Vorschau 3. Bundesliga 30. Spieltag

in Kürze:
kein Spieltag, mit dem man irgendetwas anfangen könnte. Irgendwie lautet bei jeder Partie das Gefühl „hier kann eigentlich alles passieren“. Natürlich sind die Paarungen — auch am Wettmarkt — deshalb noch lange nicht alle ausgeglichen, aber doch fehlt so die rechte Kampfabstimmung, sich mit den Einschätzungen anzulegen. Bei jeder Partie, so könnte man es auch sagen,  gibt es ein ziemlich gewaltiges „Aber…“.

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SV Wehen/Wiesbaden – Hallescher FC   (Entfernung: 419 km)
*** Spiel fällt aus
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So geht es gleich mal mit dieser Paarung hier los. Über beide hatte man in letzter Zeit doch etliche lobende Worte gefunden, Halle hat diese mit drei Siegen in Folge (nur ein Name hier genannt, Garant dafür: Furuholm, na gut, noch einer, zuletzt wieder da: Maik Wagefeld) bestätigt, und Wehen, mit denen man sich sogar angelegt hat („man“, also ich, der Autor, als Dummkopf) und die einen mit dem 2:2 gleich mal mächtig und teuer bestraften. Wie also könnte man hier eine überhaupt nur Neigung ausmachen, ohne sich nicht gleich zumindest verschämt in die Ecke stellen zu müssen? Neigung? Na dann doch eine — die nächste Ecke ist ja nicht so arg weit. Halle. Und kaum hat man dies ausgesprochen, setzt es auch schon die Ohrfeige, die man sich dazu verdient hat. Selbst verpasst. Aber im Ernst: Halle machte von zwei gleichermaßen sehr guten Teams sogar noch den minimal stärkeren Eindruck. So. Mehr bekommt aber auf keinen Fall heraus.
Teamnews:
Wehen ohne Thorsten Barg (26, IV, 2/0/0), Martin Röser (22, RM, 3/0/0 als Winterneuzugang), Alf Mintzel (31, LM, 24/2/7), wichtig,
Halle ohne Patrick Mouaya (28, IV, 13/0/0), Pierre Becken (25, IV, 9/0/0)
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SpVgg Unterhaching – 1.FC Saarbrücken   (Entfernung: 444 km)
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Hier gäbe es zwar ganz hauchzarte Ansätze, nur (was genau dem obigen „Aber“ gleich kommt) hat ausgerechnet die Mannschaft, die man zu stützen geneigt wäre, zwar ein tolles Ergebnis eingefahren, nur hat sie als einzige nicht wirklich überzeugen können, so sehr man es ihnen zugetraut hatte. 3:0 gegen StuKi hört sich komfortabel an, nur hatte Gästetrainer Gerd Dais kein bisschen unrecht, als er nach der Partie meinte, dass dieses Ergebnis keineswegs die Stärkeverhältnisse auf dem Platz reflektierte, sondern dass die Partie eher ausgeglichen war.  Unterhaching hat unter der Woche mal wieder ein Pünktchen geholt (0:0 bei Stuttgart II) und auch davor in Dortmund beim 1:2 jeden Lügen gestraft, der von einem Mangel an Einstellung gefaselt hat (wer war das nur? Einmal kurz aufzeigen bitte!). So. Es bleibt bei der ganz hauchzarten Neigung, dass Saarbrücken etwas holen könnte.
Teamnews:
Unterhaching ohne Stammtorhüter Stefan Riederer, Roland Sternisko (unbedeutend), und Florian Bichler (auch unbedeutend)
Saarbrücken ohne Tim Kruse (30, DM, 22/2/2), wichtig, Ufuk Özbek (20, ZM, 15/2/0), Manuel Stiefler (24, RM, 14/0/3), und Langzeitverletzten Markus Hayer
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SV Babelsberg – Borussia Dortmund II   (Entfernung: 469 km)
*** Spiel fällt aus
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Vielleicht kommt man hier zu etwas mehr als einer Neigung? Mal sehen. Babelsberg hat also einen Sieg eingefahren (2:1 in Aachen). Wie war ihr Auftritt? Er war ok, ja, gut, aber war er mehr? Nein, sicher nicht. Es gab drei Punkte, aber gerade in der Phase, als man einigem Druck ausgesetzt war — und es war die bedeutsamste Phase, nämlich die Schluss- — gelang mit einem Konter der Siegtreffer. Nun gut, man war auswärts, und auch ein Remis wäre ok gewesen, aber der Sieg, so schmackhaft er auch war, war mehr als schmeichelhaft.
Dortmund hat es ihnen aber gleich getan. Sie haben anfangs Unterhaching zwar überrannt und lagen früh mit 2:0 vorne, aber gegen Ende hätte der Gast auch längst das Remis verdient gehabt (ebenfalls 1:2 der Spielausgang). Beide also mit Siegen, die nicht voll überzeugen konnten. Beide im Abstiegskampf, was vielleicht Babelsberg einen kleinen Vorteil verschaffen könnte, da man gerade daheim als ohnehin robuste Mannschaft sich gegen die körperlich nicht ganz so ausgereiften Dortmunder einen weiteren kleinen Vorteil verschaffen könnte. Babelsberg 3 Punkte vor und 4 Tore besser, Babelsberg daheim, neigt es sich doch Richtung 1? Nein, es wird nichts, so gerne man vielleicht doch ein Spiel finden würde. Also doch ein Pass, mit der leichten Neigung zum Heimsieg, ok.
Teamnews:
Babelsberg ohne Stammtorhüter Frederic Löhe nach Rot,
Dortmund weiter nur ohne Marvin Ducksch
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FC Chemnitz – Arminia Bielefeld   (Entfernung: 453 km)
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Wenn man also Chemnitz oft genug gesehen hat — und tatsächlich gibt es auf mdr immer sehr lange Zusammenfassungen –, dann muss man sie einfach mögen, rein vom Fußball her, der gespielt wird. Ein klein wenig Bedauern vielleicht, dass sie den Anschluss nach ganz oben verpasst haben aufgrund etlicher ziemlich ähnlicher verlaufener Spiele — bessere Mannschaft, guter, technisch feiner Fußball, mehr Chancen, kein Sieg –, aber das soll einen natürlich als objektiver Beobachter nicht weiter scheren.
Bielefeld hingegen ließ vielleicht ganz winzige Zweifel aufkommen an ihrem wahren Können, obwohl man häufig genug argumentiert hat, dass sie ganz nach vorne gehören. Vielleicht kann es „put it that way“ (so ausdrücken): von den fünf ganz vorne wird es für sie am schwersten?! Zuletzt beim 1:1 gegen Münster waren sie auf alle Fälle nicht sehr gut, aber es war ja auch ein Derby.
Gegen Chemnitz niemals, aufgrund der Erkenntnis, dass sie vielleicht in Wahrheit an die gleiche Position wie Bielefeld gehören, könnte man sich nur hinter sie stellen, es wird aber nur zur Neigung, und kein ausgewachsener Tipp. Der Grund: sicher, zugegeben, dass alle Mannschaften bewiesen haben, dass sie voll spielen. Aber für die winzigen letzten Prozente braucht man vielleicht doch das große Ziel vor Augen, und das hat Chemnitz doch nicht mehr, bei 15 Punkten Rückstand. Neigung zur 1, das war es.
Teamnews:
Chemnitz weiterhin nur ohne Anton Makarenko,
Bielefeld ohne Tom Schütz (25, DM, 27/1/7), wichtig, Johannes Rahn (27, RM, 24/4/4), wichtig, Gelb-Rot.
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SV Darmstadt 98 – VfL Osnabrück   (Entfernung: 353 km)
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Hier gibt es genau so viele „Abers“ wie bei allen Partien zuvor. Darmstadt hat den Abstiegskampf angenommen und sich entsprechend verhalten. Es gibt nur dieses eine Ziel und nichts anderes zählt, was auch die Fans akzeptieren (und keine weitere Selbstzerfleischung stattfindet, soll das heißen). Das letzte Ergebnis war genau das, was man brauchte, um die Zuschauer auch für das nächste Spiel in Bewegung zu setzen: 2:0 auswärts, bei Stuttgart II. So kann es gehen. Man steh punktgleich mit Dortmund ganz hinten, aber nur 3 Punkte davor liegen gleich drei Teams, die man alle ganz schnell schnappen könnte (Babelsberg, Aachen und StuKi).
Osnabrück auf der anderen Seite hat zu Hause 2:2 gespielt gegen ein überlegenes Chemnitz, allerdings war man auch früh dezimiert. Der Punkt war gut für die Moral, aber ausgespielt wurde man dennoch im Grunde. Davor gab es ein 1:3 in Münster. Sicher kann das passieren, aber der Trend ist halt nicht positiv.
Was also könnte man hier tippen? Selbst wenn man fortgesetzt gegen Darmstadt gespielt hat — mit einigem Recht und Erfolg –, so ist dies hier nicht die günstigste Partie, um das fortzusetzen. Es würde andererseits natürlich nie reichen, sie zu übernehmen. Also bleibt: Pass.
Teamnews:
Darmstadt ohne Benjamin Gorka (28, IV, 17/1/0) nach Rot
Osnabrück ohne Martin Hudec (30, IV, 14/1/0), Niels Hansen (29, DM, noch ohne Einsatz), Massimilian Porcello, Langzeitverletzter, ohne Einsatz
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Rot Weiß Erfurt – Karlsruher SC   (Entfernung: 393 km)
*** Spiel fällt aus
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Die einzige Partie, die man, fast ohne Ansicht des Gegners, ohnehin immer spielen würde. Sieg KSC. Es geht nicht anders, so gut man auch selbst erkennen konnte, dass einige der letzten Leistungen nicht so überzeugend waren und dass gerade Erfurt (also auch hier: mehr als ein „Aber“) zuletzt richtig stark war beim 1:0 in Offenbach.
Es bleibt dennoch dabei, mit der gebotenen Vorsicht: 4 von 10 auf den KSC.
Teamnews:
Erfurt ohne nur ohne Tom Bertram (25, IV, 9/0/0),
der KSC ohne Sebastian Schiek (22, RV, 12/0/0)
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1.FC Heidenheim – Wacker Burghausen   (Entfernung: 275 km)
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Tja, auch hier wäre es ein einfacher Tipp, wenn es da nicht dieses gigantische „Aber“ gäbe. Denn: Burghausen hat vielleicht ausgerechnet in der letzten Partie die beste Saisonleistung geboten. Sie habe zwar verloren mit 1:2 gegen den KSC, aber sie hatten sie wirklich an der Reling („they got them reeling“; eher aus der Boxersprache, dass der KSC taumelte) und hätten den Punkt verdient gehabt. Vor allem Mokhtari erinnerte einen mal wieder daran, warum man in der Hinserie so häufig Werbung PRO Burghausen gemacht hatte.
Heidenheim dagegen hat das mühevolle 2:2 gegen Wehen geholt, in den Schlussminuten, als Trainer Schmidt schon beim 0:1 und in der 70. die Abwehr so gut wie ganz aufgelöst hatte und man eher längst das 0:3 hätte kassieren sollen. Das Comeback war natürlich großartig und sprach schon für die Moral und ohnehin würde man Heidenheim mit am wenigsten die Freundschaft kündigen.
Also auch hier: vorsichtige 4 von 10 auf die 1.
Teamnews:
Heidenheim ohne Andreas Spann, noch ohne Einsatz,
Burghausen ohne Ronald Schmidt (35, DM, 22/1/2)

*** Bei Heidenheim ist zudem der nicht nur hier viel gelobte Schnatterer gelbgesperrt. Damit wären die 4 von 10 wohl in der Tasche geblieben oder eine Kompromißeinheit draus geworden.***

 

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Preußen Münster – Alemannia Aachen   (Entfernung: 212 km)
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Glücklicherweise gibt es eine Paarung, wo man, mit oder ohne viele Worte, passt. Es ist diese hier, da die Alemannia beteiligt ist. Bewundernswert dennoch, wie gut sie immer wieder auftreten, mehr als unglücklich, wie sie das Spiel gegen Babelsberg mit der letzten Aktion noch verloren. Münster aber gerade zu Hause mit kaum Schwachstellen (9–5–0), aber es bleibt ja so oder so beim Pass, und auch ohne Neigung.
Teamnews:
Münster ohne Dominik Schmidt (25, IV, 7/2/0),
Aachen ohne Mario Erb (22, IV, 15/0/0), Thomas Stehle (32, IV, 10/0/0), Aimen Demai (30, DM, 2/0/0), Florian Müller (26, RM; 14/2/0), Sascha Rösler (35, HS, 7/1/1)
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Hansa Rostock – VfB Stuttgart II   (Entfernung: 823 km)
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Was sollte man nun noch über Rostock sagen? In der frühen Saisonphase stellte man sich meist gegen sie, weil der Markt, wie gewohnt, einen Absteiger überschätzt. Die Ambitionen mögen groß sein, aber meist sind entscheidende Säulen der Mannschaft des Vorjahres weg, zudem aber wundert sich jeder gebliebene, vermeintlich gestanden Zweitligaspieler, dass ja in der dritten eigentlich kein bisschen schlechter gespielt wird? Jedenfalls kann er seine Überlegenheit, falls er denn über eine verfügt, nur dann ausspielen, wenn er mit 100% herangeht. Und das ist oftmals das Problem. Man glaubt, nun kommen einfachere Partien — und täuscht sich nur aufgrund dessen, dass man sie für leichter hält und mit weniger als 100% auskommen möchte. Bis man sich daran gewöhnt hat, ist man eh nur ein Drittligaspieler und der Aufstiegszug, auf den die Fans einen so gerne aufspringen sähen und deshalb ein klein bisschen weniger geduldig sind ist längst ohne einen abgefahren. Eh man sich’s versieht ist man gar im Abstiegskampf verwickelt.
All dies liegt bei Rostock eine Weile zurück. Der erste Trainer ist eh längst verschlissen, das auch eine der Folgen, und dabei, wie so gut wie jeder andere, ist es so sinnlos, der Abstiegskampf längst ausgerufen, auch die Fans wieder auf Normalmaß geschrumpft, was die Ansprüche angeht, sogar nachgerüstet hat man ganz ordentlich, und so schlecht ist man ja nun doch wieder nicht, aber was passiert nun? Nun gehen die Partien dennoch in Serie verloren. Einfach so, ohne besonderen Grund, denn an der Leistung lag es oftmals nicht.
Tja, also wenige Worte waren das nicht. Zugleich hat man sie in der letzten Phase ein wenig gestützt und nicht den geringsten Lohn dafür erhalten. Soll man nun weiter auf sie? Oder doch wieder gegen sie?
Stuttgart spielt so, wie man es oftmals über sie gesagt hat: sie können Fußball spielen, die Betonung auf spielen, sie sammeln regelmäßig hier oder da ihre Punkte, steigen nicht ab und können nicht rauf. Sie nutzen die Auftritte hier eh als Sprungbrett und es gibt wenig Identifikation. Vielleicht mit dem Verein, aber weniger mit dieser Mannschaft. Also bleiben sie eine Wundertüte.
Ok, das orakelnde Pendel hat ausgeschlagen: Richtung Rostock. Eine ganz bescheidene 2/10 auf die 1.
Teamnews:
Rostock ohne Stephan Gusche (23, IV, 8/0/0), Lartey, mit nur einem Spiel, Jordanov (11/1/3), die alle schon vorher out waren,
Stuttgart II ohne Steffen Lang (19, RV, 12/0/0), Dominik Gallert (19, RV, ohne Einsatz), Marco Rapp (21, DM, ohne Einsatz), Timo Cecen (19, OM, 9/0/0), Christoph Hemlein (22, MS, 24/3/5)
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Stuttgarter Kickers – Kickers Offenbach   (Entfernung: 211 km)
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Hier würde man am liebsten auch gleich aufschreien „ideal“, nur kommen einem die „Abers“ in den Sinn. Das größte hier: StuKi war ok beim 0:3 in Saarbrücken. Das zweite dies: Offenbach hat doch eher enttäuscht beim 0:1 gegen Erfurt, wobei das auch an einem starken Erfurt lag. Dennoch: die Einheiten sind in den Wind geschrieben und ermutigen tut einen das nicht, würde es nur, falls die Leistung ganz laut nach „Sieg“ geschrieen hätte. Hat sie aber nicht.
So bleibt es bei fast genau so bescheidenen 3 Einheiten auf X/2.
Teamnews:
StuKi ohne Royal-Dominique Fennell (23, IV, 12/2/0), Thorben Stadler (23, LV, 15/0/2),
Offenbach ohne Markus Husterer (29, IV, 19/3/2), Christopher Lamprecht (27, RV, ohne Einsatz)
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