Rückblick 3. Bundesliga 30. Spieltag

in Kürze:
+4 auf Heidenheim, -2 auf Rostock, +3 auf Offenbach. Macht immerhin (nach der gewohnten Milchmädchenrechnung) ein Plus von 5 Einheiten. Selbst wenn aufgrund der Quoten etwas geringer, bleibt es garantiert bei einem Gewinn.
 
Die Neigungen so: Saarbrücken hat etwas geholt (mit viel Glück), Chemnitz nichts, so ist es hiervon der Bilanz her ausgeglichen.

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SV Wehen/Wiesbaden – Hallescher FC    ausgefallen

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SpVgg Unterhaching – 1.FC Saarbrücken    0:0
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Zuschauer : 1.100   (Schnitt bisher: 2.034 ; Vorsaison: 1.658)
Hier gäbe es zwar ganz hauchzarte Ansätze, nur (was genau dem obigen „Aber“ gleich kommt) hat ausgerechnet die Mannschaft, die man zu stützen geneigt wäre, zwar ein tolles Ergebnis eingefahren, nur hat sie als einzige nicht wirklich überzeugen können, so sehr man es ihnen zugetraut hatte. 3:0 gegen StuKi hört sich komfortabel an, nur hatte Gästetrainer Gerd Dais kein bisschen unrecht, als er nach der Partie meinte, dass dieses Ergebnis keineswegs die Stärkeverhältnisse auf dem Platz reflektierte, sondern dass die Partie eher ausgeglichen war.  Unterhaching hat unter der Woche mal wieder ein Pünktchen geholt (0:0 bei Stuttgart II) und auch davor in Dortmund beim 1:2 jeden Lügen gestraft, der von einem Mangel an Einstellung gefaselt hat (wer war das nur? Einmal kurz aufzeigen bitte!). So. Es bleibt bei der ganz hauchzarten Neigung, dass Saarbrücken etwas holen könnte.
 
Teamnews:
Unterhaching ohne Stammtorhüter Stefan Riederer, Roland Sternisko (unbedeutend), und Florian Bichler (auch unbedeutend)
Saarbrücken ohne Tim Kruse (30, DM, 22/2/2), wichtig, Ufuk Özbek (20, ZM, 15/2/0), Manuel Stiefler (24, RM, 14/0/3), und Langzeitverletzten Markus Hayer
 
Ein gutes Spiel, noch viel besser von der Heimmannschaft. Das 0:0 absolut nicht repräsentativ für die Vielzahl der Chancen, deren Löwenanteil an die Heimelf ging. Übrigens der Platz in Haching immer gut bespielbar, da aus Bundesligazeiten noch die Rasenheizung zur Verfügung steht.
Saarbrücken in beiden Hälften mit dem besseren Start, dann aber übernahm Unterhaching komplett, spielte richtig gut, und hätte eigentlich doch in Führung gehen müssen. Chancenverhältnis insgesamt vielleicht bei 11:5, woran man erkennt, dass es nichts mit einem „typischen 0:0“ zu tun hatte.
Zwei Mal half der Schiri: ein Tor erzielte Unterhaching, als einfach so die Fahne hoch ging. Das war ein perfekter „through ball“, wo man mit bloßem Auge sofort erkennt, dass es nie und nimmer Abseits sein kann. Die Spieler und Fans sind auch fassungslos, noch mehr die Verantwortlichen an der Seitenlinie (Haching ja mit einem Trainerduo). Sie beschimpfen den Mann wüst und raten eine Auswechslung an. Nach der Berechtigung der Beschimpfungen fragt niemand, das Verhalten soll einfach nur ungehörig sein. Aber bei diesem gigantischen Ausmaß des Torraubs?
Die zweite Szene ebenso typisch: ein Hachinger kommt im Strafraum frei zum Schuss. Beim Schuss wird er von hinten attackiert, und zwar erkennbar irregulär (der Gegenspieler hat ja aus seiner Position heraus nicht die geringste Chance, an den Ball zu kommen, der ja auf der abgewandten Seite des Angreifers heran rollt). Der Schuss geht trotz der Behinderung Richtung Tor, ja, mehr als das, er geht über den Keeper hinweg (wohl eher unbeabsichtigt, aufgrund der Behinderung), allerdings kommt ein Saarbrücker gerade noch rechtzeitig und köpft ihn von der Torlinie. Der Angreifer reklamiert natürlich das Foul, aber der Schiri, wie üblich, „doesnt look interested“. Hier ist seine Begründung ja klar, einfach und offensichtlich: „Was willst du denn nun noch, Junge. Du hast doch deine Chance gehabt? Und was für eine. Jetzt willst du noch eine? Nee, geh weiter.“ Ungerecht bleibt es. Denn: selbst wenn auf Vorteil entschieden — dieser wäre nur im Falle des Einschlages gegeben. So ist es mehr als offensichtlich, dass es kein Vorteil war.
Soll man also in Zukunft den Stürmern doch wieder raten, jede Berührung zum Fallen zu nutzen? Falls du nämlich so blöd bist, weiter zu spielen, kriegst du WEDER Tor NOCH Elfmeter. Wenn du fällst, gibt es immerhin eine kleine Chance. Hier muss man sagen, dass der Angreifer nicht mal Zeit hatte, nachzudenken, da er das Bein ja bereits zum Schuss aktiviert hatte.

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SV Babelsberg – Borussia Dortmund II   ausgefallen
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FC Chemnitz – Arminia Bielefeld    0:1 (0:0)
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Zuschauer : 4.750   (Schnitt bisher: 4.777 ; Vorsaison: Aufsteiger)
Wenn man also Chemnitz oft genug gesehen hat — und tatsächlich gibt es auf mdr immer sehr lange Zusammenfassungen –, dann muss man sie einfach mögen, rein vom Fußball her, der gespielt wird. Ein klein wenig Bedauern vielleicht, dass sie den Anschluss nach ganz oben verpasst haben aufgrund etlicher ziemlich ähnlicher verlaufener Spiele — bessere Mannschaft, guter, technisch feiner Fußball, mehr Chancen, kein Sieg –, aber das soll einen natürlich als objektiver Beobachter nicht weiter scheren.
 
Bielefeld hingegen ließ vielleicht ganz winzige Zweifel aufkommen an ihrem wahren Können, obwohl man häufig genug argumentiert hat, dass sie ganz nach vorne gehören. Vielleicht kann es „put it that way“ (so ausdrücken): von den fünf ganz vorne wird es für sie am schwersten?! Zuletzt beim 1:1 gegen Münster waren sie auf alle Fälle nicht sehr gut, aber es war ja auch ein Derby.
 
Gegen Chemnitz niemals, aufgrund der Erkenntnis, dass sie vielleicht in Wahrheit an die gleiche Position wie Bielefeld gehören, könnte man sich nur hinter sie stellen, es wird aber nur zur Neigung, und kein ausgewachsener Tipp. Der Grund: sicher, zugegeben, dass alle Mannschaften bewiesen haben, dass sie voll spielen. Aber für die winzigen letzten Prozente braucht man vielleicht doch das große Ziel vor Augen, und das hat Chemnitz doch nicht mehr, bei 15 Punkten Rückstand. Neigung zur 1, das war es.
 
Teamnews:
Chemnitz weiterhin nur ohne Anton Makarenko,
Bielefeld ohne Tom Schütz (25, DM, 27/1/7), wichtig, Johannes Rahn (27, RM, 24/4/4), wichtig, Gelb-Rot.
 
Bielefeld gut aufgelegt, mit dem besseren Beginn, resultierend in vielleicht zwei guten Chancen. Als Chemnitz erstmals gefährlich nach vorne kommt, passiert das Übliche: der Stürmer wird gut angespielt, mit einem hohen, langen, Ball, der Abwehrspieler steht ungünstig, hilft in erster Instanz mit dem linken Arm nach (im Strafraum), um dem Ball eine andere Richtung zu geben. Als dies nicht hilft, fällt er, mehr oder weniger freiwillig, als letzte Rettungsmaßnahme. Er fiele dem Angreifer in den Weg, was ohnehin schon ein Vergehen wäre, nur geht er zur Sicherheit nun mit dem rechten Arm zum Ball, dabei vorgebend, im Sturz „versehentlich“ da ran gekommen zu sein.
Der Sturz: Vorsatz. Das erste Handspiel: Vorsatz. Das zweite Handspiel: Vorsatz. Alle drei Vergehen hätten alleine für einen Strafstoß sorgen müssen, sofern man etwas von den Regeln hält und vor allem, sich vor Augen hält, wie streng man mit einem Stürmer, der sich, dem Verteidiger gleich, derartige Vorteile verschaffen wollte. Ihm gegenüber würde es heißen: Fall 1: Handspiel, Vorsatz, erkannt, Gelb. Fall 2: der Sturz. Vorsatz, Schwalbe: Gelb-Rot. Und Vergehen Nummer 3? Dafür gäbe es vermutlich nur noch vor dem DFB-Gericht eine  Strafe. In der aktuellen Partie reagierte der Schiedsrichter überhaupt nicht. Beeindruckend, zu sehen, wie sie mit stoischer Ruhe dastehen und — einfach gar nichts tun. Falls der reklamierende Angreifer — von denen es insgesamt drei gab — noch ein weiteres Wort verlieren würde, hätte er Gelb. Lächerlich. Und: es macht den Sport kaputt. Weil diese Abwehraktionen damit legalisiert wird. Übersetzt heißt es für die Abwehrspieler: alles ist erlaubt. Bevor dein Gegenspieler noch ein Tor erzielt?
Ändert nichts daran: Bielefeld war besser. Das hielt sich bis zur zweiten Hälfte, in der es allmählich größere Chancen für die Ostwestfalen gab. Kurios die Führung dennoch, da man sich verwundert, warum Chemnitz so weit aufgerückt war und urplötzlich so viel Platz war, dass das 1:0 kaum abzuwehren war. AM Ende zwar ein ganz leichtes Aufbäumen, aber es bleibt dabei, dass Bielefeld die bessere Mannschaft war und verdient gewonnen hat. Wenn es eine Erkenntnis gibt, dann die, dass Chemnitz keine Träume mehr hat.

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SV Darmstadt 98 – VfL Osnabrück    1:0 (0:0)
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Zuschauer : 4.800  (Schnitt bisher: 5.307 ; Vorsaison: 6.042)
Hier gibt es genau so viele „Abers“ wie bei allen Partien zuvor. Darmstadt hat den Abstiegskampf angenommen und sich entsprechend verhalten. Es gibt nur dieses eine Ziel und nichts anderes zählt, was auch die Fans akzeptieren (und keine weitere Selbstzerfleischung stattfindet, soll das heißen). Das letzte Ergebnis war genau das, was man brauchte, um die Zuschauer auch für das nächste Spiel in Bewegung zu setzen: 2:0 auswärts, bei Stuttgart II. So kann es gehen. Man steh punktgleich mit Dortmund ganz hinten, aber nur 3 Punkte davor liegen gleich drei Teams, die man alle ganz schnell schnappen könnte (Babelsberg, Aachen und StuKi).
 
Osnabrück auf der anderen Seite hat zu Hause 2:2 gespielt gegen ein überlegenes Chemnitz, allerdings war man auch früh dezimiert. Der Punkt war gut für die Moral, aber ausgespielt wurde man dennoch im Grunde. Davor gab es ein 1:3 in Münster. Sicher kann das passieren, aber der Trend ist halt nicht positiv. 
 
Was also könnte man hier tippen? Selbst wenn man fortgesetzt gegen Darmstadt gespielt hat — mit einigem Recht und Erfolg –, so ist dies hier nicht die günstigste Partie, um das fortzusetzen. Es würde andererseits natürlich nie reichen, sie zu übernehmen. Also bleibt: Pass.
 
Teamnews:
Darmstadt ohne Benjamin Gorka (28, IV, 17/1/0) nach Rot
Osnabrück ohne Martin Hudec (30, IV, 14/1/0), Niels Hansen (29, DM, noch ohne Einsatz), Massimilian Porcello, Langzeitverletzter, ohne Einsatz
 
Osnabrück trotz der Verletzungssorgen das insgesamt bessere Team mit den besseren Chancen. Wie erwähnt hat aber Darmstadt den Abstiegskampf angenommen und tut halt, was man als Abstiegsanwärter halt so tun muss. Kämpferisch dagegen halten, nach Möglichkeit die anerkannten spielerisch geringeren Möglichkeiten damit kaschieren und, wenn es geht, das Publikum mit diesem Kampfgeist infizieren und sie somit zur Unterstützung anzuregen. All dies hat Darmstadt in dieser Partie getan.
Die Partie durchgehend mit dem gleichen Verlauf: Osnabrück versucht, spielerisch durchzukommen — was auch oft genug gelingt — der Gegner hält dagegen, verteidigt, wenn es sein muss, mit Mann und Maus, vergisst aber nie, wo das gegnerische Tor steht. Dann das 1:0 für die Gastgeber in der 55. — mit wilder Entschlossenheit im Vorwärtsgang im Konterspiel, aber im Abschluss mit der nötigen Präzision und Abgebrühtheit. So kann man ein Tor erzielen. Nur gab es direkt vor dem Konter, nach einer gegnerischen Ecke, eines dieser typischen und so selten geahndeten Handspiele: der Flankenball wird auf dem Weg zu einem Angreifer von einem Abwehrspieler klar mit dem verbreiterten Körper mit der Hand berührt. Selbst wenn es unabsichtlich gewesen wäre — was bei der Länge der Distanz in diesem Falle nicht so war –, so wäre es allein deshalb ahndenswert, weil es so offensichtlich die gegnerische Chance unterbindet. Warum wird danach nicht gefragt?
Nach dem 1:0 ändert sich wenig am Verlauf. Aber Darmstadt hat sich nach Kräften zur Wehr gesetzt.

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Rot Weiß Erfurt – Karlsruher SC    ausgefallen

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1.FC Heidenheim – Wacker Burghausen    2:1 (1:1)  
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Zuschauer : 7.300  (Schnitt bisher: 7.747 ; Vorsaison: 6.732)
Tja, auch hier wäre es ein einfacher Tipp, wenn es da nicht dieses gigantische „Aber“ gäbe. Denn: Burghausen hat vielleicht ausgerechnet in der letzten Partie die beste Saisonleistung geboten. Sie habe zwar verloren mit 1:2 gegen den KSC, aber sie hatten sie wirklich an der Reling („they got them reeling“; eher aus der Boxersprache, dass der KSC taumelte) und hätten den Punkt verdient gehabt. Vor allem Mokhtari erinnerte einen mal wieder daran, warum man in der Hinserie so häufig Werbung PRO Burghausen gemacht hatte.
 
Heidenheim dagegen hat das mühevolle 2:2 gegen Wehen geholt, in den Schlussminuten, als Trainer Schmidt schon beim 0:1 und in der 70. die Abwehr so gut wie ganz aufgelöst hatte und man eher längst das 0:3 hätte kassieren sollen. Das Comeback war natürlich großartig und sprach schon für die Moral und ohnehin würde man Heidenheim mit am wenigsten die Freundschaft kündigen.
 
Also auch hier: vorsichtige 4 von 10 auf die 1.
 
Teamnews:
Heidenheim ohne Andreas Spann, noch ohne Einsatz,
Burghausen ohne Ronald Schmidt (35, DM, 22/1/2)

*** Bei Heidenheim ist zudem der nicht nur hier viel gelobte Schnatterer gelbgesperrt. Damit wären die 4 von 10 wohl in der Tasche geblieben oder eine Kompromißeinheit draus geworden.***

 
Heidenheim war, auch ohne Schnatterer, die bessere Mannschaft. Die erste Hälfte eine klare Überlegenheit für Heidenheim, mit einem deutlichen Chancenplus, aber nur 1:1. Der Ausgleich übrigens wieder durch ein tolles Tor des in der Vorschau wieder einmal gelobten Youssef Mokhtari.
In der 2. Halbzeit blieb es zwar bis zum Schluss spannend, aber nur, weil Heidenheim die klarsten Kontergelegenheiten (vier mal Eins gegen Eins mit dem Keeper) nicht nutzte. Sie begannen die Hälfte mit einer Druckphase, einigen Chancen, und dem verdienten Führungstor (55.). Noch etwas später erhielt ebenjener Mokhtari in einer Szene Gelb-Rot: er beschwerte sich, kassierte Gelb, hörte nicht auf zu Meckern — und sah die nächste Gelbe. Danach die Vorteile für Heidenheim, ohne besondere Bedeutung aber, Burghausen kämpfte dennoch um den Ausgleich — bei sich auflösender Abwehr.
Starke Leistung von Heidenheim mit einem zu knappen Sieg, die sicher weiter marschieren werden, Burghausen konnte die ansprechende Form von letzter Woche gegen den KSC (allerdings dies Spiel daheim gegen den Leader, was doppelte Motivation ist) nicht konservieren.

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Preußen Münster – Alemannia Aachen    4:1 (1:0)
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Zuschauer :  8.089   (Schnitt bisher: 8.154 ; Vorsaison: 7.031)
Glücklicherweise gibt es eine Paarung, wo man, mit oder ohne viele Worte, passt. Es ist diese hier, da die Alemannia beteiligt ist. Bewundernswert dennoch, wie gut sie immer wieder auftreten, mehr als unglücklich, wie sie das Spiel gegen Babelsberg mit der letzten Aktion noch verloren. Münster aber gerade zu Hause mit kaum Schwachstellen (9–5–0), aber es bleibt ja so oder so beim Pass, und auch ohne Neigung.
 
Teamnews:
Münster ohne Dominik Schmidt (25, IV, 7/2/0), 
Aachen ohne Mario Erb (22, IV, 15/0/0), Thomas Stehle (32, IV, 10/0/0), Aimen Demai (30, DM, 2/0/0), Florian Müller (26, RM; 14/2/0), Sascha Rösler (35, HS, 7/1/1)
 
Riesenkompliment an die Alemannia: mit dem letzten Aufgebot spielten sie den Gegner total an die Wand. Fünf Riesenchancen sprangen heraus, bei denen einem mehr und mehr die Kinnlade herunterklappt, angesichts der Unfassbarkeit des Verpassens. Als nach 37 Minuten einer der Besten, Kefkir, nach einem Zweikampf im Mittelfeld, aus dem der Gegenspieler das Maximum macht mit lautem Aufschrei, mit Gelb-Rot vom Platz muss, geht es natürlich anders herum. Da sie sogar nach dem 0:2 noch einmal zurückkamen und sich mit dem 1:2 herankämpften und dem Gegner Probleme bereiteten, muss man nur den Hut ziehen und ein klein wenig bedauern, dass sie nicht belohnt wurden. So gab der Torhüter der Münsteraner nach der Partie auch das herrlich ehrliche Interview, eingestehend, dass ihnen so etwas eigentlich nicht passieren sollte. Vom Sieg war keine Rede. Zum Feiern war auch Niemandem zumute.

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Hansa Rostock – VfB Stuttgart II    0:0
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Zuschauer : 7.300   (Schnitt bisher: 9.229 ; Vorsaison: Absteiger)
Was sollte man nun noch über Rostock sagen? In der frühen Saisonphase stellte man sich meist gegen sie, weil der Markt, wie gewohnt, einen Absteiger überschätzt. Die Ambitionen mögen groß sein, aber meist sind entscheidende Säulen der Mannschaft des Vorjahres weg, zudem aber wundert sich jeder gebliebene, vermeintlich gestanden Zweitligaspieler, dass ja in der dritten eigentlich kein bisschen schlechter gespielt wird? Jedenfalls kann er seine Überlegenheit, falls er denn über eine verfügt, nur dann ausspielen, wenn er mit 100% herangeht. Und das ist oftmals das Problem. Man glaubt, nun kommen einfachere Partien — und täuscht sich nur aufgrund dessen, dass man sie für leichter hält und mit weniger als 100% auskommen möchte. Bis man sich daran gewöhnt hat, ist man eh nur ein Drittligaspieler und der Aufstiegszug, auf den die Fans einen so gerne aufspringen sähen und deshalb ein klein bisschen weniger geduldig sind ist längst ohne einen abgefahren. Eh man sich’s versieht ist man gar im Abstiegskampf verwickelt.
 
All dies liegt bei Rostock eine Weile zurück. Der erste Trainer ist eh längst verschlissen, das auch eine der Folgen, und dabei, wie so gut wie jeder andere, ist es so sinnlos, der Abstiegskampf längst ausgerufen, auch die Fans wieder auf Normalmaß geschrumpft, was die Ansprüche angeht, sogar nachgerüstet hat man ganz ordentlich, und so schlecht ist man ja nun doch wieder nicht, aber was passiert nun? Nun gehen die Partien dennoch in Serie verloren. Einfach so, ohne besonderen Grund, denn an der Leistung lag es oftmals nicht.
 
Tja, also wenige Worte waren das nicht. Zugleich hat man sie in der letzten Phase ein wenig gestützt und nicht den geringsten Lohn dafür erhalten. Soll man nun weiter auf sie? Oder doch wieder gegen sie?
 
Stuttgart spielt so, wie man es oftmals über sie gesagt hat: sie können Fußball spielen, die Betonung auf spielen, sie sammeln regelmäßig hier oder da ihre Punkte, steigen nicht ab und können nicht rauf. Sie nutzen die Auftritte hier eh als Sprungbrett und es gibt wenig Identifikation. Vielleicht mit dem Verein, aber weniger mit dieser Mannschaft. Also bleiben sie eine Wundertüte.
 
Ok, das orakelnde Pendel hat ausgeschlagen: Richtung Rostock. Eine ganz bescheidene 2/10 auf die 1.
 
Teamnews:
Rostock ohne Stephan Gusche (23, IV, 8/0/0), Lartey, mit nur einem Spiel, Jordanov (11/1/3), die alle schon vorher out waren,
Stuttgart II ohne Steffen Lang (19, RV, 12/0/0), Dominik Gallert (19, RV, ohne Einsatz), Marco Rapp (21, DM, ohne Einsatz), Timo Cecen (19, OM, 9/0/0), Christoph Hemlein (22, MS, 24/3/5)
 
Stuttgart, die Wundertüte, diesmal wieder mit einer sehr guten Leistung. Defensiv gut organisiert, und nach vorne stets gefährlich. Die Zuschauer in Rostock haben ihr Team zwar nicht aufgegeben —  gegen einen unattraktiven Gegner, im Negativlauf, und bei winterlichen Bedingungen ist das eine mehr als bemerkenswerte Zahl — , waren aber gegen Ende nahe dran, wie die Pfiffe bestätigten. Sicher, man spielt so gut wie es der Gegner zulässt, aber doch kann man nur von Rostock enttäuscht sein. Vorteile insgesamt für die Gäste, viele Chancen gab es nicht, aber auch da ein Plus für Stuttgart.

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Stuttgarter Kickers – Kickers Offenbach    0:2 (0:1)
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Zuschauer :  3.500   (Schnitt bisher: 3.897 ; Vorsaison: Aufsteiger)
Hier würde man am liebsten auch gleich aufschreien „ideal“, nur kommen einem die „Abers“ in den Sinn. Das größte hier: StuKi war ok beim 0:3 in Saarbrücken. Das zweite dies: Offenbach hat doch eher enttäuscht beim 0:1 gegen Erfurt, wobei das auch an einem starken Erfurt lag. Dennoch: die Einheiten sind in den Wind geschrieben und ermutigen tut einen das nicht, würde es nur, falls die Leistung ganz laut nach „Sieg“ geschrieen hätte. Hat sie aber nicht.
 
So bleibt es bei fast genau so bescheidenen 3 Einheiten auf X/2.
 
Teamnews:
StuKi ohne Royal-Dominique Fennell (23, IV, 12/2/0), Thorben Stadler (23, LV, 15/0/2), 
Offenbach ohne Markus Husterer (29, IV, 19/3/2), Christopher Lamprecht (27, RV, ohne Einsatz)
 
Das kann man schon als echten Abstiegskampf bezeichnen. Dazu der schwer bespielbare Boden. Die Hausherren versuchen natürlich, das Kommando zu übernehmen, sind auch leicht überlegen, kommen aber nur nach Standards zu gefährlichen Aktionen (was ja ausreichen könnte), konnte die beste davon aus 3 Metern nicht nutzen, als der einfache Ball an der Latte landete. Stattdessen gehen die Gäste in Führung.
Die Verunsicherung wird größer, die Gäste kommen besser ins Spiel, und schaffen nach der Pause sogar das 2:0. Nicht wirklich verdient, aber so viel hatten sie auch nicht zugelassen. Ein paar weitere Chancen hier und da, aber kein Treffer mehr.
Insgesamt sehr ausgeglichen, könnte man sagen, mit dem günstigen Verlauf für die Gäste. Natürlich müsste man das Spiel noch einmal sehen, wenn die frühe Riesenchance genutzt wird, aber doch bleiben die Stuttgarter Kickers schwach, während Offenbach — natürlich auch mithilfe dieser 3 Punkte — locker drin bleiben sollte. Nun haben sie 6 Punkte mehr, während StuKi punktgleich mit den anderen Konkurrenten stehen (nur Dortmund, bei zwei Spielen weniger, mit 3 Punkten hintendran).
Allerdings gibt es Neuigkeiten: Offenbach wurden zwei Punkte abgezogen. Damit sind es nur 4 Punkte Vorsprung.
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