Rückblick Österreich Bundesliga 25. Spieltag

in Kürze:
Auch hier kein gutes Händchen für die Wetten.-3 auf die Austria, -5 auf die Admira, -5 auf Rapid, macht insgesamt -13. Die Wette auf Admira war aber richtig gut, die anderen beiden grenzwertig, eher schlecht, zugegeben.

——————————————————————————————————————————————————–

SC Wiener Neustadt – Austria Wien   0:0
Zuschauer: 4.600  (Schnitt bisher: 2.681; -6.9% gegenüber Vorsaison: )

Wiener Neustadt mit einer arg Ersatz geschwächten Mannschaft dennoch sehr achtbar beim 1:3 geschlagen in Salzburg, die Austria souverän auf Titelkurs mit klaren Siegen in Serie, zuletzt einem 4:0 gegen Wacher Innsbruck. So dürfte es auch hier eine klare Angelegenheit sein, die Austria einfach zu stark für diesen Gegner, der nun doch, trotz längeren und härteren Widerstands begleitet von ein paar ordentlichen Leistungen am Tabellenende angekommen ist. Natürlich die Lage dort alles andere als klar, mit der Admira punktgleich und den Innsbruckern nur 2 Punkten entfernt, jedoch kaum vorstellbar, dass eine der beiden ins Gras beißen könnte. Der einzige kleine Nachteil an dem Tipp: der Vorsprung der Austria ist bereits so groß, dass man vielleicht irgendwann mal mit der Konzentration nachlässt. Durch das Remis der Bullen unter der Woche ist der Vorsprung zwar auf 14 Punkte „geschrumpft“, mit noch immer einem „game in hand“ für Salzburg, aber doch sind das verführerisch viele.

So wird es ein bescheidener Tipp von 3/10 auf die Austria.

Teamnews:
Wiener Neustadt tritt an ohne Stammtormann Jörg Siebenhandl (23, TW, 24/0/0) Ramsebner (23, IV, 8/0/2), Christoph Martschinko (19, LV, 15/0/1), Dennis Mimm (RV, 22/0/0) Gelbsperre, Daniel Offenbacher (21, ZM, 23/1/1),
die Austria ohne Naher Barazite (22, MS, Winterneuzugang, noch ohne Einsatz)

 
Auch diese drei Einheiten sind betteln gegangen (went begging). Waren sie gut investiert ist dann erst die Frage, die einen an zweiter Stelle beschäftigt. Dazu muss man schon etwas genauer hinschauen:
Die Austria versuchte es eigentlich wie immer: ganz souverän spielte man geduldig nach vorne, gibt irgendwann mal Hosiner den Ball, und der haut ihn rein. Dies gelang hier nicht, weil, wie der Sprecher so schön mies sagt, „er sein Visier nicht richtig eingestellt hatte“. Bei drei guten Versuchen gelang ihm kein Treffer, wobei die dritte Situation die beste war. Als Wiener Neustadt noch immer nicht zurücklag — auf dem übrigens schlecht bespielbaren Boden, der mit Sand aufgeschüttet war –, wurden sie allmählich etwas mutiger. Natürlich auch dies kein unbekanntes Phänomen. So kamen die Hausherren auch zu zwei Chancen.
In Hälfte 2 waren die Vorteile nur noch minimal, denn die Wiener Neustädter nun sehr ordentlich im Spiel. Die Austria blieb bei ihrem Motto: Ruhe bewahren und ganz gemächlich spielen. Was, im Falle des Gelingens, eindeutig nach „Souveränität“ und „Klasse“ ausschaut, ist bei Misslingen pure Überheblichkeit. Es gibt keinen Weg, der den Erfolg garantiert. Hier spielten die Bodenverhältnisse schon mit eine gewichtige Rolle. Ganz wichtige Szenen noch in den „dying moments“: erst ein langer, hoher, guter Ball auf einen Austria Angreifer. Der geht in den Strafraum, wo sich zwei Abwehrspieler „liebevoll“ um ihn kümmern. Das „liebevoll“ sieht dabei so aus: „Ich will dich doch nur aus reiner Freundschaft umarmen, das wollte ich schon lange mal. Ach, grad jetzt wolltest du ein Tor schießen? Na, das tut mir aber leid.“ Die Arme BEIDER Abwehrspieler gehen deutlich zum Trikot. Sie sind jederzeit bereit, noch fester zuzupacken, aber noch hofft man, ohne Foulspiel davon zu kommen. Das müsste sich doch auch so klären lassen, bei Zwei gegen Eins? Die Arme sind also irgendwo, aber nicht am eigenen Körper. Mehr am gegnerischen. Der Ball nimmt darauf keine Rücksicht und fällt beiden Abwehrspieler abwechselnd auf diese zur Umarmung ausgebreiteten Arme. Es sind also bei genauem Hinsehen drei Handspiele, abgesehen von dem vorherigen oder gleichzeitigen Halten des Gegners. Die Entscheidung ist unzweifelhaft: Weiterspielen. Die Grundlage dafür: „Aus der Situation würdest du doch eh kein Tor schaffen. Außerdem ist JEDES EINZELNE KLEINE VERGEHEN bestenfalls ein wenig unglücklich, aber niemals für eine Elfer ausreichend (das ohnehin die Strategie der Verteidiger, oftmals zu sehen: kleine, kurze Zupfet am Trikot. Die Behinderung eindeutig und sichtbar, nur weiß der Stürmer auch: wenn ich jetzt fallen, bekomme ich statt Elfer Gelb. Also: weiter laufen, weiter probieren; folgt der nächste kleine Zupfer oder was auch immer. Die Folge klar: kein Strafstoß, kein Tor, nicht mal ein Abstoß. Nur nicht die ganzen längst schlafenden ehemaligen Anhänger des Spiels wecken).
Kurz danach: große Chance für Wiener Neustadt zum 1:0, auch verpasst.
So sind es insgesamt vielleicht 4:7 Chancen gewesen. Bei der zu erzielenden Marktquote auch dies keine gute Wette.

——————————————————————————————————————————————————–

Admira/Wacker Mödling  – Wolfsberger SC   0:1 (0:0)
Zuschauer: 1.500  (Schnitt bisher: 3.070  ; -31.6% gegenüber Vorsaison: )

Das Gefühl sagt einem hier, dass die Zeit der Admira gekommen ist. Wolfsberg hat sich absolut als stark und stabil erwiesenen, auch beim 1:1 unter der Woche gegen den Titelverteidiger, aber sie werden sich doch eines Tages mal auf dem Punktepolster ausruhen. Genau das Gegenteil ist jedoch bei der Admira der Fall: sie haben zwar das eine Erfolgserlebnis mit dem 2:1 bei Sturm Graz, aber das eine macht bestenfalls Hunger auf mehr, nach davor 11 sieglosen Spielen (davon 10 Niederlagen!). Die Mannschaft sah intakt aus, eher verstärkt in der Winterpause, und ist punktgleich mit dem Schlusslicht, was jedenfalls für ausreichende Motivation sorgen dürfte.

5/10 auf Admira Sieg.

Teamnews:
Admira fehlen Ersatztorwart Manuel Kuschin, Stephan Auer (22, LV, 6/0/1), Dominik Burusic (19, RA, 2/1/0), Matus Mikus (21, MS, 2/0/0, Winterneuzugang)
Wolfsberg kann nicht einsetzen David de Paula (28, OM, 21/0/3) nach Rot, und Christian Falk (25, MS, 17/10/0)

Die Wolfsberger Ausfälle sind zwei wichtige Spieler. Der Tipp gewinnt an Qualität.

 
Der Tipp war exzellent, das Pech stand einer Verwertung der gelungenen Einschätzung im Wege, und einzig das Pech war es, wie man hier dreist behauptet. In Hälfte 1 war es Einbahnstraßenfußball Richtung WAC Tor. Die Torschussbilanz von 9:2 in dem Abschnitt drückt vielleicht noch unzureichend aus, wie deutlich die Überlegenheit war, denn sie misst ja nicht die Größe der Torchancen. Jedenfalls trat die Admira genau so auf, wie man es von ihnen erwartet hat, und das war seht gut.
In der 2. Halbzeit ist es zwar richtig, dass Wolfsberg das Spiel ausgeglichen gestalten konnte — Chancenverhältnis vielleicht bei 5:5 –, aber das kommt a) vielleicht zum Teil da her, dass sie noch immer nicht zurück lagen, möglicherweise mit mehr als einem Tor, wo es schon „game over“ hätte bedeuten können, und b) genügt es natürlich  noch lange nicht, um die Qualität des Tipps in Frage zu stellen, wenn man eine Halbzeit drückend überlegen ist und die andere eine „nur“ ausgeglichene Partie ist — trotz der längst selbst gelegentlich hereinbemühten Tatsache, zur Rechtfertigung anderer Tipps — , dass die 2. Halbzeit mehr Gewicht hat.
Nein, hier war alles ok mit der Vorhersage und Einschätzung. In dieser Verfassung muss die Admira eigentlich unten raus kommen, wobei man, falls man denn unbedingt kritisch sein wollte, anmerken dürfte, dass sie nach dem Rückstand (75. Minute) keine Torchance mehr produzieren konnten. Sicher aber ein Phänomen bei hinten liegenden Mannschaften: man hat eine lange schlechte Serie hinter sich, macht eigentlich alles richtig, geht nicht in Führung — und kassiert stattdessen, auch noch im allerletzten Spielabschnitt: da kann man schon mal „crumblen“.

——————————————————————————————————————————————————–

Rapid Wien – SV Mattersburg   2:2 (0:1)
Zuschauer: 11.800  (Schnitt bisher: 14.496; -11.4% gegenüber Vorsaison: )

Auch hier eine gute Gelegenheit für einen Tipp. Denn: Rapid hat ein paar Spiele lang eigentlich ganz gut gespielt, aber keine Punkte geholt. So sind es aus 5 Partien nur magere zwei Pünktchen. Sicher war die letzte Leistung nicht mehr dazu angetan, sie unbedingt haben zu wollen (1:2 in Wolfsberg), nur sieht man ja, dass auch andere sich dort schwer tun (Salzburg holte auch nur ein 1:1 am Mittwoch). Davor war das Remis gegen Sturm, als man eigentlich hätte gewinnen sollen, ein 3:3 in Salzburg, was ohnehin zur Ehre gereicht, aber es war sogar noch mehr drin, und davor das verlorene Derby gegen den Leader (1:2), als man auch nicht schlechter war und sogar bei 10 gegen 11 die Chance zum Sieg hatte. In dieser Partie hier sind sie auch den Fans verpflichtet, abgesehen davon, dass irgendwann mal Europa auf dem Spiel steht.

Mattersburg konnte schon ab und an mal gefallen — zuletzt beim 1:0 gegen Ried — nur haben sie dennoch in 4 Partien lediglich dieses eine Tor erzielt. Außerdem folgt eben, wie im Rückblick angekündigt, nur ein Auswärtsspiel, der Gegner dürfte hoch motiviert sein, so dass sich der Vorschlag aufdrängt:

5/10 auf den Sieg von Rapid Wien.

Teamnews:
Rapid kann nicht einsetzen Branko Boskovic (32, ZM, 3/1/0, Winterneuzugang),
bei Mattersburg fehlen Nedeljko Malic (24, IV, 9/0/0) und Lukas Rath (21, LV, 15/0/1), sowie Dominik Doleschal (23, RM, 4/1/0)

 
Tja, also die 5 Einheiten sind weg und es gelingt einem, bei aller Mühe, nicht, für diesen klaren Favoritentipp einzustehen. Vor allem dies auffällig: die Fans, denen man die absolute Treue zugestanden hat, wandten sich bereits im Spiel gegen die Mannschaft, und das eigentlich der Hauptpunkt, warum der Tipp nicht gut war. Es waren fünf Spiele ohne Sieg, das ist richtig, nur waren die Leistungen teils besser als die Ergebnisse, so dass man diese Reaktion dennoch bei den — bekanntermaßen grantigen Österreicher, speziell Wienern — nicht erwartet hätte. Denn: auch hier stimmte lange Zeit die Leistung, nur das Ergebnis halt nicht. Die Pfiffe wirkten lähmend, obwohl sich die Mannschaft lange Zeit sogar noch gut dagegen stemmte.
Zur Geschichte der Partie: Rapid natürlich das überlegene Team mit der Mehrzahl der guten Chancen, auch anfangs schon. Mattersburg aber keineswegs schwach, das soll es nicht heißen. Die besten Chancen: ein toller Freistoß von Steffen Hofmann — der Keeper kommt gerade noch vor der Linie heran, wozu bereits eine 3D Analyse herhalten musste (der Entscheid ohnehin klar: KEIN Tor). Auf der anderen Seite ein ähnlich guter Freistoß: dieser sitzt, somit 0:1. Danach Rapid mit einigen guten Chancen, vielleicht aber nicht ganz ausreichend gegenüber dem, wie man es zu erwarten hätte, speziell bei einem Rückstand (siehe Bayern gegen Düsseldorf, als man nach 71 Minuten das 1:2 kassierte, und dann so wütend war, das Spiel noch zu gewinnen; natürlich auch eine Frage der Qualität — und des Quäntchens Glück). Trotzdem wäre das 1:1, vielleicht auch mehr, verdient gewesen, keine Frage. Zumal es eine Situation gab, in welcher es hätte aufgrund zweier Aktionen gleichzeitig hätte Elfmeter geben können (nein, eigentlich müssen): Flanke aus dem Halbfeld in der Mattersburg Strafraum, Terrence Boyd steigt hoch und bekommt einen deutlichen Schubser in den Rücken — der Schiri hat gerade Sicht darauf, aus maximal 6 Metern. Danach springt der Ball sogar, aufgrund des überraschenden, aber erzwungenen Verpassens von Boyd, einem Verteidiger an den Arm. Beides sind klare Elfmeter, was auch sonst? Wenn ein Stürmer das gleiche täte — oder beides noch viel harmloser — wäre die Entscheidung nicht nur ohne Zögern Freistoß, sondern zusätzlich Gelb. Absichtlich einen Vorteil verschaffen wollten? Abwehrspieler: ja, jederzeit, das ist legal, sonst gibt’s doch am Ende noch ein Tor? Stürmer? Niemals, denn, das Gleiche wäre „zu fürchten“: plötzlich ein Tor. Und wer bitte will das denn? Wir brauchen 0:0s, mehr und mehr davon. Dann können wir endlich zur Beerdigungsfeier gehen und uns ein neues Spiel suchen.
Also der Schiri reagiert, wie es ein moderner Schiedsrichter heutzutage tut, und wie es die Engländer so schön ausdrücken: „He doesnt look interested.“ Die Aktion interessiert ihn nicht. Wozu also reagieren? Nicht einmal ein Handzeichen für Weiterspielen, weil dies ja indizieren würde, dass er IRGENDWAS gesehen hätte und man könnte ihn später fragen: „Da haben Sie doch etwas gesehen, sonst hätten Sie ja nicht sofort auf Weiterspielen, per Geste, entschieden. Was war es denn?“ „Ja, ich habe einen Schubser gesehen und ein Handspiel, aber beides reichte für mich nicht für einen Elfer.“ „Ach so, aber für Handspiel im Strafraum steht doch im Regelbuch, dass es einen Elfer gibt? Und das Schieben war ja nun auch klar zu sehen?“ Da gehen einem die Antworten aus. Also: man „doesnt look interested“, einfache Methode, dann kann einem später keiner was. „Was war denn in der Szene?“ „Ich habe nichts Irreguläres gesehen, deshalb habe ich ja auch nicht reagiert.“
Die 2. Halbzeit beginnt mit einem Paukenschlag: guter Angriffszug der Mattersburger gegen eine aufgerückte Defensive, der Angreifer dringt in den Strafraum ein, rumkurvt dabei noch zwei Spieler, behält die Übersicht, legt quer — und ein satter Schuss zum 0:2. Sicher, toll gemacht, aber doch „against the run of play“ (50 Minute).
Rapid reagiert aber — trotz der Pfiffe — und spielte nun wirklich energisch nach vorne. Das 2:2 war beinahe eine logische Folge. Beides sehr gute, schnelle Aktionen, aus einem Pressung heraus, der Gegner kam kaum zu Luft holen. Das 2:2 in der 67., also noch genügend Zeit, die Wette zu rechtfertigen. Nun waren die Kicker aber vielleicht doch beleidigt — und brachten nichts rechtes mehr zustande.
Es kriselt also doch bei Rapid, was man nicht so ganz wahrhaben wollte. Wobei einige der Pfiffe sicher gegen das Schirigespann gerichtet war. Aber die Fans sind einfach dennoch zu kritisch und zu ungeduldig. Rapid hat diese riesige Tradition, immer die meisten Zuschauer, aber die Verpflichtung wird zu groß, gerade in der heutigen (miserablen, aber nur im deutschsprachigen Raum) Medienwelt. So war es kein guter Tipp.

——————————————————————————————————————————————————–

SV Ried – Sturm Graz   1:2 (0:0)
Zuschauer: 4.400  (Schnitt bisher: 4.355; -11.4% gegenüber Vorsaison: )

Hier kann man sich einfach zu nichts durchringen. Beide haben zu sehr enttäuscht zuletzt. Ried beim 0:1 in Mattersburg und Sturm beim 1:2 gegen die Admira, als die eigentlich insbesondere in Graz extrem treuen Fans ihr Team bereits mit Pfiffen bedachten. Die Diskussionen um Trainer Hyballa (lächerlich, aber so ist es halt) dürften nicht aufhören, als Fakten stehen aber tatsächlich nur 3 Punkte aus 6 Spielen (drei Mal Remis) und auch hier ist Europa in Gefahr, gerade in dieser Partie, wo der Gegner auf 3 Punkte heran könnte mit einem Sieg.

Nein, es passt nicht und es gibt nicht einmal ein Gefühl. Ein Pass.

Teamnews:
bei Ried fehlen Ivan Carril (28, OM, 6/0/0), und noch immer René Gartler (27, MS, 19/11/1)
bei Sturm betrifft es Michael Madl (24, IV, 23/0/3) mit Gelbsperre, Philipp Hütter (22, RV, 4/0/0), Marc Andre Schmerbök (18, LM, ohne Einsatz) und Imre Szabics (31, HS, 16/4/1)

 
Vielleicht auch mal ein kurzer Spielbericht? Peter Hyballa, Sturm Trainer, wurde unter der Woche das Vertrauen ausgesprochen worden. Die Mannschaft trat in Hälfte 1 auch sehr ordentlich auf, hatte leichte Vorteile, bei wenigen Chancen beiderseits. In Hälfte 2 allerdings klare Vorteile für die Rieder. Sie hatten die Chancen, Sturm kaum noch. Dennoch gingen die Gäste in Führung. Weiterhin Druck von Ried, mit der Einwechslung ausgerechnet des Sohnes von Sturm-Legende Ivo Vastic, weiter anwachsend, bis ausgerechnet dieser den längst fälligen Ausgleich besorgte. Ried ging auf den Siegtreffer, spielte gut, Sturm erzielte das Tor, toll vorbereitet und ausgeführt, aber dennoch gegen den Spielverlauf.
Sicher wird Hyballa nun erst einmal Ruhe haben in dieser von den Medien dazu gemachten „reinen Ergebnissportart“. Sie waren natürlich auch nicht wirklich schlecht, so eben, wie man nach fünf Spielen ohne Sieg ist bei einem starken und motivierten Gegner. Ried ganz sicher die Nummer fünf der Liga, ohne Wenn und Aber. In dieser Verfassung sogar ohne Toptorjäger René Gartler.

——————————————————————————————————————————————————–

Wacker Innsbruck – Red Bull Salzburg   2:3 (2:0)
Zuschauer: 5.200  (Schnitt bisher:  4.824; -24.5% gegenüber Vorsaison: )

Auch hier kann es wohl kaum zu einem Tipp kommen. Die Fronten sind ziemlich geklärt, Salzburg kommt als klarer Favorit und es könnte sich um die letzte Chance auf den Titel handeln, für den nur noch Serien von Siegen (insbesondere jene gegen die Austria, die ja noch ausstehen) helfen können. Die Leistungen sind aber doch eigentlich nicht so, dass man unbedingt und fest daran glaubt. Vermutlich weder die Spieler, noch die Fans, noch der Gegner — und auch nicht der hiesige Autor. Das 3:1 gegen Wiener Neustadt war nicht mehr als ein Arbeitssieg, bei welchem man nur für eine kurze Phase die Klasse aufblitzen ließ.

Auf der anderen Seite ein eigentlich intaktes Innsbruck, welches auch beim 0:4 in Wien unter Wert geschlagen wurde, aber davor die letzten drei Heimspiel siegreich gestalten konnte, so dass man schon den Glauben hat, hier etwas holen zu können. Nach vorne sieht es häufig sehr gut aus, nur gehen die Bälle nicht rein, und das schon die ganze Saison lang. Da man jedoch persönlich ausreichend viel Erfahrungen mit Pech hat (wer behauptet das nicht von sich, außer Gustav Gans?) ist man weiterhin geneigt, dies für solches zu erklären — und nicht etwa für die berühmte und viel zitierte „Abschlussschwäche“, die einfach nur so dahin gesagt wird, wenn mal zwei Chancen verpasst werden.

Teamnews:
bei Innsbruck fehlt nur Thomas Bergmann (23, RV, 21/1/0)
bei Salzburg sind es Valon Berisha (20, ZM, 18/5/9), Valentino Lazzaro (16, OM, 5/0/0)

 
Ein tolles Spiel, bei dem man sich völlig zurecht herausgehalten hat. Innsbruck vollkommen intakt, was aber nicht auf das Glück zu beziehen ist (denn dieses ist ihnen seit Saisonbeginn fern). Diesmal gelangen ihnen zwei Tore, wovon eines ein rechtes Traumtor war — Fallrückzieher, Innenpfosten, rein — und sie lagen endlich einmal mit zwei Toren vorne. Natürlich war es diesmal gegen den Meister, dem man immer zutrauen muss, zurückzuschlagen, aber dennoch sind drei Treffer in einer Hälfte nicht einfach so zu erzielen.
Salzburg übrigens die ganze Zeit ebenfalls im Spiel, von daher die Führung natürlich etwas glücklich, vor allem in der Höhe, aber die Sonne könnte doch auch mal über Innsbruck scheinen? In der 65. wurde der Druck übermächtig: Gestochen im Strafraum Flipperkugel, hin und her, Schuss, abgefälscht, Abpraller, Nachschuss, noch einmal, Foul oder nicht Foul? Egal, noch ein Schuss, auf oder hinter der Torlinie abgewehrt? Diesmal entschied das Gespann: Tor. Wie man in der Wiederholung sieht, stimmte es zwar, nur hätte diese Szene auch locker durchgehen können, so wie in Deutschland am WE bei Hannover gegen Frankfurt. Wenn es kritisch wird: lieber gegen das Tor entscheiden. Bloß kein Wembley, der Alptraum aller Deutschen!
Falls der Schiri aber genau hingeschaut hat, dann hätte er dies erkannt: der Mann steht im Tor, das stimmt, aber der Ball ist ja davon noch nicht mit vollem Umfang drin (wie in Hannover). Nur wird dieser hier mit der Hand abgewehrt, obwohl ein klein bisschen Oberschenkel mit dabei ist. Also: es hätte, wenn der Ball nicht drin gewesen wäre, Elfer geben müssen (mit dem mutmaßlichen 1:2) UND DARÜBER HINAUS eine Rote Karte. Da hat der Schiri also erneut die aus Innsbrucker Sicht kostengünstigere Variante gewählt. Dies soll hier nur klarstellen, dass es selbst im Falle eines (endlich mal) Torentscheides sogar die für die Verteidigung vorteilhaftere Regelauslegung sein kann. Tor gegeben — aber den das Tor erzielenden dennoch irgendwie benachteiligt? Irgendwie kurios.
Beim 2:2 ist es aber ähnlich kritisch: Kevin Kampl, auserkorener Autorenliebling, dringt am äußerste Eck in den Strafraum ein. Der Verteidiger merkt, dass er nichts mehr retten kann und lässt sich, wie man es eben so tut, in letzter Verzweiflung einfach fallen. Häufig genug der Lohn: ein Freistoß (für etwas, wo der Stürmer Gelb und nichts als Gelb sehen würde, für den üblen Täuschungsversuch mit einer Schwalbe; da spuckt man noch vor ihm aus, so widerlich ist das, nicht wahr?) wegen Stürmerfoul. Diesmal lässt sich der Schiri nicht linken. Denn: der Abwehrmann besitzt sogar noch die Dreistigkeit, direkt auf den Ball zu fallen und diesen damit nicht weiter in den Strafraum zu lassen, zugleich tut man das immer, wenn man sozusagen den Foulpfiff einfordern möchte. Oft genug auch hier lässt sich der Schiri blenden, in dieser Form: „Na, wenn der sogar den Ball in die Hand nimmt, dann MUSS es ja eigentlich Foul gewesen sein.
Dieser Schiri lässt sich also nicht blenden. Für das Handspiel gibt er stattdessen Freistoß. Was heißt hier, Freistoß? Ein ziemlich direkter Freistoß war das, nämlich einer aus 11 Metern, ohne Mauer. Obwohl das Handspiel, wie es der Verteidiger sicher beabsichtigte, für den Fall, dass seine Schwalbe als solche erkannt wird, außerhalb sein sollte. Es ist ihm nicht ganz gelungen, das außerhalb. Der Ball streifte die Strafraumgrenze, insofern Elfer zwar korrekt, aber irgendwie unerwartet und doch mal wieder zum Schaden der armen Tiroler.
Damit das 2:2. Sicher wäre man aus Innsbrucker Sicht damit noch immer zufrieden gewesen, zumal man wirklich zugeben muss, dass Salzburg doch recht energisch auf den Siegtreffer ging. Nicht etwa, dass es also unverdient wäre, aber in der 95. Minute ein Gegentor zu kassieren? Das war schon tragisch.

Beide Teams also völlig intakt. Gutes Spiel, nicht unverdienter Sieger, weiterhin kein Glück für Innsbruck.

——————————————————————————————————————————————————–

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s