Vorschau 3. Bundesliga 29. Spieltag

in Kürze:

Die entscheidende Phase der Saison rückt näher. Das bedeutet, dass man noch etwas mehr auf die Motivation der Teams schauen kann. Wer muss ganz dringend, für den Aufstieg, gegen den Abstieg, wer ist mit dem Erreichten zufrieden? Grundsätzlich aber besteht die Ansicht, dass in der heutigen Zeit immer ziemlich ehrlich Fußball gespielt wird. Alle kämpfen um neue Verträge, wollen sich präsentieren, hoffen auf den Karrieresprung, ein neues Engagement, eine Vertragsverlängerung. Dennoch sind es manchmal die paar Prozente, die den Unterschied machen…
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VfL Osnabrück – FC Chemnitz   (Entfernung: 501 km)
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Nein, die Paarung schmeckt nicht. Osnabrück hat zu wenig Konstanz an den Tag gelegt und wurde vor Wochenfrist innerhalb von 16 Minuten abgefertigt, früh im Spiel, durch einen Hattrick. Chemnitz spielt einfach gut Fußball und man würde ihnen hier durchaus etwas zutrauen, nur spielen sie ohne besondere Perspektive, was dann wieder klar dagegen spricht, denn: vermutlich würde man sich doch, sofern der Gegner den Kampf eröffnet, nicht mit den gleichen Mitteln zur Wehr setzen. Diese wenigen Prozente, an denen könnte es mangeln für einen erfolgreichen Tipp. Der letzte Gegner, der VfB Stuttgart II, hat sie gewähren lassen, und „nur“ spielerisch dagegen gehalten. Bei einem Aufstiegsanwärter, der noch dazu jenen dringend braucht, könnte es anders aussehen. Zumal die Fans weiterhin fanatisch sind und reichlich erscheinen und ihre Mannschaft nach vorne treiben. Die 9–2–2 sind zwar nicht überragend daheim, aber doch ist Osnabrück gefühlt eine Heimmannschaft.
Teamnews:
Bei Osnabrück fehlen Martin Hudes (30, IV, 14/1/0), Niels Hansen (29, DM, ohne Einsatz), Porcello (ohne Einsatz),
bei Chemnitz: weiterhin nur Anton Makarenko (24, LM, 11/1/0)
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Alemannia Aachen – SV Babelsberg 03   (Entfernung: 615 km)
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Die Alemannia ist beteiligt, also sollte es ohnehin niemals zu einem Tipp reichen. Sie verkaufen sich gut, das 0:1 war unverdient (in Unterhaching), aber auch Babelsberg schneidet derzeit unter Wert ab und hatte auch gegen Bielefeld (beim 0:2) ein paar Mal den Ausgleich auf dem Fuß. Nein, auch das Gefühl rät einem hier, sich rauszuhalten.
Teamnews:
Michale Melka (34, TW, 9/0/0), Mario Erb /22, IV, 15/0/0), Tom Stehle (32, IV, 10/0/0), Sascha Herröder (24, IV, 14/0/1), Rotsperre, Aimen Demai (30, DM, 2/0/0), Florian Müller (26, RM, 14/2/0), Robert Leipertz (20, OM, 11/3/0), Sascha Rösler (35, HS, 7/1/1)
bei Babelsberg fehlt Stammtorwart Frederic Löhe (24, TW, 26/0/0) nach Rot, Matthias Kühne (25, RV, 20/0/0) ebenfalls nach Rot, und Lucas Albrecht (22, MS, 13/1/0)
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Arminia Bielefeld – Preußen Münster   (Entfernung: 72 km)
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Beide Mannschaften eigentlich in guter Verfassung, beide mit deutlichen Siegen zuletzt (jeweils mit zwei Toren), Bielefeld aber nur mit einem einzigen Verlustpunkt aus den letzten 7 Spielen (welcher dann, per Regel, zu zweien „aufgewertet“ wird), während Münster einmal, in Heidenheim, verlor. Zusätzlich ist es eine Art Derby, so dass es einem grundsätzlich nicht besonders schmeckt.
Da aber bei Derbies doch erstaunlich häufig die Heimmannschaft als Sieger hervorgeht, reicht es hier immerhin zu der Neigung, dass Bielefeld es auch hier macht. Daheim überragend, und auch von den Auftritten allgemein her  sehr souverän, was bei Münster nicht ganz so der Fall ist. Mehr als eine Neigung wird es aber nicht.
Teamnews:
Bielefeld muss nur auf Dennis Reimer verzichten (25, RV, 11/0/0)
Münster auf Dominik Schmidt (25, IV, 7/2/0)
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Wacker Burghausen – Karlsruher SC   (Entfernung: 401 km)
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Wann immer der KSC auftritt, muss man nicht viele Worte verlieren. Der Tipp völlig klar und eindeutig, und das 0:0 in Saarbrücken (vor zwei Wochen) hilft sogar noch in dem Sinne, dass der Markt den Kurs dadurch etwas in die Höhe setzt. Sie waren auch dort klar überlegen und kaum vorstellbar, dass ihnen ein zweites Mal kein Tor gelingt. Wer das Spiel bestimmt, dürfte hier eh nicht die Frage sein. Burghausen ist ohnehin von den Fans verlassen, so dass man bald schon von einer Karlsruher Überzahl ausgehen kann. Der Aufstieg ist noch lange nicht unter Dach und Fach, also geht man zu 100% raus, um das Spiel für sich zu entscheiden. Denn, wie sich herausstellt, schläft die Konkurrenz überhaupt kein bisschen: alle punkten am Fliessband.
Burghausen war zwar nicht schlecht im letzten Spiel in Wiesbaden, aber auch dieses stand bereits ein wenig unter den Vorzeichen „um was spielen wir hier eigentlich?“. Da Wehen aber die letzten beiden Drittel der Partie übernahm und keine Torchancen mehr von Burghausen kamen, ändert sich nichts an der Einschätzung: sie sind (derzeit) schwach.
10/10 auf Karlsruhe Sieg.
Teamnews:
Burghausen spielt ohne Ronald Schmidt (35, DM, 22/1/2)
KSC weiterhin ohne Dennis Kempe (26, LV, 15/1/1), Sebastian Schiek (22, RV, 12/0/1)
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Borussia Dortmund II – SpVgg Unterhaching   (Entfernung: 613 km)
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Ganz ehrlich lautet das Gefühl hier, dass Dortmund diese Partie zieht. Das Potenzial ist da, das letzte Mal als man spielen durfte hat man die überragende Mannschaft, den KSC, arg ins Schwitzen gebracht (beim 0:1 dort), also die Qualität ist vorhanden, der Ehrgeiz auch, schwebt man doch in höchster Abstiegsgefahr.
Auf der anderen Seite hatte Unterhaching zwar nicht in allen Spielen vorher total enttäuscht und wurde manchmal trotz ordentlicher Leistung bezwungen, aber gerade im letzten Spiel gegen Aachen, als sie sogar gewannen (1:0) waren sie richtig schwach.
Nun hat man sich so weit in Stimmung geredet, dass es doch eine 1/10 auf Dortmund II geworden ist.
Teamnews:
Dortmund fehlt weiterhin nur Marvin Ducksch (19, MS, 3/0/0)
Unterhaching spielt ohne Stammtorwart Dennis Riederer (27, 22/0/0), Roland Sternisko  (24, DM, ohne Einsatz) und Florian Bichler (21, LA, 8/0/1)
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1.FC Heidenheim – SV Wehen/Wiesbaden   (Entfernung: 301 km)
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Bei Heidenheim muss man auch nicht lange fragen in der derzeitigen Situation: sie gewinnen ihre Spiele. Die Leistungen sind so stark, dass man ihne bedingungslos vertrauen kann. Hier kommt ja hinzu, dass man in Wehen dennoch nicht ernsthaft mehr ein gemaltes Abstiegsgespenst an der Wand sieht. Sie haben recht konstant gepunktet und die hintersten Ränge auf ordentliche Distanz gehalten (wobei Teile der 10-Punkte Führung trügerisch sind, da fast alle Teams noch ein paar Nachholspiele in der Hinterhand haben), und der 9.Rang derzeit suggeriert zumindest Sicherheit.
Zugleich war die Leistung der Wehener nicht wirklich überragend im letzten Spiel beim 1:1 gegen Burghausen.
Hier kommt heraus: 6/10 auf Heidenheim Sieg.
Teamnews:
Heidenheim tritt an ohne Robert Strauß (26, RM, 26/2/0) und Andreas Spann (28, MS, ohne Einsatz),
bei Wehen fallen aus Thorsten Barg (26, IV, 2/0/0), Niels-Ole Book (27, ZM, 3/0/0), Martin Röser (22, RM, 3/0/0)
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Kickers Offenbach – Rot Weiß Erfurt   (Entfernung: 263 km)
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Offenbach hat doch eine Reihe guter Leistungen gezeigt. Der DFB-Pokal ist passé (auch dort war man nahe dran am 2:2 gegen Düsseldorf), die Liga ist wieder das tägliche Brot, und zur Ruhe setzen kann man sich mit 30 Punkten noch lange nicht. Beim 1:2 in Karlsruhe waren sie näher dran an einem Punkt, als man erhofft hätte, davor steht ein 2:0 gegen Saarbrücken, was zur Beweisführung für die dargebotene Ernsthaftigkeit ausreichen sollte.
Erfurt hingegen hat doch nicht das zeigen können, was man von ihnen erwartet hätte. Es mag etwas vorhanden sein, ja, aber beispielsweise hat der vor Saison als bester Spieler erkannte Morabit nur einen Platz auf der Ersatzbank zugeteilt bekommen. So richtig scheint die Saison, der Kader und die Teamchemie also noch nicht repariert zu sein. Die 5 Punkte, die man hinter dem Gegner zurückliegt, sprechen für zwei Dinge: a) wer sollte eigentlich die bessere Mannschaft sein, wenn man nur dieses Kriterium hätte (und es ist doch sicher eines?)  b) eine Niederlage können sich die Gastgeber in dem Sinne nicht leisten, dass ein ernsthafter Konkurrent für die hinteren Plätze auf Schlagdistanz herankäme, so dass man sich jedenfalls reinhängen wird.
So kommt hier heraus: 3/10 auf die Gastgeber, ein Heimsieg.
Teamnews:
Offenbach weiterhin ohne Markus Husterer (29, IV, 19/3/2) und Christopher Lamprecht (27, RV, ohne Einsatz),
Erfurt fehlen Tom Bertram (25, IV, 9/0/0) und Mario Fillinger (28, LM, ohne Einsatz)
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1.FC Saarbrücken – Stuttgarter Kickers   (Entfernung: 222 km)
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Hier bietet sich ebenfalls die Tendenz an, auf einen Heimsieg zu gehen. Was Saarbrücken zuletzt geboten hat beim 2:1 in Erfurt war aller Ehren wert. Es war ja auch Marcel Ziemer wieder im Team, und auch ein paar andere vermeintliche Leistungsträger haben zu ihrer Form zurückgefunden. Das war echter Drittligafußball, da man nach vorne hin nämlich immer bissig war und auf die Chance lauerte. Gerade im Offensivspiel scheinen die Stärken zu liegen, und zu Hause kann man diese vielleicht noch besser ausspielen, zum Vorwärtsgang verpflichtet. Die letzten 15 Minuten  reiner Mauerfußball sollte man ihnen in dem Sinne nachsehen, dass man ein Mann weniger war und endlich mal wieder ein (volles) Erfolgserlebnis herbeisehnte, für welches einem die Mittel dann für den Moment gleichgültig sind.
Über StuKi kann man nur sagen: schwach, ganz schwach. Beim 0:3 in Aachen vor zwei Wochen wurden sie regelrecht vorgeführt. Ob nun ausgerechnet hier, nachdem man zuschauen musste, die so genannte Trotzreaktion zu erwarten ist? Da überwiegt eindeutig die Skepsis.
Da man lange genug gegen Saarbrücken argumentiert hat, kann der Vorschlag natürlich nicht mehr als 3/10 auf die Heimelf lauten.
Teamnews:
Saarbrücken fehlen Tim Kruse (30, DM, 22/2/2), Ufuk Özbek (20, ZM, 15/2/0), Manuel Stiefler (24, RM, 14/0/3) und Markus Hayer (MS, 13/1/1)
StuKi spielt ohne Royal-Dominique Fennell (23, IV, 12/2/0), Thorben Stadler (23, LV, 15/0/2)
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VfB Stuttgart II – SV Darmstadt 98   (Entfernung: 178 km)
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Für Darmstadt Überlebenskampf, für Stuttgart „just another league game“. Dies lässt einen davon abraten, das Gefühl pekuniär zu untermauern. Aber so stark wie sie sich zuletzt präsentiert haben kann man nur empfinden, dass sie das Spiel klar und deutlich gewinnen. Ein Heimsieg, so die Prognose, ohne darauf auch nur eine einzige unit zu riskieren.
Teamnews:
Stuttgart muss verzichten auf Steffen Lang (19, RV, 12/0/0), Dominik Gallert (19, RV, ohne Einsatz), Marco Rapp (21, DM, ohne Einsatz), Timo Cecen (18, OM, 9/0/0), Erich Berko (18, LA, 8/0/1), Christoph Hemlein (22, MS, 22/3/5)
Darmstadt fehlen Benjamin Gorki (28, IV, 17/1/0) nach Rot, Uwe Hesse (25, RM, 23/2/1) auch mit Rot
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Hallescher FC – Hansa Rostock   (Entfernung: 364 km)
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Das Derby, welches einen nur die eine Variante offen lässt: nichts tun, passen, auf das nächste Spiel warten.
Halle war auffällig stark beim 2:1 in Darmstadt und Furuholm vorne drin ist einer jener Spieler, die in dieser Liga den Unterschied machen können. Beeindruckend, wie er nach dem selbst erzielten 1:1 im Auswärtsspiel bei ausreichend viel Zeit auf der Uhr direkt ins Netz rannte, um den Ball zu holen. Nicht nur reflektiert dies seine Einstellung, „ich will Fußball spielen“, sondern zugleich das Selbstvertrauen, „nun haben wir eins gemacht, jetzt machen wir bald das zweite“, und das im Auswärtsspiel. Klasse, der Junge. Ein echter Finne eben.
Zugleich aber steht hier klar „Derby“ drauf, trotz der größeren Entfernung, und zugleich kann man es sich einfach nicht vorstellen, dass Rostock erneut so häufig das Tor verfehlt. Die Chancen waren da, die 0, die bei ihnen vorne steht, war nicht korrekter Ausdruck der Bemühungen beim 0:2 gegen Heidenheim. Nein, hier besteht man als Autor darauf, dass an der Shaddock-Logik etwas dran sein muss (von Professor Shadoko aufgestellt): „Je öfter eine Sache misslingt, umso größer die Chance, dass sie eines Tages gelingt.“ Rostock kann das Spiel eigentlich nicht verlieren, soll das heißen. Natürlich niemals, niemals, niemals ein Tipp werdend. Dazu der Respekt, nach der letzten Partie, zu groß vor Halle.
Teamnews:
Halle spielt ohne Patrick Mouaya (28, IV, 13/0/0), Pierre Becken (25, IV, 9/0/0),
Rostock ohne Stephan Gusche (23, IV, 8/0/0), Mohammed Lartey (26, OM, 1/0/0), Edisson Jordanov (19, OM, 11/1/3)

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