Rückblick Schweiz Raiffeisen Superleague 23. Spieltag

in Kürze:
Ein sehr guter Spieltag, wie es ja bereits in diesem Abschnitt hier „in Kürze“ in der Vorschau bereits hieß: Doch ziemlich interessante Paarungen am Wochenende, wo man den einen oder anderen Tipp wagen kann. Ja, es gab die interessanten Paarungen — und die den Vorhersagen entsprechenden Ausgänge. Einzig Luzern ging in die Hose, so dass hier stehen: GC +3, Luzern -5, +3 auf Lausanne X/2, +5 auf FCZ Sieg, +8 auf den FCB. Das sind in der Summe (bei weiterhin naiver Rechnung), immerhin stattliche + 16. Das „erwirtschaftete“ Torverhältnis liegt bei 12:2 für die gespielten Mannschaften, so dass man sich ganz genüsslich mal auf die Schulter klopft.

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Grasshoppers Club Zürich – FC St.Gallen    3:1 (1:1)

Zuschauer : 8.900  (Schnitt bisher: 8.695)

Nein, wie es aussieht, sind die Zeiten des FC St.Gallen vorbei. Sicher, ja, man sah auch beim 0:2 in Bern nicht so schlecht aus über die gesamte Zeit, auch ein 0:1 in Sion (mit eigenen Chancen) oder ein 0:1 in Basel sind nicht die Katastrophenergebnisse, zwischendurch das 4:0 gegen den FC Luzern, was aber doch zu hoch ausfiel (und bei frühem 11 gegen 10 zustande kam), aber doch gibt es dieses gravierende Problem: im Grunde ist man mit dem Erreichten irgendwo zufrieden. Man ist als Aufsteiger furios gestartet, hat die Tabelle angeführt oder ganz vorne mitgemischt, man hat Schwergewichte ins Straucheln oder gar zum Fallen gebracht, man hat das Stadion stets gefüllt und die Erschienen oft genug mitgerissen und für Begeisterung gesorgt. Nur ist man halt noch immer Aufsteiger und kann dies nicht einfach aus den Köpfen streichen. Dieses Phänomen gibt es doch recht häufig zu beobachten: Eine Mannschaft schneidet weit über Erwarten gut ab — und rutscht letztendlich doch ab (Unterhaching, Burghausen in Liga 3). Aber nicht etwa, weil die Befähigungen fehlen oder irgendwelche anderen Mängel auftauchen, sondern schlicht deshalb, weil man es nicht schafft, kollektiv nicht schafft, sich gegen einen gewissen Schlendrian zur Wehr zu setzen. Für die ganz großen Taten, so merkt man irgendwann, reicht es am Ende doch nicht und der Virus greift um sich: wir stehen besser als erwartet, es ist alles ok, wie es ist.

GC verteidigt die Tabellenführung. Ob sie es bis zum Schluss durchhalten können, soll hier gar nicht zur Debatte stehen. Aber: GC ist ein Traditionsclub und GC hat etliche Titel geholt in der nicht mehr ganz jungen Vergangenheit. GC hat eine kurze Leidenszeit hinter sich, in welcher man den ganz großen Ansprüchen nicht genügen konnte, aber doch spielt man eine sehr gute Saison und hat die Chance, den Vorsprung, zumindest für heute, festzuhalten. Zugleich hat man 5 Spiele lang kein einziges Tor kassiert. Die 0:0 in Basel und Lausanne zuletzt heben sich in etwa auf (nur die Dreipunkteregel wirkt störend), denn das 0:0 in Basel ist ein Erfolg, das 0:0 in Lausanne ein winziger Misserfolg, also von Formkrise kann weit und breit nicht die Rede sein. Davor gab es ein ehrenwertes 2:0 gegen YB, so dass man im Prinzip auf Kurs ist. Von 10 Heimspielen konnten 7 gewonnen werden, was definitiv eine gute Quote ist.

Hier stehen die Zeichen auf Sieg GC. 4 von 10 auf die 1.

Teamnews:
GC kann nicht einsetzen Taulant Xhaka (21, RV, 19/0/1), Veroljub Salatic (27, DM, 18/1/0), wichtig, Shkelzen Gashi (24, LM, 15/1/1), und Izzet Hajrovic (21, RA, 21/6/6)
St.Gallen muss nur weiterhin verzichten auf Dzengis Cavusevic (25, MS, 13/4/2)

Die Teamnews nicht gerade günstig, also lieber nur 3/10.

 
Salatic war übrigens doch dabei, auf die Teamnews scheint nicht immer Verlass. GC gleich mit dem ersten Angriff zum ersten Tor, und ein guter Beleg dafür, warum der Leader in der Winterpause den Thuner Anatole Ngamukol geholt hat. Er ist pfeilschnell, sehr gewandt — tja, wie sagt man nun politisch korrekt zu den erkennbar tiefer gebräunten? Jedenfalls ist eine gewisse Gewandtheit typisch für diese — und im Abschluss letal. Das 1:0 beflügelte aber nicht so, wie man es erhofft hätte. St.Gallen kam auf, hatte mehr Spielanteile und Chancen, und kam zum verdienten 1:1 (26.). Danach eine schwierige Partie, in welcher St.Gallen auf jeden Fall seine Ligaposition bestätigte: sie sind gut. Dennoch erzielte ausgerechnet der Rückkehrer Salatic nach einer gelungenen Aktion das 2:1. Danach gab es einen Platzverweis gegen St.Gallen und die Angriffsbemühungen konnten beinahe nur die eine Folge haben: irgendwann fällt das 3:1. Bei der Vielzahl der Konterchancen hätte vielleicht noch mehr rausspringen können, eine größere Bedeutung hätte es aber nicht gehabt.
Also: der Tipp war zwar vielleicht ok, aber doch hat man St.Gallen vielleicht etwas zu früh „abgeschrieben“, in dem Sinne, dass man eine mangelnde Einstellung vorhergesagt hat?

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FC Luzern – Servette Genf   1:1 (1:1)

Zuschauer : 10.827  (Schnitt bisher: 12.083)

Ja, da ist es nun, das „Abstiegsendspiel“, zumindest ist es dies für Servette. Verlieren verboten, könnte man sagen, denn dann wären es 8 Punkte Rückstand, und auch sonst nur eventuell Lausanne mit 7 Punkten vor noch in Reichweite, aber daran denkt man in diesem Moment sicher nicht. Hier spielt 9 gegen 10, hier ist das Team, welches man, zwecks Anschluss halten, besiegen müsste, wenigstens ein Remis holen.

Auf der anderen Seite der FC Luzern, der, als Vizemeister gestartet, auch ein klein wenig Opfer der dadurch übertriebenen Ansprüche geworden ist. Unzufriedenheit bei den Fans, auch gute Leistungen werden teils gar nicht, teils nur zu einem Drittel (mit Remis nämlich) „belohnt“. Schon pfeifen die Fans, schon sind die Beine gelähmt, schon muss ein Trainer gehen, und mit welchem Effekt? Systemumstellungen, ja, gut, personelle Wechsel, gut und schön, aber Glück kann man sowieso nicht erzwingen (das scheint nur Deutschland zu gelingen, oder ist es bei ihnen angeboren? Eine Art Glücksgen?) und die Qualität ist nun mal nicht höher als bei vielen anderen. So kommt Fehler zu Fehler (der größte: Niederlagen fest mit Fehlleistungen und Ansprüche zu haben, die dem Level nicht entsprechen; wenn man beispielsweise eine Saisonvorschau von allen Teams liest, mit ihren Hoffnungen, Wünschen und Träumen, geknüpft aber an realistische Überlegungen, wie man dann meinen soll, kommt heraus, dass gar keine absteigen kann, mindestens drei Mannschaften auf 1 stehen, etwa zwei auf 2, drei auf 3, und der Rest mindestens auch um Europa mitspielt; man neigt also dazu, auch von Vereinsseite aus, Hoffnungen zu wecken mit vermeintlich wohl überlegter Vereins- und Personalpolitik). Aber doch kehrt irgendwann der Alltag ein. Auch die Fans begreifen eines Tages, dass es zwar mal Trauben zu sehen gab, nur dass diese unerreichbar hoch hängen, und weiterhin spürt man, dass, wenn man nun noch weiter pfeift, trotz allen redlichen Bemühens der kurz zuvor noch heiß geliebten Kicker dort unten, anstatt süßer Trauben nur noch trister Abstiegssumpf winkt, oder bald nur noch ein Scherbenhaufen aufzukehren ist. So zieht man irgendwann doch mal wieder am gleichen Strang und sagt sich: wie kommen wir unten wieder raus? Es geht nur gemeinsam.

Nun gut, eine lange Vorrede, ein vergleichsweise kurzer Sinn: beim FC Luzern waren die deutlichen Anzeichen der Besserung in der Partie gegen Thun zu sehen. Aaron Winter hat seine Form wieder, scheiterte x Mal nur mit Pech, und auch sonst deutete alles auf einen Sieg hin, bei reichlichen Chancen. Dass er nicht erzielt wurde, bedeutet nur dieses: nächste Woche wieder probieren, dann klappt es irgendwann. Nur keine Schuldzuweisungen oder neuerliche Unruhe, im Team und auf den Tribünen. Bei Servette ist es doch ein Qualitätsproblem. Es ist ein Aufbäumen zu erkennen, das schon, aber es dürfte einfach nicht reichen in diesem Jahr.

So ist alles geklärt: Luzern holt sich die im Spiel gegen Thun liegen gelassenen Punkte hier und heute zurück. 5 von 10 auf Luzern.

Teamnews:
Luzern ohne Ersatztorwart Wüthrich , Daria Leczano (22, OM, 14/2/2), und Stephan Andrist (25, RA, 14/4/1)
Servette fehlt nur Omar Kossoko (24, OM, 2/0/0), der Winterneuzugang nach Gelb-Rot out.

 
Ein sehr gutes Spiel mit vielen Chancen für beide Seiten. Luzern vollkommen in Takt, trotz der, wie selbstverständlich auch im kleinen Nachbarland, welches man früher vielleicht für „beschaulich“ erklärt hätte, Diskussionen um den Trainer Komornicki. Diese Diskussionen natürlich völliger Unsinn, wenn man einen derartigen Auftritt sieht. Man kann Siege einfach nicht erzwingen, und das Glück auch nicht — trotz anders lautender Thesen dahin gehend. Sie waren gut, sie haben die Chancen gehabt, eine Vielzahl derselben, wie im Heimspiel davor gegen Thun auch, sie laufen, ackern, tun, was sie können, aber einige Male stand die Torstange im Wege, einige andere Male andere Formen von mangelndem Glück.
Servette in Hälfte 1 aber durchaus ebenbürtig, nur eben die 2. Hälfte ging so deutlich an Luzern, dass man den Tipp dringend für sehr gut erklären muss. Das Minimalziel, das Spiel nicht zu verlieren, ist aber erreicht, denn die 5 Punkte Vorsprung sind erhalten geblieben.

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FC Sion – Lausanne Sports   0:1 (0:1)

Zuschauer : 9.300  (Schnitt bisher: 11.027)

Hier, in einem weiteren Duell der französischen Schweiz, könnte man nur die eine Seite nehmen: die der Gäste. Man hat schon einige Male für sie Werbung gemacht und sie haben einen auch häufig genug belohnt, so dass man mit der Einschätzung (einer vom Markt abweichenden) nicht gänzlich unzufrieden sein muss. Auch das 0:0 gegen GC muss als Erfolg gelten, zumal man selbst näher am Sieg war als der Spitzenreiter. Andererseits könnte sich der Ausfall von Rodrigo (zurück in Brasilien, auf eigenen Wunsch) eines Tages bemerkbar machen, aber wieso sollte man daran eigentlich denken nach einem guten Spiel?

Wenn man in dieser Saison den Namen „Sion“ hört, dann muss man automatisch „Chaos“ denken. Ein allmächtiger Präsident, der der Ansicht zu sein scheint, dass man den Erfolg nach Belieben erkaufen kann, selbst wenn man dabei unzählige Personen liquidieren muss. So kann man einfach, auch als Spieler, nicht Fußball spielen. Wenn man ein Spiel nicht gewinnt, dann hat man sowieso nächste Woche einen neuen Trainer? Nein, das kann es nicht sein. Man möge gerne im Archiv nachlesen, aber das Problem wurde bereits an einem der ersten Spieltage erkannt und auseinander gesetzt. Der allmächtige Constantin, der sich in alles einmischt, sogar in die Aufstellung, und dem Trainer Vorschriften machen möchte — was dem ersten bereits nach wenigen Wochen zum Verhängnis wurde.

Also: bitte nur bescheidene 3 von 10 auf X/2.

Teamnews:
Sion tritt an ohne Aislan (25, IV, 12/0/0) und Xavier Margairaz (29, RM, 16/5/1)
Lausanne ohne Ibrahiim Tall (31, IV, 13/0/0)

Der Tipp ging auf, aber man muss ganz ehrlich sagen, dass es einer ganzen Menge an Glück bedurfte dafür. Sicher, ja, man hatte den Außenseiter, man hatte auch einen Tipp auf X und 2 abgegeben, so dass man sozusagen noch ein Tor Luft hatte, weiterhin hat man auf die Stärken eines Chris Malonga vertraut, der diese auch mit seinem tollen Solo mit gelungenem Abschluss zum 1:0 traumhaft zur Schau stellte, aber doch muss man eingestehen, dass von einem Mangel an Einstellung beim FC Sion keine Rede sein konnte. Sie haben gut gespielt, eigentlich von Anfang bis Ende. Gennaro Gattuso, als x-ter Trainer (und zwar als Spielertrainer) eingestellt, hat sich selbst NICHT aufgestellt — was jedenfalls für ihn spricht — sondern nur von der Seitenlinie aus engagiert gecoacht.
Also: nach gutem Beginn von Sion machte Lausanne das Tor durch diese feine Einzelleistung (15.), danach ziemliche Einbahnstraße  auf das Lausanner Tor, mit einigen guten Chancen, dann sogar ein Platzverweis gegen Sion — auch dieser berechtigt — und selbst in Unterzahl eine Halbzeit lang Dauerdruck auf das gegnerische Tor mit weiteren, teils phantastischen Torchancen: das war schon sehr stark von Sion. Wie allerdings Constantin, der allmächtige Präsident, nun wieder reagieren wird? Falls er Sachverstand hätte, so würde er einfach nur sagen: „Pech gehabt, weiter so, mit diesem Team können wir Einiges erreichen.“ Zumal Neuzugang Reggazoni erstmals ran durfte, noch nicht gut war, da ihm die Bindung fehlte, ausgewechselt wurde, aber sicher später als Verstärkung erscheinen könnte.
Folglich: ein glücklicher Sieg für Lausanne, denen man natürlich keine großen Vorwürfe machen kann, ein glücklicher Eingang der Wette, und ein gutes Sion, denen man aber, aufgrund des gespenstischen Constantin dennoch lieber nicht vertrauen mag.
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FC Thun – FC Zürich   0:4 (0:1)

Zuschauer : 5.101  (Schnitt bisher: 5.413)

Auch in dieser Partie scheint das Feld bestellt: der FC Zürich ist in bestechender Form. Sie sind diejenigen, denen man es unter den gegebenen Umständen am ehesten zutraut, noch nach Europa zu stürmen. Im Wege stehen die Young Boys (da die große Finanzkrise), der FC Sion (die oben angesprochene „Dauerkrise“), und der FC St.Gallen, mit ebenfalls oben beschriebener Situation, und von diesen Dreien muss man nur zwei überholen, wobei es bis zu 9 Punkten Abstand ist. Aber bei 14 noch zu spielenden Runden ist es, wenn man den Lauf fortsetzt, dennoch denkbar.

Der FC Thun hat durchaus imponiert, auch und trotz des Wegganges von Topangreifer Ngamukol zu GC. Nur haben sie gerade im letzten Spiel zwar ein 0:0 geholt (in Luzern), aber wurden im Grunde überrannt. Davor hat man zwar 4:0 gewonnen, aber das war gegen einen von der 1 bis zur 11 gelähmten FC Sion. Davor 1:1 gegen Servette (zu Hause ganz sicher kein Erfolg) und ein 0:0 bei Servette (auch nicht gerade grandios). Was bleibt also? Vier Spiele ungeschlagen, nur unter welchen Umständen?

Der FCZ wird diese Partie hoch konzentriert angehen und nicht etwa diesen Gegner unterschätzen — genau dafür haben die äußerlich guten Ergebnisse gesorgt. Wenn sie dieses t(h)un, wird die Qualität den Ausschlag geben. Und diese liegt in deutlich höherem Maße bei den Gästen.

5 von 10 auf den FCZ Sieg.

Teamnews:
Thun spielt ohne Dennis Hediger (26, DM, 14/0/2) und Renato Steffen (21, LM, 10/2/4),
der FCZ muss auf André Goncalves (21, RV, 1/0/0), Burim Kukeli (29, ZM, 12/0/1), und Mario Gavranovic (23, MS, 21/5/4) verzichten.

Da auch hier der beste Mann fehlt, 4 von 10 auf die 2. Allerdings wurde er ja perfekt durch Drmic ersetzt.

 
Der Tipp ging auf, die Geschichte zu der Partie ganz schnell erzählt: die erste gelungene Flanke des FCZ wird direkt von einem Thuner Abwehrspieler ins eigene Netz verlängert, kurze Zeit später eine (berechtigte) Gelb-Rote Karte gegen Thun, womit die Partie schon so gut wie gelaufen war. Es entfällt ein tiefer gehendes Urteil über die Qualitäten der Teams, aber die 4 Tore sind natürlich weiteres Balsam für den FCZ, dem der Sieg mit ein paar Toren, so oder so, natürlich kein schlechtes Zeugnis ausstellen kann und nach weiteren Großtaten ruft.

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FC Basel – Young Boys Bern   3:0 (1:0)

Zuschauer : 27.818  (Schnitt bisher: 28.368)

Auch eine ganz einfach zu tippende Partie: der jüngste Erfolg der Young Boys mag ihren Anhängern genügend Sand in die Augen gestreut haben (sowie auch den Wettanbietern) zu vergessen, dass nur ein riesengroßes Fragezeichen über dem Club steht. Die Leistungen werden garantiert nicht zu halten sein, so die hier mutig getätigte Prognose. Wie auch immer die Spieler reagieren( siehe Beispiel Alemannia Aachen, wo man definitiv den Hut ziehen kann), aber es kann nicht gut gehen, nicht im Sinne von „Europa, wir kommen“.

Auf der anderen Seite steht ein FCB, der nun die Form der vergangenen Saison gefunden zu haben scheint und, wie man genau so mutig hier wagt zu prophezeien, auf dem Weg zum Titel doch nicht aufzuhalten sein wird. Mag sein, dass man sich bei einem einzigen derartig gezeigten Spiel bereits etwas zu weit aus dem Fenster lehnt, aber manchmal können doch 90 derartige Minuten schon ausreichen, um all das an Klasse aufzuzeigen, was im Team vorhanden ist. Und auch dies ein Ergebnis jahrelanger Beobachtung: wenn es ein Team (wie der FCB hierzulande etwa) schafft, sich in diese Form zu spielen, dann gibt es keinen Grund, dass dies wieder nachlässt. Beide sind Rot-(Blau), beide sind FCB, beide sind es gewohnt, Meister zu werden, beide haben also das „mir san mir“ im Blut.

Hier ist der Fall sonnenklar: der FC Basel gewinnt das Spiel, hier gerne 7 von 10 riskiert.

Teamnews:
Der FC Basel muss Aleksander Dragovic (22, IV, 20/2/0) nach Gelb-Rot (und den zuvor erzielten zwei Treffern) ersetzen, weiterhin fehlen Fabian Frei (24, OM, 16/1/1) wegen Gelbsperre, Darko Jevtic (20, OM, 1/0/0), und weiterhin Raul Bobadilla (Winterneuzugang und noch ohne Einsatz)
Bei YB fehlen Ersatztorhüter Ivan Benito (36, ohne Einsatz), Franciosa Affolter (21, IV, 3/0/0), Christoph Spycher (34, LV, 9/1/0), Alexander Farnerud (28, OM, 20/4/4), Josh Simpson (29, LA, ohne Einsatz), Gonzalo Zarate (28, RA, 10/2/2), Samuel Afum (22, MS, 3/0/0)

Damit man sieht, dass es auch anders herum geht: die Teamnews sprechen für den FCB, also 8 statt 7 auf den Heimsieg.

 
Kritisch muss man hier zu sich selbst sagen, dass die Donnerstags Begegnung vielleicht doch nicht genügend berücksichtigt wurde. Ein großer Erfolg für die Bebbi, Dnjepropetrowsk auszuschalten, ein sehr breiter Kader, aber doch geht es immer wieder um die Konzentration, das Umschalten auf einen anderen Wettbewerb, innerhalb weniger Tage. Sicher, man kennt das in Basel (so wie beim FCBayern auch), aber doch bleibt es auch für die ganz Großen immer wieder ein kleines Problem (ein größeres für die Kleineren).
Trainer Yakin hatte das Problem auf diese Art versucht zu lösen: Rotation. Nur bringt diese ein anderes Problem mit sich: die Mannschaft kann so nicht eingespielt sein, abgesehen davon, dass man doch noch immer von einem gewissen Leistungsgefälle ausgehen kann. Kurzum: die Wette war nicht so gut, wie das Ergebnis es suggerieren mag. Eher im Gegenteil: der Sieg war beinahe glücklich (was bei einem 3:0 schon eine gewagte und wohl selten gehörte Aussage ist). YB von Anfang an besser, sie haben die Chancen, drei vielleicht, der FCB kann nur zwei vorweisen — und dennoch die Führung. YB danach weiterhin das bessere Team, mit weiterhin guten Chancen, die Tore erzielt fortgesetzt Basel.

Der Tipp ging auf, besonders war er nicht. Sicher kann man irgendwann auch auf die Vollstreckerqualitäten verweisen, die zweifellos bei einem Spitzenteam mit einem guten Lauf und davon ausgehend hohem Selbstvertrauen vorhanden sind. YB sah aber wirklich intakt aus.

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