Vorschau Schweiz Raiffeisen Superleague 23. Spieltag

in Kürze:
Doch ziemlich interessante Paarungen am Wochenende, wo man den einen oder anderen Tipp wagen kann.

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Grasshoppers Club Zürich – FC St.Gallen  (Entfernung: 86 km)

Nein, wie es aussieht, sind die Zeiten des FC St.Gallen vorbei. Sicher, ja, man sah auch beim 0:2 in Bern nicht so schlecht aus über die gesamte Zeit, auch ein 0:1 in Sion (mit eigenen Chancen) oder ein 0:1 in Basel sind nicht die Katastrophenergebnisse, zwischendurch das 4:0 gegen den FC Luzern, was aber doch zu hoch ausfiel (und bei frühem 11 gegen 10 zustande kam), aber doch gibt es dieses gravierende Problem: im Grunde ist man mit dem Erreichten irgendwo zufrieden. Man ist als Aufsteiger furios gestartet, hat die Tabelle angeführt oder ganz vorne mitgemischt, man hat Schwergewichte ins Straucheln oder gar zum Fallen gebracht, man hat das Stadion stets gefüllt und die Erschienen oft genug mitgerissen und für Begeisterung gesorgt. Nur ist man halt noch immer Aufsteiger und kann dies nicht einfach aus den Köpfen streichen. Dieses Phänomen gibt es doch recht häufig zu beobachten: Eine Mannschaft schneidet weit über Erwarten gut ab — und rutscht letztendlich doch ab (Unterhaching, Burghausen in Liga 3). Aber nicht etwa, weil die Befähigungen fehlen oder irgendwelche anderen Mängel auftauchen, sondern schlicht deshalb, weil man es nicht schafft, kollektiv nicht schafft, sich gegen einen gewissen Schlendrian zur Wehr zu setzen. Für die ganz großen Taten, so merkt man irgendwann, reicht es am Ende doch nicht und der Virus greift um sich: wir stehen besser als erwartet, es ist alles ok, wie es ist.

GC verteidigt die Tabellenführung. Ob sie es bis zum Schluss durchhalten können, soll hier gar nicht zur Debatte stehen. Aber: GC ist ein Traditionsclub und GC hat etliche Titel geholt in der nicht mehr ganz jungen Vergangenheit. GC hat eine kurze Leidenszeit hinter sich, in welcher man den ganz großen Ansprüchen nicht genügen konnte, aber doch spielt man eine sehr gute Saison und hat die Chance, den Vorsprung, zumindest für heute, festzuhalten. Zugleich hat man 5 Spiele lang kein einziges Tor kassiert. Die 0:0 in Basel und Lausanne zuletzt heben sich in etwa auf (nur die Dreipunkteregel wirkt störend), denn das 0:0 in Basel ist ein Erfolg, das 0:0 in Lausanne ein winziger Misserfolg, also von Formkrise kann weit und breit nicht die Rede sein. Davor gab es ein ehrenwertes 2:0 gegen YB, so dass man im Prinzip auf Kurs ist. Von 10 Heimspielen konnten 7 gewonnen werden, was definitiv eine gute Quote ist.

Hier stehen die Zeichen auf Sieg GC. 4 von 10 auf die 1.

Teamnews:
GC kann nicht einsetzen Taulant Xhaka (21, RV, 19/0/1), Veroljub Salatic (27, DM, 18/1/0), wichtig, Shkelzen Gashi (24, LM, 15/1/1), und Izzet Hajrovic (21, RA, 21/6/6)
St.Gallen muss nur weiterhin verzichten auf Dzengis Cavusevic (25, MS, 13/4/2)

Die Teamnews nicht gerade günstig, also lieber nur 3/10.

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FC Luzern – Servette Genf  (Entfernung: 267 km)

Ja, da ist es nun, das „Abstiegsendspiel“, zumindest ist es dies für Servette. Verlieren verboten, könnte man sagen, denn dann wären es 8 Punkte Rückstand, und auch sonst nur eventuell Lausanne mit 7 Punkten vor noch in Reichweite, aber daran denkt man in diesem Moment sicher nicht. Hier spielt 9 gegen 10, hier ist das Team, welches man, zwecks Anschluss halten, besiegen müsste, wenigstens ein Remis holen.

Auf der anderen Seite der FC Luzern, der, als Vizemeister gestartet, auch ein klein wenig Opfer der dadurch übertriebenen Ansprüche geworden ist. Unzufriedenheit bei den Fans, auch gute Leistungen werden teils gar nicht, teils nur zu einem Drittel (mit Remis nämlich) „belohnt“. Schon pfeifen die Fans, schon sind die Beine gelähmt, schon muss ein Trainer gehen, und mit welchem Effekt? Systemumstellungen, ja, gut, personelle Wechsel, gut und schön, aber Glück kann man sowieso nicht erzwingen (das scheint nur Deutschland zu gelingen, oder ist es bei ihnen angeboren? Eine Art Glücksgen?) und die Qualität ist nun mal nicht höher als bei vielen anderen. So kommt Fehler zu Fehler (der größte: Niederlagen fest mit Fehlleistungen und Ansprüche zu haben, die dem Level nicht entsprechen; wenn man beispielsweise eine Saisonvorschau von allen Teams liest, mit ihren Hoffnungen, Wünschen und Träumen, geknüpft aber an realistische Überlegungen, wie man dann meinen soll, kommt heraus, dass gar keine absteigen kann, mindestens drei Mannschaften auf 1 stehen, etwa zwei auf 2, drei auf 3, und der Rest mindestens auch um Europa mitspielt; man neigt also dazu, auch von Vereinsseite aus, Hoffnungen zu wecken mit vermeintlich wohl überlegter Vereins- und Personalpolitik). Aber doch kehrt irgendwann der Alltag ein. Auch die Fans begreifen eines Tages, dass es zwar mal Trauben zu sehen gab, nur dass diese unerreichbar hoch hängen, und weiterhin spürt man, dass, wenn man nun noch weiter pfeift, trotz allen redlichen Bemühens der kurz zuvor noch heiß geliebten Kicker dort unten, anstatt süßer Trauben nur noch trister Abstiegssumpf winkt, oder bald nur noch ein Scherbenhaufen aufzukehren ist. So zieht man irgendwann doch mal wieder am gleichen Strang und sagt sich: wie kommen wir unten wieder raus? Es geht nur gemeinsam.

Nun gut, eine lange Vorrede, ein vergleichsweise kurzer Sinn: beim FC Luzern waren die deutlichen Anzeichen der Besserung in der Partie gegen Thun zu sehen. Aaron Winter hat seine Form wieder, scheiterte x Mal nur mit Pech, und auch sonst deutete alles auf einen Sieg hin, bei reichlichen Chancen. Dass er nicht erzielt wurde, bedeutet nur dieses: nächste Woche wieder probieren, dann klappt es irgendwann. Nur keine Schuldzuweisungen oder neuerliche Unruhe, im Team und auf den Tribünen. Bei Servette ist es doch ein Qualitätsproblem. Es ist ein Aufbäumen zu erkennen, das schon, aber es dürfte einfach nicht reichen in diesem Jahr.

So ist alles geklärt: Luzern holt sich die im Spiel gegen Thun liegen gelassenen Punkte hier und heute zurück. 5 von 10 auf Luzern.

Teamnews:
Luzern ohne Ersatztorwart Wüthrich , Daria Leczano (22, OM, 14/2/2), und Stephan Andrist (25, RA, 14/4/1)
Servette fehlt nur Omar Kossoko (24, OM, 2/0/0), der Winterneuzugang nach Gelb-Rot out.

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FC Sion – Lausanne Sports  (Entfernung: 94 km)

Hier, in einem weiteren Duell der französischen Schweiz, könnte man nur die eine Seite nehmen: die der Gäste. Man hat schon einige Male für sie Werbung gemacht und sie haben einen auch häufig genug belohnt, so dass man mit der Einschätzung (einer vom Markt abweichenden) nicht gänzlich unzufrieden sein muss. Auch das 0:0 gegen GC muss als Erfolg gelten, zumal man selbst näher am Sieg war als der Spitzenreiter. Andererseits könnte sich der Ausfall von Rodrigo (zurück in Brasilien, auf eigenen Wunsch) eines Tages bemerkbar machen, aber wieso sollte man daran eigentlich denken nach einem guten Spiel?

Wenn man in dieser Saison den Namen „Sion“ hört, dann muss man automatisch „Chaos“ denken. Ein allmächtiger Präsident, der der Ansicht zu sein scheint, dass man den Erfolg nach Belieben erkaufen kann, selbst wenn man dabei unzählige Personen liquidieren muss. So kann man einfach, auch als Spieler, nicht Fußball spielen. Wenn man ein Spiel nicht gewinnt, dann hat man sowieso nächste Woche einen neuen Trainer? Nein, das kann es nicht sein. Man möge gerne im Archiv nachlesen, aber das Problem wurde bereits an einem der ersten Spieltage erkannt und auseinander gesetzt. Der allmächtige Constantin, der sich in alles einmischt, sogar in die Aufstellung, und dem Trainer Vorschriften machen möchte — was dem ersten bereits nach wenigen Wochen zum Verhängnis wurde.

Also: bitte nur bescheidene 3 von 10 auf X/2.

Teamnews:
Sion tritt an ohne Aislan (25, IV, 12/0/0) und Xavier Margairaz (29, RM, 16/5/1)
Lausanne ohne Ibrahiim Tall (31, IV, 13/0/0)

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FC Thun – FC Zürich  (Entfernung: 151 km)

Auch in dieser Partie scheint das Feld bestellt: der FC Zürich ist in bestechender Form. Sie sind diejenigen, denen man es unter den gegebenen Umständen am ehesten zutraut, noch nach Europa zu stürmen. Im Wege stehen die Young Boys (da die große Finanzkrise), der FC Sion (die oben angesprochene „Dauerkrise“), und der FC St.Gallen, mit ebenfalls oben beschriebener Situation, und von diesen Dreien muss man nur zwei überholen, wobei es bis zu 9 Punkten Abstand ist. Aber bei 14 noch zu spielenden Runden ist es, wenn man den Lauf fortsetzt, dennoch denkbar.

Der FC Thun hat durchaus imponiert, auch und trotz des Wegganges von Topangreifer Ngamukol zu GC. Nur haben sie gerade im letzten Spiel zwar ein 0:0 geholt (in Luzern), aber wurden im Grunde überrannt. Davor hat man zwar 4:0 gewonnen, aber das war gegen einen von der 1 bis zur 11 gelähmten FC Sion. Davor 1:1 gegen Servette (zu Hause ganz sicher kein Erfolg) und ein 0:0 bei Servette (auch nicht gerade grandios). Was bleibt also? Vier Spiele ungeschlagen, nur unter welchen Umständen?

Der FCZ wird diese Partie hoch konzentriert angehen und nicht etwa diesen Gegner unterschätzen — genau dafür haben die äußerlich guten Ergebnisse gesorgt. Wenn sie dieses t(h)un, wird die Qualität den Ausschlag geben. Und diese liegt in deutlich höherem Maße bei den Gästen.

5 von 10 auf den FCZ Sieg.

Teamnews:
Thun spielt ohne Dennis Hediger (26, DM, 14/0/2) und Renato Steffen (21, LM, 10/2/4),
der FCZ muss auf André Goncalves (21, RV, 1/0/0), Burim Kukeli (29, ZM, 12/0/1), und Mario Gavranovic (23, MS, 21/5/4) verzichten.

Da auch hier der beste Mann fehlt, 4 von 10 auf die 2. Allerdings wurde er ja perfekt durch Drmic ersetzt.

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FC Basel – Young Boys Bern  (Entfernung: 98 km)

Auch eine ganz einfach zu tippende Partie: der jüngste Erfolg der Young Boys mag ihren Anhängern genügend Sand in die Augen gestreut haben (sowie auch den Wettanbietern) zu vergessen, dass nur ein riesengroßes Fragezeichen über dem Club steht. Die Leistungen werden garantiert nicht zu halten sein, so die hier mutig getätigte Prognose. Wie auch immer die Spieler reagieren( siehe Beispiel Alemannia Aachen, wo man definitiv den Hut ziehen kann), aber es kann nicht gut gehen, nicht im Sinne von „Europa, wir kommen“.

Auf der anderen Seite steht ein FCB, der nun die Form der vergangenen Saison gefunden zu haben scheint und, wie man genau so mutig hier wagt zu prophezeien, auf dem Weg zum Titel doch nicht aufzuhalten sein wird. Mag sein, dass man sich bei einem einzigen derartig gezeigten Spiel bereits etwas zu weit aus dem Fenster lehnt, aber manchmal können doch 90 derartige Minuten schon ausreichen, um all das an Klasse aufzuzeigen, was im Team vorhanden ist. Und auch dies ein Ergebnis jahrelanger Beobachtung: wenn es ein Team (wie der FCB hierzulande etwa) schafft, sich in diese Form zu spielen, dann gibt es keinen Grund, dass dies wieder nachlässt. Beide sind Rot-(Blau), beide sind FCB, beide sind es gewohnt, Meister zu werden, beide haben also das „mir san mir“ im Blut.

Hier ist der Fall sonnenklar: der FC Basel gewinnt das Spiel, hier gerne 7 von 10 riskiert.

Teamnews:
Der FC Basel muss Aleksander Dragovic (22, IV, 20/2/0) nach Gelb-Rot (und den zuvor erzielten zwei Treffern) ersetzen, weiterhin fehlen Fabian Frei (24, OM, 16/1/1) wegen Gelbsperre, Darko Jevtic (20, OM, 1/0/0), und weiterhin Raul Bobadilla (Winterneuzugang und noch ohne Einsatz)
Bei YB fehlen Ersatztorhüter Ivan Benito (36, ohne Einsatz), Franciosa Affolter (21, IV, 3/0/0), Christoph Spycher (34, LV, 9/1/0), Alexander Farnerud (28, OM, 20/4/4), Josh Simpson (29, LA, ohne Einsatz), Gonzalo Zarate (28, RA, 10/2/2), Samuel Afum (22, MS, 3/0/0)

Damit man sieht, dass es auch anders herum geht: die Teamnews sprechen für den FCB, also 8 statt 7 auf den Heimsieg.

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