Rückblick Österreich, Heute für Morgen Liga, 23. Spieltag mit Linz – Altach

in Kürze:
Das war ja wohl gar nix. Die Wetten kamen nicht und das Gefühl trog einen auch. Ein Spieltag zum Vergessen. -10 Einheiten, je 5 auf Altach und St.Pölten verloren, und auch Hartberg hat nicht gewonnen. Bei der Vienna war man zwar neutral, aber man könnte eventuell eine leichte Neigung Richtung 1 herauslesen. Lediglich Grödig holte etwas, sogar einen Sieg, womit das Aufstiegsrennen auf jeden Fall neu eröffnet ist. Das ist zumindest insofern erfreulich, als es in nächster Zukunft mehr Spiele gibt, in denen es für beide um etwas geht, was auf jeden Fall zum Vorhersagen etwas besser geeignet ist, da man die volle Motivation voraussetzen kann.

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TSV Hartberg – SV Kapfenberg    1:3 (1:1)

Zuschauer :  1.200   (Schnitt bisher: 1.131 ; +15.9% gegenüber Vorsaison)

Kapfenberg einfach zu schwach vom Eindruck her, als dass man sie erneut stützen möchte. Der TSV Hartberg auf der anderen Seite sah doch sehr ordentlich aus beim 0:1 in Lustenau beim FC, als man auf das Siegestor drängte in der Schlussphase, und in der Nachspielzeit mit dem 0:1 übel überrascht wurde.

Was sagt einem das? Nur so viel: lieber nicht das Risiko eingehen, ins Feuer zu fassen. Man könnte sich nämlich die Finger verbrennen. Also: ein Pass.

Das Gefühl? Nun, ohne Geld zu setzen kann man das sprechen lassen: nach den beiden gezeigten Leistungen könnte es gut einen Heimsieg geben. Ob die leichte Derbytendenz dagegen spricht? 

 
Gute, offene, schwungvolle Partie von beiden Seiten, die nicht übertriebenen Wert auf die Defensive legten. Wohl mit ein Grund: beide derzeit ohne größere Sorgen aber warum sollte man auch so nicht einfach mal das tun, was man eigentlich am liebsten tut und die Zuschauer am liebsten sehen, nämlich Fußball spielen in der Absicht, ein Tor zu erzielen? So gab es halt gute Gelegenheit hüben und drüben und jeder Spielausgang wäre denkbar gewesen. Die Kapfenberger nutzen ein paar mehr der guten Chancen, so dass sie zu dem Sieg kamen.
Beide Mannschaften völlig intakt, mit guten Offensivbemühungen und weniger körperbetont und aufmerksam defensiv. So sahen aber eigentlich in der Hinrunde viele Spiele aus.

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Austria Lustenau – SV Grödig   1:2 (0:1) 

Zuschauer :  3.500  (Schnitt bisher: 4.281; +9.2% gegenüber Vorsaison)
So, wie Austria Lustenau zuletzt gespielt hat, würde man sie unter gar keinen Umständen haben wollen. Klar ist, dass sie im Heimspiel möglicherweise, auch zur Wiedergutmachung, ein ganz anderes Gesicht zeigen könnten, nur möchte man dies zuerst sehen und nicht darauf spekulieren. Zumal Grödig einen im Grund total überzeugt hat. Es gab einen Sieg, mit 2:1 bei der Vienna, und man hat schon über weite Strecken die Klasse demonstriert. Es sind nur noch 7 Punkte, mit einem Spiel in der Hinterhand, also wenn man dem Leader hier ein Bein stellen könnte, wäre man ganz dicht dran. Man wird es sicher versuchen, selbst wenn der Aufstieg in Grödig eigentlich kein Thema ist, im Schatten der Giganten von den Roten Bullen in der Nachbarschaft.

Das Gefühl sagt einem schon, dass Grödig hier etwas holt. Aber doch fürchtet man sich zu sehr vor einer Kehrtwende bei der Austria, zumal eben die großen Ambitionen bei Grödig nicht existieren.

 
Nach 4 Minuten bereits diese Situation: Freistoß für Grödig in der Nähe des Strafraumes, aber weit auf der linken Außenposition, Ball weit auf den anderen Pfosten gezogen, dort mit dem Kopf vor das Tor verlängert, wo eine Reihe Spieler nachrücken. Am hinteren Pfosten kommt einer der Angreifer mit dem Kopf heran und drückt ihn aus 2 Metern über die Torlinie. Soll nur heißen: 1.) Standards bekommen eine immer höhere Bedeutung, dem American Football gleich, und 2.) gut einstudierte Varianten kann man wieder und wieder beobachten, die Obiges unterstreichen. Wer es also begriffen hat, trainiert diese, und zwar mehr als alles Andere. Natürlich auch als Gegenwaffe. Sprich: Einstudieren gegnerischer Varianten beziehungsweise das Verteidigen allgemein gegen Standards. Kleiner Wermutstropfen: wenn es spielerisch nicht mehr geht, Tore zu erzielen (Schuld daran: Regelauslegungen, die den Stürmern keinerlei Freiheiten lassen; ein Räuspern genügt, und es gilt als Stürmerfoul) wird der Fußball doch ziemlich langweilig? Auch so hat man längst das Gefühl, dass die meisten Zuseher eh nur noch als Fans schauen, die anderen nichts weiter tun als die Tore zu zählen und nachher mal einen flüchtigen Blick auf die Tabellen werfen.
Dieses 0:1 natürlich, Zitat Daum, „für den Spielverlauf sehr wichtig“. A. Lustenau, von einem 0:5 heim gekehrt und auf Wiedergutmachung aus, liegt schon wieder zurück, diesmal vor den eigenen Fans. Sie kamen zwar zurück und schafften das 1:1, aber gut war ihr Spiel zu keinen Zeitpunkt. Auch Grödig hat nicht unbedingt imponiert, so dass man derzeit keinen echten Favoriten ausmachen kann für den Aufstieg (im Zweifelsfalle natürlich den, der vorne steht).
Also: kein gutes Spiel von beiden, mit wenigen Torchancen und erst in der Endphase etwas von dem gewohnten Druck der Austria zu sehen, insgesamt aber viel zu wenig für einen Spitzenreiter.

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Blau Weiß Linz – SCR Altach    1:1 (0:1)

Zuschauer : 1.000   (Schnitt bisher: 1.463; -38.5% gegenüber Vorsaison)

Hier sagt das Gefühl natürlich sofort: das macht Altach. Sie sind in die Spur gekommen, selbst wenn weiterhin nicht alles Gold ist, was da glänzt, aber nun stimmen immerhin die Ergebnisse, und mit denen werden die Leistungen verlässlicher. Ihnen gegenüber ein bald schon verzweifeltes Linz, welches vielleicht schon etwas früher die Flinte ins Korn werfen könnte. Es fehlt wohl einfach an Qualität, und zum Aufbäumen in dieser Situation braucht es fast noch etwas mehr als diese…

5 von 10 auf Altach Sieg.

 
Altach konnte nicht gewinnen, damit der Tipp in die Tonne. Sie waren sogar in Führung und sie waren eigentlich am Drücker — und doch reichte es nicht. Dabei hätte man mit einem eigenen Sieg sogar noch ein wenig vom Aufstieg träumen können. Bei dann 9 Punkten Rückstand?
Nach 90 Sekunden ein Lattenschuss von Linz, dann übernahm Altach — und ging nach 10 Minuten in Führung. Das sollte doch das Selbstvertrauen geben, einen derartigen Gegner zu bezwingen? Aber sie setzten nicht nach und Linz kam ganz gut ins Spiel. Chancen hatte, wenn überhaupt, nur die Heimmannschaft. Das war ziemlich wenig von Altach. Ergebnisverwaltung wäre, vom Zeitpunkt her, in der Auswärtsposition und überhaupt von der Spielanlage, ohnehin nicht das richtige Konzept, aber man müsste doch etwas von einer Überlegenheit erkennen lassen können? Das war nicht gegeben, Linz kam zum Ausgleich, nur noch eine gute Chance für Altach, und beinahe hätte Linz sogar den Sieg geholt — und es wäre nicht einmal unverdient gewesen.
Altach gar nix, Linz ordentlich.

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First Vienna – FC Lustenau   1:0 (1:0)

Zuschauer : 1.000   (Schnitt bisher: 1.622; -26.5% gegenüber Vorsaison)

First Vienna sah schon in ein paar Phasen ganz ordentlich aus beim 1:2 gegen Grödig und hätte am Ende sogar fast noch das Remis erzielt.
Fc Lustenau hat doch arg zu kämpfen. Sie habend das 1:0 gegen Hartberg geschafft, in der Nachspielzeit, und den eigenen Tipp damit bestätigt, aber doch war die Leistung mehr als mäßig. Da sie zugleich derzeit nur Finanzsorgen haben und keinerlei Ambitionen in der Liga, würde man sie sicher nicht noch einmal nehmen. Aber gegen sie spielen möchte man auch nicht, das macht: ein Pass.

 
Dies war wirklich ein sehr gutes Spiel, so erstaunlich das klingen mag. Hier konnten tatsächlich beide Teams gut gefallen. Es gab Torchancen auf beiden Seiten, und eine Menge gelungener Aktionen. Dies bringt einen zu diesem Schluss: irgendwie sind alle Mannschaften in der Liga gleich gut. Ob dies nur eine Momentaufnahme ist, mag eine offene Frage sein, aber tatsächlich kann man es gut so empfinden. Die Spitzenteams tun nichts dazu, ihre vorderen Positionen zu untermauern (Grödig erst mit dem zweiten Auftritt und vorwerfen kann man ihnen natürlich relativ wenig; umgehauen haben sie einen aber nicht, was in der Hinrunde ab und an der Fall war), und die hinteren punkten und punkten (Ausnahme vielleicht auch hier: BW Linz. Aber selbst die trotzen ja Altach ein Remis ab).
Gutes Spiel also, von beiden, First Vienna mit der ersten verwerteten Torchance, wobei bis dahin sogar die Gäste besser aussahen (20.), danach verteiltes Spiel mit teilweise gutem Druck der Gäste (und dies sah teilweise viel mehr nach Spitzenfußball aus als im nominellen Spitzenspiel), Chancen hüben und drüben, aber doch wäre das Remis verdient gewesen, Spielmacher und einer der besten in den Reihen der Gäste wurde nach zwei völlig lächerlichen Fouls, die beide kaum welcher waren, vom Platz gestellt, aber selbst danach noch machten die Gäste mächtig Dampf, wobei sich selbstverständlich gewaltige Räume für Konter auftaten, die ab und an der Vienna Chancen ermöglichten.
Sehr gute Spiel also, beide Teams konnten gut gefallen, aber noch etwas mehr die Gäste.

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FCN St.Pölten – SV Horn   1:1 (1:1)

Zuschauer :  2.600  (Schnitt bisher: 3.280; +131.8% gegenüber Vorsaison)

Hier kann man doch einen ganz guten Tipp abgeben: St.Pölten gewinnt das Spiel, kurz auf den Punkt gebracht. Die Gründe: die Leistung von Horn beim 5:0 gegen Austria Lustenau ist einfach nicht repräsentativ, was aber der Markt nicht wahrnehmen dürfte. Dieses Ergebnis hätte gegen diesen Gegner jede Mannschaft aus der Liga erzielt — und vermutlich ein noch klareres. Das war eine Nicht-Leistung vom Leader, man nennt es auch „ungenügend“ oder „Leistungsverweigerung“. Eingeladen zum Tore schießen täte es auch.

St.Pölten aber sah richtig gut aus. Sie haben zwar verloren in Altach, aber sie haben in Hälfte 2 sogar das Spiel dominiert und waren für eine Weile näher dran am Siegtreffer. Zu Hause wird man eh brennen, zumal selbst ihnen noch eine kleine Aufstiegschance bliebe bei Sieg, aufgrund der Niederlage –gepaart mit dieser Leistung — vom Spitzenreiter. 9 Punkte? Das wäre nicht aussichtslos — sofern man mit einem Sieg beginnt, und gleichzeitig die Konkurrenz sich gegenseitig die Punkte abnimmt.

Also: 5 von 10 auf St.Pölten Sieg.

 
Kein guter Tipp, kein besonderer Auftritt der St.Pöltener, denen man doch den Mangel an Selbstbewusstsein nach drei Niederlagen anmerkte. Sie waren schon zufrieden, einmal nicht zu verlieren. Horn zugleich war natürlich von dem 5:0 gegen den Leader gestärkt, was man auch ihnen anmerkte.
Dennoch eine Überlegenheit der Heimmannschaft in Halbzeit 1, ohne die überragenden Chancen zu bekommen. So, wie man sie teilweise in der Hinrunde zu Hause sah, waren sie jedenfalls nicht aufgelegt (und die Hoffnung darauf ja verantwortlich für den Tipp). Horn dagegen gut organisiert und nach vorne bis zum Schluss gefährlich, so dass man insgesamt doch sagen muss: eine ziemlich ausgeglichene Partie und ein gerechtes Remis. Beeindrucken konnte dennoch keiner der beiden, wobei eindeutig die Heimmannschaft mehr in der Pflicht steht. Horn aber in der Verfassung auf alle Fälle solides Mittelmaß und ein Abrutschen nach hinten — wie vielleicht vor nicht all zu langer Zeit mal für möglich gehalten — kaum vorstellbar.

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