Lustenau ist wirklich total von der Rolle. Boller nicht dabei, ohne ihn kam fast nix, obwohl mal, der Gerechtigkeit halber, doch erwähnen muss, dass die erste Chance an die Gäste ging — und einen Elfmeter hätte zur Folge haben sollen. Was dann wohl passiert wäre?
Stattdessen aber wurde es zu einer ziemlichen Einbahnstraße, vor allem, da die Austria sich defensiv so präsentierte wie beim 0:5 in Horn. Damals hat man erstmals eine Mannschaft wirklich verhöhnt an dieser Stelle, aber doch eine Wiederholung nicht ernsthaft für möglich gehalten. Es wiederholte sich aber. Diese riesigen Löcher, die weder mit Kampfkraft noch Körpereinsatz je zu schließen gedacht wurden, führten zu einem Torschussfestival, bei welchem der Keeper etliche Dinger noch von der Linie kratzte. Das 3:0 zur Pause natürlich ein total zufrieden stellendes Resultat, nur hätte es in der Tat noch höher stehen können.
Austria Lustenau genau so, wie man es eigentlich angekündigt hat: sie haben sich mit dem Nicht-Aufstieg bereits so ziemlich abgefunden. Falls je von Arbeitsverweigerung mit einer gewissen Berechtigung die Rede sein sollte, dann hier. Die Köpfe und die Beine wurden ordentlich baumeln gelassen.
BW Linz  sollte man natürlich nicht bewerten, jedoch ist klar, dass ein Sieg Selbstvertrauen zurück bringen kann und dass sie den Kampf auf den direkten Klassenerhalt damit wieder ernsthaft aufnehmen. 6 Punkte sind viel — aber vielleicht noch nicht zu viel.
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FC Lustenau – SV Kapfenberg    1:3 (1:3)
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Zuschauer: 500   (Schnitt bisher: 1.058 ; +8% gegenüber Vorsaison)
Die Partien des FC Lustenau werden fortan den gleichen Charakter haben wie jene der Alemannia aus Aachen in Liga 3. Man wird eh nichts machen (können). Sie sind abgestiegen aufgrund der finanziellen Schieflage — es ist wohl in erster Linie ein Transparenzproblem –, werden aber weiter spielen. Ob die Spiele am Wettmarkt überhaupt gehandelt werden, ist die eine Frage. Die andere die: möchte man überhaupt bei Spielen ohne besonderen sportlichen Wert verwickelt werden? Die Antwort darauf: so ziemlich klares Nein. Immerhin wäre es ja, der Alemannia gleich, möglich, dass sich der FC gut verkauft und einfach ganz ehrlichen und anständigen Fußball spielt. Für diese Partie heißt es aber auf jeden Fall erst einmal: Pass. Zumal man auf das Rückrundenteam überhaupt trifft: für die Gäste gab es nur Siege bisher.
 
Teamnews:
FC Lustenau ohne Ausfälle 
SV Kapfenberg ohne Lukas Graf (18, IV, 3/0/0) aufgrund einer Gelbsperre (wie geht das? Wohl über die Regionalligaeinsätze?!), René Pitter (23, RV, 3/0/0), und Sanel Kuljic (35, MS, 12/2/1)
 
Zu dieser Partie mal wieder eine wirklich kurze Geschichte, zumal der sportliche Wert ja nicht mehr gegeben ist (da FC Lustenau fix Absteiger). FC Lustenau begann auch hier gut — Parallelen zu Aachen –, erzielte das tolle 1:0, passte dann ein Mal hinten nicht auf, der durchgebrochene Stürmer wird leicht von hinten gerempelt, Rot und Elfmeter, 1:1, und danach umgekehrte Vorzeichen. Die Abwehr aber arg offen bei Heimmannschaft. Es hätte deutlich höher ausgehen müssen.
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First Vienna – SCR Altach    3:0 (2:0)
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Zuschauer: 700   (Schnitt bisher: 1.453 ; -34.2% gegenüber Vorsaison)
First Vienna macht es genau so wie eine Klasse höher der SC Wiener Neustadt: zum Absteiger Nummer 1 erklärt wehren sie sich nach Kräften — wobei die Vienna noch viel besser Aussichten hat, den Abstieg abzuwenden, da ja der FC Lustenau bereits abgestiegen ist und die Linzer einfach nicht recht punkten. Altach hat das Verfolgerduell gegen Grödig — mit viel Glück — gewonnen und könnte nun selbst ein wenig verträumt wieder Ausschau halten bei „nur“ 8 Punkten Rückstand (allerdings einer Partie mehr) auf die Austria aus Lustenau und 6 auf den soeben besiegten SV Grödig. Nur wird man wohl selbst gemerkt haben, dass es zum Klassenprimus ein deutlich spürbarer Abstand ist. Nun, träumen wird ja noch erlaubt sein und Siege geben Selbstvertrauen, welches sich vielleicht gegen einen viel weiter hinten anzusiedelndes Team bemerkbar machen könnte.
 
Insofern wäre man bereit, bescheidene 2 von 10 auf den Gästesieg zu investieren.
 
Teamnews: 
First Vienna fehlt nur Markus Pink (28, MS, 14/4/0), der aber ziemlich wichtig ist
Altach fehlen Aaron Kircher (21, LV, 2/0/0) und weiterhin Felipe Dorta (16, MS, 11/0/0), die demnach unbedeutend sind.
 
Es mag sich kurios anhören angesichts eines 0:3, aber dieser Wettvorschlag war nicht wirklich schlecht. Altach begann klar überlegen und kontrollierte die Partie vollständig, kam auch zu drei bis vier ordentlichen Chancen, hatte nach 37 Minuten erneut einen Eckball, nach welchem der Ball verloren geht. Marco Miesenböck schnappt sich die Kugel, rumkurvt mit viel Dusel und maximalen Tempo zwei bis drei Altacher, ist nicht aufzuhalten, hat aber das nötige Ballglück dabei, so dass die Kugel plötzlich ideal vor ihm liegt und er hämmert sie ins Netz. Das war das 1:0, komplett gegen den Spielverlauf, und zugleich der erste Torschuss der Vienna. Mit dem Pausenpfiff gibt es einen Freistoß gegen die wirklich leicht geschockten Altacher, der doch schon mehrfach wegen seiner harten Fernschüsse gelobte Ex-Teamspieler Andreas Dober hämmert den Ball aus 32 Metern unhaltbar rein. Mit dem 2:0, durch den 2. Torschuss, zur Pause war der Weg zurück zu weit.
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TSV Hartberg – SV Horn   ausgefallen
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