Rückblick Österreich Heute für Morgen Liga 22. Spieltag

in Kürze:

Die Mehrzahl der Wetten ging auf, so dass man zufrieden sein könnte — wenn man denn nicht feststellen würde, dass so gut wie alle schlecht waren. +6 auf Altach, +6 auf FC Lustenau, +6 Kapfenberg, und -6 auf Austria Lustenau. Das negative, erspielte Torverhältnis von 4:6 mag besser reflektieren, wie es eigentlich ausgesehen hat. Nämlich: mies. Dennoch stehen da nun +12 Einheiten.
 

Generelle Anmerkung: auf den Umstand, dass die Einheiten nur per Milchmädchenrechnung abgerechnet werden, war bereits hingewiesen worden. Dennoch ergibt es sich irgendwie insgesamt, dass man in etwa Quoten um die 2.0 spielt oder empfiehlt. Das würde bedeuten, dass es langfristig gerade so aufgeht. Vielleicht wird es aber bald korrekt abgerechnet, dies auch als Maßzahl für die Qualität der Vorhersagen.

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SCR Altach – SKN St.Pölten   2:1 (1:1)

Zuschauer: 2.400   (Schnitt bisher: 2.745; -19.8% gegenüber Vorsaison: )

Eine ganz klare Angelegenheit: St.Pölten total außer Form, mit ein paar bösen Pleiten (1:7 gegen Kapfenberg, davor 1:3 beim FC Lustenau), während Altach nun doch schon auf eine kleine Serie zurückblicken kann, in welcher zwar noch lange nicht alle Gold war, was glänzte, aber sie sind auf einem guten Weg. Das 2:2 beim Leader kam schon einem Ritterschlag gleich. Denn: in diesem Spiel war klar, dass Altach ernst genommen wird (wohingegen die Topteams gegen Mannschaften von unten ab und an mal Punkte abgeben, weil sie a) diese Gegner unterschätzen können und b) diese ab und an mit der Taktik „alle Mann auf die eigene Torlinie, vorne hilft der liebe Gott“ erfolgreich sein können), und Altach spielte vollwertig mit.

Sicher ist der Weg nach ganz oben zu weit für die Altacher, aber einem Sturm auf Rang 2 könnte gerade in dieser Partie auf den Weg gebracht werden. Noch steht der Gegner da, noch hat er 6 Punkte mehr. Aber: ein Sieg hier und einer im Nachholspiel, und man wäre gleichauf, könnte die anfangs so verkorkste Saison noch zu einer vernünftigen machen.

6 von 10 auf Altach Sieg.

Teamnews:
bei Altach fallen aus Aaron Kircher (21, LV, 2/0/0), Daniel Luxbacher (20, LM, 20/2/0) mit Gelbsperre, ein wichtiger Mann, sowie Felipe Dorta (16, MS, 11/0/0)
bei St.Pölten sind es Raphael Rathfuss (26, IV, 7/0/0), Patrick Schagerl (20, LA, 2/0/0), Robert Gruberbauer (24, MS, 19/3/2), wichtig, Albert Manteca (24, MS, ohne Einsatz als Winterneuzugang für Segovia verpflichtet)

 
Eine sehr gute Partie, von beiden Seiten. St.Pölten gegenüber dem 1:7 gegen Kapfenberg nicht wieder zu erkennen. Hier zeigten sie, dass sie, allein aufgrund des Weggangs von Segovia, noch lange das Fußball spielen nicht verlernt haben. In Hälfte 1 lagen die Vorteile zwar noch bei Altach, aber in Hälfte 2 bei St.Pölten, wobei deren Überlegenheit in Hälfte 2 fast noch größer war als die umgekehrte vor der Pause. Remis wäre also das gerechte Ergebnis gewesen, so viel muss man ehrlich anerkennen. Das Problem lag aber kein bisschen an der Einschätzung von Altach, sondern eher an der Metamorphose der Gäste. Hätte man diese vorhersehen können oder gar müssen? Nein, das wohl kaum, insofern kein Vorwurf an sich selbst wegen einer schlechten Wette.
Die Geschichte der Partie so (und man bedenke bitte, dass es wesentlich mehr gibt als jene der deutschen Kommentatoren, die nur eine Art von Spielergebnissen kennen: verdiente, weil nämlich die Tore zählen, wie so uns in schöner Regelmäßigkeit, allerdings ohne unser Phrasenschwein aufzufüllen, erklären): Altach möchte seine Favoritenstellung im eigenen Stadion sofort zur Geltung bringen. Dies gelingt ihnen ganz gut und sie kommen zu Chancen, mit glänzender Einstellung, guter Stimmung im Stadion, und fußballerischer Klasse. Die größte: ein Spieler ist frei durch, allein auf den Torwart, kommt Millimeter vor dem in Kung-Fu Manier aus dem Tor stürzenden an den Ball, noch außerhalb des Strafraums, versucht, den Tormann zu überlupfen, sieht aber bereits den unvermeidlichen Crash auf sich zukommen und zieht deshalb leicht zurück. Der Crash passiert, der Angreifer schlägt einen Salto und bleibt ziemlich übel zugerichtet liegen. Was ist die Entscheidung? Natürlich diese: weiter spielen. Kein Freistoß, kein Rot, kein Tor, da der Ball am Tor vorbei hoppelt.
Was  soll das nur? Merkt man denn nicht, dass man, wenn man derartige Aktionen legalisiert, zugleich das Spiel zugrunde richtet? Diese Aktion des Tormanns mag zwar Gang und Gäbe sein, nur ist sie nichtsdestoweniger unsportlich, ach was, weit mehr als das. Die Torhüter, die sich darauf spezialisiert haben, sich in das Getümmel zu stürzen, die also die körperliche Robustheit mitbringen, abgesehen von meist sehr stattlichen Ausmaßen, gegen Angreifer, die sich doch bitte schön weiterhin, zur Gaudi und zur Unterhaltung des Zuschauers, zur Schönheit des Spiels, aber auch für den Erfolg, bitte sehr auf ihre technischen Fähigkeiten stützen sollen und nicht auf körperliche Robustheit, das ist doch ohnehin schon ein ungleiches Duell? Wenn aber der Tormann zu erkennen gibt, dass er rücksichtslos alles abräumen wird, was sich ihm in den Weg stellt — dies gälte natürlich auch bei jedem anderen Spieler –, selbst wenn er denn den Spieler nachher verfehlen sollte, wohl meist dessen Geschick zu verdanken, der eine Attacke auf die Gesundheit fährt, ja, da muss man doch einfach diesen vom Spiel ausschließen? Nicht allein wegen der Grobheit dieser Aktion sondern, wie es juristisch so schön heißt, um ein Exempel zu statuieren. Wenn man es durchgehen lässt, dann wird sich dieser Keeper doch nur sagen: „Hab ich doch clever gemacht. Unser Team vor einem Rückstand gerettet. Mach ich nächste Mal wieder so. Und, ich weiß gar nicht, was ihr wollt? Der Mann konnte sogar weiter spielen, ich habe ihm nicht einen einzigen Knochen gebrochen. Ist er doch selbst schuld, wenn er zurückzieht? So wird’s gemacht und damit Basta!“
Altach ging dennoch in Führung, und zwar verdient, selbst wenn St.Pölten gut und bemüht war, selbst ab und an gefährlich. Kurz vor der Pause dann ein Glücksschuss eines St.Pölteners, der das 1:1 brachte. Sicher ist es immer ein Kunst, überhaupt zum Abschluss zu kommen, dazu die grobe Richtung Tor einzuhalten. Aber es gelingt eigentlich selten, durch eine Traube von Spielern hindurchzukommen, dazu mit dem „perfekten“ Abfälscher eines eigentlich sehr gut reagierenden Abwehrspielers, der den Ball genau an den Händen des Keepers vorbei ins äußerste Toreck lenkt.
So stand es 1:1 und es war einfach nicht ganz das richtige Ergebnis. Klar, dass die Gäste nun noch mehr Mut schöpften, im gleichen Maße, wie die Euphorie beim zuvor führenden Gegner verflog. St.Pölten also besser, aber eben mit dieser Vorgeschichte: hätte Rot geben müssen, lag nur 0:1 zurück, erzielt ein Tor durch einen abgefälschten Schuss.
In der 76. Minute dann zückte der Schiri tatsächlich Rot. Und hatte der Sprecher zuvor noch eifrig Rot gefordert gegen den Keeper, so war ihm diese Aktion nur gelbwürdig. Verstehen tut er dabei nicht, dass dem Ref vielleicht zur Pause schon klar wurde, aufgrund der Ansicht der Aufzeichnungen, dass er ein klares Rot versäumt hatte und nun vielleicht etwas schneller damit zur Hand ist? Es würde auch genügen, sich die Szene genauer anzuschauen. Denn: im Mittelfeld ein Befreiungsschlag eines Altachers, der Gegenspieler kommt entgegen und hält den Fuß drauf. Da der Schiri direkt daneben steht, kann das Rot auch, ohne die Vorgeschichte, so durchaus als berechtigt gelten.
Jedenfalls Altach ab der 76. Minute ein Mann mehr — und nutzte dies bald zum 2:1, wonach es noch etliche weitere Chancen gegen die dann aufrückende Abwehr gab.
Soll man es nicht doch als verdient bezeichnen dürfen, ohne die 5 Euro abzuführen?
Altach jedenfalls in der Verfassung, die sie ganz nach oben schielen lassen könnte, selbst wenn sie es weiterhin nur heimlich tun (wer hat da gegrinst, als er das 0:5 vom Leader sah?). St.Pölten könnte dennoch in dieser Form auf 3 oder 4 eingehen.

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FC Lustenau – TSV Hartberg   1:0 (0:0)

Zuschauer: 700  (Schnitt bisher: 1.234; +25.8% gegenüber Vorsaison: )

Auch diese Partie so gut wie ideal zum Tippen. Zwei glänzende Leistungen des so arg gebeutelten FC Lustenau (Finanzsorgen, kleiner Kader, der Präsident unter Verdächtigungen) zeigen, dass die Spieler sehr wohl die Sorgen um den Verein ausblenden können. Sicher sind Querelen aller Art in der Regel nicht Leistungs fördernd, aber an dieser Stelle hier wird in erster Linie die Qualität der Spiele beurteilt, und diese war herausragend. Das 3:1 gegen St.Pölten auch mit Sieg belohnt, beim 1:1 in Linz „nur“ mit einem Pünktchen, aber gerade dies könnte den Markt in einen Schlaf der Sorglosen versetzen und suggerieren: die sind doch nicht gut? Sind sie aber.

Auf der anderen Seite ein ziemlich enttäuschendes Hartberg, welches daheim gegen die Vienna mit 0:2 verlor. Selbst wenn sie hier und da in Hälfte 2 ein paar Torchancen herausspielten: die Niederlage ging in Ordnung, es war ein Heimspiel, und man spielte gegen eines der schwächsten Teams der Liga. Wo sind da die Lichtblicke?

Auch hier also der Tipp auf die 1, ebenfalls mit 6 von 10.

Teamnews:
beim FC Lustenau fehlt niemand,
bei Hartberg auch niemand.

 
Auch diese Wette ging auf, und auch diese war schlecht so, wie das Spiel lief. Ob vorhersehbar, ist eine andere Frage und ob es nur ein zufälliger Ausschlag war oder ob dieser nicht doch die Qualitäten der Mannschaften widerspiegelt? All dies aber eher philosophische Überlegungen.
Das Spiel war kein gutes, noch weniger von der Heimmannschaft. Der Kader ist extrem dünn — hier endlich einmal erwähnt — die Finanzsorgen sind drückend, die Zuschauer kommen nicht. Also: nicht unbedingt eine Mannschaft, die man haben wollen sollte. Andererseits haben sie doch ein paar gute Spiele zuletzt hingelegt?
Falls die (wirklich schwache, und das darf man ruhig einmal, im Gegensatz zu einem Sky Kommentator sagen, da man a) hier den Fußball ja nicht verkaufen möchte, wie sie es bei Sky doch angesichts der roten Zahlen sollten und b) man fast ständig von guten Spielen spricht, so dass die Glaubwürdigkeit ja allmählich verloren gehen muss: „Gutes Spiel, gutes Spiel, gutes Spiel, sehr gutes Spiel, der Mann scheint einfach nur den Fußball zu mögen, oder warum sagt er immer gutes Spiel?“) Partie bis zur 70. Minute noch ausgeglichen war, bei wenigen Chancen für beide, so übernahmen danach die Gäste ziemlich komplett. Vier oder fünf gute Gelegenheiten brachten nicht das Tor für Hartberg, stattdessen in der Nachspielzeit das 1:0 für die Heimelf, nach einem Traumpass des einen Leistungsträgers, Aydogdu, auf den Senkrechtstarter und hier auch schon hoch gelobten Dursun Karatay, perfekte Ballannahme, perfekter Abschluss, das 1:0 mit der letzten Aktion. Nun, man kann ja gerne ab und an das Pech beklagen, nur sollte man das eigene Glück auch erkennen, wenn es denn mal da ist. Ist auch fürs Wohlbefinden besser. Hier war es ja nicht alleine der Zeitpunkt, sondern auch der Spielverlauf, der das 1:0 mehr als glücklich erscheinen lässt. Die hohe Klasse war dennoch in dieser Aktion zu erkennen.

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First Vienna – SV Grödig  1:2 (0:1)

Zuschauer: 1.200  (Schnitt bisher: 1.622; -26.5% gegenüber Vorsaison: )

Da Grödig bisher noch gar nicht ran durfte, könnte hier das Problem „Spielpraxis“ auftauchen. First Vienna mit einem guten Auftritt beim 2:0 in Hartberg, den direkten Abstiegsrang hat man erst einmal auf 8 Punkte Distanz gebracht, so dass man sicher so weit zufrieden ist beim Traditionsclub (der älteste Österreichs). Grödig ist und bleibt Spitzenteam, und hätte, ein paar Siege vorausgesetzt, bald noch die besten Chancen, die Austria aus Lustenau einzuholen. Jedoch fehlt dafür in Grödig wohl gänzlich die Fanunterstützung. Ob man diese noch akquirieren kann?

Nun ja, wäre da nicht der Mangel an Spielpraxis, so würde man sich doch ruhig hinter die Grödiger stellen. Aber irgendwie widerstrebt es einem, ein Team zu spielen, dass noch gar nicht im Einsatz war. Insofern sehe man es als Neigung an, dass die Gäste die Partie hier für sich entscheiden können.

Teamnews:
die Vienna kann aus dem Vollen schöpfen,
bei Grödig sind auch alle Mann an Bord

 
First Vienna mit dem klar besseren Start, bei welchem man den Grödigern anmerkte, dass sie noch keine Spielpraxis hatten. Die Vienna spielte sich so ziemlich schwindelig, das sah schon ganz gut aus, was sie da zauberten. Allerdings genügte es, trotz einiger guter Situationen, nicht zur Führung. Dann übernahm so allmählich Grödig die Partie und man sah, welches doch die bessere Mannschaft ist. Bald lief es richtig rund und es kam, bei der dritten Chance vielleicht, zur Gästeführung. Auch danach Grödig am Drücker, bis über den Halbzeitpfiff hinaus, und das 2:0 war eine ziemlich logische Folge. Nun hatten sie alles im Griff — wie es schien. Denn: anstatt das 3:0 nachzulegen, welches irgendwie in der Luft lag, fiel urplötzlich das 1:2.
Nun schöpfte die Vienna Mut, während die Gäste mit Wunden lecken beschäftigt waren. Jedenfalls kam es gegen Ende noch zu einer ordentlichen Druckphase der Hausherren und beinahe dem Ausgleich.
Beide Mannschaften wohl richtig eingestuft. Eine von vielen möglichen Geschichten eines Spielverlaufs brachte dieses Ergebnis. Aber: Grödig dürfte ganz vorne dabei bleiben, die Qualität war lange Zeit deutlich zu spüren. Und die Prognose für die Vienna lautet: so müsste es eigentlich gelingen, den Abstieg zu vermeiden. Wobei die Konkurrenz ebenfalls gehörig strampeln wird. Im Moment steht man auf dem Relegationsplatz. In Reichweite liegen Kapfenberg, Hartberg und Horn. Hartberg zwar mit eine Niederlage, aber guter Leistung, die anderen haben eh gepunktet. Es wird nicht leicht, aber…
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Kapfenberger SV – Blau Weiß Linz  1:0 (0:0)

Zuschauer: 1.082  (Schnitt bisher: 873; -64.1% als Absteiger gegenüber Vorsaison: )

Hier ebenfalls eine klare Sache: der Leistungsaufschwung wurde den Kapfenbergern zugetraut, und sie haben ihn mit einem 7:1 Erfolg in St.Pölten eindrucksvoll bestätigt. BW Linz hingegen klar das schwächste Team mit einer gar nicht für Klassenerhalt ausreichenden Leistung beim 1:1 gegen den FC Lustenau. So geht es nicht und denkbar sogar, dass hier die schon fast letzte Messe gesungen wird. Kapfenberg ist das Team, welches noch am nächsten dran liegt, aber auch da sind es schon 6 Punkte. Nach der Partie könnten es gut und gerne 9 sein — und damit für ein Schlusslicht außer Form bereits unüberwindbar.

Auch hier fühlt man sich recht sicher, nach 6/10, dass Kapfenberg das Spiel gewinnt.

Teamnews:
Kapfenberg spielt ohne Thomas Burgstaller (33, IV, 12/0/1), René Pitter (23, RV, 3/0/0), Ismael Barragan (27, DM, 8/0/0), Thomas Csobadi (20, RM, 2/0/0)
BW Linz ohne Neuzugang und Hoffnungsträger Michael Wojtanowicz (27, MS, 12/3/2 für den Vorgängerverein, den SV Horn)

 
Reiner Abstiegskampf hier. Auch dies also keine gute Partie und wenn man nach Mannschaften sucht, die etwas mit dem Abstieg zu tun haben, dann sind es diese beiden. BW Linz sowieso schon mit einem klaren Rückstand, so dass es kaum mehr gehen wird. Aber auch der KSV wird es so schwer haben. Von überlegener Klasse war hier jedenfalls nicht viel zu sehen. Die Wette also nicht besonders. Klar haben die Gäste nicht so viel entgegenzusetzen gehabt, dass es vertretbar bleibt, aber doch hatte man die Heimmannschaft deshalb genommen, weil man ihnen eine gute Leistung zutraute. Und diese kann man hier nicht so recht bestätigen.
In der ersten Halbzeit ein wirklich schwaches Spiel ohne Torchancen, mit leichter Überlegenheit für die Gastgeber. Die Hälfte 2 beginnt mit einem Ballverlust im Aufbauspiel der Linzer, rascher Steilpass auf die verlassene Außenposition, Flanke nach innen (vom Ex-Teamspieler Joachim Standfest), in den Rückraum klug abgelegt, ein Mann frei — und der trifft zum 1:0, aus etwa 15 Metern.
Danach bäumte sich Linz auf und hatte etwa zweieinhalb Chancen. Da aber Kapfenberg natürlich in dieser Phase aufgrund der riesigen Räume auch zu einigen Chancen kam, geht der Sieg gerade so in Ordnung. Wie gesagt, kein gutes Spiel, mit einem doch insgesamt enttäuschenden KSV. Die Gäste taten das, was sie konnten.
 


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SV Horn – Austria Lustenau   5:0 (2:0)

Zuschauer: 1.100   (Schnitt bisher: 1.626; als Aufsteiger ohne Vergleich gegenüber Vorsaison: )

Hier muss man auch nicht lange drumrum reden: Austria Lustenau einfach zu stark für diesen Gegner. Wenn man zuvor ab und an mal skeptisch war ihren Auftritten gegenüber, so wirkt es doch jetzt nach echtem Leader, vergleichbar, und zwar sehr gut, mit dem Leader eine Klasse höher. „They´ve got, what it takes“, wie man im Englischen so schön sagen würde. Der Aufstieg ist noch lange nicht unter Dach und Fach, man wird also konzentriert zu Werke gehen, und der SV Horn vielleicht das Team, welches noch am ehesten auf Rang 9 fallen könnte (bei nur 3 Punkten Vorsprung).

Da man gerade so gut bei der Sache ist: auch hier 6 von 10 auf die 2. Der ganz große Mut fehlt generell weiterhin, aufgrund der doch zu erwartenden weiterhin schwierigeren Bodenverhältnisse.

Teamnews:
Horn spielt ohne Ersatztorwart Phillip Petermann (21, ohne Einsatz), Christoph Wieser (20, MS, Winterneuzugang, noch ohne Einsatz), und Cleiton Mineiro (27, RA, 12/0/0)
Austria Lustenau kann nicht einsetzen Jürgen Potacko (35, IV, 20/0/2) Gelbsperre, und Jan Zwischenbrugger (22, OM, 17/7/5), wichtig

 
Praktisch alle Wetten schlecht, oder sollte die hier nun gut gewesen sein? Nein, die Austria trat auf wie zu einem Freundschaftsspiel, wobei auch bei einem solche die Zuschauer nachher das Geld zurückverlangen würden. Alle trabten nur über den Platz, gingen nicht in die Zweikämpfe, bewegten sich nicht und taten nach vorne ein gepflegtes Nichts. Vielleicht zwei Torchancen im gesamten Spiel, der Sieg in dieser Höhe vollauf verdient.
Das 1:0 mag zwar durch einen Sonntagsschuss gefallen sein, traumhaft war es dennoch, aber auch da schon die Defensive irgendwie bemerkenswert zurückhaltend (wie übrigens in den 10 Minuten bis zum dem Tor auch schon). Nach 27 Minuten ein weiteres Traumtor, aber eines, wo der Reporterspruch einmal mit Gehalt angewandt werden kann: der Abwehrspieler biete Geleitschutz, geht nicht ran. Wenn man sich so im Zweikampf verhält, dann kann fast jeder Spieler in dieser Klasse ein solches Tor der Extraklasse fabrizieren. Ball schön genüssliche zurechtlegen und feuern, unbehelligt vom Gegenspieler.
Mit dem 2:0 waren praktisch bereits alle Messen gesungen, von Aufbäumen keine Spur. Stattdessen nach der Pause ein weiteres Beispiel für „Geleitschutz geben“. Ein Angreifer rumkurvt etwa vier Gegenspieler, die tatsächlich alle nur zuschauen. So würde man nicht einmal im Training zuschauen, wenn ein eigener Mann durchginge, es sei denn, dass man ein Werbevideo drehen will, wo dem Mann alles gelingt. Das Solo mag zwar hübsch sein, aber ohne Gegenwehr könnte auch dies jeder, einschließlich des Tormannes. Der Ball wird in den Strafraum abgelegt, und siehe da: etwa 6 Meter vor dem Tor steht ein Angreifer völlig frei! Der legt sich den Ball zurecht, einmal links rüber, einmal rechts rüber, Torwart und alle Verteidiger liegen hilflos am Boden, der Ball wird eingehämmert, obwohl — für das Werbevideo hübsch anzusehen — ein Abwehrspieler den Ball auf der Linie zwischen den Beinen stoppen will, aber die Wucht zu groß ist und er mit dem Ball über die eigene Torlinie fällt. Das 3:0 –und auch das völlig verdient. Alles, was man hierzulande so ekelhaft und verfehlt und ständig zu hören bekommt, hatte hier Gültigkeit: eine freundliche Einladung zum Tore schießen, dankend angenommen.
SO gab es bald noch das 4:0 und das 5:0, und keines gegen einen erkennbaren Widerstand.

Was war also los mit der Austria? Eine gewisse Laissez-faire Haltung legten ja die Bayern früher auch ganz gerne mal an den Tag — um dann OHNE Meisterschale plötzlich aufzuwachen. Aber das hier, über 90 Minuten? Nein, da war absolut rein gar nichts von einer Spitzenmannschaft zu erkennen. Über Horn möchte man am liebsten nicht urteilen müssen, aber wenn man es denn zu tun hätte: natürlich sah das toll aus.

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