Rückblick 3. Bundesliga 28. Spieltag

in Kürze:

Chemnitz gewonnen, +2, Erfurt verloren, -4, KSC +6, -4 auf Wehen, +3 auf Halle, macht von dieser Bilanz her einen guten Eindruck, mit +3. Gewinnen ist immer ok, das ist wohl klar, aber überragend war das Empfinden auf diese Wetten bezogen — in der Nachbetrachtung — nicht.
Bei Heidenheim passte es mit der Neigung, bei Aachen nicht (hier aber war es unverdient), so dass es insgesamt doch ein ordentliches Wochenende war.
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SV Babelsberg 03 – Arminia Bielefeld     0:2 (0:1) 
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Zuschauer : 3.696   (Schnitt bisher: 2.863  Vorsaison: 2.427)
Kein ergiebiges Spiel. Trotz der Misserfolgsserie von Babelsberg (drei Mal auswärts, drei Mal ohne Treffer, 0:1, 0:0, 0:1, in Halle, Darmstadt und Osnabrück, davor das 2:4 gegen Heidenheim; die Ergebnisse schlecht, aber die Auftritte nicht) würde man ihnen auf jeden Fall etwas zutrauen, obwohl sie, zugegebenermaßen, von der neu gewonnenen Offensivstärke gerade zuletzt beim 0:1 in Osnabrück, rein gar nichts zeigte. Die alte Mauertaktik dürfte sie also nicht unbedingt weiter bringen, obwohl es im Heimspiel tatsächlich schon wieder anders aussehen könnte.
 
Auf Bielefeld ist im Prinzip Verlass. Sie haben sich zuverlässig an der Spitze etabliert, sie spielen guten Fußball und fahren Ergebnisse ein, teils mit der eigenen, wetttechnischen Unterstützung (6 Spiele, 5 Siege, ein Remis zuletzt). Dies bedeutet nur, dass man auf keinen Fall gegen sie spielen würde. Auf sie geht nicht, nicht gegen diesen Gegner. Also bleibt das Pass.
 
Teamnews:
bei Babelsberg fällt aus  Matthias Kühne (25, RV, 20/0/0) mit Rotsperre,
bei Bielefeld sind es Tom Schütz (25, DM, 25/1/6) wird vielleicht fit, Dennis Riemer (25, RV, 11/0/0)
Bielefeld schon über weite Strecken wie eine echte Spitzenmannschaft. Sie übernahmen allmählich die Initiative, kreierten ein paar Torchancen, ohne all zu viel zuzulassen, und nutzten bald eine davon mit einem harten, präzisen Abschluss aus 14 Metern in die entlegene Ecke. Gut gemacht! Danach aber bäumte sich Babelsberg mächtig auf. Sie drückten auf den Ausgleich — speziell in der Phase nach der Pause — und hatten einiges an Pech bei insgesamt zwei Pfostentreffern. So hätte es hier auch locker 1:1 stehen können, und wäre nicht unverdient gewesen. Als Bielefeld dann einen Konter setzt, stürmt der Torwart aus seinem Kasten und dem Strafraum, als der Angreifer das sieht, will er ihn überlupfen, in einem Reflex reißt der Keeper die Arme hoch — und muss logischerweise mit glatt Rot vom Feld. Dann entschied Bielefeld die Partie in der 84. mit einem Gewaltschuss aus 30 Metern exakt ins Kreuzeck. Ein Traumtor, gewiss, aber muss man bei personeller Überzahl eigentlich aus 30 Metern abschließen?
Egal, Bielefeld schon sehr stark, aber auch Babelsberg zeigte ein weiteres Mal, dass der ihnen entgegengebrachte Respekt — seit der Winterpause erst — nicht ohne Grundlage ist. Da muss man doch demnächst mit Punkten rechnen.
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FC Chemnitz – VfB Stuttgart II     1:0 (0:0)
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Zuschauer : 3.950   (Schnitt bisher: 4.842  Vorsaison: 5.161)
So stark wie sich Chemnitz zuletzt auch beim 0:2 in Halle präsentiert, möchte man sie unbedingt nehmen. Überhaupt ist es eine der formstärksten Mannschaften und eine der Mannschaften, die vom Markt unterschätzt werden könnten, aufgrund teilweise ausbleibender Ergebnisse. Sie könnten als einziger von der Leistungsstärke her bei den oberen 5 ernsthaft mitmischen. Einziger Minuspunkt an einem möglichen Vorschlag, aus reiner Chemnitzsicht: die Perspektiven für den Aufstieg sind seit der letzten Niederlage leider zu Grabe zu tragen. 15 Punkte aufzuholen ist eine Utopie. Spielen werden sie dennoch garantiert, und sie werden es so gut tun wie sie können. Nur eben das eine Extraprozent könnte fehlen.
 
Gegen Stuttgart II zu spielen macht an sich überhaupt keinen Spaß. Das ist eine der Wundertüten, wo oftmals „guter Fußball mit Ergebnissen“ drinsteckt. Auswärts aber haben sie zuletzt zwei Mal verloren und Chemnitz möchte man so dringend haben,
 
so dass der Vorschlag doch so ausfallen muss: 2/10 auf Chemnitz Sieg.
 
Teamnews:
Chemnitz fehlt Toni Wachsmuth (26, IV, 15/0/1) und Anton Makarenko (24, LM, 11/1/0)
Stuttgart ohne Stammtorwart André Weis (23, 19/0/0), Steffen Lang (19, RV, 12/0/0), Dominik Gallert (19, RV, 0/0/0), Marco Rapp (21, DM, 0/0/0), Timo Cecen (18, OM, 9/0/0), Erich Berko (18, LA, 8/0/1), Christoph Hemlein (22, MS, 21/3/5)
 
Die Teamnews machen den Tipp noch besser.
 
Ein insgesamt sehr gutes Spiel, wobei hier die Betonung auf „Spiel“ liegt, trotz des auch hier schwierigen Bodenbelags. Chancenverhältnis vielleicht bei 11:8 pro Chemnitz, so dass insgesamt der Tipp wohl gerechtfertigt war. Stuttgart aber immer gut, immer gefährlich nach vorne. Die Qualität der Chancen war auf beiden Seiten hoch, so dass es auf keinen Fall ein under-Spiel war. Der Grund wohl hier zu suchen: beide haben keine Ambitionen mehr, außer einfach gut Fußball zu spielen. Nach unten längst gesichert, nach oben viel zu viel Abstand, da spielt man einfach.
Beide mit einem sehr guten Zeugnis, der Tipp ok. Chemnitz hat das gut gemacht.
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Rot Weiß Erfurt – 1.FC Saarbrücken    1:2 (0:1)
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Zuschauer : 4.869   (Schnitt bisher: 4.845  Vorsaison: 5.930 )
Über Erfurt wurde ja nun mehrfach schon geschrieben, und nie kamen sie zum Einsatz aufgrund der Spielausfälle. Dennoch hat sich die Einschätzung nicht geändert: es ist eine gute Zeit, sie zu spielen.
 
Über Saarbrücken hat man eigentlich auch immer nur ein- und dasselbe gesagt: sie sind richtig schwach. Zugleich aber haben sie „performed“, und zwar für einen selbst, denn sie haben die meisten Spiele brav verloren. Nur das 0:0 daheim gegen den KSC schmerzte übelst. Da jedoch, wenn man nun noch einmal den Auftritt Revue passieren lässt, so gut wie gar nichts davon an ihnen lag sondern einfach nur das Schicksal ihnen gewogen war und der KSC, den man, ob man aus Saarbrücker Sicht gesehen wollte oder nicht, ohnehin hat schalten und walten lassen müssen nach Belieben, aufgrund der nicht zu übersehenden Überlegenheit, einfach nur den Ball nicht über die Linie brachte, so stellt man fest: auch das 0:0 gegen den Spitzenreiter konnte die Schwäche nicht übertünchen. Man darf sehr wohl mit einem engagierten Auftritt rechnen, das wohl nicht das Problem. Die gegnerische Stärke gepaart mit der gewährleisteten lautstarken Fanunterstützung sind eine zu große Hürde: Erfurt mach es.
 
4/10 auf Erfurt Sieg.
 
Teamnews:
Bei Erfurt fehlt Tom Bertram (25, IV, 9/0/0) und Mario Fillinger (28, LM, 0/0/0)
Bei Saarbrücken sind Tim Kruse (30, DM, 22/2/2) und Markus Hayer (27, MS, 13/1/1) out
 
Der Tipp ging in die Hose und so gerne man würde: vollständig rechtfertigen kann man den Tipp nicht. Kleines Problem war natürlich auf Erfurter Seite die fehlende Spielpraxis, da drei Partien in Folge ausgefallen waren. So kam Saarbrücken besser ins Spiel und erzeugte ein paar Torchancen, von denen eine verwertet wurde (12. Minute). Saarbrücken sah überhaupt ganz gut aus in der Phase, während Erfurt irgendwie gehemmt wirkte, nicht so zweikampfstark wie sonst. Allmählich wurde es aber besser und die ersten zwei kleineren Torchancen sprangen heraus.
In der 43. Minute dann  eine Rote Karte, die man hier nicht weiter bewerten möchte (es gab schon einen Tritt, aber man würde sie wohl allgemein für „hart“ erklären). In Hälfte 2 begann dann natürlich eine größere Druckphase, der aber a) die ganz große, wilde Entschlossenheit fehlte und bei der b) auch nicht so übertrieben viele sehr gute Situationen heraussprangen und in welcher c) die Gäste dennoch Mut bewiesen bei Ballbesitz und blitzschnell nach vorne spielten, wobei es immer viele Nachrücker gab. So kam also auch Saarbrücken in der Phase zu Torchancen, wobei eben einmal, als viele aufgerückt waren, ein Ballverlust erfolgte, den der den Ball verlierende — aufgrund der erkannten Gefahr, welche er der eigenen Mannschaft ausgesetzt hätte — mit einem bösen taktischen Foul korrigieren wollte. So, wie der Schiri zu dem Spieler hinläuft, glaubt man an ein zweites Rot, aber er besinnt sich und belässt es bei Gelb, wobei die Selbstjustiz des gefoulten Erfurters diesen Entscheid begünstigt haben könnte (so hätte er zwar dem einen Rot, aber dafür dem anderen Gelb gegen können, sagte sich aber: geb ich dem Gelb und dem anderen gar nichts, dann ist es ja wieder ausgewogen).
Ja, eine der gut vorgetragenen Kontersituationen verwertet Saarbrücken zum 2:0. Danach gelang Erfurt bald das 1:2 (66. 0:2, 71. 1:2), wonach es nur noch Menschenversammlungen im Saarbrücker Strafraum gab, in welchen sämtliche Saarbrücker Spieler sich verkrochen. Das sah grausam aus und wenn es tatsächlich möglich ist, auf diese Art eine Führung erfolgreich zu verteidigen, dann könnte der Fußball schon bald tot sein: vorne irgendwie einen reinwürgen und dann alle Mann auf die eigene Torlinie? Nein, das kann es nicht sein. Es muss Mittel geben. Natürlich kam es zu ein paar Chancen, aber doch war die Verrammelung (von welcher man niemals ein „gut organisiert“ sagen könnte) so erfolgreich, dass es kein Tor mehr gab. Nur gab es halt in der Nachspielzeit noch zwei Situationen, in denen die Chance zum Elferpfiff bestand. Einmal ein klares Handspiel, direkt vor den Augen des Schiedsrichters, direkt danach, als die Empörung noch nicht einmal verzogen war, ein Rempler. Wenn man das erste nicht gibt und feststellt: „Oh, hier hätte ich aber doch pfeifen müssen.“, dann MUSS man einfach das zweite geben. Ansonsten muss man schon mal von Einflussnahme des Schiedsrichters sprechen, welcher nach Belieben auf diese Art Spiele entscheiden kann.
Wie dem auch sei: die Wette war nicht gut, Saarbrücken wirkte schon sehr intakt nach dem für sie so wertvollen 0:0 gegen den KSC, welches das Selbstvertrauen stärkte, aber auch sonst muss man dem Team bescheinigen, hier eine Visitenkarte abgegeben zu haben, auf welcher steht „drittligareif“. Bei Erfurt ging es allmählich besser und man möchte doch als Hauptpunkt jenen der fehlenden Spielpraxis anführen.
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Karlsruher SC – Kickers Offenbach     2:1 (1:0) 
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Zuschauer : 11.712   (Schnitt bisher: 10.562  Vorsaison: 2.Liga)
Beim KSC muss man nicht lange fragen, bis der Aufstieg gesichert ist, werden sie die Spiele gewinnen, oder zumindest wird man ihnen dahin gehend die Daumen drücken, indem man sie pekuniär unterstützt.
 
Der Auftritt beim 0:0 in Saarbrücken war um kein bisschen schwächer als jene bevor (das 1:0 gegen Dortmund ist ja lang und breit erörtert worden) und von einem Nachlassen nicht das Geringste zu spüren, eher im Gegenteil, wird man nach den verpassten Torchancen aus dem letzten Spiel diesmal noch konzentrierter zu Werke gehen.
 
Für Offenbach wird die Rückkehr in den Alltag nicht gar so einfach sein, nach dem dienstäglichen Pokal k.o. gegen Wolfsburg, als man dennoch alles aus sich herausholte und doch ziemlich in die Nähe einer Überraschung kam. Der Abstieg wird noch nicht zu sehr plagen, aber ohnehin spielt der Gegner für den KSC derzeit keine Rolle. Sie sind für alle zu stark.
 
6/10 auf die 1.
 
Teamnews:
Der KSC muss auf Dennis Kempe (26, LV, 15/1/1) und Sebastian Schieck (22, RV, 12/0/1) verzichten, was zugleich bedeutet, dass Calhanoglu sich nicht schwerer verletzt hat im letzten Spiel.
Bei Offenbach fehlt weiterhin Markus Husterer (29, IV, 19/2/3) sowie Christopher Lamprecht (27, RV, 0/0/0)
 
Der KSC mit einer ihrer Klasse entsprechenden Leistung gegen einen keineswegs schwachen Gegner. So macht man das halt: man arbeitet sich an das Tor heran und versucht, möglichst wenig zuzulassen. Die Hochkaräter blieben zwar aus, aber man kommt näher und näher. In der 38. Minute ein Freistoß auf der rechten Außenposition, etwas über Strafraumhöhe. Bemerkenswert: NICHT Calhanoglu tritt ihn sondern ein Linksfuß, der ihn genau wie es sein muss vor das Tor tritt, mit dem Effet Richtung Tor. Ein Karlsruher kommt heran und macht das Tor per Kopf.
Auch in Hälfte 2 das gleiche Bild, was jedenfalls ein weiteres Klassemerkmal ist: nicht Ergebnisverwaltung sondern auf zum zweiten. Dieses gelang auch nach einigen weiteren guten Chancen in der 71. Minute. In der 74. das überraschende 1:2, so dass die Partie wieder spannend aussah, trotz der durchgehenden Dominanz.
Chancenverhältnis insgesamt vielleicht bei 12:4, der Sieg zu knapp, selbst wenn Offenbach ganz kurz vor Schluss noch eine echte Großchance zum 2:2 hatte. Der Wettvorschlag aber zu 100% gerechtfertigt. Auch die Trainer und Spieler haben das genauso gesehen — und einzig sie objektiv, das schafft kein Berichterstatter, trotz der eigentlich ihn auszeichnenden Objektivität. KSC also immer weiter spielen, das ist klar, Offenbach aber nicht schlecht.
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Preußen Münster – VfL Osnabrück    3:1 (3:1)  
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Zuschauer : 15.000   (Schnitt bisher: 7.631  Vorsaison: 7.031)
Dies kann man sehr wohl ein ziemlich reinrassiges Derby nennen. Insofern spart man als Autor ganz gut Kraft, indem man das Spiel für nicht wettbar erklärt. Beide Mannschaften in guter Verfassung, beide mit allen Perspektiven auf den Aufstieg, ein Derby, bedeutet: Finger weg. Ein heißes Spiel wird es aber allemal, vermutlich nicht (dies sozusagen der Tipp) mit all zu vielen Toren.
 
Teamnews:
Preußen Münster spielt ohne Dominik Schmidt (25, IV, 7/2/0)
Bei Osnabrück fehlen Martin Hudec (30, IV, 14/1/0), Niels Hansen (29, DM, 0/0/0), Maximilian Porcello (32, ZM, 0/0/0)
 
Münster mit Rückkehrer Mehmet Kara, der sofort wieder Publikumsliebling ist. Er macht von der 12. bis zur 26. Minute aus drei Torchancen drei Tore zum 3:0. Bei einer war der Keeper aus dem Strafraum gekommen, hat aber den Ball nicht erreicht (man spricht dann wohl von Torwartfehler), und wurde umkurvt. Die Partie damit gelaufen? Na ja, so ziemlich. Aber Osnabrück verwertet auch seine erste und einzige Chance zum 1:3.
Nach der Pause aber ist weiterhin Münster besser, so dass es nicht mehr richtig spannend wird, zumal es in der 70. noch eine Gelb-Rote gab, sowie etwas später einen nicht bewilligten Strafstoß-Anspruch, der natürlich einer hätte sein müssen.
Klare Angelegenheit und mit einem Kara in dieser Form Münster noch heißerer Anwärter. Logisch aber, da auch die drei (bis sechs) Punkte helfen, da gegen einen Konkurrenten gewonnen. Osnabrück nicht so recht zu bewerten, zu rasch lag man klar zurück.
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Hansa Rostock – 1.FC Heidenheim     0:2 (0:1) 
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Zuschauer : 7.700   (Schnitt bisher: 9.745  Vorsaison: 2.Liga)
Wie soll man sich hier nun herauswinden, um auch ja nichts tippen zu müssen? Rostock bekommt keine Ergebnisse, nur spielen sie einfach nicht so schwach. Auf der anderen Seite steht ein Heidenheim, welches man eigentlich bedingungslos unterstützen möchte. Gerade das letzte 3:0 gegen Darmstadt hatte in vielerlei Hinsicht Ansätze von herausragender Klasse (und dies nicht etwa, weil man den Gegner in Grund und Boden spielte, sondern weil man klug spielte und geduldig und auf seine Chancen wartete und den Gegner gut auf Distanz hielt), und sehr speziell in Form einer Einzelperson, die tatsächlich in einer derartigen Spielklasse (es kann auch für alle Spielklassen gelten) den Unterschied ausmachen kann: Marc Schnatterer, Dreh- und Angelpunkt, zugleich der Mann für die Standards und, nicht zu vergessen, höchst torgefährlich (13 Tore, 14 Assists, in 27 Spielen, sozusagen eine perfekte Quote).
 
Der Tipp könnte also nur lauten: Heidenheim macht das, zumal man ja im Verlaufe der Saison häufig genug schon gegen Rostock angetreten ist. Und dennoch überwiegen die Zweifel. Der Gegner passt einem einfach nicht, die Serie kann doch nicht so lange anhalten, es muss doch mal wieder etwas gelingen? Es wird also nur eine Neigung, ein Vorschlag, den man irgendwie machen muss, ohne darauf einen Einsatz zu riskieren. Es sozusagen dem Leser anheim legen, ob er sich heranwagt.
 
Teamnews: 
bei Heidenheim fehlt Tisch-Rivero (23, ZM, 18/3/0), Andreas Spann (28, MS, ohne Einsatz)
bei Rostock sind es Stephan Gusche (23, IV, 8/0/0), Lartey, Mohammed (26, OM, 1/0/0), Edison Jordanov (19, OM, 11/1/3)
 
So gerne man sich ärgern würde darüber, eine der Lieblingsmannschaften nicht gespielt zu haben, aber angesichts des guten Rostocker Auftritts aus zumindest Hälfte 1 kann man es einfach nicht. Da waren so viele gute Chancen, dass einfach ein Tor hätte herausspringen müssen. Sicher war Heidenheim jederzeit im Spiel und selbst torgefährlich, nur war Rostock einfach einen Tick näher dran und da zählt das Argument „fehlende Klasse im Abschluss“ einfach nicht. Es war Pech, aber nur die Tatsache, kein eigenes Tor erzielt zu haben. Statt des 1:0 aus einer der guten Situation schenkt man sich dann auch noch selbst einen ein: Ecke von Scorerkönig (und der gefühlten Nummer 2 der Liga, gleich hinter Calhanoglu) Marc Schnatterer auf den kurzen Pfosten, kein eigener Spieler dort, also geht ein Rostocker ran und verlängert unhaltbar ins eigene Netz.
Das hat Rostock nicht verkraftet. In Hälfte 2 kamen sie weniger gut raus auf dem übrigens weiterhin schwer bespielbaren Boden. Heidenheim nutzte eine der wenigen Chancen in Hälfte 2 durch Michael Thurk, womit es hieß: „Game over“.
Heidenheim natürlich weiterhin sehr stark, aber Rostock hat bestätigt, dass man sich zurecht nicht gegen sie stellen wollte. Wobei einem denn, wenn man es getan hätte, die Qualität der Wette herzlichst Wurscht gewesen wäre, weil man sich dann sicher als lustiger Gewinner präsentieren würde: „Kann tagelang gewinnen und hat immer gute Laune. Wie macht er das nur?“
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Stuttgarter Kickers – Borussia Dortmund II     ausgefallen
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SpVgg Unterhaching – Alemannia Aachen     1:0 (0:0) 
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Zuschauer : 1.300   (Schnitt bisher: 2.150  Vorsaison: 1.658)
Man müsste zu viel Gutes über die Alemannia sagen und kann fast nur Nachteiliges vom Gegner berichten, so dass, obwohl die Partien eigentlich nicht mehr getippt werden sollten, nur herauskommen kann, dass man die Gäste nimmt. Man betrachte es als Neigung, dass Aachen die Partie nicht verliert, und verarbeite dies nach eigenem Gutdünken.
 
Teamnews:
Bei Unterhaching fehlt weiterhin Stammtorhüter Riederer (27), dazu Roland Sternisko (24, DM, ohne Einsatz) und Florian Bichler (21, LA, 8/0/1)
Bei Aachen fallen aus Stammtorwart Michael Melka (34), Mario Erb (22, IV, 15/0/0), Tom Stehle (32, IV, 10/0/0), Aimen Demai (30, DM, 2/0/0), Florian Müller (26, RM, 14/2/0), Robert Leipertz (20, OM, 11/3/0) sowie Sascha Rösler (35, HS, 7/1/1).
 
Die Teamnews sprechen natürlich nicht gerade für diese Neigung. Andererseits waren die meisten Spieler schon vorher out oder fehlen überhaupt schon länger.
Aachen mit starker Partie, aber glücklos. In Hälfte 1 bereits ein Chancenverhältnis von 4:0 für die Gäste (nur die sehr guten gezählt), wobei unter anderem ein Pfostentreffer zum Ausdruck bringt, wie nahe man an der Führung war. Direkt nach der Pause allerdings dann die Führung für Unterhaching, welche damit nach 6 Stunden erstmals wieder einen Treffer erzielten.
Nach der Pause war Unterhaching aber insgesamt besser, kam auf vielleicht ein genauso großes Chancenübergewicht wie die Alemannia in Hälfte 1, so dass man vielleicht sagen kann, dass die Partie insgesamt ausgeglichen war.
Aachen jedenfalls intakt, Unterhaching eher mäßig.
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SV Wehen/ Wiesbaden – Wacker Burghausen     1:1 (0:1) 
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Zuschauer :  2.104   (Schnitt bisher: 3.158  Vorsaison: 3.514)
Hier eine ganz klare Sache. Selbst wenn sich nun auch Wehen keine Sorgen mehr machen muss bezüglich des Abstieges (der Gegner hat noch immer einen Punkt mehr), und damit die ganz große Motivation fehlen könnte, so gilt im gleichen Maße dies für den Gegner — der das bereits bewiesen hat — und zudem ist ein Heimspiel immer eine Herausforderung, für die Fans eine Leistung anzubieten.
 
Das bedeutet, dass Wehen diese Partie gewinnen dürfte, mit 4 von 10 gestützt.
 
Teamnews:
Wehen muss auf die Dienste von Thorsten Barg (26, IV, 2/0/0), Robert Müller (26, DM, 26/1/1), Nils-Ole Book (27, ZM, 3/0/0), Martin Röser (22, RM, 3/0/0) verzichten,
Burghausen auf niemanden.
Burghausen mit guter Anfangsphase und dem ganz frühen 1:0 (2. Minute). Kurz danach bereits die Riesenchance zum 2:0 (5.). Überhaupt ist die erste halbe Stunde bestimmt von den Gästen, die insgesamt auf ein Chancenverhältnis von 4:1 bis dahin kommen. Danach übernimmt Wehen das Kommando. Bis zur Pause kommen sie noch zu mindestens einer sehr guten Szene, nach dem Wechsel steigert sich der Druck. In der 70. endlich der verdiente Ausgleich und die Zeit hätte noch gereicht, zumal die Gäste einen Spieler durch Gelb-Rot verloren in einer Szene, als es viel besser gewesen wäre, das Foul hätte nicht stattgefunden, da es nämlich eine viel versprechende Aktion war, die damit vereitelt wurde.
Also: 30 Minuten für Burghausen, 60 Minuten für Wehen, macht unterm Strich, dass die Wette gerade so vertretbar war. Aber besonders toll war der Auftritt der Weheren nicht. Burghausen, das war schon abzusehen, wird sicher hier oder da noch mal ein Pünktchen einstreichen, aber sonst die Saison geruhsam austrudeln lassen.
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SV Darmstadt 98 – Hallescher FC     1:2 (1:0)
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Zuschauer : 4.700   (Schnitt bisher: 5.400  Vorsaison: 6.042)
Darmstadt hat sich reingehängt zuletzt, das wird hier nicht bestritten (dennoch mit 0:3 verloren). Am Ende ist es auch eine Frage der Qualität. Halle war man skeptisch gegenüber, und alle Zweifel haben sie auch trotz des 2:0 gegen Chemnitz nicht aus der Welt schaffen können (denn: der Gegner war besser), aber doch war die Qualität im Kader — gerade mit den Verstärkungen — deutlich zu spüren. Da Halle eines der Teams ist, die sich noch Sorgen machen müssen (sie sind zwar 10 Punkte vor dem Gegner, haben aber bereits zwei Spiele mehr absolviert, so dass das Spiel durchaus wichtig ist). So kann es hier nur lauten: Halle verliert die Partie nicht. Mit milden 3/10 untermauert.
 
Teamnews:
Darmstadt fehlen Benjamin Gorka (28, IV, 17/1/0) mir Rotsperre, Uwe Hesse (25, RM, 23/2/1) ebenfalls mit Rot, 
bei Halle fallen aus Patrick Mouaya (28, IV, 13/0/0), Pierre Becken (25, IV, 9/0/0), Maik Wagefeld (32, DM, 19/5/3), 
was sich insgesamt wohl etwa aufhebt.
 
Der Tipp ging auf, das Zustandekommen so: Darmstadt mit klar überlegener Anfangsphase, mit viel Druck, etlichen Eckbällen und einer Elfmeteranfrage, die, wie so häufig abschlägig beschieden wurde. Das Foul klar, nur eben eines der Bauart „reicht nicht für einen Elfer“. Nur: wo ist dieser Passus in den Regeln verzeichnet? Foulbewertungen werden abhängig von der Position auf dem Feld so oder so bewertet? Dennoch belohnt sich Darmstadt für den überlegenen Start mit einem Tor nach einem der Eckbälle, als ein Innenverteidiger den Ball am kurzen Pfosten verlängert und er auf Umwegen ins Netz findet.
Erst ganz am Ende der ersten Halbzeit der erste Warnschuss der Hallenser. Dies kündigte die tolle Steigerung nach dem Wechsel an. Nach und nach spielten nur noch sie und zeigten, wer hier die bessere Mannschaft ist. Vor allem Neuzugang Furuholm im Angriffszentrum ist eine echte Waffe für diese Liga. Er arbeitet, kämpft, rackert, geht in die Zweikämpfe, ist in Kopfballduellen meist Sieger, und auch sonst brandgefährlich, immer zum Abschluss bereit, verschafft sich dazu mit seinem massigen Körper Raum. Kein Zufall also, dass er bei einer präzisen Flanke in der Luft steht und den Ball mit viel Fahrt und präzise ins äußerste Toreck köpft. Der Ausgleich längst verdient, und sogar holt dieser Furuholm direkt den Ball aus dem Netz um anzuzeigen: wir spielen hier auf Sieg, nur keine Zeit verlieren.
Druck weiterhin von Halle, und bald darauf eine absolut verdiente Gelb-Rote Karte, als ein Hallenser durchbricht und gehalten wird (da war sogar direkt Rot möglich). All dies in der 78. Minute. Aber Darmstadt hielt danach dicht und hatte selbst mit einem Freistoß aus 17 Metern, zentral, in der 89. Minute eine gute Chance, als diesmal insgesamt drei (!) Spieler über den Ball sprangen (auch diese Variante scheint populär zu werden. Tatsächlich weiß der Keeper ja nie, welcher der anlaufenden Spieler letztendlich schießt; erst beim letzten dann…). Der Ball dennoch abgewehrt. In der Schlussminute der Nachspielzeit ein tragischer Ballverlust der Darmstädter an der Mittellinie. Dennis Mast bekommt den Ball, läuft Richtung Tor und fasst sich aus 20 Metern ein Herz. Hauptsache kein Ballverlust, so sagte er hinterher, und der Ball rauschte flach ins kurze Eck.
Natürlich vom Zeitpunkt her glücklich, aber in der Summe verdient, denn nach der schwachen ersten Hälfte sah man einfach in der (bedeutenderen) zweiten Halbzeit, wer besser ist. Darmstadt aber nicht etwa schlecht, so wirkten sie nicht. Mit Halle aber dürfte erst einmal zu rechnen sein. Die Verstärkungen (fünf davon in der Anfangsformation) passen und scheinen nun zusammen zu passen. Klar, man musst sich erst finden, aber dieser Prozess könnte nun abgeschlossen sein.
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Ein Kommentar zu “Rückblick 3. Bundesliga 28. Spieltag

  1. david sagt:

    Lese immer gerne deinen Blog, frage mich aber wie du rechnest. Du setzt 6/10 auf den KSC gegen Offenbach und der KSC gewinnt 2:1. So weit so gut, aber du trägt als Bilanz +6 ein, wofür du eine Quote von 2.0 gebraucht hättest. aber mehr als 1.65 wird wohl kein Buchmacher der Welt angeboten haben.

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