Vorschau 3. Liga Nachholspiele (23. März)

in Kürze:
Mal sehen, ob diese Spiele wenigstens mal ausgetragen werden können. Der Rückstand bereits gewaltig. Zugleich hat man halt auf vielen Spielplätzen die angekündigten schwierigen Bedingungen angetroffen. Ohne ganz klar die Folgen einstufen zu können (nennen wir sie generell so: Vorteil für technisch weniger gute Mannschaften, weniger Tore, Kämpfertruppen gefragt, typischer Abstiegskampf in den dafür zuständigen Partien, von Saisonphase und Spielbedingungen her), so empfindet man es irgendwie weiterhin so, dass man lieber nicht so viel vorhersagt.
 
Wobei gerade diese Diskussion nicht nur mit einem selbst vielfach ausgetragen wurde, sondern auch außerhalb, wenn es mal wieder hieß : „Da kann man doch nichts vorhersagen. In der Liga nicht.“ Alternativ: „… auf den Plätzen nicht.“ Denn: wenn man nichts vorhersagen kann, hieße es noch lange nicht, dass man schlecht tippen könnte. Im Gegenteil. Ein Mangel an Vorhersagbarkeit müsste sich zunächst ja in den Quoten widerspiegeln, auf Seiten des Anbieters. Falls also auch er merkt, dass nichts vorherzusagen ist, dann müssten sie stets lauten 2.60 — 2.60 — 2.60, nach dem Motto „hier kann alles passieren“, damit die Gleichwahrscheinlichkeit zum Ausdruck bringend. Da er aber derartige Quoten nicht anbieten dürfte (sondern eher, verteilt, je nach Tabelle oder Spielstärke, vielleicht einmal eine 1.70, einmal eine 2.0, irgendwo eine 5.0 und woanders vielleicht gar eine 1.30, mit einer Gegenquote von 7.00. Und dies wäre die Gelegenheit, zu wetten, sofern man von seiner eigenen Annahme (schwer vorhersehbar) überzeugt bleibt.
 
Andererseits: einem selbst assistiert ja ebenfalls ein Computerprogramm, welches die Quoten errechnet, anhand einer Grundeinschätzung und der Entwicklung aufgrund der Ergebnisse, die, auf vernünftige und erprobte und verifizierte Weise ausgewertet werden. Dieser errechnet ja die Quoten nach dem urgleichen Prinzip und kennt keine erschwerten Bedingungen auf dem Spielfeld. Was er höchstens erkennt (und darauf entsprechend reagiert) sind gute oder schlechte Ergebnisse. Wenn also die Außenseiter nun besser abschneiden als (von ihm, dem Computer oder dem Buchmacher), dann wird er ALS FOLGE die Quoten auf die Favoriten (etwas) hoch setzen. Aber einprogrammiert ist der Parameter „schwierige Bodenverhältnisse“ nicht. Ob es sinnvoll wäre? Eine von vielen spannenden Fragen. Eines ist aber sicher: im Frühjahr wird oftmals die Tabelle gehörig durcheinander gewirbelt.

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Wacker Burghausen – Alemannia Aachen   (Entfernung : 568 km)
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Die Alemannia ist beteiligt, also ein Pass, zumal das Spiel vermutlich auch gar nicht gehandelt werden dürfte am Wettmarkt. Dabei wäre dies nun wirklich die ideale Gelegenheit, Kohle zu machen. Die Alemannia mit einem grandiosen Auftritt in Münster, als sie bis zur 37. Minute in mindestens 3:0 hätten führen sollen. Trainer van Eck bleibt auch weiter so engagiert wie zu Saisonbeginn und scheint damit seine Spieler zu infizieren. Es war wirklich beeindruckender Fußball und alles andere als ein „hängen lassen“. Der Markt dürfte dies grundsätzlich nicht erkennen, sprich also die letzten Negativergebnisse dem Umstand zuschreiben, dass die Mannschaft a) arg personell gebeutelt ist und b) bereits abgestiegen ist (wobei dies bei Aufreiben eines echten Gönners noch abgewendet werden könnte; mit ein Grund, warum sie weiter spielen). Mit weiteren derartigen Auftritten müsste sich doch eigentlich einer finden lassen?
Burghausen hatte das eine großartige Spiel gegen den KSC (welches man unverdient mit 1:2 verlor), aber ansonsten bleibt doch alles trist. Da sich Mokhtari zuletzt auch so arg ereiferte (wer fragt eigentlich je, ob die Umstände, die dazu geführt haben, vielleicht berechtigt waren, also eine grobe Ungerechtigkeit vorlag, die einem den Kragen platzen ließ? Eine merkwürdige Welt…), dass er in einer einzelnen Szene mit Gelb, dann Gelb-Rot vom Platz flog, gibt es nicht einmal mehr diesen im nächsten Spiel, der einzig einen an diese Mannschaft glauben lassen könnte.
Ganz klarer Tipp: Aachen holt hier etwas. Einheiten egal.
Teamnews:
Burghausen ohne Ronald Schmidt (35, DM, 22/1/2), und wohl ohne Mokhtari, den wichtigsten Mann.
Aachen weiterhin mit der langen Liste der Ausfälle (zuletzt musste der Co-Trainer der 2. Mannschaft in die Innenverteidigung): TW Melka, Mario Erb, Tom Stehle, Aimen Demai, Florian Müller, Kristoffer Andersen, Sascha Rösler, wobei die auch zuvor schon fehlten — und die Leistung stimmte dennoch.
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Hansa Rostock – SV Darmstadt 98   (Entfernung : 526 km)
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Nein, dieser Rostocker Mannschaft würde man unter keinen Umständen das Vertrauen schenken. Die Pfiffe waren unüberhörbar, des weiterhin so treuen Publikums, und wenn die Fans pfeifen (die ins Stadion gekommenen kann man garantiert nicht als „verwöhnt“ bezeichnen), dann ist es das Aussage kräftigste Urteil. Da kann man sich meist die Ansicht der Bilder sparen. Die Mannschaft hat nichts zustande gebracht. So war es und nicht anders (beim 0:0 gegen VfB II, aber auch davor schon in Serie).
Darmstadt hat keineswegs berauscht, überragt oder begeistert. Nur hatte man ihnen vor dem hart erkämpften, erarbeiteten Sieg gegen Osnabrück (mit einigem Dusel) bescheinigt, den Abstiegskampf angenommen zu haben. Hier wird nicht mehr geträumt, hier wird Gras gefressen. Die Zuschauer haben das erkannt und gehen mit ihrer Mannschaft mit. Die Stimmung war — genau umgekehrt zu jener in Rostock) durchgehend positiv, die Fans feuern an, sofern sich auf dem Platz etwas tut. Die Leidenschaft war da, die Ansätze zu gutem Fußball auch, den man irgendwann, wenn man in solideren Regionen rumturnen würde, auch wieder an den Tag legen könnte.
Auf diese Art kann man hier nur prognostizieren, dass Darmstadt etwas holt. Die eine Einheit eher symbolisch, die man auf X oder 2 setzt, denn lange genug war man deftig gegen Darmstadt.
Teamnews:
Rostock ohne Stephan Gusche (23, IV, 8/0/0), und weiterhin Lartey und Jordanov (Beide OM, 26 und 19 Jahre alt).
Darmstadt kann aus dem Vollen schöpfen.
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SV Babelsberg – VfB Stuttgart II   (Entfernung : 491 km)
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So, wie der VfB zuletzt aufgetreten ist, würde man ihnen auch hier etwas zutrauen (sie waren beim 0:0 in Rostock näher dran). Nur bleibt es eben eine Wundertüte. Über Babelsberg hat man sich hier immer wieder die Finger wund geschrieben — mal in diese, mal in jene Richtung argumentierend –, und hat oft genug, so rum oder so rum, Enttäuschungen erlebt. Demnach ist es irgendwie eine Paarung zweier Wundertüten. So rät der Leser richtig: raushalten, passen, nichts tun, nichts orakeln. Siehe oben: „Da kann alles passieren.“
Teamnews:
Babelsberg hat auch alle Mann an Bord,
bei Stuttgart II fehlen Steffen Lang (19, RV, 12/0/0), Dominik Gallert (19, IV, ohne Einsatz), Marco Rapp (21, DM, ohne Einsatz), Timo Cecen (18, OM, 9/0/0), sowie angeblich Christop Hemlein (22, MS, 25/3/5), der aber in der letzten Partie dennoch spielte.
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Stuttgarter Kickers – Arminia Bielefeld   (Entfernung : 368 km)
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Tja, so ganz vollständig enttäuscht haben die Kickers nicht beim 0:2 gegen die anderen Kickers. Aber doch gehören sie einfach ganz nach unten, gerade in der jetzigen Verfassung, wo einfach die Verunsicherung um sich greift. Bielefeld hingegen recht souverän, nicht nur von den Ergebnissen her, sondern auch vom Auftreten her. Die letzten 3 Auswärtsspiele wurden gewonnen, was eindeutig für das Prädikat „Spitzenklasse“ spricht. Kein Grund zu erkennen, warum sie nicht auch hier voll punkten können sollten? (die Gegner zuvor keines geringeren Kalibers: Chemnitz, Babelsberg und Saarbrücken, Torverhältnis in den drei Spielen: 7:2; davor sogar noch das immer höher einzuschätzende 0:0 in Karlsruhe). Woher sollten sie ausgerechnet hier die Angst nehmen?
7 von 10 auf Bielefeld Sieg (Vorsicht: siehe Spielbedingungen; gerade in Stuttgarter Gazi-Stadion schlecht).
Teamnews:
bei Stuttgart fehlen weiterhin Royal-Dominique Fennel (23, IV) und Thorben Stadler (23, LV),
bei Bielefeld fallen aus Dennis Riemer (25, RV, 11/0/0), Tim Jerat (31, DM, 23/1/6), ein wichtiger Mann, Sebastian Hille (32, RM, 27/8/2), auch wichtig, aber sonst sind in dem 30.Mann Kader (Maximum der Liga) alle Mann fit, so dass es keine Änderung des Tipps gibt.

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Vorschau 3. Liga, Nachholspiele

in Kürze:
Nur zwei Nachholspiele stehen an, was man insofern nachvollziehen kann, als zwar viele Spiele rückständig sind, zugleich aber ziemlich sicher scheint, dass sich die Spielbedingungen bis Dienstag/Mittwoch nicht entscheidend verändern dürften — insofern beugt man neuerlich Absagen vor, erspart den Teams womöglich Reisekosten, weil auch eine spontane Absage denkbar wäre. Und: die beiden Paarungen geben einfach nichts her.

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SV Babelsberg – Hansa Rostock  (Entfernung : 230 km)
***Spiel ausgefallen***

Nein, unmöglich, in dieser Partie etwas vorherzusagen. Rostock enttäuscht fast maximal, aber Babelsberg, zumal in diesem gefühlten Derby, könnte man ebenfalls unter keinen Umständen nehmen. Wenn man es so ausdrücken dürfte: eigentlich vom Gefühl her eine völlig ausgeglichene Paarung. Falls es der Markt auch so sieht? Eine Favoritenstellung von Babelsberg kann man jedenfalls nicht erkennen, nein. Ein Spiel aus eigener Kraft bestimmen und gewinnen?

Ok, demnach lautet das Gefühl so: eher wird Rostock etwas mitnehmen. Aber ganz sicher wird es nur eine Neigung, kein Tipp.

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Borussia Dortmund II – Rot Weiß Erfurt  (Entfernung : 348 km)

Erfurt hat zuletzt wirklich gut gefallen beim 1:0 in Offenbach. Danach mussten sie aber wieder zuschauen, was jedoch für beide gilt. So müsste man eigentlich auch über dieses Spiel sagen „ausgeglichen“, nur kann man sich bei Dortmund eventuell schon vorstellen, dass sie eine Partie, rein spielerisch, dominieren können. Zugleich aber — hat sicher jeder gesehen — hat Bittencourt zuletzt in der Ersten ran dürfen. Fraglich also, ob er hier zur Verfügung steht? Da zugleich eine Zweite verwickelt ist und überhaupt die Zeiten nicht so gut für den vermeintlichen Experten hier stehen, kommt man auch hier zur zu dem Schluss, zu passen. Wobei eben die Neigung minimal Richtung Heimsieg geht. Sie können aufschließen und Erfurt heranholen, das letzte Heimspiel wurde auch gewonnen, aber, es bleibt auch hier nur bei einer ganz leichten Neigung.

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Rückblick 3. Bundesliga 30. Spieltag

in Kürze:
+4 auf Heidenheim, -2 auf Rostock, +3 auf Offenbach. Macht immerhin (nach der gewohnten Milchmädchenrechnung) ein Plus von 5 Einheiten. Selbst wenn aufgrund der Quoten etwas geringer, bleibt es garantiert bei einem Gewinn.
 
Die Neigungen so: Saarbrücken hat etwas geholt (mit viel Glück), Chemnitz nichts, so ist es hiervon der Bilanz her ausgeglichen.

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SV Wehen/Wiesbaden – Hallescher FC    ausgefallen

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SpVgg Unterhaching – 1.FC Saarbrücken    0:0
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Zuschauer : 1.100   (Schnitt bisher: 2.034 ; Vorsaison: 1.658)
Hier gäbe es zwar ganz hauchzarte Ansätze, nur (was genau dem obigen „Aber“ gleich kommt) hat ausgerechnet die Mannschaft, die man zu stützen geneigt wäre, zwar ein tolles Ergebnis eingefahren, nur hat sie als einzige nicht wirklich überzeugen können, so sehr man es ihnen zugetraut hatte. 3:0 gegen StuKi hört sich komfortabel an, nur hatte Gästetrainer Gerd Dais kein bisschen unrecht, als er nach der Partie meinte, dass dieses Ergebnis keineswegs die Stärkeverhältnisse auf dem Platz reflektierte, sondern dass die Partie eher ausgeglichen war.  Unterhaching hat unter der Woche mal wieder ein Pünktchen geholt (0:0 bei Stuttgart II) und auch davor in Dortmund beim 1:2 jeden Lügen gestraft, der von einem Mangel an Einstellung gefaselt hat (wer war das nur? Einmal kurz aufzeigen bitte!). So. Es bleibt bei der ganz hauchzarten Neigung, dass Saarbrücken etwas holen könnte.
 
Teamnews:
Unterhaching ohne Stammtorhüter Stefan Riederer, Roland Sternisko (unbedeutend), und Florian Bichler (auch unbedeutend)
Saarbrücken ohne Tim Kruse (30, DM, 22/2/2), wichtig, Ufuk Özbek (20, ZM, 15/2/0), Manuel Stiefler (24, RM, 14/0/3), und Langzeitverletzten Markus Hayer
 
Ein gutes Spiel, noch viel besser von der Heimmannschaft. Das 0:0 absolut nicht repräsentativ für die Vielzahl der Chancen, deren Löwenanteil an die Heimelf ging. Übrigens der Platz in Haching immer gut bespielbar, da aus Bundesligazeiten noch die Rasenheizung zur Verfügung steht.
Saarbrücken in beiden Hälften mit dem besseren Start, dann aber übernahm Unterhaching komplett, spielte richtig gut, und hätte eigentlich doch in Führung gehen müssen. Chancenverhältnis insgesamt vielleicht bei 11:5, woran man erkennt, dass es nichts mit einem „typischen 0:0“ zu tun hatte.
Zwei Mal half der Schiri: ein Tor erzielte Unterhaching, als einfach so die Fahne hoch ging. Das war ein perfekter „through ball“, wo man mit bloßem Auge sofort erkennt, dass es nie und nimmer Abseits sein kann. Die Spieler und Fans sind auch fassungslos, noch mehr die Verantwortlichen an der Seitenlinie (Haching ja mit einem Trainerduo). Sie beschimpfen den Mann wüst und raten eine Auswechslung an. Nach der Berechtigung der Beschimpfungen fragt niemand, das Verhalten soll einfach nur ungehörig sein. Aber bei diesem gigantischen Ausmaß des Torraubs?
Die zweite Szene ebenso typisch: ein Hachinger kommt im Strafraum frei zum Schuss. Beim Schuss wird er von hinten attackiert, und zwar erkennbar irregulär (der Gegenspieler hat ja aus seiner Position heraus nicht die geringste Chance, an den Ball zu kommen, der ja auf der abgewandten Seite des Angreifers heran rollt). Der Schuss geht trotz der Behinderung Richtung Tor, ja, mehr als das, er geht über den Keeper hinweg (wohl eher unbeabsichtigt, aufgrund der Behinderung), allerdings kommt ein Saarbrücker gerade noch rechtzeitig und köpft ihn von der Torlinie. Der Angreifer reklamiert natürlich das Foul, aber der Schiri, wie üblich, „doesnt look interested“. Hier ist seine Begründung ja klar, einfach und offensichtlich: „Was willst du denn nun noch, Junge. Du hast doch deine Chance gehabt? Und was für eine. Jetzt willst du noch eine? Nee, geh weiter.“ Ungerecht bleibt es. Denn: selbst wenn auf Vorteil entschieden — dieser wäre nur im Falle des Einschlages gegeben. So ist es mehr als offensichtlich, dass es kein Vorteil war.
Soll man also in Zukunft den Stürmern doch wieder raten, jede Berührung zum Fallen zu nutzen? Falls du nämlich so blöd bist, weiter zu spielen, kriegst du WEDER Tor NOCH Elfmeter. Wenn du fällst, gibt es immerhin eine kleine Chance. Hier muss man sagen, dass der Angreifer nicht mal Zeit hatte, nachzudenken, da er das Bein ja bereits zum Schuss aktiviert hatte.

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SV Babelsberg – Borussia Dortmund II   ausgefallen
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FC Chemnitz – Arminia Bielefeld    0:1 (0:0)
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Zuschauer : 4.750   (Schnitt bisher: 4.777 ; Vorsaison: Aufsteiger)
Wenn man also Chemnitz oft genug gesehen hat — und tatsächlich gibt es auf mdr immer sehr lange Zusammenfassungen –, dann muss man sie einfach mögen, rein vom Fußball her, der gespielt wird. Ein klein wenig Bedauern vielleicht, dass sie den Anschluss nach ganz oben verpasst haben aufgrund etlicher ziemlich ähnlicher verlaufener Spiele — bessere Mannschaft, guter, technisch feiner Fußball, mehr Chancen, kein Sieg –, aber das soll einen natürlich als objektiver Beobachter nicht weiter scheren.
 
Bielefeld hingegen ließ vielleicht ganz winzige Zweifel aufkommen an ihrem wahren Können, obwohl man häufig genug argumentiert hat, dass sie ganz nach vorne gehören. Vielleicht kann es „put it that way“ (so ausdrücken): von den fünf ganz vorne wird es für sie am schwersten?! Zuletzt beim 1:1 gegen Münster waren sie auf alle Fälle nicht sehr gut, aber es war ja auch ein Derby.
 
Gegen Chemnitz niemals, aufgrund der Erkenntnis, dass sie vielleicht in Wahrheit an die gleiche Position wie Bielefeld gehören, könnte man sich nur hinter sie stellen, es wird aber nur zur Neigung, und kein ausgewachsener Tipp. Der Grund: sicher, zugegeben, dass alle Mannschaften bewiesen haben, dass sie voll spielen. Aber für die winzigen letzten Prozente braucht man vielleicht doch das große Ziel vor Augen, und das hat Chemnitz doch nicht mehr, bei 15 Punkten Rückstand. Neigung zur 1, das war es.
 
Teamnews:
Chemnitz weiterhin nur ohne Anton Makarenko,
Bielefeld ohne Tom Schütz (25, DM, 27/1/7), wichtig, Johannes Rahn (27, RM, 24/4/4), wichtig, Gelb-Rot.
 
Bielefeld gut aufgelegt, mit dem besseren Beginn, resultierend in vielleicht zwei guten Chancen. Als Chemnitz erstmals gefährlich nach vorne kommt, passiert das Übliche: der Stürmer wird gut angespielt, mit einem hohen, langen, Ball, der Abwehrspieler steht ungünstig, hilft in erster Instanz mit dem linken Arm nach (im Strafraum), um dem Ball eine andere Richtung zu geben. Als dies nicht hilft, fällt er, mehr oder weniger freiwillig, als letzte Rettungsmaßnahme. Er fiele dem Angreifer in den Weg, was ohnehin schon ein Vergehen wäre, nur geht er zur Sicherheit nun mit dem rechten Arm zum Ball, dabei vorgebend, im Sturz „versehentlich“ da ran gekommen zu sein.
Der Sturz: Vorsatz. Das erste Handspiel: Vorsatz. Das zweite Handspiel: Vorsatz. Alle drei Vergehen hätten alleine für einen Strafstoß sorgen müssen, sofern man etwas von den Regeln hält und vor allem, sich vor Augen hält, wie streng man mit einem Stürmer, der sich, dem Verteidiger gleich, derartige Vorteile verschaffen wollte. Ihm gegenüber würde es heißen: Fall 1: Handspiel, Vorsatz, erkannt, Gelb. Fall 2: der Sturz. Vorsatz, Schwalbe: Gelb-Rot. Und Vergehen Nummer 3? Dafür gäbe es vermutlich nur noch vor dem DFB-Gericht eine  Strafe. In der aktuellen Partie reagierte der Schiedsrichter überhaupt nicht. Beeindruckend, zu sehen, wie sie mit stoischer Ruhe dastehen und — einfach gar nichts tun. Falls der reklamierende Angreifer — von denen es insgesamt drei gab — noch ein weiteres Wort verlieren würde, hätte er Gelb. Lächerlich. Und: es macht den Sport kaputt. Weil diese Abwehraktionen damit legalisiert wird. Übersetzt heißt es für die Abwehrspieler: alles ist erlaubt. Bevor dein Gegenspieler noch ein Tor erzielt?
Ändert nichts daran: Bielefeld war besser. Das hielt sich bis zur zweiten Hälfte, in der es allmählich größere Chancen für die Ostwestfalen gab. Kurios die Führung dennoch, da man sich verwundert, warum Chemnitz so weit aufgerückt war und urplötzlich so viel Platz war, dass das 1:0 kaum abzuwehren war. AM Ende zwar ein ganz leichtes Aufbäumen, aber es bleibt dabei, dass Bielefeld die bessere Mannschaft war und verdient gewonnen hat. Wenn es eine Erkenntnis gibt, dann die, dass Chemnitz keine Träume mehr hat.

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SV Darmstadt 98 – VfL Osnabrück    1:0 (0:0)
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Zuschauer : 4.800  (Schnitt bisher: 5.307 ; Vorsaison: 6.042)
Hier gibt es genau so viele „Abers“ wie bei allen Partien zuvor. Darmstadt hat den Abstiegskampf angenommen und sich entsprechend verhalten. Es gibt nur dieses eine Ziel und nichts anderes zählt, was auch die Fans akzeptieren (und keine weitere Selbstzerfleischung stattfindet, soll das heißen). Das letzte Ergebnis war genau das, was man brauchte, um die Zuschauer auch für das nächste Spiel in Bewegung zu setzen: 2:0 auswärts, bei Stuttgart II. So kann es gehen. Man steh punktgleich mit Dortmund ganz hinten, aber nur 3 Punkte davor liegen gleich drei Teams, die man alle ganz schnell schnappen könnte (Babelsberg, Aachen und StuKi).
 
Osnabrück auf der anderen Seite hat zu Hause 2:2 gespielt gegen ein überlegenes Chemnitz, allerdings war man auch früh dezimiert. Der Punkt war gut für die Moral, aber ausgespielt wurde man dennoch im Grunde. Davor gab es ein 1:3 in Münster. Sicher kann das passieren, aber der Trend ist halt nicht positiv. 
 
Was also könnte man hier tippen? Selbst wenn man fortgesetzt gegen Darmstadt gespielt hat — mit einigem Recht und Erfolg –, so ist dies hier nicht die günstigste Partie, um das fortzusetzen. Es würde andererseits natürlich nie reichen, sie zu übernehmen. Also bleibt: Pass.
 
Teamnews:
Darmstadt ohne Benjamin Gorka (28, IV, 17/1/0) nach Rot
Osnabrück ohne Martin Hudec (30, IV, 14/1/0), Niels Hansen (29, DM, noch ohne Einsatz), Massimilian Porcello, Langzeitverletzter, ohne Einsatz
 
Osnabrück trotz der Verletzungssorgen das insgesamt bessere Team mit den besseren Chancen. Wie erwähnt hat aber Darmstadt den Abstiegskampf angenommen und tut halt, was man als Abstiegsanwärter halt so tun muss. Kämpferisch dagegen halten, nach Möglichkeit die anerkannten spielerisch geringeren Möglichkeiten damit kaschieren und, wenn es geht, das Publikum mit diesem Kampfgeist infizieren und sie somit zur Unterstützung anzuregen. All dies hat Darmstadt in dieser Partie getan.
Die Partie durchgehend mit dem gleichen Verlauf: Osnabrück versucht, spielerisch durchzukommen — was auch oft genug gelingt — der Gegner hält dagegen, verteidigt, wenn es sein muss, mit Mann und Maus, vergisst aber nie, wo das gegnerische Tor steht. Dann das 1:0 für die Gastgeber in der 55. — mit wilder Entschlossenheit im Vorwärtsgang im Konterspiel, aber im Abschluss mit der nötigen Präzision und Abgebrühtheit. So kann man ein Tor erzielen. Nur gab es direkt vor dem Konter, nach einer gegnerischen Ecke, eines dieser typischen und so selten geahndeten Handspiele: der Flankenball wird auf dem Weg zu einem Angreifer von einem Abwehrspieler klar mit dem verbreiterten Körper mit der Hand berührt. Selbst wenn es unabsichtlich gewesen wäre — was bei der Länge der Distanz in diesem Falle nicht so war –, so wäre es allein deshalb ahndenswert, weil es so offensichtlich die gegnerische Chance unterbindet. Warum wird danach nicht gefragt?
Nach dem 1:0 ändert sich wenig am Verlauf. Aber Darmstadt hat sich nach Kräften zur Wehr gesetzt.

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Rot Weiß Erfurt – Karlsruher SC    ausgefallen

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1.FC Heidenheim – Wacker Burghausen    2:1 (1:1)  
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Zuschauer : 7.300  (Schnitt bisher: 7.747 ; Vorsaison: 6.732)
Tja, auch hier wäre es ein einfacher Tipp, wenn es da nicht dieses gigantische „Aber“ gäbe. Denn: Burghausen hat vielleicht ausgerechnet in der letzten Partie die beste Saisonleistung geboten. Sie habe zwar verloren mit 1:2 gegen den KSC, aber sie hatten sie wirklich an der Reling („they got them reeling“; eher aus der Boxersprache, dass der KSC taumelte) und hätten den Punkt verdient gehabt. Vor allem Mokhtari erinnerte einen mal wieder daran, warum man in der Hinserie so häufig Werbung PRO Burghausen gemacht hatte.
 
Heidenheim dagegen hat das mühevolle 2:2 gegen Wehen geholt, in den Schlussminuten, als Trainer Schmidt schon beim 0:1 und in der 70. die Abwehr so gut wie ganz aufgelöst hatte und man eher längst das 0:3 hätte kassieren sollen. Das Comeback war natürlich großartig und sprach schon für die Moral und ohnehin würde man Heidenheim mit am wenigsten die Freundschaft kündigen.
 
Also auch hier: vorsichtige 4 von 10 auf die 1.
 
Teamnews:
Heidenheim ohne Andreas Spann, noch ohne Einsatz,
Burghausen ohne Ronald Schmidt (35, DM, 22/1/2)

*** Bei Heidenheim ist zudem der nicht nur hier viel gelobte Schnatterer gelbgesperrt. Damit wären die 4 von 10 wohl in der Tasche geblieben oder eine Kompromißeinheit draus geworden.***

 
Heidenheim war, auch ohne Schnatterer, die bessere Mannschaft. Die erste Hälfte eine klare Überlegenheit für Heidenheim, mit einem deutlichen Chancenplus, aber nur 1:1. Der Ausgleich übrigens wieder durch ein tolles Tor des in der Vorschau wieder einmal gelobten Youssef Mokhtari.
In der 2. Halbzeit blieb es zwar bis zum Schluss spannend, aber nur, weil Heidenheim die klarsten Kontergelegenheiten (vier mal Eins gegen Eins mit dem Keeper) nicht nutzte. Sie begannen die Hälfte mit einer Druckphase, einigen Chancen, und dem verdienten Führungstor (55.). Noch etwas später erhielt ebenjener Mokhtari in einer Szene Gelb-Rot: er beschwerte sich, kassierte Gelb, hörte nicht auf zu Meckern — und sah die nächste Gelbe. Danach die Vorteile für Heidenheim, ohne besondere Bedeutung aber, Burghausen kämpfte dennoch um den Ausgleich — bei sich auflösender Abwehr.
Starke Leistung von Heidenheim mit einem zu knappen Sieg, die sicher weiter marschieren werden, Burghausen konnte die ansprechende Form von letzter Woche gegen den KSC (allerdings dies Spiel daheim gegen den Leader, was doppelte Motivation ist) nicht konservieren.

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Preußen Münster – Alemannia Aachen    4:1 (1:0)
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Zuschauer :  8.089   (Schnitt bisher: 8.154 ; Vorsaison: 7.031)
Glücklicherweise gibt es eine Paarung, wo man, mit oder ohne viele Worte, passt. Es ist diese hier, da die Alemannia beteiligt ist. Bewundernswert dennoch, wie gut sie immer wieder auftreten, mehr als unglücklich, wie sie das Spiel gegen Babelsberg mit der letzten Aktion noch verloren. Münster aber gerade zu Hause mit kaum Schwachstellen (9–5–0), aber es bleibt ja so oder so beim Pass, und auch ohne Neigung.
 
Teamnews:
Münster ohne Dominik Schmidt (25, IV, 7/2/0), 
Aachen ohne Mario Erb (22, IV, 15/0/0), Thomas Stehle (32, IV, 10/0/0), Aimen Demai (30, DM, 2/0/0), Florian Müller (26, RM; 14/2/0), Sascha Rösler (35, HS, 7/1/1)
 
Riesenkompliment an die Alemannia: mit dem letzten Aufgebot spielten sie den Gegner total an die Wand. Fünf Riesenchancen sprangen heraus, bei denen einem mehr und mehr die Kinnlade herunterklappt, angesichts der Unfassbarkeit des Verpassens. Als nach 37 Minuten einer der Besten, Kefkir, nach einem Zweikampf im Mittelfeld, aus dem der Gegenspieler das Maximum macht mit lautem Aufschrei, mit Gelb-Rot vom Platz muss, geht es natürlich anders herum. Da sie sogar nach dem 0:2 noch einmal zurückkamen und sich mit dem 1:2 herankämpften und dem Gegner Probleme bereiteten, muss man nur den Hut ziehen und ein klein wenig bedauern, dass sie nicht belohnt wurden. So gab der Torhüter der Münsteraner nach der Partie auch das herrlich ehrliche Interview, eingestehend, dass ihnen so etwas eigentlich nicht passieren sollte. Vom Sieg war keine Rede. Zum Feiern war auch Niemandem zumute.

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Hansa Rostock – VfB Stuttgart II    0:0
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Zuschauer : 7.300   (Schnitt bisher: 9.229 ; Vorsaison: Absteiger)
Was sollte man nun noch über Rostock sagen? In der frühen Saisonphase stellte man sich meist gegen sie, weil der Markt, wie gewohnt, einen Absteiger überschätzt. Die Ambitionen mögen groß sein, aber meist sind entscheidende Säulen der Mannschaft des Vorjahres weg, zudem aber wundert sich jeder gebliebene, vermeintlich gestanden Zweitligaspieler, dass ja in der dritten eigentlich kein bisschen schlechter gespielt wird? Jedenfalls kann er seine Überlegenheit, falls er denn über eine verfügt, nur dann ausspielen, wenn er mit 100% herangeht. Und das ist oftmals das Problem. Man glaubt, nun kommen einfachere Partien — und täuscht sich nur aufgrund dessen, dass man sie für leichter hält und mit weniger als 100% auskommen möchte. Bis man sich daran gewöhnt hat, ist man eh nur ein Drittligaspieler und der Aufstiegszug, auf den die Fans einen so gerne aufspringen sähen und deshalb ein klein bisschen weniger geduldig sind ist längst ohne einen abgefahren. Eh man sich’s versieht ist man gar im Abstiegskampf verwickelt.
 
All dies liegt bei Rostock eine Weile zurück. Der erste Trainer ist eh längst verschlissen, das auch eine der Folgen, und dabei, wie so gut wie jeder andere, ist es so sinnlos, der Abstiegskampf längst ausgerufen, auch die Fans wieder auf Normalmaß geschrumpft, was die Ansprüche angeht, sogar nachgerüstet hat man ganz ordentlich, und so schlecht ist man ja nun doch wieder nicht, aber was passiert nun? Nun gehen die Partien dennoch in Serie verloren. Einfach so, ohne besonderen Grund, denn an der Leistung lag es oftmals nicht.
 
Tja, also wenige Worte waren das nicht. Zugleich hat man sie in der letzten Phase ein wenig gestützt und nicht den geringsten Lohn dafür erhalten. Soll man nun weiter auf sie? Oder doch wieder gegen sie?
 
Stuttgart spielt so, wie man es oftmals über sie gesagt hat: sie können Fußball spielen, die Betonung auf spielen, sie sammeln regelmäßig hier oder da ihre Punkte, steigen nicht ab und können nicht rauf. Sie nutzen die Auftritte hier eh als Sprungbrett und es gibt wenig Identifikation. Vielleicht mit dem Verein, aber weniger mit dieser Mannschaft. Also bleiben sie eine Wundertüte.
 
Ok, das orakelnde Pendel hat ausgeschlagen: Richtung Rostock. Eine ganz bescheidene 2/10 auf die 1.
 
Teamnews:
Rostock ohne Stephan Gusche (23, IV, 8/0/0), Lartey, mit nur einem Spiel, Jordanov (11/1/3), die alle schon vorher out waren,
Stuttgart II ohne Steffen Lang (19, RV, 12/0/0), Dominik Gallert (19, RV, ohne Einsatz), Marco Rapp (21, DM, ohne Einsatz), Timo Cecen (19, OM, 9/0/0), Christoph Hemlein (22, MS, 24/3/5)
 
Stuttgart, die Wundertüte, diesmal wieder mit einer sehr guten Leistung. Defensiv gut organisiert, und nach vorne stets gefährlich. Die Zuschauer in Rostock haben ihr Team zwar nicht aufgegeben —  gegen einen unattraktiven Gegner, im Negativlauf, und bei winterlichen Bedingungen ist das eine mehr als bemerkenswerte Zahl — , waren aber gegen Ende nahe dran, wie die Pfiffe bestätigten. Sicher, man spielt so gut wie es der Gegner zulässt, aber doch kann man nur von Rostock enttäuscht sein. Vorteile insgesamt für die Gäste, viele Chancen gab es nicht, aber auch da ein Plus für Stuttgart.

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Stuttgarter Kickers – Kickers Offenbach    0:2 (0:1)
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Zuschauer :  3.500   (Schnitt bisher: 3.897 ; Vorsaison: Aufsteiger)
Hier würde man am liebsten auch gleich aufschreien „ideal“, nur kommen einem die „Abers“ in den Sinn. Das größte hier: StuKi war ok beim 0:3 in Saarbrücken. Das zweite dies: Offenbach hat doch eher enttäuscht beim 0:1 gegen Erfurt, wobei das auch an einem starken Erfurt lag. Dennoch: die Einheiten sind in den Wind geschrieben und ermutigen tut einen das nicht, würde es nur, falls die Leistung ganz laut nach „Sieg“ geschrieen hätte. Hat sie aber nicht.
 
So bleibt es bei fast genau so bescheidenen 3 Einheiten auf X/2.
 
Teamnews:
StuKi ohne Royal-Dominique Fennell (23, IV, 12/2/0), Thorben Stadler (23, LV, 15/0/2), 
Offenbach ohne Markus Husterer (29, IV, 19/3/2), Christopher Lamprecht (27, RV, ohne Einsatz)
 
Das kann man schon als echten Abstiegskampf bezeichnen. Dazu der schwer bespielbare Boden. Die Hausherren versuchen natürlich, das Kommando zu übernehmen, sind auch leicht überlegen, kommen aber nur nach Standards zu gefährlichen Aktionen (was ja ausreichen könnte), konnte die beste davon aus 3 Metern nicht nutzen, als der einfache Ball an der Latte landete. Stattdessen gehen die Gäste in Führung.
Die Verunsicherung wird größer, die Gäste kommen besser ins Spiel, und schaffen nach der Pause sogar das 2:0. Nicht wirklich verdient, aber so viel hatten sie auch nicht zugelassen. Ein paar weitere Chancen hier und da, aber kein Treffer mehr.
Insgesamt sehr ausgeglichen, könnte man sagen, mit dem günstigen Verlauf für die Gäste. Natürlich müsste man das Spiel noch einmal sehen, wenn die frühe Riesenchance genutzt wird, aber doch bleiben die Stuttgarter Kickers schwach, während Offenbach — natürlich auch mithilfe dieser 3 Punkte — locker drin bleiben sollte. Nun haben sie 6 Punkte mehr, während StuKi punktgleich mit den anderen Konkurrenten stehen (nur Dortmund, bei zwei Spielen weniger, mit 3 Punkten hintendran).
Allerdings gibt es Neuigkeiten: Offenbach wurden zwei Punkte abgezogen. Damit sind es nur 4 Punkte Vorsprung.
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Rückblick Schweiz Raiffeisen Superleague 24. Spieltag

in Kürze:
Der FCZ hat gewonnen — die Umstände direkt hiernach –, macht +7, die Young Boys gewinnen nicht, -5, und GC auch nicht, mit -2, macht unterm Strich ein ausgeglichenes Ergebnis. Die Neigungen ebenfalls neutral, da Lausanne nichts holte, dafür aber Basel gewann. Insgesamt lag man aber eigentlich ganz gut, denn zumindest GC hätte einen Sieg verdient gehabt, trat sehr stark auf.

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Servette Genf – FC Zürich   1:2 (0:0)
Zuschauer : 5.944  (Schnitt bisher: 7.095)
Wann immer man derzeit den Namen „FC Zürich“ in einer Ansetzung sieht, bekommt man im Prinzip leuchtende Augen. Nicht nur, dass man sie konstant tippen kann und möchte, nein, sie gewinnen auch ihre Spiele. So fällt der Tipp hier leicht, ungeachtet der Leistungen der Servettien: FCZ gewinnt. Sie werden nicht zu stoppen sein von einem weiterhin allgemein recht blassen Gegner und werden noch einen rasanten Sturm Richtung Europa vornehmen. Angesichts der Form und Ergebnisse der Konkurrenz (man schaue auf Sion und St.Gallen, das soll „Konkurrenz“ sein?). Es sind 7 Punkte, ok, hört sich viel an? Nicht, wenn man  pro Partie 2 bis 3 gut machen kann.
 
Man kann sich, nachdem die Kohle einmal raufgestellt ist, natürlich dennoch ein wenig mit der Situation des Gegners beschäftigen: sie haben in den letzten 8 Partien 9 Punkte geholt. Das ist ein so lala Ergebnis. Angesichts des Rückstandes wären andere Ergebnisse erforderlich. Auch sonst sind, nach der alten Formel, 1 Punkt pro Spiel bedeutet: Abstiegskampf, 9 Punkte in 8 nicht geeignet, sich vom Abstiegskampf zu entfernen, selbst wenn die Ergebnisse vorher nicht so schlimm gewesen wären wie bei ihnen. Nun kommt aber der gewichtigere Punkt: wen möchten sie denn einholen? Vor ihnen, in respektablem 5-Punkte-Abstand, steht der FC Luzern. Dieser hat zwar nicht begeistern können, aber doch erkennbar mehr Qualität und dürfte sich verabschieden können aus dem Abstiegsrennen. Das Remis im Kellerduell war zwar nicht der erhoffte Befreiungsschlag, aber er hat die Situation auch nicht verschlechtert (Luzern – Servette 1:1). Davor steht, weitere 3 Punkte mehr entfernt, der FC Thun, der unter der Woche gezeigt hat, dass man ebenfalls mit Abstieg absolut nichts am Hut hat. Also: man könnte schon resignieren in Genf. Wie soll das gehen?
 
7 von 10 auf den FCZ.
 
Teamnews:
Bei Servette fehlen Jerome Schneider (31, IV, 19/0/0), Gelbsperre, Vincent Rüfli (25, RV, 17/0/1) Gelbsperre, 
beim FCZ fallen aus André Goncalves (21, RV, 1/0/0), Rotsperre, Burim Kukeli (29, ZM, 12/0/1), Mario Gavranovic (23, MS, 21/5/4)
Gavranovic fehlte zuletzt auch schon und er wurde gut ersetzt durch Drmic (MS, 20/8/1), der die gleiche Anzahl von Scorerpunkten hat, bei einem Spiel weniger!
 
Der Tipp ging auf, die 7 units sind drin, das Zustandekommen fraglos glücklich. Nur war es höchstens der Zeitpunkt und die letzte Aktion, die es zu einem „glücklich“ machen.
Also: der FCZ trat so auf, wie man es von ihnen erwartet hat: stark, selbstbewusst, und allmählich drückender werdend, bis man endlich — erst in Hälfte 2, 63. Minute — völlig verdient in Führung ging. Das musste es doch eigentlich sein, wenn man gesehen hat, dass Servette nach vorne keine einzige echte Aktion hatte? In der 73. dann diese Szene: Angriff Servette, der Ball wird in den Strafraum gechipt, wo tatsächlich eine Reihe Angreifer wäre, an der Strafraumgrenze kommt ein Abwehrspieler mit dem Arm an den Ball und stoppt so den Flug in die Gefahrenzone. Die Entscheidung hier: Elfmeter.
Natürlich völlig berechtigt, sofern man dieser Darstellung hier vertraut. Was gäbe es da zu diskutieren? Nur ist genau dies der Anlass, es hier länger auszuführen: die Tatsache, dass der Gegner die ganze Zeit keine klare Aktion hatte, dass man endlich in Führung lag, sind mit entscheidende — obwohl garantiert allseits bestritten — Begleitumstände, die die Proteste noch verständlicher machen. Man ist entsetzt. Das alles nur all zu verständlich. Zugleich aber gilt auch, dass man, aus der Erfahrung heraus, dass man eigentlich so gut wie mit jedem Handspiel mittlerweile davon kommt, die Proteste verschärfen. Grundsätzlich möchte sich der Schiri auch nicht derartigen Attacken aussetzen. Das heißt: er zweifelt seine eigene Entscheidung mit an. Hier erkundigt er sich tatsächlich beim Assistenten, ob dieser konform ginge.
Nun gut, also: der Elfmeter vollkommen berechtigt, die Proteste, aufgrund der Referenzentscheidungen und der Vorgeschichte in der Partie, vielleicht nachvollziehbar, aber sie setzen das falsche Zeichen, so dass in Zukunft weiterhin zu wenige Elfmeter gegeben werden dürften. Dennoch war der Elfer gegeben und auch drin, das 1:1 gefallen (73.).
Mit dem letzten Angriff gelang dem FCZ dennoch der verdiente Siegtreffer (90.). Nur: der Schiri hatte tatsächlich ein schlechtes Gewissen. Denn: im letzten Angriff von Servette erzielten diese ein völlig reguläres Tor, was einfach so aberkannt wurde. Auch der angeblich behinderte Abwehrspieler (der gleiche, der zuvor das Handspiel begangen hatte und so energische protestiert hatte) gestand ein, dass der Gegner das reguläre 2:2 erzielt hatte.
Insofern also: äußerst glückliches Zustandekommen des Tipps, zugleich aber ein klar verdienter Sieger. Der FCZ ganz in Ordnung, von Servette kam nicht viel, aber es war auch schwer gegen den in Topfrom befindlichen Kontrahenten.
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FC St.Gallen – Lausanne Sports   3:1 (3:1)
Zuschauer : 10.725   (Schnitt bisher: 13.671)
Der FC Thun hat unter der Woche vorgemacht, wie man St.Gallen in deren Stadion den Schneid abkauft: Forechecking. Ob dazu allerdings Lausanne aufgelegt sein wird? Sie haben gepunktet, ja, sie sind in relativer Sicherheit, mit 9 Punkten Vorsprung vor Servette, aber sie haben die drei Punkt (1:0) in Sion nur mit reichlich Dusel eingefahren. Nein, sie gehören doch nicht zur Créme de lá Créme der Liga, selbst wenn Malonga unter Beweis stellt, dass er ein Ausnahmekönner ist.
 
Da auch der FC St.Gallen nicht beeindrucken konnte beim 0:0 gegen Thun unter der Woche und die Ergebnisse überhaupt ausbleiben, kann man sich in dieser Partie hier nur raushalten. Ein Pass.
 
Teamnews: 
St.Gallen ohne Philippe Montandon (30, IV, 21/1/0) Gelb-Rot, Stéphan Besle (29, IV, 12/0/0) Gelb-Rot, Dejan Janjatovic (21, ZM, 21/1/1), sowie Dzengis Cavusevic (25, MS, 13/4/2), was schon bedeutende Ausfälle sind.
Lausanne nur ohne Jocelyn Roux (26, MS, 17/1/2)
 
Also doch eine deutlich größere Neigung zu X/2?!
 
Nix mit X/2, nur St.Gallen, die den Gegner in der ersten halben Stunde förmlich überrennen. Neben den 3 Toren bis dahin gab es einen glasklaren, aber nicht gegebenen Elfmeter.
Dann allerdings kam Lausanne etwas auf. Das 1:3 noch vor der Pause ließ einen Funken Hoffnung für Hälfte 2. Tatsächlich kamen sie auch motiviert raus und drängten ein wenig auf den Anschluss. Als dieser nicht gelang, übernahm St.Gallen wieder, so dass der Sieg natürlich ganz klar berechtigt ist, am Ende noch höher hätte ausfallen können. Da aber auch Lausanne ein paar Szenen hatte, haben sie sich zumindest rehabilitiert.
St.Gallen regelrecht angezündet und mit dieser Stimmung, die die Fans verbreiten, fühlt es sich an wie eine echte Heimmacht. Hier spielten sie völlig unerschrocken nach vorne, nach dem Motte „wir haben nichts zu verlieren“ und genau diese Haltung ist es, die sie in der Hinrunde so stark machte. Nix Krise dort also, alles ok. Bei Lausanne stachen immer wieder die Beiden schon oftmals erwähnten heraus: Malonga und Moussilou. Mit ihnen im Team muss man sich jedenfalls keine Sorgen um Lausanne machen.
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FC Basel – FC Thun   1:0 (0:0)
Zuschauer : 25.440  (Schnitt bisher: 28.143)
So gerne man hier einfach nur ausrufen würde „Basel ist nicht aufzuhalten, eine klare 1“, man kann es doch nicht angesichts des beeindruckenden Auftritts des FC Thun am Mittwoch in St.Gallen. Das war gehobenes Liganiveau und sie werden sich die Freude nicht nehmen lassen, auch den Bebbi in die Suppe zu spucken — falls es dazu eine Gelegenheit gibt. Hier, vor dieser riesigen Kulisse als krasser Außenseiter möchte jeder Spieler, unabhängig von Saisonzielen oder Augenblicksverfassung, einfach gut aussehen, also dürfte es, so oder so, keinerlei Motivationsprobleme geben (dies nur angemerkt, weil man vielleicht derzeit keine Sorgen wegen eines möglichen Abstieges hätte).
 
Basel generell in einer super Verfassung, die längst an den Durchmarsch vor einem Jahr erinnert, als man ebenfalls im Herbst kein bisschen dominierte, aber ab Frühjahr praktische keine Punkte mehr abgab. Die Neigung bleibt, der Tipp entfällt, in Einheiten.
 
Teamnews: bei Basel fehlen Aleksandar Dragovic (22, IV, 20/2/0), Darko Jevtic, OM, erst ein Einsatz, David Degen (30, RA, 20/3/3) und weiterhin Raul Bobadilla.
Bei Thun fallen aus Enrico Schirinzi (28, LV, 21/3/2), Dennis Hediger (26, DM, 14/0/2), Renato Steffen (21, LM, 10/2/4).
 
Nun ja, man kann sich hier herrlich herauswinden, behauptend, dass man ja keinen echten Tipp abgegeben hat, aber die Schlampigkeit lässt sich wohl schwerlich kaschieren: natürlich hatte der FC Basel unter der Woche nicht nur ein sehr wichtiges Spiel, nein, auch ein sehr schwieriges Spiel, und zudem eine wirklich weite Reise. Sie haben die nächste Runde erreicht in der Euroleague, gegen einen ganz starken Gegner (Dnjepr Dnjepropetrowsk), sie haben das 2:0 aus dem Hinspiel verteidigt, nur 0:1 verloren, aber lange Zeit mit 10 Mann dagegen halten müssen, weiterhin, sozusagen on top of that, mussten sie auf der Rückfahrt 10 Stunden sinnlos am Flughafen rumlungern, da kein Flieger mehr ging. Das Ganze fand statt von Donnerstag Abend bis Freitag Mittag, und am Sonntag mussten sie bereits um 13:45 wieder antreten. Also: man hätte dringend vorab darauf eingehen müssen, dies die Schlampigkeit.
Der Kader ist natürlich recht breit und, wie man so schön sagt (aber auf die Topclubs zutreffend), sind alle Positionen (mindestens) doppelt besetzt, meist gleichwertig, so dass Murat Yakin logischerweise erneut kräftig durchmischte. Andererseits muss man doch einräumen, dass es einen Einfluss auf die Vorbereitung und auf die Partie hat, egal, wie gut die Spieler aus der zweiten Reihe sind. Fünf Positionen wurden neu besetzt, das ist schon eine ganze Menge.
Es waren aber weder etwas von Müdigkeit noch von einem sich ab und an schwierig gestaltenden Wechsel des Wettbewerbs zu spüren. Die Heimmannschaft von Anfang an klar überlegen, mit vielen guten Szene. Thun kam auch zu zwei, drei Gelegenheiten, was in etwa ihrem Vermögen entsprechen dürfte. Zwei klar, aber nicht gegebene Elfmeter für Basel veranlassen den Schiri, in der dritten, viel weniger klaren Szene, einen Elfer zu verhängen. Dieser wird allerdings von Alex Frei nicht verwertet.
Weitere Torchancen sind aber die Folge, und kurz vor Schluss endlich das 1:0. Ein total verdienter Sieg der Bebbi, die weiterhin zeigen, dass sie einfach die Besten sind. Da gibt es kein Vertun. Zumal ja hier eine durchgewechselte Formation auf dem Feld stand. Über Thun muss man nichts weiter sagen. Sie waren so gut, wie sie sind und hatten immerhin das Traumziel zum Greifen nahe.
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Young Boys Bern – FC Sion   0:0
Zuschauer : 15.173   (Schnitt bisher: 17.876)
Krisenteams im Duell. Da beide gar nicht so schlecht aussahen in den letzten Paarungen (YB beim 0:3 in Basel weit unter Wert geschlagen — falls man überhaupt hätte geschlagen werden müssen, Sion beim 0:1 gegen Lausanne mit einigem Pech), kann man sich hier schwerlich positionieren. Wenn nach einer Neigung gefragt, dann ist diese dennoch recht klar: YB macht es. Das Konzept von Constantin ist keines, also kann es auch nicht aufgehen. YB, trotz aller Sorgen, einer der ganz großen Clubs im Lande, kann diese Vormachtstellung in dieser Partie untermauern.
 
Das bedeutet: 5 von 10 auf die Heimmannschaft.
 
YB ohne Affolter (erst drei Einsätze, IV), weiterhin Christoph Spycher (34, LV, 9/1/0), Josh Simpson, auch langzeitverletzt, Samuel Afum (MS, drei Einsätze als Winterneuzugang, ohne Scorerpunkt), 
Sion ohne Aislan (25, IV, 12/0/0), Vullnet Basha (22, ZM, 14/0/3), nach Gelb-Rot.
 
Die ernste Krise war bei beiden Teams deutlich zu spüren. In der ersten Halbzeit waren sogar die Gäste das etwas aktivere Team. Da aber in Hälfte 2 YB ein bisschen aufdrehte, zudem einen Elfmeter bekam (und nicht verwertete) könnte man doch insgesamt sagen, dass YB, auch aufgrund der Überlegenheit in der als wichtiger erachteten Hälfte 2, etwas dichter dran waren. Spürbar war auch, dass sie Mühe hatten, mit dem von außen bestehenden Druck klar zu kommen. Die Euroleague ist fixe Vorgabe, aufgrund der finanziellen Krise, der Trainer in der Diskussion (warum eigentlich? Alles so sinnlos dumm), das kann die Beine schon mal lähmen. Und, wie gesagt, haben sie das doch im Verlaufe des Spiels ganz gut abschütteln können.
Sion geht es aber auch nicht viel besser und, wie man vorher meinte, vielleicht sogar umgekehrt. Dies war nicht der Fall. Die Mannschaft präsentierte sich auf dem Platz ordentlich. Constantin gab auch brav Interviews, in welchen er angab, bald einen neuen Trainer präsentieren zu können (Gattuso war ja nur Spielertrainer, und dies ohne Lizenz; im Spiel stand er aber auf dem Platz und sein Assistent an der Seitenlinie).
Also: von den Krisenclubs konnte keiner einen Schritt nach vorne machen. Positive Signale gab es nur in dem oben angeführten Rahmen zu erkennen.
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Grasshoppers Zürich – FC Luzern   0:0
Zuschauer :  8.100 (Schnitt bisher: 8.646)
Passt einfach nicht, diese Partie. GC hält die Spitzenposition, gut und schön. Aber glanzvoll ist es ganz selten. Mühevoll wird Punkt um Punkt erstritten und es steht zu fürchten, dass der lange Atem fehlt, angesichts des heißen, im Nacken verspürten, des als so übermächtig empfundenen Konkurrenten. Es sind nur noch 2 Punkte und der FCB steht bereit, „to take over“, da auch das Torverhältnis mit +22 gegenüber +11 bereits deutlich für die Bebbi spricht. Also: der kleinste Wackler in Form eines Unentschiedens könnte schon bedeuten, dass man bald nur noch auf die Rücklichter schauen kann. Ob das einer Klasseleistung förderlich ist?
Nun gut, Salatic war zurück und zeigte gleich, warum er so lange vermisst wurde. Er war der Leader im Team und machte sogar ein Tor beim 3:1 gegen St.Gallen. Aber es bleib mühevoll und St.Gallen ist ja nicht gerade in der Verfassung, Angst und Schrecken zu verbreiten.
 
Luzern hat aber auch nicht gerade berauscht mit dem 1:1 gegen Servette. Nun gut, man verteidigte die 5-Punkte-Führung, das war das Minimalziel. Aber doch fehlte einem die Begeisterung im Spiel. Die war allerdings davor gegeben, beispielsweise beim 0:0 gegen Thun, als man hätte gewinnen soll — was angesichts der jüngsten Leistung von Thun einen anderen Stellenwert bekommt.
 
Dennoch, alles nun gegeneinander abwägend und doch Salatic wieder in der Elf sehend, zugleich das nicht berauschende letzte Spiel des Gegners gepaart mit der Chance, doch die Spitzenposition zu verteidigen — was außer lähmend, aus Angst, für ein Team, welches eigentlich über Wert dasteht, auch motivierend wirken kann, den Favoriten ein Schnippchen zu schlagen, kann man sich vielleicht doch zu einem kleinen Tipp auf die 1 hinreißen lassen: 2 von 10 auf GC Sieg.
 
Teamnews:
GC muss doch wieder verzichten auf Salatic (27, DM, 19/2/0), der sich im letzten Spiel nach seinem Tor verletzte, aber sonst sind alle Mann an Bord.
Bei Luzern hat sich personell nichts verändert, das heißt, dass die gleichen Spieler fit sind wie zuletzt. Die 2 Einheiten riskiert man dennoch, aus Jux und Dollerei.
 
Sehr gutes Spiel von beiden Seiten. Luzern vollkommen gesund, von Anfang an im Spiel, aber GC erwies sich als einfach besser. Die ersten Szene für Luzern, dann übernahm GC, aber Luzern gab noch lange keine Ruhe. Bis zur Pause an reinen Chancen vielleicht ein Verhältnis von 5:3, was jedenfalls für die Gäste spricht.
In Hälfte 2 aber wurde die Überlegenheit noch drückender. Das war absolut Klasse, was GC da auf den Rasen brachte. Sie kamen immer wieder zu guten Gelegenheiten, konnten aber das entscheidende Tor nicht erzielen. Da kommt aber so viel aus dem Mittelfeld, da ist ganz viel Veranlagung zu erkennen, so macht Fußball einfach Spaß. Ständig nachrückende Spieler, die auch nicht nur den Mumm haben, aus der zweiten Reihe abzuziehen, sondern auch die Befähigung, das Tor zu treffen. Dass der Ball nicht rein ging war nichts als Pech, zumal vorne drin Neuzugang Anatole Ngamukol mehr und mehr zeigen kann, warum man ihn haben wollte. Er fackelt nicht lange, kann sich blitzschnell lösen vom Gegenspieler, aber hat auch stets ein Auge für den Mitspieler. Da könnte schon bald anderweitig jemand aufmerksam werden…
Obwohl GC mit diesem Remis die Tabellenführung abgegeben hat und man das Unvermeidliche meinetwegen selbst orakelt hat („Schweizer Meister wird nur der FCB, nur der FCB, nur der FCB…“), so muss man nach Ansicht dieser Bilder hier ehrlich sagen: zu gönnen wäre es irgendwie GC und ein echter Konkurrent sind sie auch.
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Rückblick Österreich tipp 3 Bundesliga 26. Spieltag

in Kürze:
5 weg auf Wolfsberg, 6 verloren mit Salzburg, und nur 3 wieder reingeholt mit der Austria. Macht ein miserables Ergebnis von -8. Wobei sowohl Salzburg als auch Wolfsberg recht nahe dran waren. Gegen Salzburg verwertete der Gegner zwei seiner drei Torchancen, wobei die Salzburger eine Vielzahl verpassten, und Wolfsberg kassierte das 1:1 erst in der vorletzten Minute. Also war doch eine ganze Menge Pech dabei.
Die Neigungen sind neutral: Admira hat man etwas zugetraut — sie haben etwas geholt, und Innsbruck traute man ebenfalls etwas zu, sie haben aber verloren.

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Rapid Wien – Admira/Wacker Mödling   1:1 (0:0)
Zuschauer: 10.900   (Schnitt bisher: 14.496  ; -11.4% gegenüber Vorsaison)
Beide Mannschaften in der identischen Krise: es gibt keine Siege mehr. Admira hat zwar den einen bei Sturm, aber direkt, als man nachsetzen wollte, daheim gegen Wolfsberg, und sogar ganz dicht herankam, setzte es schon wieder eine Niederlage. Bei Rapid sind es die empfindlichen Fans, die einen gegen sie votieren ließe. So war die Leistung über weite Strecken zwar ok beim 2:2 gegen Mattersburg, aber die Pfiffe wollten nicht aufhören.
 
Irgendwie traut man beiden etwas zu, etwas mehr vielleicht den Gästen, aber es reicht nicht für einen Tipp.
 
Rapid weiter ohne Brando Boskovic (Z32, ZM, 3/1/0, als Winterneuzugang)
Admira ohne René Seebacher (24, RM, 8/0/1), wegen Gelb-Rot, Thorsten Schick (22, RM, 15/4/2), Dominik Burusic (19, ohne Einsatz), Matus Mikus (21, MS, 2/0/0, Winterneuzugang).
Die Pfiffe im Hannapi wurden diesmal noch lauter. Die Krise wird schlimmer bei Rapid. Der gesamte Auftritt natürlich vom Unmut der Fans negativ beeinflusst. Eine weitere wichtige Szene: wenn man je Rapid haben wollte in dieser Saison, dann hing es stets mit dem Auftreten von Steffen Hofmann zusammen. Ebendieser hat sich in der 20. Minute in einem Zweikampf unglücklich verletzt. Falls also der Spielfluss gehemmt war, so kann man dies auch am Fehlen des Kapitäns festmachen.
Die Admira bestätigte aber im Grunde das über sie gefällte positive Urteil: sie haben Bundesliga Format. Das war auch gegen ein schwächendes Rapid unübersehbar. Es gab weitere Großchancen, auf beiden Seiten (bei Rapid übrigens ein weiterer nach hiesiger Ansicht Leistungsträger erst eingewechselt: Deni Aler). Er hatte die beste für die Hütteldorfer in der 81., welche der Torwart in unglaublicher Manier parierte. Wie erwähnt aber auch die Admira mit ähnlichen Riesen, so dass das 1:1 schon ein korrektes Resultat ist.
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Wolfsberger AC – SC Wiener Neustadt   1:1 (1:0)
Zuschauer:  3.500   (Schnitt bisher: 5.083  ; +89.5% als Aufsteiger gegenüber Vorsaison)
So gut wie Wolfsberg zuvor war, könnte man eigentlich nur sie nehmen. Aber gerade beim 1:0, einem Sieg, bei der Admira waren sie nicht ganz so gut. Die Wiener Neustädter ihrerseits kommen von dem starken 0:0 gegen den Spitzenreiter, im Heimspiel. Aber es war auf schwer bespielbaren Boden halt auch „nur“ ein 0:0, ohne eigenen Treffer, heißt das.
 
Da man davon ausgehen kann, dass die Wolfsberger die minimal Chance, oben noch anzurücken (8 Punkte auf ein absolut nicht souveränes Sturm Graz, bei einem Spiel mehr zu spielen), und vielleicht das Wunder „Europa“ angehen könnten, kann man sich nur zu einem Tipp auf die 1 hinreißen lassen.
 
5 von 10 auf Heimsieg.
 
Dieser Text vor dem Mittwochspiel (WAC – Mattersburg 1:0) abgefasst. Es gibt aber keine Änderung, logischerweise. Das Ergebnis spricht ja eher noch mehr für die Heimmannschaft.
 
Teamnews: 
Wolfsberg ohne Michele Polverino (28, DM, 21/0/2), Gelbsperre, Boris Hüttenbrenner (27, ZM, 6/0/0), ebenfalls Gelbsperre, 
Wiener Neustadt ohne Stammtorhüter Jörg Siebenhandl, Daniel Offenbacher (21, ZM, 24/1/1), Gelbsperre.
 
Kein besonders gutes Spiel, aber der Platz war auch nicht so einfach zu bespielen. Vielleicht sogar ein gewisser Nachteil, dass der WAC mit der ersten Aktion in Führung ging. Man hatte vielleicht vor, den Gegner unter Druck zu setzen und allmählich auf das Führungstor hin zu arbeiten, aber es gleich so, schon bei der ersten Aktion, einfach vorzufinden? Immerhin machten sie weiter Druck und kamen auch zu ein paar Chancen, aber das 2:0 gelang nicht. Dann wurden die Gäste allmählich etwas frecher und die Partie war über länger Phasen ausgeglichen, ohne besondere Chancen hier oder dort, je zwei vielleicht. In der Schlussphase versuchten es die Neustädter zwar, aber ließen dabei einige Kontergelegenheiten zu, wie es so üblich ist. Dennoch kamen sie, übrigens ebenfalls nach einer Ecke (wie das 1:0) in der 89. zum 1:1.
Beide nicht wirklich beeindruckend in diesem Spiel. WAC-Trainer Bjelica sprach vom beim Sieg gesicherten Klassenerhalt, während man sie an dieser Stelle hier ein wenig Richtung Europa loben wollte. Nein, sie sind schon ganz ordentlich gut, hier wäre ein Sieg locker drin gewesen, aber es schien schon ein wenig zu selbstverständlich. Wiener Neustadt tut alles, um die Klasse zu halten — und das machen sie so weit sehr gut.
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Red Bull Salzburg – SV Ried    2:2 (1:1)
Zuschauer: 5.870   (Schnitt bisher: 8.579; -12.9% gegenüber Vorsaison)
Ried ist vielleicht die Nummer 5, wir zuletzt mutig ausgesagt, wenn es da Wolfsberg nicht gäbe, hätte es aber heißen müssen. Nur so, by the way. Ried also mit viel kleineren Chancen auf Europa, da sie einen Punkt weniger als Wolfsberg haben, dazu kein Spiel mehr in der Hand. Also: davon wird man sicher nicht träumen. Nach hinten ist man sicher, während die Bullen, so etwa mit dem FC Basel gleich, die kleine Chance auf den Titel unter allen Umständen währen wollen. Sie sind die Besten, das darf man doch an dieser Stelle mal wieder ohne jegliche eigene Zweifel anmerken. Das 3:2 in den Schlussminuten erzwungen mag zwar vom Zeitpunkt her glücklich sein, aber man wollte es eben unbedingt zwingen. Aus diesem Holze sind die Sieger geschnitzt.
 
Hier werden sie sich nicht aufhalten lassen, zu gut das Team für diesen Gegner, der zuletzt, trotz durchaus hier oder da ansprechender Leistung, drei Mal in Folge völlig leer ausging.
 
6 von 10 auf die 1, die man auch ruhig auf den Handicap-Sieg platzieren kann.
 
Auch dieser Text vor dem Mittwochspiel (Admira – Salzburg 1:1) verfasst. Die Änderung ist die: der Weg wird noch weiter und schwerer für die Bullen, zur Austria aufzuschließen. Heißt aber dennoch nicht, dass sie es nicht versuchen würden. Also: minimale Änderung der Voraussetzungen: ja. Änderung des Tipps: Nein.
 
Teamnews:
Salzburg ohne Stefan Ilsanker (23, DM, 16/0/0), Valentino Lazaro (16, OM, 5/0/0),
Ried weiter ohne Topstürmer René Gartler
 
Da der Sieg ja nicht einmal kam, muss man sich keine Gedanken über eine Abrechnung machen, die man sich im Falle eines Ein-Tore-Sieges hätte machen müssen. „Gerne auch im Handicap“. Aber, mal ganz anders gefragt: wie war denn die Partie? Auch hier eine höchst eigene und in seiner Art doch einzigartige Geschichte einer Partie:
Salzburg von Anfang an drückend überlegen. Der Gegner stellt sich ohne Scham hinten rein. Klar, logisch, wie sollte man auch angreifen, wenn man den Ball erst gar nicht bekommt? So kommt es zu ein, zwei, drei Chancen für Salzburg — sozusagen „business as usual“. Usual oder nicht, das soll man bitte selbst entscheiden, aber: als sich ein einziges Mal eine Chancen zum Gegenangriff bietet, wird sie in jeder Hinsicht genutzt: einige Spieler gehen mit nach vorne, ein gewonnenes Offensivduell, eine Flanke auf den Punkt genau, ein Abschluss exakt ins Eck (22.). Perfekt, aber auch planbar, in irgendeiner Hinsicht zwangsläufig?
Nun steht es plötzlich 0:1. Im Grunde wartete man auf den Führungstreffer — und muss nun hinterherlaufen. Aber, wie tun es Spitzenmannschaften? Nur nicht hektisch werden. Wir wissen, was wir können, wir spielen den gleichen Stil weiter. Man könnte es ein wenig mit den Bayern vergleichen, aber eher in den Vorgängerjahren: der Gegner baut sich immer diesen Verteidigungswall auf, vor und um den eigenen Strafraum. Nun ist die Frage: schnell spielen, Risiko spielen oder auf die Chance lauern mit viel Ballbesitz und langem Quergeschiebe? Vielleicht, so also der winzige Vorwurf, etwas zu statisch, das Spiel der Bullen. Die Frage aber, die man als kritischer Beobachter und Schreiberling stellt lautet: gäbe es überhaupt irgendein Rezept, welches den Erfolg garantierte? Man befehligt also, als Versuch, als selbst engagierter Trainer, das Risikospiel. Garantien kann es ja nicht geben, so bliebe also nur die Frage, ob man damit die Prozente für das Gelingen erhöhen könnte? Eine theoretische Frage, beinahe ins philosophische übergehend. Denn: denkbar wäre, dass die Maßnahme eine Verringerung der Prozente mit sich bringt, aber es dennoch gelingt?! Eben: Philosophie.
Die Bullen schaffen mit ihrer Methode den Ausgleich, noch vor der Pause. Das eine Unglück hinten also locker ausgebügelt. Direkt danach weitere zwei Riesen auf die Führung, noch vor der Pause. Nun gut, sagt man sich, zwar kein Traumergebnis, aber noch genügend Zeit — und auch genügend erspielte Chancen in der 1. Hälfte, die einen optimistisch stimmen.
Hälfte 2: noch immer gelingt die Führung nicht mit dem Spielstil „geduldig“. Ja, es sollte schon irgendwann mal, aber, zurück zur Ausgangsfrage, wie könnte man es garantieren? Hier oder da eine Chance, so macht man es eben. Nur: der Gegner kommt urplötzlich und exakt analog zur ersten Hälfte erneut zu einer Chance. Falls man die erste im Gesamtbildnis noch als „perfekt“ bezeichnen durfte, so führt hier der Zufall Regie: der im Strafraum adressierte Spieler bekommt den Ball garnicht, stattdessen prallt der irgendwo ab — und fällt exakt einem Rieder auf den Fuß, und zwar auf seinen starken linken. Die Chancen ist optimal, der Ball wie eine perfekte Vorlage — nur eben zufällig — der Abschluss erneut mit dem Prädikat „perfekt“ zu versehen. Ein Schlenzer in die entlegene Torecke um den Keeper herum.
Ein neuerlicher Rückstand anstatt längst die Führung. Weiter geht’s, so ist der Fußball halt. Also geht es weiter im gleichen Stile, selbst wenn man eine gewisse Erhöhung der Bemühungen — eine willkommene, erzwungene, aufgrund der kürzer werdenden Restzeit — konstatieren darf. Vielleicht geht es sogar in etwas Wut über, die zwar generell kein so guter Ratgeber wäre, aber für den Gewaltschuss — bei aller anhaltenden Präzision — des Martin Hinteregger war sie es vielleicht doch, jedenfalls sitzt das Ding, exakt flach unten in der Ecke, mit Hilfe des Innenpfostens. Das 2:2 in der 81.
Nun sieht man die Chance, die Geduld, das immergleiche Anrennen und Bemühen, mit Ruhe und Besonnenheit vorgetragen, hat sich ausgezahlt. Nun kann es locker noch zu Sieg reichen. Der Gegner taumelt sicher auch, sah er doch kurz vorher noch die Chance auf einen eigenen Sieg und nun stattdessen die Felle davon schwimmen. Jedenfalls gibt es in der allerletzten Phase, von der 81. bis zum Abpfiff, noch immer genügend Gelegenheiten für einen Siegtreffer. Dass man auch eine Chance zulässt — damit bereits die 3. — kann, ja, muss man vielleicht sogar einkalkulieren, falls man je etwas Positives an der Dreipunkteregel suchen sollte.
Fazit: Salzburg war völlig ausreichend überlegen, um sämtliche Vorschläge auf dieses Spiel zu rechtfertigen. Zumal das Spiel nach einer Führung der Gastgeber eh einen völlig anderen Verlauf nehmen würde. Alles gesund also bei Salzburg, kein Vorwurf an Ried, höchstens an die Regelmacher, die es ermöglichen, dass man alle Mann auf die eigene Torlinie stellt — und damit Erfolg hat. „Fußball verhindern“ lautet DIESE Sportart. Dass es funktioniert, haben die Gäste gezeigt. Nur benötigten sie dazu den Beistand von Fortuna. Zwei Tore seitens Salzburg sind eine solide Ausbeute dagegen und hätte in mindestens 9 von 10 Fällen zum Sieg reichen sollen.
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Sturm Graz – Wacker Innsbruck   3:2 (1:0)
Zuschauer: 7.125  (Schnitt bisher:  11.363; +5% gegenüber Vorsaison)
Viel zu wackelig Sturm, als dass man sie haben wollte. Innsbruck hingegen mit reihenweise an sich guten Auftritten, auch das 2:3 gegen Salzburg alles andere als eine Schande. Sturm hat zwar den Sieg in Ried geholt, der vielleicht eine Woche Ruhe für Hyballa bedeuten könnte, aber gut waren sie dennoch nicht wirklich. Sicher kann ein Sieg auch mal das verloren gegangen Selbstvertrauen zurück verschaffen und eine gute Leistung nach sich ziehen.
 
Insofern bleibt hier nur das Pass, in einer Partie, in der man doch von der Tendenz her eher den Gästen etwas zutraut.
 
Teamnews:
Sturm ohne Florian Kainz (20, OM, 17/3/2), wichtig, Gelbsperre, Imre Sazbics (Stürmer, schon länger out), und ohne Richard Sukuta-Paso (22, MS, 10/2/1),
Innsbruck ohne Thomas Bergmann (23, RV, 21/1/0), 
so dass die Teamnews noch mehr für Innsbruck sprechen.
 
Ein verdienter Sieg von Sturm. Wie oben nachzulesen hat man ja auf die Ruhe hingewiesen, die sogar ein glücklicher Sieg einbringen kann in unserer so ergebnisorientierten Welt. Diesen Vorschub hat Sturm also genutzt und sich hervorragend präsentiert. Innsbruck kaum auf dem Platz, über weite Strecken. Als Sturm aus der Vielzahl der Chancen 2 Tore vorgelegt hatte (eine solide, zufrieden stellende Ausbeute für die Anzahl von Chancen) UND der Gegner einen Spieler durch Ausschluss verlor, ließ man für einen Moment vielleicht die Zügel etwas schleifen. Ein tolles Tor von Roman Wallner brachte die Gäste wieder auf „touching distance“. Dann allerdings wurde der rekonvaleszente Imre Szabics eingewechselt — und mit seinem ersten Ballkontakt nach 17 Sekunden machte er das 3:1. Innsbruck schlug in der letzten Minute noch einmal zurück, aber es kam zu keiner weiteren Gelegenheit.
Das Ergebnis also doch nur vom Klang her eng. Sturm vollkommen wiederhergestellt, über Innsbruck kann man weder Gutes noch Schlechtes sagen.
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SV Mattersburg – Austria Wien   0:4 (0:2)
Zuschauer: 4.500  (Schnitt bisher: 4.196; -14.4%gegenüber Vorsaison)
Man kann es nicht als unerwartet bezeichnen, dass die Siegesserie irgendwann mal reißt. Man hält es irgendwann für zu selbstverständlich, dass der Siegtreffer irgendwann fällt, so dass man den Aufwand vielleicht nicht übertreibt, und schon kommt die Partie, in der er gar nicht fällt — so geschehen der Austria beim 0:0 in Wiener Neustadt. Schwach waren sie nicht, nein, der Boden schwer bespielbar, die Mehrzahl der Chancen waren da, es war sicher auch ein bisschen der Zufall, aber ein anderer Anteil vielleicht doch dieser gewisse Mangel an Einstellung, der sich irgendwann einstellt, ohne, dass man etwas dagegen tun könnte (ja, Bayern München, ok, aber sie waren auch dicht dran beim 3:2 gegen Düsseldorf; und zwar am Nicht-Sieg).
 
Mattersburg kommt von dem starken 2:2 in Wien von   Rapid. Sie haben gut gespielt, unabhängig von den Hindernissen, die der Heimmannschaft im Wege standen. Davor gab es sogar einen Sieg gegen Ried, so dass man vielleicht die ganz großen Abstiegssorgen erst einmal nicht hat.
 
Die Austria möchte den Titel und wird sich nicht ein weiteres Mal von dem verführerisch großen Vorsprung blenden lassen. Es sind 12 Punkte, der Gegner noch ein Spiel in der Hand (macht 9), zwei Mal im direkten Duell, macht, bei pessimalem Verlauf 3, und die 3 könnte man ja bereits in einem Spiel hergeben, wie diesem hier zum Beispiel), also sollte man wieder die 100% aufbringen. Hosiner trifft wieder, so gibt es eine 2.
 
3/10 auf die 2. Respekt vor Mattersburg ist geboten.
 
Teamnews:
Mattersburg ohne Nedeljko Malic (24, IV, 9/0/0), Lukas Rath (21, 15/0/1), Manuel Seidl (24, DM, 22/3/3), wichtig, Manuel Prietl (21, DM, 23/0/0), Dominik Doleschal (23, RM, ohne Einsatz).
Die Austria ohne Naher Barazite (erst ein Einsatz als Winterneuzugang als MS).
 
Teamnews deutlich pro Austria.  Also 5 statt 3 von 10 auf den Auswärtssieg.
 
Von Anfang bis Ende eine klar überlegene Wiener Austria, die auch wirklich sehr souverän auftat. In dieser Partie — im Gegensatz zur vorhergehenden, als man 0:0 bei Wiener Neustadt spielte — hatte man allerdings auch den Vorteil (das Glück, das Geschick?), alsbald in Führung zu gehen. Dies als überlegener Spitzenreiter lässt es dann vielleicht ganz einfach gehen. Der Gegner müsste kommen — wenn er denn überhaupt mal den Ball hätte — aber auch so spürt er, dass es bald schon bergab gehen dürfte mit den Chancen. Also geht man nicht übertrieben hart in die Zweikämpfe — was man vielleicht bei 0:0, die kleine Sensation vor Augen, täte, und kassiert bald das nächste. Danach wird einfach beiderseits ein bisschen Fußball gespielt, ohne sich zu sehr ins Gehege zu kommen, und dies tun die Gäste derzeit eben klar besser. Auch Hosiner traf wieder, im Doppelpack, wie abgekündigt. Alles gut also.
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Rückblick Österreich „Heute für Morgen“ Erste Liga, Nachholspiele

in Kürze:
Erneut zwei Absagen, was die zur dritten Liga aufgestellte These bestätigt: lieber nicht zu viele Nachholspiele im nicht enden wollenden Winter ansetzen. Ob nun Fahrtkosten angefallen sind — vermutlich in Österreich schon, denn die Spiele wurden kurzfristig abgesagt — sei dahingestellt. Unerfreulich sind die Absagen in vielerlei Hinsicht (wovon mindestens die eine rein egoistischer Natur ist). Und die Spielbedingungen der Paarungen, die dennoch stattfinden, sind meist nicht so arg erfreulich, was zwar nicht unbedingt gegen das Wetten generell spricht, nur muss man einfach ein paar andere Gesichtspunkte ins Kalkül ziehen.

Die beiden Tipps gingen allerdings auf, so dass +2 und +3 = +5 erfreulicherweise zu Buche stehen. Wobei die Umstände schon erläuternswert sind, falls man sie nicht einfach so als „glücklich“ bezeichnen möchte.

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First Vienna – Blau Weiß Linz   1:1 (1:1)

Das Gefühl sagt einem hier, dass doch eher die Gäste etwas mitnehmen werden. Ein Spiel regelrecht zu dominieren dürfte für die Vienna eine zu anspruchsvolle Aufgabe sein. Sie können in vielen Spielen gut mithalten, das schon, nur mit eigener Initiative? Sie haben am Freitag auch mit einem Tor höher verloren als BW Linz (sie mit 0:3 in Kapfenberg, BW Linz mit 0:2 in Horn), so dass, wenn man so möchte, die Augenblicksform sogar für die Gäste spräche. Zudem könnte es sich, im direkten Duell, um eine der letzten Chancen für die Gäste handeln. Es sind 10 Punkte, von denen man drei aufholen könnte.

2/10 auf X/2.

 
In der ersten Halbzeit eine ganz klare Überlegenheit der Hausherren, die nach dem 1:0 noch mindestens drei weitere exzellente Chancen zum Ausbau der Führung hatten, gegenüber 0 für die Linzer — wonach man annehmen muss, dass das spürbar verunsicherte Gästeteam eingebrochen wäre. So aber kamen sie kurz vor der Halbzeitpause nach einem Standard — Bauart: Halbfeld, mit viel Schnitt vor das Tor Richtung Tor geschlagen, ein Angreifer mit dem Kopf dran, über den Keeper, drin — zum 1:1. Das war gegen den Spielverlauf, zugegeben.
Da aber die zweite Hälfte ganz klar an die Gäste ging, die ihrerseits mindestens vier, fünf gute Gelegenheiten hatten, vor allem mehr Ballbesitz und es mehr wollten, geht das Remis unterm Strich in Ordnung, vor allem haben die Linzer gezeigt, warum man sie hat nehmen wollen: es steckt doch einiges in der Mannschaft.
Wichtige News noch diese hier (und vielleicht mitverantwortlich für den Leistungsschub): der FC Lustenau ist aufgrund der irreparablen Finanzsituation zum Abstieg verurteilt, ähnlich wie Alemannia Aachen in Liga 3. Sie werden die Liga aber beide zu Ende spielen. Damit hat BW Linz den Relegationsplatz sicher, kann aber, mit einer kleinen Serie, sogar noch komplett herauskommen. Eine viel erfreulichere Perspektive damit.

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SV Kapfenberg – SV Horn   abgesagt

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TSV Hartberg – Austria Lustenau   abgesagt

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SCR Altach – SV Grödig   1:0 (0:0)

Gerade die Altacher haben einen mit am meisten enttäuscht. Und das, obwohl sie nun bereits seit 10 Spielen ungeschlagen sind. Kurios? Ja, auch das scheint etwas widersprüchlich. Aber: nicht jedes unbesiegte Spiel ist ein Erfolg, sowieso nicht für eine Spitzenmannschaft. Zudem aber hatten sie diese Riesenchance, die Lücke nach ganz oben tatsächlich noch zu schließen und ein ernstes Wörtchen im Aufstiegsrennen mitzureden. Gerade da aber passten weder Leistungen noch Ergebnisse (1:1 in Linz, 0:0 gegen FC Lustenau).

Grödig hingegen hat eine Siegesserie von 5 Spielen, davon aber einige in der Hinrunde (2). Sicher war das 2:1 in Lustenau bei der Austria ein Riesenerfolg, andererseits durften sie dort in des Gegners schwächster Phase ran. Auch das 2:1 bei First Vienna war einfach nur ein Sieg, aber keine dolle Leistung. Außerdem meldet man vielleicht doch gewisse Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Aufstiegsambitionen an — ebenfalls leicht ambivalent, da man umgekehrt bereits für die gewachsenen Hoffnung argumentierte –, wenn man beispielsweise auf eine Zuschauerzahl von 500 (!) im letzten Spiel schaut. Da möchte doch gar keiner hoch?

Alles spricht eigentlich gegen diesen Vorschlag und doch möchte man ihn dringend abgeben: Altach gewinnt das Spiel, mit 3 von 10 untermauert.

 
Man hatte ja genügend Einwendungen selbst gegen diesen Tipp vorzubringen, so dass man sich wohl nicht weiter rechtfertigen muss. Der Tipp war jedenfalls schlecht. Hier aber die Geschichte des Spiels, mit einer kleinen Vor-: Grödig gelang es, sich für die neue Saison die Dienste des Sascha Boller (dort Kapitän und Leistungsträger) von Austria Lustenau zu sichern — und dies wurde noch vor der Partie bekannt gegeben. Das hat einige Konsequenzen und auch Bedeutungen. 1) heißt es, dass Grödig die Aufstiegsambitionen wohl doch ernst meint. Man sieht die Zeit gekommen, dem einzigen Konkurrenten richtig Druck zu machen und ihm einen der besten Spieler abzuwerben. 2) falls Boller es in Grödig besser gefällt, dann ist anzunehmen, dass er gut bezahlt wird (werden kann) und dass er eine bessere Perspektive dort sieht. Es entsteht etwas in Grödig, unabhängig von den oben bemängelten Zuschauerzahlen. 3) Austria Lustenau wird zugleich geschwächt. Wie es hieß, wird Boller wohl nun nicht mehr auflaufen. Das bedeutet eine Schwächung des Teams, ganz klar, und zugleich, dass er persönlich nun offensichtlich auf den Aufstieg der Grödiger hofft.
Alles in allem: Grödig konnte eine gewisse echte Vormachtstellung in dieser Partie zur Schau stellen. Sie sind das wahrhaft ambitionierte Team, in der Mannschaft stimmt es, von der 1 bis zur 18. Da steckt ein Plan dahinter, ein ausgeklügeltes System, ein Teamgeist, Grödig ist das wahre Spitzenteam, dass muss man, nach 90-minütiger Ansicht dieser Partie, so klar konstatieren.
Wenn überhaupt jemand hätte in Führung gehen sollen, dann wäre es, zunehmend in Hälfte 2, der Gast gewesen. Sie hätte es auch verdient gehabt. Altach kann man das Kompliment machen, sich immer gewehrt zu haben und selbst auf die Chance gelauert zu haben, um sie jederzeit zu nutzen. Die Bereitschaft war da, und in der letzten Minute haben sie ihre Chance genutzt, mit aller Entschlossenheit, der verbliebenen Kraft und dem Nachrücken von Spielern, die selbst das Siegestor machen wollten und nicht etwa auf die Verteidigung des Remis aus waren. Insofern gelang ihnen das 1:0 mit der letzten Aktion des Spieles.
Auch die Interviews brachten das zum Ausdruck: klar war man überglücklich in Altach, aber der Respekt vorm Gegner und die Anerkennung, auf eine ganz starke, eigentlich bessere Mannschaft getroffen zu sein, war unverkennbar.
Grödig also das Team, auf das man setzen muss demnächst, Altach wurschtelt sich so durch, ob ein derart glücklicher Sieg noch ein Potenzial freilegen kann, was zuvor nicht sichtbar war? Das muss die Zukunft zeigen. Für diesen Tipp hier gilt: mit viel Glück gut gegangen.

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Rückblick Österreich, Heute für Morgen Liga, 24. Spieltag

in Kürze:
Aufgrund des letzten statements, dass in der Liga alle Mannschaften gleich gut sind, würde man generell lediglich befürworten können, sich hinter die Außenseiter zu stellen. Da man aber derzeit absolut kein glückliches Händchen hat in der Liga, gibt es kaum Einheiten, die man hier aufs Spiel setzen möchte. Rein vom Empfinden sieht es aber so aus: Favoritenstellungen von 1.50 bis 1.75, die auf so ziemlich alle Paarungen herauskommen dürften am Markt, hören sich garantiert deutlich zu niedrig an, um die Heimmannschaften zu stützen.

Man nenne es also eine generelle Prognose: die Auswärtsmannschaften werden mehr punkten als man noch derartigen Quoten annehmen müsste. Wie man das als Wettfreund ausnutzt (falls man überhaupt daran glaubt), bliebe einem selbst überlassen. Für die Abrechnung an dieser Stelle wird es kaum gewertet, wenn überhaupt für dieses allgemeine Empfinden.

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SCR Altach – FC Lustenau   0:0
Zuschauer: 2.051   (Schnitt bisher: 2.744; -19.95 gegenüber Vorsaison)

Es ist ein Derby, ein richtiges Derby, jedenfalls wenn man auf die Entfernung schaut. Der FC Lustenau hat sich wirklich ganz ordentlich präsentiert in allen letzten Spielen und selbst bei der Niederlage bei der Vienna haben sie sich gut gewehrt, in Unterzahl noch spät auf den Ausgleich gedrängt (wobei das 1:0 gegen Hartberg davor eher glücklich war). Da Altach unter der Woche so richtig schwach war beim 1:1 in Linz, würde man sich fast schon wagen, dem Außenseiter etwas zuzutrauen. Aber lieber doch nicht, also ein Pass.

Teamnews:
Altach ohne Aaron Kircher (21, LV, 2/0/0) und Felipe Dorta (16, MS, 11/0/0)
FC Lustenau ohne den ganz wichtigen Furkan Aydogdu (24, OM, 23/6/4(m der wegen Gelb-Rot zuschauen muss. Doch ein gewichtiges Argument gegen die Lustenauer, die einen sehr schmalen Kader haben?

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SV Grödig – TSV Hartberg    3:0 (1:0)
Zuschauer: 500  (Schnitt bisher: 780; +0.4% gegenüber Vorsaison)

Hartberg hat zwar klar verloren, mit 1:3 zu Hause gegen Kapfenberg, aber doch recht munteren Fußball gespielt. Das sah nicht so schlecht aus, wie es das Ergebnis einem einreden könnte. Davor stand das 0:1 beim FC Lustenau, in der Schlussminute kassiert, als man eigentlich auf den Siegtreffer drückte. Also: Hartberg nicht schlecht, aber ohne Ergebnisse.

Grödig hatte seinen zweiten Auftritt — und den zweiten Sieg. Aber doch wäre es vorschnell, aus diesem letzten Sieg (falsche) Schlüsse zu ziehen. Ein Sieg war es, ja, aber gegen einen derzeit eher unterdurchschnittlichen Gegner, obwohl ganz vorne stehend. Natürlich kann es schlecht gegen Grödig sprechen, aber der Schluss, dass sie die wahre Nummer 1 sind, da auswärts beim Leader gewonnen, wäre gänzlich falsch. Sie waren so weit ganz ok, in beiden Spielen, obwohl man auch beim 2:1 bei der Vienna ein klein wenig Glück benötigte.

So kommt heraus: bloß nichts machen, aber, aufgrund der gefühlten Ausgeglichenheit derzeit in der Liga könnte man nur dem Außenseiter etwas zutrauen.

Teamnews:
Grödig muss auf Dominique Taboga (30, IV, 20/2/0), wichtig, mit Gelbsperre, und Martin Harrer (noch ohne Einsatz, als Neuzugang, aber ein gewaltiger Scorer in der Regionalliga) verzichten,
der TSV Hartberg auf ihren eigentlich wichtigsten Mann, nämlich Joachim Parapatits (Paragol; 32, MS, 19/6/2), der aber schon zuletzt fehlte.

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SV Horn – Blau Weiß Linz    2:0 (0:0)
Zuschauer: 1.150  (Schnitt bisher: 1.574;  als Aufsteiger keine Angabe gegenüber Vorsaison)

Horn wirkte wirklich sehr stabil zuletzt. Sie haben den Spitzenreiter in seine Bestandteile zerlegt — war nicht schwer, da keine Gegenwehr –, aber doch stand ein 5:0 am Ende, und dieses einem gut zu Gesichte. Die Liga horcht auf, das Selbstvertrauen wächst — und man nimmt die Schwäche des Gegners in diesem Moment weniger zur Kenntnis. Genutzt haben sie dieses Selbstvertrauen zu einem ebenfalls guten Auftritt in St.Pölten, mit einem 1:1 beinahe unzureichend belohnt.

BW Linz hat sich verbessert gezeigt und ebenfalls, dass man sie noch nicht abschreiben darf. Insofern drängt sich hier einfach nichts direkt auf. Sicher nähert man sich dem Moment, wo man von „letzter Chance“ sprechen muss, aber immerhin gibt es noch 14 Partien zu spielen, demnach 42 Punkte (maximal) zu vergeben sind, angesichts welcher die 9 Punkte doch gerade so überbrückbar erscheinen — einen kleine Lauf vorausgesetzt. Also auch hier lautet das Fazit: nichts tun. Passen.

Teamnews:
Horn ohne einen der Ersatztorhüter, und weiter ohne Cleiton Mineiro, der noch ohne Scorerpunkt ist, obwohl als Brasilianer sicher hoch geschätzt,
BW Linz weiter ohne Hoffnungsträger Michael Wojtanovicz, den Mittelstürmer, der beim SV Horn ganz gut gepunktet hatte und im Winter gewechselt war.

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SV Kapfenberg – First Vienna   3:0 (1:0)
Zuschauer: 600  (Schnitt bisher: 854; -64.9% als Absteiger gegenüber Vorsaison)

Kapfenberg sah vollkommen geheilt aus beim 3:1 in Hartberg, in einer Partie, die jedoch jeden beliebigen Ausgang hätte nehmen können. Auch davor schon haben sie zwei Siege eingefahren (1:0 gegen BW Linz, 7:1 in St.Pölten), so dass das Selbstvertrauen ebenso voll intakt ist. Klar könnte man nun einfach annehmen, dass die Serie sich fortsetzt.

Andererseits steht ihnen mit der Vienna ein Team gegenüber, welches ebenfalls solide gepunktet hat in letzter Zeit, zum Beispiel zuletzt einen 1:0 Sieg gegen FC Lustenau, und überhaupt beachtliche 4 Siege aus den letzten 8 Spielen, dazu ein Remis, also ein positives Resultat.

Teamnews:
Kapfenberg weiter ohne René Pitter (erst drei Einsätze als RV), Ibrahim Bingöl, LM, erst zwei Einsätze), und Sanel Kuljic (35, MS, 12/2/1)
Die Vienna muss nur Anton Berisha (21, ZM, 11/1/1) ersetzen.

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Austria Lustenau – SKN St.Pölten   2:2 (2:2)
Zuschauer: 2.200   (Schnitt bisher: 4.267; +8.8% gegenüber Vorsaison)

Die beiden Krisenteams, die so lange die Liga dominiert haben. Austria Lustenau noch auf 1, aber zwei böse Pleiten in Serie, inklusive des wirklich leiblichen Auftritts beim 0:5 in Horn und dem nicht weniger schmerzhaften 1:2 zu Hause gegen Grödig, welches einem wirklich die Knie weich werden lassen kann, sofern man in dem grün-weißen Trikot steckt. Grödig sogar ein Spiel weniger ausgetragen und auf 4 Punkte heran? Nein, mit der Souveränität ist es dahin. Man kann es einfach nicht so empfinden, dass sie hier wieder in die Spur findet, obwohl die Gelegenheit ja irgendwie günstig scheint.

Nur: St.Pölten gewinnt zwar auch gar nicht mehr, nur haben sie in den letzen beiden Spielen nicht mehr so arg schlecht ausgeschaut und zuletzt immerhin gepunktet (1:1 gegen Horn), ein Halbzeit lang dominiert, und davor gegen Altach eher unglücklich verloren haben, als sie fast wieder wie vor der Pause ausschauten.

Es bedeutet: man traut hier der Auswärtsmannschaft etwas zu. Die Quoten werden sicher zu arg gedrückt sein, so dass man vielleicht doch 2 bescheidene units riskieren kann auf X oder 2.

A.Lustenau ohne Jürgen Kampel (32, DM, 20/5/3), sehr wichtiger Mann, ebenso wie Jan Zwischenbrugger (22, OM, 17/7/5), was sehr empfindliche Ausfälle sind,
St.Pölten ohne Peter Brandl (24, DM, 19/3/2), Konstantin Kerschbaumer (20, ZM, 22/6/3), sowie Patrick Schagerl, mit erst zwei Einsätzen.
Die Ausfälle beidseitig bedeutsam, aber die bei Lustenau wiegen sogar noch etwas schwerer.

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