Rückblick Österreich „Heute für Morgen“ Erste Liga, Nachholspiele

in Kürze:
Erneut zwei Absagen, was die zur dritten Liga aufgestellte These bestätigt: lieber nicht zu viele Nachholspiele im nicht enden wollenden Winter ansetzen. Ob nun Fahrtkosten angefallen sind — vermutlich in Österreich schon, denn die Spiele wurden kurzfristig abgesagt — sei dahingestellt. Unerfreulich sind die Absagen in vielerlei Hinsicht (wovon mindestens die eine rein egoistischer Natur ist). Und die Spielbedingungen der Paarungen, die dennoch stattfinden, sind meist nicht so arg erfreulich, was zwar nicht unbedingt gegen das Wetten generell spricht, nur muss man einfach ein paar andere Gesichtspunkte ins Kalkül ziehen.

Die beiden Tipps gingen allerdings auf, so dass +2 und +3 = +5 erfreulicherweise zu Buche stehen. Wobei die Umstände schon erläuternswert sind, falls man sie nicht einfach so als „glücklich“ bezeichnen möchte.

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First Vienna – Blau Weiß Linz   1:1 (1:1)

Das Gefühl sagt einem hier, dass doch eher die Gäste etwas mitnehmen werden. Ein Spiel regelrecht zu dominieren dürfte für die Vienna eine zu anspruchsvolle Aufgabe sein. Sie können in vielen Spielen gut mithalten, das schon, nur mit eigener Initiative? Sie haben am Freitag auch mit einem Tor höher verloren als BW Linz (sie mit 0:3 in Kapfenberg, BW Linz mit 0:2 in Horn), so dass, wenn man so möchte, die Augenblicksform sogar für die Gäste spräche. Zudem könnte es sich, im direkten Duell, um eine der letzten Chancen für die Gäste handeln. Es sind 10 Punkte, von denen man drei aufholen könnte.

2/10 auf X/2.

 
In der ersten Halbzeit eine ganz klare Überlegenheit der Hausherren, die nach dem 1:0 noch mindestens drei weitere exzellente Chancen zum Ausbau der Führung hatten, gegenüber 0 für die Linzer — wonach man annehmen muss, dass das spürbar verunsicherte Gästeteam eingebrochen wäre. So aber kamen sie kurz vor der Halbzeitpause nach einem Standard — Bauart: Halbfeld, mit viel Schnitt vor das Tor Richtung Tor geschlagen, ein Angreifer mit dem Kopf dran, über den Keeper, drin — zum 1:1. Das war gegen den Spielverlauf, zugegeben.
Da aber die zweite Hälfte ganz klar an die Gäste ging, die ihrerseits mindestens vier, fünf gute Gelegenheiten hatten, vor allem mehr Ballbesitz und es mehr wollten, geht das Remis unterm Strich in Ordnung, vor allem haben die Linzer gezeigt, warum man sie hat nehmen wollen: es steckt doch einiges in der Mannschaft.
Wichtige News noch diese hier (und vielleicht mitverantwortlich für den Leistungsschub): der FC Lustenau ist aufgrund der irreparablen Finanzsituation zum Abstieg verurteilt, ähnlich wie Alemannia Aachen in Liga 3. Sie werden die Liga aber beide zu Ende spielen. Damit hat BW Linz den Relegationsplatz sicher, kann aber, mit einer kleinen Serie, sogar noch komplett herauskommen. Eine viel erfreulichere Perspektive damit.

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SV Kapfenberg – SV Horn   abgesagt

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TSV Hartberg – Austria Lustenau   abgesagt

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SCR Altach – SV Grödig   1:0 (0:0)

Gerade die Altacher haben einen mit am meisten enttäuscht. Und das, obwohl sie nun bereits seit 10 Spielen ungeschlagen sind. Kurios? Ja, auch das scheint etwas widersprüchlich. Aber: nicht jedes unbesiegte Spiel ist ein Erfolg, sowieso nicht für eine Spitzenmannschaft. Zudem aber hatten sie diese Riesenchance, die Lücke nach ganz oben tatsächlich noch zu schließen und ein ernstes Wörtchen im Aufstiegsrennen mitzureden. Gerade da aber passten weder Leistungen noch Ergebnisse (1:1 in Linz, 0:0 gegen FC Lustenau).

Grödig hingegen hat eine Siegesserie von 5 Spielen, davon aber einige in der Hinrunde (2). Sicher war das 2:1 in Lustenau bei der Austria ein Riesenerfolg, andererseits durften sie dort in des Gegners schwächster Phase ran. Auch das 2:1 bei First Vienna war einfach nur ein Sieg, aber keine dolle Leistung. Außerdem meldet man vielleicht doch gewisse Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Aufstiegsambitionen an — ebenfalls leicht ambivalent, da man umgekehrt bereits für die gewachsenen Hoffnung argumentierte –, wenn man beispielsweise auf eine Zuschauerzahl von 500 (!) im letzten Spiel schaut. Da möchte doch gar keiner hoch?

Alles spricht eigentlich gegen diesen Vorschlag und doch möchte man ihn dringend abgeben: Altach gewinnt das Spiel, mit 3 von 10 untermauert.

 
Man hatte ja genügend Einwendungen selbst gegen diesen Tipp vorzubringen, so dass man sich wohl nicht weiter rechtfertigen muss. Der Tipp war jedenfalls schlecht. Hier aber die Geschichte des Spiels, mit einer kleinen Vor-: Grödig gelang es, sich für die neue Saison die Dienste des Sascha Boller (dort Kapitän und Leistungsträger) von Austria Lustenau zu sichern — und dies wurde noch vor der Partie bekannt gegeben. Das hat einige Konsequenzen und auch Bedeutungen. 1) heißt es, dass Grödig die Aufstiegsambitionen wohl doch ernst meint. Man sieht die Zeit gekommen, dem einzigen Konkurrenten richtig Druck zu machen und ihm einen der besten Spieler abzuwerben. 2) falls Boller es in Grödig besser gefällt, dann ist anzunehmen, dass er gut bezahlt wird (werden kann) und dass er eine bessere Perspektive dort sieht. Es entsteht etwas in Grödig, unabhängig von den oben bemängelten Zuschauerzahlen. 3) Austria Lustenau wird zugleich geschwächt. Wie es hieß, wird Boller wohl nun nicht mehr auflaufen. Das bedeutet eine Schwächung des Teams, ganz klar, und zugleich, dass er persönlich nun offensichtlich auf den Aufstieg der Grödiger hofft.
Alles in allem: Grödig konnte eine gewisse echte Vormachtstellung in dieser Partie zur Schau stellen. Sie sind das wahrhaft ambitionierte Team, in der Mannschaft stimmt es, von der 1 bis zur 18. Da steckt ein Plan dahinter, ein ausgeklügeltes System, ein Teamgeist, Grödig ist das wahre Spitzenteam, dass muss man, nach 90-minütiger Ansicht dieser Partie, so klar konstatieren.
Wenn überhaupt jemand hätte in Führung gehen sollen, dann wäre es, zunehmend in Hälfte 2, der Gast gewesen. Sie hätte es auch verdient gehabt. Altach kann man das Kompliment machen, sich immer gewehrt zu haben und selbst auf die Chance gelauert zu haben, um sie jederzeit zu nutzen. Die Bereitschaft war da, und in der letzten Minute haben sie ihre Chance genutzt, mit aller Entschlossenheit, der verbliebenen Kraft und dem Nachrücken von Spielern, die selbst das Siegestor machen wollten und nicht etwa auf die Verteidigung des Remis aus waren. Insofern gelang ihnen das 1:0 mit der letzten Aktion des Spieles.
Auch die Interviews brachten das zum Ausdruck: klar war man überglücklich in Altach, aber der Respekt vorm Gegner und die Anerkennung, auf eine ganz starke, eigentlich bessere Mannschaft getroffen zu sein, war unverkennbar.
Grödig also das Team, auf das man setzen muss demnächst, Altach wurschtelt sich so durch, ob ein derart glücklicher Sieg noch ein Potenzial freilegen kann, was zuvor nicht sichtbar war? Das muss die Zukunft zeigen. Für diesen Tipp hier gilt: mit viel Glück gut gegangen.

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